Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Freitag, 02.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Nuancen von Firnis und impasto

02.01.2015 Russlands wichtigstem Off-Theater Teatr.doc droht nach einer Polizeiaktion das Aus, meldet der Standard. Die FAZ bringt eine Seite über die Kunstszene in Afrika. Viel besprochen wird Frederick Wisemans Dokumentarfilm über die National Gallery in London. Der Standard porträtiert die Conchita Wurst Bosnien-Herzegowinas: Bozo Vreco. Und die Daily Mail erzählt, wie der neueste Frisurentrend aus Äthiopien nach Japan schwappte.

9punkt - Die Debattenrundschau

Gigantische Masse fehlender Werke

02.01.2015 Gestern war Public Domain Day. Werke von Autoren, die 1944 gestorben sind, werden gemeinfrei. Nur in den USA nicht, erklärt Jennifer Jenkins von der Duke Law School auf ihrer Website. Die langen Schutzfristen behindern die Rezeption von Kultur, meinen Techdirt und die Politikerin Julia Reda. Die taz berichtet über Verfolgung von Journalisten in Ägypten. Im Standard erinnert Laura Poitras daran, dass Edward Snowden anders als deutsche Kulturkritiker ans Gute im Internet glaubt. Frankreich ist aufgeregt über Thomas Pikettys Ablehnung der Légion d'honneur.

Bücherschau des Tages

Explosive Dynamik

02.01.2015 Zum Auftakt des Gedenkjahres 2015 nimmt die FR die einschlägigen Neuerscheinungen von Eberhard Straub, David King, Thierry Lentz und Adam Zamoyski zum Wiener Kongress unter die Lupe. Die FAZ informiert sich mit dem von Stefan Aufenanger, Dieter Dörr und Birgit Stark herausgegebenen Sammelband über "Die Googleisierung der Informationssuche". Und die SZ liest in Jhumpa Lahiris Roman "Das Tiefland" ergriffen vom Ringen junger Inder mit den verinnerlichten Verhaltensregeln in alltäglichen Situationen.

Im Kino

Nicht im Kino

02.01.2015 Zum Jahresbeginn 2015 ein Blick auf einige der Filme, die das Kinojahr 2014 uns vorenthalten hat. Nicht im Kino 2014: Mönchsmediationen in Marseille, ein Körperkinosog, der Aggressionen mobilisiert, Gefühle unter Strom, ein Affenkönigsblockbuster voller Maßstabsverrückungen, irrlichternde Affektbilder mit Dostojewskibezug.

Samstag, 03.01.2015

9punkt - Die Debattenrundschau

Exklusivität in Echtzeit

03.01.2015 Der Bürgerrechtler Wolfgang Templin warnt in der taz vor einer humanitären Katastrophe in der Ostukraine. In Frankreich wird diskutiert, ob der Faschismus eine französische Erfindung war, berichtet die NZZ. Kai Diekmann erklärt im Tagesspiegel, weshalb die Bild auf mobilen Geräten gegenüber anderen Zeitungen im Vorteil ist. Und Spiegel Online meldet: Das Internet macht gar nicht dumm, sondern schafft Raum für neuen Stoff im Oberstübchen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Gute Regenmäntel bekommt man auch in Wien

03.01.2015 Die FAZ lässt sich von Michel Houellebecqs neuem Roman eigentlich ganz gern dorthin führen, wo es richtig hässlich wird. In der Welt erklärt Ian McEwan, warum das Übersinnliche totaler Mist und ästhetisch vollkommen uninteressant ist. Außerdem verneigt sich die Welt vor dem exzentrischen Pianisten Piotr Anderszewski. In der NZZ besingt Sandor Marai den Schweizer Anspruch auf Freiheit. Die SZ dreht ein paar Runden auf dem wieder florierenden Vinyl-Markt.

Bücherschau des Tages

Scharf auf Seele

03.01.2015 Die FR kommt auf ihre Kosten, wenn Joyce Carol Oates in ihrem postmodernen Schauerroman "Die Verfluchten" mit der Bigotterie in Princeton abrechnet. Die NZZ rühmt noch einmal Szilard Borbelys epochalen Roman "Die Mittellosen". Die taz reist mit Montesquieu durch Deutschland und huldigt Lili Grüns Gedichten der Neuen Sachlichkeit. Die Welt lässt sich von Richard Evans den Hang weißer Männer zur kontrafaktischen Geschichtsschreibung erklären.

Montag, 05.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Die einzige Kampfzone, die wirklich zählt

05.01.2015 Pardon für die Verspätung!!! Im Freitag fragt Joachim Lottmann, warum die Frauenbewegung (außer Alice Schwarzer) kein Wort zur Unterdrückung muslimischer Frauen verliert. Die begeisterte FAZ liest Michel Houellebecqs neuen Roman "Soumission" als brillante Satire auf die verdrängte französische Kollaboration mit den Nazis. Pompöse Inszenierungen mit einer kleinen Irritation des Gemüts sieht die Welt in der Londoner Ausstellung des Renaissance-Malers Giovanni Battista Moroni.

9punkt - Die Debattenrundschau

Reflexive Modernisierung

05.01.2015 Monika Maron fürchtet in der Welt, dass die Pegida ihre Kraft aus den Schwächen ihrer Gegner zieht. In der NZZ ergründet Felix Philipp Ingold Russlands Janusköpfigkeit. Alle Zeitungen trauern um Ulrich Beck: den Musketier, der seine Gegner lachend besiegte. Und Europa hat einen Fürsprecher verloren.

Bücherschau des Tages

In eine farbige Aura getaucht

05.01.2015 In Andreas Steinhöfels Jugendroman "Anders" entdeckt die FAZ nicht weniger als Liebe und Tod, Fantasie und Komik. Die SZ verschlingt Pierre Lemaitres Weltkriegsroman "Wir sehen uns dort oben". Von Raoul Schrotts Übersetzung der "Theogonie" lernt sie alles über den orientalischen Ursprung von Hesiods Götterwelt.

Essay

Eigenes Leben

05.01.2015 Seine Soziologie blickte auf etwas, das vorher wohl übersehen worden war: die Ambivalenz. Schicksal und Willen. Zwang und Entkommen. Eine persönliche Erinnerung an Ulrich Beck

Redaktionsblog - Im Ententeich

Feuilletons mit Verspätung

05.01.2015 Liebe Leserinnen und Leser, wegen eines technischen Problems in unserem Redaktionssystem können wir derzeit nicht mit den Feuilletonrundschauen online gehen. Unser Techniker arbeitet unter Hochdruck, wir bitten um Geduld und werden online gehen, sobald das Problem behoben ist.

Dienstag, 06.01.2015

Medienticker

Das Auge liest mit

06.01.2015 Aktualisiert: Materielle Grundlage der Texte: Jochen Meißner über Schrift & Schriften - 100 Jahre Berliner Volksbühne: Proletarier, willkommen im Theater! - Interview mit Joann Sfar: Dialoge zwischen Realität und Imagination - Die "Lebensschriften der Friederike Mayröcker - Bindeglied: Helmut Böttiger über James Joyces "Finn's Hotel"  + "Wir sind eine Multi-Fruchtgesellschaft": Ein satirischer Jahresrückblick. - Der nächste Medienticker erscheint erst wieder am 7. Januar. Allen Lesern einen guten Rutsch wünscht Tickertaucher Rüdiger Dingemann!

Magazinrundschau

Der kleine Realismus sozialer Episoden

06.01.2015 Die LA Review of Books sucht in der Elite der Magazine vergeblich nach Autorinnen. Geschmack hilft in unfreien Regimes auch nicht weiter, erklärt Peter Esterhazy in HVG. Im Espresso ruft Roberto Saviano den Zeitungen zu: Auf in den Mezzogiorno. Der New Statesman geißelt den Sexismus der Nerd-Kultur. Clarkesworld stellt chinesische Science Fiction vor. Himal widmet sich nepalesischem Rock. Atlantic sieht den Künstler auf dem Rückweg in die Renaissance. Das Netz ist nicht Militär, erklärt der Merkur. Und wenn George Orwell Matter lesen würde, gäbe es ein Erdbeben.

