Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Mittwoch, 01.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Ende des Zeitalters der Lässigkeit

01.09.2021 In der FAZ antwortet Jochen Buchsteiner auf Navid Kermani: Nein, die Afghanen wollen keine westlichen Werte. Wer stößt in das Vakuum, das die Amerikaner hinterlassen: der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Saudi Arabien?, fragt der Guardian. Chinesischer oder russischer Imperialismus anyone?, fragt Politico. Europa streitet derweil über die Aufnahme von 40.000 bis 50.000 afghanischen Flüchtlingen, berichtet Zeit online. Und: Was Lukaschenko an der belarussischen Grenze zur EU aufführt, ist hybride Kriegsführung, warnt bei Politico die lettische Innenministerin Marija Golubeva.

Efeu - Die Kulturrundschau

Zwischen Schönheit und Desaster

01.09.2021 Die FAZ feiert das Berliner Architekturkollektiv Raumlabor, das in Venedig für seine visionären Entwürfe mit dem Goldene Löwen ausgezeichnet wurde. Die FR blickt ebenfalls nach Venedig, wo heute die Filmfestspiele mit dem Hang zum Schwelgerischen beginnen. SZ und taz lauschen gebannt Heiner Goebbels' beim Musikfest in Berlin uraufgeführter Megasinfonie "A House of Call".  Und die NZZ seufzt: Im Londoner Globe Theatre gibt es jetzt selbst "Romeo und Julia" nur noch mit Trigger-Warnung.

Medienticker

Warten auf Godot für Kinder

01.09.2021 Fake News+Hetzkampagnen auf Bestellung & Wissenschaftliche Veröffentlichungen wurden durch eine "dumme" künstliche Intelligenz geschrieben - Daniel Kehlmann zur Felix-Krull-Verfilmung: Ein Film fürs Vergnügen - 78. Filmfestival & Architekturbiennale in Venedig - Feministisches Statement zur Pop-Geschichte - Streit ums Judentum: Wer gilt als Jude und wer darf als solcher reden? - Musik für die große Bühne: Zum Tod des Komponisten Siegfried Matthus - Die aktuellen Buchcharts/Bestseller + Der "Große Preis des Deutschen Literaturfonds" geht an Ulrike Draesner.

Bücherschau des Tages

Ein Moskau der glühenden Liebesfarben

01.09.2021 Die NZZ nimmt mit Hervé Le Tellier den Flug 006 von Paris nach New York und lässt sich von der dann eintretenden "Anomalie" oulipoetisch amüsieren. Ebenfalls die NZZ übt mit Rüdiger Safranski und einigen seiner Protagonisten von Pico della Mirandola bis Hannah Arendt "Einzeln sein". Und die FAZ lernt "Mathematik für die Platonlektüre".

Donnerstag, 02.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Oder auch das Pronomen frau

02.09.2021 In Texas tritt heute ein drakonisches Abtreibungsgesetz in Kraft, der Supreme Court wird es nicht stoppen, berichten Guardian und hpd.de. Der Streit um jüdische Identität geht weiter: Mirna Funk wirft Max Czollek in der FAZ vor, über seine Herkunft geflunkert zu haben - nur sein Großvater ist jüdisch. Maxim Biller fragt in der Zeit, was eigentlich das Problem von A. Dirk Moses und anderen "herrenmenschelnden Postkolonialisten" mit dem Holocaust ist. Bei turi2 erklärt die Chefredakteurin der Welt, warum es "kein bisschen Verzicht" ist, wenn eine Zeitung plötzlich um acht Seiten dünner ist.

Efeu - Die Kulturrundschau

Sieben oder acht Gewehre

02.09.2021 Pedro Almodóvar erzählt in "Madres paralelas", dem Eröffnungsfilm der Filmfestspiele in Venedig, von zwei ungeplant schwangeren Frauen: undogmatisch und erfrischend großzügig, schwärmt der Standard. Mei Wei erzählt in der nachtkritik von der Wiederaufnahme eines Propagandastücks aus den sechziger Jahren in Schanghai, bei dem die älteren Zuschauer lustvoll mitsangen. Im Van Magazin berichtet Antonia Munding vom Molyvos Festival, das in Griechenland unter dem Motto "Freiheit" wenige Kilometer vor dem türkischen Hoheitsgebiet und ebenso wenig entfernt von den Flüchtlingen im Lager Kara Tepe stattfindet.

Medienticker

Poesie eines fremden Landes

02.09.2021 LGBTIQ: Studie zeigt drastisches Ausmaß der Online-Zensur in autoritären Staaten -  Verfolgungs- & Opfergeschichte: Jüdische Identität in Schulbüchern - Mit Bücherschränken das Klima retten? -  Afghanistans Literatur: Poesie eines fremden Landes + Mikis Theodorakis ist tot ... Viel mehr als Alexis Sorbas.

Bücherschau des Tages

Überschuss eines zum Utopischen neigenden Denkens

02.09.2021 Die FAZ stöbert unter einem Feigenbaum durch einen Band mit Erzählungen aus Georgien und Abchasien. Großes Lob auch für Ling Mas Kapitalismussatire "New York Ghost". Die NZZ grübelt mit George Packer über "Die letzte beste Hoffnung" der USA nach. Dlf empfiehlt den Roman "Überleben" der simbabwischen Autorin und designierten Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga. SZ und Zeit lassen sich von Angelika Klüssendorf und einem ermordeten Ehemann durch die Wende in einem ostdeutschen Dorf führen.

Freitag, 03.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Beruhigender Vater der Nation

03.09.2021 Monika Grütters zieht in der FAZ eine Bilanz ihres segensreichen Wirkens. Und sie attackiert ihre Untergebenen aus den Kulturinstitutionen und deren "Weltoffen"-Aufruf. SZ und New Statesman beruhigen die deutsche Wählerschaft: Olaf Scholz kann Kanzlerin. Und Xi Jinping kann Mao: An die Stelle von Online-Spielen und effeminierten Männern aus Casting Shows setzt er das neue Schulfach Xi-Jinping-Kunde, berichten verschiedene Medien. Der Economist macht sich Sorgen über die "illiberale Linke".

Efeu - Die Kulturrundschau

Seine Lieder sind Fahnen

03.09.2021 Die Welt staunt in Venedig, mit welcher Wucht Jane Campion in ihrem Film "The Power of Dog" das Feld toxischer Männlichkeit beackert. Die SZ will auch in der Kunsthalle Rotterdam keine niedlichen Tiere mehr sehen, solange die als Fischstäbchen auf unserem Teller landen. Monopol fragt sich, warum die sonst so kritische Kunstwelt Kanye West zu Füßen liegt. Und: Die Musikkritiker trauern um den großen Komponisten und Widerstandskämpfer Mikis Theodorakis.

Medienticker

Mehr als Kampf & Action

03.09.2021 Aktualisiert: WhatsApp: Facebook-Tochter soll 225 Millionen Euro zahlen - Krimibestenliste September - Longlist des Österreichischen Buchpreises - Amazon schafft 55.000 neue Corporate- und Tech-Jobs -  Reise durch eine Epoche: Rüdiger Görners Romantik "Ein europäisches Ereignis" - ABBA: Internet-Hype um ihr Comeback + Und noch einmal Mikis Theodorakis das Feature Mensch, Politiker, Komponist + TV+Hörfunktipps fürs Wochenende.

Bücherschau des Tages

Die oft übersehenen Archaeen

03.09.2021 Die FAZ empfiehlt  die Wiederentdeckung Friedrich Karl Forbergs, eines Klassikers des Atheismus und der radikalen Aufklärung. Die SZ legt ihren Slim-Fit-Anzug an und erforscht mit einem Sachbuch und einem Roman das Regime des Sebastian Kurz. Die FR hat mit Christoffer Carlssons "Unter dem Sturm" einen Schwedenkrimi ohne grotesk zugerichtete Frauenleichen und dafür mit Reflexionen und Emotionen gefunden. Dlf Kultur empfiehlt den finsteren, aber faszinierenden Roman "Paradais" der mexikanischen Autorin Fernanda Melchor.

Samstag, 04.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Diese Jobs bei Goldman Sachs

04.09.2021 Das texanische Abtreibungsgesetz sorgt weiterhin für Entsetzen. Für Zeit online ist es der Höhepunkt eines immer schärferen Kulturkampfes in Amerika. Viele Frauen werden aufgrund des Gesetzes sterben, fürchtet Rebecca Solnit im Guardian. Das NY Mag berichtet bereits über "Abtreibungsflüchtlinge" in Nachbarstaaten Texas'. "Es gibt nichts Leereres als das Konzept der Arbeiterkultur", sagt der Gesellschaftstheoretiker Walter Benn Michaels in der Welt.  Der russische Autor Valery Schubinsky erinnert in der NZZ an die Belagerung Leningrads durch die Deutschen vor achtzig Jahren.

Efeu - Die Kulturrundschau

In dieser Musik steckt Strom

04.09.2021 Die nmz lauscht bei der Ruhrtriennale gebannt Michael Wertmüllers Spielen mit dem Klang der Worte. In der taz erklärt Komponist Stewart Copeland, wie sich Musik über Tesla, Edison und Stromerzeugung anhört. Hilary Mantel erklärt in La Republicca, dass sie Irin werden will, um Europäerin bleiben zu können. Zeit online sieht die Zukunft der Musik und sie heißt: Abba. Die Filmkritiker sitzen in Venedig Denis Villeneuves orchestrierte Riesenschlachten in der Neuverfilmung von "Dune" ab. Die SZ hat viel Sympathie für Kristen Stewarts Diana. Der Tagesspiegel bewundert nachhaltige Kunst in Helsinki.

