Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Donnerstag, 01.03.2018

9punkt - Die Debattenrundschau

Mit einem gänzlich unbekümmerten Unernst

01.03.2018 Jan Kuciak und seine Lebensgefährtin wurden offenbar ermordet, weil er über die explosiven Beziehungen der 'Ndrangheta zu höchsten Kreisen der slowakischen Politik recherchierte. Die Seite occrp.org und die Welt bringen seine letzte, unvollendete Reportage. Welt und SZ staunen über das katholisch großherzige Italien,  das Berlusconi gerade seine vierte Chance gibt. In der Zeit plädiert Jürgen Habermas für mehr Europa. In der NZZ wendet sich Maram Stern vom Jüdischen Weltkongress gegen das polnische Holocaustgesetz.

Efeu - Die Kulturrundschau

Szenisch, lakonisch, milieugenau

01.03.2018 Die NZZ geht auf einen Drogentrip mit den Nasca. In 10 nach 8 beschreibt die kroatische Dramatikerin Ivana Sajko die schwierige Situation von Kunst und Theater in Kroatien. Auf Zeit online erzählt Jan Böttcher von seiner Reise nach Rumänien und in die rumänische Literatur. Der Standard sucht eine catchy Melodie auf dem neuen Breeders-Album. Die taz feiert die Unentschiedenheit der Liebe in Luca Guadagninos Adaption von André Acimans Roman "Call me by your Name".

Medienticker

Rettet den Bindestrich!

01.03.2018 "Es reicht!": Proteste gegen Einschränkung der Meinungsfreiheit in Polen - Investigativ-Journalismus: Mord in der Slowakei - Streitgespräch: Muss Literatur politisch sein & wenn ja, wie? - Der Teufel lässt keine Lücke: Was tun, wenn ein Druckfehler ein Buch verunstaltet?, fragt sich Norbert Gstrein - Gestoppt: Suhrkamp darf überarbeitete "Ulysses"-Ausgabe nicht veröffentlichen + Deutschland & seine Bestseller: Früher Simmel & Loriot, heute Kehlmann & Ferrante.

Bücherschau des Tages

Ein Ort der Freude

01.03.2018 Die Zeit verliebt sich in Sayaka Muratas autistische "Ladenhüterin". Die FAZ friert mit Vergnügen auf Ian McGuires Walfangschiff im eiskalten "Nordwasser". Die FR folgt einem vergifteten finnischen Pelzhändler über "Die letzten Meter bis zum Friedhof".

Freitag, 02.03.2018

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Christliche ist für das Konservative geradezu konstitutiv

02.03.2018 In der SZ erklärt Samuel Salzborn, warum Rechtsextreme Muslime hassen und den Islam lieben. Außerdem blickt die SZ mit Wehmut auf jene Zeiten zurück, als Autos noch "Capri" und "Ascona" hießen. Jörg Metes resümiert bei den Ruhrbaronen die Reaktionen von Lamya Kaddor und ihrer Unterstützer auf den Vorwurf, sie habe ein Zitat von Necla Kelek systematisch verfälscht. Spiegel Daily macht Reformvorschläge für die Öffentlich-Rechtlichen. Und die FAZ sieht die SRG vor der "No Billag"-Abstimmung kritisch.

Efeu - Die Kulturrundschau

Zum Niederknien prickelnd

02.03.2018 Die FAZ bewundert feinste japanische Holzschnittkultur. Der Tagesspiegel staunt über die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen in der italienischen Kunst der Zwischenkriegszeit. Die taz ergibt sich der Liebe und dem Rausch in der Autobiografie des Palais-Schaumburg-Bassisten Timo Blunck. Auf Zeit online warnt Museumsdirektorin Marion Ackermann vor einem selbstgerechten Moralisieren in der Kunst. Der Tagesspiegel sucht den Durchblick im Streit um den Nachlass von Imre Kertesz.

Medienticker

Zwangspolitisierte Dichter

02.03.2018 Aktualisiert: Neues Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft - Buchmarkt: "Da wird nichts besser", meint der Verleger Manuel Herder - Journalisten in der Türkei: Ahmet Altan wurde zu lebenslanger Haft verurteilt - Journalisten sind keine Therapeuten, meint Silke Burmester & Medienkritik bitte recht "freundlich" + Ein schiefes Haus als literarischer Wallfahrtsort: Laurence Sterne & sein "Shandy Hall" +  Die Wochenend-Hörfunktipps.

Bücherschau des Tages

Von Witz und Wehmut durchschossen

02.03.2018 Die taz stürzt sich berauscht in die Biografie von Palais Schaumburg Sänger Timo Blunck und fragt: "Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?" Die FAZ lässt sich von Svenja Goltermann den Opferbegriff und von Hannah Arendt den Freiheitsbegriff im Wandel der Geschichte erklären. Die SZ liest Peter Stamms abenteuerreichen Roman "Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt". Und die NZZ streift mit Ron Padgetts lyrischer Streichholzschachtel durch den Alltag.

Samstag, 03.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Kunst UND Kompetenz

03.03.2018 Die SZ reist nach Rumänien, dem Gastland der Leipziger Buchmesse. In der nachtkritik erklärten die Dortmunder Theatermachern Kay Voges und Alexander Kerlin, wie sie in einer neuen Akademie Theater und digitales Knowhow zusammenführen wollen. Die NZZ spaziert gut gelaunt durch das frisch renovierte Zürcher Museum für Gestaltung. LensCulture stellt den Fotografen Eddo Hartmann vor, der gerade für seine Fotos aus Nordkorea ausgezeichnet wurde. Die taz hört kapitalistische Feedbackschleifen in den Memories of Cindy.

9punkt - Die Debattenrundschau

Vielleicht ist das Schlimmste schon vorbei.

03.03.2018 In der Welt wertet Roberto Saviano den Mord an dem slowakischen Reporter Ján Kuciak als eine Drohung der 'Ndrangheta an alle Journalisten. In der SZ gibt der Schriftsteller Michal Hvorecký dem hetzerischen Premier Robert Fico eine Mitschuld. Die FR blickt auf die Wahlen in Italien. In der taz ermuntert Ian Kershaw Europa jedoch zu mehr Optimismus. Und der Guardian hört von Theresa May ein Loblied auf die europäische Integration.

Bücherschau des Tages

Schwadronierender Fleischberg

03.03.2018 Worum's genau geht, ahnt die FR nur, aber egal: Georg Kleins phantastischer Roman "Miakro" ist das prächtigste und schaurigste Ding des Frühjahrs, versichert sie. Die NZZ empfiehlt zwei Ausgrabungen: Oleksandr Irwanez' Roman "Pralinen vom roten Stern", der die vom Bürgerkrieg zerrissene Ukraine aufs Korn nimmt. Und M. Karagatsis' "Das gelbe Dossier", der griechische Gesellschaftsroman der Fünfziger rund um ein luziferisches Genie. Die Welt zieht noch einmal mit Michel Ruge durch die Berliner Clubs der Neunziger. Die FAZ amüsiert sich mit den Tagebuchaufzeichnungen von Nikolaus Harnoncourt.

Montag, 05.03.2018

9punkt - Die Debattenrundschau

Wer dazukommt und wer nicht

05.03.2018 Die taz lauscht der dröhnenden Stille nach der Bekanntgabe des SPD-Votums für die Große Koalition. Die Reform der öffentlich-rechtlichen Sender kann nicht von diesen allein betrieben werden, meint Markus Heidmeier bei Zeit online. Die NZZ staunt über die Verkitschung islamischer Gesellschaften durch den Islamismus. In der taz plädiert die Frauenärztin Kristina Hänel für eine Streichung des Paragrafen 219a.