Efeu - Die Kulturrundschau

Gewalttätig romantisch

06.01.2015 Der Atheismus ist tot, der Säkularismus ist tot, die Republik ist tot, da bleibt nur die Religion, erklärt Michel Houellebecq im NouvelObs. Arabische Geistliche fürchten romantische türkische Fernsehsoaps, meldet die Welt. Der Standard grübelt über die Kopflosen des dänischen Künstlers Jakob Kolding. Die taz sieht sich in der Kulturszene Islands um. Die NZZ bewundert das frisch sanierte Dreischeibenhaus.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Fahrgast namens Ali

06.01.2015 In der NZZ erklärt der Jurist Yadh Ben Achour, warum die Revolution in Tunesien Erfolg hatte. Es wird weiter über Pegida gestritten: Sind sie gefährliche Rechtsextreme oder eher ein trauriges Häuflein? Der Fotograf Martin Gommel porträtiert in seinem Blog Flüchtlinge in Deutschland. Der indische Autor Rana Dasgupta beschreibt im FR-Interview mit Martin Hesse Delhi als die Stadt der Zukunft. In den Blogs wird über  Erfolgsaussichten von Online-Medien diskutiert.

Bücherschau des Tages

Mit dem Wörterbuch in der Hand

06.01.2015 Die NZZ erlebt schaudernd in Cormac McCarthys Roman "Ein Kind Gottes" die menschliche Düsternis auf höchstem literarischem Nivaau. Auch Marcel Beyers Gedichtband "Graphit" beeindruckt sie sehr. Die FAZ begibt sich mit Freude in den "Familienzirkus" des Danilo Kis. Die Welt erinnert sich mit Rüdiger Esch an Düsseldorfs goldene Elektropopzeiten.

Mittwoch, 07.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Oratorische Erstarrung

07.01.2015 Der Standard steht mit Calixto Bieitos Baseler "Otello" in einem frauenhassenden Venedig. Die Berliner Zeitung feiert die Klang- und Bildertableaus in den Mash-Ups von Kutiman. Alle lieben Houellebecq und Degas, jetzt auch die SZ.

9punkt - Die Debattenrundschau

Redaktionsgeräusche

07.01.2015 Wo sind die Naturwissenschaften in der Londoner Ausstellung über Deutschland, fragt die FR. In seinem Blog erklärt der Free-Software-Pionier Richard Stallman, warum er nie ein Taxi von Uber nehmen würde. Wer sich über Pegida aufregt, aber nicht über den Islamismus, greift zu kurz, meint Alice Schwarzer. Die SZ stellt den Ökonomen Hossein Askari vor, der die Länder nach Realisierung islamischer Gerechtigkeitsvorstellungen sortiert. Saudi Arabien liegt auf Platz 91.

Medienticker

Total digitalisiert

07.01.2015 Aktualisiert:  Paris: Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo, mindestens zwölf Tote - Folgen der Digitalisierung: Christoph Kucklick über die "granulare Gesellschaft" - Vor 350 Jahren: Revolutionärer Wissenstransfer durch Journale - Das Phänomen Shitstorm -  Bertelsmann-Clubs: Weitere zwölf Jahre Vertragslaufzeit gefordert - Geschäftige Goethenatur: Kafkas Freund Max Brod - Diskrete Eleganz: François Fénelon, der kindliche Frühaufklärer starb vor 300 Jahren & Kehraus mit Kraftwerk in Berlin: Neue Nationalgalerie vor der Sanierung.

Bücherschau des Tages

Spiel mit der literarischen Willkür

07.01.2015 Als faszinierende Wiederentdeckung feiert die FAZ Kenneth Mackenzies australischen Internatsroman "Was sie begehren" aus dem Jahr 1937. Sehr empfehlen kann sie auch "Zwei Bärinnen" von Meir Shalev. Michel Houellebecqs "Unterwerfung" ist keine billige Provokation, sondern ein Buch des Trostes, stellt die SZ fest. Und die FR vollzieht mit dem von Reuel Golden herausgegebenen Prachtband die Entwicklung der Rolling Stones nach.

Appell

Trauer um Charlie Hebdo

07.01.2015 Heute um 18 Uhr versammeln sich vor der Französischen Botschaft in Berlin Bürger, um ihre Anteilnahme mit den Opfern des Anschlags auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo zu bekunden. Wir erinnern mit einer Hommage an Charb, Cabu, Wolinski und Tignous, die vier bei dem Anschlag ermordeten Karikaturisten

Im Kino

Permanente Unruhe

07.01.2015 "To give the people an ennobling enjoyment", lautet der Auftrag der Londoner National Gallery. Der große Dokumentarist Frederic Wiseman hat ihr einen Film gewidmet. Olivier Megatons unterhaltsamer "Taken 3" beweist, dass es in Actionfilmen eigentlich gar nicht um Action geht.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo

07.01.2015 Vor der Französischen Botschaft in Berlin versammelten sich am Mittwochabend etwas tauend Menschen, um ihre Anteilnahme mit den ermordeten Journalisten von Charlie Hebdo und Polizisten zu bekunden.

Donnerstag, 08.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Kultusministerin tanzt und versteht das alles

08.01.2015 Der Auftakt der Kraftwerk-Konzertreihe in der Neuen Nationalgalerie versetzt die Kritiker weitgehend in ekstatische Schwingungen. Die Debatte um Michel Houellebecqs "Unterwerfung" geht weiter - gestern ist der Roman in Frankreich erschienen. Die taz lässt sich gerne von Max Linz' Kulturberiebs-Satire "Ich will mich nicht künstlich aufregen" überfordern. Und der Standard wohnt der Premiere von Norwegens neuer Nationaloper "Peer Gynt" bei.

9punkt - Die Debattenrundschau

Nous sommes Charlie

08.01.2015 Man darf sich über Jesus, Buddhas und Moses lustig machen, aber nicht über Mohammed, sonst wird man kaltblütig ermordet, sagt Pascal Bruckner im Figaro und fordert eine klarere Haltung zum radikalen Islam. Aus Respekt vor Religion wird Furcht vor Religion, schreibt Salman Rushdie. Wir müssen gegen sie kämpfen, indem wir sie der Lächerlichkeit preisgeben, schreibt Suzanne Moore im Guardian. Auch die taz erklärt auf ihrer Titelseite: "Je suis Charlie". Die Welt erzählt die nun schon lange Vorgeschichte der Morde seit der Fatwa gegen Rushdie und kritisiert das Duckmäusertum vieler Medien. NACHTRAG: Viele Medien zensieren die Zeichnungen von Charlie Hebdo, hat Buzzfeed herausgefunden.

Medienticker

Undercover-Journalismus

08.01.2015 Feindbild Google: Ein Dauerbrenner verglüht, meint Nick Lüthi - Folgen der NSA-Überwachung: Viele Autoren üben Selbstzensur -  "Ich bin kein Provokateur", sagt Günter Wallraff in einem Interview über Undercover-Journalismus - Auf der Suche nach dem Schwung des Lebens: Peter V. Brinkemper über Slavoj Žižek & Zack Snyders "300" und Friedrich Nietzsche bzw. antike Ästhetik zwischen Krieg und Frieden - Elvis zum 80. + Je suis Charlie! Gegen Irre kann man sich nicht wehren ...

Bücherschau des Tages

Seismograph seiner Epoche

08.01.2015 FAZ, Zeit und NZZ lesen Michel Houellebecqs Roman "Unterwerfung" als Gedankenexperiment. Die NZZ feiert mit Edmondo de Amicis die Schönheit Istanbuls. Deutlich weniger enthusiastisch bespricht die Zeit Ian McEwans Roman "Kindeswohl".

