Freitag, 01.06.2012
Heute in den Feuilletons
01.06.2012 Chinesische Intellektuelle sind zu staatstreu, meint Wei Zhang in der NZZ. In der Welt erzählt "Lyndon B. Johnson"-Biograf Robert Caro, was seine Zuhörer nicht hören wollen. Die taz porträtiert den chinesischen Künstler Yan Jun. Hätten die Spanier 1492 nicht die Mauren und Juden vertrieben, wüssten sie heute, was Arbeit ist, meint die SZ. Blogger Matthias Kuentzel findet es beschämend, wie wenig Solidarität der iranische Rapper Shahin Najafi hierzulande erfährt. Reinhard Karger versichert in der FAZ den Künstlern: Der Bürger ist grundsätzlich fair.
Bücherschau des Tages
01.06.2012 Die SZ setzt sich mit zwei Widerstandkämpfern gegen den Nationalsozialismus auseinander: Hans Scholl und Peter Yorck von Wartenburg. Die FAZ freut sich über eine Neuübersetzung von Vita Sackville-Wests "Frau von vierzig Jahren" von vor achtzig Jahren.
Medienticker-Archiv
01.06.2012 Die Ignoranz der Spötter: Konstantin Sakkas über die Kritik an Günter Grass - Führungswechsel: Bei der Berliner Zeitung und FR, Daily Mirror und Sunday Mirror feuern Chefredakteure - "Achtung, ihre Suche könnte zensiert werden!": Google China jetzt mit Warnmeldungen - Sorgen: Deutscher Bühnenverein fürchtet um Vielfalt in der Theaterszene + Die Verfertigung von Literatur beim Reden: Peter Kurzeck erinnert sich wie gedruckt.
Karikaturen und Cartoons
01.06.2012 Heute: Altbekanntes und Betroffenheit
Montag, 04.06.2012
Heute in den Feuilletons
04.06.2012 Die NZZ verliebt sich in ein paar Schuhe, die nicht von dieser Welt sind und darum in London ausgestellt werden. Der Schweizer Monat interviewt Götz Aly, der gestern den Börne-Preis erhielt und von den Zeitungen (manchmal leicht säuerlich) gewürdigt wird. Gegen defätistische Töne aus der SZ verteidigt Springer-Lobbyist Christoph Keese in seinem Blog weiter die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht für Zeitungen. In der FAZ am Sonntag attackieren Ilija Trojanow und Juli Zeh sehr scharf die Autoren des Urheber-Aufrufs. Der Tagesspiegel torkelt trunken aus den Darbietungen des Berliner Klavierfestivals.
Bücherschau des Tages
04.06.2012 Der Montag gehört den politischen Büchern: Sehr einleuchtend findet die SZ, wie Wolfgang Kraushaar in "Aufruhr der Ausgebildeten" die Protesbewegungen unserer Zeit analysiert, von Occupy bis zum arabischen Frühling. Die FAZ befasst sich mit der Rolle der Gewalt bei den Umbrüchen von 1989. Außerdem imponiert ihr Nick Hayes Mut, S.T. Coleridges "Ballade von Seemann und Albatros" zu illustrieren.
Medienticker-Archiv
04.06.2012 Günter Wallraff: Verkleidungskünstler und Volksaufklärer - Die neue GEZ: Service statt Schnüffelei - TV-Reichweitenmessung: Neue Medien, neue Quoten - EM: Rainer Moritz über das Fußballgeschäft des Buchhandels - Minus: Netzwerk Recherche spürt Skandalfolgen - Hintergründe zum Chefredakteurs-Wechsel bei der Berliner Zeitung und FR + Teuer: NZZ online + "Kein Wirrwarr, nirgends!": Zum 50. Todestag von Vita Sackville-West.
Karikaturen und Cartoons
04.06.2012 Heute: Wahre Werte.
Dienstag, 05.06.2012
Magazinrundschau
05.06.2012 The New Republic, die New York Times und Vanity Fair singen das Loblied dreier Schulabbrecher, aus denen dann doch noch was wurde. Im Merkur sucht Thomas Hettche das Soldatische in Deutschland und findet es in Pergamon. In der LRB verkündet Slavoj Žižek das Ende der Demokratie (hinten anstellen, bitte). In Le Point sieht Nicolas Baverez Frankreich schon unter der Fuchtel Deutschlands. Outlook India feiert 100 Jahre Bollywood. The Nation erzählt die Geschichte des Buchhandels seit Amazon. Die Liberalen haben im Nahen Osten noch nie Wahlen gewonnen, erinnert uns Al Ahram.
Heute in den Feuilletons
05.06.2012 In der FR erklärt Ai Weiwei, warum er bei sich Überwachungskameras aufgestellt hat. Die FAZ will sich die kommende Documenta auch nicht von den vollgequalmten Herrenzimmern der Kulturberichterstattung vermiesen lassen. In der Welt fragt Cora Stephan, was der Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" eigentlich aussagt. In der SZ wird gemeldet, dass Leistungsschutzrechte noch vor der Sommerpause durchgepaukt werden sollen.
Bücherschau des Tages
05.06.2012 Als berauschende Lektüre preist die NZZ Karl Ove Knausgards autobiografisches Mammutwerk "Lieben", das nicht nur allen Realitätshunger, sondern auch die Banalität des Leben bezwingt. Die SZ lässt sich von Jean-Pierre Abraham vor dem "Weißen Archipel" und der bretonischen Küste treiben. Als kalligrafisches Ereignis feiert die FAZ die kritische Edition von Robert Walsers Roman "Geschwister Tanner".
