Freitag, 01.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
01.06.2018 Die italienischen Populisten hassen Deutschland, schreibt Angelo Bolaffi in der SZ, und Deutschland gibt ihnen mit Arroganz und Ignoranz Futter. Die taz setzt ihre verdienstvollen Recherchen zur Institutionalisierung der AfD fort. Die FAZ erklärt, warum der BND nach einer Gerichtsentscheidung einfach weiter die Daten von Bürgern absaugen darf. Die Kirchen biedern sich bei Islam-Funktionären an, damit ihre eigene Rolle nicht in Frage gestellt wird, sagt Alice Schwarzer im Deutschlandfunk.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.06.2018 Die Welt setzt sich den ikonischen Verführungen Mika Rottenbergs aus. Zeit Online weint mit dem Vocoder-Android des Musikers Oneohtrix Point Never. Die nachtkritik wundert sich über die Duckmäuser*innen an deutschen Stadttheatern. Die NZZ liest Lyrik im Internet. Spon sieht eine Netflix-Dokureihe über die islamistischen Terroranschläge 2015 in Frankreich.
Medienticker
01.06.2018 Aktualisiert: Demos? No way!: Politischer Journalismus in den USA - DSGVO: Datenschutz als Bedrohung für Journalisten? - Soziale Netzwerke: Wenige Löschungsbeschwerden - Leistungsschutzrecht: Zombie-Gesetz aus Deutschland bald in ganz Europa Realität - "Diskursoffen": Das Magazin Cicero & rechtes Denken - Medienskandal: Google & Uber sollen für positive Artikel gezahlt haben + Spannungsliteratur hat in den Feuilletons einen schweren Stand + Wochenend-Hörfunktipps.
Bücherschau des Tages
01.06.2018 Die FAZ dankt dem Historiker Dominik Maschek für einen frischen und mutigen Blick auf die römischen Bürgerkriege. Auch Matthew Desmonds unaufdringlicher Studie über die Zusammenhänge zwischen Rassismus, Wohnraum und Kriminalität in den Armenvierteln von Milwaukee wüsncht sie viele Leser. Die NZZ amüsiert sich bestens mit Jack Trevors urkomischer Romanvorlage für Hitchcocks "Immer Ärger mit Harry". Und die FR streift mit Maxim Kantors Roman "Rotes Licht" durch ein Jahrhundert russische Geschichte.
Samstag, 02.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
02.06.2018 In der SZ beschreibt Karl-Markus Gauß, wie die FPÖ in Österreich die Posten kapert und warum es der Partei so leicht gemacht wird. In der Welt erinnert Wolf Lepenies an den Reaktionär Charles Maurras. In der NZZ erklärt René Scheu, dass der Reaktionär heute der Revolutionär ist. Und im New York Magazine fragt Andrew Sullivan: ist die liberale Demokratie der Endpunkt der menschlichen Geschichte? Die Antwort ist nein.
Efeu - Die Kulturrundschau
02.06.2018 In der NZZ denkt Iso Camartin über Musik und Zeit nach. Im Freitag
erinnert sich Bernd Cailloux an das Glück, 1968 im Düsseldorfer Creamcheese zu
tanzen. In der taz erzählt der Bauhistoriker Robert Conrad von seiner Leidenschaft für verwunschene alte Häuser. Im Intellectures-Interview denkt die Schriftstellerin Lucy Fricke über Frauen um die vierzig nach. Die NZZ bewundert die Körperbilder Maria Lassnigs. Die taz porträtiert den James Dean des Donbass, Serhij Zhadan.
Bücherschau des Tages
02.06.2018 In der FAZ empfiehlt Stephan Wackwitz Thea Dorns "Deutsch, nicht dumpf", als Leitfaden für demokratisch Denkende. Die taz winkt dagegen ab. Die NZZ singt dem kleinen Elfenbein Verlag ein Liebeslied für die Übersetzung von Anthony Powells großartigem, 12-bändigen Romanzyklus "Ein Tanz zur Musik der Zeit". Die SZ versinkt in Andrej Platonows filmreifem Revolutionsroman "Tschewengur".
Montag, 04.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
04.06.2018 Nun klebt der Vogelschiss auf Alexander Gaulands Stirn. Und die Medien überlegen, ob sie mit dem Finger drauf zeigen oder lieber schweigen sollen. In der NZZ spricht der Historiker Lascha Bakradze über Georgier als Opfer und Täter des Stalinismus. Der Guardian porträtiert die Feministin Masih Alinedschad, die die Iranerinnen mit Wind im Haar zur Aktion "My Stealthy Freedom" inspirierte. Und die taz ist nicht ganz zufrieden mit Frank-Walter Steinmeiers Entschuldigung bei Schwulen und Lesben.
Efeu - Die Kulturrundschau
04.06.2018 Der Standard lernt von Yona Friedman, dass die Architektur der Zukunft ohne Stadtzentrum auskommt. Die SZ findet derweil Mannheims neue Kunsthalle ziemlich großartig, die mit einer Jeff-Wall-Schau auch sehr gelungen eröffnet wurde, wie die FAZ befindet. Im Freitag erklärt Liao Yiwu, dass die Unfreiheit seiner Freunde in China auch seine eigene ist. In der Berliner Zeitung erkennt Shirin Neshat: Arabische Ikonen leben länger als westliche. Critic.de bedauert das Ende der schrankenlos streitbaren Sitcom "Roseanne". Und ZeitOnline beobachtet Kanye Wests Flucht in die Bipolarität.
Medienticker
04.06.2018 Dysfunktional: Leistungsschutzrecht für Presseverleger - Bücher sind keine Arznei: Die Buchpreisbindung wird attackiert, aber die Branche bleibt ruhig und die Versandbuchhändler kritisieren die Monopolkommission scharf + Theater-Kritiken aus Basel, Berlin, Coburg, Magdeburg, Oberhausen, Paderborn, Stuttgart & Zürich - Gefühl ist alles: Lyrik im Internet - Nachrufe: Hilmar Hoffmann & Irenäus Eibl-Eibesfeldt sind tot.
Magazinrundschau
04.06.2018 Die London Review glänzt mit einer intensiven Reportage über den Brand des Grenfell-Towers und seine politische Ausschlachtung. Slate.fr erinnert sich an 1968 in der arabischen Welt. The Nation schildert die prekäre Lage von Afrikas Whistleblower. Eurozine lernt von dem Harvard-Genetikers David Reich: Vermischung ist überall, es gibt kein Urvolk. Der Merkur erinnert an die ungeliebte Novemberrevolution. In Magyar Narancs erklärt der Künstler Szabolcs KissPál sein Konzept eines "Pseudomuseums". Der Economist nimmt den Rassismus in Prognose-Tools auseinander.
Bücherschau des Tages
04.06.2018 Die SZ nimmt sich einen ganzen Stapel Bücher zu 1968 vor und ist besonders beeindruckt von Christina von Hodenbergs Bilanz "Das andere Achtundsechzig": Denn der größte Erfolg der Revolte war die nachhaltige Politisierung der Geschlechterverhältnisse. Die taz arbeitet sich mit allergrößtem Lesevergnügen durch Thomas Manns neu edierte Josephsromane. Die FAZ liest Krimis und versichert: Philip Kerrs Detektiv Bernie Gunther steht einfach wie eine eins.
