Freitag, 02.01.2009
Heute in den Feuilletons
02.01.2009 In der SZ beklagt Diedrich Diederichsen den Strukturwandel der Gegenöffentlichkeit durch das Internet. In der FR erklären ein palästinensischer und ein israelischer Autor, warum der jüngste Krieg im Gaza-Streifen gerecht beziehungsweise ungerecht ist. Die Welt macht sich Sorgen: 2009 scheint die annoncierte Krise nicht recht eintreten zu wollen, aber das historische Jahr 1989 sah ja auch keiner kommen.
Bücherschau des Tages
02.01.2009 Die FAZ hat sich mit Inge Merkels Ideenroman "Das große Spektakel" auf hohem Niveau unterhalten. Geradezu brillant findet sie Roland Kanys Buch über "Augustins Trinitätsdenken". Die SZ hält mit Christoph Türckes "Philosophie des Traums" einen Meilenstein der Freud-Forschung in Händen.
Essay
02.01.2009 Vor bald zwanzig Jahren hat Ayatollah Khomeini zum Mord an Salman Rushdie aufgerufen. Seitdem betreibt die westliche Linke eine Politik der Beschwichtigung, durch die sie die Ungeheuer, die sie fürchtet, erst schafft.
Samstag, 03.01.2009
Heute in den Feuilletons
03.01.2009 In der Berliner Zeitung läuft Dimiter Gotscheff mit Heiner Müller gegen einen Baum. In Spiegel online nimmt Harald Welzer die Zukunft in Schutz vor heutigen Krisenbewältigern. Die FR begibt sich in den Morast der Schlacht im Teutoburger Wald. Barack Obama ist alles, nur keine unbefleckte politische Jungfrau, meint Leon de Winter in der Welt. In der NZZ erzählt Olga Martynova von den Veränderungen in St. Petersburg. Die taz steht heute auf Rumms. Die SZ würdigt Johannes Mario Simmel.
Bücherschau des Tages
03.01.2009 Fasziniert hat NZZ eine große Bildmonografie über Robert Walser gelesen. Die FAZ lernt eine Menge aus einem Band mit Äußerungen von Freunden und Feinden Karl Kraus'. Die SZ liest ein schwarzes Buch der Farben. Die taz lacht mit Stasiuk über Dojczland.
Montag, 05.01.2009
Heute in den Feuilletons
05.01.2009 In der FR protestieren zwei israelische Autoren, Gideon Levy und Yossi Sarid, gegen die Besetzung des Gaza-Streifens. Die FAZ schildert die Zusammenarbeit zwischen Iran, Hamas und Hisbollah. Im Tagesspiegel spricht Christian Petzold über die Sehnsuchtsorte von Brandenburg.
Bücherschau des Tages
05.01.2009 Das helle Licht der Intelligenz hat Georg Klein in Stanislaw Lems Briefen "Der Widerstand der Materie" geschaut. Sehr loben kann die SZ auch Ian Kershaws Studien zum Zweiten Weltkrieg "Wendepunkte". Als Hauptwerk der neueren dänischen Literatur empfiehlt die FAZ Peer Hultbergs Roman in hundert Texten "Die Stadt und die Welt".
Dienstag, 06.01.2009
Magazinrundschau
06.01.2009 Im Merkur erwischt Mark Lilla die Linke bei der Suche nach neuen Aposteln. Im Guardian bedauert der norwegische Autor Per Petterson den Tod seiner schärfsten Kritikerin. In der Gazeta Wyborcza schüttelt sich der slowenische Schriftsteller Drago Jancar vor dem Gift provinzieller Intoleranz. In Rue89 langweilt sich Roland Barthes in China. Für das TLS hat Adam Hochschild ein Buch über Amerikaner im Gulag gelesen. NZZ Folio erzählt alles über Nina-Kredite. Und Christopher Hitchens verteidigt in Vanity Fair muslimische Intellektuelle gegen herablassende Multikulturalisten.
Heute in den Feuilletons
06.01.2009 Rhythmisch organisiert, beginnen die Wörter zu sprechen: Alle Zeitungen trauern um Inger Christensen. Die FAZ liest mit Begeisterung die Garcia-Marquez-Biografie des britischen Autors Gerald Martin. Im Perlentaucher schreibt Kenan Malik: 20 Jahre danach hat die Linke die Fatwa längst verinnerlicht.
Bücherschau des Tages
06.01.2009 Alles über die jüdischen Wurzeln des Punk lernt die taz in Steven Lee Beebers "Die Heebie-Jeebies im CBGB's". Die NZZ freut sich über die türkische Lyrik-Antholgie "Kultgedichte". Die FR empfiehlt den Abschlussband "Winterdämmerung" von Erasmus Schöfers vierbändigem 68er-Epos "Die Kinder des Sisyfos". Und die FAZ mag an Reiner Schürmanns Erzählung "Ursprünge" sogar die Schuldobsession.
Bücherbrief
06.01.2009 Filip Florian findet ein Massengrab. Paul Auster erfindet einen amerikanischen Bürgerkrieg. Peer Hultberg porträtiert die Erfolgreichen und Versager in Viborg. Jean-Yves Tadie schreibt eine kurze Geschichte über Proust. Natalie Zemon Davis führt durch die Welt des Leo Africanus. Axel Meyer schwimmt mit dem Buntbarsch. Die besten Bücher im Monat Januar.
Mittwoch, 07.01.2009
Heute in den Feuilletons
07.01.2009 In der SZ erklärt Regisseur Christian Petzold den Unterschied zwischen Filmen aus Berlin und Filmen aus München. Im Tagesspiegel erklärt Daniel Barenboim über seine Arbeit mit dem West-Eastern Divan Orchestra: Wir spielen weiter. Die Welt bringt eine Reportage über den Unternehmer Adolf Merckle, der sich vor einen Zug geworfen hat. Alle sind traurig: Unser Wedgwood ist zerbrochen. Und in der SZ schreibt Durs Grünbein zum Tod von Inger Christensen.