Medienticker-Archiv
05.06.2012 Intellektuelle in Deutschland: Öffentliche Moral vom Fließband - Buchmarkt im Minus, aber E-Books mit Perspektiven: Umsätze verdoppeln sich - Twitterature: Sieben Tweets sind auch ein Kapitel - ARD-Tageswebschau im Kreuzfeuer der Kritik - Axel Cäsar Springers Erbe: Neuer Ärger im alten Streit- Grenze der Toleranz: Selbstzensur bei der taz? - Frankreichs Medienlandschaft tut der Präsidentenwechsel gut + Karl Valentin und die Anwälte.
Karikaturen und Cartoons
05.06.2012 Immer noch keine Arbeit?
Mittwoch, 06.06.2012
Heute in den Feuilletons
06.06.2012 Die Welt fragt: Wer war der Autors eines Krimis von Jean-Luc Bannalec? Handelt es sich um einen Insiderscherz des deutschen Literaturbetriebs? Der iranische Sänger Shahin Najafi antwortet mit einem Lied auf die Morddrohung der Mullahs - wir betten es ein. Verdient eine Forscherin wie Judith Butler, die den Boykott israelischer Universitäten unterstützt, einen Adorno-Preis?, fragt Thomas Osten-Sacken im Blog der Jungle World. Die Zeit sieht die Documenta vor lauter Bundesgartenschau nicht. Sascha Lobo versichert: Es gibt keinen Gott im Internet.
Bücherschau des Tages
06.06.2012 Die SZ bewundert das absolute Gehör, mit dem German Kratochwil sein vielstimmiges Personal zum Klingen bringt. Einen gemäßigteren Ton hätte sich die NZZ von Johannes Fried in seiner Streitschrift zu "Canossa" gewünscht. Die FAZ tröstet sich mit der Lyrik des israelischen Dichters Anton Pincas. Und die Zeit freut sich, dass Peter Temple Hamburg als Ort des internationalen Verbrechens zu seinem Recht verhilft.
Medienticker-Archiv
06.06.2012 Sieben Dichter, sieben Gedichte und Griechenland - Kafkaesque: Roland Reuß und der Datenkrimi - 142.000 Autoren warten: VG Wort will vorerst kein Geld ausschütten - Zu viel Nähe zur Industrie? Streit um "Schwarzbuch WWF" - Buchmarkt: Wie beeinflussen E-Books die Zukunft der Verlage? - Videochats auf Facebook: Wiedervereinigung der bösen Napster-Boys, doch Facebook wird bis 2020 verschwunden sein + Langsames Moll: Pop klingt immer trauriger.
Dokumentation
06.06.2012 Wie alle großen Romane der Moderne demontieren Péter Nádas' "Parallelgeschichten" das bürgerliche Subjekt. Es wird perforiert und entdeckt in sich unbekannte Gefühle, Gedanken, Gewalten. Es sieht "Im Zauberspiegel sich selbst". Laudatio auf Péter Nádas und die Übersetzerin Christina Viragh, die gestern den Brücke Berlin Preis erhielten.
Karikaturen und Cartoons
06.06.2012 Cyberwar und Pflegeversicherung.
Donnerstag, 07.06.2012
Heute in den Feuilletons
07.06.2012 Wegen Fronleichnam erscheinen heute nur in Berlin und der Schweiz Zeitungen. Die NZZ schildert die verheerenden Folgen der gegenwärtige Konflikte auf das syrische Kulturerbe. In der Jüdischen Allgemeinen fordert Günter Wallraff deutsche Künstler auf, sich mit Shahin Najafi zu solidarisieren. Die Welt vermisst auf der Documenta 13 die Kunststars nicht. Die Napster-Macher wollen jetzt Facebook revitaliseren. Die FAZ und die New York Times nehmen Abschied von Ray Bradbury.
Bücherschau des Tages
07.06.2012 Nur die NZZ bespricht heute Bücher: Im erotischen Gedichtzyklus "Gestohlene Lust" aus dem 11. Jahrhundert poetisiert Bilhana die geheime Affäre mit einer Prinzessin. Auch in Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" über die sexuelle Revolution geht es heiß her. Abkühlung verspricht Daniel Furrers Studie über Napoleons Russlandfeldzug.
Bücherbrief
07.06.2012 Atiq Rahimi erzählt von Schuld und Sühne in Kabul. Nina Bußmann stellt uns den suspendierten Physiklehrer Schramm vor. Mark Z. Danielewski durchquert in einem Roadmovie 200 Jahre amerikanische Geschichte. Marc Hansmann beschreibt die Geschichte des deutschen Schuldenstaats. Und der Wirtschaftspsychologe Daniel Kahneman schafft den rationalen homo oeconomicus ab. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Juni.
Medienticker-Archiv
07.06.2012 Springer: Mathias Döpfner schickt Bilds Diekmann ins Silicon Valley - Google & Konsorten: Wie das Internet den Menschen enteignet - Gemeinsam einsam: David Foster Wallace auf die Bühne - iSlam: Islamischer Poetry Slam - Sten Nadolny über seinen Roman "Weitlings Sommerfrische" + Ganz von dieser Welt: Der Moralist, Poet und Science-Fiction-Autor Ray Bradbury ist tot.
Im Kino
07.06.2012 Das Berlin Documentary Forum 2 eröffnete mit Lecture-Performances von Rabih Mroué und Hito Steyerl einen Dritten Weg des Dokumentarischen. Sibylle Dahrendorfs "Knistern der Zeit - Christoph Schlingensief und sein Operndorf in Burkina Faso" vermittelt die unnachahmlichen Qualitäten des 2010 verstorbenen Bewegungskünstlers.
Karikaturen und Cartoons
07.06.2012 Heute: Aus dem wird doch nichts.
Freitag, 08.06.2012
Heute in den Feuilletons
08.06.2012 Oksana Sabuschko erklärt in der NZZ, warum sie trotz allem stolz auf die Ukraine ist. Die 13. Documenta ist besser als der Ruf, der ihr vorauseilt, finden FR und SZ. Robert Thurman spricht mit der taz über Amerika, Tibet und Erleuchtung. Die FAZ berichtet von einem Strategiewechsel im internationalen Cyberwar und singt ein vorsichtiges Loblied auf die Monarchie. Alle nehmen Abschied von Ray Bradbury.