Efeu - Die Kulturrundschau

Süffig süß wie Liebeslyrik

05.03.2018 Heute Nacht  wurden die Oscars vergeben. Dass vor allem Guillermo del Toros Sumpfmonster-Liebesmärchen "The Shape of Water" abräumte, geht für die Kritiker in Ordnung, nicht jedoch die belanglose Gala.  Immerhin Frances McDormand brachte ein Statement. Die taz entdeckt in Heidi Speckers Digitalfotografien das Unbequeme im Gefälligen. Nach dem neuen René-Pollesch-Abend "Hello, Mister MacGuffin!" schwirren der begeisterten NZZ Theoriebrocken wie Flipperkugeln im Hirn. Die FAZ gewinnt den netten Diskursonkel sogar schon richtig lieb.

Medienticker

Medienschweiz

05.03.2018 Aktualisiert: Urheberrecht: E-Book-Portal Gutenberg.org sperrt deutsche Nutzer aus - Wissenschaft: Protestbrief an den Intendanten des Deutschlandfunk - Populismus. Brandstiftung erster Güte - Kundenwünsche: Sind Verlage nur Erfüllungsgehilfen von Kundenwünschen? - Barnes & Noble: Die letzte große Buchladenkette der USA geht zu Grunde +  Social Media: Teenager werden süchtig & alle drehen durch.

Bücherschau des Tages

Ein Haufen schräger Vögel

05.03.2018 Die FAZ lässt sich nur zu gern von Garry Dishers Inspektor Hal Challis durch die sozial zerklüftete Landschaften Australiens führen.  Die Hörspiel-Version von William Faulkners "Licht im August" zieht die SZ gut rein in die explosive Südstaaten-Welt der dreißiger Jahre. Ganz neidisch wird sie, wenn sie die Feuilletons des optimistischen Ferdinand Gregorovius aus dem Revolutionsjahr 1848 liest. Zu 1968 allerdings liest sie immer noch am liebsten Gretchen Dutschke.

Dienstag, 06.03.2018

Magazinrundschau

Von Adam im Stich gelassen

06.03.2018 Der New Yorker lässt sich vom MI 6 über die Konspiration Trumps mit dem Kreml informieren. In 168 ora vergleicht der Anthropologe Tamás Dávid-Barett die ungarische Gesellschaft mit der englischen. Fake News und Sexismus gehören zusammen, seit die Schlange Eva verführte, erklärt Anne Enright in der LRB , die auch ins Herz der Brexiteers blickt. Korruption kann töten, warnt Martin M. Šimečka in Dennik N.  Der Rolling Stone blickt auf die Folgen des Klimawandels in den USA. In En attendant Nadeau erklärt Arundhati Roy: Einen Roman schreiben ist ein Akt der Liebe.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Partie ist mörderisch

06.03.2018 Der Mensch ist ein Strandläufer am Meer der Ewigkeit, lernen SZ und NZZ  in Heinz Holligers Oper "Lunea" über den Dichter Nikolaus Lenau. Hans Neuenfels' Berliner "Salome"-Inszenierung enttäuscht alle, die auf einen Skandal gehofft haben, bemerken FAZ und Tagesspiegel. Die taz hört bei Anna von Hauswolff, wie klar und schön eine entzauberte Welt klingen kann. Die NZZ ahnt, dass Österreichs Literatur auch dank einer klugen Verlagsförderung so gut dasteht.  Christoph Hochhäusler beklagt in seinem Blog Parallel Film die Unreife der deutschen Filmkultur. Die Oscar-Verleihung beschäftigt weiterhin die Feuilletons.

9punkt - Die Debattenrundschau

Gewisse Spannung zur Gegenwart

06.03.2018 NZZ und Guardian sehen das italienische Wahlergebnis als ein Desaster für Europa. Die FAZ porträtiert den Internetunternehmer Davide Casaleggio, der die Strippen hält, an denen die Fünf Sterne schweben. Vor seinem Abgang als Gründungsintendant verspricht Neil MacGregor in der FAZ eine Leitungskommission fürs Humboldt-Forum. Die Islamologin Rachid Benzine äußert sich in Le Monde eher skeptisch über Macrons Idee einer "Halal-Steuer".

Bücherschau des Tages

Pelzige Plastizität

06.03.2018 Die FAZ stürzt sich freudig in Chateaubriands Erinnerungen an seine Kindheit in der Bretagne. Fasziniert verfolgt die NZZ, wie sich Jon McGregors Roman "Speicher 13" vollsaugt mit Menschen, Geschichte und Schwere. Als  intellektuelles und emotionales Abenteuer erlebt sie auch Christina Viraghs Roman "Eine dieser Nächte". Die SZ verliert sich mit Franquin in "Schwarzen Gedanken".

Mittwoch, 07.03.2018

9punkt - Die Debattenrundschau

Die bröckelnden Überreste

07.03.2018 Herfried Münkler geißelt in der NZZ das "Shaming and Blaming", mit dem NGOs und Lobbygruppen an den Unis ihre Sichtweisen durchsetzen wollten. Die FAZ freut sich, dass die American Historical Review nun versucht, mehr "Migrant*innen, Indigene und Kolonialisierte als Autor*innen zu gewinnen".  In Sachsen ist der Geist des Rechtsterrorismus noch keineswegs tot, klagt die Anwältin Kristin Pietrzyk in der SZ. Italien ist das erste Land, in dem die traditionellen politischen Parteien tatsächlich tot sind, konstatiert politico.eu nach den Wahlen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Hier die Enge, da die Weite

07.03.2018 Die NZZ porträtiert die Gruppe Forensic Architecture, die Menschenrechtsverletzungen mit der Rekonstruktion von Tatorten nachgeht. Die SZ besucht den kubanischen Schriftsteller Angel Santiesteban, der mit Ironie und Sarkasmus dem sozialistischen Trugbild beikommen will. Im Guardian beklagt Joel Meyerowitz, dass die Handys der Straße die Sexiness genommen haben. Die taz schwebt mit Alexander Hacke und Danielle de Picciotto nach Krems und in die Mojave-Wüste. SZ und Welt jubeln über den Einzug von Serge Dorny und Vladimir Jurowski in die Bayerische Staatsoper.

Medienticker

Den Büchern fehlen die Leser

07.03.2018 Buchhandel: Die Umsätze schmelzen dahin - Not Heidis Girl: Wie Youtube eine Kampagne gegen Sexismus ausbremste - Parteien-Berichterstattung: Wie die AfD den Hauptstadtjournalismus verändert - Häme auf Twitter: #ausFAZwirdTAZ - Die begrenzte Sichtweite der Visionäre: Bruno Preisendörfer über die Verwandlung der Dinge + Aus Vaterland mach Heimatland: Eine geschlechtergerechte Nationalhymne?

Bücherschau des Tages

Spielräume jugendlicher Selbstfindung

07.03.2018 Die taz liest zwei Bücher zum Rassismus in den USA und in Deutschland. Die FR ringt mit sich und Monika Maron. DIe NZZ empfiehlt neue Kinder- und Jugendbücher.

