Freitag, 01.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
01.02.2019 In der NZZ sieht Alain Finkielkraut die Gelben Westen als Ausdruck einer Krise der Repräsentation. Viele Zeitungen erinnern an die iranische Revolution vor vierzig Jahren - in der taz schreibt Bahman Nirumand. Politico.eu porträtiert den Politiker Robert Biedron, der zur Hoffnung der Linken in Polen wird. Die Ethnologin Brigitta Hauser-Schäublin findet es in der FAZ ziemlich widersinnig, kulturelle Güter ausgerechnet an afrikanische Staaten zurückzugeben.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.02.2019 In Berlin hatte Rene Polleschs "Black Maria" Premiere: als Beitrag zum politischen Theater durchwachsen, findet die nachtkritik. Dafür von schönster Glamour-Lässigkeit, freut sich die SZ. "Fickt das System", schallt es aus Dennis Pohls ersten Editorial der seit heute online wiedergeborenen Spex. Auf Zeit online feiert Georg Seeßlen die britische Fernsehserie "Doctor Who". Die NZZ würdigt die Bauhaus-Frauen. Die SZ bewundert die Kostüme der Samurai.
Medienticker
01.02.2019 Leser-Check: Print-Titel & ihre Leserschaft - Für Medienhäuser wird der Markt immer enger. Amazon steigert Werbe-Erlöse auf 10 Milliarden Dollar in 2018 - Russland attackiert t-online.de Journalistenverbände weisen Kritik zurück - EU-Richtlinie: Whistleblower verdienen vollen Schutz - Heftigster YouTuber-Absturz Deutschlands - Instagram-Storys: Die kreative Art des Geschichtenerzählens + Henryk M. Broder über das AfD-Foto: "Der Shitstorm kam aus einer unerwarteten Ecke."
Bücherschau des Tages
01.02.2019 Die FAZ lässt sich von Birte Förster anekdotenreich und farbig die Neuerfindung des Kontinents im Jahr 1919 schildern. Die SZ taucht mit Mareike Vennen ab in die Geschichte des Aquariums und wieder auf, um Kinder- und Jugendbücher zu empfehlen: Vor allem Patricia Hruby Powells schillernde Bild-Biografie von Josephine Baker hat ihr gefallen. Dlf-Kultur träumt mit Felwine Sarr von "Afrotopia", sucht mit Hanya Yanagihara Unsterblichkeit und findet ein Monster.
Samstag, 02.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
02.02.2019 "Ja Rusari, ja tusari", riefen Chomeinis Anhänger, "Entweder Kopftuch oder ein Schlag auf den Kopf". Mina Ahadi erinnert in hpd.de daran, wie die iranische Revolution zum schwarzen Tag in der Geschichte der Frauen wurde. In der NZZ antwortet Steven Pinker auf die Kritiker seines Buchs "Aufklärung jetzt". Heise.de stellt eine Studie vor, die am Nutzen der Paywalls für die Medien zweifelt. In der SZ spricht John Micklethwait von Bloomberg News über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Journalismus.
Efeu - Die Kulturrundschau
02.02.2019 Die NZZ spürt in der Fondation Beyeler ihren inneren Teenager vor Picassos Frühwerk. J.D Salingers Sohn will nachgelassene Werke seines Vaters veröffentlichen, lesen wir im Guardian. Die taz amüsiert sich mit dem New-Wave-Elektronik-Lurch der Goldenen Zitronen. Die FAZ träumt von einem Kleid von Dior.
Bücherschau des Tages
02.02.2019 Die taz betrachtet zwei Comics über die Kultur Japans, von Igort und Nicolas Mahler. Außerdem amüsiert sie sich mit Benjamin Blacks historischem Prag-Krimi "Alchimie einer Mordnacht". Die FAZ empfiehlt den von Andreas Speit
herausgegebenen Sammelband über "Das Netzwerk der Identitären" lesen. Die FR sieht mit T.C. Boyle "Das Licht". Die Welt denkt mit Francis Fukuyama über "Identität" und Leitkultur nach und vertieft sich anschließend dankbar in Flo Haylers Biografie der Ramones.
Montag, 04.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
04.02.2019 Der venezolanische Schriftsteller Rodrigo Blanco Calderón kann es in der SZ kaum fassen, mit welch klischeehaften Reflexen die Linke Maduro verteidigt. Nach neuen Vorwürfen gegen Facebook fordert Anne Applebaum in der Washington Post eine striktere Regulierung der sozialen Medien. Der öffentliche Intellektuelle ist tot, konstatiert der Literaturwissenschaftler Björn Hayer auf Zeit online.
Efeu - Die Kulturrundschau
04.02.2019 Die Welt wirft die Frage auf, wie fies und diffamierend die Feuilletons werden dürfen, um einen Intendanten zu vertreiben. In der NZZ fordert Vittorio Lampugnani eine Entschleunigung der Architektur. Die FAZ erzählt, wie die Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg die Sammlung des Prado vor den Franquisten in Sicherheit brachten. Die taz freut sich über die Wiederentdeckung des amerikanischen Erzählers Kent Haruf, der das magere Schreiben kultivierte. In der SZ besingt Nick Cave die menschliche Begrenztheit.
Medienticker
04.02.2019 Facebook wird 15: Zeit für ein neues Netzwerk! - Zur EU-Urheberrechtsreform: Was an Googles Freiheitserzählung falsch ist - Product Placement: Wie Lavazza einen Roman im Kampa Verlag sponsort - "Stella" auf Lesereise: "Auch Mörder essen Pizza" + Theater-Nachtkritiken u.a. "Geschichten aus dem Wiener Wald" in Salzburg & "Vor Sonnenaufgang" in Frankfurt als Naturalismuskracher.
Bücherschau des Tages
04.02.2019 Die taz jubelt über Kent Harufs Romane, die sie geradezu soghaft ins Herz von Colorado zogen. Die SZ begegnet in Gabriela Adamesteanus meisterhauftem Roman "Der verlorene Morgen"
einer Bukarester Verwandten von Molly Bloom. Die FR folgt Attica Locke mit "Bluebird, Bluebird" in den Osten von Texas. Und die FAZ vergnügt sich mit Tomás Bárbulos Gaunerkomödie "Versammlung der Toten" in Madrid und Marrakesch.
Dienstag, 05.02.2019
Magazinrundschau
05.02.2019 In Harper's geißelt Lionel Shriver den Impuls, Werke entehrter Künstler auszulöschen. In Longreads erzählt Jeff Gold, was er Schönes im Müll des Stooges-Managers Danny Fields fand. Die NYRB lässt sich von Fintan O'Toole die Überlegenheitstechniken der britischen Upperclass erklären. In Novinky erzählt die in Brasilien lebende Schriftstellerin Markéta Pilátová von ihrem "Roma". La Vie des Idees amüsiert sich mit einer Geschichte des französischen Buchdrucks. Der New Yorker macht grenzüberschreitende Gesangserfahrungen mit einem "Roomful of Teeth".
9punkt - Die Debattenrundschau
05.02.2019 "Die Tories träumen davon, den Sozialstaat loszuwerden", glaubt der Schriftsteller John Lanchester in der Welt. Darum der Brexit, der Britannien in eine Art Singapur verwandeln soll. Der Scotsman fragt: Ist der Brexit das Dünkirchen der Brexiters? Die gefeierten jungen Politikerinnen der Demokratischen Partei in den USA sind fast alles Israelkritikerinnen, konstatiert Vice.com. "Rohdaten" gibt es nicht. Das Wort wurde erfunden, um Datenkolonialismus zu rechtfertigen, meint der britische Medienwissenschaftler Nick Couldry in Zeit online.