Bücherschau des Tages
08.06.2012 In fiebriger Erwartung der Fußball-Europameisterschaft widmen sich SZ und FAZ mit Gewinn einem von Serhij Zhadan herausgegebenen Band mit Essays zu den EM-Austragungsorten. Ebenfalls um die Ukraine und am Rande auch um Fußball geht es in Oksana Sabuschkos "Planet Wermut", das die FAZ lobt, während sich die SZ mit Robert Knapp in den Alltag des antiken Durchschnittsrömers eindenkt.
Medienticker-Archiv
08.06.2012 68er: Thomas Schmid über Otto Schilys Ironie in Sachen Springer - Bonitätsprüfung: Schufa-Facebook und Wir brauchen einen neuen Wirtschaftsjournalismus - Online-Buchhandel: ZVAB bleibt umsatzstärkste Plattform - Neues Magazin: Spiegel startet Wissenschaftsmagazin - Peter Münder auf den Spuren von Graham Green durch Vietnam - Die anarchistische Poesie des Hans Magnus Enzensberger + Und so etwas nennt sich Leben!: Iwan Gontscharows "Oblomow" neu übersetzt.
Karikaturen und Cartoons
08.06.2012 Heute: Erinnerungen.
Montag, 11.06.2012
Heute in den Feuilletons
11.06.2012 In der FR denkt Armin Nassehi über die Intellektualisierung des Fußballs und die Bedeutung des Augenblicks nach. Der SZ graut es vor den kommenden Cyberkriegen. Die NZZ warnt: Üppiger Barock gefährdet die tektonische Stabilität. Die Welt untersucht sich häufende Unpässlichkeiten im Opernbetrieb. Und die FAZ geht in Habacht vor dem "Soldaten des Kinos", Werner Herzog.
Bücherschau des Tages
11.06.2012 In Sachen Neonazi-Terror lässt sich die FAZ von Christian Fuchs und John Goetz auf den neuesten Ermittlungsstand bringen. Außerdem liest sie Biografien zu Peer Steinbrück (Beinahe Kanzlerkandidat) und Bischof Wolfgang Huber (Beinahe Präsidentschaftskandidat). Die SZ klärt mit Adamantios Skordos "Griechenlands Makedonische Frage".
Medienticker-Archiv
11.06.2012 Agonales Denken und die Verstrickungen der Moderne: Karl Heinz Bohrers neue Essays - Fälschung und Imitation: Wie Dieter Kühn den Musil in die Luft sprengt - Netz-Ikonen aus der Perspektive Vilém Flussers - E-Books: Globalisierung der Märkte und Wie Tina Folsom per Self-Publishing reich wurde - Online-Werbeeinnahmen der Zeitungen schrumpfen + Arabische Comic: Alles außer Gott und Sex.
Karikaturen und Cartoons
11.06.2012 Fliegende Teppiche.
Dienstag, 12.06.2012
Heute in den Feuilletons
12.06.2012 In der SZ beschreibt Viktor Jerofejew den Ingrimm, der in Moskau unter Zar Putin herrscht. In der FAZ erinnert Ai Weiwei daran, dass nicht das nur das Geld, sondern auch der Geist die Welt antreibt. Die NZZ fürchtet, dass die Ahnungslosigkeit der griechischen Zeitungen ihnen nun selbst zum Verhängnis wird. In der Welt erzählen junge Israelis von ihrem Leben in Berlin. Comics sind schon lange nicht mehr komisch, stellt die FR klar. Und die taz fordert mehr Disziplin.
Magazinrundschau
12.06.2012 Der New Yorker verfolgt die Tragödie des reichsten Landes der Welt, das nichts erzeugt. Der Economist setzt zur Rettung des Journalismus auf milliardenschwere Philanthropen. Rue 89 hofft auf Subventionen vom Staat. Nepszabadsag warnt vor den Freunden des Volkes. Das TLS feiert Charles Darwins kruden englischen Stil. Vanity Fair porträtiert Israels obersten Chefredakteur. Und in der Technology Review erkennt Nicholas Carr: Nicht Google, sondern Harvard entscheidet über die Zukunft digitaler Bibliotheken.
Bücherschau des Tages
12.06.2012 Die NZZ feiert die kroatische Autorin Ivana Bodrozic, die in ihrem Debütroman "Hotel Nirgendwo" mit viel Emotion, aber ohne jede Sentimentalität von den Schrecken der Jugoslawienkriege erzählt. Die SZ freut sich über Hans Joachim Schädlichs Novelle "Sire, ich eile", die mit Voltaire und Friedrich II. Geist und Macht aufeinanderprallen lässt. Die FAZ lobt Julia Rebentischs elegante Schrift "Die Kunst der Freiheit".
Medienticker-Archiv
12.06.2012 Print ist nicht tot!: The European wird gedruckt - Weiße Magie: Lothar Müller über die Epoche des Papiers - Ein Film ist mehr als Film: Vom Ende des Kinos, wie wir es kennen - Google Book Settlement: Einigung mit französischen Verlagen - Insgesamt verbesserungswürdig: NDR-Programmausschuss bemängelt Talkshows + Lyrischer Weltklang: Bilanz des Poesie-Festivals Berlin, Ingeborg Bachmanns Lyrik und Wulf Kirstens "fliehende ansicht".