Redaktionsblog - Im Ententeich

Le Monde zeigt alte Fernsehbilder von Chérif Kouachi

08.01.2015 Le Monde veröffentlicht eine alte Fernsehreportage, in der einer der mutmaßlichen Attentäter rappt und tanzt. Sehr interessante Hintergründe über seine Terrorgruppe, die "Filière des Buttes-Chaumont", liefert Rue89.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Mut und Selbstzensur der Medien

08.01.2015 Anders als bei den dänischen Mohammed-Karikaturen drucken einige deutsche Zeitungen diesmal auch drastischere Zeichnungen der ermordeten Karikaturisten, wenn auch wenige Mohammed-Karikaturen. Tagesthemen und heute journal halten sich sehr zurück, britische und amerikanische Medien noch mehr. (Bild: Joep Bertrams, via Twitter)

Freitag, 09.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Nur das Licht erhellt unser Leben

09.01.2015 Architektur konstruiert die Gesellschaft, verkündet der spanische Architekt Andrés Jaque in der NZZ. Die Jungle World vergießt Freudentränen über das langersehnte neue Album der queer-feministischen Band Sleater-Kinney. Der Standard betrachtet die unschuldigen Farben in den Gemälden von Etel Adnan. Michel Houellebecq sagt sämtliche Werbeveranstaltungen für seinen Roman "Soumission" ab, meldet buchreport.

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine Falle, in die wir nicht gehen dürfen

09.01.2015 Es geht nicht darum, dass sich die Muslime distanzieren, sondern dass sie ihre Solidarität ausdrücken, meint Bernard-Henri Lévy in Le Monde. Die reformistische Muslimin Irshad Manji betont im Spectator, dass der Islam sehr wohl modernisierungsfähig ist und auch Mohammed-Karikaturen aushalten kann. Ihr extremistischer Kollege Anjem Choudary kann ihr in USA Today nicht zustimmen. Französische Medien staunen über ihre amerikanischen und britischen Kollegen, die lieber keine Zeichnungen zeigen möchten. Die Zeit zeigt die umstrittenen Karikaturen aus Charlie Hebdo ebenfalls nicht und erklärt warum. Die SZ erklärt nicht, warum. In Amerika wird über das "Recht auf Blasphemie" gestritten. Und der Guardian spendet 100.000 Pfund.

Bücherschau des Tages

Durchmarsch des Talents

09.01.2015 Als maßvoll, abgewogen und formvollendet preist die FR Ian McEwans Roman "Kindeswohl". Die NZZ freut sich über die Neuauflage des Science-Fiction-Romans "Nächte in Amnesien" zum achtzigsten Geburtstag von Jürgen Ploog. In ihrer Studie über das Nibelungenlied betreiben Dieter und Jürgen Breuer Hermeneutik mit den Mitteln von Verschwörungstheorien, meint die FAZ. Noch schlechter kommt Louis Begleys Krimi "Zeig dich, Mörder" weg.

Mord und Ratschlag

Literatur der Schwärze

09.01.2015 "Allein der Tod kann die Bewegung der Figuren aufhalten": Einer der großen Autoren von Charlie Hebdo war auch Jean-Patrick Manchette. Gerade hat der Alexander Verlag Erzählungen, Essays und Anmerkungen zum Kriminalroman in dem rabenschwarzen Band "Porträt in Noir" herausgebracht.

Samstag, 10.01.2015

Medienticker

Google & die Piraten

10.01.2015 Aktualisiert: AGOF Mobile Facts: Spiegel rückt an Bild heran, grandioses Debüt für den Postillon - Suchmaschine: Googles Dominanz in Amerika bröckelt - Keine geistige Immunität gegen Mitläufertum: Über Gustave Le Bons "Psychologie der Massen" - Je suis Charlie: Stift statt Schwert - Parallelwelten des Kunstbetriebs: Die zunehmende Ökonomisierung der Kunst im Zeichen des Neoliberalismus - Geschichtswissenschaft: Ein Manifest gegen drohende Irrelevanz - Rebell gegen die Schwerkraft: Hanns Zischler über Roy Andersson.

Efeu - Die Kulturrundschau

Widerspruch und Zweifel

10.01.2015 Die taz bewundert eine Empowerment-Strategie in Form weiblicher Autoerotik bei Beatrice Eli. Im Standard erklärt der weißrussische Schriftsteller Viktor Martinowitsch, warum die Sowjetunion immer noch besser war als das heutige Weißrussland. Der Freitag würdigt den Schriftsteller und Cut-up-Pionier Jürgen Ploog. Ebenfalls im Freitag analysiert Georg Seeßlen den agnostischen Moses Ridley Scotts. Die SZ freut sich über eine Ausstellung japanischer Katagamis in Dresden.

9punkt - Die Debattenrundschau

Zuviele um sie zu zählen

10.01.2015 Libération berichtet über die erste Redaktionskonferenz von Charlie Hebdo nach den Anschlägen: " Jenseits der Inhalte und Deadlines sprach man zunächst über die Toten, die Verletzten, die Hommagen, die Beerdigungen." Die Debatte über Selbstzensur geht überall weiter. Kenan Malik meint: Die Solidaritätsbekundungen für Charlie Hebdo kommen zu spät. Unterdessen beklagt Amnesty International das schlimmste Massaker von Boko Haram in der Gechichte Nigerias mit möglicherweise 2.000 Toten. Die SZ stellt einen Bericht über das Versagen der Medien beim Thema der NSU-Morde vor.

Bücherschau des Tages

Beglückend, bezwingend

10.01.2015 Endlich einer, der dasTheater liebt und der seine Kraft zu besingern weiß, ruft die FAZ nach Lektüre von Rüdiger Schapers "Spektakel". Mit Interesse und Lob liest sie auch Ian McEwans neuen Roman "Kindeswohl". Die NZZ empfiehlt Wolfgang Herrndorf, James Salter und Thomas Wolfe. Die taz vergräbt sicj in bibliophile Neuerscheinungen. Und der Welt scheint der neue Houellebecq extraordinär, aberwitzig, gelungen.

Bücherbrief

Elegänse und Intelligänse

10.01.2015 Michel Houellebecq beschreibt die süße Lust der Unterwerfung, Cormack McCarthy die süße Lust am Mord, Rüdiger Esch den Düsseldorfer Quantensprung im Pop und Rana Dasgupta die postkoloniale Welt Delhis. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Januar.

Sonntag, 11.01.2015

Redaktionsblog - Im Ententeich

JeSuisCharlie... JeSuisJuif...

11.01.2015 Vor der großen Demo in Paris. Daniel Cohn-Bendit kritisiert in Libération die franzöischen Medien.

Montag, 12.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Andere Galaxien auch auf der Erdoberfläche

12.01.2015 Die taz verteidigt Michel Houellebecq, der in "Unterwerfung" die Angst vor dem Islam nicht bediene, sondern aufspieße. Im Standard sucht Yannick Haenel eine "poetische und politische" Lösung für die Papierlosen. In der Welt beklagt  der frühere Zack-Chef Ralf Kläsener die Comicfeindlichkeit von Müttern. Die FAZ schwebt durch die pneumofuturistischen Zellen der Architektengruppe Haus-Rucker-Co. Die Zeit putzt sich die Brille und blickt mit ganz neuer Klarheit auf avantgardistische Moderne der Paula Modersohn-Becker. Und alle trauern um zwei Größen des europäischen Kinos: Francesco Rosi und Anita Ekberg.

9punkt - Die Debattenrundschau

Es sei denn, wir finden den Mut

12.01.2015 "Wir sind ein Volk", titelt Libération nach der ungeheuren Pariser Demo gestern Nachmittag. Aber die französischen Medien stellen jetzt auch Fragen für den "Tag danach". Die Morde im jüdischen Supermarkt werden erst jetzt wirklich thematisiert. Die Geiseln waren keine Geiseln, schreibt Rue89, sondern Ziele. Deutsche Blogger kritisieren den Aufruf deutscher  Zeitungsverleger nach dem Attentat auf Charlie Hebdo als Lobbyismus. Im Guardian fragt Nick Cohen nach dem Ausmaß britischer Selbstzensur.

Medienticker

Die vor- und zurückfliehende Zeit

12.01.2015 Hamburger Morgenpost: Nach Brandanschlag in Hamburg noch keine konkreten Erkenntnisse - Bitkom-Umfrage: Jeder dritte Internetnutzer zahlt für journalistische Inhalte - Urheberrecht: Warum Google 345 Millionen Links entfernen sollte - Charlie Hebdo: Französische Karikaturisten wehren sich gegen Pegida - Stephan Hebel meint: "Islamisierung" bleibt ein polemischer Einwurf - Theater-Nachtkritiken aus Aachen, Hamburg, Kiel & Mannheim - Nachruf: Wolfram Schütte zum Tod von Francesco Rosi.

