Samstag, 01.06.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
01.06.2019 Im Guardian kritisiert Arundhati Roy das schematische Denken der Linken in Indien, die das Phänomen der Kasten nie habe verstehen können. Asli Erdogan spricht in Spiegel online über die Erfahrung der Isolationshaft. Die taz erklärt, warum Proteste wie die am Platz des Himmlischen Friedens in China nie mehr möglich sein werden. Die SZ erzählt, wie der Springer Verlag sich verkaufen will.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.06.2019 Isabelle Huppert als Maria Stuart geht den Theaterkritikern immer noch nach - nur die große neue Freiheit, die Robert Wilsons Inszenierungen einst versprachen, die lässt noch auf sich warten. Die NZZ würde auch Kleider von Christian Dior gern mit etwas mehr Kritik und Kontext präsentiert bekommen. Der Freitag feiert Mehmet Akif Büyükatalays Debütfilm "Oray". Die FAZ lauscht dem Schweigen vietnamesischer Schriftsteller zum Vietnamkrieg. Sony will seine durch Streaming-Gebühren gefüllte Kasse nach Berlin bringen, berichtet die taz.
Bücherschau des Tages
01.06.2019 Ganz ohne Fantastik, nüchtern und nah an den drastischen Fakten erzählt Colson Whitehead in den "Nickel Boys" eine Episode aus den rassistischen amerikanischen Südstaaten der Sechziger. FAZ und Welt sind beeindruckt. Die SZ begibt sich mit eine Prachtausgabe in eine Auswahl der Schriften Alexander von Humbodlts. Der Dlf hat mit Franzobels "Rechtswalzer" einen Krimi gelesen, der perfekt zu den aktuellen Ereignissen in Österreich passt.
Montag, 03.06.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
03.06.2019 Michel Serres ist gestorben. Libération bringt einen Text, in dem er erklärt, wie man Identität und Zugehörigkeit unterscheidet. Die Briten müssen endlich aufhören, der Glorie ihres Empires hinterherzuträumen, schreibt David Olusoga im Guardian. Im Perlentaucher betrachtet Rüdiger Wischenbart besorgt die schrumpfende Mitte. Frauen wurden in der SPD noch nie gut behandelt, schreibt Alice Schwarzer auf emma.de. Auch in Afrika wird überwacht, warnt die taz, meist mit chinesischer Technik. In der SZ zieht Bernhard Pörksen Lehren aus Rezo.
Efeu - Die Kulturrundschau
03.06.2019 In der FAZ fragt Theatermann Günther Rühle, wo die Autoren sind, die heute die Themen aus der Gesellschaft ins Theater holen können. Die SZ erlebt mit "Diamantino" ein Kinowunder und wie man Erhabenes mit Riesenwelpen kombiniert. Im Standard erklärt die Choreografin Anne Teresa de Keersmaeker, wie man Bachs bewegte Architektur tanzt. Auf 54books überlegt Simon Sahner, ob der allseits bewunderte Jörg Fauser heute vielleicht auch von einer Kiste herab AfD-Parolen schwingen würde.
Medienticker
03.06.2019 Aktualisiert: Journalistenverbände warnen: Reform des Verfassungsschutzgesetzes höhlt die Pressefreiheit aus - Urheberrecht in der EU: Dialog gegen Upload-Filter - Gefährliche Konzentration der Macht - Rezo-Fallout: Regeln gegen Desinformation - Sammelklage: Nutzer können laut Facebook keine Privatsphäre erwarten - Kulturtechnik Social Video: Lügen, Sex & YouTube - Der nahbare Philosoph: Wolfram Eilenberger zum Tod von Michel Serres + Münchner Ausstellung über Alexander Kluges Ideen- und Geschichtenwelt.
Bücherschau des Tages
03.06.2019 Gegen die Schräglagen in akademischen LGBTQ-Debatten empfiehlt die taz Vojin Sasa Vukadinovics Band "Freiheit ist keine Metapher". Der DlfKultur erinnert mit Liao Yiwu an das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Frieden vor dreißig Jahren und lauscht Colson Whiteheads dunklem Blues "Die Nickel Boys" mit angehaltenem Atem. Die SZ freut sich zum dreihundertsten Geburstag von Daniel Defoes Klassiker über die Wiederbegegnung mit "Robinson Crusoe". Und die FAZ vergnügt sich mit Joseph Incardonas düsterem Krimi um einen serienmordenden Autobahnraststättenkoch.
Dienstag, 04.06.2019
Magazinrundschau
04.06.2019 In Clarin erklärt J.M. Coetzee, warum er nur noch aus dem Spanischen übersetzt werden möchte. Adda erzählt die Geschichte des schottischen Sklavenhandels. Der New Yorker besucht Tombstone. Der Guardian untersucht die Krise des Konservatismus. Der Rolling Stone sucht nach Gründen für die Selbstmordepidemie unter weißen mittelalten amerikanischen Männern. Respekt würdigt den großen Jiří Stránský. Im Spectator würdigt Quentin Tarantino das Genie Carlo Simis.
Efeu - Die Kulturrundschau
04.06.2019 Im Tagesspiegel klopft Hans Kollhoffs Verteidigung zu seinem Walter-Benjamin-Platz auf eventuelle Löcher ab. Die taz lernt in Nordthailand, an der Kleidung den Wellenschlag des Mekong abzulesen. In der NZZ baut Nell Zink auf poetische Genauigkeit. Die SZ schwingt sich mit Stockhausen und dem Pelargos-Quartett in musikalische Helikopter-Höhen. Und die Welt stellt klar, dass Hollywood zwar in Sachen Abtreibung stets liberal dachte, aber nicht unbedingt bei der Selbstbestimmung von Frauen.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.06.2019 Die New York Times bringt all jenen, die in China das Erbe der Dissidenz hochhalten, eine Hommage dar. In Le Monde erzählt der Sinologe Sebastien Veg, wie die Minjian-Intellektuellen auch dreißig Jahre nach dem Tienanmen-Massaker eine Geschichte von unten schreiben. Hubertus Knabe zeigt in seinem Blog am Beispiel Taiwans, wie Vergangenheitsbewältigung in China aussehen könnte. Im Guardian schreibt Ai Weiwei über die Angst vor Fakten. Wir bringen einen Schwerpunkt. Außerdem: Frauen in der deutschen Politik und Krise der Sozialdemokratie.
Medienticker
04.06.2019 Aktualisiert: Youtube: Leitmedium für Jugendliche - Facebook trackt Nutzer auf Nachrichtenseiten - Seehofers Schein-Dementi & Nebelkerzen - Dunkle Seite der Macht: Deutsche Parteien & Instagram - Ibiza-Video: Strache zeigt Spiegel & Süddeutsche an - André Heller über Österreich - Michel Serres' Dialog zwischen Geistes+Naturwissenschaft - Weltpoet: Zum 200. Geburtstag von Walt Whitman + Pekinger Frühling 89: Liao Yiwu trägt sein bewegendes Gedicht "Massaker" in Murnau vor.
Bücherschau des Tages
04.06.2019 Die FAZ betrachtet fasziniert die konstruktivistischen Bühnenbilder des georgischen Avantgardisten Petre Otskheli. Auch Rene Stauffers Biografie des Tennis-Schlachtross Roger Federer liest sie mit großer Freude. Die NZZ bewundert Thomas Stangls schillernde "Geschichte des Körpers". Der DlfKultur lässt sich von Santo Piazzese Sizielien erklären und reist mit Erika und Klaus Mann an die Riviera. Nur die SZ ärgert sich: Über Michael Wolffs neuen Trump-Report "Unter Beschuss", der zu großen Teilen auf den Ferndiagnosen von Steve Bannon beruht.