Karikaturen und Cartoons
12.06.2012 Achtung Baustelle.
Mittwoch, 13.06.2012
Heute in den Feuilletons
13.06.2012 In seinem Blog fragt der abgemahnte Rudolf Thome, welcher Schaden dem Tagesspiegel entsteht, wenn er Kritiken zu seinen eigenen Filmen dokumentiert. Die FAZ sieht im syrischen Bürgerkrieg auch eine kulturelle Katastrophe. Die FR fragt, warum eigentlich kein Museum im letzten Jahr eine Ausstellung zu Ai Weiwei gemacht hat. In der NZZ erklärt Uli Sigg, warum er seine Sammlung chinesischer Gegenwartskunst nach Hongkong geben will. Und die taz weiß, warum es Spaniern im armen Neukölln so viel besser geht als im armen Spanien.
Bücherschau des Tages
13.06.2012 Die SZ rühmt Chinua Achebes großen Roman "Alles zerfällt", der vom Nigeria zur Zeit der Kolonisierung erzählt und endlich in einer angemessenen Ausgabe auf Deutsch vorliegt. Sehr empfehlen kann die NZZ Robert Knapps Band "Römer im Schatten der Geschichte". Die FAZ schwelgt mit Dietrich Schulze-Marmeling in Erinnerungen an den "König des Fußballs", Johan Cruyff (oder war er sein Lenin?). Instruktiv erscheint ihr auch der Band "Warum England immer verliert" über Fußball und Statistik.
Medienticker-Archiv
13.06.2012 Politik und PR: Wie Assad die US-Medien benutzte - Ressource Bildung: FAZ will mit Weiterbildung wachsen und steigert Jahresüberschuss auf 19,3 Mio Euro - Crossmedia: Ein bisschen Facebook und sehr viel Zufall - "No Copyright": Entzauberung des Urheberrechts und Union legt Thesen zu einem modernisierten Urheberrecht vor - Abschied: Tilmann Moser über die gestern verstorbene Margarete Mitscherlich.
Karikaturen und Cartoons
13.06.2012 Ausgleichsverhandlungen.
Im Kino
13.06.2012 Yorgos Lanthimos erzählt in "Alpen" von einer absurden Organisation, die nach Todesfällen die Verstorbenen für die Hinterbliebenen ersetzt. Arnon Goldfingers Dokumentarfilm "Die Wohnung" rekonstruiert die Biografie seiner deutsch-jüdischen Großeltern und führt dabei Gespräche, in denen hinter jedem Wort Abgründe lauern.
Donnerstag, 14.06.2012
Heute in den Feuilletons
14.06.2012 Bei der Debatte über das Urheberrecht geht es eigentlich um den Wert von Arbeit in der Wissensgesellschaft, meint die taz. Die SZ ermahnt Europa, sich endlich seiner treuhänderischen Verantwortung gegenüber Griechenland zu stellen. Die Welt ist nicht mehr in Ost und West, sondern in Süd und Nord geteilt, stellt die Zeit fest. Die FAZ sorgt sich um den bürgerlichen Zusammenhalt in den USA. Alle nehmen Abschied von Margarete Mitscherlich.
Bücherschau des Tages
14.06.2012 Was kann der Comic leisten, fragt Georg Klein in der NZZ anlässlich einer Adaption von Jules Vernes "In 80 Tagen um die Welt", wenn er schon an der Sinnlichkeit trivialer Unterhaltungsliteratur scheitern muss? Die FAZ lässt sich von Mirko Kova? auf den Balkan entführen. Die SZ zieht es nach Griechenland: mit Jacob Burckhardt in die Antike und mit Patrick Leigh Fermor zum Hirtenvolk der Sarakatsanen. Die Zeit beobachtet Niklas Luhmann beim Aufbau seiner Theorie-Architektur.
Medienticker-Archiv
14.06.2012 Mobbing: Michael Angele über Linke und Piraten - Rekordniveau: Horst Röper über Zeitungskonzentrationen - Werbeumsatz: Printmedien verlieren, TV und Internet wachsen - Studie: Facebook-Werbung funktioniert - E-Books: Social Reading und Social E-Bookstores - Videogespräche mit Joe Bausch und Astrid Rosenfeld + TV: Wenn Buchstaben nicht wie Gomez tanzen: 27 Mio. mussten den Kommentar ertragen und Kabelgebühren-Streit eskaliert.
Essay
14.06.2012 Das eine herausragende Werk, das es nach Ansicht der Berichterstatter auf der documenta13 nicht gibt, gibt es doch: Mika Taanilas Videoinstallation über die Arbeiten am Kernkraftwerk Olkiluoto 3 in Finnland. Das also war sie, unsere moderne, elektrifizierte Zivilisation.
Karikaturen und Cartoons
14.06.2012 Heute: Russische Stimmen.
Freitag, 15.06.2012
Heute in den Feuilletons
15.06.2012 Der Spiegel vergreift sich bei seiner Kritik an Obama im Ton und Deutschland ist bloß neidisch auf die USA, findet Hans Ulrich Gumbrecht in der Welt. Die taz beschreibt neue Verlagsexperimente zur Verbindung von Print und Elektronik. In der SZ wird der Gesetzesentwurf für das Leistungsschutzrecht vorgestellt, und der Jurist Till Kreutzer warnt vor der Kriminalisierung von Kommunikation. Die FAZ räumt den Protesten gegen Putin keine Erfolgsaussichten ein.
Bücherschau des Tages
15.06.2012 Dass der Protagonist in Peter Temples "Tage des Bösen" 'Niemand' heißt, löst in der deutschen Übersetzung die eine oder andere Irritation aus, meint die FR. Außerdem vergibt sie schon jetzt den Preis für den besten Romantitel des Jahres - an Gabriele Riedles "Überflüssige Menschen". Die SZ lernt von Julia Angster allerhand über die Royal Navy und ist genervt von Banana Yoshimotos "Frauenratgeberwohlfühlton". Fritz Senn macht der FAZ Appetit auf James Joyce.