Bücherschau des Tages

Ambiguität und Inkonsequenz

04.09.2021 Zum Abschied verschwindet die"Literarische Welt" in Kafkas Welt der Kaffeehäuser und Nachtlokale. Überhaupt Prag: In der NZZ feiert Alena Wagnerova zwei Neuübersetzungen des tschechischen Nationaldichters Karel Hynek Mácha . FAZ und SZ lauschen unterdessen der aparten Geschwätzigkeit Sally Rooneys, die in ihrem neuen Roman fragt: "Schöne Welt, wo bist du".  Und in der FAZ feiert Hans Christoph Buch Uwe Wittstrocks düsteres Protokoll des "Februars 33".

Montag, 06.09.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Landschaft, die Arbeit, die Rufe der Hirten

06.09.2021 Auf ZeitOnline donnert Maxim Biller, dass auch Schwarze oder Frauen literarisch nur gute Figuren abgeben, wenn sie Opfer und Täter zugleich sind. Die FAS beobachtet den Auszug der Literatur aus den selbst geschaffenen Mittelschichtsblasen aufs Land. Die SZ porträtiert die Choreografin Wen Hui, die dann doch keine revolutionäre Vorzeigeballerina wurde. Der Guardian kapituliert vor der intellektuell überbordenen Kunst der Turner-Preisträgerin Helen Marten. Und der Tagesspiegel steigt mit Michelangelo Frammartino tief in den kalabrischen Fels.

9punkt - Die Debattenrundschau

Selbst in Zeiten der Demokratie

06.09.2021 Im Baskenland wird ein "Centro Memorial de las Víctimas del Terrorismo" eröffnet, berichtet die FAZ. Es ist das erste seiner Art in Europa, kein europäisches Land hat mehr Terrortote zu beklagen als Spanien. In der Berliner Zeitung fordert die Historikerin Mirjam Brusius neue Teilnehmer für den Historikerstreit 2.0. "Viele rechte Positionen sind doch inzwischen Mainstream", glauben die Sozialpsychologin Pia Lamberty und der Regisseur Christian Schwochow im Gespräch mit der SZ. Die taz füchtet, dass die belarussische Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa heute zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt wird.

Medienticker

Fernsehen in GROSSBUCHSTABEN

06.09.2021 Im Test: Eine Woche Bild-TV - Literatur der Maori: Verknüpft über mehrere Generationen - Die Königin des Pop: Beyoncé wird 40 - Erwin Hapke & Das Ende eines Gesamtkunstwerks - Künstlerkochbuch "Man kann keine Steine essen" erhält den "Preis der Stiftung Buchkunst" - Die Nominierten des Bayerischen Buchpreises - Ein Gespräch mit Alice Schwarzer über 50 Jahre Frauenbewegung - Wahlentscheidung &  Wissensillusion: Das fatale Bauchgefühl + 2030: Der Absturz der alten Mittelschicht

Bücherschau des Tages

Die Wirklichkeit ist immer schlimmer

06.09.2021 Wenn Susanne Saygins Immobilienthriller "Crash" nicht so intelligent wäre, glaubt die FAZ, könnte er glatt ein Bestseller werden. Die taz weiß den Humor zu schätzen, den Alejandro Zambra in seinem Chile-Roman "Fast ein Vater" aufbringt. Der Dlf begrüßt die Neuauflage von Nella Larsens hochaktuellem Roman "Seitenwechsel" von 1929. Und der DlfKultur wappnet sich mit Katharina Wesselmann für die Frauenfiguren in antiken Mythen.

Dienstag, 07.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Der große Trenner

07.09.2021 Die taz erinnert an die Blockade Leningrads durch die Deutschen vor achtzig Jahren - und die Blockade des Gedächtnisses, die folgte. Im Philomag sagt Per Leo: "Die identitäre Fixierung auf Hitler und den Holocaust löst längst keine Probleme mehr, im Gegenteil, sie schafft neue." Was treibt Nichtjuden oder "Großvaterjuden" wie Max Czollek immer wieder dazu, sich eine jüdische Identität anzudichten, fragt Jacques Schuster in der Welt. Wie wehrt sich die Justiz gegen rechte Juristen, fragt lto.de mit Joachim Wagner. Die SZ motiviert die impfmüden Bürger: "Die Regierung allein kann es nicht richten. Wir sind die Quote."

Efeu - Die Kulturrundschau

Vom Schläfrigen zur Explosion

07.09.2021 Die Feuilletons trauern um Jean-Paul Belmondo, den großen Athleten des französischen Kinos, der die gefährliche Schönheit zum Lebensprizip machte: La vie Bébel. Die SZ lässt sich vom malischen Künstler Famakan Magassa verraten, wie die Koredugaw soziale Konflikte lösen. Die NZZ freut sich über den Wahnsinn, der in Mauricio Kagels "Staatstheater" regiert. Und Dezeen begutachtet eine erstklassige Immobilie in der amerikanischen Wüste.

Magazinrundschau

Gut, aber nutzlos

07.09.2021 Der New Yorker lässt sich von der Verhaltensgenetikerin Kathryn Paige Harden in die Gen-Lotterie einweihen. Rest of the World erklärt, wie fatal die sozialen Medien für religiöse Minderheiten wie die Ahmadiyya in Pakistan sind. In Atlantic geißelt Anne Applebaum den neuen Puritanismus. Vice fragt erstaunt, warum sich so wenige Amerikanerinnen für die neuen Abtreibungsgesetze interessieren. Die London Review erklärt, warum Tony Blair so verantwortlich für den Niedergang Nordenglands nach dem Kohleausstieg ist wie Margaret Thatcher. Eurozine zählt die Polizei in der Türkei.

Medienticker

Leni im Giftschrank

07.09.2021 Inakzeptabel, widerrechtlich &  politisch unvertretbar: Dokumentation über Leni Riefenstahl weiterhin im Giftschrank - Erwin Hapke oder Das Ende eines Gesamtkunstwerks - Galerie P98a: Lutz Seiler druckt Lutz Seiler - Dialekte in Deutschland: Hinter dem Berg, da lebten die anderen - Wie geht Gehen? Die Lehre vom gesunden Gang - Künstliche Intelligenz: Unsicherheit als Reiz der Computerkunst + Ohne Maske auf dem Dancefloor.

Bücherschau des Tages

Digitale Gespenster

07.09.2021 Erschüttert liest die FAZ Michael Buselmeiers Buch über die Demenzerkrankung seiner Frau. Von Rüdiger Safranski erfährt sie viel über den gesteigerten Selbstbezug unserer Zeit. Der DlfKultur durchlebt nach zwanzig Jahren noch einmal mit Ellis Averys "Die Tage des Rauchs". Die NZZ kapituliert freudig vor der Nichtnacherzählbarkeit von Georg Kleins Roman "Bruder aller Bilder". Und die SZ rühmt noch einmal Horst Bredekamps unkonventioneller Michelangelo-Biografie.

Mittwoch, 08.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

So was kann man mit Erwachsenen nicht tun

08.09.2021 Heute beginnt in Paris der Prozess zu den Attentaten vom 13. November 2015. Es wird der längste Prozess in der französischen Geschichte, berichten Charlie Hebdo, die taz und die FAZ. Politico.eu hält eine rot-grün-rote Koalition in Deutschland für denkbar, sie werde allerdings zu einer dramatisch verschärften Polarisierung der Gesellschaft führen. In der Welt betont Lothar Machtan, dass er eine strikt objektive Forschung zu den Hohenzollern betreibe. Mit dieser Idee sei er an den Prinz von Preußen herangetreten.

Efeu - Die Kulturrundschau

Tiere, die nie existiert haben werden

08.09.2021 Die FR schwärmt vom diesjährigen Festival in Venedig, wo ihr sogar opulente Balzac-Verfilmungen gelungen erscheinen. Die SZ ruft auf, nach Halle zu fahren, wo das Literaturhaus Leni Sinclairs aufrührerische Fotografie der amerikanischen Musikszene zeigt. Die taz hofft in Weimar vergebens auf Vergebung durch die japanische Seelöwin. Und die NZZ hätte von Rammsrein in Moskau lieber schwule Küsse als sowjetische Heldenlieder präsentiert bekommen.

Medienticker

Entfremdung als Dauerzustand

08.09.2021 E-Book-Zahlen im 1. Halbjahr 2021: Lockdown steigert E-Book-Umsätze & Hörbücher des Jahres - Streit über Falschmeldungen: Bolsonaro will Löschung von Netzinhalten per Dekret stoppen - Konzerte: Schubert ist im Jetzt - Klimazerstörung: Rezo veröffentlicht neues Zerstörungsvideo zur Klimapolitik - Spielwarenmesse: Startups können sich in Nürnberg vorstellen - Haustier Bakterie: Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen.