Donnerstag, 08.03.2018

9punkt - Die Debattenrundschau

Bitte nehmt, was euch richtig und wichtig erscheint

08.03.2018 Heute beherrschen die Frauen alles. Naja, zumindest in dieser Presseschau: Viele Medien bringen Schwerpunkte zum Tag der Frau, die taz ein ganzes Dossier, das sich an Judith Butler abarbeitet, aber auch Recherchen zu Abtreibung in Deutschland bringt. Die SZ verteidigt das Kopftuch bei Richterinnen. Im Wiener Kurier äußert sich Seyran Ates skeptischer zum Kopftuch. In der NZZ skizziert Necla Kelek die Lage der Frau im Islam. Der Guardian freut sich über die wohl kommende Liberalisierung des Abtreibungsrechts in Irland.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Achselzucken als Wille und Vorstellung

08.03.2018 Die Filmkritiker liegen Harry Dean Stanton zu Füßen, der in seinem letzten Film, "Lucky", einen rüstig-renitenten Cowboy-Rentner verkörpert. Die SZ sieht doppelte weiße Hirsche in Alex Garlands Verfilmung des Science-Fiction-Romans "Auslöschung". Die FAZ besucht die Ausstellung "Exil - Erfahrung und Zeugnis" in der Deutschen Nationalbibliothek. Auf Zeit online erinnert sich die Schriftstellerin Ayeda Alavie an das erste Juwel in ihrem deutschen Wortschatz. Die NZZ stellt das Projekt Bach-Stiftung vor. Die FAZ thematisiert das Elend der Filmförderung in Deutschland.

Bücherschau des Tages

Herrlich profanierend

08.03.2018 Die Zeit feiert die Grautöne in Esther Kinskys Roman "Hain". Die FAZ amüsiert sich mit einer Gruppe Exzentriker, die Silvia Bovenschen mit "Lug & Trug & Rat & Streben" in einer alten Villa platziert. Die NZZ liest zwei Reportagebände über Nordkorea. Die SZ lernt mit Roberto Savianos Mafiaroman "Der Clan der Kinder", wie nah Faszination und Abscheu beieinander liegen können.

Freitag, 09.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Schule aller Schändlichkeiten

09.03.2018 Dass Bach die ideale Voraussetzung für die brachial-erotischen Kräfte des Jazz geschaffen hat, lernt die SZ vom Jazzpianisten Brad Mehldau. Die taz sieht in Leipzig beste Voraussetzungen für ein Handgemenge zwischen Linken und der neurechten Verlagsszene. Die FAZ bewundert Schimmer, Glanz und Leben in den Porträts des spanischen Impressionisten Joaquín Sorolla. Die Gleichsetzung von Schauspielerinnen und Prostituierten ist uralt, erklärt der Romanist Gerhard Poppenberg in der FAZ.

9punkt - Die Debattenrundschau

Lack der Machthaber

09.03.2018 Die taz erzählt, wie sich sämtliche irische Regierungen an einer längst fälligen Reform des Abtreibungsrechts vorbeimogelten. In der NZZ zieht Slavoj Zizek Parallelen zwischen  Feminismus und islamischen Fundamentalisten. Welt und FR denken über Reformen bei den Öffentlich-Rechtlichen nach. In Polen gehen die schmerzhaften Debatten über polnischen Antisemitismus weiter, berichten die Welt und die SZ.

Bücherschau des Tages

Pornografisches Lachkabinett

09.03.2018 FAZ und SZ lesen Wolfram Eilenbergers philosophiegeschichtliche Vierfachbiografie "Zeit der Zauberer" mit gemischten Gefühlen: Die SZ erkennt das radikale Denken der Zwanziger, zu verspielt, meint die FAZ.  Die SZ nähert sich mit Handke, Huppert und Co. dem Unruhegeist Luc Bondy. Die taz blickt mit Alexander Schimmelbuschs Roman "Hochdeutschland" in Ängste und Aggressionen der deutschen Seele. Die NZZ reist mit dem zweiten Teil von Virginie Despentes' Vernon Subutex lieber durch die soziale Kraterlandschaft Frankreichs.

Samstag, 10.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Das vegetabilische und viridianische Blubbern

10.03.2018 Sehr uneins in ihrer Entrüstung reagieren die Feuilletons auf den Eklat um Uwe Tellkamp und Suhrkamp. Die Zeit wünscht sich einen feministischen, aber zensurfreien Blick auf den westlichen Kunstkanon. Le Monde diplomatique blickt mit leisem Optimismus in die algerische Kulturszene. Die FAZ entdeckt in Alex Garland den neuen David Cronenberg. Ebenfalls in der FAZ fordert der Architekt Robert Kaltenbrunner seine Kollegen zu weniger Selbstverwirklichung und mehr Nachhaltigkeit auf.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Zeichen stehen auf Restauration

10.03.2018 ZeitOnline meldet die Freilassung der beiden Journalisten Murat Sabuncu und Ahmet Şık aus türkischen Gefängnissen. In der Welt erkundet Serhij Zhadan die postkoloniale Misere der Ukraine. In der taz stellt Isolde Charim klar: Pluralisierung ist keine Addition. Hans Christoph Buch berichtet in der FR, dass Haiti von #MeToo nur träumen kann. Die FAZ erlebt schockiert in den neuen Bouillons von Paris, dass die besseren Kreise wieder gegrillte Schweinsfüße mampfen.

Medienticker

In der Leere

10.03.2018 Übernahme: Frankfurter Zeitungen gehen zu Ippen  - S. Fischer vs. Project Gutenberg: Die Sperre des E-Book-Portals kennt nur Verlierer  - Branchen-Monitor Buch: Leichtes Plus - Zukunft von Bibliotheken: Lest nicht, begegnet euch! - Theater-Nachtkritiken aus Meiningen, Wien & Zürich + Die Wochenend-Hörfunktipps.

Bücherschau des Tages

Ringkampf mit einem eingefetteten Schwein im Dunkeln

10.03.2018 Die FAZ lernt von Mickael Launay die Schönheit der Mathematik kennen. Die SZ erfährt in "Behind the Wall", weshalb in der DDR Depeche Mode verehrt wurde. Die taz lernt den Ursprung von Amos Oz' Prosa in dessen frühen Erzählungen kennen. Die Welt  durchquert in einem Bildband die dunklen Seiten von L.A. und liest in Stephen Greenblatts "Geschichte von Adam und Eva" nach, wie die Erektion des Augustinus den Wendepunkt der abendländischen Geistesgeschichte markierte. Die NZZ bringt eine kleine Literaturbeilage und empfiehlt besonders Christina von Hodenbergs andere Gesellschaftsgeschichte der 68er und Margaret Atwoods gesammelte Essays.

Montag, 12.03.2018

9punkt - Die Debattenrundschau

Abendland, was sollte das sein?

12.03.2018 In der FR macht sich Nora Bossong Gedanken über die europäische Idee. New York Times und politico.eu denken über die Wirkung von Facebook und politico.eu auf die Politik nach. Auch Tim Berners-Lee äußert sich in einem offenen Brief sehr kritisch über die Macht der Plattformen und fordert Regulierung. FAZ und SZ fürchten die Macht Xi Jinpings.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wahrhaft königliche Renitenz

12.03.2018 Der Standard erlebt Tobias Moretti im Burgtheater als einen der großen Verweigerer der Moderne. Außerdem lernt er von Francesca Woodman, wie das weibliche Selbstbild im Auge des Betrachters zersplittert. Die SZ nimmt im Musée du Quai Branly kolonialistische Kunst in den Blick. NZZ und Welt wünschen sich, dass Uwe Tellkamp noch viel mehr Debatten anstößt. Die FAZ staunt über Tellkamps Ost-Nationalismus. Und Tatort-Macher Dietrich Brüggemann wütet auf seinem Blog d-trick gegen die öffentlich-rechtliche Monokultur.