Medienticker-Archiv
15.06.2012 Studie: TV als Infoquelle vor Internet - Ausschüttungsstopp: Die VG WORT hat einen Vogel - Geld oder Rücktritt: Theaterdonner in Salzburg - Content-Qualitäts-Filter: Netz-Giganten gehen gegen "dumme Inhalte" vor - Aufstieg und Fall Jugoslawiens: Holm Sundhaussens ungewöhnliche Geschichte des Gewöhnlichen - Ein Übermaß an Blau: Franz Hohler geht spazieren + 16. Juni, Bloomsday: 22 Stunden "Ulysses" non stop.
Karikaturen und Cartoons
15.06.2012 Heute: Gesundheit und Romantik.
Samstag, 16.06.2012
Heute in den Feuilletons
16.06.2012 Mit seiner Reise nach Jerusalem hat Boualem Sansal die arabischen Hardliner gegen sich aufgebracht. In der Welt erklärt er: "Den ersten Schritt zu tun, ist sehr viel wichtiger als den letzten." Die FAZ besucht den Comic-Autor Art Spiegelman, der in nur drei Bildern ein ganzes Leben erzählen kann. Die SZ gibt die Filesharer-Jugend noch nicht verloren. Für Till Kreutzer von irights.info lässt der Entwurf zum Leistungsschutzrecht eigentlich alle relevanten Fragen offen. In der taz nimmt linke Diskursunfähigkeit in den Blick. Die FR verbringt den heutigen Bloomsday vor dem Radio.
Bücherschau des Tages
16.06.2012 Mit großer Begeisterung lesen SZ und taz, was die Primatenforscherin Julia Fischer in der "Affengesellschaft" von Menschen und Affen zu berichten hat. Die taz freut sich zudem über die Wiederentdeckung der aufregenden Jane Bowles. Die FAZ preist Antonio Pennacchis Roman "Canale Mussolini", der erzählt, wie aus sozialistischen Landarbeitern passionierte Faschisten wurden. Großes Lob geht auch an Angelika Meiers Roman "Heimlich, heimlich mich vergiss" und Ralph Turners Biografie der Königin "Eleonore von Aquitanien".
Montag, 18.06.2012
Heute in den Feuilletons
18.06.2012 In der FR erblickt Ralf Bönt in der Urheberrechtsdebatte den Gipfel der Spießigkeit. Die taz begrüßt die Rückkehr des Flaneurs in der Berlinliteratur. Die NZZ begrüßt Warschau in der europäischen Architekturmoderne. Und die FAZ stößt in den innersten Kern der abstrakten Malerei vor.
Bücherschau des Tages
18.06.2012 Fernweh weckt Paul Bowles mit seinen Reiseberichten "Taufe der Einsamkeit" bei der FAZ, die jetzt auch eines ganz sicher weiß: Schnelles Vorwärtskommen führt zu nichts. Die SZ huldigt "Oblomow", Iwan Gontscharows Helden der Untätigkeit, den ihr die neue Übersetzung von Vera Bischitzky lebendig und stilsicher präsentiert.
Medienticker-Archiv
18.06.2012 Michael Thalheimers "Sommernachtstraum" in München - e-Book: Pynchon zum Herunterladen - Der Buchhandel verliert seine besten Kunden: Die digitale Skepsis der Buchhändler und ihre Zukunftssorgen - Der Geist der Kopie lässt sich nicht wieder einfangen - Studie-Trendmonitor: Wie Journalisten Social Media nutzen + Der "Prinz der Faulheit" und der Träumer Oblomov: Vor 200 Jahren wurde Iwan Alexandrowitsch Gontscharow geboren.
Karikaturen und Cartoons
18.06.2012 Garantiert kein Fußball.
Dienstag, 19.06.2012
Heute in den Feuilletons
19.06.2012 Während iranische Großayatollahs den Rapper Shahin Najafi per Kopfgeld jagen lassen, lobt sich Martin Mosebach in der FR das Blasphemieverbot und findet es ganz in Ordnung, "wenn in ihrem Glauben beleidigte Muslime blasphemischen Künstlern einen gewaltigen Schrecken einjagen". Bernd Neumann und die Welt bekräftigen in einer gemeinsamen Manifestation ihre Ablehnung der Gratismentalität. Die FAZ liest David Maraniss' Biografie des kiffenden Barack Obama.
Magazinrundschau
19.06.2012 Le Monde beobachtet, wie nach der Wirtschaft jetzt auch die griechische Kultur zusammenbricht. In der Lettre erklärt William Langewiesche das System Camorra. The New Republic besingt die Schönheit des Helden, der seinem Gefängnis entkommt. Die New York Times bewundert die unternehmerischen Erfolge des Joaquin Guzman. Der Economist staunt über die Millionenumsätze beim Crowdfunding. Der Guardian streift durch das heilige Dublin. Der New Yorker stimmt sich auf Rhythmische Gymnastik ein.
Bücherschau des Tages
19.06.2012 Die NZZ lässt sich freudig von Maurizo Maggianis "Himmelsmechanik" und einem überbordenden Erzählfluss in die anarchistische Garfagna treiben. Die SZ lobt Sibylle Lewitscharoffs so klarsichtige wie komische Poetikvorlesungen "Vom Guten, Wahren und Schönen". Die taz jubelt über die Chuzpe, mit der David Simon und Ed Burn für "The Corner" in den dunkleren Teilen amerikanischen City recherchiert haben.
Medienticker-Archiv
19.06.2012 Crowdfunding-Klage gegen VG Wort?: Autoren wollen nicht jahrelang warten - Harald Martenstein über Moralnormen: Der Terror der Tugend- Wirkmacht von Nachrichtenbildern und des Linkshegelianismus: Die ewige Frage nach der Glaubwürdigkeit und Die Wahrheit ist selbst geschichtliche Bestimmtheit - Leistungsschutzrecht = Google-Melkmaschine + Die feinfühlige Kritik am "Hyperbolismus" des bildungsbürgerlichen Feuilletons.