Mittwoch, 05.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
05.06.2019 Als große Analytiker des Alltags feiert die Nachtkritik das Aktionstheater Ensemble und fordert eine Österreicher-Quote in den deutschen Feuilletons. In der taz folgt der Afrikanist Ronald Radano den Spuren afrikanischer Musik ins Berlin des frühen 20. Jahrhundert. In der Welt hält Hans Kollhoff die Debatte um rechte Räume für totalen Quatsch. Olivier Assayas' neuer Film "Zwischen den Zeilen" löst recht konträre Reaktionen aus: Die FAZ sieht die Idee des Kinos neu belebt, die taz fühlt sich totgequatscht.
9punkt - Die Debattenrundschau
05.06.2019 Tausende gedachten gestern Abend in Hongkong der Opfer des Massakers am Tienanmen-Platz. Wie lange das noch möglich sein wird, ist fraglich, berichtet der Guardian. Daniel Barenboim wird auf unabsehbare Zeit Chef der Berliner Staatsoper bleiben. Na, Hauptsache, es läuft, kommentiert Dlf Kultur. Vice News und FAZ recherchieren zum Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der ein Hassobjekt der rechtsextremen Szene war. Wird der Rubrikenanzeigenkonzern Springer den Angriff von Google Jobs verkraften, fragt Meedia.
Medienticker
05.06.2019 Markt-Dominanz: USA wollen Internet-Giganten Grenzen setzen - Digitalökonomie & Datenschutz: Datenkrake Staubsauger & Innenminister wollen Daten von Alexa, Siri & Co. auswerten - Springer/KKR : Problematisch Kooperation - Pay-Modell: Ein Jahr Spiegel+ - Geschichte der Mediendynastie Murdoch - Google macht: Adblockern das Leben schwer - Wirtschaftszahlen: Sachbücher im Aufwind + Mythen des Alltags: Enten, Gangster & Göttinnen oder 100 Jahre Citroën.
Bücherschau des Tages
05.06.2019 Die SZ schwelgt in der Naturlyrik Gerhard Falkners. Die FAZ wird wütend, wenn sie in Nathaniel Richs "Losing Earth" liest, wie lange Industrie und Politik die Gefahr des hohen CO2-Ausstoßes schon kannten. Die FR erkennt mit Marc Augé das Glück. Die NZZ liest zwei Sach-Kinderbücher über Geschichte.
Donnerstag, 06.06.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
06.06.2019 Anders als der Berliner Flughafen wird das Humboldt-Forum möglicherweise eröffnet - allerdings im Zustand absoluter Leere, denn die noch nicht funktionierende Klimaanlage gestattet keine Ausstellungen, so die SZ. Die Niederlage der dänischen Rechtspopulisten ist ihr Triumph, so ebenfalls die SZ, denn die Mainstream-Parteien haben jetzt ihre Agenda übernommen. In der Zeit fordert Eva Menasse Zugangsbeschränkungen für die Öffentlichkeit. Den Rest können die dann mundtoten Bürger ja dann gleich über Alexa den Geheimdiensten mitteilen, so die taz.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.06.2019 FAZ, NZZ und Tagesspiegel erliegen der munteren Tücke Luzifers in Karlheinz Stockhausens Spektakel "Licht". In der NZZ sucht David Grossman nach jeder noch so kleinen Nuance der menschlichen Existenz. Die taz hört Grime mit Verweisen auf die Afro-Diaspora von Skepta. Die Filmkritiker heben ab in Lee Chang-dongs "Burning". Die NZZ ahnt, warum Rudolf Stingel neben Picasso unwahrscheinlich modern wirkt. Die NYRB hält an de Kooning fest.
Medienticker
06.06.2019 Aktualisiert: Buchcharts: Aktuelle Bestsellerlisten - EU-Urheberrecht tritt heute in Kraft - Youtube verschärft Upload-Regeln - Die Mär von "Social Bots" - Apple lässt Apps zur Smartphone-Überwachung wieder zu & Daten-Zugriff auf "Smart Home"- Digitalkongress beBETA in Berlin - KI: Die digitale Moderne ist unsichtbar & überall - Geistes- & Naturwissenschaft erfordern interdisziplinäres Denken + Laszo Földeny über sein "Lob der Melancholie".
Bücherschau des Tages
06.06.2019 Die FAZ amüsiert sich mit Lyrik zu den "32 Schimmelarten des Joseph Brodsky". Die FR begeistert sich für Karl Bellenbergs fantastisch ergiebigen Band über die Vertonungen von Gedichten Else Lasker-Schülers. Die SZ liest Geschichten über Selbstbestimmung, Konsens und Gewalt im Zeitalter von #metoo. "Ein Haus auf dem Land / Eine Wohnung in der Stadt"? grübelt Jan Brandt und der Zeit schwirrt der Kopf, ob der inneren und äußeren Obdachlosigkeit der Generation Golf.
Freitag, 07.06.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
07.06.2019 Was ist daran so schlimm, das Humboldt-Forum leer zu eröffnen, fragt Boris Pofalla in der Welt: "Das wiedererrichtete Berliner Stadtschloss ist zuallererst als Hülle konzipiert worden." Auch andere Zeitungen antworten mit Spott auf die Meldung. Theresa May ist ab heute nur noch kommissarisch Premierministerin: Die Probleme mit dem Brexit könnten nun auch die EU spalten, fürchtet politico.eu. Die "Apokalyptik der Klimabewegung" verstellt den Blick auf andere Krisen, fürchten die Salonkolumnisten. In der SZ wirbt Estlands Präsidentin Kersti Kaljulaid für eine Digitalisierung der Politik.
Efeu - Die Kulturrundschau
07.06.2019 Hyperallergic stellt die taiwanesische Künstlerin Shu Lea Cheang vor. Historismus in der Architektur zeugt nicht immer gleich von reaktionärer Gesinnung, meint die SZ im Streit um "rechte" Räume. In der Zeit erzählt Maxim Biller von seiner Begegnung mit Viktor Jerofejew. Die Welt fürchtet einen filmhistorischen Vatermord am ehemals Neuen Deutschen Film. Wenn Abrechnung mit den Männern, dann nicht wie derzeit auf der Volksbühne, bittet die NZZ. Die Musikkritiker schlachten Madonna, die als alte Frau einfach weitermacht.
Medienticker
07.06.2019 Aktualisiert: Gemeinnütziger Journalismus - AKKs Vorwurf "Meinungsmache" & Klöckners Video oder das Unvermögen der Parteien - Youtube-Studie: Jung vs. Alt - Correctiv wehrt sich gegen Prozesswelle - Wendepunkt am Buchmarkt - Interview mit Mario Vargas Llosa - Lachen im Keller: Eine Ausstellung in Marbach - Michael Ende hat Dirk von Lowtzows Leben zerstört - Nachruf auf Dr. John + Pfingst-Hörtipps.
Bücherschau des Tages
07.06.2019 Wie ein "kleines Wunder" erscheinen der SZ Helene Cixous' ebenso schonungslose wie zarte Erinnerungen an den Tod ihrer Mutter. Außerdem liest die SZ Kinderbücher: So schöne Wasserbilder wie in Heinz Janischs "Die zweite Arche" hat man selten gesehen, meint sie. Die NZZ lernt Glück mit Marc Augé und Michel Serres. Dlf-Kultur empfiehlt Lucia Berlins Erinnerungen an die Fünfziger und verdankt Friederike Otto das "beste" Buch zum Klimawandel.