Dienstag, 05.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
05.06.2018 Zeit online fragt: Was macht der Antisemitismusbeauftrage bei den Evangelikalen? In der SZ präsentiert Harald Welzer ein Weltrettungsprogramm für 130 Milliarden Dollar jährlich. Gab es Rassismus gegen Ostdeutsche, fragt libmod.de. Die taz untersucht die "gezielte Ambivalenz" der AfD-Provokationen. Die NZZ findet die Rassismus-Ausstellung in Dresden zwiespältig - vor allem in Voten des Beirats der Ausstellung manifestiere sich altes Rassendenken.
Efeu - Die Kulturrundschau
05.06.2018 In Thomas Ostermeiers Berliner Inszenierung von Edouard Louis' "Im Herzen der Gewalt" erlebt die SZ die ganze Härte sozialer Differenz. Vor der Eröffnung der Berlin Biennale am Wochenende denkt die taz darüber nach, worin die emanzipatorische Kraft postkolonialer Kunst steckt. Die Zeit lernt von der Gangsta-Rapperin Schwesta Eva über die Rohheit des Geschäfts so viel wie sonst nur bei Brecht. Der Standard unterhält sich mit den Filmemachern Hans Block und Moritz Riesewick über die Digital-Malocher auf den Philippinen, die bei Facebook sauber machen.
Medienticker
05.06.2018 Aktualisiert: VG-Wort: Karlsruhe weist Verfassungsbeschwerde ab - Schaufenster zum Erhalt der Buchpreisbindung & FAZ+FAS-Rundumschlag gegen diese - Quo vadis Journalismus? Perspektiven des "Öffentlichkeitsberufs" in der digitalen Medienwelt - Stories-Format erobert das Social Web - Facebook soll Daten an mehr als 60 Hersteller von Handys, Laptops und Tablets weitergegeben haben - Reaktionen auf "Vogelschiss"-Zitat & Durs Grünbein über die Verrohung der Sprache + "The President is Missing": Bill Clinton als Krimiautor.
Bücherschau des Tages
05.06.2018 Die FAZ lernt mit Jaron Lanier, von einem sozialen Internet und der Transparenz der Algorithmen zu träumen. Mit Maxim Kantor durchlebt sie das Drama russischer Geschichte. Die NZZ liest sehr berührt Monika Sznajdermans polnisch-jüdische Familiengeschichte "Die Pfefferfälscher". und die SZ stürzt sich mit William Finnegans "Barbarentagen" in die Wellen des Pazifiks.
Mittwoch, 06.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
06.06.2018 Unsere europäische Zukunft steht auf dem Spiel, lasst uns die Institutionen erobern, ermuntert in der taz Nora Bossong die Pro-Europäer. Packt eure Sachen, hat der neue italienische Innenminister Matteo Salvini gerade Flüchtlinge aufgefordert. Welche Sachen, fragt in politico interessiert der Mediziner Craig Ferguson, über den Körper eines gefolterten Kameruners gebeugt. Im ORF analysiert Armin Wolf Putins Antwortstrategien in Interviews. In der FR denkt Arno Widmann mit Salman Rushdie über Wahrheit und Lüge nach.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.06.2018 Heute Abend zeigt die ARD die Verfilmung von Michel Houellebecqs "Unterwerfung". Im Perlentaucher meint Necla Kelek, der Film distanziere sich feige von der Dystopie eines islamisierten Frankreichs, die Welt hört hingegen einen zutiefst humanen Weckruf. Im Tagesspiegel spricht Get Well Soon über Frank Sinatras frühe Konzeptalben. Die SZ erlebt das neue Museum der bayrischen Geschichte als riesige Dunkelkammer. Und im Standard spricht Alexander Kluge über den Luxus der Liberalität.
Medienticker
06.06.2018 VG Wort nimmt 2017 fast 300 Millionen Euro ein, Karlsruher Klage zum Verlegeranteil abgewiesen & Stellungnahme des Börsenvereins - Ausstellung über "Fake News": Die dunkle Seite der Macht - Modernes Leben: Digitale Helfer & analoger Ärger - Talkshows & Populismus: Rechtsradikle Inhalte immer präsent - Alles neu macht die DSGVO? - Als ob!: Artivismus, der an die Futtertröge der Kultur will.
Bücherschau des Tages
06.06.2018 Die FAZ lauscht glücklich Michael Chabons geschichtspraller und wortgewaltiger Geschichte einer jüdischen Familie über mehrere Generationen, Zeiten und Orte. Die SZ hat viel Spaß an den intimen Details, die ihr Thomas Blubacher aus dem Liebesleben der Theaterschauspielerin Ruth Hellberg verrät. Außerdem lernt sie in Toni Morrisons Vorlesungen alles über autobiografische Prägungen und Rassismus.
Donnerstag, 07.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
07.06.2018 Wie soll man mit der AfD umgehen? Sie sozial ächten, wie es Armin
Nassehi in der taz vorschlägt? Sie totschweigen, wie die NZZ meint? In der Zeit gibt der Philosoph Jason Stanley, den 68ern eine Mitschuld am aufflammenden deutschen Nationalismus, weil sie den Nationalsozialismus mit dem Kapitalismus erklären wollten. Erst Berlusconi, dann der Movimento Cinque Stelle - mit dem Wunsch, die Herrschaft der Parteien abzuschaffen, ist Italien Vorreiter in der Politik, ruft der Philosoph Damiano Cantone in der NZZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
07.06.2018 Im Standard setzt Alexander Kluge auf die Kraft der Poesie zur Rettung des in Not geratenen Illusionstiers. Die taz begibt sich mit Anna-Sophie Mahlers CapriConnection in München auf die Suche nach den Ursprügen allen Übels. Die FR fragt, warum die Architektur nicht mehr in Stadträumen denkt. ZeitOnline diskutiert weiter über die Houellebecq-Verfilmung "Unterwerfung". Und in der FAZ stellt Helmut Lachenmann klar: Ein Komponiste ist kein Sender, sondern ein Empfänger.
Medienticker
07.06.2018 Journalisten sind grün & links ergab eine 17-Länder-Studie - DFB-Pressearbeit : Das große Schweigen - Social Network: Facebook Watch lässt ABC, CNN, Fox News & Co Nachrichtenformate produzieren - Smartphone-Sucht: Das gehackte Gehirn - Im Gedicht lässt sich die Welt & ihre Geschichte vermessen - Kolumne Dumme weiße Männer: Wenn die Würde baden geht +
In memoriam: Vor 175 Jahren starb Friedrich Hölderlin.
Bücherschau des Tages
07.06.2018 Bill Clinton hat seinen ersten "Thriller" geschrieben: Die SZ schaut verschämt zur Seite, der Zeit knistert nur die Erotik zu wenig. FAZ und Zeit lauschen hingerissen den fantasie- und würdevollen Totengesprächen von Robert Seethaler. Die NZZ lässt sich lieber von Esther Kinskys "Prosa-Requiem" trösten. Außerdem empfiehlt sie neue Mandela-Biografien. Und die FR zielt mit Böll auf Kafka.