Bücherschau des Tages

Leidenschaft fürs Offene

08.09.2021 Die FAZ lässt sich von Hwang Sok-yong in eine gänzlich unvertraute "Vertraute Welt" ziehen - zu den Randexistenzen auf eine Müllkippe im Korea der 70er Jahre. Die SZ vertieft sich in Eva Maria Leuenbergers Essay "kyung" über die 1982 in New York ermordete koreanisch-amerikanische Dichterin und Künstlerin Theresa Hak Kyung Cha. Außerdem liest sie mit großem Interesse die Reportagen Stig Dagermans aus dem kriegszerstörten Deutschland 1946 und gibt sich erhellender Meta-Lektüre hin mit Marcus Steinwegs "Quantenphilosophie".

Donnerstag, 09.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Licht sonniger Spätsommertage

09.09.2021 Viele Artikel zu Nine-Eleven. Susanne Schröter insistiert in der Zeit, dass die Anschläge und vor allem die Attentäter sehr wohl etwas "mit dem Islam zu tun" haben. In der SZ sucht Thomas Steinfeld den "vernünftigen Kern" in Karlheinz Stockhausens Äußerung über die Attentate als Kunstwerk. In der FAZ zeigen Birte Förster und Armin Nassehi mit Kant, warum die Kritik der Impfgegner an Einschränkungen der Freiheit haltlos ist. Und sollte der Guardian Judith Butler zensiert haben?

Efeu - Die Kulturrundschau

Von wegen Stehvermögen

09.09.2021 Die FR hat eine Horrorvision von einer Kultur, in der jede Äußerung vom Nachweis der korrekten Ethnie begleitet sein muss. Im Tagesspiegel erzählt die Schriftstellerin C Pam Zhang, warum sie einen uramerikanischen Western geschrieben hat mit chinesische Einwanderern als Hauptfiguren. Lens Culture bewundert die prekären Skulpturen von Sue Palmer Stone. Artechock entdeckt in Yuri Ancaranis Film "Atlantide" die Schönheit im Unvollkommenen. Die NZZ bestaunt die Dramen männlicher Existenz in ihrem Garten.

Medienticker

What the Fakt?

09.09.2021 Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten - Walter Scott: Der Autor, der sich bei allem etwas dachte - Neues von Herrn Lehmann: Gespräch mit Sven Regener über seinen Roman "Glitterschnitter" - Facebook kann Whatsapp-Chats mitlesen - Gespräch mit der Journalistin Julie von Kessel - Globale Mindeststeuer für Digital-Konzerne bringt nur wenig - Wikipedia: Die Schwarmoffensive + Frisches Geld von Neustart Kultur.

Bücherschau des Tages

Ausdruck einer Unerlöstheit

09.09.2021 Die Zeit erfreut sich an den charakteristisch melodiösen Sätzen Georg Kleins, der ihr als einer der bedeutendsten deutschen Gegenwartsautoren gilt. Die FAZ lernt mit Sebastian Guhrs Roman über "Mr. Lincoln & Mr. Thoreau" die beiden als junge Käuze kennen. SZ und FAZ tauchen mit Sven Regeners "Glitterschnitter" erneut ein ins Berlin der 80er Jahre. In ein eher unbekanntes Berlin tauchen FR und SZ mit "Nastjas Tränen" von Natascha Wodin. Inspirierend findet die SZ außerdem Gaspard Koenigs Buch über Künstliche Intelligenz, "Das Ende des Individuums".

Freitag, 10.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Es bleibt halt auf dem Schreibtisch

10.09.2021 Christine Fischer, Leiterin des "Eclats"-Festivals, spricht im Van Magazin über ihre Versuche, von Angela Merkel oder Heiko Maas Gesten der Solidarität für Maria Kolesnikowa zu erhalten, die in Minsk gerade für elf Jahre ins Gefängnis gesteckt wurde. Aber da passierte "null, gar nichts." Michael Wolffsohn wirft Max Czollek in der NZZ vor, unter falscher Flagge zu segeln.  Die SZ zitiert einen Artikel Jürgen Habermas' zum "Historikerstreit 2.0", den er wohl nicht so schlimm findet. Amerika hat sich bei den Versuchen, im Irak und Afghanistan einen funktionierenden Staat zu installieren, komplett überdehnt, fürchtet Francis Fukuyama in der FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein Irrweg der Materie

10.09.2021 Die Filmkritiker kommen erschöpft von zu viel Immersion aus Václav Marhouls Filmadaption von Jerzy Kosińskis brutalem Weltkriegsroman "The Painted Bird". Die FAZ sah in Odense die Welterlöserin, und sie heißt Madame Nielsen. Der Tagesspiegel möchte von der Bundesregierung wissen, warum der Gabriele Münter Preis für bildende Künstlerinnen über 40 nicht mehr verliehen wird, und erfährt, die Bekämpfung von Sexismus habe Vorrang. Die SZ amüsiert sich im neuen Design-Schauraum der Münchner Pinakothek. Die taz schwärmt von den Jazzplatten aus den Sechzigern, die das Label Souffle Continu wieder veröffentlicht.

Medienticker

Zeitmaschine: Die verschissene Zeit

10.09.2021 Aktualisiert: ARD/ZDF-Massenkommunikation Trends 2021:  Fernsehen bleibt stabil, Radio legt wieder zu & Trend zur nicht-linearen Nutzung - Hackergrüße aus Moskau: Bundesregierung macht Russland für Cyber-Angriffe auf deutsche Abgeordnete verantwortlich - Internationales Literaturfestival Berlin (ILB) : Für Frauenpower, gegen Cancel Culture - Ewig währende Utopie: 50 Jahre "Imagine" - Wie sie es erlebt haben: Sachbücher über 9/11 - Theater-Nachtkritiken u. a. aus Weimar, Düsseldorf & Senftenberg + TV+Hörtipps für das Wochenende.

Bücherschau des Tages

Grundformen des Lebens

10.09.2021 Die FAZ schwelgt in vier Bänden mit Vorlesungen von Adorno aus den 50er und 60er Jahren. Dlf Kultur liest zwei anregende Biografien: über den "Schönen Deutschen" Gottfried von Cramm und über den irischen Antarktis-Entdecker und Abenteurer Tom Crean. Die SZ empfiehlt Nadine Schneiders "Wohin ich immer gehe", ein Roman über einen Rumänienrückkehrer. Die FR lernt aus Robin Robertsons Roman "Wie man langsamer verliert", wie gespalten Amerika schon in den 50er Jahren war.

Samstag, 11.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

In diesem Konjunktiv liegen die Engel versteckt

11.09.2021 Die SZ besucht das 9/11 Museum in New York. Klima ist das wichtigste Thema für die jüngeren Politiker in Europa, für Afghanistan interessieren sie sich kaum, lernt Politico. Auch Belarus haben die meisten längst abgeschrieben, fürchtet die taz. Aber das Pflänzchen der Opposition wächst - zumindest in Russland, versichert Nawalnyjs Pressesprecherin Kira Jarmysch in der FAZ. Afghanistan als Grabstätte der Weltmächte zu feiern, hilft keinem Afghanen, meint der Autor Taqi Akhlaqi in der NZZ. Und: Netzpolitik stellt das Projekt Dynamicland vor.

Efeu - Die Kulturrundschau

Knickfittich, Flatterpelz, Zagelschratt

11.09.2021 In der Welt huldigt Sibylle Lewitscharoff den diabolischen Finessen deutscher Dante-Übersetzungen. Die Nachtkritik erlebt bei Christopher Rüping in Bochum einen Dante der Lässigkeit und Freiheit. Die FAZ blickt auf die Zäsur zurück, die der 11. September auch für die amerikanische Literatur bedeutete. Die taz erschauert in Venedig in Jan Matuszyńskis Film "Leave No Traces" über die Willkür polnischer Staatsgewalt. Die FAZ versinkt in den abstrakten Landschaften Georgia O'Keeffes.

Bücherschau des Tages

Maximal invasive Einfühlung

11.09.2021 Grandios findet der Dlf, wie Ulf Erdmann Ziegler vom politischen Leben in Berlin zu Beginn der Zehnerjahre erzählt. Die taz begrüßt Dilek Güngörs Roman "Vater und Ich", der sensibel Entfremdung und Sprachlosigkeit thematisiert. Außerdem fragt sie sich, warum die Kritiker Maxim Billers "Falschen Gruß" so umstandslos durchwinken. Die Welt macht den Hype um Sally Rooney nicht mehr mit. Dagegen lobt sie Felicitas Hoppes subtile Meta-Erzählung der "Nibelungen".

Montag, 13.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Herausforderungen der Moderne

13.09.2021 Der Guardian beschreibt die neue Geschlechterapartheid und systematische Unterdrückung von Frauen in Afghanistan. Die wahre Cancel Culture vernichtet die Träume von Millionen Frauen, ruft die marokkanisch-französische Autorin Leïla Slimani in der FAS. Die Islamisten werden immer stärker, weil die islamische Welt die Moderne nicht meistert, meint auf Zeit online der Völkerrechtler Ebrahim Afsah. Die EU wird zunehmend weiß, christlich und ausländerfeindlich, behauptet im Guardian der Germanist Hans Kundnani. Die NZZ staunt über die erfolgreichste Einwanderungsgruppe aller Zeiten. Netzpolitik staunt über die Vielzahl der Überwachungsgesetze, die seit dem 11. September auch in Deutschland durchgewunken wurden.