Samstag, 08.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
08.06.2019 Der Freitag staunt im New Yorker Museum of Art über Fetisch und Perversion alter Western-Plakate. "Habemus Volkstheater-Intendant", freut sich der Standard über die Wahl von Kay Voges, der das Haus zur digitalen "Factory für Theaterkunst" umbauen möchte. Aber bitte ohne "Spaßetteln" und Mut, ruft der Rest der Wiener. FAZ und FR klettern mit John Armleder in der Schirn auf überdimensionale Katzenkratzbäume. taz und Welt empfehlen die Neuentdeckung der Tagebücher Anne Franks. Und alle trauern um den Bluesmusiker Dr. John.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.06.2019 Der Guardian schreibt wieder schwarze Zahlen, und die SZ gibt daran Chefredakteurin Katharine Viner die Schuld, die nicht nur mutig, sondern auch sympathisch sei. Im Guardian selbst bemerkt Jonathan Freedland, dass Britannien keine konservative Partei mehr hat. Heinz Bude empfiehlt in der Welt den deutschen Sozialdemokraten, auch in Gerechtigkeitsfragen weniger Ich und mehr Wir. Die NZZ stutzt: Kann es sein, dass der Kapitalismus keinen Begriff von Profit hat? 25 Jahre nach dem Völkermord kennt Ruanda keine Tutsi und Hutu mehr, weiß die taz, sondern nur noch Sopecya, Dubai und Tingi Tingi.
Bücherschau des Tages
08.06.2019 Die FAZ erinnert sich dank Jan Novaks und Jaromir Svejdiks Graphic Novel "Tschechienkrieg" an Vergessenes aus der Widerstandsgeschichte gegen die kommunistische Diktatur in der Tschechoslowakei. Der Dlf blättert lieber in den Tagebüchern von Pavel Kohout, der intim und humorvoll an den Prager Frühling erinnert. Die SZ reist mit Geovani Martins durch brasilianische Favelas und findet Leseglück. Die taz begleitet mit Jana Simon sieben Menschen "Unter Druck". Und Dlf-Kultur entdeckt mit Richard Wrights "Sohn dieses Landes" den ganz großen US-Roman.
Dienstag, 11.06.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
11.06.2019 Schon wieder stehen heute Ärztinnen vor Gericht, weil sie auf ihrer Website über Schwangerschaftsabbrüche informieren. Schuld ist die SPD, ruft die Emma. Der in den USA vorbereitete Prozess gegen Julian Assange ist ein Anschlag auf die Pressefreiheit, warnt heise.de. Der Journalismusprofessor Jeff Jarvis ist sauer auf die New York Times, die in der Lobbyschlacht zwischen Verlegern und Plattformen einfach den Verleger-Standpunkt nachbete. Hätte es in Deutschland ein #MeToo gegeben, sähe es heute anders aus, meint Jagoda Marinic im Tagesspiegel.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.06.2019 In der Berliner Zeitung findet die Schriftstellerin Elif Shafak auf dem Istanbuler Friedhof der Geächteten Geschichte und Gegenwart der türkischen Gesellschaft. Auch ganz ohne Frauenquote setzten sich Frauen bei den Autorentheatertagen durch, freut sich die SZ. Die Welt wird nicht besser, nur weil drei Frauen drei Stücke von drei Frauen auswählen, giftet die FAZ. Theater ist ohnehin nicht mehr das, was es einmal war, seufzt Autorenverleger Karlheinz Braun in der Nachtkritik. Die taz blickt mit dem nüchternen Blick des Franco Zecchin auf die Brutalität des Mafiakrieges in Palermo.
Medienticker
11.06.2019 Aktualisiert: Russischer Investigativjournalist kommt frei - Verlage nutzen Facebook-Tracker & pfeifen auf die DSGVO + G20-staaten wollen eine Digitalsteuer - Digitale Spuren: Alexa-Abhörgesetz - Immer weniger Leser: Sibylle Berg versinkt dagegen in Büchern & Trend vom Lesen weg zum Vorlesen - Wer liest, zahlt: Trend zu mehr Paywalls geht weiter + Ironie? Seehofer schwadroniert über Gesetzestricks + Donald Duck wird 85.: Ente wie du & ich.
Magazinrundschau
11.06.2019 Tablet schildert das Dilemma der weißen Linken in den USA. La vie des idees präsentiert ein großes Dossier zum grassierenden Begriff der "Rasse". Stephen Holmes und Ivan Krastev analysieren in Eurozine die Angst vor der Diversität in Osteuropa. In Magyar Narancs sieht Agnes Heller schwarz für die ungarische Akademie der Wissenschaft. Die New York Review of Books liest, wie das Königreich Kongo einst Portugal die Zähne zeigte. Der Film-Dienst möchte an das Archivmaterial der Öffentlich-Rechtlichen.
Bücherschau des Tages
11.06.2019 NZZ und SZ lernen von dem britischen Historiker Keith Lowe, wie der Zweite Weltkrieg die Menschheit bis heute beeinflusst. Die FAZ liest derweil bei Andreas Petersen nach, wie Stalins Terror die spätere Führungsriege der DDR prägte. Die taz erliegt dem göttlich schimmernden Lächeln über Alina Bronskys "Der Zopf meiner Großmutter". Die Welt erklimmt mit Stan Lee einen bonbonbunten Mount Rushmore. Und Dlf-Kultur erfährt von Deborah Levy, was das Leben als Frau im 21. Jahrhundert kostet.
Mittwoch, 12.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
12.06.2019 Rene Pollesch wird wohl neuer Intendant der Volksbühne, melden die Theaterkritiker. Hyperallergic feiert in London die Moderne des marokkanischen Künstlers Mohamed Melehi und der Casablanca Art School. Der Observer freut sich schon auf die große Cindy-Sherman-Retrospektive mit all ihren großen Serien. Die bequeme Zeit der Ironie ist zu Ende, lernt die FAZ bei Jim Jarmusch. Die SZ besucht den Komponisten Louis Andriessen. Die taz hat die Nase voll von gängigen Diskursen an deutschen Theatern.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.06.2019 Italien ist ein Laboratorium der politischen Krise, schreibt der Politologe Francesco Grillo im Guardian, und es hat herausgefunden, dass Politik nicht ohne Bürger funktioniert. Auch die SZ fragt, was aus einer Demokratie wird, wenn der Common Sense dahin ist. Die Hongkonger dagegen sind laut Guardian heute vor allem auf eines stolz: "Hong Kong Core Values". Le Monde macht sich Sorgen um das von vielen Medien verfochtene Online-Abomodell, das zu stagnieren scheint. Und in der Welt verzweifelt Cis an Trans.
Medienticker
12.06.2019 Aktualisiert: KKRs Springer-Aktien-Übernahme & Wer führt künftig den Konzern? - Medienkritik: Vom BAMF-Politik- zum Presseskandal? - Grauzone: Whatsapp schränkt Massen-Nachrichten ein - Blendle: Micropayments für Journalismus funktionieren nicht - Russland: Reporter Golunow aus Arrest entlassen & Erneute Festnahmen von Journalisten - Zum Tod von Gerlind Reinshagen: Ästhetik der Gefühle - Anne Frank wäre heute 90 geworden + Aktuelle Buchcharts.
Bücherschau des Tages
12.06.2019 Dlf Kultur ist hin und weg von einem Kinderbuch, das der Kreativität des Malers Alexej von Jawlensky nachspürt. Die FAZ taucht mit Tracy Barone in das "Wilde Leben der Cheri Matzner". Die FR lernt mit Peter Godfrey-Smith den Kraken lieben. Die NZZ verneigt sich vor dem Witz und der feministischen Vitalität von Marlene Streeruwitz und ihrem Roman "Flammenwand".