Freitag, 08.06.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
08.06.2018 Etwas weniger Meta und dafür mehr Oum Kulthum hätte Shirin Neshats Film über die ägyptische Diva gut getan, seufzen die Kritiker. Im DLf-Kultur stellt Gabi Ngcobo klar, dass sie die Berlin-Biennale nicht mit "südafrikanischem Blick" kuratiert hat. SZ und Standard hören schrillen Pop aus Korea: Das Ende der Musikgeschichte, meinen sie und hinter die Kulissen will man lieber auch nicht schauen. Und Hyperallergic staunt über Kunst, die aus Überwachungskameras kommt.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.06.2018 Die Weltreligionen sind beim Steuerhinterziehen viel toleranter als beim Sex, lernt die NZZ vom Evolutionsforscher Michael McCullough. In der FAZ möchte der Germanist Peter Eisenberg bitte kein Gender-Sternchen aufgezwungen bekommen. Politico verlangt, dass die EU gegenüber Polen Härte zeigt. In Deutschland geht der Bücherkauf immer weiter zurück, schuld ist das Internet, berichten FAZ und SZ. In Georgien dagegen wächst der Buchmarkt - und hat auch mehr Frauen in Führungspositionen. In der Welt fragt Thierry Chervel, ob man die AfD wirklich in jeder Tagesschau zitieren muss.
Medienticker
08.06.2018 Aktualisiert: Sind Bücher out? Weniger Bücher verkauft - Deckel drauf: Journalismus & die AFD - Großer Rechercheverbund? Der BR macht nicht mit, da die "Durchschlagskraft zu groß" wäre (sic!) - Wer entscheidet, was berichtet wird? Journalisten sollten mehr mit ihren Lesern reden - Komplettes Verlags-Umdenken: Die Medien-Branche muss volldigitalisieren - Social-Media-Strategie: ORF dampft Facebook um 80 Prozent ein +- "Artistes et Robots": Was kann ein Roboter, was ein Künstler nicht kann? + Wochenend-Hörfunktipps.
Bücherschau des Tages
08.06.2018 Die SZ lässt sich von Ed Yong in die faszinierende Welt der Mikroben einführen und lernt viel für's Leben. Außerdem freut sie sich über eine Neuausabe von Fritz Alexander Kauffmanns "Chronik einer Kindheit". Die FAZ unternimmt mit Carl Schmitts Tagebüchern Ausflüge ins Berliner "Miljöh" und empfiehlt zwei Bücher über zum Islam konvertierte Deutsche. Die NZZ lernt bei Angelika Reitzer die Schattenseiten von Kleinfamilienparadiesen kennen.
Samstag, 09.06.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
09.06.2018 Heute eröffnet die Berlin Biennale: Beklemmend, anregend, aber auch sehr identitätspolitisch, finden die KritikerInnen. Macht Lust auf den postkolonialen Diskurs, meint der Tagesspiegel. Die Welt berichtet, wie die Pariser Bouquinisten an der Seine mit Pornoheften und Kochbüchern ums Überleben kämpfen. In der FAZ träumt Georges-Arthur Goldschmidt von verbotener Literatur. Die SZ feiert ein bislang verschollen geglaubtes Studioalbum von John Coltrane. Und die Welt blickt in quietschbunte Interieurs in Nordkorea.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.06.2018 In der FAZ erinnert Serhij Zhadan die Freunde des Fußballs daran, dass der ukrainische Regisseur Oleg Senzow in einem Straflager nördlich des Polarkreises seit drei Wochen im Hungerstreik liegt. Die NZZ lässt sich von einem Trump-Anhänger und China-Verehrer erklären, wie Utilitarismus funktioniert. Die taz besucht die Georgien. Und die SZ stellt fest, dass sich ARD und ZDF vom klassischen Kino verabschiedet haben.
Bücherschau des Tages
09.06.2018 Die FAZ staunt, wie Josef Winkler die Biografie seines Vaters mit der braunen Vergangenheit Österreichs verknüpft. Die FR bewundert, dass Sigrid Damm sich ihrem Vater so bedächtig wie zuvor Goethe und Schiller nähert. Die taz gibt sich mit René Daumal einem delirierenden Streifzug der Berauschungen hin. Die Welt lernt umsichtigen Umgang mit dem Internet von Jaron Lanier. Und die NZZ empfiehlt Bücher für den Sommer: Am besten gefällt ihr John Bergers "Geschenk für Rosa".
Montag, 11.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
11.06.2018 In der NZZ plädiert Pascal Bruckner für mehr Durchlässigkeit in Identitätsfragen. Politico ruft die EU auf, die russische Opposition zu unterstützen. Im Observer kritisiert Kenan Malik die Festung Europa. In der FAZ kritisiert der Politologe Stefan Luft unser überkomplexes Asylrecht. In der FR erinnert der Philosoph Markus Tiedemann Monika Grütters daran, dass Toleranz eben kein Kennzeichen von Religionen ist. In Medium fragt sich Andre Spiegel, warum Verleger das E-Book ablehnen.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.06.2018 Auf ZeitOnline erklärt Annette Hess, wie ARD und ZDFdie Kreativität der Drehbuchautoren verhindern. Standard und taz begeben sich bei den Wiener Festwochen mit Kornél Mundruczó auf Winterreise entlang der Balkanroute. Der Tagesspiegel blickt mit Astrid Kleins Fotoarbeiten in den Deichtorhallen auf männliche Trophäen und willige Sexualpartnerinnen. Die SZ entwickelt bei der musica viva einen leichten Überdruss an der Staastopernmacherei männlicher Riesenegos.
Medienticker
11.06.2018 Telemediengesetz: Verleger & Intendanten einigen sich über öffentlich-rechtliche Online-Angebote - ARD/ZDF-Inflationsausgleich: Steigt der Rundfunkbeitrag künftig automatisch? - Debatte über Buchpreisbindung: Ein Blick in die Schweiz - Bücher-Käuferschwund: "Der Konkurrenzkampf wird stärker, nicht schwächer" - CEBIT 2018: IT-Festival öffnet seine Pforten - Debatte & Protest: Wie weiter gegen rechts?
Bücherschau des Tages
11.06.2018 Die SZ freut sich über die Erstveröffentlichung von Elfriede Jelineks Wiener Agenten-Thriller von 1981: Immer noch hochaktuell, lobt sie. Gebannt liest sie auch Andrea von Treuenfelds "warmherziges" Israel-Porträt. Spannend und lehrreich findet die FAZ die Familiengeschichte der jüdischen Unternehmerfamilie Kroch. Die FR staunt, wie Brit Bennett in ihrem Debütroman "Die Mütter" Alltagsrassismus offenlegt.