Bücherschau des Tages
07.01.2009 Die FAZ genießt Pessimismus, Misanthropie und reaktionäre Verbitterung in Fernando Vallejos Medellin-Roman "Blaue Tage". Die taz erfreut sich an Nicolas Mahlers und Heinz Wolfs Comic-Krimi "Molch", in dem sich ein Serienkiller an vornehmlich schönen Frauen vergeht. Die SZ liest Paul Austers "Mann im Dunkel". Die FR schwelgt in einem Bildband zu Luchino Visconti.
Medienticker-Archiv
07.01.2009 Über Walter Benjamins kritische Gesamtausgabe - Peter Sloterdijks luzide "Theorie der Nachkriegszeiten": Vom nützlichen Idioten zum gewöhnlichen politischen Egoisten - Nam Les schreibendes Gewissen - Auf der Suche nach der Suche der Suche - Hundertfaches Scheitern: 100 Publikumszeitschriften wurden 2008 eingestellt + Jazz aus der Tube: Marcin Wasilewskis "Diamonds and pearls".
Im Kino
07.01.2009 Im deutschen Nordosten siedelt Christian Petzold seine Dreiecksgeschichte "Jerichow" an, die sich um das Geld und die Reste dreht, die es zum Leben lässt. Mitten in Berlin Mitte dagegen trägt sich zu, was Hans-Christoph Blumenberg in seiner Boulevardkomödie "Warten auf Angelina" erzählt.
Donnerstag, 08.01.2009
Heute in den Feuilletons
08.01.2009 In der NZZ erklärt Dan Diner, warum sich der Clinch zwischen Israel und den Palästinensern auch diesmal nicht lösen lässt. In der Zeit erklärt Francis Fukuyama, warum er trotz allem an die Macht Amerikas glaubt. In der taz erzählt Christian Petzold, warum er die Schauspieler in Autoszenen wirklich fahren lässt. Die SZ porträtiert den britischen Autor Matt Beynon Rees, der versucht, die Lage im Gaza-Streifen in seinen Krimis widerzuspiegeln.
Bücherschau des Tages
08.01.2009 Die Zeit liest beglückt Wallace Stegners Roman "Zeit der Geborgenheit", in dem sich die Freundschaft gegen die Sinnlosigkeit der Zeit behauptet. Die SZ liest mit großer Freude Richard Starks Krimi "Fragen Sie den Papagei" über den durch und durch amoralischen, aber sehr sympathischen Bankräuber Parker. Die FAZ lässt sich packen von Peter Careys Geschichte um Fälschung und Täuschung "Liebe".
Medienticker-Archiv
08.01.2009 Fortsetzung der Seifenoper mit anderen Mitteln - Ein Krokodil weint Tränen: Google-Chef Schmidt betrauert den Niedergang der Zeitungen und macht ihnen wenig Hoffnung - Internet, Wissen und globales Bewusstsein - Twitter: Die Fakten - Hype um Blogverkauf - NS-Zeitungen am Kiosk - Burkhard Spinnen über öffentlichen Suizid und Verantwortung + Jazz aus der Tube: Louis Armstrong zum 108. Geburtstag: "Paris Blues".
Freitag, 09.01.2009
Heute in den Feuilletons
09.01.2009 "Horror! Horror!" ruft Abdelwahab Meddeb mit Blick auf den Gazakrieg in der FR - und er spart nicht mit Kritik an beiden Seiten. In der Jungle World fragt Cord Riechelmann nach Parallelen zwischen dem Darwinismus und der Ideologie des Laissez-faire-Kapitalismus. Amerikanische Blogs entwerfen Szenarien für die Zeit nach der Pleite der New York Times. Auch die NZZ diskutiert über die Zukunft des Journalismus. In der SZ schreibt Burkhard Spinnen über den Freitod des Milliardärs Adolf Merckle.
Bücherschau des Tages
09.01.2009 FAZ und taz vermissen Heiner Müller, dessen monumentale Gespräche nun auf insgesamt 3000 Seiten nachzulesen sind. Die taz lernt außerdem von Mirko Hecktors Bildband "Mjunik Disco", wie tief die Hemden an der Isar noch immer aufgeknöpft werden. Die SZ übt sich mit Joseph de Maistre in Scharfsinn und Reaktion. Und die FR liest Joseph Breitbachs Erzählungen "Rot gegen Rot".
Medienticker-Archiv
09.01.2009 Sigrid Löffler über Antonio Lobo Antunes' neuen Roman - Twitter-Wahn: Deutsche Politiker starten ins Netz - Blogs in Deutschland professionalisieren sich langsam - Alter und Schönheit: Neuaufbruch des deutschen Kinos: Im Land der ausgeträumten Träume - Matthias Horx: Apokalyptisches Spießertum und der nach einer geilen Katastrophe gierende Mediendiskurs + Jazz aus der Tube: That's Jazz! Today.
Samstag, 10.01.2009
Heute in den Feuilletons
10.01.2009 In der SZ erinnert sich Sibylle Lewitscharoff an ihre Zeit bei der Gruppe Spartacus Bolschewiki-Leninisten. Die NZZ hat in Detroit in die vielen Gesichter des Nichts gesehen. In der taz beklagt der Schriftsteller Nir Baram das Versagen der Linken in Israel. Und die FAZ erkennt in der chinesischen Markenpiraterie die Intelligenz des Volkes. In Poynter rechnet Rick Edmonds vor, warum die New York Times im Mai bestimmt nicht pleite ist.