Karikaturen und Cartoons
19.06.2012 Sie hatten die Wahl.
Mittwoch, 20.06.2012
Heute in den Feuilletons
20.06.2012 In der SZ erinnert Vassilis Vassilikos an die Zeiten, als sich deutsche Autoren noch für Griechenland interessierten. In der taz verteidigt Jo Lendle die Rolle der Verlage: Oder wollen Sie ein unlektoriertes Buch lesen? Unterschiedlich wird das Frankfurter Jeff-Koons-Spektakel aufgenommen. Die FR erfreut sich an prallen, priapischen Skulpturen, der FAZ missfällt der Versuch, den schrillen Geschmack einer ökonomischen Super-Elite zu veredeln. Trotzdem gibt es allgemein gute Vibrationen.
Bücherschau des Tages
20.06.2012 Als
Jahrhunderttalent feiert die
FR den portugisiesischen Autor
Gonçalo Tavares und seinen Roman "Die Versehrten" als
fiebrig-expressionistische Wahnsinnswelt (hier unser
Vorgeblättert). Die
NZZ preist Schönheit und Witz in
Ko Uns Gedichten "Blüten des Augenblicks". Und die
SZ lernt mit dem Band "Wir sind jemand",
alte Gruppenfotografien zu lieben.
Medienticker-Archiv
20.06.2012 Gutes Trollen: Ohne die anonymen Störenfriede gäbe es keine lebendige Netzkultur - FR steht zum Verkauf: Die Grüne schreibt weiter rot und DuMont sieht schwarz - Der Wahnsinn Leistungsschutzrecht oder Warum Thomas Knüwer nicht mehr auf Verlage verlinken will - Zum 75.: Ein Gespräch mit André Glucksmann - MERZ: Vor 125 Jahren wurde Kurt Schwitters geboren + Heartcore-Text-Death-Punk: In memoriam Carl Weissner.
Im Kino
20.06.2012 In David Wains Komödie "Wanderlust" entkommen zwei gestresste New Yorker der koffeinbetriebenen Großstadtmühle und landen in einer "intentional community". Die Reise, auf die Bradley Parkers Debütfilm "Chernobyl Diaries" sechs junge Touristen schickt, hat einen weniger heimeligen Zielpunkt.
Donnerstag, 21.06.2012
Heute in den Feuilletons
21.06.2012 Die Documenta ist gar nicht so tierlieb wie sie immer tut, findet die FR. Die Welt erinnert sich an die Schwabinger Krawalle. Bei Angela Merkels Regierungsstil fühlt sich die FAZ nach Entenhausen versetzt. Die Zeit feiert den 300. Geburtstag von Jean-Jacques Rousseau. Der Musiker David Lowery fragt, warum wir bereit sind, für Musikabspielgeräte zu bezahlen, nicht aber für die Musik selbst.
Bücherschau des Tages
21.06.2012 Die SZ lernt von Simon Kuper und Stefan Szymanski viel Neues über Fußball und von Terry Eagleton nichts Neues über Marx. Die NZZ freut sich über die Übersetzung von Hilary Mantels voluminösem Roman über die Protagonisten der Französischen Revolution. Die FAZ geht mit Johannes Fried nach Canossa. In der Zeit vergleicht Martin Walser den unvergleichlichen Gerhard Schoenberner mit Hölderlin und Brecht.
Medienticker-Archiv
21.06.2012 Wolfram Schütte über Martin Mosebachs Blasphemie-Verbot - "Ignoriert Piraterie!", meint Sascha Lobo und gründet einen Verlag - Tragen Sie Ihr E-Book mit Stolz, meint Robin Detje - Publikum-Grimmepreis für Tagesschau-App - Krise? Welche Krise? Economist mit Rekordergebnis - Sind Gedichte heute nur noch Gedöns?, fragt Beate Tröger - Sahra Wagenknecht findet Ludwig Erhard spannend + Das Lächeln des begabten Kindes: Brian Wilson zum 70.
Freitag, 22.06.2012
Heute in den Feuilletons
22.06.2012 Zustimmung so weit das Auge reicht für die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den chinesischen Autor und Lyriker Liao Yiwu. Skandalös findet die SZ die willfährige Anselm-Kiefer-Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle. Die FAZ hofft auf einen wenn schon nicht ökonomischen, dann doch wenigstens fußballerischen Befreiungsschlag gegen Griechenland. Und die taz fordert: "Eier zeigen!"
Bücherschau des Tages
22.06.2012 Überwindet eure Standardeinstellung!, rief David Foster Wallace im Jahr 2005 amerikanischen College-Absolventen zu - die FR nimmt sich den Rat zu Herzen. Die FAZ feiert in Gerhard Roths "Portraits" ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Die SZ liest Tagebücher des an sich und der Welt leidenden Erwin Strittmatter. Und die taz stimmt Wolfgang Welsch zu: Der Mensch ist gar nicht so weltfremd, wie er denkt.
Medienticker-Archiv
22.06.2012 Michael Krüger: Zerstreuungen des Netzteufels - Ein Troll? James Ball kann da nur lachen - Lebensläufe gegen die Allmacht der Krise: Alexander Kluges Poetikvorlesung - Peter Sloterdijk und die Verantwortung der Presse - Leistungsschutzrecht: BDI gibt Contra - Chinas Freigeister: Ai Weiwei und Liao Yiwu - Henryk M. Broder: Schafft die Talkshows ab! - Fußball-Feuilleton: Ror Wolf, Monty Python und die EM - Jupperdong: Fredrik Vahle wird 70 + Am Sonntag ist Bild-Tag.