Bücherschau des Tages

Menschen, die sich schicksalsergeben einschiffen

12.03.2018 Die SZ geht mit Ian McGuire im "Nordwasser" auf Walfang. Einen neuen Blick auf das Leben im Grenzgebiet der DDR eröffnet ihr die Amerikanerin Isabel Fargo Cole mit ihrem Roman "Die Grüne Grenze". Die FR folgt Esther Kinskys Streifzügen durch das italienische Gelände und die eigene Erinnerung.

Dienstag, 13.03.2018

Magazinrundschau

Think Pink!

13.03.2018 Gentlemen's Quarterly riskiert sein Leben in Kiew. Das TLS liest die überraschend instinktsicheren Akten des FBI zu James Baldwin. Der New Yorker erkundet die Grenzen der Meinungsfreiheit bei Reddit. Die ungarischen Magazine betrachten wehmütig den Protest der Slowaken nach dem Mord an Jan Kuciak. Pitchfork feiert das Genre der HipHop-Kritik. Die New York Review of Books erinnert an die Zeit, als homosexuelle Maler im Amerika der Fünfziger die extreme Männlichkeit des Abstrakten Expressionismus brachen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Einige bombastische Reden

13.03.2018 Politco.eu legt glasklar dar, warum Italien nun wirklich nicht mehr regierbar ist. Der Guardian klärt über die Aktivitäten der "Cyber Muslim Army" auf, die in Indonesien mit Bots und Hate Speech für den wahren Glauben kämpft. Die NZZ beschreibt die Presse in Osteuropa - wenn sie nicht zur Schweizer Ringier-Gruppe gehört - als abhängig von Staatsaufträgen und Oligarchen. Die Salonkolumnisten wundern sich, wer heute alles "rechts" ist. In der Washington Post kratzt Shashi Tharoor am Winston-Churchill-Kult.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wird das unsere Zukunft sein?

13.03.2018 Die taz lernt von Ydessa Hendeles in der Wiener Kunsthalle, dass der Widerstand gegen Toleranz und Aufklärung nicht da ist, sondern erzeugt wird. Die NZZ ersehnt in Ljubljana die nächste Le-Corbusier-Generation.  SpOn bemerkt, dass der zunehmend hektische Filmfestivalbetrieb zunehmend ins Leere läuft. Die SZ erkennt in der Debatte um Uwe Tellkamp die Tücken der Diskursdebatten. Außerdem befindet sie: Wir müssen Miles Davis neu hören. 

Medienticker

Literatur vollplastisch

13.03.2018 Live oder virtuell: Entwicklung des Buchgeschäfts - Buchblogger: Perfekte Werbung für Verlage - Report: Fake News & die EU-Kommission - Debatte: Weltbürger Grünbein trifft Sorgenbürger Tellkamp - Jürgen Habermas streift durch seine Bibliothek -  Presse in der Türkei: Nur Superhelden kennen keine Angst - Mord an Ján Kuciak: Slowakische Behörden tragen vermutlich Mitschuld - Digitaler Hörfunk: Sag dem (UKW-)Radio leise Servus ...

Bücherschau des Tages

Zwischentöne des Ungefähren

13.03.2018 Die taz folgt Georg Klein fasziniert in die obskure Welt des Mittleren und Höheren Büros. Vom Punk-Musiker Thorsten Nagelschmidt lässt sie sich noch einmal Angst vor dem normalen Leben machen.  Herrlich schräg findet die FAZ das linksliberale Personal in Nell Zinks Roman "Nikotin". Vergnügt liest die FR Matthias Senkels vor Fantasie überbordenden Roman "Dunkle Zahlen". Und die SZ nimmt Einblick ins zeitgenössische Theater in China.  

Mittwoch, 14.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Künstler kann sich nicht aus dem Staub machen

14.03.2018 Heute Abend eröffnet die Leipziger Buchmesse. Der Umgang mit der neuen Rechten wird die Hauptfrage werden, glaubt die FAZ. In der SZ erkundet Durs Grünbein, wieviel Gemeinheit die Meinungsfreiheit ertragen muss. Die NZZ streift durch die Literatur des Gastlands Rumänien. Nach dem Rauswurf James Levines wirft der Boston Globe einen Blick auf den kultisch-elitären Zirkel, den der Maestro um sich gescharrt hatte. Und ZeitOnline fürchtet, dass anspruchsvolle Filme demnächst nicht mehr ins Kino kommen, sondern online versendet werden.

9punkt - Die Debattenrundschau

Digitales Galapagos

14.03.2018 Wozu brauchten wir ein 1968, wenn es schon Horst Ehmke gab, fragt Heinz Bude in der Berliner Zeitung. Der polnische Antisemitismus ist keineswegs eine Erfindung der Kommunisten, insistiert Götz Aly in der Berliner Zeitung. Putin antwortet auf britische Sanktionsdrohungen mit einem Wahlkampfauftritt auf der Krim, notiert politico.eu. Der Grüne Sven Giegold fordert im NDR ein öffentlich-rechtliches Airbus-Projekt. Alle trauern um Stephen Hawking.

Medienticker

Zuflucht im Buch

14.03.2018 Bücher: Ein bedrohtes Medium? Mitnichten! - Zu viele Informationen beim VDZ: Verzeihung, Sie klauen da Daten! - Reddit: Den Schreihälsen den Spielplatz nehmen - Rechtspopulismus: Raus aus der Opferrolle! & Linke Furcht vor rechter Opferrolle auf der Leipziger Buchmesse - "Die Amsel fliegt auf./Der Zweig winkt ihr nach.": Willi Winkler zum Tod von Arnfrid Astel + Ins Universum getaucht: Ulrich Woelk zum Tod von Stephen Hawking.

Bücherschau des Tages

Mit proustschem Zartgefühl

14.03.2018 Die FAZ lernt von Mary Beard die Machtstrukturen der Antike und die Dynamiken der Netzkultur kennen und erfährt bei Michael Butter, wie Verschwörungstheorien funktionieren.  Die SZ lernt politisch korrekte Sprache von  Anatol Stefanowitsch. Die NZZ liest zwei Bücher über die Kulturgeschichte der Blutsverwandtschaft.

Donnerstag, 15.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Diener dieses Reichtums

15.03.2018 Im Interview mit der Zeit ist Durs Grünbein genervt vom Alarmismus heutiger Debatten. Im Freitag empfiehlt Per Leo im Umgang mit rechten Verlagen: einfach mal taoistisch klug ignorieren. Dass Filme über die Ränder der Gesellschaft nicht grau sein müssen, lernt die begeisterte SZ in Sean Bakers knallbuntem Film "The Florida Project". Die taz sieht mit Andrei Swjaginzews "Loveless" eine postmoderne Variante von Bergmans "Szenen einer Ehe". Die NZZ erliegt dem Zauber der Hyperrealität von Magritte, Dietrich, Rousseau und Co.

9punkt - Die Debattenrundschau

Durchlässigkeit, die es so vorher nicht gab

15.03.2018 Die Welt fordert, dass die Briten mit Sanktionen gegen Russland nicht alleingelassen werden. In der NZZ spricht Herfried Münkler über die "Poesie" von Nationalstaaten und das Scheitern eines europäischen Narrativs. In Amerika ist man sich des Rassismus wenigstens bewusst, klagt die Journalistin Fatin Abbas in Zeit online. In der Zeit wird eine neue Debatte über die Beschneidung von Jungen eröffnet. In Neunetz nennt Marcel Weiß den Preis für die Regulierung von Plattformen wie Youtube und Facebook.

Medienticker

Buch voraus!