Efeu - Die Kulturrundschau
05.02.2019 Der Guardian betrachtet mit Schrecken Don McCullins Fotografien aus den Kriegen des 20. Jahrhundert: Vietnam, Biafra oder Nordirland. Im Tagesspiegel beklagt Regisseur Oliver Frljic die große ästhetische Koalition von Rechts und Links. Als Höllenspektakel genießen SZ und NZZ Györgi Ligetis "Grand Macabre" von und mit Tatjana Gürbaca. Die taz vergnügt sich auf die Club Transmediale und erkennt in scheußlichen Anzügen ein Erkennungszeichen grober Politik.
Medienticker
05.02.2019 Aktualisiert: Eva Menasse erhält den Börne-Preis 2019 - BuzzFeed, Vice & Huffpo: Nachrichtenportale schwächeln - Whatsapp & Telegram: Dark Social ist auch Trend bei Rechtsextremen - "Sippenhaft": Lethen & Sommerfelds große Inszenierung - Fragezeichen besser als das Ausrufezeichen: Georg Mascolos Blick auf den Journalismus - Stefan Niggemeier über tanzende Polizistinnen und ein privates Video, das fast ohne Zutun von Journalisten "an die Öffentlichkeit kam" - Literatur als Experiment: Das Kollektiv "Konvolut" plant einen Fortsetzungsroman.
Bücherschau des Tages
05.02.2019 Die FR erkennt in Francis Fukuyama den liberalen Hegelianer und lernt von seinem neuen Buch "Identität", was Anerkennung bedeutet: anderen das Recht zuzubilligen, Gesellschaft mitzugestalten. Dlf und Dlf Kultur bleiben auf Distanz. Etwas verrückt, aber vergnüglich findet die taz, wie Anna Giens und Marlene Stark in "M" den Berliner Untergrund erkunden. Die SZ stößt in Matthias Nawrats Berlin-Roman "Der traurige Gast" auf existenzielle Notwendigkeit. Die FAZ reist im "Autobus Ultima Speranza" mit Verena Mermer und einem Trupp rumänischer Tagelöhner nach Cluj-Napoca.
Mittwoch, 06.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
06.02.2019 Die SZ denkt darüber nach, wie der Rechtsextremismus in den Neuen Ländern zu bewältigen wäre. Nicht allein die offene Grenze ist das Problem in Irland, sondern was die Communities dort wollen, schreiben zwei Politologen in politico.eu. Doch, Donald Trump wollte einen Turm in Moskau bauen, und er arbeitete auch während seines Wahlkampfs daran, behauptet Buzzfeed. Nun sieht es so aus, dass die Uploadfilter doch kommen, schreibt die EU-Abgeordnete Julia Reda, und zwar auch für kleine Plattformen. Und die Berliner Zeitung fragt, ob das Entgelttransparenzgesetz für die Katz war.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.02.2019 Die SZ lernt in Kunsthalle Wien von Annette Kelm, dass Konzeptkunst auch strahlend bunt sein kann. Der Guardian erlebt, wie Tracey Emins Kunst einen neuen Grad an brutaler Ehrlichkeit erreicht. Die NZZ begleitet das literarische Ungarn auf einem Gedenkmarsch für Endre Ady durch die bittere Kälte Budapests. Und Critic.de gibt erste Empfehlungen für die morgen Abend eröffnende Berlinale.
Medienticker
06.02.2019 Aktualisiert: EU-Urheberrechtsreform: Artikel 13, schlimmer als je zuvor - Der Prinz & der Pöbler: New-York-Times-Verleger Sulzberger vs. Trump - US-Wissenschaft: Zensur & Selbstzensur - Teilerfolg: Asylsuchender gewinnt gegen die "Bild"-Zeitung - Behrouz Boochani: Buch in 5 Jahren per SMS - Wolfgang Ullrich über das geschredderte Banksy-Bild + T. C. Boyle: Video+Hörfunk-Gespräche seinen neuen Roman "Das Licht" & er rezensiert "Fiskadoro" von Denis Johnson & gibt Leseempfehlungen.
Bücherschau des Tages
06.02.2019 Dlf Kultur lernt mit Susan Woodford "Kunst verstehen". Die FAZ gewinnt mit Jeroen Olyslaegers Roman "Weil der Mensch erbärmlich ist" einen Einblick in die Ambivalenzen der Kollaboration. Die SZ empfiehlt Ulrich Siegs Buch über "Elisabeth Förster-Nietzsche und ihre Welt". Die NZZ liest zwei unbequeme Kinderbücher über Außenseiter. Der Dlf durchlebt mit Philippe Bessons Roman "Hör auf zu lügen" eine schwule erste Liebe in der französischen Provinz.
Donnerstag, 07.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
07.02.2019 Die Ungleichheit in der Welt ist in vielen Ländern vor allem eine zwischen Männern und Frauen: In vielen Entwicklungsländern haben Frauen laut Zeit online nur halb so viel Geld wie Männer. In der NZZ spricht Saul Friedländer über Antisemitismus in der alten Bundesrepublik. SZ und New York Times freuen sich über glänzende Zahlen der Letzteren. Und der Tagesspiegel bewertet die Weimarer Republik neu.
Efeu - Die Kulturrundschau
07.02.2019 Die Filmkritiker bereiten sich auf die Berlinale vor und ziehen schon mal Bilanz der Ära Kosslick. Das Van Magazin beschreibt eine Atmosphäre der Angst an der von Daniel Barenboim geleiteten Staatsoper. Die Welt staunt: plötzlich nur noch Künstlerinnen überall. Der Tagesspiegel bewundert uralte Geometrie in einer großen Pariser Ausstellung mit lateinamerikanischer Kunst. Die nachtkritik denkt über politische Bildung im Theater nach.
Medienticker
07.02.2019 Aktualisiert: Bundeskartellamt beschränkt Facebooks Sammeln von Nutzerdaten - EU-Urheberrecht: Verleger sehen Fortschritt, das Parlament ist kritisch - Venezuela: Reporter Billy Six in Haft - Bilanz 2018: Amazon setzte 17 Milliarden Euro in Deutschland um - Neues Printmagazin. Warum Bild Politik zum Flop werden könnte - Afrikaberichterstattung: Wie westliche Journalisten berichten + Rassismus-Analyse: Sie sind weiß? Dann werden Sie dieses Buch hassen.
Bücherschau des Tages
07.02.2019 Die FAZ erliegt Beate Kellners erlesenem "Spiel der Liebe im Minnesang" und amüsiert sich anschließend mit dem "Tagebuch eines Tauentzien-Girls". Die NZZ verliert sich in den nachgelassenen Fragmenten Aglaja Veteranyis. Die SZ liest mit Liviu Rebreanus "Der Wald der Gehenkten" ein expressionistisches Meisterwerk der frühen rumänischen Moderne. Die taz schwelgt schwelgt in den Beziehungsproblemen der Thirtysomethings in Simone Meiers "Kuss". Die Zeit begeistert sich für Timothy C. W. Blannings Biografie Friedrichs des Großen, die auch dessen Homosexualität nicht verschweigt.