Dienstag, 12.06.2018
Magazinrundschau
12.06.2018 Der New Yorker will nicht mehr über Privatsphäre reden, wenn es um Datenschutz geht, sondern über Freiheit. Binge-Watching funktioniert auch umgekehrt, lernt das New York Magazine beim Datenfresser Netflix. In Ceska pozice ahnt Mark Lilla, warum Amerikas Linke an Kraft verliert. Und La vie des idées blickt auf die Justiz als Schauertheater. epd-Film denkt über politische Korrektheit im Kino nach. Und Le Monde diplomatique lernt beim Truppenbesuch in Mali, dass die Welt aus einem Panzerfahrzeug weder Unschuld noch Anmut besitzt.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.06.2018 Der Guardian bewundert Frida Escobedos Luft und Licht atmenden Sommer-Pavillon für die Serpentine Gallery. Die NZZ erkennt: Für den Umbau von Nachkriegsarchitektur braucht man nicht nur Geld, sondern Liebe. Die SZ bäumt sich mit Visconti und Antonioni noch einmal vor dem Nichts auf. Die taz besucht die Fotografien Erika Diette, die den Schmerz der kolumbianischen Gesellschaft dokumentiert. Und die FAZ erlebt in Paris Martin Margiela als den Meister des soignierten Understatements.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.06.2018 In ihrem Blog ruft die EU-Abgeordnete Julia Reda dazu auf, sich gegen Uploadfilter und das europäische Leistungsschutzrecht zu wehren. In der NYRB warnt Nesrine Malik vor Islamkritikern, die den Rechten in die Hände spielten, in der FAZ fürchtet die Ethnologin Susanne Schröter, dass die Rechten genau von dieser Haltung profitieren. Will Donald Trump den Westen zerstören, fragt die New York Times.
Bücherschau des Tages
12.06.2018 Die taz liest mit wachsender Beklemmung das neue Wespennest: Kann es sein, dass die Dummheit die Weltherrschaft übernimmt? Für die WM rüstet sie sich Christoph Biermanns "Matchplan". Höchst vergnügt liest die SZ Chateaubriands Erzählung "Atala", bei der Harmonie und Gottgefälligkeit einfach nicht gelingen wollen. Außerdem begeistert sie sich für Manuele Fiors Comic-Kurzgeschichten "Die Tage der Amsel".
Mittwoch, 13.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
13.06.2018 Die EU-Kommission möchte alle EU-Bürger verpflichten, ihre Fingerabdrücke in den Personalausweisen speichern zu lassen. Auf Deutschland wird sie sich bei der Durchsetzung wohl verlassen können, fürchtet Netzpolitik. Auch die geplante europäische Urheberrechtsreform setzt mit Uploadfiltern auf automatisierte Überwachung der Nutzer, warnen Internetpioniere wie Jimmy Wales und Tim Berners-Lee. In der taz blickt Ilija Trojanow kritisch auf den Kulturkampf der Linken. Und: Alle gratulieren Aleida und Jan Assmann zum Friedenspreis des deutschen Buchhandels.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.06.2018 Die SZ blickt auf die Arbeit der Gruppe Forensic Oceanography, die für die Biennale Manifesta in Palermo den Fall um das Rettungssschiff Juventa rekonstruiert. Die NZZ wagt sich bei der Art Basel auf ein subversives Champagnerfrühstück. Die New York Times wirft einen ziemlich kritischen Blick auf die Berlin Biennale. Die taz verneigt sich vor dem italienischen Theatermacher Roberto Ciulli und seinen roten Clowns. Die FAZ bekommt beim Bachfest in Leipzig etwas zu viel tröstliche Wärme.
Medienticker
13.06.2018 Studie: Buchkäufer quo vadis? - Leseförderung: Öffentliche Bibliotheken - Kiosk-Zahlen: Erneut schwache Cover-Check-Woche - US-Medienindustrie: Time Warner-Übernahme durch AT&T - Medien & Verbrechen: Berichten, ohne populistische Arschlöcher zu sein - Europäisches Medien-Projekt: ARD-Plan für ein Gegenstück zu Facebook & YouTube - Digitale Wirtschaft: Je größer desto digitaler & Innovation will gelernt sein + Hörfunk: Dauerzoff um drohenden UKW-Blackout.
Bücherschau des Tages
13.06.2018 Die FAZ fragt mit Armin Nassehi: "Gab es 1968?" und erhält faszinierende Antworten. Die NZZ gedenkt mit schwerelosen Gedichten von Cees Nooteboom der Toten und freut sich über gereifte Erzählungen von T. C. Boyle. Die SZ lauscht gebannt den Geschichten aus 1001 Nacht, die ihr Christina Viragh auf dem Flug von Bangkok nach Zürich erzählt. Und der FR wird mit den Erinnerungen von Judith Kerr ganz warm um's Herz.
Donnerstag, 14.06.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
14.06.2018 Im Guardian erklärt Jürgen Teller, weshalb seine derzeit in Moskau gezeigte Fußball-Ausstellung von den Russen für Kinder verboten wurde. Die SZ staunt, wie gelassen die Kunstszene in Istanbul mit Erdogan umgeht. In der Welt schimpft der Architekt Rob Krier über Baukriminalität im modernen Städtebau. Im Logbuch Suhrkamp setzt Svenja Leiber die Literatur der Minoritäten gegen die Normierungssucht durch Sprachregeln. Und der Standard erlebt mit Zeal & Ardor, wie gut Black Metal und Gospel zusammen funktionieren.
9punkt - Die Debattenrundschau
14.06.2018 Macht Schluss mit diesem Quatschgesetz, ruft Sascha Lobo in Spiegel online und geißelt die Kumpelei des Axel-Springer-Verlags mit der CDU, die ganz Europa eine "Linksteuer" beschert. Auch in Amerika wollen die Mediengewaltigen laut Buzzfeed Facebook am liebsten loswerden. Die Frage ist nur, wie die Zigarette danach schmeckt. Herfried Münkler schreibt heute quasi überall. In der NZZ geht's um Eliten, in der Zeit um den Westen und mit beiden bergab. Die EU ist an der Lage in Italien selber schuld, ruft die taz. Unverfroren bereitet sich die Welt unterdessen vor den Augen einer angeekelten Welt auf das WM-Spektakel in Russland vor.
Medienticker
14.06.2018 Geplante Urheberrecht: Ist die Meinungsfreiheit in Gefahr? - Accountability Reporting: Die Algorithmen-Hacker - Rundfunkbeitrag: Keine Schnellschüsse - Jubiläumsfeier: 60 Jahre VG Wort - WM-Auftakt: Stellvertreterkrieg Fußball & ARD-Dopingexperte reist nicht nach Russland - Zum Achtzigsten: Hansjörg Schneider & der rebellische Geist von '68.
Bücherschau des Tages
14.06.2018 Daniel Kehlmann vergeht in der Zeit die Lust auf die WM nach Stefan Gmünders und Klaus Zeyringers Abrechnung mit Fifa und Weltfußball "Das wunde Leder". Nur bewundern kann sie, wie Charlie English "Die Bücherschmuggler von Timbuktu" besingt und zugleich erdet. Sehr anregend findet die FAZ Olga Martynovas assoziationsreiche
Russland-Essays "Über die Dummheit der Stunde". Und die FR ist einfach überwältigt von Gerd Loschütz unerbittlich geradliniger Geschichte "Ein
schönes Paar".