15.03.2018 Leipziger Buchmesse 2018 eröffnet & Proteste gegen rechte Verlage - Ode an die Ignoranz: Der Mensch hat seine eigene Aufmerksamkeit gehackt. Abhilfe schafft nur Abschottung - BVerfG: Offene Fragen sind noch keine falschen Behauptungen - Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Eine Gesellschaft braucht Fiktion - Rechtsextremismus: Facebook sperrt Britain First & Die Tellkamp-Kontroverse: Monika Maron kann die Aufregung nicht verstehen + Georg Seeßlens Abgesang auf die Popkultur.

Bücherschau des Tages

Die Emotionalität einer Gefängnistür

15.03.2018 Die SZ empfiehlt die neunzigste Ausgabe des Schreibheftes als perfekte Vorbereitungslektüre für die russischen Präsidentschaftswahlen. Die Zeit lauscht vergnügt den dramatischen Vertröstungs- und Bettelbriefen von Claude Debussy. Die FAZ liest Paul Therouxs "Mutterland" als Roman der Dekadenz. Und die Welt erfährt in Max Freiherr von Oppenheims "Dschihad-Plan", wie sich Trolle ins Leben rufen.

Freitag, 16.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Der tollste Trennungssong der Saison

16.03.2018 Die Literaturkritiker sind zufrieden mit den Leipziger Buchpreisen für Esther Kinsky und Karl Schlögel. Derweil geht die Tellkamp- Debatte weiter: Die Rechte war immer Teil des intellektuellen Lebens in Deutschland, erinnert die Welt. Im Deutschlandfunk findet Monika Maron Suhrkamps Distanzierungsversuch von seinem Autor Tellkamp ungeheuerlich. Spon unterzieht Tellkamps Äußerungen einem Faktencheck. Außerdem: Der Freitag feiert eine Filmsensation: Robert Schwentkes "Der Hauptmann". Und Zeit online hört Schizorock von Lucy Dacus.

9punkt - Die Debattenrundschau

Das war ich nicht, das war meine künstliche Intelligenz

16.03.2018 "Wir haben es hier mit einem ähnlichem Syndrom wie in der Weimarer Republik zu tun. Das Syndrom der unverdauten Modernisierung, der Freiheitsschmerz der Untertanen", schreibt Zafer Senocak in der NZZ mit Blick auf die Türkei. Ähnliches ließe sich nach der Lektüre der FAZ und der taz von Russland behaupten. Und bei pop-zeitschrift.de. rezensieren Jörg Scheller und Wolfgang Ullrich das Twitterkonto von Norbert Bolz.

Medienticker

Schriftsteller im Faktencheck

16.03.2018 Aktualisiert: Die Leipziger Buchpreise sind vergeben - Hörfunk-Interview mit Monika Maron, der großen Freundin der Krähen - Die letzten Giganten: Wolfram Eilenberger über Philosophen der 20er Jahre - Social Media: Twitter-Account -Rezension - Sexismus in der Verlagsbranche - Auf der Suche nach Schönheit und dem besseren Leben: Jazzmusiker Charles Lloyd wird 80.+ Die Wochenend-Hörfunk-Tipps.

Bücherschau des Tages

Ein bisschen Ascot, ein bisschen Opernball

16.03.2018 Die SZ lernt mit einem Kinderbuch von Gus Gordon das Fliegen. Die FR liest in "Verraten - Vertrieben - Vergessen" über die Pionierleistungen von 13 nach 1933 vertriebenen deutschen Hirnchirurgen. Die FAZ lässt sich von Dennis Altman und Jonathan Symons in die globalen "Queer Wars" einführen. Die NZZ gewinnt tiefe Einblicke in die Kunst des Lügens mit Ayelet Gundar-Goshens Roman "Lügnerin".

Samstag, 17.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Mit Sirenen, Bohrern und einem Motorrad

17.03.2018 Tellkamp und kein Ende, aber man hat bei dieser Debatte doch dazugelernt, freut sich die taz. Die SZ hätte sich etwas mehr Humor gewünscht und eine Würdigung der Tatsache, dass Walser und Enzensberger ostdeutschen Nachwuchs haben. Der Standard nimmt ein Schnäuzchen von der Bildwelt Keith Harings. Im Filmdienst erklärt Regisseur Robert Schwentke, was für ihn einen Antikriegsfilm ausmacht. Die Musikkritiker amüsieren sich in der angenehm durchgeknallten Ausstellung "Underground und Improvisation. Alternative Musik und Kunst nach 1968".

9punkt - Die Debattenrundschau

Nicht zwingend Sinn

17.03.2018 Supermächte: Einen Tag vor den russischen Wahlen beschwört der Soziologe Igor Eidman in der NZZ die Europäer, Putin keine politische Rationalität zu unterstellen: Seine Logik sei die des organisierten Verbrechens. Der britische Wirtschaftshistoriker Adam Tooze benennt in Zeit online den Anteil der Demokraten am Erfolg Donald Trumps. Facebook muss in einem zerknirschten Blogpost einräumen, dass die Firma Cambridge Analytica seit 2015 Daten seiner Nutzer missbrauchte - Techcrunch resümiert den Vorgang.

Bücherschau des Tages

Empfindsamkeitsfreundlich

17.03.2018 Laurence Sterne auf allen Kanälen: Überschwänglich begrüßen taz, NZZ und FAZ die von Michael Walter übersetzte Werkausgabe des seit 250 Jahren toten und doch quicklebendigen Dichters des "Tristram". Besonders die Briefe haben es den Rezensenten angetan. Die FAZ empfiehlt als Zugabe auch Hans von Trothas angemessen mäandernde "Sentimentale Reise" zu Sterne. Die FR ist beeindruckt von Serhij Zhadans Roman "Internat". Die SZ versichert: Es gibt einen Tellkamp der leisen Töne.

Montag, 19.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Keinerlei Neigung zum System

19.03.2018 Die Leipziger Buchmesse ist zu Ende gegangen, die Feuilletons diskutieren, ob die rechten Verlage zu viel oder zu wenig Aufmerksamkeit erhielten. Außerdem trauern sie um den verstorbenen Autor Michael Rutschky. Der Merkur bringt ein Video-Gespräch mit ihm.  Eine kolossale Sprachsprengung erlebt die Nachtkritik mit Rainald Goetz' "Krieg"-Trilogie am Berliner Ensemble.  Der Tagesspiegel lauscht bei der MaerzMusik einem Schlitten im Schnee. Die Welt spürt in den Bildern des Malers Patrick Angus die soziale Kälte der schwulen Subkultur. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Innere Dämonen im Visier

19.03.2018 Im Interview mit taz und Welt erzählt Deniz Yücel, wie es ihm in der Haft erging. Anne Applebaum in der Washington Post und FAZ-Korrespondent Jochen Buchsteiner haben Zweifel an der Wirksamkeit der britischen Politik gegenüber Russland: Zu sehr hängt man ab von den Oligarchen. In der FAZ erinnert der Historiker Martin Schulze Wessel an den Prager Frühling, der unter anderem mit dem Antisemitismus der Slansky-Prozesse brach. Observer und Guardian bringen neue Details zum Fall Cambridge Analytica.

Bücherschau des Tages

Die akustische Hängematte

19.03.2018 Die FAZ warnt: Wenn Nora Gomringer Günter Grass Liebeserklärung an"Grimms Wörter" einliest, ist Besessenheit im Spiel. Auf echte Klangkunst erkennt sie beim Hörspiel "Sie sprechen mit der Stasi" von Andy Ammer und FM Einheit. Sehr lehrreich findet die SZ das Plädoyer des Juristen Horst Dreier für den "Staat ohne Gott".