Bücherschau des Tages
10.01.2009 Die FAZ empfiehlt einen Gedichtband des 1978 geborenen Steffen Popp, eine der "wichtigsten und markantesten Stimmen" unter den deutschsprachigen Lyrikern seiner Generation. Köstliches Lesevergnügen bereitete FR und taz ein Band mit Texten Thomas Bernhards über seine Preise. Die NZZ freut sich über die Neuübersetzung eines Klassikers der lateinamerikanischen Literatur, Juan Rulfos "Pedro Paramo". Die taz findet einen Schatz in der Anthologie "Der goldene Apfel", die Erzählungen des klassischen Altertums versammelt.
Montag, 12.01.2009
Heute in den Feuilletons
12.01.2009 In der taz entschuldigt sich der türkische Publizist Sahin Alpay bei den Armeniern, auch wenn sie seinerzeit mit westlichen Kräften im Bündnis standen. Im Guardian fordert die Altermondialistin Naomi Klein: Kauft nicht bei Israelis! In der FAZ fordert Aravind Adiga westliche Unterstützung für Indien gegen den von Pakistan zugelassenen Terrorismus. In der SZ plädiert die Philosphin Martha Nussbaum für eine multikulturelle Gesellschaft.
Bücherschau des Tages
12.01.2009 Als Handlungsanleitung für eine grüne Weltrevolution liest die SZ Thomas Friedmans Agenda "Was zu tun ist". Aber auch die Tagebücher des viruosen Reaktionärs Leon Bloys kann sie zur Wiederlektüre empfehlen. Mit angehaltenem Atem liest die FR James Meeks Roman über den Krieg in Afghanistan "Fremdland". Die taz sieht in der Schärfe gegen die areligiöse Gesellschaft unbedingt eine Stärke von Andreas Maiers Roman "Sanssouci". Die FAZ begleitet Frank Westerman auf seiner Pilgerreise zum "Ararat".
Medienticker-Archiv
12.01.2009 Weil Fluchen nie schöner war: "Happy Birthday, Tim und Struppi!" - Alphajournalisten 2.0: Web-Kolumnisten, Blogger und Online-Chefs - Sieben Komiker steigern sich um Kopf und Kragen! - Policing Dystopia: Die Fernsehserie "The Wire" ist erzählerisches Experiment und politisches Lehrstück zugleich - Lichtblick Charles Lewinsky: Fortsetzungsroman - Strunk liest - Knüwer, der Link und der Perlentaucher + Jazz aus der Tube: Max Roach & Abbey Lincoln.
Dienstag, 13.01.2009
Magazinrundschau
13.01.2009 Portfolio porträtiert Barney Frank, den Mann, der die Wall Street ins Schwitzen bringt. Im Guardian beklagt der Autor Andrew O'Hagan die Kraftlosigkeit der englischen Arbeiterklasse. In HVG empfiehlt der Sammler Gabor Pados: Kauft ungarische Kunst! Im Espresso sucht Umberto Eco die Einzelteile von Johannes dem Täufer zusammen. Der New Yorker lässt sich erklären, warum in amerikanischen Filmen keine Vierjährigen vorkommen. In La vie des idees fordert der senegalesische Historiker Mamadou Diouf eine Erneuerung des Universalismus. In der New York Times macht Steven Pinker einen Gen-Check.
Heute in den Feuilletons
13.01.2009 Die Welt hat nachgerechnet: Den internationalen Museen gehen durch die Lehman-Pleite 39 Millionen Dollar im Jahr verloren. Und Gawker lästert: Yves Saint Laurents Kunstsammlung wurde neulich auf 780 Millionen Dollar geschätzt - und jetzt nur noch auf 380 Millionen. In der FAZ schickt Amir Hassan Cheheltan Neuigkeiten aus dem gläubigen Iran.
Bücherschau des Tages
13.01.2009 Die FAZ stellt Joe Dunthorne als neuen Stern am britischen Creative-Writing-Himmel vor. Die NZZ empfiehlt freudig das von Brigitte Kronauer zusammengestellte Ror-Wolf-Lesebuch "Verschiedene Möglichkeiten, die Ruhe zu verlieren. Die FR liest lachend und weinend Gerhard Henschels "Springer-Bibel".
Medienticker-Archiv
13.01.2009 DuMont kauft Berliner Verlag - Schlingensiefs "Piloten": Eine Sendung von Kranken für Kranke - Streifzug über die CES-Messe - Net-Metrix: Der Dezember-Klick-Knick - Information Overload: Kurze Formate fürs Internet - Debatte um Internet-(Miss)erfolg von Heidenreichs "Lesen!": Sie mache das nicht für die Masse - Durs Grünbein lyrischer Nachruf auf den Palast der Republik + Jazz aus der Tube: Charlie Parkers "My old flame".
Mittwoch, 14.01.2009
Heute in den Feuilletons
14.01.2009 In der NZZ klagt der palästinensische Lyriker Salman Masalha: "Ein grundlegendes Problem arabisch-islamischer Gesellschaften ist die fehlende Tradition der Gewissensprüfung." Die Welt online bringt Durs Grünbeins spöttisches Abschiedslied auf den Palast der Republik. Die FAZ liest die Erinnerungen Dominique Fernandez' an seinen Vater, den Kollaborateur Ramon. Alle Zeitungen (inklusive der Berliner) begrüßen die Übernahme des Berliner Verlags durch DuMont Schauberg.
Bücherschau des Tages
14.01.2009 Als betörend, verstörend und reinste metaphysische Wohltat preisen FAZ und NZZ die Gedichte "Dank sei den Dingen" des Niederländers Rutger Kopland. Loben kann die NZZ auch Lyrikbände von Richard Dove und Steffen Popp. Die FAZ empfiehlt zudem Analysen zur Lage in Afghanistan. Die SZ liest Warlam Schalamows "Erzählungen aus Kolyma" und erschauert vor seinem gnadenlosen Blick.