Montag, 25.06.2012
Heute in den Feuilletons
25.06.2012 In der Welt freut sich Ai Weiwei auf den China-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Ich würde sie sehr gern treffen." Die Jungle World ist enttäuscht von Martin Mosebach, der Gotteslästerer gern von anderen verfolgen lässt. Auch die Presse wundert sich über Mosebachs Kokettieren mit der Infamie. Ingo Schulze kann Mosebach in der FR dagegen nicht ganz ernst nehmen. Die NZZ bewundert die glückliche Führungslosigkeit des Orchesters Spira mirabilis. Die SZ macht sich Sorgen über Antisemitismus in Ungarn. Die FAZ blickt zurück auf Elfriede Jelineks Eurydike.
Bücherschau des Tages
25.06.2012 Mit viel Lob bedenkt die FAZ die "Geschichte Südosteuropas" von Konrad Clewing und Oliver Jens Schmitt, die ihr sehr gut erklärt, warum diese komplizierte Region einfach der Albtraum der europäischen Diplomatie bleibt. Die SZ preist Erik Petersons religionswissenschaftliche Untersuchung "Heis Theos", die sie mit den Großwerken von Lukacs und Heidegger vergleicht. Gefesselt liest sie auch Dirk Laabs' Treuhand-Geschichte "Der deutsche Goldrausch".
Vorgeblättert
25.06.2012 Anfang des 20. Jahrhunderts reisten junge Japanerinnen nach Kalifornien um japanische Einwanderer zu heiraten, deren Fotos sie durch Heiratsvermittler bekamen. Was sie sich erträumten und wie sie mit der Realität fertig werden mussten, erzählt der Roman "Wovon wir träumten" der Amerikanerin Julie Otsuka. Hier ein Auszug.
Medienticker-Archiv
25.06.2012 Wolfgang Michal über den bequemen Mythos von den angeblich innovationsunfähigen Verlagen - Michael Krüger über eskapistische Unterhaltungsliteratur und digitale Netz - Gema-Lügen: Das Netz protestiert - Old Shatterhand in Oberschlesien: Marc Reichwein über Arnolt Bronnens "O. S." anlässlich eines FAZ-Artikels + Digitale Boheme-Prekarianer: Helmut Kuhns Psychogeographie der "Gehwegschäden".
Dienstag, 26.06.2012
Magazinrundschau
26.06.2012 Il Sole 24 Ore freut sich auf die restaurierte Fassung von Sergio Leones Filmklassiker "Es war einmal in Amerika". In der Do-ocracy ist Aufmerksamkeit des Schwarms die Belohnung für Handeln, erklärt Wired am Beispiel von Anonymus. Nepszabadsag erklärt, was heute in Ungarn als kleiner Schönheitsfehler durchgeht. The Nation wird schwindlig: 46 Prozent aller Amerikaner glauben an den Kreationismus. Wo sind der Walker Evans und die Dorothea Lange von heute, fragt Eurozine. Polityka berichtet vom Streit um einen Dokumentarfilm über den Flugzeugabsturz in Smolensk. In der NYRB findet John Gray Slavoj Zizek total kapitalismusinfiziert.
Heute in den Feuilletons
26.06.2012 In der FR kritisiert der Musiker Guido Möbius die Gema, die 65 Prozent aller Ausschüttungen an 5 Prozent aller Mitglieder auszahle. Auf worldpolicy.com fragt Neal Stephenson, ob sich ein Zeitalter, das nicht mal mehr Menschen zum Mond schießen kann, noch als innovativ bezeichnen kann. Im Blog ihrer Partei erklären Brigitte Zypries und Lars Klingbeil, warum die SPD ein Leistungsschutzrecht ablehnt. Das Wall Street Journal meldet, dass Rupert Murdoch die wenig profitablen Printmedien aus seinem Konzern abspaltet.
Bücherschau des Tages
26.06.2012 Die NZZ folgt gebannt Marcel Beyers Recherchen zu "Putins Briefkasten", auf den Spuren Celans und den Fährten der Imker. Die SZ empfiehlt Friederike Wißmanns Biografie des Komponisten und Revolutionärs Hanns Eisler. Natürlich gefesselt liest sie Stefan aus dem Siepens Roman "Das Seil". Die FAZ spürt in Fritz Saxls Untersuchungen "Gebärde, Form, Ausdruck" wieder die Kraft der Kunst.
Mord und Ratschlag
26.06.2012 In seinem aufregenden Thriller "Tage des Bösen" zeigt Peter Temple den Detektiv des 21. Jahrhundert als einen Broker des Informationshandels, aus dem internationale Konzerne, Geheimdienste und Journalisten mit allen Mitteln ihren Profit zu schlagen versuchen. Daniel Woodrell erzählt in seinem Roman "Der Tod von Sweet Mister" aus der Gegenwelt: von Ohnmacht, Unwissen und Armut in Missouri.
Medienticker-Archiv
26.06.2012 Stuss-Stürme des Internets: Unwürdige Kostenloskultur und Sibylle Lewitscharoff sieht sich von Hass Mails umstellt - Ernst Elitz über Digitalkanäle: Wie ARD und ZDF Geld verbrennen - Brei für das Publikum: Dieter Wedel über die deutsche TV-Tristesse und Sony bringt GoogleTV nach Deutschland - Filmförderung: Im Reich des Mittelmaßes - AGOF-Zahlen: stern, FAZ & DerWesten sacken nach unten + Archivar des Schweigens: Gerhard Roth zum 70.