Dienstag, 20.03.2018

Magazinrundschau

Von amourösem Adel

20.03.2018 Die LRB denkt über eine Art sexuelles Grundeinkommen für alle nach. In Aeon beobachtet der Historiker Martin Jay den Begriff "Entfremdung" bei seiner Wanderung von links nach rechts. In der LARB sieht der Philosoph Ron Srigley nur noch einen Zweck in Universitäten: die reibungslose Produktion von genormten Verwaltungsangestellten. The Atlantic überprüft die Arbeit des deutschen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.

9punkt - Die Debattenrundschau

Leider kein Mitleid

20.03.2018 Über hundert Professoren und Pädagogen solidarisieren sich mit Hartmut von Hentig - die NZZ wundert sich. Eine Menge emeritierte Professoren, Uwe Tellkamp und Henryk Broder solidarieren sich mit Demos gegen Angela Merkels Flüchtlingspolitik, aber nur wenn sie friedlich sind, notiert der Tagesspiegel. Die Welt schildert, wie fundamentalistische Christen in Brasilien Stimmung gegen Künstler machen. Die Diskussion über den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten durch die Firma Cambridge Analytica geht weiter. 

Efeu - Die Kulturrundschau

Ballett der verlorenen Illusionen

20.03.2018 In der NZZ geht Michael Braun den Weg von der Schwermut in die Anarchie. Die FR folgt Roberto Saviano auf Google Street View durch die Drogenquartiere Neapels. Tex Rubinowitz überlistet in der Standard die Schreibblockade. Der Indiepop-Sänger Sam Vance Law erklärt in der SZ, dass Schwulsein im Pop schwieriger wird, weil in der Branche weniger Geld zu holen ist.  Die FAZ sucht nach einem Design für das reine Menschsein. Und die taz sehnt sich nach Schönheit  in der Baukultur.

Bücherschau des Tages

Poetische Energie

20.03.2018 Ein bisschen diskurslastig, aber seismografisch präzise findet die FAZ Daniel Galeras Roman "So enden wir", der von der Desillusionierung der brasilianischen Mittelschicht erzählt. Die NZZ liest gebannt Stephen Greenblatts "Geschichte von Adam und Eva". Berührt ist die FR von Heinrich Steinfest schillerndem Roman "Die Büglerin". Die Welt lobt Matthias Wittekindts coolen Existenzialisten-Krimi "Die Tankstelle von Courcelles".  Die SZ rühmt Mary Jo Band als die große Nervenkünstlerin der amerikanischen Gegenwartslyrik.

Mittwoch, 21.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Zahnräder des Bedeutens

21.03.2018 Da haben CSU und SZ ja ganze Arbeit geleistet, ärgert sich der Tagesspiegel: Matthias Lilienthal wird seinen Vertrag bei den Münchner Kammerspielen nicht verlängern. Leider wird er nicht ein zweites Mal die Volksbühne retten können, bedauert die Berliner Zeitung. Die taz fragt sich, was für ein Bild von Drogen und Clubkultur der Spiegel verbreitet. Die SZ freut sich über Hamburgs Osterweiterung.  Und in der FR erkennt Gilberto Gil im Rhythmus den Ursprung von allem.

9punkt - Die Debattenrundschau

Aus der Welt der Zuhandenheit

21.03.2018 Es lässt sich nichts machen, fürchtet die taz: An der Humboldt-Uni werden die konservativen Islamverbände über das Institut für Islamische Theologie bestimmen dürfen. Die taz bringt auch ein großes Dossier über die Lage der Kurden. Facebook ist laut Zeit und Guardian ganz schön heftig in der Bredouille. In der FAZ erklärt Monika Grütters, warum sich der bisherige Chef der Preußischen Schlösser und Gärten prima als Intendant des Humboldt-Forums eignet.

Bücherschau des Tages

Rätselhafte Bilder

21.03.2018 Humor und einen Sinn für Tragik findet die FR in Karosh Tahas Debütroman "Beschreibung einer Krabbenwanderung" über ein Migrantenschicksal in einem tristen deutschen Hochhaus. Die SZ lobt Garth Greenwells Debütroman "Was zu dir gehört" über einen amerikanischen Expat, der in Sofia das schwule Leben im Untergrund kennenlernt. Die FAZ empfiehlt den Gesprächsband "Das Mosaik des Islam" des Historikers Perry Anderson mit dem Islamwissenschaftler Souleiman Mourad.

Donnerstag, 22.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Postglamouröse Selbstminimierung

22.03.2018 Die FR feiert Sara Jakubiaks erlesenen Auftritt in Erich Wolfgang Korngolds Oper "Wunder der Heliane". Die SZ lobt Alexander Schimmelbuschs in der deutschen Hochfinanz angesiedelten Roman "Hochdeutschland" als den politischen Roman zur Zeit. Der Standard lehnt erste Gedichte einer mit Goethe und Schiller gedopten künstlichen Intelligenz ab. Die Filmkritiker sind baff angesichts des After-Herbert-Achternbusch-Bombeneinschlags in Josef Bierbichlers Regie-Debüt "Mittelreich". Die Zeit hört Andris Nelsons mit Bruckner ins Nichts galoppieren.

9punkt - Die Debattenrundschau

Nachträgliches Stockholm-Syndrom

22.03.2018 Gesucht war zwar mal jemand, "der nicht alt, nicht weiß, kein Mann, kein Deutscher, am liebsten auch kein Europäer ist". Aber Hartmut Dorgerloh, so finden fast alle Medien, ist ein guter Mann zur Leitung des Humboldt-Forums und hat auch schon mal eine schöne Parkordnung formuliert.  Die Zeit bringt ein ganzes Dossier über die neue Fraktion bürgerlicher Reaktionäre, die sich in der "Erklärung 2018" manifestiert.  Mark Zuckerberg versucht sich durch zahlreiche Interviews aus der Bredouille zu winden, findet aber keine Gnade vor der deutschen Presse.

Bücherschau des Tages

Von wegen Krise der Literatur!

22.03.2018 Warum Max Horkheimer die Familie als "Keimzelle des Faschismus" beschrieb, versteht die SZ mit Paul Theroux' hoch amüsantem Roman "Mutterland" bestens. Die Zeit würde Hideo Yokoyamas Thriller "64" gern einen Nobelpreis überreichen. Die FAZ liest Monika Marons "Munin" und Thomas Hettches Daseinsfragen an die Literatur im Essayband "Unsere leeren Herzen".

Freitag, 23.03.2018

9punkt - Die Debattenrundschau

Wie es nie gewesen ist

23.03.2018 Uwe Tellkamp mag von einem "halbvergessenen Gestern" träumen, einen besonderen Schutz verdienen seine Argumente dennoch nicht, findet Dirk Pilz in der Berliner Zeitung. Die taz porträtiert die Breslauer Unternehmerin Marta Lempart, die den polnischen Protest gegen eine weitere Verschärfung des Abtreibungsrechts anführt. Die NZZ fragt: Und wenn der Einfluss von Facebook gar nicht so groß ist, wie er geschrieben wird? Bei Emma schreibt Seyran Ates über Hasskommentare und Morddohungen - und die mangelnde Hilfe von Facebook und der Polizei.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Gürtellinie des Dirigenten

23.03.2018 Das Van Magazin hat die Münchner Akten zur Diskussion um die Pädophilie-Vorwürfe gegen James Levine gelesen - und diese Diskussion fand im Jahr 1997 statt.  Die SZ sieht Hans Karl Breslauers 1924 entstandenen prophetischen Stummfilm "Stadt ohne Juden". Die FAZ kritisiert die Seminaritis der MaerzMusik. In der nachtkritik wünscht sich Andrea Heinz, die Linke möge es sich in ihrer habituellen Kritik am Staat nicht ganz so gemütlich machen. Und das Ensemble der Münchner Kammerspiele solidarisiert sich in einer Erklärung mit Matthias Lilienthal.