Medienticker-Archiv
14.01.2009 Alfred Neven DuMont im SZ-Portrait - Und was denkt die Redaktion der Berliner Zeitung? - Schaulust am Krieg - Salman Rushdie: 20 Jahre auf der Flucht - Wikipedia-Entzug nach Mohammed-Scherz - Sechsmal um den Blog: Reporter vor Ort - AKEP Award: Zukunftsweisende Projekte der Buchbranche gesucht - Lesungen in Kölner Kirchen verboten - WEF: Davos ist, wenn man trotzdem macht + Jazz aus der Tube: Ben Websters "The Brute".
Im Kino
14.01.2009 Laurent Cantet versucht sich in seinem Palmen-Gewinner "Die Klasse" die Schule als Geburtsort einer neuen multi-ethnischen Gesellschaft vorzustellen. Lars von Trier findet in seiner sadistischen Komödie "The Boss of it all" hinreißend hässliche Bilder für so manches, das mit Ökonomie und Gesellschaft im Argen liegt.
Donnerstag, 15.01.2009
Heute in den Feuilletons
15.01.2009 In der Berliner Zeitung fragt Norbert Bolz: Gibt es ein Fernsehen jenseits der Wonnen des Trivialen? Und antwortet mit Nein. Die FAZ genoss höheren literarischen Klatsch in den Tagebuchaufzeichnungen Susan Sontags. Die FR ist ganz verzückt über die Installation einer Inaugurationspoetin für Barack Obama.
Bücherschau des Tages
15.01.2009 Die Zeit hat Daniel Kehlmanns neuen Roman "Ruhm" gelesen und zeigt sich nur verhalten begeistert: Ein hübsch gemusteter Teppich sei das, aber fliegen kann er nicht. In höchsten Tönen lobt sie Thomas Friedmans Agenda für die Energiewende "Was zu tun ist". Die SZ schwelgt in einem üppigen Bildband zum amerikanischen Zirkus und empfiehlt auch sehr Nadine Gordimers Erzählungen "Beethoven war ein Sechzehntel schwarz". Die NZZ verschlingt James Sallis' Thriller "Deine Augen hat der Tod".
Medienticker-Archiv
15.01.2009 Die Verklärung der Verleger - Zieht Suhrkamp nach Berlin um? - Vorschaulangeweile: Jubiläumswahn im Buchhandels-Frühjahr - Zehn Dinge, die Journalisten 2009 wissen sollten - Selbstherrliche Unbeirrbarkeit: Thomas Rothschild über Ulrike Ackermanns "Eros der Freiheit" - Ausstellungstipp: Die Sprache Deutsch - Der ärmste aller Hunde: Woyzeck, ein Abschied in einem Akt - Kate winselt + Jazz aus der Tube: Coplands/Peacocks "Calls and Answers".
Freitag, 16.01.2009
Heute in den Feuilletons
16.01.2009 Wie hell strahlt Daniel Kehlmanns "Ruhm"? Die Feuilletons sind uneins, aber alle pünktlich zur Stelle. Die Welt vernimmt amerikanische Rufe nach etwas ganz Unerhörtem: einem Kulturminister unter Obama. Im Rheinischen Merkur traut Noam Chomsky dem neuen Präsidenten aber gar nicht über den Weg. Im Freitag schildert György Dalos den kalten Bürgerkrieg zwischen Rechts und Links in Ungarn.
Bücherschau des Tages
16.01.2009 Sehr appetitanregend findet die FAZ Charlotte Birnbaums Buch "Die innere Reise": Jetzt kocht sie gern wieder Herz, Leber und Nierchen. Die SZ ist überwältigt von der Wildheit in Sylvia Plaths neuübersetztem "Ariel". Großes Lob vergibt Jutta Limbach höchstpersönlich in der FR an Christian Bommarius' Biografie des Grundgesetzes. Enttäuscht zeigen sich FR, SZ und taz von Daniel Kehlmanns "Ruhm".
Medienticker-Archiv
16.01.2009 Notwasserung wird zum Twitter-Ereignis - Blogger macht Kasse: 46.902 Euro für Basic Thinking - Analysen und Verrisse: Rainald Goetzs "Klage" - Wie Pressemitteilungen zu Nachrichten werden - Endet die Moderne 2009? - Sex, Lügen und Wahlplakate - Good bye Bush, aber der Kulturkampf geht weiter - Wo Youtube-Filmchen Kunst sind: Ausstellung in Hannover + Jazz aus der Tube: Das Bud Powell Trio mit "Cleopatra's Dream".
Samstag, 17.01.2009
Heute in den Feuilletons
17.01.2009 Die Welt betrachtet mit dem Weichtierkundler Edgar Allan Poe eine Schnecke. Im Tagesspiegel ärgert sich der linke israelische Popsänger Aviv Geffen, dass die Hamas ihn dumm aussehen lässt. In der taz will Ex-Weatherman Bill Ayers Barack Obama nicht ins Paradies folgen. In der NZZ erzählt Charles Simic von seinem unbedingten Wunsch, Amerikaner zu werden. Die FAZ lässt sich erklären, warum es ohne Holocaust keinen 20. Juli gegeben hätte. So schmalspurig war Stauffenberg auch wieder nicht, meint die Berliner Zeitung. Die SZ trocknet den Angstschweiß auf der Stirn aller Putin-Nachbarn.