Donnerstag, 13.06.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
13.06.2019 Das Humboldt Forum wird nicht dieses Jahr eröffnen: die Klimaanlage. An Berlin liegt's nicht, ruft die SZ und zeigt auf Seehofer. Warum lässt sich die Sinologie von China einschüchtern, fragt der Sinologe Andreas Fulda bei libmod.de. John Lanchaster erklärte es schon vor Jahren, jetzt belegt es auch der Digital News Report 2019: Der Mensch will nicht acht verschiedene Zeitungsabos, sondern eins, in dem er alle Zeitungen lesen kann. Und: Jürgen Habermas wird nächsten Dienstag 90 Jahre alt. Die Zeit hat ihm schon mal einen Strauß internationaler Gratulationen gebunden.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.06.2019 Theater-Berlin ist nach der Ernennung von Rene Pollesch zum Volksbühnen-Intendanten in Aufruhr: Der Pate kehrt zurück, meint der Tagesspiegel. Neuanfang sieht anders aus, rufen auch SZ und Zeit-Online. Die Entscheidung ist ein "Meilenstein der Theatergeschichte", findet indes die Berliner Zeitung. taz und SZ blicken in László Nemes "Sunset" auf den Vorabend des Ersten Weltkriegs zurück. Die FR reist mit zwölf internationalen Fotografen auf hohem Niveau verwirrt durch Israel und das Westjordanland. Die SZ öffnet mit der Krautpop-Band Von Spar eine Wundertüte.
Medienticker
13.06.2019 IVW-News-Top-50: Funke Medien NRW, SZ & tz gewinnen - Google verdient 4,7 Milliarden Dollar durch Publisher - Wie News junge Menschen auf Instagram erreichen & - Werbung bei Instagram & Co: Influencer-Gesetz geplant - Wie entwickelt sich Paid Content international? - CIGI-Studie: Internet schlittert- Prepper & Hasskommentare: Aus der Angst vor der Zukunft gespeist - ProSiebenSat.1 & Facebook:kooperieren + Ein Hörfunk-Gespräch mit Andreas Maier.
Bücherschau des Tages
13.06.2019 Die taz liest mit "Hingabe" einen Text von Patti Smith über die Leidenschaft für die Literatur und das Eistanzen. Die FAZ interessiert sich mehr für Kathrin Passigs Abrechnungen mit Bots, Netzliteratur und Twitter-Lyrik. Die SZ sonnt sich mit Vicente Valero bei einer Beerdigung auf Ibiza. Die NZZ blickt mit Ronald D. Gerste in die Geschichte der Krankheiten. Und Dlf-Kultur entdeckt mit Fernanda Melchor während der mexikanischen "Saison der Wirbelstürme" eine Hexe im Schilf.
Im Kino
13.06.2019 Agent M träumt seit ihrer Begegnung mit einem sußersüßen Außerirdischen davon, einer der "Men in Black" zu werden. Regisseur F. Gary Gray hat daraus ein buntes Allerlei angerührt, das zeigt: Auch Diversität kann ganz schön langweilig sein. Luis Ortega romantisiert und respektiert den Freiheitsdrang seines "Schwarzen Engels", des Serienmörder Carlos, bei dem alles Rhythmus und Musik wird.
Freitag, 14.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
14.06.2019 Der Guardian staunt, wie die Malerin Paula Rego einst mit schmutzigen, bösen Bildern die Legalisierung der Abtreibung in Portugal vorantrieb. Im Börsenblatt beklagt Iris Radisch eine Buchwelt, die sich mit Yoga statt Literaturkritik selbst demontiert. Die SZ lernt in Sao Paulo die Attraktivität dichter Städte kennen. In der Welt antwortet Matthias Heine seiner Zeit-Kollegin Jana Hensel, die sich bei Twitter ereiferte, nun gebe es ja gar keinen Ost-Intendanten auf "ostberliner ground": Es gibt ja auch kaum noch Theater auf West-Berliner-Grund. Und im Zeit-Online-Interview geht Jim Jarmusch mit sehr trockenen Zombies spazieren.
9punkt - Die Debattenrundschau
14.06.2019 "Non merci!", ruft die Chefredaktion von Le Monde in ihrem Editorial zur Perspektive eines britischen Premiers namens Boris Johnson. Und die Financial Times klingt fast noch zorniger. In der NZZ sinniert die ungarische Schriftstellerin Ágnes Czingulszki über ein Jugendbild von Viktor Orban. Man kann nicht Kinderrechte fordern und das Kopftuch für kleine Mädchen befürworten, schreibt Ahmad Mansour in der Welt. Heise.de fordert öffentlich-rechtliche soziale Medien. Und Karikaturisten protestieren gegen die Selbstzensur der New York Times, die sich keine Karikaturen mehr traut.
Medienticker
14.06.2019 Aktualisiert: No women, no news: Frauenstreik in der Schweiz - Digitalpakt: Milliarden-Verschwendung - Sachsen-Anhalt steigt bei Facebook aus - Warum Michel Foucault immer noch aktuell ist & Der vitale Rationalismus des Jürgen Habermas - Google muss keine Mail-Überwachung ermöglichen - Quoten-Boost für Rezo bei Böhmermann - Haus der Geschichte: nur noch westdeutsche Folklore? - 50 Jahre Verlag der Autoren + Als Marcel Proust sich duellierte & Jacques Offenbach zum 200. Geburtstag+ Wochenend-Hörfunk-Tipps.
Bücherschau des Tages
14.06.2019 Die FAZ reist mit Hsin-Mei Chuangs und Matthias Messmers Bildband zu den Grenzen Chinas und lernt ein Land hinter dem gängigen Narrativ kennen. Mit Roman Yos taucht sie ein in die Gedankenwelt des jungen Habermas. Die NZZ sucht mit Johann Jakob Scheuchzer nach Riesen in den Alpen. Berührt liest der Dlf Sorj Chalandons Roman über das Grubenunglück in Liévin. Und Dlf-Kultur lernt "Digitale Ethik" mit Sarah Spiekermann.
Samstag, 15.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
15.06.2019 In der SZ kritisiert Horst Bredekamp eine "extreme Ethisierung der Kultur". Auch René Pollesch hält in der SZ nicht viel von politischer Korrektheit, wenn sie nur als "Marketingtool" dient. Ein Verlag ist kein Gleichstellungsbeauftragter, entgegnet die Literarische Welt jenen, die sich über den geringen Frauenanteil in Rowohlts Herbstkatalog ereifern. Die Musikkritiker lauschen in Bruce Springsteens neuem Album einem Melancholiker, der sich nach dem Trump-Schock in die innere Migration zurückgezogen hat.
9punkt - Die Debattenrundschau
15.06.2019 Peter Schäfer, der Direktor des Jüdischen Museums, tritt zurück: taz und FAZ sind irgendwie einig, dass BDS-freundliche Tweets politisch nicht auf Linie sind. In der NZZ denkt Pascal Bruckner über die zunehmende Grausamkeit der Liebe nach. Als karlsruhisch provinziell entlarvt die Welt den Hochmut der Intellektuellen gegen Jürgen Habermas. Im Guardian fragt Fintan O'Toole, warum die Briten eigentlich so auf dem Gefühl der Demütigung herumreiten.
Bücherschau des Tages
15.06.2019 Ehrfürchtig liest die SZ Michel Foucaults asketisch gelehrsamen Text "Die Geständnisse des Fleisches", der postum als vierter Band von "Sexualität und Wahrheit" herausgekommen ist. Dlf und DlfKultur feiern die traumhafte Leichtigkeit, mit der Jose Eduardo Agualusa von der "Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer" erzählt. Die NZZ feiert Ursula LeGuins brillanten "Erdsee"-Zyklus, auch wenn er der Sci-Fi-Autorin selbst später nicht feministisch genug war. Die Welt liest staunend die Autobiografie des blinden Galeristen Johann König. Die taz lässt sich vom Astrobiologen Lewis Dartnell erklären, "wie die Erde uns erschaffen hat". Und die FAZ verschlingt Pferdebücher.