Bücherschau des Tages

Mythos, Tod, Traum

12.01.2015 Die taz liest Dima Wannous Erzählungen "Dunkle Wolken über damaskus", die vom Leben in Syrien vor dem Bürgerkrieg erzählen. Von Georg Seeßlen und Markus Metz lernt sie, Kunst von Ökonomie und Marketing zu trennen. Die SZ liest Heiner Müllers Gedichte "Warten auf der Gegenschräge" und empfiehlt noch einmal dringend Jean-Patrick Manchettes "Porträt in Noir".

Redaktionsblog - Im Ententeich

Les armes des citoyens

12.01.2015 Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo und ein jüdisches Geschäft stand im angeblich so staatsgläubigen Frankreich die Zivilgesellschaft auf - während die USA und Großbritannien nach Terrorattacken fast ausschließlich mit staatlichen Mitteln reagierten.

Dienstag, 13.01.2015

Magazinrundschau

Das Paradox des Über-Ichs

13.01.2015 In der Paris Review erklärt Michel Houellebecq, warum er eine muslimische Partei für wahrscheinlich hält. Da kann einem die Burka richtig sympathisch werden: Aus unseren Gesichtern werden jetzt sogar die Emotionen ausgelesen und vermarktet, berichtet der New Yorker. Die britischen Linken sind solche Heuchler, ruft Slavoj Zizek im New Statesman. Karen Armstrong porträtiert den Islamischen Staat als reichste Dschihadisten-Gruppe der Welt. In Vice schildert Roberto Saviano das gute Einvernehmen von Londoner und New Yorker Börsen mit der Mafia. Und der Guardian freut sich, dass John Galliano nach seinen antisemitischen Ausfällen wieder einen Job hat - in Frankreich.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Klassik muss mal boxen üben

13.01.2015 Welt und Presse diskutieren über die Verbindung von HipHop und Islam. Die FR konstatiert: Michel Houellebcqs Roman "Unterwerfung" provoziert, aber nur zum Denken. Die NZZ nimmt Lyndon B. Johnson gegen Ava DuVernays Bürgerrechtsfilm "Selma" in Schutz. Die taz ärgert sich über die Berliner Ausstellung "Queensize", die dem etwas überholten Konzept des weiblichen Blicks huldige. Im Tagesspiegel spricht Regisseur Armin Petras über das, was links und rechts vom Theater passiert. Die SZ huldigt dem Jules Verne der Architektur.

9punkt - Die Debattenrundschau

Je ne suis pas Kouachi

13.01.2015 Die neue Charlie Hebdo erscheint mit Mohammed-Cover und versöhnlicher Botschaft: "Tout est pardonné." Aber nun beginnt der Streit. Wir zitieren mehrere Artikel muslimischer Intellektueller, die sich weder von der westlichen Linken noch der muslimischen Rechten in Schubladen stecken lassen wollen. Auch in Frankreich wird gestritten: Wie islamophob ist Frankreich? Michel Houellebecq hat sich gestern Abend bei Canal Plus zum ersten Mal zum Massaker und zum Tod seines engen Freundes Bernard Maris geäußert. "Oui, je suis Charlie", sagt Houellebecq.

Medienticker

Der letzte Goldene Maulwurf

13.01.2015 Attacken auf Twitter & YouTube: Pro-IS-Hacker kapern US-Militär-Accounts - Wolfgang Michal über Stolz und Dünkel von Journalisten - Aufstehen für Pressefreiheit: Stefan Ulrich untersucht den Pluralismus in der westlichen Welt, Thomas Maissen sieht Zauberlehrlinge in einem Boot & Mathias Müller von Blumencron über die Propagandaschlacht im Internet - Goldener Maulwurf für die besten Feuilletons des Jahres: Zum 10. & letzten Mal - Golden Globes: Netflix, Amazon & Co. erobern Hollywood + "Lügenpresse" ist das Unwort des Jahres 2014.

Bücherschau des Tages

Die eigene Endlichkeit denken

13.01.2015 Das ganze Panorama des Lebens erlebt die FAZ mit Philipp Bloms Geschichte der Zwischenkriegszeit "Die zerrissenen Jahre". Außerdem preist sie Arne Rautenbergs Gedichte "seltene erden". Die NZZ kommt mit Ian McEwans Roman "Kindeswohl" auf ihre intellektuellen Kosten. Und die SZ empfiehlt begeistert Gerhard Roths Roman "Grundriss eines Rätsels".

Im Kino

Ein Morgen voller Sonnenschein

13.01.2015 Zwei unterschiedlich erfolgreiche Remakes: Will Gluck gelingt in "Annie" die spielerische Reform eines einst allzu gefallsüchtigen Musicals. Rupert Wyatt dagegen verwandelt in "The Gambler" eine existentialistische Charakterstudie in ein stylishes Nichts.

Mittwoch, 14.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Man hörte Plingpling und auch das Krk

14.01.2015 In der FAZ lernt Berlinale-Chef Dieter Kosslick von der Formel 1: Nur wer sich zurückfallen lässt, kann wieder aufholen. Die taz erlebt bei einer Solidaritätslesung für Charlie Hebdo in Berlin, wie sich ohne Texthierarchien neue Denkräume eröffnen. Die Welt erzählt, wie Sewan Latchinian das Rostocker Theater zu retten versucht. Die Berliner Zeitung entdeckt in Chemnitz den Abrgund hinter Andy Warhols Glamour-Kunst.

9punkt - Die Debattenrundschau

Das schrille Falsett des Zynismus

14.01.2015 In Paris ist Charlie Hebdo erschienen (hier noch nicht). Wir verlinken auf ein paar Zeichnungen. In Le Monde schildert die Charlie-Kolumnistin Sigolène Vinson die Szenen eines Massakers. Das ägyptische Fatwa-Amt will Mohammed nicht weinen sehen. Cory Doctorow warnt in Boingboing vor weiteren Durchlöcherungen der Privatsphäre durch die Politik. Die BBC findet, dass sich die Juden nicht so beklagen sollen. Die Zeit bringt die Karikaturen weiterhin nicht. Aber selbst hier gibt es ein gallisches Dorf... Auch über Russland und den deutschen Pazifismus wird weiter gestritten.

Medienticker

Der Bleistift

14.01.2015 Andreas Platthaus über die Geburt eines Symbols gegen den Terror - "Freiheit muss provozieren": Interview Michel Houellebecq - Amazon Prime: Woody Allen entwickelt eine Fernsehserie - Am Leben entlang: Maike Albath über Thomas Wolfes "Von Zeit und Fluss" - Frei von parteipolitischer Kleingeisterei: Über Klaus Harpprecht  & seine Memoiren - Fabian Russ verbindet elektronische mit klassischer Musik + Die Klarinette: Die Geburt der Königin des guten Tons.

Bücherschau des Tages

Poetik des Nebels

14.01.2015 Als temporeiche Collage voller Überraschungen empfiehlt die SZ Georges-Arthur Goldschmidts autobiografische Erzählung "Der Ausweg". Trotz wissenschaftlicher Nüchternheit mitreißend findet sie außerdem "Die Kinder des Prometheus" des Prähistorikers Hermann Parzinger. Die NZZ lässt sich von Gudmundur Andri Thorsson Island und seine Menschen näherbringen. Und die FAZ lernt Johann Wolfgang von Goethe in seinen Briefen an Charlotte von Stein als Staatsmann und Naturforscher, Diplomaten und Reisenden kennen.

Essay

Die Schule der Kritik

14.01.2015 Warum hat es ausgerechnet in der linken und linksliberalen Szene und bei den Grünen so viel Feigheit und Ignoranz gegenüber dem Islam und dem Islamismus gegeben? Ein Wutausbruch

Redaktionsblog - Im Ententeich

Stolz und froh

14.01.2015 ... gibt der Perlentaucher bekannt, dass er ab heute ein "responsives Design" hat und auch auf Smartphones wesentlich komfortabler zu lesen ist.