Freitag, 08.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
08.02.2019 Sensation des Tages: Jeff Bezos' wirft dem National Enquirer, einem Donald Trump nahestehenden Boulevardblatt, vor, ihn erpressen zu wollen: "Wenn ich mich in meiner Position nicht gegen diese Erpressung wehren kann, wie viele Leute können es dann?" Das Bundeskartellamt hat Facebook attackiert - es soll ein klein bisschen schwieriger werden, Daten zu verknüpfen: Die Richtung ist richtig, so die meisten Kommentare. Im Guardian erklärt der malische Sänger Salif Keita, warum er sich für Albinos einsetzt. taz und Welt berichten über sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.02.2019 Die Filmkritiker sind zu Beginn der Berlinale nicht in Hochstimmung: Das solide Ploppen von Lone Scherfings rührseligem Wohlfühldrama "The Kindness of Strangers" zur Eröffnung löste jedenfalls keinen Feierreflex aus. Die SZ begeistert sich für die radikalen Bildexperimente des jungen Picasso. Die taz nimmt Platz in den freundlichen Möbeln von Susi und Ueli Berger.
Medienticker
08.02.2019 Aktualisiert: Tomi Ungerer ist tot - Upload-Filter: Bertelsmann lehnt die EU-Urheberrechtsreform jetzt auch ab - Iran: ROG belegt erstmals Menschenrechtsverletzungen - US-Journalistin Jill Abramson: Ein unklares Verhältnis zur Wahrheit - Wissenschaftskommunikation: Anspruchshaltung überdenken - Journal of Controversial Ideas: Wenn Menschenrechte zur Disposition gestellt werden - Fake News: WhatsApp-Maßnahmen ohne Wirkung? - Queen Kitsch: Zum Tod von Rosamunde Pilcher+ Tomas Espedal & die Literaturstadt Bergen + Hörfunktipps fürs Wcohenende.
Bücherschau des Tages
08.02.2019 Die FAZ erinnert sich mit Gunter Hofmann gern noch einmal an die menschlichen und journalistischen Tugenden von Marion Dönhoff. Die FR liest bei Sven Stillich mit leiser Wehmut nach, was von uns übrig bleibt. Jeffrey Eugenides kann auch Kurzform, lernt die SZ in dessen Erzählband "Das große Experiment". Dlf-Kultur erliegt mit Matthias Nawrats Berlin-Flaneur wider Willen dem Weltschmerz. Und die NZZ bewundert Fotografien von Karl Valentin.
Samstag, 09.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
09.02.2019 Laut Agenturen haben sich die EU-Staaten auf eine Urheberrechtsreform geeinigt: Auch kleine Plattformen sollen Uploadfilter installieren. Die New York Times analysiert die "giftigsten Unterstellungen" heutiger Antizionisten. Das Brandenburger Parité-Gesetz ist verfassungswidrig, meint die Juraprofessorin Monika Polzin im Verfassungsblog. Die SZ kann das Ossi-Wessi-Gerede nicht mehr hören. Nein, Roland Tichy ist kein Opfer der SPD, weisen Meedia und die Uebermedien nach.
Efeu - Die Kulturrundschau
09.02.2019 Die New York Review of Books betrachtet Brassai bei Nacht. Die FAZ bescheinigt dem Rechtsstreit um Takis Würgers Roman "Stella" kulturpolitische Bedeutung bei der Abwägung von Kunstfreiheit und Persönlichkeitsrechten. Die SZ fühlt sich vor der neuen BND-Zentrale in Berlin an den Todesstreifen erinnert.
Bücherschau des Tages
09.02.2019 Eine aktuellere Diagnose über das Trump-Zeitalter als James Baldwins Essay "Nach der Flut das Feuer" von 1969 lässt sich nicht finden, verspricht die FR. Na, da sind immerhin noch die Essays von Martin Amis, könnte die NZZ ergänzen, die außerdem englische Lyrikerinnen empfiehlt. Die SZ sucht mit Clemens Setz den "Trost runder Dinge". Der Dlf liest Romane von Ulrich Woelk und Anselm Oelze.
Montag, 11.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
11.02.2019 In der SZ spricht der Historiker Jean-Noël Jeanneney über die Geschichte des Hasses in der Demokratie. Nick Cohen fragt sich in seiner Observer-Kolumne, ob der britische Common Sense noch richtig tickt. In der Jungle World sieht der Soziologie David Hirsh die Demokratie im Klammergriff von Links- und Rechtspopulisten. Die taz fragt, wozu Jens Spahn einen 5-Millionen-Euro-Bericht über psychische Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen braucht. Der Houston Chronicle bringt eine riesige Recherche über sexuellen Missbrauch bei den Southern Baptists.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.02.2019 Offenbar zahlt Düsseldorf dafür, dass die Kölner eine derart bizarre Kulturpolitik machen, glaubt Milo Rau im Kölner Stadtanzeiger mit Blick auf das Debakel um die Neubesetzung der Intendanz des Schauspiels Köln. Zahlen möchte das Innenministerium für den von ihm ausgelobten Architekturpreis für Geschosswohnungsbau lieber nicht, meldet die SZ. Für das britische Buchgeschäft könnte der Brexit nicht besser laufen, weiß die NZZ. Und die Zeitungen schreiben Nachrufe zum Tod des Anarchisten und Karikaturisten Tomi Ungerer.
Medienticker
11.02.2019 Aktualisiert: EU-Urheberrechtsreform-Einigung: Für den Börsenverein drängt die Zeit - Künstliche Intelligenz in Verlagen - Verschwundener Social-Media-Auftritt: Merkels Facebook-Seite für Nachwelt erhalten - Trumps Feind ist unser Feind: Erpressungsversuch gegen Amazon-Chef - Umgang mit Rechtspopulisten in der Berichterstattung & Talkshows - Gutachten: Macht den Journalismus gemeinnützig! - Theater-Nachtkritiken aus Leipzig & Wien + Blick in die Zukunft: Von Propheten, Prototypen und Profi.
Bücherschau des Tages
11.02.2019 Die SZ liest einen Sammelband mit alarmierenden Befunden zum neuen Antisemitismus in Europa und erhält von Thomas de Maiziere Innenansichten aus der Regierungspolitik. Außerdem empfiehlt sie Julia Zejns Graphic Novel über drei Frauenleben in den Jahren 1918, 1968 und 2018. Die NZZ lernt bei Ute Kröger Else Lasker-Schülers kaum beachtete Zürcher Jahre kennen. Dlf bewundert den hohen Ton der Korrespondenz zwischen Hanne Trautwein und Hermann Lenz.
Dienstag, 12.02.2019
Magazinrundschau
12.02.2019 Jair Bolsonaro mag genauso unbeherrscht sein wie Donald Trump, hält die LRB fest, aber er ist viel gebildeter. Topic besucht die Cherokee-Indianer in North Carolina, wo es zwei Mal im Jahr Geld regnet. Im New Statesman fürchtet John Gray, dass kein Weg mehr aus der Welt der Massenüberwachung herausführt. Mississippi Today fragt, wie schwarze Frauen in den USA häuslicher Gewalt entkommen können, wenn sie sich nicht an die Polizei wenden. Und Elet es Irodalom verfolgt mit Entsetzen, wie die Agitprop-Konzerne der ungarischen Regierung jetzt selbst konservative Zeitungen kapern.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.02.2019 Kein Sex auf Instagram, und jetzt auch keine Kartoffeln mehr: Engadget beklagt die zunehmend sexuelle Zensur im Netz. Politico beobachtet die PR-Schlacht um den Prozess gegen die führenden Politiker der katalanischen Separatistenbewegung. In der NZZ plädiert der Philosoph Maurizio Ferraris für ein Mobilisierungsgehalt aller EU-Bürger von den Internetkonzernen, statt ein Bürgereinkommen vom Staat. Wie die ARD lernt, ihre Existenzberechtigung zu "framen", erzählt der Tagesspiegel. Die Welt stellt die Framing-Expertin Elisabeth Wehling vor. Da bleibt Zeit online nur noch eine letzte Zigarette.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.02.2019 In der Welt erinnert sich Max Dax, wie er das Geheimnis hinter Robert Rymans gleißend hellen Quadraten entschlüsselte. Die FAZ lernt in Robert Rodriguez' "Alita", wie man Hegel mit Actionkino versöhnt. Das Theater kommt aus postkolonialen Machtstrukturen einfach nicht heraus, lernt die Nachtkritik. Die taz findet ihre Nische im schluffigen Beat von Ednan Portnoy und Homeboy Sandman. Der Standard lauscht lieber dem existentiellen Schrei von Thomas Bernhard.