Bücherschau des Tages
17.01.2009 Freudig begrüßt die FR Hans Schmids Neuübersetzung von Edgar Allan Poes Roman "Die Geschichte des Arthur Gordon Pym aus Nantucket". Eine hübsche Ansammlung literarischer Nerds sieht die taz in Dave Eggers' "The Best of McSweeney's". Die NZZ ist sehr beeindruckt von Oswald Eggers Traktat über Poesie und Mathematik "Diskrete Stetigkeit". Die FAZ empfiehlt Neil Gaimans Jugendbuch "Graveyard" als erstaunlichste Adoptionsgeschichte seit dem Dschungelbuch. Außerdem treten heute mit NZZ und FAZ die Bewunderer von Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" auf den Plan.
Montag, 19.01.2009
Heute in den Feuilletons
19.01.2009 Die SZ staunt über die Türkei, wo es möglich wird, über den Völkermord an den Armeniern zu sprechen. In der FR fragt der Schweizer Schriftsteller Martin R. Dean nochmals dringlich: Ist Barack Obama denn überhaupt schwarz genug? Die taz macht sich Sorgen über Obamas Evangelikalität. Im Guardian staunt Naomi Wolf über die Macht von Youtube. Die FAZ freut sich: "Operation Walküre" feiert 64 Jahre nach ihrer Erfindung doch noch Erfolge. Außerdem: Zwei Drittel der deutschen Alphablogger bloggen jetzt in der FAZ.
Bücherschau des Tages
19.01.2009 FAZ und SZ preisen heute Edgar Allan Poes von "Verzweiflung und Verwirrung durchspülte" Geschichte des Arthur Gordon Pym aus Nantucket, die Hans Schmid neu übersetzt hat. Als "extremste Coming-of-Age-Geschichte" liest die taz Dave Eggers Roman "Weit gegangen", der die Lebensgeschichte des Sudanesen Valentino Achak Deng erzählt.
Medienticker-Archiv
19.01.2009 Auf der Suche nach dem wahren Leben Marcel Prousts - Theaterkritik online: Wozu das Theater und Warum Büchner? - Fantasy-Bücher: Irrsinn in der U- Bahn - Edgar Allan Poe zum Zweihundertsten: Als der Horror laufen lernte - Journalismus mit Twitter und Co. - New York Times holt sich mexikanische Finanzspritze + Jazz aus der Tube: Jarrett / Peacock / DeJohnette: PRISM (1985).
Dienstag, 20.01.2009
Magazinrundschau
20.01.2009 Wie avantgardistisch kann Kunst sein, die von der Deutschen Bank bezahlt wird, fragt Elet es Irodalom. Schuld am Krieg in Gaza sind die Israelis, meint John Mearsheimer im American Conservative. In Le Point hat Bernard Henri Levy die Nase voll von imaginären Palästinensern. Al Ahram fürchtet einen palästinensischen Takeover des Sinai. In Atlantic rettet der Senator Chuck Schumer die amerikanische Mittelklasse. Das TLS untersucht den Rassismus der Linken. Polityka untersucht die Werkverträge der "Gesponserten". Der New Statesman isst Schokolade in Sao Tome. Im Espresso guckt Andrzej Stasiuk Fußball in Transnistrien.
Heute in den Feuilletons
20.01.2009 Die Feuilletons fiebern Barack Obama Amtseinführung entgegen. In der FAZ brütet Charles Simic über der Frage, wie man ein Gedicht zu diesem Anlass schreibt. Die FR möchte gleich George Bush vor Gericht stellen. Im Tagesspiegel stellt der Historiker Peter Steinbach zum Stauffenberg-Film klar: "Ein Antreibender, viele Angetriebene - dies hat nichts mit der Realität des Umsturzversuches vom Sommer 1944 zu tun." Die SZ vergibt dagegen 100 Punkte an Tom Cruise und an sich selbst.
Bücherschau des Tages
20.01.2009 Als skeptische Gegenlektüre zu Barack Obamas Inauguration liest die FAZ Edward P. Jones' Erzählungen "Hagars Kinder". In höchsten Tönen lobt die SZ eine neue Ausgabe der Poetik von Aristoteles. Die NZZ begrüßt freudig Nazim Hikmets Gedicht-Anthologie "Die Namen der Sehnsucht". Als ideale Einstiegsdroge empfiehlt die FR Thomas Klings Gedichtband "schädelmagie".
Medienticker-Archiv
20.01.2009 Über einen nach wie vor umstrittenen Begriff - Ein poetischer Endzeitgesang: Uwe Tellkamps Volksbuch "Der Turm" - Wolfram Schütte über Jean Giraudoux - Alles über Magazine: Zehn Blogs über Zeitschriften - Medien-Farce Deutschland! - Jeder kennt Steve Jobs, wer kennt Irene Rosenfeld? - Die Linke im Nahostkonflikt - Warum das Bewusstsein in der Kultur verankert ist - Jazz aus der Tube: Abdullah Ibrahim/Dollar Brands "Soweto/Sathima".
Mittwoch, 21.01.2009
Heute in den Feuilletons
21.01.2009 "So, pick yourself up, dust yourself off, start all over again": Barack Obama ist nun endlich Präsident und kann anfangen zu arbeiten. In den hiesigen Kinos läuft Bryan Singers Stauffenberg-Film "Operation Walküre" an: Die Welt hält ihn zeitgeschichtlich für ein Fiasko, die FAZ für den spannendsten Thriller der letzten Zeit. Für die taz ist Ilija Trojanow nach Darfur gereist und hat festgestellt: Es ist ja gar kein Völkermord, es ist nur Überlebenskampf.
Bücherschau des Tages
21.01.2009 Mit großem Vergnügen liest die SZ Dag Solstads Roman aus Fußnoten "Armand V". Durchaus ernst nimmt sie Henry Glass' Betrachtungen "Weltquell des gelebten Wahnsinns", etwa zum Alkoholismus von Brauerei-Eseln. Auch in die Animal Studies lässt sie sich vom Band "Ich, das Tier" einführen. Beglückt hält die FAZ die von Max Goldt und Martin Z. Schröder geschmiedeten Miniaturen "Atlas van de nieuwe Nederlandse vleermuizen" in den Händen.