Donnerstag, 15.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Herz gebrochen. Na wenn schon!

15.01.2015 Nach dem letzten Konzert von Kraftwerk in Berlin nimmt die Berliner Zeitung wehmütig Abschied - von der Neuen Nationalgalerie. Die SZ besichtigt die von Jean Nouvel entworfene Philharmonie am Stadtrand von Paris. Frankreich hat Michel Houellebecqs Roman "Unterwerfung" widerlegt, freut sich die FR. Auch die Zeit scheitert mit einer Annäherung an Angelina Jolie. Die Kritiker sind fasziniert von Jessica Hausners Kleist-Drama "Amour Fou".

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Presse ist ganz klar nicht frei

15.01.2015 Frankreich ist heute das einzige Land Europas, in dem Juden umgebracht werden, weil sie Juden sind. Michel Gurfinkiel analysiert in der Jüdischen Allgemeinen die Diskurse des Antisemitismus in Frankreich, und die JA spricht mit französischen Juden, die an Emigration denken. In Frankreich beginnt die Debatte über die Rolle der Schulen: "Nur in der Schule kommen alle Schichten zusammen", sagt Cécile Wajsbrot in der NZZ. Salman Rushdie verteidigt die Zeichner von Charlie Hebdo gegen den Rassismus-Vorwurf. Was nützt Überwachung, wenn überwachte Terroristen sich eine Kalaschnikow besorgen können, fragt Sascha Lobo in Spiegel Online. Endlich gibt es ein paar Informationen zum Massaker in Nigeria.

Medienticker

Big Data und Politik

15.01.2015 Türkei sperrt Internetseiten wegen "Charlie-Hebdo"-Karikatur & "Harte Bretter" über Extremismus - "Wir brauchen den Paragraphen nicht": Klaus Staeck gegen Blasphemie-Verbot - Big Data & Politik: Brauchen wir noch Gesetze, wenn Rechner herrschen? - Niedergang des Medienriesen: Bertelsmann droht der Abstieg - "Unfassbare gute Augen und Ohren": Franz Dobler erhält Deutschen Krimi-Preis 2015 + Heinrich August Winklers Exkurs über die westliche Welt des Abendlandes.

Bücherschau des Tages

Der therapeutische Nullzustand unserer Gesellschaft

15.01.2015 Die taz empfiehlt uneingeschränkt Thomas Gnielkas Romanfragment "Als Kindersoldat in Auschwitz". Überwiegend überzeugt ist die FAZ von Hermann Bausingers Darstellung der "Ergebnisgesellschaft". Thematisch anregend, aber stilistisch abtörnend findet die Zeit Ulrich Pfisterers Studie "Kunst-Geburten" über Lust und Liebe in der Kunst der Renaissance.

Freitag, 16.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Staunen im Halbschlaf

16.01.2015 In der FR spürt Alexander Kluge den Wurzeln des Techno nach und findet sie bei Monteverdi. In der Nachtkritik träumt Robin Detje vom Theater der Zukunft. Die taz erinnert an die Riot-Grrrl-Bewegung der Neunzigerjahre. Die israelische Schauspielerin und Regisseurin Ronit Elkabetz fasziniert die Kritik mit ihrem Scheidungsdrama "Get - Der Prozess der Viviane Amsalem". Und die Welt freut sich über Einzelausstellungen der "Malerfrauen" Sonia Delaunay und Sophie Taeuber-Arp.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Hitze suchender Hass

16.01.2015 Papst Franziskus ist zwar gegen Massaker, aber er lässt nicht mit sich spaßen, wenn über Religion gespottet wird, hat er jetzt klargestellt. In Frankreich darf man das aber, meint die französische Justizministerin Christiane Taubira. Frankreich ist das einzige konservative Land mit revolutionärem Diskurs, meint Pascal Bruckner in der NZZ. Berliner Zeitung und SZ kritisieren die Dresdner Polizei, die über den Tod des Asylbewerbers Khaled I. gern ein bisschen gar nicht ermitteln wollte. Der New Yorker findet Pegida bedrohlich. Nicht nur im Netz, auch in Medien wird ganz schön viel Unsinn geredet, findet wirres.net.

Medienticker

Wem gehört das Netz?

16.01.2015 Aktualisiert: Aggressivste Strategie: "Entamerikanisiert endlich das Internet", fordert Evgeny Morozov - Globale Führung bei Wissenschaft & Bildung: Springer SBM & Holtzbrinck formen Joint Venture - Einspruch von Wolfram Schütte: Kein Glaube kann für sich "Respekt" verlangen - Aufklärung: Voltaire schlägt Houellebecq - Theaterkritiken online aus Berlin, München & Zürich + Von alten Klängen inspiriert.

Bücherschau des Tages

Das Gespenst der Selbstaufgabe

16.01.2015 Der unverkennbare Bezug zu Weißrussland macht Viktor Martinowitschs Roman "Paranoia" über die Mechanismen eines totalitären Staates so mutig wie brisant, staunt die FAZ. Die taz schwärmt verzückt von Petteri Tikkanens Coming-of-Age-Comic "Blitzkrieg der Liebe". Und die SZ plädiert für eine weniger politische Lesart von Michel Houellebecqs "Unterwerfung".

Samstag, 17.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Knechtschaft durch Chronologie und Kausalität

17.01.2015 Die italienische Filmbranche protestiert gegen das geplante Rauchverbot in Filmen und Fernsehserien, berichtet die FAZ. Für Zeit Online ist die Zigarette nicht weniger als ein glimmendes Symbol für die Liebe zum Kino. Die Frage, ob sich die Berliner Uraufführung von Dea Lohers "Gaunerstück" beglückend, befreiend und lebensbejahend ist oder sich in Prekariatsfolklore erschöpft, spaltet die Kritiker. Panda Bear erklärt der taz, wie mit der Digitalisierung der swingende Bounce aus der Musik verschwand. Und die SZ blickt neidisch auf die neue, von wuselndem Leben durchflutete Markthalle in Rotterdam.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Freigeister zu Hause

17.01.2015 In Libération beschreibt David Grossman die zerstörische Macht des Terrorismus. In der Welt pocht Gila Lustiger auf das Recht, nicht wie jedermann zu sein und trotzdem dazuzugehören. Die FR sieht in den französischen Gefängnissen ein besseres Rekrutierungsgebiet als in Syrien. Der NZZ ist die Macht lokaler Imame nicht geheuer. Außerdem verzeichnet die SZ Katerstimmung in Berlin.

Bücherschau des Tages

Philosophie für Gutverdienende

17.01.2015 Als Freude für Auge, Hand und Verstand empfehlen taz und Welt die von Klaus Binder übersetzte und kommentierte Ausgabe des Lehrgedichts "Über die Natur der Dinge" von Lukrez. Die Welt ist beeindruckt, wie sich Phil Klay in seinen Kurzgeschichten dem Schreiben über den Krieg immer wieder neu nähert. Die FAZ freut sich sehr über Alastair Brotchies Biografie über Alfred Jarry. Und die SZ rät mit Nachdruck zu Steven Uhlys Roman "Königreich der Dämmerung".

Montag, 19.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Kulinarik, nein danke!

19.01.2015 Der Tagesspiegel lernt bei Christian Thielemanns Berliner Beethoven-Konzert, wieviel Gewalt im Schmerz steckt. Die NZZ lässt sich in Marseille daran erinnern, dass Essen und Denken Gegensätze sind. Slate.fr und Welt fragen, warum sich französische Universitäten und Michel Houellebecq nichts zu sagen haben. Die taz erlebt im Institut für Alles Mögliche den USB-Stick als liebevoll gebasteltes Dingchen. Nach einem Blick auf die deutsche Modebranche trägt die FAZ Trauer.