Efeu - Die Kulturrundschau

Der fast verblutende Körper einer jungen Frau

13.09.2021 In Venedig ging der Goldene Löwe an Audrey Diwans Verfilmung von Annie Ernaux' Abtreibungsgeschichte "Das Ereignis". taz und Tagesspiegel resümieren das Filmfestival. In der FAS erinnert Ernaux daran, wie schlecht der Roman in den - feministisch furchtbaren - neunziger Jahren ankam. Die SZ feiert Christoph Mäcklers Frankfurter Romantik-Museum als Deutschstunde aus Stahl, Glas und Beton, und die FAZ freut sich, dass die Transzendenz wieder ein Obdach erhält. Und die taz freut sich, dass die Berliner Fashion Week dem Trend zur Jogginghosen unverdrossen Schönheit entgegensetzt.

Medienticker

Wie Kunst Freundschaft rettet

13.09.2021 Reaktionen auf das TV-Triell: Hitzige Debatte, chaotische Moderation - Russland vor den Dumawahlen: Die Medien kämpfen ums Überleben - Staeck & Beuys: Ziel war maximale Öffentlichkeit  - Wie 9/11 die Kultur prägt - Das Manifest der Muse + Das Belmondo Brotherhood Quintet

Bücherschau des Tages

Lob des Alleinseins

13.09.2021 Die FAZ lernt von der Soziologin Elizabeth Currid-Halkett, wie der faire Konsum zur Prestigefrage der gebildeten Stände wurde. Die FR übersteht mit Alix Shulman die "Erfahrungen eines schönen Mädchens" in den siebziger Jahren. Die SZ entwickelt Verständnis für Andreas Voßkuhles harsche Urteile gegen die EU. Der DlfKultur verfällt mit Karl Heinz Bohrers Essays "Was alles so vorkommt" der Erotik des Schönen.

Dienstag, 14.09.2021

Magazinrundschau

Über ungewöhnlichen Sinn und gewöhnlichen Unsinn

14.09.2021 Der New Yorker erzählt eine unglaubliche Geschichte über den syrischen Geheimdienstler Khaled al-Halabi, in der israelische und österreichische Geheimdienste eine wichtige Rolle spielen. In Unherd fordert Caroline Fourest, die Inseln der Demokratie im Nahen Osten zu hegen. Bevölkerungswachstum ist nicht der Hauptgrund für die Klimakrise, schreibt die New York Review of Books. Und Gentlemen's Quarterly betrachtet gerührt die letzten Hippies.

Efeu - Die Kulturrundschau

Pauken, dickes Blech, hibbelige Flöten

14.09.2021 Die FAZ findet mit dem Psychiatrie-Patienten Maurice Blin den französischen Otto Dix in der Sammlung Prinzhorn. In der Welt erklärt Klaus Biesenbach, wie er die Neue Nationalgalerie diverser machen will. Die English Touring Opera entlässt derweil die Hälfte ihres Orchesters: Sie sind zu weiß, melden FAZ und Daily Mail. Auf 54books beklagt Till Raether einen Mangel an Fundamentalkritik gegenüber der Polizei im Krimi. Die Theaterkritiker taumeln mit Oliver Frljics "Brüdern Karamasow" am Hamburger Schauspielhaus von Debatte zu Debatte. Und die SZ spürt das pralle Leben im locker aus dem Handgelenk geshuffelten Groove von Little Simz.

9punkt - Die Debattenrundschau

Auf diesem dunklen Spielplatz

14.09.2021 Die USA sind in Afghanistan politisch wie militärisch an zu viel Geld gescheitert, meint der frühere Weltbank-Direktor Mosés Naím auf Slate.fr. Im New Statesman skizziert der Historiker Alexander Clarkson die Schwäche der Außenpolitik Angela Merkels: Sie hat dem Harmoniebedürfnis ihrer Wähler nachgegeben. In der FR fordert Caritas-Präsident Peter Neher mehr Verbote. In der FAZ plädiert Sasha Marianna Salzmann für einen Zusammenschluss marginalisierter Positionen und ja, Großvaterjuden sollen auch dazu gehören. Die SZ beobachtet den russischen Oppositionellen Kirill Gontscharow bei seinem heroischen Wahlkampf in Moskaus Hinterhöfen. Lucien Scherrer besucht für die NZZ in Grenoble den Politologen Klaus Kinzler, der von Studenten als "islamophob" gemobbt wurde.

Medienticker

Bunt ist alle Theorie

14.09.2021 Denker zwischen Vorsokratik & Sturmabteilung: Über Lorenz Jägers Heidegger-Biografie - Paradebeispiel jiddischer Erzählkunst: Isaac B. Singers  "Der Scharlatan" - Dichter-Ikone und Nationalheld: Italien feiert Dante Alighieris 700. Todestag + Karl Heinz Bohrers "Was alles so vorkommt" oder das Erbe der radikalen Aufklärung.

Bücherschau des Tages

Untergehen in Armanigrau

14.09.2021 Der Dlf lernt von Eva Illouz und Dana Kaplan, wie sexuelles Kapital in der Ökonomie der Affekte wirkt. Der DlfKultur lernt von F.C. Delius "Die sieben Sprachen des Schweigens".  Die FAZ spürt die existenzielle Wucht hinter der burlesken Komik von Jean-Philippe Toussaints EU-Roman "Die Gefühle".

Mittwoch, 15.09.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Einblicke in Möglichkeitswelten

15.09.2021 Die SZ staunt, wie Yinka Shonibare in Salzburg mit Waxprints die britische Kolonialgeschichte vom Maskenball ins Massaker wendet. Die FAZ blickt mit Thomas Demand in Moskau in jenen schneeweißen Überwachungskokon, in dem Edward Snowden einst auf Asyl in Russland wartete. Den Filmkritikern gehen die Augen über vor den vor sich hin brütenden Herrschern in Denis Villeneuves Science-Fiction-Epos "Dune".  Im Perlentaucher entdeckt Marie Luise Knott andere Wahrheiten in den geweißten Gedichten von Mary Ruefle. Und die SZ schreit sich mit King Krules die Klagegesänge einer Generation aus dem Herzen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Gehörst du zu meinem Stamm oder nicht?

15.09.2021 Gemeinwohl ade! Auch der Westen wird immer tribalistischer, meint Thomas Friedman in der New York Times. In La regle du jeu setzt Bernard-Henri Lévy mit dem ihm eigenen Pathos all seine Hoffnungen für Afghanistan auf die Noblesse, die Schönheit und die Größe Ahmad Massouds. SZ, NZZ, Welt und FAZ zählen all die Themen auf, die im Wahlkampf keine Rolle spielen: Europa, Terrorismus, Abtreibung, Steuerbetrug. Linke echauffieren sich lieber über die Debatte um Max Czollek. SZ und Welt wüssten gern, warum das Verwaltungsgericht Chemnitz den Unterschied zwischen freier Meinungsäußerung und Mordaufruf nicht kennt.

Medienticker

Karaoke

15.09.2021 Musik-O-Mat: Wählen & welche Musik hören? - Medien in Afghanistan: Taliban greifen Reporter an - Ende einer radikalen Selbstbespiegelung, und ihr Höhepunkt" - Streit um jüdische Identität. "Ausgesprochen unappetitliches Medienecho" - Maxim Billers Satire auf den kleinen deutschen Mann - Dicht an der Zeitgeschichte: Friedrich Christian Delius & "Die sieben Sprachen des Schweigens" + Die Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten.

Bücherschau des Tages

Intimhölle von Paradais

15.09.2021 Der Dlf taucht mit Kiran Jarmyschs Roman "Dafuq" ein ins russische Dissidentenmilieu von heute. Die FAZ gewinnt dank Steffen Maus "Sortiermaschinen" interessante Einsichten zu heutigen Grenzen. Von Fernanda Melchor lässt sie sich in ein von Gewalt, Pornos und Drogen gezeichnetes mexikanisches Dorf führen. Die taz lernt Methoden der Noise-Reduktion von Daniel Kahneman. Die SZ sucht bei Wolfgang Streeck vergebens eine überzeugende Alternative zum Kapitalismus und versinkt in John Mairs klassischem Politthriller "Es gibt keine Wiederkehr".

Donnerstag, 16.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Talente des Versteckens, Täuschens und Tricksens

16.09.2021 Vor dreißig Jahren brannten die Flüchtlingsheime in Hoyerswerda, erinnert die taz: Seitdem ist in Ostdeutschland Rechtsextremismus normal geworden. Im Guardian sorgt sich Timothy Garton Ash um die Auswirkungen der Wahlen in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien auf die EU. Die SZ fordert eine Entschädigungsverpflichtung Deutschlands für die Opfer des Kolonialismus. Die Afghanen lehnen westliche Werte nicht ab, sie wollen nur nicht dafür getötet werden, schreibt der Rechtswissenschaftler Idris Nassery In der FAZ. Warum weiße Suprematisten die Taliban lieben, erzählt Slavoj Zizek in der NZZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Von Natur aus polarisiert

16.09.2021 In der Zeit erklärt Hito Steyerl, weshalb sie das Bundesverdienstkreuz ablehnt - und auch sonst nicht für "Diversity-Washing" zur Verfügung steht. Die Filmkritiker erliegen dem Charme von Maria Speths "Herrn Bachmann und seiner Klasse", die FR fragt aber: Ist es legitim, so viel Intimität von Kindern abzuschöpfen? In der SZ erzählt Ahmad Sarmast, wie er versucht, Musikerinnen und Musiker vor den Taliban in Sicherheit zu bringen. In NMZ und VAN spricht Barbara Beuys über die wagemutige Komponistin Emily Mayer. Hyperallergic bewundert im MoMA den Modernismus brasilianischer Fotografie der Vierziger bis Sechziger.