Montag, 17.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
17.06.2019 Zeit Online erlebt auf der Art Basel mit dem saudischen Künstler Abdulnasser Gharem, wie der Journalist Jamal Khashoggi zu Beethovens siebter Sinfonie ermordet wurde. Die taz zieht sich in Bern lieber mit gigantomanischen Insekten in die Beichtstühle der Amelie von Wulffen zurück. Die FAZ beobachtet mit Grauen, wie in Usbekistan Denkmäler zerstört und für frei erfundene Monumentalbauten ersetzt werden. Die SZ sucht Strandlektüre und greift zum Porno. Und alle trauern um den italienischen Regisseur Franco Zeffirelli.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.06.2019 Nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat die Polizei einen Rechtsextremisten verhaftet. Die FAZ würde gern auch den ganzen sympathisierenden Schwarmextremismus hinter Gitter sehen. In der SZ attackiert der Soziologe Jessé de Souza die koloniale Elite, die Brasilien ausbeute wie einst die Belgier den Kongo. Im Tagesspiegel sieht Michael Wolffsohn in der Universalisierung der deutschjüdischen Geschichte vor allem eine Entjudaisierung. Auch zehn Jahre nach dem Tod von Ralf Dahrendorf wehren sich die Deutschen noch immer gegen die westliche Moderne, seufzt die NZZ.
Medienticker
17.06.2019 Aktualisiert: Schweigen über ein journalistisches Versagen - Innenministerium will keine Verschlüsselungsverbote - "KI ist kaputt", meint Sophie Searcy - Postcasts: Nerds, denen Apple zuhört -Wie junge Abgeordnete Social Media (nicht) nutzen & Rezo, ein Habermasianer - Was von der DDR-Sprache übrig blieb - Negativ-Preis: "Verschlossene Auster" für Bayer. Staatsregierung - Gespräch mit Doron Rabinovici & ein Interview mit Jeremy Corbyn über Joyces "Ulysses" + Rowohlts Männerwelt: Im Zweifel für die Literatur.
Magazinrundschau
17.06.2019 La vie des idées fragt, ob der Staat rassistisch sein kann oder eher seine Institutionen diskriminierend. Le Monde diplomatique erkundet die Ökonomie der Migration im Niger. Überwachen und Ausbeuten funktioniert aber auch mit Shared Workspaces ganz gut, weiß das New York Magazine. 168 ora steht fassungslos vor der Zerstörungswut der ungarischen Regierung. The Nation spürt dem amerikanischen Liberalismus nach. Die LRB revidiert mit Sibylle Lacan die Imago ihres Vaters. Und die New York Times erinnert an das Feuer bei Universal, das Masteraufnahmen von Duke Ellington bis John Coltrane verschlang.
Bücherschau des Tages
17.06.2019 Die SZ zieht sich mit Lawrence Osborne für den Sommer auf die Insel Hydra zurück und erkennt, "Welch schöne Tiere wir sind". Außerdem ackert sie sich durch ein ganzen Stapel Bücher zu deutschen Krisen und empfiehlt besonders David Goeßmanns radikalen Blick auf die "bedrohte Republik". Die FAZ lauscht auf einem neuen Hörbuch den verschiedenen Stimmen der Annie Ernaux. Der Dlf begegnet mit Kamel Daoud einem "Oskar Matzerath der algerischen Wüste" und lernt von Ludwig Fischer zeitgenössisches Nature Writing. Und Dlf-Kultur reist mit Erika Fatland einmal rund um Russland.
Dienstag, 18.06.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
18.06.2019 Der Mord an dem Kasseler Politiker Walter Lübcke wirft neues Licht auf den Rechtsterrorismus in Deutschland. Immer noch gibt es hier eine Asymmetrie der Wahrnehmung, konstatiert die taz. Die SZ thematisiert die Unterwanderung einiger Polizeibehörden durch Rechtsextreme. Dlf Kultur erzählt eine Geschichte des Rechtsterrorismus in Deutschland. Und t-online.de fragt, warum der hessische Verfassungsschutz eine Akte für 120 Jahre sperrt. Außerdem: Alle Feuilletons gratulieren Jürgen Habermas zum Neunzigsten.
Efeu - Die Kulturrundschau
18.06.2019 FAZ und Libération ergreift ontologischer Schwindel, wenn sie mit Marguerite Duras die Verlassenheit des Menschen in Paris und den Höhlen der Steinzeit erkunden. Die NZZ bewundert, mit welcher Grazie der große graue Elefant in Basel seine Augen öffnen und schließen kann. In der NZZ pocht auch Elif Shafak auf ihr Recht, schamlos und unanständig zu schreiben. Die SZ freut sich über den schmutzigen Klang der Compilation-Reihe "Nigeria 70". Und ZeitOnline leistet sich eine Cordjacke.
Medienticker
18.06.2019 Aktualisiert: Friedenspreis für Fotograf Salgado - Moralität & Sittlichkeit oder Was Intellektuelle ausrichten können erforscht Eva Menasse - USA: Trump wirft New York Times Hochverrat vor - Sprachlosigkeit: Berichterstattung über Rechtsextremismus - Digitale Transformation: Herausforderungen für die Buchbranche - Literatur im Internet & Die Belletristik hat sich angepasst + Iris Radisch zur Situation der Literaturkritik & ödes Zielgruppendenken.
Bücherschau des Tages
18.06.2019 Die FR liest bewegt, wie Davide Enia die Helfer und Retter von Lampedusa zu Wort kommen lässt. Die FAZ freut sich über die Wiederentdeckung von André de Richauds Roman "Der Schmerz", der von einer Jugend unter Besatzung erszählt. Fesseln lässt sie sich auch von Minna Rytisalos Weltkriegsroman "Lempi, das heißt Liebe". Der DlfKultur begibt sich mit Elisabeth Plessen zur postaristokratischen Familienaufstellung. Und die taz erinnert sich mit Beat Steffan an das Schaffen des Wiener Universalkünstlers Emil Pirchan.
Mittwoch, 19.06.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
19.06.2019 Der Mord an Walter Lübcke dominiert die Medien nach wie vor: Der CDU-Politiker Peter Tauber attackiert in der Welt die einstige Parteigenossin Erika Steinbach - und er verlangt eine Aberkennung der Grundrechte für jene, die gegen die Grundrechte agitieren. Zeit online hofft, dass der Mord an Lübcke zumindest eine Wende in der Wahrnehmung des Rechtsextremismus bewirkt. Unterdessen steuert Britannien auf den Brexit zu: Und die meisten Konservativen wären bereit, auf Nordirland oder Schottland zu verzichten, um ihn zu verwirklichen, hat eine Umfrage bei yougov.co.uk herausgefunden.
Efeu - Die Kulturrundschau
19.06.2019 Der Friedenspreis geht in diesem Jahr an Sebastião Salgado. ZeitOnline feiert den Brasilianer als den großen Humanisten unter den Fotografen, die Welt sieht in ihm eher einen Theatraliker. Der Guardian hat keine Lust mehr auf Sommerfeste im Pavillon der Serpentine Gallery. Die NZZ beobachtet, wie die Kasseler Museen junge und migrantische Besucher erschließen. In der SZ plädiert Charlotte Krafft für mehr romatische Ironie. In der taz plaudert die Fotografin und Punk-Chronistin Roberta Bailey über ihre Zeit mit den Ramones.
Medienticker
19.06.2019 Aktualisiert. Cover-Check: Spiegel auf 12-Wochen-Hoch, stern fällt auf Minusrekord - Internetkultur: Partizipationskultur statt Expertokratie - Falschnachrichten & Panikmache: WhatsApp will Newsletter kicken - Mit Poesie überleben oder Sprache im digitalen Zeitalter - Zensur findet doch statt (sic!): Verbannte Bücher in US-Bibliotheken - Youtube: Schlupflöcher für Braunes & Youtube sperrt bayerische Info-Seite gegen Rechtsextremismus - Der Boom der Audios steht gerade erst am Anfang + Inakzeptablen Angebote: dpa-Warnstreik.