Freitag, 15.06.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
15.06.2018 Klaus Dörr bleibt bis 2020 Interimschef der Volksbühne. In der Stuttgarter Zeitung spricht er über weitere Pläne. Der Tagesspiegel erfreut sich mit Luigi Ghirri an der Vergnügungssucht im Nachkriegsitalien und feiert Kindergeburtstag mit Iron Maiden und Winston Churchill. Die FAZ durchschaut Steve Bannons Agitprop in Rotterdam. Und die NZZ spielt mit einem Playmobil-Fontane.
9punkt - Die Debattenrundschau
15.06.2018 Die CSU setzt bei den Flüchtlingen auf eine AfD-Politik. Das ist nicht nur flüchtlings-, sondern auch bayernfeindlich, meint die SZ. Die taz warnt vor linker Häme: Was nach Angela Merkel kommt, wird nur schlechter. Wer braucht Heimat, fragt der Kulturtheoretiker Jan Söffner in der NZZ. Islamische Religionskunde soll vor allem den Einfluss der christlichen Kirchen sichern, warnt in der taz Memet Kiliç. Warum argumentieren Feministinnen oft wie die letzten Reaktionäre, fragt Judith Sevinç Basad in der FAZ.
Medienticker
15.06.2018 Aktualisiert: Telemedienauftrag für ARD+ZDF: Mehr Bild+Ton, aber weniger Text & so viel Geldverschwendung - Paid Content: Zahlungsbereitschaft der Deutschen steigt langsam - Nachrichtenquellen: Facebook wird weniger für Nachrichten genutzt - USA: Time Warner-Übernahme vollzogen - Journalismus: Wie ein Irrtum den Medienbetrieb umwandelt - Buchhandel: Reaktionen auf den Käuferschwund - Nachrufe: Dieter Wellershoff und Jon Hiseman sind tot + Hörfunk-Wochenend-Tipps.
Bücherschau des Tages
15.06.2018 Die SZ erkennt mit Francois Cheng die Schönheit der Seele und wirft eigene Vorstellungen über Bord. Bewegt und empört liest sie Julian Volojs und Thomas Campis Graphic Novel über Superman-Erfinder Joe Shuster. Sehr erhellend findet die FAZ den Briefwechsel zwischen Joseph Breitbach und Jean Schlumberger. Die FR amüsiert sich mit Jürgen Teipels Geschichten über Mensch und Tier.
Samstag, 16.06.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
16.06.2018 Die NZZ taumelt - beseelt von der Manifesta - im Konfettiregen durch Palermo. Das Böse im amerikanischen Kino gewinnt wieder an Kraft, stellt der Standard mit Blick auf Ari Asters Horrorfilm "Hereditary" fest. Die Berliner Zeitung huldigt der ruppigen Poesie Valie Exports. Zum Bloomsday sucht die SZ den gelehrten und hinreißend schrulligen Joyce-Herausgeber John Kidd. Und große Trauer herrscht in allen Feuilletons um den großen Entzauberer Dieter Wellershoff.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.06.2018 Die Grünen-Abgeordnete Claudia Roth erklärt in einem Blogpost, wie der Populismus die Demokratie außer Kraft setzen will und wie diese sich wehren sollte. In der NZZ bezweifelt die Philosophin Ursula Renz, dass man Gruppen so etwas wie Identität zuschreiben kann. Emma.de begrüßt einen Appell der "Frauen in Naturwissenschaft und Technik", die Frauen im Iran im Kampf gegen Kopftuch und Rechtlosigkeit zu unterstützen. Und in der Welt verrät Viktor Jerofejew jetzt schon den Sieger in der Fußball-WM.
Bücherschau des Tages
16.06.2018 Die FR gratuliert Joyce Carol Oates mit einer Besprechung zu Ihrem neuesten Roman "Der Mann ohne Schatten" zum Achtzigsten. Die FAZ sucht mit Liane Bednarz nach dem Einfluss fundamentalistischer Christen in der AfD. Welt und taz geben sich mit Siri Hustvedt keinerlei "Illusion der Gewissheit" hin. Außerdem bespricht die taz neue Kinderbücher.
Montag, 18.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
18.06.2018 Im Observer kann es Nick Cohen nicht fassen, dass der Einfluss Russlands auf die Brexit-Bewegung von allen Seiten totgeschwiegen wird. In der FAZ fragt Arkadi Babtschenko Reporter ohne Grenzen, ob er sich lieber hätte erschießen lassen sollen als mit dem ukrainischen Geheimdienst zusammenzuarbeiten. Netzpolitik geißelt die Kapitulation der Öffentlich-Rechtlichen vor den Zeitungsverlagen. Die SZ führt uns mit terra0 in den Wald des Anthropozän.
Efeu - Die Kulturrundschau
18.06.2018 In Berlin tagte der große Kongress zur Zukunft der Volksbühne, und die Kritiker erleben wie selten Theater als Wunscherfüllungsmaschinerie. In der NZZ erklärt Teju Cole, wie ein Netzwerk aussieht, das nicht Cyber ist. In der Zeit ruft Tina Uebel: Die politische Korrektheit ist aus dem Ruder gelaufen. Der Standard versucht, sich nicht beim Blick auf Lena Henkes Bilder ertappen zu lassen. FAZ und taz ärgern sich über die Entscheidung der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, das Verfahren gegen Farid Bang und Kollegah einzustellen.
Bücherschau des Tages
18.06.2018 Seufzer des Glücks entlockt der FAZ Kai Grehn mit seinem intim-atmosphärischen Hörspiel "Mu!". Schön dünkelhaft findet sie auch, wie Wolfgang Büttner "Frau Jenny Treibel" liest. Die NZZ verliert ihren Fortschrittsoptimismus, wenn sie bei Hans-Jörg Rheinberger liest, wie Nichtwissen die Universitäten beherrscht. Der SZ gefrieren die Finger beim Blättern durch Stanley Kubricks Fotografien.
Dienstag, 19.06.2018
Magazinrundschau
19.06.2018 Jetzt wird schon mit Hilfe der Virtual Reality Jagd auf Flüchtlinge gemacht, ächzt Wired. Die Republik recherchiert, wie der FC Kreml für sich die Fußball-WM klarmachte. In Magyar Narancs spürt Imre Bartók seinem Widerwillen gegen die Ordnung nach. Der Guardian ermittelt in der Welt der Kunstfälscher. Die New York Times reitet mit John Kidd, dem Gaucho der James-Joyce-Exegese, gegen die Gauleiter der Wirtschaftlichkeit.