Medienticker

Grabungen & Höhlen

16.09.2021 Gespräch mit Clemens Meyer über seinen Erzählband "Stäube" - Arno Schmidt der große Einzelgänger - Wie Konflikte die Menschheit prägten: Über Margaret MacMillans Buch "Krieg".

Bücherschau des Tages

Die Entstehung des modernen Nachlassbewusstseins

16.09.2021 Die Zeit taucht mit Klaus Pohls Roman "Sein oder Nichtsein" ein in die Prä-metoo-Welt der Hamlet-Inszenierung Peter Zadeks 1999. Und sie feiert die Schärfe von Peter Hamms literarischem Geschmack. Die FAZ irrt mit Beppe Fenoglios Roman "Eine Privatsache" durch das letzte Kriegsjahr 1944. Die die Geschichte einer Radikalisierung liest die FR in den Briefen des Suhrkamp-Lektors Walter Boehlich.

Freitag, 17.09.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Da schimmert förmlich die Luft

17.09.2021 Die NZZ ist glücklich, dass die Berlinische Galerie dem deutschen Publikum Ferdinand Hodlers spärlich bedeckte Leiber zumutet. Die FAZ freut sich indes, dass die Wiener Albertina mit den Mythen rund um Amedeo Modigliani aufräumt. Der taz vergeht dank Anna-Sophie Mahlers Inszenierung der "Mittagsstunde" in Hamburg endgültig die Lust aufs Landleben. Die SZ spürt ein Gefühl von Freiheit beim 54. Steirischen Herbst. NMZ und NZZ strahlen im Glanz der frisch renovierten Zürcher Tonhalle.

9punkt - Die Debattenrundschau

Von Gate-Keepern herausgehalten

17.09.2021 Aukus, das neue Pazifik-Bündnis zwischen den USA, Australien und UK, das Frankreich einen Auftrag für über 56 Milliarden Euro kostet, ist eine Ohrfeige für Frankreich, aber auch für die EU, konstatieren der Guardian und Politico. China allerdings hat es kaum besser verdient, meint die taz. In der SZ warnt die Autorin Hanna Herbst wahlkampftechnisch vor österreichischen Verhältnissen in Deutschland. Der Kolonialismus war ein Verbrechen, für das sich auch Belgien, Spanien, Portugal, Frankreich und Großbritannien entschuldigen sollten, meint der Politikwissenschafter Erich Vogt in der NZZ. Auf 54books denkt der Literaturwissenschaftler Simon Sahner über Codes und Ausschlussdynamiken im Netz nach.

Medienticker

Schädliches Netzwerk

17.09.2021 Aktualisiert: Facebook entfernt "Querdenken"-Bewegung-Konten - Stilprägende Jazz-Stimme: Vor 100 Jahren wurde Jon Hendricks geboren - Schweizer Buchpreis: Christian Kracht & Veronika Sutter auf der Shortlist - Erneut Bücher in Berliner Bibliothek zerstört: Stecken Reichsbürger dahinter? - Ingeborg Bachmanns Jugendhaus  wird Museum - Das linke Dilemma: Die SPD, Adorno & Enzensberger - Posthumes Meisterwerk: Christos & Jeanne-Claudes "L'Arc de Triomphe, Wrapped" + Wochenend-Hör+TV-Tipps.

Bücherschau des Tages

Errettung aus dem Schmerzenskäfig

17.09.2021 Die FAZ bricht in Begeisterungsstürme aus mit dem von Luis-Martin Lozano herausgegebenen Frida-Kahlo-Band. Die SZ fiebert mit Uwe Wittstock durch den Winter der Literatur 1933. Außerdem erlebt sie magischen Realismus in Berlin mit Hari Kunzru. Die NZZ lässt sich mit Bachtyar Ali vom Wind durch den Nahen Osten tragen. Dlf Kultur erkennt noch einmal die Kompromisslosigkeit von Christo und Jeanne-Claude mit einem Bildband über die Verhüllung des Arc de Triomphe.

Samstag, 18.09.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Content mit vorinstalliertem Eigenleben

18.09.2021 René Pollesch eröffnet seine erste Spielzeit als Intendant der Volksbühne mit einem eigenen Stück - und die Kritiker sind vor allem: ratlos. Vielleicht reicht es nicht, dass der neue "Nicht-Chef" es allen Beteiligten nur nett miteinander machen will, meint die SZ. Die FAZ staunt in Kassel, wie behutsam, aber auch scharf die Ausstellung "Suizid - Let's talk about it" ein Tabuthema berührt. Die taz resümiert 16 Jahre Literaturbetrieb unter Merkel. Als unbestrittenen Popstar der Stunde würdigen die Musikkritiker Lil Nas X, der als Teenie noch versuchte, seine Homosexualität wegzubeten und schließlich zur schwarzen, queeren Ikone wurde.

9punkt - Die Debattenrundschau

Der destruktive Impuls

18.09.2021 In der SZ pocht Nele Pollatschek darauf, dass innerhalb der jüdischen Gemeinschaft geklärt wird, wer jüdisch ist. Le Monde gibt auch Berlin die Schuld an der brutalen Brüskierung Frankreichs durch die Allianz Aukus: Der deutschen Politik gegenüber China fehle Kohärenz und Rückgrat. Die FAZ berichtet von Facebooks eigenen Studien über psychische Probleme von jungen Instagram-NutzerInnen. taz und FR nehmen die WählerInnen der AfD in den Blick: Fühlen sie sich zurecht um ihre Würde gebracht oder sind sie nur selbstmitleidig?

Bücherschau des Tages

Witz von surrealer Klasse

18.09.2021 Die FAZ blickt so fasziniert wie irritiert mit Sophie Calle auf Brüste und ausgestopfte Katzen. Von Joe Miller erhält sie spannende Einblicke in die Entwicklung des BioNTech-Impfstoffes. Die SZ liest in Terezia Moras Alltagsskizzen von der schmerzvollen Beziehung der Autorin zu Ungarn. Die taz schaut mit Grit Lemke und der Avantgarde von Hoyerswerda in den Achtzigern noch optimistisch in die Zukunft. Der Dlf entdeckt frühe Lyrik und scharfe Mails in einem neuen Michel-Houellebecq-Cahier. Und Dlf Kultur staunt: Sally Rooney kann auch Tiefgang.

Montag, 20.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Schnitzwerk Menschenopferkult, vor 1890, Mitteleuropa

20.09.2021 In der FAZ kritisiert Götz Aly die Angaben der Staatlichen Museen zu Berlin zu ihren Artefakten als inhaltsleer, irreführend oder unwahr. Linker müsst ihr werden, bescheinigt im Standard der Essayist Richard Schuberth Verfechtern der Identitätspolitik ebenso wie klassenbewussten Linken. In der FAS fragt Ronya Othmann die Mitte, ob erst das Haus brennen muss bevor sie sich mit Islamismus und Rechtsextremismus befasst. In Afghanistan gibt es jetzt statt eines Frauen- ein Tugendministerium, meldet der Guardian.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ist da ein Komet im Anflug?

20.09.2021 Die SZ schwärmt von den Stoffen, die in den Wiener Werkstätten geschaffen wurden. Außerdem baut sie jetzt auch in der Solarenenergie wieder auf Beton. Der Standard feiert mit Peter Handke und Frank Castorf in Nordböhmen ein Fest der Widersetzlichkeit. Bei Tidal erklärt Simon Reynolds die Beudeutung von Chic in der Popmusik. Die taz schwört auf die Gelassenheit von Paolo Conte.

Medienticker

Veränderungsarbeit

20.09.2021 Pressefreiheit: Afghanische Medienschaffende bitten um Hilfe - Facebook entfernt ein "schädliches Netzwerk" der Querdenken-Bewegung - Die SPD, Adorno & Enzensberger - Zeit ist reif für ein Lyrik-Magazin - Gespräche mit Alexander Kluge über das  Festival der Kooperationen - Saul Friedländer erhält Balzan Preis - Sinn des Lebens: Die Coen-Brüder im Gespräch - Gespräch mit Henning Ahrens über "Mitgift"  - Heinrich August Winkler über Deutungskämpfe oder worüber Historiker uneins sind  + Das Medienecho zum finalen TV-Triell: Streit-Themen und Gemeinsamkeiten, gute Moderatorinnen.

Bücherschau des Tages

Weiser Liebreiz

20.09.2021 Molières Pointen zünden immer noch, freut sich die FAZ und labt sich an der Hörspiel-Edition mit Will Quadflieg, Bernhard Minetti und Siegfried Meisner. Außerdem berauscht sie sich an den Götterliedern der Àdda. Betroffen liest die NZZ Annie Ernaux' Buch "Das Ereignis", in dem sie von ihrer illegalen Abtreibung im Jahr 1963 erzählt. Die FR erfährt von Natascha Strobl wie sich Konservatismus radikalisiert. Die SZ lernt bei Alexander Gallus die Revolution von 1918 als offene historische Situation kennen und nickt zu Gesine Schwans Plädoyer für eine humanere Flüchtlingspolitk.