Bücherschau des Tages

Wie eine ausgezehrte alte Schildkröte

23.03.2018 Die SZ erlebt in Mathieu Sapins Graphic Novel vergnügt, wie Gerard Depardieu durch Russland walzt. Außerdem liest sie interessiert James McBrides James-Brown-Biografie.  Die FAZ erfährt von dem Kommunikationsberater Hannes Ley die Ursachen für Lügen und Hass im Netz. Die taz lernt Streetknowledge aus der Sprayer-Szene. Die FR bewundert Kate T. Parkers Fotografien von emanzipierten "Wilden Mädchen". Und die NZZ verzehrt mit Nabokovs Mückilein genüsslich Froschkaviar.

Samstag, 24.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Bis ins Kokette oder Koboldhafte gesteigert

24.03.2018 Der Tagesspiegel würdigt die große Irving-Penn-Retrospektive im C/O Berlin als Fotoausstellung des Jahres. Auf Zeitonline kann Friedrich Ani über Uwe Tellkamp nur mit dem Kopf schütteln. Die FR erfährt in einer Frankfurter Ausstellung, weshalb die Sanierung der Städtischen Bühnen mindestens 800 Millionen Euro kosten wird. In der Versorgerin erinnert Berthold Seliger an den Komponisten Jacques Wildberger. Und die taz lernt von Trajal Harrell den Unterschied zwischen einer butch femme und einer femme realness.

9punkt - Die Debattenrundschau

Warum diese Eiertänze?

24.03.2018 Die New York Review of Books fürchtet, dass inzwischen der gesamte militärisch-industrielle Komplex arbeitet wie Cambridge Analytica. In der NZZ stellt Joshua Cohen klar: Wir haben nicht alle dasselbe Internet. Wer braucht Konservative, die sich nicht offen zu Nationalgefühl und Christlichkeit bekennen?, fragt die Welt in Richtung Botho Strauß. In der SZ beleuchtet Leonardo Padura die Lage Kubas am Ende von Raúl Castros Herrschaft. Und die taz serviert die verheerende Ökobilanz der Avocado.

Bücherschau des Tages

Sehnsucht nach Stolz und Verneinung

24.03.2018 Die Welt jubelt über die Wiederentdeckung von Hermann Kestens Roman "Die fremden Götter", der sich lese wie eine Screwball Comedy. Von Botho Strauß hätte sie sich dagegen mehr Männlichkeit gewünscht. Martin Walsers "Briefe an eine unbekannte Geliebte" lässt sie sich dagegen als boshaften Beitrag zu #MeToo gern gefallen. Die FAZ weht aus H.M. van den Brinks Roman "Ein Leben nach Maß" ein Hauch von Bartleby an. Bezaubert liest die FR die Briefe des stets klammen Claude Debussys an seine Verleger.

Montag, 26.03.2018

9punkt - Die Debattenrundschau

Rechtsstaatlich nachvollziehbar

26.03.2018 Facebook ist weiter unter Druck: Nutzer, die ihre Konten löschen, stellen fest, dass der Konzern weit mehr Daten sammelte, als sie je vermuteten, haben ars technica und der Guardian herausgefunden. Facebook antwortet, dass die Nutzer ihre Daten freiwillig gaben. Auch in Deutschland große  Empörung.  Die SZ sieht Carles Puigdemont als politischen Gefangenen. In der taz erklärt der ehemalige Fonds-Manager Bill Browder, wie man Putins Oligarchen mit einem "Magnitsky-Gesetz" wehtun könnte. Politico.eu porträtiert die Frauenrechtlerin Rebecca Gomperts, die Abtreibungspillen nach Irland sendet.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein Schub im weißen Feuilleton

26.03.2018 Die SZ lässt sich in Mailand die Kälte der faschistischen Moderne ins Gesicht wehen.  Wolfgang Ullrich bemerkt in seinem Blog, dass die Auktionshäuser keinen Unterschied mehr machen zwischen zeitgenössischer Kunst und Alten Meistern. In der FAZ sieht der jüdische Rapper Dimitri Chpakow kein Problem in den antisemitischen Posen des Gangsterraps. Tagesspiegel und NZZ hängen mit Herbert Fritsch fröhlich in den Seilen. In der Welt huldigt Daniel Barenboim der Dynamik Claude Debussys.

Bücherschau des Tages

Sprechdisteln

26.03.2018 Als kleines Wunderwerk preist die SZ Judith Kellers Vignetten "Die Fragwürdigen", die human und präzise von Menschen in der Zürcher Straßenbahn erzählen. Die FR empfiehlt Dana Grigorceas unsentimentale Tschechow-Variation "Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen". Die FAZ liest Kinderbücher: Besonders gut gefallen haben die Nacherzählungen indischer Göttergeschichten "Aus dem Milchmeer entstand die Welt" und Tamara Bachs Roman über die Jugend "Mausmeer".

Dienstag, 27.03.2018

Magazinrundschau

Rohrleitungen der Kognition

27.03.2018 Im New Yorker untersucht der britische Philosophen Andy Clark die Verkabelungen unserer Seelenmaschine. Die LRB zuckt beim Skandal um Facebook und Cambridge Analytica die Schultern: So ist halt der Kapitalismus. Radikale Doktrinen sind vor allem eins, radikal intolerant, meint der Politologe Michael Walzer in Eurozine. Das TLS lernt, dass Biokühe in den Cotswolds auf Kindermädchen bestehen. Die NYT begleitet die französische Astrobiologin Nathalie Cabrol in die Atacama Wüste Chiles. Longreads erzählt von zweifelhaften, aber sehr teuren Krebsbehandlungen in Deutschland.

Efeu - Die Kulturrundschau

Es eskaliert so vor sich hin

27.03.2018 taz und FAZ bewundert im Kunstmuseum Wolfsburg die Bilder des Fotoreporters Robert Lebeck, die der Stern nicht zeigte, wahrscheinlich weil sie zu komplex waren: Zum Beispiel Rudi Dutscke 1968 in Prag. Der Guardian gerät in Nottingham Bann von Linder Sterlings magischen Punk-Masken. Bei der MaerzMusik schaudert die SZ Komposition unter den schroffen Gesten in Georges Aperghis' Komposition "Migrants". Außerdem stellt sie das feministische Theaterkollektiv Henrike Iglesias vor. In der Jungle World sucht  der Konzertveranstalter Berthold Seliger vergeblich nach jungen Opernbesuchern im Silbersee.

9punkt - Die Debattenrundschau

Konkret gefährdet

27.03.2018 In Paris wurde die 85-jährige Holocaust-Überlebende Mireille Knoll aus antisemitischen Motiven erstochen und verbrannt - Zeit, dass die Republik sich erhebt, schreibt Bernard-Henri Lévy. In London erregt Jeremy Corbyn, der ein antisemitisches Wandgemälde verteidigte,  Empörung. In Berlin wurde eine Schülerin wegen ihrer jüdischen Herkunft mit Mord bedroht - ein Grund mehr am Berliner Neutralitätsgebot festzuhalten, so Götz Aly in der Berliner Zeitung. Gestritten wird über die Chancen Carles Puigdemonts, einer Auslieferung zu entgehen.