Efeu - Die Kulturrundschau
19.06.2018 Die SZ erkundet in Frankfurt mit Lucian Freud und Frank Auerbach das im Fleisch verborgene Individuum. Der Guardian versucht Christos Grabpyramide im Hyde Park zu enträtseln. In der Jungen Welt nimmt sich Anke Stelling die Platzhirsche der Debattenkultur vor. In der FR spricht Linn Ullmann über 10.000 Tonnen Zement, die auf ihr lasten. Und die NZZ feiert Harry Kupfers Berliner "Macbeth"-Inszenierung mit Anna Netrebko und Plácido Domingo als Sternstunde der Oper.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.06.2018 Die SZ geißelt den neuen Krieg der Bilder, für den Kinder in Käfige und Flüchtlinge auf See gehalten werden. Identität ist nicht, was man ist, sondern was man wird, meint Barbara Vinken in der NZZ. Slate.fr staunt über die Popularität Erdogans bei jungen Franzosen maghrebinischer Herkunft. In der taz wünscht sich Liane Bednarz eine Diskussion darüber, was konservativ und was rechts ist. Netzpolitik fordert eine digitale Bildung mit Open Source.
Medienticker
19.06.2018 Aktualisiert: Gründung eines Nationalen Bildungsrats: KMK & Bundesbildungsministerium wollen Digitalpakt vorantreiben - Der Sauerstoff wird knapp: Schriftsteller gegen Rechtsruck - Eugen Ruges Versuch über eine aussterbende Sprache - Günter Bannas über Politikjournalismus - Analysen: Welche Studie darf's denn heute sein? - Satire darf alles: Der "Grubenhund" der Titanic - Lasagne, Kaffee und viel Schlaf: Comic-Kater Garfield wird vierzig.
Bücherschau des Tages
19.06.2018 Total verrückt und ungeheuer cool findet die FR Rita Indianas karibische Ökothriller-Hipstersatire "Tentakel". Besonders gut gefällt ihr an Lewis Grassic Gibbons schottischem "Lied vom Abendrot" Esther Kinskys Übersetzung ins Plattdeutsche. Die NZZ rühmt Elizabeth Taylors konsequenten Antibildungsroman "Angel". Die SZ preist Gipis berührenden Comic "Die Welt der Söhne" ebenso wie eine neue Biografie des Gotenkönigs Theoderich. Und die FAZ liest Porträts aus dem Knast.
Mittwoch, 20.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
20.06.2018 Letztlich kassiert die Politik durch Gesetze wie das Europäische Leistungsschutzrecht das Internet selbst ein, konstatiert The Verge - denn sie scheint es nur mehr als die Sphäre der Giganten zu betrachten. Die Brexit-Anhänger lieben den Brexit mehr als sie das Vereinigte Königreich lieben, konstatiert der Spectator nach Lektüre einer Umfrage. Roberto Saviano äußert sich in Guardian und Freitag entsetzt über die italienische Flüchtlingspolitik. Die NZZ sagt dem Intellektuellen leise Servus.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.06.2018 Offiziell wird der neue Berlinale-Chef erst am Freitag bekannt gegeben, inoffziell sind IndieWire und Tagesspiegel schon ganz glücklich mit der wahrscheinlichen Entscheidung für Carlo Chatrian, bisher Chef des Festivals von Locarno. In der taz erklärt die Choreografin Meg Stuart die Energiewende im Tanztheater. Die SZ erlebt in Paris die Befreiung der Architektur durch Junya Ishigami. Und der Standard lernt von Beyoncé und Jay-Z, dass auch Musik vor Geld stinken kann.
Medienticker
20.06.2018 Aktualisiert: Cover-Check: IVW-Zahlen - Zensur im Bildjournalismus: Stillere Bilder finden nicht den Weg ins Heft - Reporter ohne Grenzen: Nothilfe für türkische Journalisten & Solidaritätslesung für Selahattin Demirtaş - Neue Subjektivität: Deutsche Literatur nach 1968 - Mit dem Bulldozer durch die Literaturgeschichte: W.G. Sebald als Literaturkritiker & Germanist + Nick Drake: Einer der bekanntesten Unbekannten der Pop-Geschichte.
Bücherschau des Tages
20.06.2018 Die FAZ bewundert den scharfen Geist Joseph Jouberts, Freund von Diderot und Chateaubriand. Die FR lernt mit Joachim Campe den depressiven Rossini kennen. Die SZ liest mit Hanno Millesis "Die vier Weltteile" nicht weniger als ein Höhlengleichnis des Medienzeitalters.
Donnerstag, 21.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
21.06.2018 Der Rechtsausschuss des EU-Parlaments will ein europäisches Leistungsschutzrecht und Uploadfilter. Wir bündeln erste Reaktionen auf diese Abstimmung, die nur mit den Stimmen von zwei Front-national-Abgeordneten gewonnen werden konnte. Sollte das Gesetz greifen, werden die Verlage im Netz weniger präsent sein, vermutet Spiegel online. Die Welt verteidigt das Projekt. Politico.eu schildert den Niedergang der gemäßigten Rechten, der in Brüssel vor allem von der CSU durch Fusion mit den Extremisten betrieben wird. Le Monde prangert ein ungarisches Gesetz an, das Flüchtlingshelfern mit Gefängnisstrafen droht.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.06.2018 Die Filmkritiker sind einstimmig begeistert vom mutmaßlich neuen Berlinaleleiter Carlo Chatrian, der in Deutschland keine falschen Freunde habe. Einig sind sie sich auch mit Werner Herzog in der Wertschätzug für die chinesisch-amerikanische Filmregisseurin Chloé Zhao. Man kann selbst in Israel ganz wunderbar unpolitisch schreiben, versichert David Grossman im Tagesspiegel. Simon Rattle hat sich aus Berlin mit Mahlers Sechster verabschiedet: Reine Klanglust hörte der Tagesspiegel und wartet jetzt auf den musikalischen Höllensturz Kirill Petrenkos.
Bücherschau des Tages
21.06.2018 Die Zeit amüsiert sich mit Michel Fabers furiosem Science-Fiction-Ehe-Briefroman "Das Buch der seltsamen neuen Dinge". Die FR empfiehlt die neuen Gedichte von Günter Kunert. Die FAZ bewundert die Mischung aus Komik und Krieg in den Romanen des georgischen Autors Aka Morchiladze. Die NZZ lernt von Archie Brown, dass der starke Führer mehr Fehler macht als das Kollektiv.
Freitag, 22.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
22.06.2018 Mit dem Brexit könnte auch das Stündchen der irischen Vereinigung schlagen, denn die Mehrheitsverhältnisse in Nordirland ändern sich, vermutet politico.eu. In der FAZ ist die CDU-Politikerin Serap Güler empört über Joachim Gaucks Kritik an mangelnden Deutschkenntnissen der Gastarbeiter: Denn niemand interessierte sich für sie als Mitbürger. Julia Kristeva streitet ihre Stasi-Mitarbeit ab, kompromittiert haben sie und der Tel-Quel-Kreis sich aber sowieso, schreibt Richard Wolin bei chronicle.com.
Efeu - Die Kulturrundschau
22.06.2018 In der SZ erklärt Museumsdirektor Eicke Schmidt, warum der Bildhauer Fritz König in die Uffizien gehört. Der Freitag denkt über eine Revision der deutschen Filmförderung nach, die nicht gegen EU-Recht verstößt. Die FAZ hört politischen Jazz von Kamasi Washington.