Medienticker-Archiv
21.01.2009 CNN und Facebook - Whitehouse-Blog - 50 Blogs über Menschenrechte - "Ganz schön großartig": Die amerikanische Kultur und der New Deal - Google-Mission gescheitert und VG Wort zeigt Google die Zähne - Hitlers Erben? Bayern will Nachdruck nationalsozialistischer Zeitungen verbieten - Unwort des Jahres: Die armen notleidenden Banken + Jazz aus der Tube: Jack Dupree with King Curtis.
Im Kino
21.01.2009 Wie Männer in Räderwerken Geschichte machen, zeichnet Bryan Singers auf hoch professionelle Weise eher uninteressanter Stauffenberg-Thriller "Operation Walküre" nach. Und Oskar Roehler beschert uns zu seinem fünfzigsten Geburtstag mit "Lulu und Jimi" eine verblüffend charmante und bonbonbunte fünfziger-Jahre-Welt.
Link des Tages
21.01.2009 Am 19. Januar wurden der Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow und die Journalistin Anastassija Baburowa in Moskau auf offener Straße erschossen. Ein Linkdossier zu Reaktionen in der russischen Öffentlichkeit.
Donnerstag, 22.01.2009
Heute in den Feuilletons
22.01.2009 Die Zeit bringt Grass' visionäres Tagebuch aus dem Jahr 1990: gegen die Einheit (Kohl), für die Einigung (Cool). In der FR erliegen Michael Rutschky und Durs Grünbein der Anmut beziehungsweise Erhabenheit Obamas. In der Welt meint David Grossman: Gegen die Hamas hilft nur eins: reden. Die SZ ist froh: Die Krise ist eine Chance für Architekten. In Spiked schreibt Frank Furedi über den neuen Antisemitismus in Europa.
Bücherschau des Tages
22.01.2009 Existenzielles Vibrieren verspürte die begeisterte Zeit in
Gerbrand Bakkers Bauernroman "Oben ist es still" (hier eine
Leseprobe). In
Felix Mendelssohn Bartholdy entdeckt sie einen der
bedeutendsten Briefschreiber der europäischen Kultur. Die SZ preist
Edmundo Desnoes' Roman über die
Revolution auf Kuba "Erinnerungen an die Unterentwicklung". Die NZZ amüsiert sich mit
Qian Zhongshus berühmtem Roman "Die umzingelte Festung". Und die FAZ betrachtet fasziniert
Anders Petersens Fotoband "Frenchkiss", der auf sie wirkt, als habe jemand seine
Albträume sortiert.
Medienticker-Archiv
22.01.2009 Mob Wars für das iPhone - Das Internet als "Goldenes Blatt" - Vatikan sendet jetzt auch über YouTube - Mit Twitter reich werden!? - Den Anonymen ein Gesicht geben - Medienkrise und keine Ende - Interview: Bernd Neumann will mehr Geld für Kultur Rundruf: Suhrkamp ist ein Synonym für Frankfurt - US-Serien: Verspätet, versteckt, verheizt + Jazz aus der Tube zum Abschied von George W. Bush: Horace Silver spielt den "Baghdad Blues".
Redaktionsblog - Im Ententeich
22.01.2009 Hat sich Ilija Trojanow gestern in der taz zum Sprachrohr der sudanesischen Regierung gemacht und ihre Version über die Geschehnisse in Darfur verbreitet?
Freitag, 23.01.2009
Heute in den Feuilletons
23.01.2009 Die Welt weiß es positiv: In Berlin sind schon die Makler unterwegs, um geeignete Lokale für den Suhrkamp Verlag zu finden. Die SZ schließt daraus auf ökonomische Probleme des Hauses. In der taz geißelt der Psychoanalytiker Martin Altmeyer den Antisemitismus von links. In der FAZ tröstet die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel die Zeitungsjournalisten: Nie wird das Netz so schön schreiben wie sie. Oh, und kennen Sie schon den australischen Obama?
Bücherschau des Tages
23.01.2009 Sehr empfehlen kann die SZ Maria Barbals Roman "Inneres Land", der von einer Jugend in Katalonien unter Franco erzählt. Als eines der schönsten Bücher der jüngeren tschechischen Literatur preist die FAZ Ota Pavels Erzählung "Der Tod der schönen Rehböcke". Ideologiekritische Einblicke in den Kunstmarkt verdankt die FR Isabelle Graws "Der große Preis".
Medienticker-Archiv
23.01.2009 Der Film, die Dokus, die PR-Medien - "Zeitzeugen": Bayern stellt Strafantrag wegen Nachdruck von Nazi-Zeitungen - Angela Merkel und die Medien, die gerade bei Krisen Orientierung bieten müssen - Telekom-Spitzelaffäre: Ein Dorn im Auge - Walter Serner ist Inspiration pur! - Viktor Ullmann: Komponieren im Angesicht des Todes - Ultraschall: Musik aus einem verschwundenen Land + Jazz aus der Tube: Django Reinhardts "Swing" (1939).
Samstag, 24.01.2009
Heute in den Feuilletons
24.01.2009 In der Berliner Zeitung erklärt Claude Lanzmann, warum er nicht "Warum" fragt. Die FR greift beherzt ins fallende Messer. Die taz hat das geeignete Lokal für Suhrkamp in Berlin gefunden: das Schloss. Die FAZ bringt einen Artikel von Bernard-Henri Levy zum Gaza-Krieg. In der Welt freut sich der Leiter des Radio Vatikan: Der Papst spricht jetzt den Segen Youbi et Tubi.