Medienticker
12.02.2019 Aktualisiert: Wut auf Journalisten: Wie Fake News & alternative Medien die Unabhängigkeit der Branche bedrohen - Finaler Kampf ums Urheberrecht: Gegner torpedieren Kompromiss - Projizierte düstere Zukunft: Bücher rund um den Brexit - Wissenschaft: Vorteile von Open Access - Im Einkaufswagen: Amazon kauft den Router-Hersteller Eero - Rundfunk: Das Sterben der Netzsendungen & BR-Rundfunkrat lehnt Helmut Markwort ab - Philosophie & Belletristik: Felix Philipp Ingold über Hans Blumenberg als Literaturkritiker+ Kinobetreiber fordern Ausschluss von Netflix-Film auf der Berlinale.
Bücherschau des Tages
12.02.2019 SZ und FAZ bewundern, wie eindringlich und einfühlsam Barbara Honigmann in "Georg" von ihrem Vater erzählt, einem Kommunisten und Lebemann, Journalisten und dezidiert nichtreligiösen Juden. Die FR liest in Chinelo Okparantas Roman "Unter dem Udala-Bäumen" von einer lesbischen Liebe in Zeiten des Biafrakrieges. Der Dlf stemmt sich mit Volker Angres und Claus Peter Hutter gegen das Insektensterben. Und die NZZ lernt von Clemens Setz, runde Dinge mit mehr Zärtlichkeit zu betrachten.
Mittwoch, 13.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
13.02.2019 Libération bringt eine Eins zum steigenden Antisemitismus in Frankreich. Eine Gesetzesänderung reicht nicht für ein Parité-Gesetz, dafür muss schon eine Verfassungsänderung her, meint Christoph Möllers in der FAZ - die Idee an sich aber findet er richtig. Die Sozialdemokraten betreiben mit ihrer sozialpolitischen Wende das Geschäft der AfD, meint Götz Aly in der Berliner Zeitung. Und Anne Applebaum hat in der Washington Post herausgefunden, was die Populisten wirklich eint.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.02.2019 Bis Klaus Lederer einen diversen Castorf-Nachfolger gefunden hat, bleibt Klaus Dörr noch Interims-Intendant an der Volksbühne, freut sich der Tagesspiegel. Und das, obwohl es hinter den Kulissen ziemlich brodelt, fügt die SZ hinzu. Wenn sie niedliche Kunst geboten bekommen, gehen Japaner auch ins Museum, weiß die SZ nach einem Besuch im Yayoi-Kusama-Museum. Die taz schildert, wie Matteo Salvini einen italienischen Sänger aufgrund seiner nordafrikanischen Herkunft attackiert. Und der Tagesspiegel lernt, dass die Wurzeln des Bauhauses in einer japanischen Teetasse liegen.
Medienticker
13.02.2019 Aktualisiert: Robo-Journalismus: Hilfe, die Roboter kommen! - Apple News: Hälfte der Erlöse kommt von den Verlagen - Framing Manual: PR-Technik oder sprachliche Manipulation? - Frage der Ressourcen: Miese TV-Programme für Kinder - Rechte Sprache: Warum "linksgrün versifft"? - Zensur in Deutschland: Seehofer verbietet PKK-Verlage - 100 Jahre Volkshochschulen: Renaissance der Erwachsenenbildung - Salman Rushdie: Fatwa war ein epochales Ereignis + Heinrich Breloer: Filmemacher mit anthropologischem Blick.
Bücherschau des Tages
13.02.2019 Die FAZ erfährt bei Daniel Beer, wie sich das Leben und Sterben im sibirischen Exil während der Zarenzeit gestaltete. Die NZZ berauscht sich mit Neil MacGregor und dem "Leben mit den Göttern". Die SZ lernt spielerisch Kommunikation mit Katharina Mevissens Debütroman "Ich kann dich hören". Dlf verdankt der afroamerikanischen Autorin Maya Angelou eines der größten Erinnerungsbücher der Literaturgeschichte und lässt sich von John Updikes Schriften über Kunst verzaubern.
Donnerstag, 14.02.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
14.02.2019 Im Standard wünscht der nach Salzburg zurückgekehrte Intendant Carl Philip von Maldeghem den Kölnern nach ihrer "Schmutzkübelkampagne" viel Spaß beim Karneval. Die Presse erfährt in einer Wiener Art-Brut-Ausstellung, wie elend Frauen um die Jahrhundertwende in Nervenkliniken behandelt wurden. Das "Fest des stählernen Penisses" feiern, aber Nobuyoshi Araki Sexismus vorwerfen, entgegnet die taz japanischen Frauenrechtlerinnen. Zeit Online möchte erstmal keinen Ton mehr über die Elbphilharmonie hören.
9punkt - Die Debattenrundschau
14.02.2019 Die EU-Politiker haben sich auf die Urheberrechtsreform geeinigt: Das Leistungsschutzrecht wird schlimmer als in der deutschen Version, fürchtet die Abgeordnete Julia Reda. In der Zeit erzählt eine Berliner Psychologin, dass das Problem der Zwangsheiraten eher noch zunimmt: "Das große Problem ist immer die Ehre." Die französischen Medien stehen erschrocken vor dem Abgrund, der sich mit den Enthüllungen über die "Ligue du LOL" aufgetan hat - und zwar in einigen der hippsten Medien wie Libération oder den Inrockuptibles.
Medienticker
14.02.2019 Aktualisiert: Verleger jubeln über die EU-Urheberrechts-Einigung, Journalistenverbände sind uneinig: Dieser Kompromiss gefährde das freie Netz & Sascha Lobo fragt sich: Wollt ihr Europa zerstören? - Prozess um rassistische Chats: Sieg für die Pressefreiheit - Digitale Kunsthalle zum Auftakt mit Lucas Cranach - Verunsicherung: Der Brexit & die Kultur - Geschichtsrevisionismus in Ungarn? - 20 Jahre literaturkritik.de + Shortlists für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 stehen fest.
Bücherschau des Tages
14.02.2019 FAZ und Zeit warnen davor, Dirk von Lotzow zu unterschätzen: Entwicklungsroman und Topografie der BRD erhalten sie mit dessen Miniaturen "Aus dem Dachsbau". Die FAZ empfiehlt außerdem die von Lawrence Block herausgegebenen Schriftsteller-Fantasien zu großen Gemälden. Unerhört und berückend findet die FR Julian Barnes' neue Liebesgeschichte. Dlf findet in Marie Darrieussecqs Dystopie die Seele der Gegenwart. Und Dlf Kultur sucht mit Christoph Kemp nach verlorenen Arten.