Bücherschau des Tages
22.06.2018 Die SZ gibt sich dem surrealistischen Gedankenstrom des tschechischen Dichters Ivan Blatney hin. Dass auch unsympathische Menschen große Kunst machen können, lernt die FAZ mit Barbara Meiers neuer Alban-Berg-Biografie. Die NZZ ist beeindruckt, wie realistisch Jesmyn Ward in "Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt" den Rassismus in den USA beschreibt und doch Hoffnung zulässt.
Samstag, 23.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
23.06.2018 Die NZZ zeigt auf, wie Linke und Rechte in Frankreich den Laizismus unterwandern. Die EU war immer geplant als eine Union, in der die Nationalstaaten irgendwann aufgehen, meint Robert Menasse in der taz. Die EU wird untergehen, wenn Flüchtlinge die nationalen Identitäten bedrohen, meint dagegen Markus Söder in der Welt. Aber verändert nicht gerade die Flüchtlingspolitik der CSU unsere Identität, fragt die SZ. David Grossman kann das für Israel bestätigen. Der Guardian fürchtet, dass wir in die dreißiger Jahre zurückfallen.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.06.2018 In der NZZ beklagt der Schriftsteller Chalid al-Chamissi das Grau der Repression, unter dem sogar der ägyptische Humor erdrückt wird. In der taz erklärt die Künstlerin Patricia Belli, wie die Sandinisten gerade ihre letzte Verbundenheit verspielten. Mehr als bizarr findet die SZ, wie sich Mariette Rissenbeek als Geschäftsführerin der Berlinale suchte und fand. Außerdem feiert sie Kamasi Washingtons dyadisch spirituelles Protestalbum "Heaven & Earth". Und die Welt wünscht sich wieder etwas mehr Pepp im Literarischen Quartett.
Bücherschau des Tages
23.06.2018 Die NZZ liest syrische Poesie und entdeckt in dem Band "Deine Angst - Dein Paradies" intensive und schöne, bittere, aber auch leichtfüßige Kriegslyrik. Liebhabern der Stadt Damaskus empfiehlt sie Ghayath Almadhouns Band "Ein Raubtier namens Mittelmeer". Die taz durchstreift mit Roger Deakin "Wilde Wäler" in den Pyrenäen und Karpaten und Olivenhaine auf Lesbos. Die Welt lernt von Karl Ove Knausgards und Fredrik Ekelunds WM-Buch "Kein Heimspiel", dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als Fußball.
Montag, 25.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
25.06.2018 Fast überall wird in verschiedenen Kontexten über Populismus nachgedacht. In der Welt erklärt Sahra Wagenknecht, warum sie eine linke Sammlungsbewegung will - und bekundet ihr Verständnis für die Wähler der Populisten. Bei politico.eu empfiehlt der belgische Politiker Yves Leterme gemäßigten Parteien die Übernahme populistischer Rezepte. Cem Özdemir vergleicht auf die Twitter die feiernden deutschen Erdogan-Anhänger mit Wählern der AfD. Vor 25 Jahren veröffentlichte Botho Strauß seinen Bocksgesang, erinnert sich der Standard. Und seitdem schwillt und schwillt er an.
Efeu - Die Kulturrundschau
25.06.2018 Die SZ stellt das französische Architektenduo Lacaton & Vassal vor, das tolle Architektur für alle entfwirft. Im Zürcher Rietberg Museum lernt sie zudem, wer unsere Dämonen sind. Tagesspiegel und Standard lernen auf der Manifesta in Palermo, dass es in der Stadt gar keine Flüchtlinge gibt. In der NZZ überlegt die syrische Schriftstellerin Rosa Yassin Hassan, ob es überhaupt ein Exil gibt.
Bücherschau des Tages
25.06.2018 FAZ und SZ besprechen heute vor allem Kinder- und Jugendbücherr: Ziemlick klasse findet sie, wie Frida Nilsson in "Ich und Jagger gegen den Rest der Welt" einen Jungen mit seinem Hund gegen Mobbing und Scheinheiligkeit ankämpfen lässt. Komik, Geist und Herz findet sie wie in allen Bücher des großen Ulf Stark auch in "Unser Sommer mit Geist". Die SZ empfiehlt Morton Rhues Jugendbuch "American Hero", das von jungen Männern erzählt, die mit falschen Versprechungen in den Krieg gelockt werden.
Dienstag, 26.06.2018
Magazinrundschau
26.06.2018 Harper's blickt sich um in den toten Zonen von New York. Osteuropa porträtiert die liberalen Autokratien in der EU. Menschenrechte ist nur ein anderes Wort für Neoliberalismus und Antitotalitarismus, schäumt Pankaj Mishra in der London Review of Books. Der Spectator träumt von einer farbenblinden Gesellschaft. Naiv, schimpft die New York Review of Books. Linkiesta erteilt Alexander Dugin das Wort. Der Rolling Stone besucht das Mannkind Johnny Depp.
9punkt - Die Debattenrundschau
26.06.2018 Das Ergebnis der türkischen Wahlen schockiert die säkularen Türken. Am Wahlverhalten der Türken in Deutschland haben deutsche Politiker eine starke Mitverantwortung, schreibt Necla Kelek bei emma.de. Seyran Ates attackiert im Tagesspiegel den Beirat des Instituts für islamische Theologie an der Humboldt-Uni, der ausschließlich aus konservativen Islamverbänden bestellt wird. Die gesamte deutsche Medienindustrie ruft in einem Appell ans EU-Parlament zu Uploadfiltern auf. Die New York Times weist in einem großen Dossier nach, dass Baschar al-Assad sehr wohl die Stadt Duma mit Giftgas attackiert hat.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.06.2018 Die taz erlebt mit Lu Yang in der Walther Collection die verrückteste Virtual Reality ihres Lebens. Außerdem erinnert sie sich mit Fiona Murphy an das einst jüdische Bagdad. Die SZ tritt im Kunstmuseum Wolfsburg tapfer dem schlecht regierten Indien entgegen. Die FAZ erkundet mit der Schriftstellerin Francesca Melandri das kolonialistische Privileg der Ignoranz. In der NZZ fragt Jürgen Wertheimer die neuen Houellebecq-Fans: Wie kann man sich für die Vorstellung seiner eignen Auslöschung begeistern?
Bücherschau des Tages
26.06.2018 So wichtig wie respektabel findet die taz Willi Jaspers selbstkritischen, uneitlen Erinnerungen an seine Zeit bei der maoistischen KPD/AO. Die SZ kann gar nicht genug bekommen, wenn Richard Russo von Glanz und Brutalität Hollywoods erzählt. Die FAZ klärt derweil mit Klaus Weber und Henning Ottmann die europäische Rechtslage.