9punkt - Die Debattenrundschau

Vielerlei Unzufriedenheit

19.01.2015 Es wird weiter über Charlie Hebdo gestritten: Wenn wir die Ermordung eines Polizisten verpixeln, ist es dann nicht verständlich, dass die Muslime keinen Mohammed sehen wollen, fragt die Zeit. Gérard Biard, Chefredakteur von Charlie Hebdo, kritisiert dagegen Medien, die die Karikaturen nicht zeigen. Die taz verabschiedet das Freihandelsabkommen TTIP und begibt sich nach Moldawien. Und der Spiegel offenbart neue Pläne der Fünf Augen.

Medienticker

Buchpreisopfer

19.01.2015 1000 Peitschenhiebe: Wer steht zu Raif Badawi? - Wie sich die Mohammed-Karikaturen auf die Pressefreiheit auswirken: Wolfgang Michals Antwort auf Jochen Wegners vier Irrtümer über die Pressefreiheit - Digitalkonferenz München: Hubert Burda sieht keine Zukunft für Paywalls im Netz - Facebook: Wie ein Algorithmus Zuckerbergs Buchclub torpediert - Theater-Nachtkritiken aus Berlin, Hamburg & Stuttgart - Ian McEwan, der Mystiker der Vernunft + In memoriam: Pierre-Joseph Proudhon zum 150. Todestag.

Bücherschau des Tages

Der Geist der Tat

19.01.2015 Die SZ freut sich, nach 150 Jahren endlich Jules Barbey d'Aurevillys Roman über den königstreuen Revolutionsgegner Chevalier des Touches lesen zu können. Auch Stephan Thomes Roman "Gegenspiel" gefällt ihr gut. Die FAZ unterhält sich prächtig mit Christina Erbertz' Jugendroman "Der Ursuppen-Prinz". Die taz liest mit zunehmender Ratlosigkeit Gisela Burckhardts Bilanz der Textilindustrie "Todschick".

Dienstag, 20.01.2015

Magazinrundschau

Reflexion über das Verlangen

20.01.2015 Selbst schuld, meint der syrische Präsident Assad nach dem Massaker bei Charlie Hebdo in Literární noviny. In The Big Round Table erzählt eine junge Frau von der Beschneidung ihrer Klitoris und den Folgen. Wer die NSA mit der Stasi vergleicht, verharmlost beide, ärgert sich Wired. In Guernica erklärt der Unternehmer Peter Barnes, wie man die Mittelklasse mit Commons rettet. Das TLS liest fantastische Geschichten aus Ägypten.

Efeu - Die Kulturrundschau

Virtuos ins Seelenlose

20.01.2015 Ausgesprochen zwiespältig nimmt die Kritik Michael Thalheimers Berliner "Freischütz"-Inszenierung auf: Berliner Zeitung und taz loben Kühle und Präzision, Tagesspiegel und Welt erkennen auf "höllenschlundbedingtes Rampensingen".In der taz fordert die Regisseurin Franziska Stünkel eine Frauenquote in der Filmbranche. Die FR porträtiert den deutsch-iranischen Maler Nader Ahriman, der Hegel und Wittgenstein bildlich in den Griff zu bekommen sucht. Und die NZZ feiert József Holdosis Roman "Die gekrönten Schlangen" als Meisterwerk der Roma-Literatur.

9punkt - Die Debattenrundschau

Mit frischem Nikotin im Körper

20.01.2015 Voltaire schweift jetzt eher zwischen Tanger und Tunis umher, und nicht mehr so sehr im Westen, meint Samuel Schirmbeck in der FAZ. Pankaj Mishra will im Guardian den Säkularismus des Westens abschaffen. Die Berliner Zeitung lauscht Michel Houellebecq. Der GCHQ hat Mails von Journalisten abgespeichert. Außerdem soll in Großbritannien der journalistische Quellenschutz abgeschafft werden. Der Guardian wehrt sich. Die FAZ schildert die Liebe der Türken zu Charlie Hebdo.

Medienticker

Nur Verlierer

20.01.2015 Es braucht nicht viel Phantasie: Schweizer Buchhandel & die Euro-Krise - Snowden Leaks: Britische Journalisten protestierten gegen Überwachung - Hollywood-Konkurrenz: Amazon dreht künftig auch Kinofilme - "Lügenpresse"?: Publixphere führt Debatte über Medienkritik - Terrorismus im Newsroom: Journalismus nach Charlie Hebdo - Springer: Aktie sprintet auf Allzeithoch + Krautreporter: Kritik der Kritiker.

Bücherschau des Tages

Der Rezensent hält es nicht aus

20.01.2015 Die Rechtlosigkeit der Häftlinge, die Mohamedou Ould Slahi in seinem Guantanamo-Tagebuch beschreibt, lässt Welt, FAZ und Frankfurter Rundschau fast sprachlos vor Entsetzen zurück. Nicht minder schockiert ist die SZ über die Bürokratie der Folter im CIA-Folterreport. Die NZZ erliegt dem magischen Realismus des Ungarn Jozsef Holdosi. Die FAZ stürzt sich in William Butler Yeats' "Vision".

Tagtigall

Die Raubtiere werden immer schneller

20.01.2015 2015 feiern Deutschland und Israel 50 Jahre diplomatischer Beziehungen, die 1965 offiziell beschlossen wurden, nachdem 13 Jahre zuvor, 1952, Konrad Adenauer und Moshe Sharett das erste "Wiedergutmachungsabkommen" in Luxemburg unterzeichnet hatten. Wir beginnen die Tagtigall dieses Jahres daher mit einem israelischen Dichter: Dan Pagis.

Mittwoch, 21.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Liken zwängt die Leute ein

21.01.2015 Alle waren in Köln, wo Michel Houellebecq jede Verantwortung als Autor rigoros verweigerte. Die Zeit huldigt der Beharrlichkeit der feministischen Indie-Rockband Sleater-Kinney. Alec Empire fürchtet das konstante Feedback. Kein bisschen Trost findet die Welt in Burhan Qurbanis Film "Wir sind jung. Wir sind stark" über das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. Die NZZ porträtiert den Galeristen Paul Durand-Ruel als kunstsinnigen Monarchisten.

9punkt - Die Debattenrundschau

Was immer schon so und nur so war

21.01.2015 Die taz besucht die Karikaturisten und Charlie Hebdo-Bewunderer Ahmad Makhlouf und Muhammad Anwar in Ägypten. Im Guardian plädiert Historiker Antony Beevor für Putins Präsenz bei den Auschwitz-Gedenkfeiern. In Libération erklärt die jüdische Autorin Coralie Miller, warum sie trotz allem Frankreich als ihre Heimat ansieht. Die Zeitungen sind sich immer noch nicht ganz klar in der Frage, wie ernst Pegida eigentlich zu nehmen ist.

Medienticker

Hmmm? Pffft - keine Ahnung!

21.01.2015 Fressen & gefressen werden: Bild + Welt sind die großen IVW-Verlierer, nur wenige Zeitschriften trotzen dem Abwärtstrend & schrumpfenden Leserzahlen - Digital-Life-Design-Konferenz: Das Internet sei asozial, meint Andrew Keen & die E-Book-Studie 2014 entdeckt den Trend zum digitalen Lesen - In memoriam: Matthias Claudius starb vor 200 Jahren.

Bücherschau des Tages

Die Schönheit des Nutzlosen

21.01.2015 Mit ihrer Erzählung "Die Botschaft von Kambodscha" trifft Zadie Smith die NZZ mitten ins Herz. Dass die Islamisierung in weiter Ferne ist, erfährt die FAZ aus dem vorbildlich differenzierten "Handbuch Christentum und Islam in Deutschland". Die FR liest bedrückt Susanne Schädlichs dokumentarischen Roman "Herr Hübner und die sibirische Nachtigall". Und die SZ freut sich über Nicholson Bakers neuen Essayband "So geht's".