Freitag, 15.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
15.02.2019 Erst brauchen wir eine KI mit Sinn für Humor, dann kann das neue EU-Urheberrecht kommen, fordert Julia Reda in der taz. Wenigstens sind jetzt auch originalgetreue Reproduktionen gemeinfreier Werke frei, meint die Wikimedia Foundation. Die SZ stellt den Mann vor, den sich viele Gelbwesten als Präsidenten wünschen: den 61-jährigen Ex-General Pierre de Villiers. Die NZZ wird im russischen Winter zum Philosophen.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.02.2019 Die Berliner Zeitung lernt in einer Broschüre zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts die Grenzen der Toleranz am Theater kennen. Die taz vernimmt sanften Ärger um die Nominierungen zum Leipziger Buchpreis. Der Guardian blickt aufgeregt der mysteriösen Schieferwolke entgegen, die der japanische Architekt Junya Ishigami für den Londoner Serpentine Pavillon geplant hat. Einen Hauch japanischer Architektur entdeckt auch die FAZ im neuen Berliner Kreativquartier.
Medienticker
15.02.2019 Aktualisiert: Bruno Ganz ist tot - Globalisiertes Missmanagement: Kultur der Verantwortungslosigkeit - Urheberrechts-Reform an den entscheidenden Stellen zu vage & Jetzt hilft nur noch Protest auf der Straße - Zwischenbuchhandel: Analyse der KNV-Insolvenz - Bloggen wieder cool: "Medium" is the message & Blog als Bühnenstück: News-Satire Die Tagespresse - USA: Facebook droht Milliarden-Strafe - Rückzug auf Raten der Funke-Mediengruppe - Auslandsmedien in China: Immer mehr Schikanen + Hörfunktipps fürs Wochenende.
Bücherschau des Tages
15.02.2019 Die FAZ lernt bei Lindsey Fitzharris den "Horror der frühen Medizin" kennen. Die NZZ kriecht mit Dirk von Lotzow in den Dachsbau und findet Walter Benjamin. Außerdem begleitet sie Philipp Blom zum Totentanz ins barocke Venedig. Dlf lernt Ferdinand Pessoa in dessen Selbstzeugnissen als Philosophen und Esoteriker kennen. Und Dlf-Kultur entdeckt in Günter Kunerts nach 45 Jahren erstmals veröffentlichtem Roman "Die zweite Frau" die authentische DDR.
Samstag, 16.02.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
16.02.2019 Die FAZ staunt, wie subversiv afrikanische Künstler im Karlsruher ZKM altem und neuem Kolonialismus begegnen. Etwas mehr Subversivität hätte sich die Nachtkritik hingegen in Nurkan Erpulats Bremer Inszenierung von Fatih Akins "Aus dem Nichts" gewünscht. Man trägt jetzt Frumat statt Lederimitat, lernt die NZZ auf der Vegan Fashion Week. In der taz plaudert Dirk von Lotzow über erste Gehversuche im Punk und Antje Rößeler über die Berliner Jazzszene.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.02.2019 In der Welt attackiert Maxim Biller den Spiegel, der in neuer linksrechtsdeutsche Manier seinen Frieden nicht nur mit den Nazis der Vergangenheit mache, sondern auch mit denen der Gegenwart. Die NZZ pocht auf ein #MeToo für die muslimischen Länder. Die SZ misst in Freiburg der gestressten Großstadt den Puls. Die FAZ blickt auf den Abgrund der Verlogenheit, der sich im Russischen Staatsfernsehen auftut. Die taz fragt: Wer ließ die Ukrainerin Katja Handsjuk ermorden?
Bücherschau des Tages
16.02.2019 Die FAZ erliegt dem Reiz einer entzauberten Liebe in Julian Barnes' einziger Geschichte. Die NZZ feiert in Barbara Zemans Debütroman "Immerjahn" eine exzentrische Party mit Malewitsch und Bacon und zieht dann mit Joshua Ferris' "Männern, die sich schlecht benehmen" weiter. Die Welt lernt in T. H. Whites Psychodrama, wie der Mensch zum Habicht wird und in Rüdiger Görners berauschter Kokoschka-Biografie, wie man menschlich bleibt. Dlf entdeckt einen Schatz in Giorgi Maisuradzes und Patrick Schollmeyers Band über Georgiens Antike. Und die SZ empfiehlt heute Kinderbücher.
Montag, 18.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
18.02.2019 In Paris ist Alain Finkielkraut von Gilets jaunes antisemitisch beschimpft worden - in den sozialen Netzen und den Medien wird heftig über den Vorfall diskutiert. In Großbritannien wird erbittert über die Frage debattiert, ob man IS-Kämpfer und ihre Ehefrauen zurückkommen lassen soll - ja, meint Kenan Malik im Observer. Netzpolitik veröffentlich das "Framing"-Papier der ARD, das diese aus "urheberrechtlichen Gründen" nicht freigeben wollte. In der taz fordert Verleger Jörg Sundermeier Regierungshilfen nach der Insolvenz des Grossisten KNV.
Efeu - Die Kulturrundschau
18.02.2019 Die Feuilletons trauern um den Schauspieler Bruno Ganz, dessen Kunst sich zwischen Himmel und Hölle bewegte (NZZ), der so sanft explodieren konnte (Tsp) und selbst das Unedelste veredelte (FAZ). In Dieter Kosslicks letzter Berlinale erleben die KritikerInnen noch einmal all seine Stärken und Schwächen: Interessante Stoffe, aber wenig Kinokunst. SZ und Standard begeistern sich für Nadav Lapids Bären-Gewinner "Synonymes", der bei der taz allerdings mit seinem Leiden an Israel auf Vorbehalte stößt. Und ZeitOnline erklärt, wie man mitreden kann, ohne mitzulesen.
Medienticker
18.02.2019 Debatte um Uploadfilter: Das "Mauschelinferno" hinter der Copyright-Reform & Die Verleger verlieren das Vertrauen in den Markt - Social-Bots-Furcht: Panikmache der Medien - Systemrelevanz: Nach der KNV-Insolvenz Umfragen, Interviews, Analysen & "Die Gründe liegen nicht im Buchmarkt selbst", meint der Börsenverein - Das andere Amerika oder eine fast heilige Johanna: Joan Baez auf Abschiedstournee.
Bücherschau des Tages
18.02.2019 Brillant findet die SZ Sebastian Barrys Roman "Tage ohne Ende", der von zwei schwulen Desperados und ihrem Soldatenleben in den Great Plains erzählt. Lobend nimmt sie auch Monika Ritzers Biografie des Individualisten Friedrich Hebbel auf. Die FAZ goutiert Sandra Hüllers Lesung von Mariana Lekys Roman "Die Herrenausstatterin". Und der Dlf fragt, ob sich Kinder wirklich für die gleichen großen Fragen interessieren wie junge Eltern.
Dienstag, 19.02.2019
Magazinrundschau
19.02.2019 
Das
New York Times erklärt, wie
jeder Nordkoreaner durch das
Songbun-System von Geburt an in eine Skala der
ideologischen Zuverlässigkeit eingeordnet wird - ohne dass man ihn über seinen Platz in der Hierarchie informiert. In
Magyar Narancs kritisiert der Cellist
István Várdai die Musikausbildung in Deutschland.
La Vie des Idees feiert die erste Gesamtausgabe des großen Filmkritikers
André Bazin.
Wired steigt ein in die kommende "
Mirrorworld", während auf
Eurozine Richard Sennett den Facebook-Einwohnern empfiehlt, mal
in die Stadt zu gehen.