Bücherschau des Tages
19.06.2019 Wehmütig blickt die Zeit mit Jutta Person auf die Korallen und mit dem Ethnologen Hans-Jürgen Heinrichs auf die verlorene Leichtigkeit der Sprache zurück. Die Nostalgie des "leidensstolz" durch Rom pilgernden Simon Strauss ist ihr dann aber doch zu dick. Die NZZ verdankt Rachel Kushner ein "Manifest der Menschlichkeit" von Dostojewski'scher Wucht. Die FAZ kürt ein neues Standardwerk für die mittelalterliche Literatur Europas. Und Dlf-Kultur flaniert mit David Hockney beschwingt durch die Kunstgeschichte.
Donnerstag, 20.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
20.06.2019 Tagesspiegel und FR verneigen sich vor Alexander Kluge und dem philippinischen Regisseur Khavn De La Cruz, die mit ihrem Film "Happy Lamento" das Kino revolutionieren. Die taz lernt beim Impulse Theater Festival, wie "Angsträume" das Image einer Stadt prägen. Kunst ist nicht global, beharrt die NZZ. Und im monopol-magazin ärgert sich die Amerikanistin Mita Banerjee über die Indianer-Klischees der Karl-May-Festspiele.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.06.2019 Heute trifft sich der Europäische Rat, um den EU-Kommissionspräsidenten zu küren: Wählen Sie nicht Manfred Weber, denn der hat den Abbau der Demokratie durch Viktor Orban gerechtfertigt, ruft Timothy Garton Ash im Guardian. Die grauenhaften Zustände in Flüchtlingslagern werden von der EU absichtlich herbeigeführt, sagt Jean Ziegler in der FR. Cicero und Spiegel online fragen, wie sich Rechtsextreme radikalisieren. Emma.de findet es nicht so gut, dass eine Kölner Ausstellung über den Niqab im Namen "Interkultureller Impulse" subventioniert wird.
Medienticker
20.06.2019 AGF will Kampagnen plattformübergreifend messen - Kryptowährung: Facebooks Libra in der Kritik - Die besten Netzangebote: Grimme Online Award 2019 - Bahrain: Verschärftes Vorgehen gegen Exil-Blogger - Johnson & Trump: Alt & weiß und ohne Drang zur Wahrheit - Merkels Zitteranfall in den Medien - Digitalradio: Beendigung von DAB+ gefordert - Ist Deutsch zu kompliziert? Leichtere Sprache gefordert - Stiftung Buchkunst: Die 25 schönsten Bücher & Buchcharts.
Bücherschau des Tages
20.06.2019 Die NZZ erklimmt mit Gerhard Falkner den Höhepunkt seines Schaffens und bewundert die Schönheit von Nachtigall und Kormoran. Angetan lauscht sie auch Fritz Pleitgen und Michail Schischkin, wenn sie in "Frieden oder Krieg" über Russland diskutieren. Dlf-Kultur streift mit Pierre Lemaitre durch das Paris der Zwanziger und mit Antonio Ortuno durch ein von Drogen, Korruption und Gewalt geprägtes Mexiko.
Freitag, 21.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
21.06.2019 Fassungslos blickt die SZ nach Norwegen, wo die Frau des FRP-Justizministers Tor Mikkel Wara ein besonders perfides Theaterstück inszenierte. Tagesspiegel und Zeit Online tanzen mit Xaver Cylophon und sinistren Hexen traumverloren durch Berliner Nächte. Hyperallergic kühlt sich ab im arktischen Eis der Lorna Simpson. Und die FAZ erkennt die "unsägliche Vulgarität" des Harvey Weinstein in John Malkovich.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.06.2019 Peter Sloterdijk meint, man solle es mit Warnungen vor Antisemitismus nicht übertreiben, sonst drohe eine "selbsterfüllende Prophezeiung". Die Jüdische Allgemeine staunt. Time geht in einer Reportage dem Antisemitismus in Europa nach. Neunetz fragt, was es mit "Libra", der Kryptowährung von Facebook auf sich hat. In der SZ möchte der Soziologe Jan-Hendrik Passoth die Infrastruktur fürs Internet nicht mehr den Amerikanern überlasse. Der neue Kommissionspräsident der EU soll eine Frau sein, fordern Autorinnen in der FR.
Medienticker
21.06.2019 Aktualisiert: Wibke Bruhns ist tot - Axel Springers Börsenrückzug nur auf Zeit? - Journalismus auf Instagram: Nachrichten aus der WG-Küche - Rutger Bregmans Utopien für Realisten - Buchhandel: Börsenverein mit neuer Chefin - Onlinehandel: Sortimenter werden zu Zombies - Dumme Fehler: Wie Medien mit Fehlern umgehen sollten - Friedrich Kittler: Verkanntes Genie - Schauspieler-Romane + Wochenend-Hörfunk-Tipps.
Bücherschau des Tages
21.06.2019 Die FAZ testet mit Michel Carrouges' Duchamp-Monografie eine "Junggesellenmaschine". Die SZ erfährt von Johann König wie man trotz Blindheit zum Star-Galeristen wird. Die FR lauscht in Wulf Kirstens "Erdanziehung" dem Wachsen des Grases. Der Dlf setzt indes mit dem Astrophysiker Ben Moore zum Mondflug an. Die taz staunt, wie nüchtern Violaine Huisman die manische Depression ihrer Mutter beschreibt. Und Dlf-Kultur lernt bei Luiz Ruffato das Elend brasilianischer Provinzen kennen.
Samstag, 22.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
22.06.2019 Die SZ probiert Entwürfe von Mary Quant an und erkennt wehmütig, wie avantgardistisch London einst war. Im Monopol-Magazin beklagt Rasmus Stenbakken den neuen Puritanismus. Literatur macht uns nicht unbedingt menschlicher, glaubt Teju Cole in der Literarischen Welt. Der Tagesspiegel feiert den Fünfzigsten des Neuen Berliner Kunstvereins mit John Bock in den Köpfen zweier Mörder. Und die Nachtkritik beerdigt mit Schorsch Kamerun an der Volksbühne das Bauhaus.
9punkt - Die Debattenrundschau
22.06.2019 In der NZZ dekonstruiert Hans Ulrich Gumbrecht mit Hélène Cixous, Donna Haraway oder Judith Butler das Stereotyp vom wütenden weißen Mann. Im Guardian beobachtet Evgeny Morozov, wie Facebook Schrödingers Katze auf das globale Finanzsystem loslässt. In der Financial Times beschreibt Simon Kuper, wie Oxford seit Jahrzehnten Politiker hervorbringt, die sich nicht für Politik interessieren. Die taz fragt, warum die CDU so verhalten auf die Ermordung Walter Lübckes reagiert. Und die SZ tippt ihre Zehenspitzen in die Melancholie.
Bücherschau des Tages
22.06.2019 SZ und Welt stolzieren mit Simon Strauß durch Rom: Die Welt ächzt unter dem Bildungsballast, die SZ fragt: Will da jemand der nächste Friedrich Schlegel werden? Lieber noch zieht die SZ mit Willy Vlautin und einem feinen Typen durch die amerikanische Provinz. Die taz erkennt die Aktualität von Vivian Gornicks Emanzipations-Klassiker "Meine Mutter und ich" und spürt mit Cornelia Koppetsch dem Rechtspopulismus im globalen Zeitalter nach. Die FR lacht herzhaft über Jörg-Uwe Albigs Neue Rechte auf Burg "Zornfried". Und der Dlf preist die Leichtigkeit und den Furor in Anthony Burgess' erstem Roman "Jetzt ein Tiger".