Donnerstag, 22.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Locken kräuseln und die Wolken türmen sich

22.01.2015 In der Zeit erklärt Michel Houellebecq, warum das für "Unterwerfung" vorgesehene Happy End nicht zustande kam. taz und Berliner Zeitung fiebern bereits auf das Berliner Festival Club Transmediale hin. Die Welt staunt bei der Stuttgarter Ausstellung "Hinaus in die Natur" über die Lust am Schmutz der schwäbischen Impressionisten. Der Film der Stunde ist "Wir sind jung. Wir sind stark" von Burhan Qurbani über die rassistischen Pogrome in Rostock-Lichtenhagen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Skandal, ein Hype, ein heißer Stoff

22.01.2015 Habemus Aktiengesellschaft. Der Balzac-Roman um Suhrkamp hat ein glückliches Ende gefunden. Ulla Unseld-Berkéwicz erklärt ausführlich in der Zeit, warum sie darüber so froh ist. Die SZ hofft auf Öffnung neuer diskursiver Echoräume. In Zeit online plädiert Simon Urban für eine Trennung von Staat und Religion in Deutschland. Die NZZ kann es nicht fassen, dass amerikanische und britische Zeitungen die Karikaturen von Charlie Hebdo nicht abgedruckt haben. Die Debatten über Pegida gehen weiter.

Medienticker

Print verliert

22.01.2015 Tageszeitungen verlieren zehn Prozent, Auflagenentwicklung der 65 größten deutschen Regionalzeitungen & Magazine verlieren mehrheitlich Reichweite - taz-Paywall: 125.000 Euro im Jahr 2014 erwirtschaftet -  Suhrkamp AG und jetzt? Ein Gespräch mit Michael Krüger - Thomas Schmidt fragt: Was ist überhaupt noch Journalismus? - Kampf der Kulturen: Mit Psychoanalyse zum Gewaltverzicht & Toleranz, die Lizenz zum zivilisierten Streiten + Peter Stephan Jungk besucht Eduard Limonov & Maxim Biller.

Bücherschau des Tages

Wir sind nicht mehr da

22.01.2015 Lagerliteratur aus dem Mutterland der Demokratie liest die Zeit mit Mohamedou Ould Slahis "Guantánamo-Tagebuch". Marcus Heumann und Elke Kimmel lassen sie in ihrem Feature außerdem dem "Abgesang der Stasi" im O-Ton lauschen. Mit seiner Studie über "Kafkas Wien" liefert Hartmut Binder der FAZ ein Glanzstück genauer Beobachtung in bibliophiler Aufmachung. Und die SZ lässt sich von Kent Nagano die Unendlichkeit der Musik verdeutlichen.

Im Kino

Märchenlogik

22.01.2015 Asia Argento erzählt in ihrem autobiografisch inspirierten dritten Spielfilm "Incompresa" vom einsamsten Mädchen in Rom. "Remedy" von Cheyenne Picardo ist ein Film über Sexarbeit, der ohne finstere Geheimnisse auskommt.

Vorgeblättert

Lydia Tschukowskaja: Untertauchen

22.01.2015 Im Winter 1949 fährt Nina Sergejewna einige Wochen in ein Sanatorium für Künstler auf dem Land. Hier will sie - zurückgezogen und für sich - schreiben. Und hier trifft sie den Schriftsteller Biblin, der im gleichen Arbeitslager saß wie ihr Mann. Lesen Sie einen Auszug aus Lydia Tschukowskajas Roman "Untertauchen".

Freitag, 23.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Stinkefinger der Superreichen

23.01.2015 Berührt und beeindruckt sind die Kritiker von Björks melancholischem Album "Vulnicura". Der Tages-Anzeiger besichtigt die superschlanken neuen Wohntürme in Manhattan. Asia Argento wird für ihren autobiografischen Film "Missverstanden" als Erbin des italienischen Autorenkinos gefeiert. Die SZ spricht mit Michel Houellebecq über Religion und Philosophie, die Welt über Sex.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Subjekt, das nicht spricht

23.01.2015 In Libération ruft Roberto Saviano die Politiker der EU zu einem europäischen Hearing über Meinungsfreiheit auf. In der Welt erklärt der Dichter Nikos Dimou das griechische Identitätsproblem. In der Berliner Zeitung macht Jagoda Marinic die deutsche Einbürgerungspolitik für die Pegida-Misere mit verantwortlich. Die Auspeitschung Raif Badawis ist möglicherweise gestoppt, Amnesty will aber noch nicht Entwarnung geben.

Medienticker

Schönen Gruß an Nostradamus

23.01.2015 Aktualisiert: Überwachung: Warum Microsoft für Landesgrenzen im Netz kämpft & Big Data als Hellseher - Chaos Computer Club: Für ein Verbot unverschlüsselter Kommunikation - Lokaljournalismus: Nah, näher, Journalismus - Wirtschaft: Deutschlands digitale Bräsigkeit - Medienkongress: Franziska Augstein liest den Verlagen die Leviten - 70 Prozent Auflagenminus: Wann sterben die Jugendzeitschriften? - Winston Churchill: Porträt eines ehrgeizigen Exzentrikers + Vor vierzig Jahren spielte Keith Jarrett in Köln.

Bücherschau des Tages

Dilettanten der Empörung

23.01.2015 Mit großem Vergnügen liest die FR Nicolas Mahlers Comic "Lulu und das schwarze Quadrat", frei nach Frank Wedekind und Kasimir Malewitsch. Das ganze Ausmaß der Misere der Bildungspolitik verdeutlicht Konrad Paul Liessmann in seiner Streitschrift "Geisterstunde" der SZ. Sehr empfehlen kann sie auch Max Blaeulichs Roman "Unbarmherziges Glück" und die Architekturgeschichte "Große Bauwerke" von Stephen Biesty und Patrick Dillon.

Samstag, 24.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Die schrecklichsten Designsünden

24.01.2015 In der Welt erzählen Joel Basman und Jonas Nay, die beiden Hauptdarsteller aus dem Filmdrama "Wir sind jung, wir sind stark", wie es ihnen bei der Filmvorführung in Rostock erging. In der NZZ erinnert sich Bora Cosic an die Ästhetik Jugoslawiens unter Tito. Die Welt schaudert in einer Berliner Ausstellung vor der Banalität von Mielkes Buchenholzfurnier. Der Tagesspiegel winkt ab: Theater braucht kein Streaming.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wie schnell sich eine Debatte drehen kann

24.01.2015 Der Streit um Charlie Hebdo ist wieder voll entbrannt. New York Times-Chef Dean Baquet erklärt im Spiegel, warum die Zeichnungen der Ermordeten seiner Zeitung nicht würdig sind. Die Charlie-Ausgabe nach dem Massaker verkauft sich trotzdem weiter wie verrückt, meldet Libération. Olivier Roy und Boualem Sansal werfen in der taz ganz unterschiedliche Blicke auf den Islamismus. Die FAZ trägt den Standpunkt Gilles Kepels bei. Außerdem: Gertraud Klemm spricht in der taz über das Fortleben von Rollenmustern. Und Adaobi Tricia Nwaubani erklärt in der Welt die Konflikte in Nigeria.

Bücherschau des Tages

Die Ahnung vom Spiel

24.01.2015 Die taz gruselt sich mit Viktor Martinowitschs Politthriller "Paranoia" über die weißrussische Stasi. Die Welt blättert traumverloren durch einen Fotoband mit leeren Fußballstadien und lernt Slavoj Zizek als triebgesteuerten Hegelianer kennen. Die FR vertieft sich in Texte des Komponisten Rolf Riehm. Die FAZ folgt der katalanischen Autorin Merce Rodoredas in einen sommerlichen "Garten über dem Meer".

Montag, 26.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Keine Collage, kein Blinzeln

26.01.2015 Dem Standard wird beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrück klar, dass Nachwuchs und Jugend nicht dasselbe sind. Im Tagesspiegel preist Regisseur Alejandro Iñárritu die klare, reine Leinwand. Die Berliner Zeitung tanzt bei der Club Transmediale zu ihre eigenen Klanghalluzination. Die Berliner Zeitung erklärt das Erfolgsmodell von Barrie Koskys Operetten. Im Buchmarkt brandmarkt Jörg Sundermeier mangelnde Intellektualität und Haltung in der Literaturkritik.