Bücherschau des Tages
24.01.2009 Die FAZ ergibt sich der "Liebe am Nachmittag" und ihrem Autor Ernö Szep, der neben Sandor Marai und Antal Szerb zu den Großen Eleganten der ungarischen Literatur zählt. Sehr gelobt wird auch ein Band mit Fotografien Bernd Heydens aus dem Prenzlauer Berg der Siebziger. Die FR folgt gebannt einem Hausmeister der Revolution, der in Michael Sollorz' Roman "Die Eignung" nach der Wende den Kommunismus wiederherstellen will. Die NZZ lobt den formidabel übersetzten dritten Roman von Tomas Gonzalez über einen mit seinen Brüdern zerstrittenen kolumbianischen Gärtner. Die taz würdigt das heroische Ergebnis von "Schmidt liest Proust".
Montag, 26.01.2009
Heute in den Feuilletons
26.01.2009 In der taz fordert die Autorin Jagoda Marinic: Autoren und -innen: emanzipiert euch von den Verlegern (aber auch -innen?) Die FR schildert, wie ein Interview mit Claude Lanzmann fast nicht zustande kam. In der NZZ rechnet Ernst-Wilhelm Händler mit den ökonomischen Kontrollillusionen der Unternehmerschaft ab. Die FAZ fordert akkurate Rekonstruktionen nicht mehr existierender Gebäude.
Bücherschau des Tages
26.01.2009 Die FAZ beneidet Österreich um seinen Feuilletonisten Franz Schuh. Bewundernswert findet sie Arbogast Schmitts altphilologische Gelehrsamkeit und seine kommentierte Ausgabe von Aristoteles' "Poetik". Seufzend liest die SZ den Briefwechsel zwischen Marlene Dietrich und Friedrich Torberg "Schreib. Nein, schreibt nicht". Generell fordert sie, Literatur-Stipendiaten nicht mehr nach New York zu schicken, sondern nach Islamabad.
Medienticker-Archiv
26.01.2009 Online-Fieber beim ZDF - Im Reich der Camorra: Savianos "Gomorrah"(1/4) - Fünf Twitter-Tools für Journalisten: viel Geschnatter und kein Gewinn - Louvre zeigt erstmals Comic Strips - Thomas Bernhard: Eine Zeitreise. Ein deja-vu - Goethe ist was für Versager - Gestalkt, gequält, hingerissen und keusch - Tanz der Teufel: Projekt Zeitungszeugen Vorwort vergeigt + Jazz aus der Tube: Ulrich Gumpert zum 63.: Live in Cottbus 2007.
Dienstag, 27.01.2009
Magazinrundschau
27.01.2009 Elet es Irodalom beklagt die Feigheit des ungarischen Theaters. Wired zeichnet nach, warum Googles Deal mit Yahoo scheiterte. In Spiked beschreibt der Soziologe Frank Furedi den wachsenden Antisemitismus in Europa. In Salon.eu.sk rühmt der Soziologe Zygmunt Bauman Europas Fähigkeit, den Fremden als einen Gleichen zu behandeln. Im Hungarian Quarterly besingen die Ungarn Daisy Bell. Im Nouvel Obs wollen Bahgat Elnadi und Adel Rifaat den Koran denken, nicht ihn psalmodieren. Die New York Review of Books fürchtet sich vor Google, dem bald größten Buchunternehmen der Welt.
Heute in den Feuilletons
27.01.2009 Die NZZ liest neue japanische Romane von "extremer Frustration und Traurigkeit". Nicht Wilhelm II. war der eigentliche Kriegstreiber, sondern Moltke, sagt Wilhelms Biograf John C. G. Röhl in der Welt. Die taz empfiehlt die Palästina-Thriller des Briten Matt Beynon Rees. In der SZ klagt Assaf Gavron über Selbstgerechtigkeit und wachsende Intoleranz in Israel.
Bücherschau des Tages
27.01.2009 Die NZZ ist sehr berührt von Michael Köhlmeiers tragischer wie leichter Novelle "Idylle mit ertrinkendem Hund". Sehr gut gefallen hat der SZ Julie Kavanaghs Nurejew-Biografie. Die FR geht mit Matthias Zschokke "Auf Reisen" nach Weimar, Budapest und Amman. Und die FAZ stellt einen instruktiven Band über geraubte Kunst vor.
Medienticker-Archiv
27.01.2009 Ein neues umgangssprachliches Verb in der Deutschland AG und Zumwinkels Vertrauen in den Rechtsstaat hat gelitten - Fotostrecke: Journalisten in Guantanamo - Celebrity und Marktreflexion - Papst rehabilitiert Holocaustleugner - Die Wahrheiten des Alex Jones - ARD droht dem Olympia-Veranstalter IOC mit Sport-Boykott- Jazz aus der Tube für Miles-Davis-Fans: "Bitches Brew" (1969).
Redaktionsblog - Im Ententeich
27.01.2009 Zwei ausgemachte Intellektuelle, die sich garantiert nicht riechen können, nämlich Timothy Garton Ash und Bernard-Henri Lévy, kommen in ihren Kolumnen auf die gleiche Passage in der Inauguration Speech Barack Obamas zurück.
Mittwoch, 28.01.2009
Heute in den Feuilletons
28.01.2009 In Open Democracy und der Nowaja Gazeta sieht Juri Afanasjew das Ende Russlands. Die NZZ erzählt, wie Fred Vargas einen fatalen Fehler machte und durch ein Telefonat ihren wegen Mordes in Italien gesuchten Freund Cesare Battisti fast ausliefern half. Die SZ beklagt die Automusealisierung der deutschen Autoindustrie. Die Welt findet, dass das Englische als Wissenschaftsprache auch Vorteile hat. Alle schreiben zum Tod von John Updike.