Karikaturen und Cartoons
26.06.2012 Evolutionsfragen.
Mittwoch, 27.06.2012
Heute in den Feuilletons
27.06.2012 In der NZZ erklärt der ukrainische Autor Mykola Rjabtschuk, wie er die Spaltung zwischen den russischen und nicht-russischen Ukrainern überwinden will. In der Paris Review träumt Umberto Eco von dem Buch, das er gern geschrieben hätte. Der Buchreport berichtet über eine Erklärung von Verlegern zu E-Books, die den europäischen Markt harmonieren soll. Netzpolitik und taz erklären, warum der Ökonom Justus Haucap gegen ein Leistungsschutzrecht im Pressewesen ist. Die SZ möchte den magisch-religiösen Kern der Beschneidung von Jungen nicht missen. Auch Kater Henry gibt seinem mal de vivre Ausdruck.
Bücherschau des Tages
27.06.2012 Die
FR liest
Fußballgeschichten aus der
Ukraine. Die
NZZ ist gewaltig beeindruckt von
Gerhard Roths wahnaffinen Porträts. Mit großem Interesse hat sie außerdem
Jürgen Schlumbohns Geschichte eines
Entbindungshospitals für arme Frauen 1751-1830 gelesen. Reine Begeisterung bei der
SZ für die Erzählungen
Alice Munros (
Leseprobe). Und die
FAZ lobt den
Country-Noir-Stil des Krimiautors
Daniel Woodrell.
Medienticker-Archiv
27.06.2012 Klage: Gema will Geld für Creative-Commons-Stück - Debatte: Wie die digitale Revolution spaltet - Sobooks-Projekt: Das Buch löst sich im Digitalen auf - Schlechte Nachrichten: dpa-Umsatz schrumpft - Schluchten des Argwohns: Muss Oskar Pastior rehabilitiert werden? - David Cronenberg über Don DeLillos "Cosmopolis" - Die Autonome: Nils Minkmar gratuliert Sigrid Löffler zum 70. + Abgesang: Der Reim auf den Arbeiterstaat.
Im Kino
27.06.2012 Indie-Regisseur Marc Webb macht beim neuen Spider-Man dasselbe nochmal, aber völlig anders und erlöst dabei New York von seinem Trauma. Wayne Wang erzählt "Seidenfächer" zwei Geschichten von vier Mädchen: halb interessant und doppelt sentimental.
Donnerstag, 28.06.2012
Heute in den Feuilletons
28.06.2012 Das Kölner Urteil zur Beschneidung von Jungen sorgt in fast allen Zeitungen für Diskussionen. Michel Friedman kritisiert das Urteil in der Welt und fordert eine breite Debatte. Die FAZ stimmt den Richtern dagegen zu. Die taz wundert sich nicht, dass die Religionsgemeinschaften "aufheulen". Achgut erzählt die Geschichte der nicht-jüdischen "jüdischen Israelkritikerin" Irena Wachendorff. Die SZ erklärt, warum Jean-Jacques Rousseau gegen Twitter wäre. Und in der Zeit erklärt Paulo Coelho, warum er für Twitter ist.
Bücherschau des Tages
28.06.2012 Die FAZ liest mit großem Vergnügen zeitgeschichtliche Dokumente über die Affäre Rousseau-Hume. Toine Heijmans' Roman "Irrfahrt" jagt ihr dafür eine Höllenangst ein. Anregungen für Fromme wie Nichtfromme findet NZZ-Rezensent Kurt Flasch in Rainer Martens Buch "Radikalität des Geistes" über Heidegger, Paulus und Proust. Die SZ versenkt sich in eine Biografie der Fußballbrüder Boateng.
Medienticker-Archiv
28.06.2012 Facebook: Zerstreuung rettet die moderne Gesellschaft, meint Roberto Simanowski - Weltbild: Bischöfe wollen stiften und nicht verkaufen - Ein intellektueller Selbstbedienungsladen zum 300. Geburtstag des Abtrünnigen der Aufklärung: Jean-Jacques Rousseaus Selbsterforschungsprogramm - Wiederkehr des Gleichen: Wolfram Schüttes Petits riens + Hysterieschüssel Stadion: Die EM in den Medien.
Freitag, 29.06.2012
Heute in den Feuilletons
29.06.2012 In der NZZ macht sich der malische Schriftsteller Mohomodou Houssouba Sorgen um das kulturelle Erbe von Timbuktu. In der FAZ warnt Abdelwahab Meddeb vor dem gefährlichen Schulterschluss von gemäßigten und radikalen Islamisten in Tunesien. In der Welt schildert Necla Kelek die Beschneidung von Jungen im Islam als demütigendes Ritual. Und Henryk Broder schreibt über jüdischen Antisemtismus. FAZ und NZZ machen sich Sorgen um die Berliner Gemäldegalerie. Am schlimmsten geht's aber in Kalifornien zu: Da ist ab übermorgen foie gras verboten, warnt Gawker.
Bücherschau des Tages
29.06.2012 Der umtriebige Ror Wolf wird heute 80 - zur Feier des Tages nimmt sich die NZZ seine gesammelten Hörspiele vor, während sich die SZ in die Abgründe seines neuen Horrorromans "Die Vorzüge der Dunkelheit" vorwagt. Die FAZ begibt sich mit Vladimir Vertlib auf autobiografisch gefärbte Spurensuche nach Israel und Wien und lässt sich von Alexander Nitzberg virtuos auf dem "Farbenklavier" vorspielen. Die FR kommt aus dem Staunen über Francis Spuffords verrückten Sowjet-Roman "Rote Zukunft" nicht heraus.
Medienticker-Archiv
29.06.2012 Verkauf abgeblasen: Interview mit Weltbild-Chef Carel Halff - Internetnutzung: Jeder vierte Deutsche ist offline - Digitale Wirtschaft: brand eins erklärt, wie man im Netz Geld verdient - Stefan Niggemeier über Springers TV- und Videoproduktionen - Berlin & Hamburg: Der Zeitungsmarkt in IVW-Zahlen - Salzburger Verleger Jochen Jung über zwei Tränen im Café + Das ewige Girl auf Tour: Funkenmariechen im Jugendwahn.