Dienstag, 21.09.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Modernität in formaler Perfektion

21.09.2021 Die FAZ blickt in Warschau zunächst arglos auf einen Haufen Kohlköpfe und erkennt dann Wilhelm Sasnals deutliche Kampfansage an die Beschöniger der polnischen Geschichte. Der Jury der Emmy-Verleihung wird vorgeworfen, sie habe zu viele Weiße ausgezeichnet: Nicht die Jury ist für strukturelle Fehlleistungen verantwortlich, wendet die SZ ein. Die NZZ cruist wehmütig mit einem roten Citroën durchs MoMA. Den Theaterkritikern dröhnt der Kopf, wenn Simon Stone ihnen in einem Tankstellenshop die Debatten der letzten sechs Jahre um die Ohren haut.

9punkt - Die Debattenrundschau

Denken ist ihnen nicht erlaubt!

21.09.2021 Prachtvoll präsentieren sich die außereuropäischen Sammlungen des Humboldt Forums. Doch der Tagesspiegel hätte etwas weniger Glanz und mehr Kolonialismuskritik bevorzugt. In der taz denkt der Sozialphilosoph Arnd Pollmann über ein Familienwahlrecht nach. Die New York Times staunt über das dröhnende Schweigen der EU zum Affront gegen Frankreich. Ehemalige Islamisten sollten genauso bei den Öffentlich-Rechtlichen aufgenommen werden können wie Islamkritiker, meint Hamed Abdel-Samad auf Facebook. Im Interview mit der Welt beschreibt der Philosoph Peter Boghossian das Klima der Angst an seiner amerikanischen Uni.

Magazinrundschau

Fürst der Unordnung

21.09.2021 Atlantic lernt, warum der Investor Peter Thiel nur Moonshots liebt. Vielleicht verkörpert er damit die Essenz des Libertarismus, vermutet die LRB, die uns außerdem in die sinistre Welt des Rohstoffhandels einführt. Das New York Magazine feiert Gaetano Pesce, der etwas Asche in die blutigen Stigmata der Hand Christi streut. Wired kuschelt mit Hopepunk. Die NYT berichtet über die systematische Entrechtung von Muslimen in der indischen Provinz Assam durch ein neues Staatsbürgergesetz. Africa is a Country fragt: Was ist Whiteness in Nordafrika?

Medienticker

Kultur in Corona-Zeiten

21.09.2021 Shortlist des Deutschen Buchpreises - Christian Kracht zieht sein Buch "Eurotrash" von der Nominierungsliste des Schweizer Buchpreises zurück - Artenvielfalt-Verlust auch in der Literatur - Verlegen ist mehr als Veröffentlichen: Interview mit der Börsenverein-Vorsteherin - In Frankreich darf Amazon Versandkosten für Bücher nicht übernehmen -  Offener Brief an den WDR : Kulturschaffende erklären sich solidarisch mit Nemi El-Hassan  + Hörtipps: Musikfest Berlin & JazzBaltica.

Bücherschau des Tages

Was macht der Wind, wenn er nicht weht?

21.09.2021 Die FAZ blickt mit Birgit Jochens auf die soziale Geschichte des Essens und lernt, die Pionierinnen des Kochens zu bewundern. Die SZ verteidigt das menschliche Bewusstsein gegen seine neurowissenschaftlichen Sezierer. Der Dlf erkennt mit Armin Nassehi unsere Unfähigkeit, kollektiv zu handeln. Der DlfKultur vergnügt sich mit Jorge Zepeda Pattersons mexikanischem Politthriller "Spiele der Macht".

Mittwoch, 22.09.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Kontrollierte Verwilderung

22.09.2021 Die Shortlist des Deutschen Buchpreises ist da und die KritikerInnen schließen zufrieden ihre Wetten ab. In der Welt lässt sich Antje Rávik Strubel aber erstmal verzückt vom Gendersternchen in einen leichten Schwindel versetzen. Der Guardian bewundert die Subversivität islamischer Kunst, etwa wenn Bushra Waqas Khan ein viktorianisches Ballkleid aus pakistanischen Dokumenten schneidert. Die SZ balanciert in  Hamburg mit Ewelina Marciniaks Adaption von Olga Tokarczuks Roman "Die Jakobsbücher" auf der feinen Linie zwischen Fremdheit und Nähe. Und die Zeitungen trauern um die feministische Filmemacherin und "ProQuote Film"-Mitbegründerin Tatjana Turanskyj.

9punkt - Die Debattenrundschau

Viele Kulturen, aber keine Welt

22.09.2021 Das Attentat in Idar-Oberstein beschäftigt heute alle Zeitungen. Und die Kommentatoren sind sich einig: Hier ging die Saat der Querdenker-Bewegung auf. In der Welt fordert Elfriede Jelinek bei der Verteilung des Corona-Impfstoffes mehr Solidarität der reichen Länder mit den ärmeren. Die FAZ vermisst Kontext in den Ausstellungen der außereuropäischen Sammlungen im Humboldt Forum. Warum die NZZ die in der Schweiz lebenden Albaner als "Impfmuffel" bezeichnet, wüsste Ukë Maxharraj ebendort gern. Der Guardian sagt leise zärtlich Servus zu Angela Merkel.

Medienticker

Etwas Wildes

22.09.2021 Medienkonzern: Axel Springer will Zahl der Journalisten aufstocken - "Pflaumenregen": Gespräch mit Stephan Thome über seinen neuen Roman - Vor 50 Jahren: Krautrock & das Debütaufnahmen von "Faust" - Hörtipp: Unterwegs zu Orten des Jazz in der DDR vor der Wende: Leipzig, Dresden, Peitz - Jürgen Wertheimer im Gespräch über sein Cassandra-Projekt & seine Essay-Sammlung "Sorry Cassandra! Warum wir unbelehrbar sind".

Bücherschau des Tages

Wirken der Götter

22.09.2021 Die FAZ blickt mit Antje Ravic Strubels europäischem Gesellschaftspanorama in die Abgründe der zerstörten Hoffnungen einer jungen Frau aus Tschechien. Die NZZ lernt in Walter Boehlichs Briefen einen Rebellen der deutschen Literatur kennen. Die SZ findet mit Christine Wunnickes schön anarchischem Roman "Selig & Boggs" das Rüstzeug fürs frühe Kino in Wurstfabriken. Die taz gerät derweil ins Träumen mit Guy Delisles Comic über die Arbeit in einer Papierfabrik. Und Dlf Kultur erfährt bei Armin Nassehi, warum die Gesellschaft es nicht mehr schafft, Probleme zu lösen.

Donnerstag, 23.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Freiheit muss man können

23.09.2021 In einem flammenden Plädoyer ruft die Schriftstellerin Katja Lange-Müller in der SZ die Deutschen zur Wahl auf, nur nicht zur Wahl der AfD. Bundespräsident Steinmeiers Rede zur offiziellen Einweihung der außereuropäischen Sammlungen im Humboldt Forum wird in die Geschichtsbücher eingehen, versichert der Tagesspiegel. Auch die SZ lobt Steinmeiers Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus. Die FAZ staunt über die Universität Bonn, die Studenten nur als Affektbündel zu kennen scheint. In der Zeit lobt Navid Kermani den Pragmatismus Angela Merkels, hätte in sechzehn Jahren aber auch gern mal eine Rede gehört, die übers Machbare hinaus blickt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Essenz eines Edens ohne Schatten

23.09.2021 "Die exzessive politische Korrektheit hat etwas Totes in sich", schäumt Werner Herzog in der Zeit. Das liberale Freiheitsversprechen wird auch in der Kunst nicht eingelöst, muss der Tagesspiegel im Berliner HKW erkennen. Wenn Barrie Kosky die Stipendiaten der American Academy vor den "Jammer-Berlinern" warnt, freut sich der Tagesspiegel allerdings. Philipp Stölzls Verfilmung von Stefan Zweigs "Schachnovelle" entzweit die Kritiker: Besser als das Buch, jubelt die SZ, "Vorhang zu und keine Fragen offen", unkt die Welt. Früher war mehr Lametta, seufzt Zeit Online mit Blick auf den Klimakrisen-Song, den eine Gruppe ramponierter deutscher Popstars aufgenommen hat.

Medienticker

Ehrensache

23.09.2021 Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten - Gespräch: Burak Yilmazs Kampf gegen Judenhass - Neumärz: Relaunch des März Verlags - R.I.P. George Mraz "Der Mann, der die Bassgeige auf Touren brachte" & R.I.P. Richard H. Kirk "Der Nicht-Musiker" von Jens Balzer + In memoriam: John Coltrane wäre heute 95 Jahre alt geworden.

Bücherschau des Tages

Beschreibungsüberschuss

23.09.2021 Die FAZ träumt mit Wilhelm Raabes "Deutscher Mondschein" in den Sylter Dünen von ungelebtem Leben. Bewunderung hegt sie für die waghalsige Erzählkonstruktion von Norbert Gstreins Roman "Der zweite Jakob". Die FR lässt sich von Alina Bronskys reaktionärem Herrn Schmidt um den Finger wickeln. Die SZ empfiehlt Cecile Wajsbrots assoziationsreichen Roman "Nevermore".