Mittwoch, 27.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
27.06.2018 Der australische Philosoph Peter Singer hält in der FR an einer weitestmöglichen Auslegung der Meinungsfreiheit fest. Im Freitag freut sich Wirtschaftswissenschaftler Karl Ove Moene, dass er das Rezept für die Abschaffung der Ungleichheit gefunden hat. Die taz erzählt, wie Flüchtlinge an der Grenze zwischen Algerien und Niger krepieren. Im Guardian wehrt sich die Schauspelerin Dijana Pavlovic gegen den ungenierten Rassismus, der Roma und Sinti entgegenschlägt.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.06.2018 Der Tagesspiegel wischt zusammen mit Teresa Margolles das Blut der mexikanischen Geschichte auf. In der FAZ stellt die Literaturagentin Yasmina Jraissati ernüchtert fest, dass in der arabischen Literatur der Trend zur Dystopie geht. Außerdem hat die FAZ ein Ufo in Santander gesichtet. Der Standard lernt von Lacaton & Vassal, wie man aus Nichts etwas Nützliches und Poetisches schafft. Und die SZ verleiht Markus Söder die Goldene Weißwurst.
Bücherschau des Tages
27.06.2018 Die NZZ lässt sich von Marie Nimier an den Strand locken. Die FR erhält Denkanstöße in Toni Morrisons Vorlesungen über den Rassismus in den USA. Die FAZ kommt mit niemandem Syrien so nahe wie mit Khaled Khalifa. Poetischen Realismus pur erlebt sie mit Marie Gamillschegs Romandebüt "Alles was glänzt". Die taz empfiehlt den politischen "Liebesroman" der kroatischen Autorin Ivana Sajko.
Donnerstag, 28.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
28.06.2018 Die europäische Politik macht auf Druck der Lobbies das Internet kaputt, schreiben Marcel Weiß in Neunetz und Sascha Lobo bei Spiegel online - allerdings regt sich jetzt Widerspruch bei EU-Parlamentariern, berichtet orf.at. Die "Lifeline"-Organisation schreibt einen wütenden offenen Brief an Innenminister Seehofer, der ihr Schiff als "Shuttle-Service" bezeichnet hat. In der FAZ rechtfertigt Arkadi Babtschenko seine Scheinermordung. Die italienische Regierung ist auf der Suche nach Sündenböcken, warnt Roberto Saviano in der Zeit.
Efeu - Die Kulturrundschau
28.06.2018 Die NZZ verschaltet in der Kunsthalle Zürich ihr Unbewusstes mit dem des georgischen Künstlers Andro Wekua. Zeit online macht sich mit mit einer posthum veröffentlichten CD John Coltranes zum Abheben bereit. Der Tagesspiegel sorgt sich um die Gesundheit des Filmemachers Oleg Senzow, der sich seit 45 Tagen im Hungerstreik befindet. Es gibt keine objektive Geschichtsschreibung, erklärt der frische gebackene Goncourt-Preisträger Eric Vuillard im Freitag.
Bücherschau des Tages
28.06.2018 Der Zeit wird ganz melancholisch von Bodo Kirchhoffs autobiografischem Roman "Dämmer und Aufruhr". Auch die FR versinkt in einem autobiografischen Roman aus dem Nachkriegsdeutschland - "Pfaffs Hof" von Hiltrud Leenders. Die NZZ liest bei David Gugerli, dass der Computer gleich mehrmals erfunden wurde. Die FAZ amüsiert sich mit der raffiniert-konzeptuellen Lyrik von Hannes Bajohr.
Freitag, 29.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
29.06.2018 In der FR macht Seyla Benhabib auf die Generationenkluft in der Flüchtlingsdebatte aufmerksam. Die New York Times bringt ein großes Dossier über die Frauen, die die #MeToo-Affäre ins Rollen brachten und heute über ihre Erfahrung sprechen. In Zeit online zieht Sabine Andresen, die Kindesmissbrauch in den Kirchen untersucht hat, bittere Bilanz. Ebenfalls in Zeit online erklären zwei polnische Politologen, wie sie Nationalismus und Offenheit verbinden wollen.
Efeu - Die Kulturrundschau
29.06.2018 Die NZZ stellt den libanesischen Künstler Raed Yassin vor. Im Standard wundert sich der Postcolonial-Experte Christian Kravagna über den Eifer deutscher Museen, mit der Kritik an eurozentrischer Sammlungspolitik plötzlich ganz vorn zu stehen. Frauenfußball interessiert ihn nicht, Frauen in der Regie auch nicht, erklärt Frank Castorf in der SZ. Die taz amüsiert sich mit einer neuen Funk-Jam-Operette von George Clinton. Im Freitext-Blog auf ZeitOnline erinnert sich die Schriftstellerin Tanja Maljartschuk an die Hungersnot ihrer Großmutter unter Stalin.
Bücherschau des Tages
29.06.2018 Die FAZ reist mit Bruno Preisendörfer zurück in die Fünfziger und nimmt Abschied von VHS und Handysocke. Die NZZ verabschiedet indes den kritischen Intellektuellen. Die SZ freut sich über die Wiederentdeckung von Arthur Koestlers Sonnenfinsternis. Und die taz lässt sich vergnügt von Ex-Titanic-Autor Christian Y. Schmidt durch das Berlin der Siebziger peitschen.
Samstag, 30.06.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
30.06.2018 Mit dem EU-Flüchtlingsgipfel haben die Populisten gesiegt, meint die FR: Alle tun so, als wären unsere Probleme gelöst, wenn es nur die Fremden nicht gäbe. Die Reaktionen auf den Gipfel sind aber zwiespältig. Und in der New York Times verteidigt Wolf Biermann die Kanzlerin. Je moderner die Gesellschaften, desto weniger ist die Präsenz des Todes auszuhalten, schreibt Hans Ulrich Gumbrecht in der NZZ. Politiker von CDU, CSU, SPD und FDP rufen ihre EU-Kolleginnen in einem offenen Brief auf, gegen die EU-Urheberrechtsreform zu stimmen.
Efeu - Die Kulturrundschau
30.06.2018 Beim Münchner "Parsifal" fällt Georg Baselitz als Bühnenbildner durch, Pierre Audi als Regisseur ebenfalls, Kirill Petrenkos musikalische Interpretation lässt einige Kritiker allerdings immer noch schweben. Wer bei der RAF feuchte Augen kriegt, sollte beim Thema Stasi die Klappe halten, meint Leander Haußmann im Interview mit der Berliner Zeitung. In der Welt fordert Feridun Zaimoglu das Ende der Mittelstandsprosa: Arsch hoch und raus. Die Musikkritiker staunen über das durchtherapierte Paar Beyonce und Jay Z.
Bücherschau des Tages
30.06.2018 Die FR streift mit Michal Ksiazek auf der "Straße 816" entlang dem Fluss Bug durch das fremde Grenzgebiet von Polen, Weißrussland und der Ukraine. Die FAZ erwärmt sich für das bedingungslose Grundeinkommen, für das ihr Richard David Precht in "Jäger, Hirten, Kritiker" auch einige Finanzierungsmodelle präsentiert. Die taz freut sich über Birgit Schönaus Geschichte der "Fidanzata" Juventus Turin. Die Welt taucht mit Francesca Melandris Roman "Alle, außer mir" in die italienische Kolonialgeschichte ein, die sich in Gestalt eines äthiopischen Neffen vor der Haustür einer Lehrerin präsentiert.