Montag, 24.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
24.06.2019 Ich bin eine "avancierte Lösung", sagt René Pollesch in der FAZ und erklärt, wie er sich quotierte Diskussionen vorstellt. Der Standard weiß, wie in Russland Restitutionsklagen abgewehrt werden: Putin macht die Kläger einfach selbst zu Russen. Ebenfalls im Standard fleht Franz Josef Czernin um Kritiker-Nachsicht mit sensiblen Autorenseelen. Die SZ tanzt in Fiston Mwanza Mujilas "Tram 83" mit fünf Dragqueens und den Gespenstern des Kolonialismus. Und Zeit Online entdeckt ein neues Genre: die deutsche Diskurskomödie.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.06.2019 Großer Jubel in Istanbul: Ekrem Imamoğlu gewinnt haushoch die Bürgermeisterwahlen und verabreicht Präsident Erdogan eine historische Niederlage. ZeitOnline schöpft wieder Hoffnung, dass Demokratien nicht so leicht totzukriegen sind. Wenn Politik keine Rolle mehr spielen soll, zählt der Charakter, reibt der Guardian dem ausgerasteten Boris Johnson unter die Nase. In der FAZ erklärt Mona Sloane, wie KI als Medium der sozialen Organisation Diskriminierung verstärkt.
Medienticker
24.06.2019 Aktualisiert: Über automatische Literaturkritik - Native Advertising: Erkundungen in den Grauzonen der Medienwirtschaft - Europäische digitale Selbstbestimmung: Die Macht von Google & Facebook gefährdet den demokratischen Diskurs - Rahel Jaeggi erklärt, warum wir Kritische Theorie heute brauchen, erklärt - Über Walter Benjamin & seine Quellen - Bachmannpreis ante portas: Kathrin Passig über Laienherrschaft in Klagenfurt & Felix Philipp Ingold über Literaturpreise als Motor des Literaturbetriebs + Rückblick: Jazzbaltica 2019.
Magazinrundschau
24.06.2019 Die NYRB fragt, ob es in den USA Konzentrationslager geben kann. Die Ausbeutung afrikanischer Migranten, beobachtet der Guardian, läuft jedenfalls in Kalabrien wie geschmiert. El Pais und El Faro erkunden die Südgrenze von Mexiko. Atlantic findet heraus, dass Flug MH370 aus dem Cockpit heraus zum Absturz gebracht wurde. Der New Yorker erkundet den Macronismus. Aktualne beobachtet das Erwachen der tschechischen Bürgergesellschaft. La vie des idées fordert, Notre Dame als gotische Kathedrale zu rekonstruieren und nicht als romantisches Gemälde. Und die Paris Review bringt eine Eloge Italo Calvinos auf Natalia Ginzburg.
Bücherschau des Tages
24.06.2019 Die NZZ lernt bei Friederike Hausmann die menschlichen Seiten der vermeintlichen Giftmörderin und femme fatale Lucrezia Borgia kennen. Die SZ lässt sich von Moritz Baßler und Heinz Drügh für die ästhetische Würde von Konsum begeistern und von Hazel Rosenstrauch den missachteten Mann der Dorothea Schlegel vorstellen. Die FAZ fürchtet sich mit Martina Wildner vor sprechender Kresse und freut sich diebisch, wenn Hank Green die Welt der Youtuber entzaubert. Und Dlf-Kultur setzt mit Bernard E. Harcourt zur Gegenrevolution an.
Dienstag, 25.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
25.06.2019 Im Guardian lässt sich das queere Kunstkollektiv Ediy nicht so schnell von Jair Bolsonaro aus Sao Paulo vertreiben. Die taz reist mit Antoine d'Agata quer durch die betongraue französische Provinz, wo nur noch die Gelbwesten für Farbe sorgen. Der Standard fragt: Wieviel Bachmann steckt eigentlich im Bachmannpreis? Im Filmdienst hofft Susanne Heinrich, dass ihr Film "Das melancholische Mädchen" geleakt wird. Die FAZ frisst sich mit Eric Carle durch das Werk der Fauvisten.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.06.2019 Die taz feiert Istancool. In der FR attestiert Eva Illouz der Linken in Sachen Israelkritik eine fundamentale Verwirrung. In der SZ verurteilen die Historiker Tobias Rupprecht und Dora Vargha die feindliche Übernahme des ungarischen 1956-Instituts durch das Veritas-Institut. Im Guardian wirft Boris Johnsons früherer Chefredakteur Max Hastings seinem einstigen Brüssel-Korresponten Verachtung der Wahrheit vor. Die NZZ revidiert unser Bild indianischer Amerikaner. Und Netzpolitik weiß: Seit der Europawahl spielt die Musik auf Instagram.
Medienticker
25.06.2019 Regierungszensur: Internet-Blockaden nehmen zu - Buchhandel: Das Neue ist längst da & Der Buchmarkt ist schlimmer als die Bundesliga, meint Sigrid Löffler - KI: Wenn der Salatkopf vom Online-Händler kommt - Medienberichte: Zu niedrige Zahlen über rechte Gewalt - Tagesspiegel: Lokaljournalismus per Newsletter - Foulen im Kampf gegen grüne "Mainstream-Medien" - Glaubwürdigkeit: Wikipedias gekaufte Wahrheiten - Hier haben wir den Bachmann-Salat! - Schreiben: Franz Josef Czernins Utopie vom Glück.
Bücherschau des Tages
25.06.2019 Die FAZ begibt sich in Jean Gionos knackig-frischem Roman "Ein Mensch allein" von 1947 auf eine mysteriöse Bergtour. Die SZ taucht mit Isaac B. Singer ab in die Warschauer Unterwelt des Jahres 1911. Zum Glück nimmt sie noch einen prächtigen Band mit Karten und Zeichnungen aus den letzten 1500 Jahren mit. Der Dlf möchte dank Wolfgang Meyer-Hentrich lieber keine Kreuzfahrten mehr unternehmen. Verstört blickt er mit Jorge Zepeda Pettersons "Milena" auch in das Netzwerk des weltweiten Frauenhandels. Und Dlf-Kultur rettet Wimperntierchen und Wurzelfüßer mit Florian Schwinn.
Mittwoch, 26.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
26.06.2019 Die Schweiz möchte sich lieber nicht mit ihrer Rolle in der Kolonialära beschäftigen, stellt die SZ nach einem Besuch in Basel fest. Der Guardian entdeckt in London die Traurigkeit der Cindy Sherman im Schweinekostüm. Tagesspiegel und Standard goutieren verhalten die überraschend junge Auswahl der Bachmannpreis-Teilnehmer. Theater sollen keine Besserungsanstalten sein, sagt Barbara Frey in der NZZ. Der Nachtkritik gefällt das. Und in der SZ träumt Markus Söder beim Filmfest München jetzt doch von YouTubern.
9punkt - Die Debattenrundschau
26.06.2019 Auf ZeitOnline denkt Georg Seeßlen über den politischen Mord nach, der stets auf die Selbstzerstörung einer Gesellschaft ziele. In der FAZ meint der Historiker Hanno Loewy, jüdische Geschichte sei eine Geschichte der Beziehungen, nicht der Denkverbote. Die NZZ erklärt Diversity-Management als betriebswirtschaftliche Strategie der Profitsicherung. Nicht nur im Sudan, auch in Myanmar wurde den Menschen das Internet gekappt, berichten SZ und taz. Libération blickt auf die seit einem Monat anhaltenden Proteste in Honduras.