Freitag, 24.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

So etwas tötet den freien Gedanken

24.09.2021 Die Welt fragt entgeistert, was woke Linke dazu treibt, in eine innerjüdische Debatte einzumarschieren. Deutschland ist eine Säule für die Zivilisation, schmeichelt in der SZ der Politikwissenschaftler Parag Khanna, und fordert ein modernes Einwanderungsprogramm, damit das auch so bleibt. Auch Araber können Demokratie, ihre Führer müssten sie nur wollen, ruft der palästinensische Politikwissenschaftler Khaled Hroub mit Blick auf Tunesien in Qantara. Nicht Bullerbü, Hameau ist das Symbol für grüne Stadtpolitik, seufzt die FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Existenz ist ja sowieso grotesk

24.09.2021 Die SZ fühlt im Frankfurter MMK die Wut nach, die die gehörlose Künstlerin Christine Sun Kim packt, wenn sie ihr Honorar mit der Gebärdensprachdolmetscherin teilen soll. Die Rieckhallen bleiben Berlin erhalten, aber wie teuer das wird, weiß man noch nicht, schreibt die Welt. Im SZ-Magazin will Peter Handke auf keinen Fall auf urwüchsige Sprache verzichten. Die nachtkritik stellt in einem Theaterbrief aus Mexiko die mexikanischen Suffragetten vor, die mit Kunst gegen patriarchale Gewalt auf die Straße gehen. Herzog & de Meuron können auch dezent, stellt die FAZ beim Besuch im Duisburger Museum Küppersmühle fest.

Medienticker

Aus dem Hinterhalt

24.09.2021 Aktualisiert: Pressefreiheit: Jetzt geht es um Polens wichtigsten Nachrichtensender - #Faktenfuchs: Gibt es Zensur in Deutschland? - Rohstoffmangel: Den Druckereien geht das Papier aus - 30 Jahre Linux "Was das Netz zusammenhält" - Der schmutzige Wahlkampf: Hetze im Internet - Gespräch mit Wolfgang Hegewald über seinen Roman des Jahres 2020 "Tagessätze" - Schwedischer Kinderbuchautor Ulf Nilsson gestorben - Biermann gibt Ovid-Preis an belarussischen Oppositionelle - Über Armin Nassehis "Unbehagen" & Raus aus dem dauerhaften Krisenmodus - Sachbücher des Monats Oktober 2021 - TV Tipp: "1984" Spielfilm (1956) - Vor 30 Jahren erschien das Album "Nevermind" von Nirvana + TV+Hörtipps fürs Wochenende.

Bücherschau des Tages

Geist in Bewegung

24.09.2021 Die FAZ schmunzelt mit Günther Rühles Erinnerungen über Thomas Bernhards pickeliges Gesicht und Frankfurter Fassbinder-Skandale. Die SZ erliegt dem Reiz von Aleksandar Hemons bizarren Eltern. Außerdem empfiehlt sie Kinder- und Jugendbücher. Die NZZ blickt mit Erich Keller in die kontaminierte Sammlung Bührle. Und Dlf Kultur hat mit Tomasz und Stanislaw Lem „Zoff mit der Gravitation“.

Samstag, 25.09.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Rettet Ironie die Würde?

25.09.2021 Die Theaterkritiker lassen sich von Stefan Bachmann in Düsseldorf angenehm überfordert durch Rainald Goetz' "Reich des Todes" führen. Der Tagesspiegel sucht derweil den Schock, wenn Florentina Holzinger an der Voksbühne Imaginationen von Weiblichkeit mit Blut und Kot überschreibt. Steckt hinter Christian Krachts Rücktritt von der Nominierung zum Schweizer Buchpreis tatsächlich Solidarität oder doch Kalkül, fragt der Tagesanzeiger. Der Filmdienst nimmt die beinahe queeren Schurken in Bond-Filmen unter die Lupe. Die SZ macht einen Ausflug in die Welt der Mystik in der neuen Isarphilharmonie. Schön, dass die Rieckhallen gerettet sind, aber wie geht es mit dem Hamburger Bahnhof weiter, fragt Monopol.

9punkt - Die Debattenrundschau

Modell: Massentierhaltung

25.09.2021 Die Zeit erlennt mit Entsetzen die hässlichen Seiten der Zivilgesellschaft. Die SZ schreibt den Hohenzollern mit Stephan Malinowski ins Stammbuch: "Der Kollaborateur ist keine Nebenfigur, sondern die Grundlage der NS-Diktatur." Die FR lernt in Humboldt Forum den kolonialistischen Blick. Die taz berichtet vom Kampf um die Erinnerung in den Straßen Madrids. Und vor den morgigen Wahlen setzt der Guardian auf den europäischen Trend, die NZZ fragt, wie Lagerwahlkampf mit nur einem Lager gehen soll.

Bücherschau des Tages

Die Zerstörung der Republik

25.09.2021 Die SZ preist Stephan Malinowskis Arbeit über "Die Hohenzollern und die Nazis" als wegweisendes Werk über Kollaboration und Unverstand. Die taz lernt von Natascha Strobl, dass sich der Konservatismus vor allem deshalb radikalisiert, weil er gerade so wenig Bewahrenswertes findet. Der Dlf bekommt den gnadenlosen Takt der Fließbandarbeit zu spüren in Joseph Ponthus' Aufzeichnungen aus der Fischfarbik "Am laufenden Band". Der DlfKultur preist Tsitsi Dangarembgas Simbabwe-Roman "Überleben". Enttäuscht bis verärgert legen SZ und FAZ Colm Toibins naiven Thomas-Mann-Roan "Der Zauberer" zur Seite.

Montag, 27.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Auftrag zur Kompromisssuche

27.09.2021 Wahl gelaufen, Ausgang unklar. "Die teils zweitbesten SpitzenkandidatInnen haben die Ergebnisse ihrer Parteien nicht im Alleingang versemmelt", resümiert die taz. Nun stehen gigantische Herausforderungen an, für die aber kein Geld zur Verfügung steht, so die FAZ. Die Grünen scheiterten, weil "Baerbock das Veränderungspathos mit einer Politik der Zumutungsfreiheit kombinierte", vermutet Zeit online. In geschichtedergegenwart.ch liest die Globalhistorikerin Marie Huber den aktuellen Tigray-Konfilkt auch als Folge internationaler Kulturpolitik. Auf Twitter tauscht A. Dirk Moser die Juden gegen die Muslime.

Efeu - Die Kulturrundschau

Unwirklichkeit üben

27.09.2021 Die FR lernt von Camille Pissarro im Kunstmuseum Basel, dass Schönheit aus der Freiheit rührt. Die FAZ erlebt mit Rubens Reniers' "Reuiem", wie sich Erinnerung in Bewegung und Poesie verwandelt. Außerdem beugt sie sich über die Klimabilanz klassischer Orchester. Die NZZ beobachtet, wie sich Kinder jugoslawischer Kriegsflüchtlinge literarisch an die Heimat der Eltern annähern.

Medienticker

Mehr Licht

27.09.2021 Elf Regeln für Journalismus: Das Mediengesetz der Taliban - Buchmarkt: Warum weniger Bücher besser sind + Der grüne Buchabdruck - Verkehrte Welt: Analog sind Bibliotheken bei vielen Büchern schneller als online - Aliens & Obdachlose: Helen Hegemann über Patti Smith - Nachruf: Status-Quo- Bassist Alan Lancaster ist tot - Floater 99: 20 Jahre James Turrell in Unna + Freddy Quinn: Die Stimme der Sehnsucht wird 90.

Bücherschau des Tages

Trendtier Krake

27.09.2021 Der Dlf plädiert mit der italienischen Philosophin Donatella Di Cesare für ein Menschenrecht der Migration. Die SZ reist mit Bartholomäus Grill durch ein Afrika, das weder korrupter Kontinent noch Zukunftslabor ist. Der DlfKultur wappnet sich mit Byung-Chul Han gegen die "Infokratie". Die taz liest Ulf Erdmann Zieglers Roman "Eine andere Epoche" um ein kleines Licht im Berliner Politikbetrieb. Und die FAZ versinkt ganz selbstvergessen in den Tiefen des Ozeans mit einem Wimmelbuch von Michèle Ganser und Michael Stavaric.