Efeu - Die Kulturrundschau
19.02.2019 Die SZ geißelt nach dem DAU-Debakel in Paris Immersion als Ideologiefalle, die Räsonnement und Kritik außer Kraft setze. Der Tagesspiegel berichtet, dass der Prozess gegen Kirill Serebrennikow in Moskau von vorn beginnt. In der NZZ möchte T.C. Boyle Steuern auf sein Marihuana zahlen als Abgaben an die Mafia. Monopol kostet auf der Biennale von Kerala ein Curry aus alten Reissorten.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.02.2019 Will Jens Spahn sich mit seiner Studie zu psychologischen Folgen von Abtreibung bei deren GegnerInnen beliebt machen, fragt Alice Schwarzer in emma.de. Nicht nur bei den Gelben Westen auch im Feminismus gibt's gefährliche Tendenzen, meint Virginie Despentes im Freitag, zum Beispiel den "puritanischen Feminismus". Die Linke hat den Laizismus verraten, sagt Alain Finkielkraut in der Presse. Aber was soll's, es gibt ja sowieso kein rationales Denken, sagt - zum Staunen der FAZ - das Framing-Papier der ARD.
Medienticker
19.02.2019 Aktualisiert: Karl Lagerfeld ist tot - Kreative KI: Kurzfristig überbewertet, langfristig unterschätzt - Lexikon: Wie Google & Amazon die Wikipedia gefährden - Soziale Netzwerke oder Digitale Gangster: Facebook ist überbewertet - Fake News & Co: Wie Google Desinformation bekämpft - Google Pay: Fiskus nutzt Mittelständler als Steuereintreiber für Google & Co. - USA: 2018 über 15.000 Medien-Jobs verloren - YouTube verantwortlich für Verbreitung von Flat-Earth-Bewegung.
Bücherschau des Tages
19.02.2019 Die FAZ folgt Roberto Arlt ins Argentinien der zwanziger Jahre und verfällt dem Bann wahnhafter Umstürzler, heiliger Huren und gieriger Goldsucher. Stefan Peters erklärt ihr das Debakel der Bolivarischen Revolution in Venezuela. Die SZ feiert Marente de Moors Roman "Aus dem Licht" über den französischen Erfinder Louis Le Prince. Der Dlf wirft mit Robert Kaltenbrunner einen Blick in die Stadt der Zukunft und erlebt mit Hanya Yanagihara die Kabalen von Ethnologen in Mikronesien.
Mittwoch, 20.02.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
20.02.2019 Karl Lagerfeld ist tot. Le Monde und Libération rufen zum letzten Defilee für die Ikone des Luxus und der Moden. Den Inbegriff schlichter Eleganz erlebt die NZZ dagegen bei einem Gastspiel des No-Theaters in Paris. Die FAZ sieht den zeitgenössischen Tanz in einer eklatanten inhaltlichen Krise. Die SZ freut sich über die lustvolle Malerei der Lettin Ida Kerkovius. In der taz erinnert sich der Experimentalmusiker Günther Schickert an seine Krautrock-Zeit.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.02.2019 Im Netz und den Medien wird heftig über das Framing-Papier der ARD gestritten: Ist es "Schönsprech" oder "von vielen missverstanden" oder gar eine "Umerziehungsfibel" zum Preis von 120.000 Euro? Wir bringen eine ausführliche Presseschau. Der Tagesspiegel legt offen, wie sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim
Thema Sterbehilfe gegen das Bundesverwaltungsgericht stellt - unter
anderem mit einem überflüssigen Gutachten, für das Udo Di Fabio 95.000 Euro erhielt. Im Gespräch mit der Welt über die Insolvenz des Grossisten KNV findet Verleger Klaus Schöffling sehr selbskritische Worte über die Bruchbranche.
Medienticker
20.02.2019 Aktualisiert: Pionierin im Netz: Nora Gomringers Rede zur Poesie - Online-Medien: NewsGuard gegen postfaktische Berichterstattung - Verstaatlichung von KNV gefordert: Buchhandel statt Banken retten - Big Data fürs Gemeinwohl: Her mit der Daten-Genossenschaft! - Desinformation in sozialen Medien - Untersuchungsbericht: Facebooks Massive Rechtsverstöße - Eigentor: Wie die ARD in der Framing-Debatte rechten Kritikern in die Karten spielte - Urheberrecht: Uploadfilter waren gestern + Der ewige Perfektionist: Barbara Vinken & Verleger Gerhard Steidl über Karl Lagerfeld.
Bücherschau des Tages
20.02.2019 Die SZ stellt Donatella Di Pietrantonios Mutter-Tochter-Geschichte "Arminuta" in eine Reihe mit Ignazio Silone und Elsa Morante. Die FAZ erkundet Gerald Murnanes "Grenzbezirke". Die FR lauscht den Gesängen von Tanja Maljartschuks "Blauwal der Erinnerung". Die taz ist beeindruckt von einem neuen August-Sander-Fotobuch.
Donnerstag, 21.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
21.02.2019 Wie "framet" man einen Kommunikationsunfall? Die Medien streiten weiter über das Framing-Papier für die ARD: Schuld an dem ganzen Debakel sei jedenfalls Mathias Döpfner, der die Öffentlich-Rechtlichen im Jahr 2017 als "Staatsfunk" geframed hatte, heißt es in der NDR-Sendung "Zapp". In der Zeit spricht Alain Finkielkraut über die antisemitischen Attacken der Gelbwesten. "Rechts" und "Links" sind in dieser Bewegung jedenfalls nicht mehr zu unterscheiden, meint Richard Herzinger in der Welt.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.02.2019 In der NZZ schildert der Schriftsteller Murat Uyurkulak den erbitterten Kampf türkischer Autoren gegen Zensur und Repression. Die Filmkritiker sind sich uneins über Adam McKays Dick-Cheney-Porträt "Vice": Meisterhaftes "Gemälde einer verlogenen Kaste", meint die NZZ, zu oberflächlich, findet die taz. Die SZ schaut auf den Fotografien von Katie Wilson ins finstere "Herz der britischen Gesellschaft" und verfällt der Magie des serbisch-französischen Geigers Nemanja Radulović.
Medienticker
21.02.2019 Aktualisierte: Claude Goretta ist tot - EU-Urheberrecht: Keine Verpflichtung für Upload-Filter - Das Ende von Cumhuriyet: Haftstrafen für türkische Journalisten - KNV-Insolvenz & der fragile deutsche Buchhandel - Marketing-Automation: Chatbots im Verlagsmarketing - "Protagonistin erfunden": SZ Magazin & Spiegel trennen sich von preisgekröntem Autor - Berlinale: Wenn Journalisten von "starken Frauen" sprechen - Esther Dischereits Briefe aus den USA + Epochales Projekt: 200 Jahre Monumenta Germaniae Historica.
Bücherschau des Tages
21.02.2019 Elektrisiert und erschüttert liest die FAZ Ford Madox Fords "allertraurigste Geschichte" aus dem Jahr 1915. Dlf-Kultur greift lieber zu Julian Barnes' "einziger Geschichte" und Michael Pollans erkenntnisreicher Studie über bewusstseinserweiternde Drogen. Die FR findet dank Clemens J. Setz Trost in runden Dingen. Die Zeit begleitet Mela Hartwig durch das Wien der späten Dreißiger. Und die SZ blickt hinter die düstere Maske von Yukio Mishima.