Bücherschau des Tages
26.06.2019 Die SZ staunt, wie farbenfroh und frisch Mich Vraa von der Kolonialzeit der Dänen erzählt. Die taz schaut mit Marlene Streeruwitz in Stockholmer Abgründe. Der Dlf liest Shen Fus "Aufzeichnungen aus einem flüchtigen Leben" in der Qing-Dynastie. FAZ und FR testen die Grenzen ihres Wissens mit den Kognitionswissenschaftlern Steven Sloman und Philip Fernbach. Und Dlf-Kultur erliegt der "magischen Schönheit" von Subjekt, Prädikat und Objekt in Helene Bukowskis Roman "Milchzähne".
Donnerstag, 27.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
27.06.2019 Kosmisch und intensiv finden die Filmkritiker Carlos Reygadas Western "Nuestro Tiempo" über die offene Beziehung eines Stierzüchterpaares. In der Zeit malt ein zutiefst beleidigter Neo Rauch seine Kritiker mit Kot und Hitlergruß. Die NZZ erinnert an den schwarzen Hollywood-Architekten Paul Williams, der seine weiße Kundschaft mit Taschenspielertricks von seiner Hautfarbe ablenkte. In der taz erzählt der polnische Regisseur Michal Borzuch, wie Kirche und Regierung in Polen HIV-Prävention verhindern. Und Zeit Online blickt in die Hölle von Klagenfurt.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.06.2019 Auch Deutschland hat jetzt seinen Karikaturenstreit: Die Emma-Zeichnerin Franziska Becker soll zum Ärger ihrer Gegnerinnen die Hedwig-Dohm-Urkunde erhalten. Alice Schwarzer fragt auf Emma, was an der Kritik reaktionärer Religionen rassistisch sein soll. Nach dem Geständnis des Rechstextremisten Stephan Ernst herrscht Erleichterung, die SZ will jetzt nur noch die Anschlagsserie von Berlin-Neukölln aufgeklärt sehen. FAZ und SZ erkunden, was von Anonymas Tagebüchern bleibt, die einst mit Schilderung des Berliner Kriegsalltag Furore machte. Und die Berliner Zeitungen melden: Das Schloss wird erst mit dem Flughafen eröffnet.
Medienticker
27.06.2019 Aktualisiert: Vertrauensbruch in der SZ-Chefredaktion - Hysteriker in Konzert & Theater - Datenschutzgrundverordnung: Ein laufender Prozess - Zum Auftakt des Bachmann-Preises Clemens J. Setz' Botschaft an die Rechtspopulisten - "Ich lebe, wie ich lese. Ich lebe durch Lesen": Bazon Brocks Bücherliste, mit der man die Moderne versteht & Wie Gershom Scholem moderne Literatur gelesen hat - Buchgroßhändler gerettet: Zeitfracht übernimmt KNV - Chinesische Zensur: Wie Peking unliebsame Verleger mürbe macht + Aktuelle Buchcharts: Belletristik & Sachbücher.
Bücherschau des Tages
27.06.2019 Die FAZ folgt Maria Duenas gebannt durch das Little Spain der dreißiger Jahre in "Eine eigene Zukunft". Die SZ erkundet mit Benjamin Balint die verworrenen Wege des Kafka-Nachlasses. Die NZZ amüsiert sich prächtig mit Billy Wilder und Cameron Crowe. Die Zeit reist mit Patrick Deville durch ein Frankreich zwischen Kolonialgeschichte und Gelbwesten. Und Dlf-Kultur legt sich mit Maylis de Kerangal und einer ganzen "Welt in den Händen" an den Strand.
Freitag, 28.06.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
28.06.2019 Im Monopol-Magazin wirft Philipp Oswalt der Stiftung zum Aufbau der Potsdamer Garnisonkirche Geschichtsklitterung vor. Die Theaterkritiker raufen sich die Haare: Das Opernpublikum verlangt nach Pomp und Tradition statt Innovation, beobachtet die SZ, das Festival Theaterformen schickt sein Publikum mit Gestrüpp in den Händen durch Hannover zum Sitzkreis in eine Hinterhof-Moschee, seufzt ebenfalls die SZ, immerhin dem Broadway geht's prächtig, weiß die Nachtkritik. Und der Freitag entdeckt die Netflix-Alternative für Sozialisten.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.06.2019 Die Jüdische Allgemeine veranstaltet ein Pro und Contra zur Frage, ob nach dem Rücktritt Peter Schäfers der Pluralismus im Jüdischen Museum Berlin in Gefahr sei. Nicht der Berliner Senat ist Erfinder des Mietendeckels, sondern Adolf Hitler, schreibt Hubertus Knabe in seinem Blog: Und die DDR führte ihn in die Konsequenz. Wladimir Putin attackiert Angela Merkel in der Financial Times als obsolete Liberale und erweist sich mal wieder als zuverlässiges Sprachrohr der Rechtsextremen.
Medienticker
28.06.2019 Aktualisiert: Türkei: Verfassungsgericht rehabilitiert Deniz Yücels - Öffentlich-Rechtliche wollen drei Milliarden Euro mehr - Fake News auf Staatskosten - Saudi-Arabien: 30 Journalisten in Haft - Sasa Stanisic schreibt Deutsch-Abi über eigenen Roman - 50 Jahre Verlag der Autoren: Wim Wenders zieht seinen Hut - Grenzen der Satire beim MDR - Bachmannpreis live & Was Dichter von Wrestlern lernen können, weiß Clemens Setz + Wochenend-Radiotipps.
Bücherschau des Tages
28.06.2019 Die SZ lernt von Heinrich Detering, wie man rechtes Gerede mit literaturwissenschaftlichen Mitteln aufspießt. Ein wenig Distanz zum Staat ist heilsam, erfährt die NZZ bei James C. Scott und geht bei Rot über die Straße. Die FAZ plant mit Bernard E. Harcourt lieber nicht die "Gegenrevolution". Die FR begibt sich mit Erika Mann auf Agentenjagd nach Mr. X. Und Dlf-Kultur blickt mit Marc Augé nicht gerade rosigen Zeiten entgegen.
Samstag, 29.06.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
29.06.2019 Wer wundert sich, dass Wladimir Putin den Liberalismus für obsolet erklärt? Putin ist ein Warlord, der Hunderttausende Tote auf dem Gewissen hat, bringt Natalie Nougayrède im Guardian in Erinnerung. Aus zwei Städten kommt Hoffnung: Ma Jian schreibt ebenfalls im Guardian eine Hymne auf die Hunderttausende Hongkonger, die für ihre Freiheiten kämpfen. Und Zafer Senocak feiert in der Welt die Wiederauferstehung Istanbuls.
Efeu - Die Kulturrundschau
29.06.2019 Die Opernkritiker feiern eine betörend geile, coole und alterslose Marlis Petersen als "Salome" bei den Münchner Opernfestspielen. Was die Strauss-Oper mit dem Holocaust zu tun hat, kann ihnen Regisseur Krzysztof Warlikowski allerdings nicht klar machen. Die Vogue feiert die fantastische Madrider Ausstellung "Balenciaga und die spanische Malerei". In der Literarischen Welt sucht Karl-Heinz Bohrer vergebens nach Stil und Form in der Gegenwartsliteratur. Der Standard hört altbewährt verquere Beats im Dreizehnsiebteltakt von Thom Yorke. Wer hat Angst vor dem camel toe, fragt die NZZ.
Bücherschau des Tages
29.06.2019 Die FAZ reist mit Emilia Smechowski durch das gespaltene Polen. Die FR reflektiert mit Eric Hobsbawm noch einmal das "Kurze 20. Jahrhundert". Die SZ begibt sich mit europäischen Lyrikern auf "Grand Tour". Der Dlf Kultur amüsiert sich mit Dag Solstads Roman "T. Singer" über einen Mann, der alles versucht, um möglichst unauffällig zu sein.