Dienstag, 28.09.2021

Magazinrundschau

Verwirrung der Sinne

28.09.2021 Yahoo News erzählt, wie die CIA Wikileaks als außerstaatlichen feindlichen Geheimdienst ausspionierte. The Atlantic staunt über Britanniens ersten gaullistischen Premierminister. Eurozine begutachtet den Ausverkauf Italiens an China. Wer liest noch John Ashbery, fragt the drift. Africa is a country sieht eine neue, länderübergreifende Demokratiebewegung in Algerien. Geschichte der Gegenwart vermisst etwas queeren Camp-Appeal im neuen Marvel-Superhero-of-Color-Film "Shang Chi". Der New Yorker besucht Neo Rauch.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Frage, wie schnell man vorwärts kommt

28.09.2021 Der Guardian, Le Monde und Unherd werfen überraschend freundliche Blicke auf Deutschland. Gewonnen hat vor allem das europafreundliche Zentrum, die Ränder sind geschwächt. Migrations- und Identitätsfragen vergifteten den Wahlkampf nicht, und am Ende kam Merkel sogar mit Macron aus. Deutsche Blicke sind eher kritischer: Alice Schwarzer nennt bei emma.de ein weiteres Thema, über das im Wahlkampf geschwiegen wurde: Frauen. Albrecht von Lucke fürchtet in der taz, dass die SPD nicht aus innerer Stärke gewann. Das alles ist aber nichts gegen die Duma, die nach den russischen Wahlen von 450 kleinen Putins bevölkert wird, versichert Viktor Jerofejew in der FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Welt verändern? Heute nicht das Thema

28.09.2021 Die FR geht mit Domenico Cimarosas "L'Italiana in Londra" in die hohe Schule der Komik. Der Standard lässt es mit Rebecca Horn im Kunstforum Wien krachen. Die taz entdeckt im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe die moderate DDR-Moderne. Die NZZ vermisst im deutschprachigen ein Bewusstsein für die Comicgeschichte. In der SZ denkt der Architekt Manuel Herz darüber nach, wie man an Babyn Jar erinnern kann. Außerdem fragt sich Maxim Biller in der SZ, warum im deutschen Fernsehen Demokratie immer so langweilig klingen muss.

Medienticker

Provokation wertschätzen

28.09.2021 Wolfram Schütte über Werner Herzogs späte Erzählung "Das Dämmern der Welt" - Gert Loschütz erhält für seinen Roman "Besichtigung eines Unglücks" den Wilhelm-Raabe-Preis 2021 - Hommage zum 100. Todestag  von Oskar Panizza + Hörtipp des Tages: Jazz Round Midnight "Von Bebop bis HipHop" Miles Davis Biografie 1/2.

Bücherschau des Tages

Gute Fremdheit

28.09.2021 Die FAZ schwärmt von Hans-Ulrich Treichels Roman "Schöner denn je" aus dem West-Berlin der achtziger Jahre. Die SZ lobt Abi Darés kunstvolles Debütroman "Das Mädchen mit der lauternen Stimme". Der Dlf lauscht Botho Strauß' poetischem Monolog einer verlassenen Frau. Und der DlfKultur sieht mit der koreanischen Künstlerin Zo-o einem Vögelchen beim Denken zu.

Mittwoch, 29.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Mehr demokratische Kreativität

29.09.2021 In der SZ feiert Bernard-Henri Lévy die Bundestagswahl, in der die Mitte stark und die Ränder schwach sind, als " Sieg einer einst jungen Frau aus der DDR". Hat Baerbock die Wahl versemmelt oder werden ihr nur vergleichsweise geringe Patzer nicht verziehen? taz und Zeit online sind sich nicht einig. In der SZ beschreibt Durs Grünbein Parteien als " organisierte Beharrungskräfte".  Im Observer erzählt Kenan Malik, warum in Post-Brexit-Britannien die Idee der "Anglosphäre" wieder in Mode kommt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein Mann, der nicht mehr mag

29.09.2021 Die taz porträtiert die mexikanische Architektin Tatiana Bilbao, die in einem Haus für 6.000 Euro auch die Schönheit mit einpreist. Die FAZ erlebt, wie New York sich an Terence Blanchards Oper "Fire Shut Up In My Bones" berauscht. Der Tagesspiegel grübelt, was nach R. Kellys  Verurteilung mit seinen Songs auf den Musikportalen geschehen soll. Zum 450 Geburtstag hat die FR Caravaggio alles verziehen. Die Filmkritiker hatten nach dem neuen James-Bond-Film keine Zeit zu schlafen. Und die NZZ ächzt unter der angestrengten Individualität der Turnschuh-Träger.  

Medienticker

Gefühlstheater

29.09.2021 Propagandasender & Fake-News-Vorwürfe: YouTube sperrt Kanäle von RT Deutsch (Russia Today)  - Jürgen Habermas: Der Denker, der Diskurse kreuzt - Niklas Franks Abrechnung mit seinem Nazi-Vater - Mehr Licht: 450 Jahre Caravaggio & ein Interview mit Ingrid Noll über Caravaggios Krimis - Fotografie im Theater: Augenblicke, die verweilen + Aufklärung auf der Alm "Bauer und Bobo": Interview mit Florian Klenk.

Bücherschau des Tages

Denken ist anstrengend

29.09.2021 Die SZ lässt sich von Nadifa Mohamed in die Docks von Cardiff entführen. Eva Menasse ringt der FR große Bewunderung an mit ihrem Roman "Dunkelblum", der auch noch im tiefsten Abgrund des Burgenlandes den Witz erkennt. Die taz lobt noch einmal Matthias Jüglers Roman "Die Verlassenen", der den Rissen in einer DDR-Kindheit nachspürt. Die FAZ weiß zu schätzen, dass sich Maurus Reinkowski in seiner Geschichte der Türkei den Optimismus bewahrt. Und der DlfKultur nimmt bei Steven Pinker einen Crashkurs in Logik.

Donnerstag, 30.09.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Ungewollt wieder ins Zentrum

30.09.2021 Es stimmt gar nicht, dass die JungwählerInnen FDP wählten, denn das gilt nicht für die Jungwählerinnen, konstatiert emma.de. In der Zeit möchte Heinrich-August Winkler lieber keine charismatischen Politiker. Die Berliner versuchen ihr berlinspezifisches Wahldesaster zu verkraften. Die SZ erinnert daran, wie wenig die deutsche Rechtswissenschaft noch Jahrzehnte später mit den Nürnberger Prozessen anzufangen wusste. Russland ist sauer auf die Sperrung von RT-DE-Kanälen in Youtube und droht nun deutschen Medien, berichtet die FAZ. Im Perlentaucher beschreibt Pascal Bruckner die Widersprüche des Postkolonialismus.

Efeu - Die Kulturrundschau

Schwingen des rechten Arms mit Faust

30.09.2021 Hyperallergic besucht im Metropolitan Museum eine Ausstellung über "Die neue Frau hinter der Kamera". Bei Dlf Kultur fragen Weberinnen aus Südmexiko, warum ihre Muster von Firmen wie Zara einfach kopiert werden können. In Van überlegt der Komponist Fabien Lévy, wie Konzerte umweltschonender veranstaltet werden können. Die FAZ taucht ein in gelebte Postkolonialität mit Lisa Bierwirths Spielfilm "Le Prince".

Medienticker

Sprachmagischer Liebeskummer

30.09.2021 Springers Döpfner geht bei Kooperation zwischen Upday &Facebook auf Distanz - Inhalte von ARD und ZDF geklaut: Was erlaubt sich "Bild"?  - TV-Nutzungsdauer sinkt auf unter zwei Stunden täglich - Sprachmagischer Liebeskummer: Rainer Moritz über den neuen Roman "Nicht mehr. Mehr nicht" von Botho Strauß -  taz: Die Instagram-grün-gelbe Koalition oder "Wir möchten Teil einer Jugendbewegung sein" + Vor 100 Jahren fanden die ersten Donaueschinger Musiktage statt.

Bücherschau des Tages

Gefühlspanorama

30.09.2021 Die Zeit feiert Jonathan Franzens Roman "Crossroads" als großen Roman, der ihr vor Augen führt, wie protestantischer Gottglaube sich seit den Siebziger in die säkularisierten Identitätsdiskurse von heute verwandelte. Die FAZ lässt sich von Najem Walis "Soad und das Militär" ins Ägypten der Siebziger entführen. Die SZ lernt von Daniel Schreiber das Alleinsein und tröstet sich mit Gedichten von Ulrich Koch. dlf Kultur denkt mit Catherine Malabou die Klitoris.

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BuchLink: Aktuelle Leseproben. In Kooperation mit den Verlagen (Info)

Pascal Mercier. Der Fluss der Zeit. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Pascal Mercier: Der Fluss der Zeit
Pascal Mercier ist nun in fünf bisher unveröffentlichten Erzählungen auch als Meister der kurzen Form zu entdecken: Kann ein Mann auf dem Höhepunkt seiner Jahre noch einmal…
Anatoli Kusnezow. Babyn Jar - Roman eines Augenzeugen. Matthes und Seitz, Berlin, 2026.Anatoli Kusnezow: Babyn Jar
Aus dem Russischen neu übersetzt von Christiane Körner. Mit einem Nachwort des Historikers Bert Hoppe, das die geschichtlichen Ereignisse nachzeichnet. Und einem Nachwort…
Abbas Khider. Der letzte Sommer der Tauben - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Abbas Khider: Der letzte Sommer der Tauben
Wie totalitäre Herrschaft in den Alltag dringt. Noah ist vierzehn Jahre alt und Taubenzüchter. Eines Tages flattern seine geliebten Tiere unruhig durch die Lüfte, über der…
Detlev Piltz. 150 Jahre Erbschaftsteuer - Prinzip und Wirklichkeit. C.H. Beck Verlag, München, 2025.Detlev Piltz: 150 Jahre Erbschaftsteuer
Die Erbschaftsteuer spiegelt den gesellschaftlichen Interessenkonflikt zwischen Reich und Arm wider. In Deutschland besteht der politische Kampf um die Erbschaftsteuer seit…

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