Freitag, 22.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
22.02.2019 In der SZ schreibt Michal Hvorecky ein Jahr nach dem Mord an Jan Kuciak über die Stimmung in der Slowakei. Die Welt bringt ein Pro und Contra zur Frage, ob es in Berlin ein Mahnmal für die polnischen Opfer der deutschen Besatzung brauche. Börsenblatt und Deutschlandfunk versuchen, die Krise der Buchbranche nach der Insolvenz des Grossisten KNV auszuloten. L'Espresso weist nach, dass Wladimir Putin über Umwege den Europa-Wahlkampf der Lega Nord subventionieren wollte.
Efeu - Die Kulturrundschau
22.02.2019 Der Tagesspiegel sorgt sich nach den Machtmissbrauchsvorwürfen um Daniel Barenboims Lebenswerk. Presse und Standard feiern die Wiederentdeckung des Ornaments durch die feministische Künstlerbewegung "Pattern and Decorations". In der SZ erklären Ulrich Khuon und Bianca Klose, weshalb die Neuen Rechten es gerade auf das Theater abgesehen haben. Und Jungle World hält nicht viel von der Wiedercoolwerdung der Deutschen durch den Berlin-Serien-Hype.
Medienticker
22.02.2019 Aktualisiert: Documenta 15: Indonesisches Künstlerkollektiv kuratiert - Westen & Meinungsfreiheit: Die freie Welt legt sich selbst einen Maulkorb an - Schluss mit der Featureritis: Her mit den Fakten! - Storytelling: Datenjournalismus im Alltag - EU-Urheberrechtsreform oder Das "absolute Unverständnis" - Dokument der Hilflosigkeit & Heucheltraining: ARD-Neusprech - Anti-Fake-News-Tool: Newsguard prüft bald auch deutsche Nachrichtenseiten - Digitalpakt: Verlage stehen bereit + Hörtipps fürs Wochenende.
Bücherschau des Tages
22.02.2019 Die FAZ lernt dank Peter Geimer die Fliege kennen und lieben. Die NZZ studiert mit dem Verleger Arnulf Conradi lieber die meditative Kunst der Vogelbeobachtung. Die SZ spricht mit Eleonore Büning angeregt über Beethoven und erfährt von Reni Eddo-Lodge, weshalb sie nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spricht. Dlf vertieft sich in die brillant ins Deutsche übertragenen Briefe von Samuel Beckett. Und Dlf-Kultur lernt mit Siegfried Lichtenstaedter einen scharfsinnigen Propheten des Holocaust kennen.
Samstag, 23.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
23.02.2019 Die SZ fragt sich, wie sich die ARD ihr Publikum vorstellt - etwa als "bestenfalls halbbewusst dämmernde Masse," der man per "Framing" die richtigen Ansichten einimpft? Die FR vergleicht die "Framing"-Idee mit der Fälschungssoftware, mit der die Autoindustrie konforme Abgaswerte vorgaukelte. Warum wird die Staatsanwaltschaft bei Pädophilie-Vorwürfen eigentlich nicht tätig, fragt die SZ mit Blick auf die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche. Im Guardian schreibt der Medienforscher Hossein Derakhshan über den Niedergang der Auslandsberichterstattung.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.02.2019 Die Documenta stellt ihren neuen Kurator für 2022 vor: das indonesische Künstlerkollektiv Ruangrupa. Die NZZ fragt sich, warum der Superheldenfilm "Black Panther" als antirassistische Intervention gefeiert wird, wenn er doch die Neurechten so gut bedient. Auf Zeit online stellt der österreichische Regisseur David Schalko sein Serien-Remake von Fritz Langs "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" vor. Für die FAZ ist die Serie ein Traumkind. Die Musikkritiker diskutieren spät, jetzt aber doch noch den in die Kritik geratenen Führungsstil Daniel Barenboims.
Bücherschau des Tages
23.02.2019 Beeindruckt, aber auch traurig liest die NZZ den dritten Band von Michael Rutschkys Tagebuchaufzeichnungen: In "Gegen Ende" notiere Rutschky so präzise wie depressiv. Die SZ liest die neuen Erzählungen Feridun Zaimoglu und staunt über die Empathie des Autors mit den Frauen. Die FAZ empfiehlt eine Erzählung des argentinischen Autors Cesar Aira.
Montag, 25.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
25.02.2019 In der NZZ erinnert Peter Schneider noch einmal mit Nachdruck daran, dass es derzeit auf der ganzen Welt kein attraktiveres Lebensmodell als die EU gibt. Dennoch werden die Rechtsextremisten bei der Europawahl hinzugewinnen, fürchtet die FR. Der Tagesspiegel thematisiert die Krise bei Amnesty international. Die französischen Medien machen sich Sorgen: Die algerische Jugend - mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landes - könnte sich gegen eine fünfte Amtszeit des bettlägerigen Präsidenten Bouteflika wehren - oder nach Frankreich abhauen.
Efeu - Die Kulturrundschau
25.02.2019 Mit verhaltener Begeisterung wird die gestrige Oscar-Vergabe auifgenommen, bei der Peter Farrellys versöhnliches Rassismus-Drama "Green Book" zum besten Film gekürt wurde. FAS und taz kommen noch einmal auf den moralischen Defekt von Florian Henckel von Donnersmarcks "Werk ohne Autor" zurück, der erwartungsgemäß leer ausgegangen ist. Die FAZ taucht überdies mit Ellen Gallagher in die schwarzen Wasser des Mississippi. Und in der SZ kündigt das Kollektiv Ruangrupa für die Documenta 15 eine Crypto-Währungsreform an.
Medienticker
25.02.2019 Aktualisiert: Druck in der Türkei wächst: Aber auch der Trotz der Autoren. Und die Literatur blüht wie nie zuvor - Meinungsfreiheit: Wo die Grenzen des Sagbaren liegen - Angriff auf Journalisten in Thüringen - Soziale Netzwerke: Warum Hasskommentare psychische Gewalt sind - Öffentlich-Rechtliche: Eine für alle und die XXL-Mediathek - Vertane Chance: EU-Urheberrechtsreform ein Geschenk an die Verlage - Über das Denken Carl Schmitts - Zum 120. Geburtstag von Erich Kästner + Zum 50. Todestag von Karl Jaspers.
Bücherschau des Tages
25.02.2019 Virtuos, episch, mitreißend und, ja, weitschweifig, findet die FR Michael Roes' Roman "Herida Duro", der überdies noch in Albanien und über ein paar tausend Jahre Abstand spielt. Deutschlandfunk Kultur lotet mit Thomas Biebricher die Krise des Konservatismus aus. Die SZ bespricht politische Bücher, darunter Samuel Schirnbecks "Gefährliche Toleranz", und die FAZ Kinderbücher.
Dienstag, 26.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
26.02.2019 Viele Medienthemen, heute: Die DuMont-Gruppe plant angeblich, sich von sämtlichen ihrer Zeitungen zu trennen, meldet horizont.net. Die New York Review of Books benennt laut New York Times zwei NachfolgerInnen für Ian Buruma. Apple News ist für Medien ein totaler Flop, berichtet Digiday. Jeremy Corbyn unterstützt jetzt ein zweites Brexit-Referendum - aber laut Guardian hätte die Idee im House of Commons wenig Chancen. Isolde Charim sucht in der taz nach positiven Beispielen einer direkten Demokratie.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.02.2019 Der Kunst-Tyrann ist tot, ruft der Tagesspiegel in die Barenboim-Debatte, es lebe die Sonnenkönigin! In der Berliner Zeitung rät die Schriftstellerin Rachel Cusk zum netten, fürsorglichen Mann. Die Welt überlegt, ob der Schock, den die Moderne Europa bereitete, auch global gewirkt hätte. Die Kritiker ziehen nach der Oscar-Verleihung noch immer lange Gesichter: Besonders demoralisierend finden sie die Auszeichnung für Peter Farrellys "Green Book".