Bücherschau des Tages
28.01.2009 Die SZ präsentiert den Balzac des Comics: Alan Moore und sein voluminösen Band über die Morde von Whitechapel "From Hell". Auch Irene Disches "Veränderungen über einen Deutschen" hat sie schon gelesen. Die NZZ lässt sich von Alfred Brendel wieder Friedrich Hebbel schmackhaft machen. Die FAZ liest Aufsätze von Karlheinz Stierle zu Ovid, Dante und Proust.
Medienticker-Archiv
28.01.2009 Über den Tod des Chronisten des weißen US-Mittelstands: John Updike - Das Tableau unserer Ticks: Geständnisse von Normalverrückten - Henryk M. Broder über den jüdischen Gedenkfeier-Boykott: "Wir wollen wenigstens in der VIP- Lounge sitzen" - Verständnislose "Gremlins" fordern Pochers Rauswurf - Ist ja kolossal: Goya-Fälschung im Prado + Jazz aus der Tube: Duke Ellingtons "Caravan".
Im Kino
28.01.2009 David Fincher verfolgt in seinem gleich dreizehnmal Oscar-nominierten Film "Der seltsame Fall des Benjamin Button" seinen Titelhelden auf der Reise in die falsche Richtung des Zeitpfeils. Und der italienische Film "Stilles Chaos" mit Nanni Moretti ist ein Film mit Palindrom und mit Hund.
Virtualienmarkt
28.01.2009 Ausgerechnet ein Imprint des Verlagsriesen Harper Collins entwickelt in Zeiten der Krise innovative Strategien der Buchentwicklung und -darstellung im Internet.
Essay
28.01.2009 Die Sprache der Krise offenbart auch eine Krise der Sprache.
Redaktionsblog - Im Ententeich
28.01.2009 Liberation ist so stolz auf ihr Interview mit dem Philosophen Alain Badiou, dass sie es nur auf Papier, nicht online publiziert.
Die gestrige Liberation ist reinstes 19.
Jahrhundert! Badiou plädiert für und gegen das Übliche - gegen die Demokratie mit ihren Schwatzbuden, gegen Amerika, gegen den Kapitalismus und für die "kommunistische Hypothese".
Donnerstag, 29.01.2009
Heute in den Feuilletons
29.01.2009 Haut doch endlich ab!, ruft eine der wenigen verbleibenden Kulturinstitutionen Frankfurts der anderen zu (nämlich das Feuilleton der FR dem Hause Suhrkamp). Außerdem in der FR: Burkhard Spinnen über John Updike. Die Zeit staunt: Barack Obama hat es so weit gebracht, dass die Grünen der CDU Antiamerikanismus vorwerfen. Crooked Timber diskutiert über den Science-Fiction-Autor Charles Stross, und zwar mit Paul Krugman und anderen Koryphäen.
Bücherschau des Tages
29.01.2009 Berührend und todtraurig findet die FAZ Ursula Krechels Roman "Shanghai fern von wo", der vom chinesischen Exil europäischer Juden erzählt. Als kalte Literatur empfiehlt sie auch Gao Xingjians Erzählungen "Die Angel meines Großvaters". Die SZ liest fasziniert Farhad Showghis Gedichte "Die große Entfernung" und preist Carlos Fuentes' Erzählungen "Alle glücklichen Familien". Die Zeit ist auch von Philip Roth' inzwischen 23. Roman "Empörung" sehr eingenommen.
Medienticker-Archiv
29.01.2009 Burda: "Lousy Pennies on the Web" - Web 2.0 im Unterricht: Bloggen in der Deutschstunde - Twingly Blogstream: Handelsblatt verlinkt uns alle - Stelldichein zum Jahresbeginn: Neue Romane im Frühjahr - Zum Niederknien: Godtube, Muxlim, Popetube - Macht Frankfurt dicht? - Grass fordert Verfassungsreform - Video-Soiree: Hans-Ulrich Wehler im Gespräch + Jazz aus der Tube: Miles Davis' "So what" (1959).
Freitag, 30.01.2009
Heute in den Feuilletons
30.01.2009 Gegen einen Artikel von Richard J. Evans attestiert Karl-Heinz Bohrer in der SZ den Hitler-Attentätern eine "Höhe des sittlichen, charakterlichen und kulturellen Formats", die heutigen Politikern abgehe. Die FR bringt eine bisher unveröffentlichte Erzählung Mark Twains, in der dieser ein Gesetz über das Funktionieren von Öffentlichkeit formuliert. Die Welt beschreibt die wachsende Macht privater Opernagenturen. Die NZZ weiß, wer Minerva ist.
Bücherschau des Tages
30.01.2009 Die FAZ ist ganz hingerissen von Christa Bürgers Idee, "Goethes Eros" nachzustellen. In Kurt Drawerts "Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte" findet die SZ die DDR noch einmal in ihrer ganzen Schrecklichkeit. Als gute Tat preist sie die Neuauflage von Leo Malets Pariser Krimis mit Nestor Burma. Und die FR schwärmt von Jan Costin Wagners neuestem Finnland-Krimi "Im Winter der Löwen".
Medienticker-Archiv
30.01.2009 Ein fast schon "revolutionärer Ansatz" - Polit-Denker Dietmar Dath: Mit dem Kopf gegen den Kapitalismus - "Die Wölfe": Auf Wiedersehen, Trümmerkinder - Mit Grass unterwegs von Deutschland nach Deutschland - Next Generation :-): Generation Internet - Die Tastatur des Qualitätsjournalisten - Rote Karte für Foren-Abmahner - Einheitsstifter in Richtung "erzreaktionär" + Jazz aus der Tube: The Art Ensemble Of Chicago.