Bücherschau des Tages

Von Weibsattacken tyrannisiert

27.03.2018 Voll auf ihre Kosten kommt die SZ mit Rétif de La Bretonnes erotisch-abenteuerlustigen Erinnerungen "Monsieur Nicolas oder Das enthüllte Menschenherz". Vergnügt liest sie auch die Comic-Biografie des hotzenplotzigen Reinhold Messner. Die FAZ findet John Darnielles Provinzroman "Rekorder" so magisch wie verstörend. NZZ und FR reagieren nachsichtig bis desinteressiert auf Martin Walsers lustgequälten Roman "Gar alles". Die taz lernt von Iris Bohnet, wie gendergerechtes Management funktioniert, auch wenn es  bei ihr Verhaltensdesign heißt.

Mittwoch, 28.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Sie stand nicht zur Verfügung

28.03.2018 Die NZZ bewundert die vielen Nuancen von Weiß in den Bildern Foujitas. SZ und Tagesspiegel verfolgen die Debatte um Eugen Gomringers "Avenidas"-Gedicht mit zunehmender Verzweiflung. Gegen die Zumutungen der Gegenwart plädiert die Opernregisseurin Barbara Beyer für den Gesang als Existenzweise. Auf ZeitOnline bekundet Viktor Martinowitsch, dass auch er Armando Ianuccis in Russland verbotene Comic-Verfilmung "The Death of Stalin" nicht komisch findet. Außerdem trauern die Feuilletons um Stéphane Audran, die kühle Blonde aus den Filmen Claude Chabrols.

9punkt - Die Debattenrundschau

Prächtig ausgestattete Opferecke

28.03.2018 Frankreich geht dem Mord an Mireille Knoll nach. Auch in London und Berlin wird über Antisemitismus nachgedacht. In der Zeit wehrt sich Neil MacGregor gegen Vorwürfe, das Humboldt-Forum gehe zu lax mit Fragen der Raubkunst um. In American Interest erzählt Peter Pomerantsev, wie es mit der Idee der Freiheit bergab ging. Das britische Parlament ist laut Guardian empört über Mark Zuckerberg, der sich nicht den Fragen eines Untersuchungsausschusses zu Cambridge Analytica stellen will.  Warum sind die Autoren der "Erklärung 2018" eigentlich so weinerlich, fragt Thomas Schmid in der Welt.

Bücherschau des Tages

Nun kann ich auch die Niagara-Fälle abhaken

28.03.2018 Die Zeit hält mit Pauline de Bok vom Hochsitz nach Beute Ausschau. Die SZ schwärmt von der Konkreten Poesie Eugen Gomringers. Die NZZ denkt mit Ngugi wa Thiong'o über die "Dekolonisierung des Denkens" nach. Die FR bekommt eine Postkarte von Jurek Becker, der versichert: "Am Strand von Bochum ist allerhand los". Die FAZ empfiehlt einen Band von Jean-Philippe Postel über ein Gemälde Jan van Eycks.

Donnerstag, 29.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Umwerfend enthusiastischer Ernst

29.03.2018 In ihrem Blog stellt die Erbin des Wollschläger-Nachlasses Gabriele Gordon klar: Hans Wollschläger wollte seine Übersetzung des "Ulysses" selbst überarbeiten und das auch nur in Kleinigkeiten. Die SZ fürchtet um den Hollywood-Actionfilm, wenn der Berliner Senat Rainer Rümmlers Unterführung am ICC schließt. Und sie geht in die Knie vor dem Bach-Dirigenten Raphaël Pichon. Die NZZ besucht Ägyptens größtes unabhängiges Kulturfestival. Mit #metoo ist es nicht getan, erklären die Schauspielerin Bibiana Beglau (Welt) und die Theaterregisseurin Pınar Karabulut (nachtkritik): Die Veränderungen müssen in den Grundstrukturen stattfinden.

9punkt - Die Debattenrundschau

Der kleine kirchliche Zuschuss

29.03.2018 Einen nicht ganz zu vernachlässigenden Aspekt der Kritik an Facebook thematisiert Sascha Lobo in Spiegel online: Sie wird oft von Konkurrenten vorgebracht. Und die "Transparenzberichte" der Plattformkonzerne, die einst unanständige Ansinnen der Behörden offenlegten, handeln heute nur noch davon, wie man den Löschungsvorgaben der Behörden gehorchte, kritisiert politico.eu. Der NouvelObs enthüllt, dass Julia Kristeva für Bulgarien spionierte - sie dementiert. In der FR beteuert der Theologe Manfred Lütz, dass die Katholische Kirche nichts mit Hexenverbrennungen zu tun hatte. Mit der Verbrennung von Juden aber vielleicht schon, fürchtet die Welt.

Bücherschau des Tages

Ins Luftige

29.03.2018 Die SZ stellt eine Reihe Kinderbücher vor. Besonders gut gefallen hat ihr Hildegard Müllers Krimi "Ich bin hier bloß das Schaf" mit der charmanten wolligen Ermittlerin Charlotte. Die FR lässt sich von Michael Chabons Großvater bezirzen, dessen Leben von Liebe, Sex, Zorn, Mord und der Raumfahrt geprägt war. Literarisch zumindest.  Die FAZ erkennt in Clemens J. Setzs Roman "Bot": der Mann ist ein Romantiker.

Samstag, 31.03.2018

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Jetzt ist roh

31.03.2018 Die Berliner Zeitung bewundert Klarheit, Eleganz und Perfektion in den Fotografien Irving Penns. Die Nachtkritik bedauert, dass die Dresdner in Scharen aus Sebastian Hartmanns freiem und wildem Theater gelaufen sind. In Libération bekundet Dominique Manotti ihre Sympathie für die Polizei. In der FAZ wünscht sich Wolfgang Hegewald mehr Schriftsteller an die Hochschulen. Die SZ bemerkt, dass sich das Konzept von H&M so verschlissen hat wie einT-Shirt aus Bangladesch. Ebenfalls in der SZ erklärt Jazzmusiker Michael Wollny, wie Improvisation funktioniert: Wenn man gut sortiert hat, kann man sich auch verlieren.

9punkt - Die Debattenrundschau

Mangel an stillem Einverständnis

31.03.2018 In Interview mit der NZZ denkt Peter Sloterdijk über den Einbruch des Fremden in unsere Gesellschaften nach. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk erinnern Aleida und Jan Assmann daran, dass Deutschland kein christlicher, sondern ein säkularer Staat ist. Nachdem die Reparationszahlungen für britische Sklavenhändler 2015 abbezahlt wurden, könnte man jetzt vielleicht über Entschädigungen für die ehemaligen Sklaven nachdenken, meint Kris Manjapra im Guardian. In der taz erklärt der Bewegungsforscher Simon Teune, warum Friedensmärsche heute so aus der Mode gekommen sind. China will am Wochenende alle Verbindungen zum freien Internet kappen, berichtet die SZ.

Bücherschau des Tages

Das tiefe Denken

31.03.2018 Witzig und präzise findet die FR Flannery O'Connors Geschichten aus dem Bible Belt "Keiner Menschenseele kann man noch trauen". Die taz taucht mit "Pathos und Schwalbe" ein weiteres Mal in Friederike Mayröckers Sprachstrom. Mit großem Interesse liest sie auch Bénédicte Savoys "Provenienz der Kultur". In der FAZ antwortet die unbekannte Geliebte auf Martin Walsers "Gar alles". Und der Perlentaucher wünscht auch bei Novemberwetter schöne Ostertage!

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