Magazinrundschau
26.02.2019 Im New Yorker blickt Jill Lepore auf ihren Konkurrenten: den Roboter. Die New York Times seufzt: gut bezahlt macht auch nicht glücklich. In Aeon erinnert der Arabist Bruce Fudge an eine Hauptfigur aus Salman Rushdies "Satanischen Versen": Ibn Abi Sarh, der seine Autorschaft über die des Propheten stellte. In Eurozine huldigt Javier Cercas dem allesfressenden, mutierenden Monster Roman. Hyperallergic erzählt, wie Aserbaidschan die Spuren der Armenier ausradiert. In Ceska pozice blickt David Runciman ins faltige Gesicht der Demokratie.
Medienticker
26.02.2019 Aktualisiert: Grimme-Preise verkündet - "Print wird leider unterschätzt", meint Burda-Verlagschef Burkhard Graßmann - Paid Content: Bedingt zahlungsbereit - Instagram-Storys: Die kreative Art des Geschichtenerzählens - Ulrich Woelks Coming-of-Age-Geschichte - Bücher & der Brexit: Britische Verlage horten Farbe und Papier - Erinnerungen an Karl Jaspers - Im Hörfunk: Helene Hegemann im Gespräch - Bela B als Romanautor - Live "Rudelsingen" + "Such A Shame": Zum Tod von Mark Hollis.
Bücherschau des Tages
26.02.2019 Dlf Kultur bewundert Wut und Belesenheit in Reni Eddo-Lodges Manifest "Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche". Der Dlf schlägt sich mit Ewald Ochel durch deutsche Revolutionen. Die FAZ erkennt in den Storys "Morgen Grauen" des inhaftierten Selahattin Demirtas' das morsche Gefüge des türkischen Staates. Die SZ bewundert Tempo, Witz und Einfallsreichtum in den neuen Romanen von Cesar Aira. Und die taz geht mit Catherine Meurisse aufs Ziegenkäsefest in der Provinz.
Mittwoch, 27.02.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
27.02.2019 Der mögliche Verkauf der Zeitungen der Dumont-Gruppe (falls jemand sie haben will!) wäre ein Einschnitt: Ist eine lokale Öffentlichkeit ohne Zeitungen denkbar, fragt Spiegel online. Schuld an dem Debakel ist letztlich der Patriarch Alfred Neven DuMont, der es versäumte, die Gruppe zu modernisieren, meint Meedia. Öffentlichkeit ist auch in anderen Artikeln Thema: Wie funktioniert heute ein Skandal, fragt etwa Ilija Trojanow in der taz. Und wer entscheidet wie, wen die Studienstiftung einlädt, fragt die FAZ. Und die Welt zeigt, wie man andere der Propaganda beschuldigt, während man selber welche macht.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.02.2019 taz und Tagesspiegel bewundern Jia Zhang-kes neuen Film "Asche ist reines Weiß", der Chinas Transformation als ungeordnetes Nebeneinander von Freiheit, zerbrechenden Welten und organisiertem Verbrechen zeigt. Die SZ spürt in den Großsiedlungen der Neuen Heimat der Sehnsucht nach einem anderen Morgen nach. Die NZZ fragt, wie sich die weibliche Avantgarde Anfang des 20. Jahrhunderts in Luft auflösen konnte. Die NY Times blickt auf die Whitney Biennale, die nicht jung, heiß und neu wird, sondern prekär. Und auch heute trauern die Feuilletons um Tak-Talk-Sänger Mark Hollis.
Medienticker
27.02.2019 Aktualisiert: Mathias Döpfner: "Lieber Insolvenzen von Zeitungen als der subventionierte Verlust ihrer Unabhängigkeit" - Köln ohne DuMont-Dynastie: Bis jetzt unvorstellbar - Datenschutz: Bundesdatenschutzbeauftragter warnt vor Uploadfiltern - Italiens Journalisten in Gefahr - Fusion: Unionsverlag & Weissbooks unter einem Dach - Russland: Internet-Giganten müssen Druck widerstehen - SWR-Bestenliste März + Das Schriftstellerpaar Grünbein/Sichelschmidt im Gespräch.
Bücherschau des Tages
27.02.2019 Die FAZ durchlebt mit Tobias Arand die Grausamkeiten des Deutsch-Französischen Krieges. Die FR taucht ein in die bruchstückhaften Erinnerungen Maria Stepanovas. Die NZZ begibt sich mit Barbara Honigmanns Geschichte ihres Vaters Georg Honigmann in die Glamour-Regionen der DDR. Die SZ reist mit Tijan Sila nach Crocutanien, wo das Flippern verboten ist.
Donnerstag, 28.02.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
28.02.2019 Im Börsenblatt verteidigen einige Buchhändler Takis Würger, dessen Erfolg Feuilletons ihren Bedeutungsverlust vor Augen geführt habe. Warum kommen die Vorwürfe erst jetzt, fragt Daniel Barenboim im Zeit-Interview, eine Kampagne witternd. In der Welt erinnert Bazon Brock daran, dass Mies van der Rohe auch Hitler auf den Freischwinger setzte. Pädagogisch wertvoll finden die KritikerInnen George Tillmans "The Hate U Give". Und der Guardian feiert die Nackten der Renaissance in der Londoner Royal Academy of Arts.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.02.2019 Die Demokratie stirbt nicht mit einem Knall, sondern durch langsame Erosion, konstatiert der Rechtsprofessor Christoph Schönberger in der FAZ - und zwar auch im Bundestag, wo CDU und SPD still und heimlich alte Regeln außer Kraft setzten, um sich besser zu finanzieren. Im Freitag erklärt Horst Bredekamp, dass gerade die heute oft als Räuber geltenden Ethnologen ausgesprochene Gegner des Kolonialismus waren. Die SZ fragt sich nach einer Diskussion zwischen Paul Collier und Robert Habeck , ob das schwindende Rot mit dem urbanen Grün noch vereinbar sei.
Medienticker
28.02.2019 Aktualisiert: Cover-Check: Spiegel & stern verlieren - Urheberrechtsreform: Worum geht es beim Uploadfilter+Leistungsschutzrecht-Streit - UN-Berichterstatterin warnt vor EU-Gesetz gegen Terrorpropaganda - Wolfram Schütte über Hans Wollschläger & Arno Schmidt - Magazin-Neustart von Springers Bild Politik ernüchternd - Journalismus: Lehren aus medialen Übertretungen - Aktuell: Bestenlisten & Buchcharts - Shakespeare Hollywoods: Drehbuchautor Ben Hecht + Andy Anderson, der Ex-Cure-Drummer ist tot + Heute "Rechtswalzer" in Wien.
Bücherschau des Tages
28.02.2019 Die FAZ überlässt sich der verwilderten Poesie von Paulus Böhmer. Die taz lernt in Jörg-Uwe Albigs Roman "Zornfried", wie gefährlich die neuen Rechten dem Journalisten werden können. Die Zeit wartet auf Verbesserungen, bis sie sich Sophie Wennerscheids Träumen vom Roboter-Sex hingibt. Dlf Kultur amüsiert sich mit Amitava Kumars Roman "Am Beispiel des Affen" über das Ungeheure von Immigration. Die SZ liest drei Fontane-Biografien.