9punkt - Die Debattenrundschau

Den Klang einer Oud im Ohr und nicht einer Gitarre

26.01.2015 Heinrich August Winkler erklärt im Tagesspiegel, warum ihn Pegida an die konservativen Rechten im wilhelminischen Kaiserreich erinnert. Huffpo.fr erklärt, warum sich sowohl die populistische Linke als auch die extreme Rechte in Frankreich über den griechischen Wahlausgang freuen. Kultur verbindet nicht, Kultur trennt, fürchtet die SZ. In der FAZ fordert der Jurist Christian Hillgruber ein starkes Blasphemie-Verbot. Und in der taz meint Soziologe Michal Bodemann: Jyllands Posten gleich Stürmer.

Medienticker

In der Zeitblase

26.01.2015 IVW-5-Jahres-Bilanz: Viele große Verlierer und ein paar Lichtblicke - Agenturen: von Blumencron liest Agenturchefs die Leviten - Die geschenkte Zeit: Sperrfristen im Journalismus - Theater-Nachtkritiken: "Der Zauberberg" in Basel, "Der Volkshai" in Bonn, "Käthchen von Heilbronn" in Wien & "Life of N in a Nutshell" in Leipzig + Houllebecq und kein Ende: Der prätendierte Divinator & Wir müssen uns den Autor als einen unglücklichen Menschen vorstellen.

Bücherschau des Tages

Das Dasein mit Amazon

26.01.2015 Von wegen Milljöh und Amüsemang! So realistisch wie faszinierend findet die SZ Heinrich Zilles Fotografien, die wie kleine Novellen vom "Alten Berlin" erzählen. Sehr herzlich lachen muss sie bei Howard Jacobsons Satire auf den Literaturbetrieb "Im Zoo".

Vorgeblättert

Julie Mazzieri: Grabrede auf einen Idioten

26.01.2015 Der Idiot stört. Der Idiot wird beseitigt. Einfach so, in einen Brunnen geworfen. Doch als man wider Erwarten seinen Leichnam findet, braucht das Dorf einen Mörder. Lesen Sie hier einen Auszug aus Julie Mazzieris Roman "Grabrede auf einen Idioten"

Maluma und Takete

Charlie, ein Missverständnis

26.01.2015 Die satirischen Waffen von Charlie Hebdo sind weitgehend stumpf, schon lange. Aber wir tun erst mal so, als wären wir Plattköpfe, aus politischer Raison.

Dienstag, 27.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Sprache der Autorität

27.01.2015 FAZ und FR werfen schon einmal einen Blick auf die Literatur Indonesiens, das im Herbst Buchmessengastland sein wird. In der Berliner Zeitung streitet der Fotograf Espen Eichhöfer für das Recht auf künstlerische Straßenfotografie. Die Welt erlebt in Salzburg die Transzendierung nobler Pferde in Kunst. Die FAZ erlebt Schostakowitschs "Lady Macbeth von Mzensk" in Berlin so fein und behutsam wie selten zuvor.

9punkt - Die Debattenrundschau

Gegen jegliches Archiv

27.01.2015 In der FAZ erklärt Claude Lanzmann, warum er seinen Film "Shoah" so und nicht anders gemacht hat. Die Welt sucht nach Bezügen zwischen dem heutigen Terror und dem Terror der RAF. In der SZ wundert sich Ingo Schulze über Pegida. Bei Internetaktivisten löst die jüngste Zusammenarbeit zwischen der amerikanischen Regierung und Google, das E-Mails von Wikileaks weitergegeben hat, Empörung aus. Die NZZ sucht nach Wandel im Ruhrgebiet. Im Perlentaucher wird über die Charlie-Hebdo-Zeichnungen gestritten.

Medienticker

Mit Furcht & neuem Mut

27.01.2015 Schere im Kopf? Stecken lassen! Facebook blockiert Mohammed-Karikaturen in der Türkei - Demokratie digital: Aktiv für Volksabstimmungen per App - Kriegsrhetorik: Weltbild streicht weitere Jobs & Filialen - Medienkritik: Walter van Rossum aus "dem Inneren" -  Er war "untauglich für das Werk der Zerstörung": Isaak Babel wurde heute vor 75 Jahren hingerichtet + Free-Jazzer Ulrich Gumpert: Der Tastenderwisch wird 70.

Magazinrundschau

Denkfiguren des Universellen

27.01.2015 Die NYRB lässt Flüchtlinge vom Leben unter dem IS erzählen. Im Guardian fragt Julie Walters: Wo sind die Schauspieler aus der Arbeiterklasse geblieben? Zu viel Anthropologie führt zu Gettoisierung, fürchtet in Telerama der Philosoph Abdennour Bidar. In Pitchfork erklärt Björk den Unterschied zwischen ihr und Kanye West. Der New Yorker schnuppert an einem salmonellenverseuchten Hühnchen. The Verge stellt die neueste Spionagesoftware vor: FinFisher - von D und GB für Bahrain!

Bücherschau des Tages

Testosterongeladenes Sprachfeuerwerk

27.01.2015 Zum heute vor siebzig Jahren befreiten Konzentrationslager Auschwitz empfiehlt die FAZ Wladyslaw Bartoszewskis Erinnerungen "Mein Auschwitz". Außerdem lernt sie in Sebastian Gießmanns Kulturgeschichte "Die Verbundenheit der Dinge" alles über Netze und Netzwerke. Die NZZ nimmt Olivia Weibels Debüt "Anna und wir" ebenso positiv auf wie Stephan Thomes Eheroman "Gegenspiel". Zum Standardwerk erklärt die SZ Richard Overys Geschichte des Bombenkriegs in Europa.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Figur der Opfermediokrität

27.01.2015 Was man politisch ablehnt, sollte man nicht versuchen, mit ästhetischen Argumenten zu erledigen. Antwort auf Ulf Erdmann Ziegler.

Mittwoch, 28.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Poesie ist kaputt

28.01.2015 Die Welt verliert sich in Rosemarie Trockels monumentalem Gehirninnenraum. Statt Affekt-Bingo hätten Hanna Engelmeier und Pierre-Héli Monot im Merkur-Blog lieber eine ästhetische Kritik zu Michel Houellebecqs "Unterwerfung". Die FAZ beklagt die Horizontverengung des heutigen Tanztheaters. Zeit Online fürchtet, dass auch Big Data die Musikindustrie nicht verändern wird. Der Guardian hört schwarzen Country. Und was ist eigentlich mit dem Bart des Pharaos?

9punkt - Die Debattenrundschau

Porträt einer entfesselten Weltwirtschaft

28.01.2015 Der Regisseur Milo Rau erzählt in der taz von einem Menschenrechtstribunal, das er im Kongo mitorganisiert. Der Trojaner Regin zeigt, laut Spiegel online und Zeit online, dass die Five Eyes mehr wollen als Daten sammeln. Im Perlentaucher antwortet Thierry Chervel auf Andreas Zielcke Frage "Was soll Satire? Was darf sie?" In der FR staunt Arno Widmann über das von Götz Aly zutage geförderte Ausmaß an Datenschutz im Max-Planck-Institut.

Medienticker

Friss oder stirb

28.01.2015 Aktualisiert: YouTube verärgert unabhängige Musiker & Wird Pop immer öder?, fragt sich Andreas Hartmann - Ich bin Terrorist!? Protest gegen Vorratsdatenspeicherung - Facebook: Ausfall war kein Hackerangriff - Replay: Mit Fernsehen auf Abruf gegen Netflix & Co. - Quartalszahlen: Microsofts Gewinn schrumpft & Apples Rekord von 18 Milliarden US-Dollar - Ultraschall Berlin 2015: Hase & Igel literarisch.

Bücherschau des Tages

Das Tor zu einem zeichensatten Kosmos

28.01.2015 Mit Beschreibungsfluten und dantesken Szenen entzückt Gerhard Roths Roman "Grundriss eines Rätsels" die NZZ. Ilko-Sascha Kowalczuk und Arno Polzin versetzen die taz mit ihrer Dokumentation des mauerüberschreitenden Telefonverkehrs und seiner Überwachung durch das MfS ins oppositionelle Ost-Milieu anno 1980. Und die SZ freut sich über Hubert Wolfs mit Reformvorschlägen garnierte Kirchenkritik "Krypta".

Vorgeblättert

Marcel Ophüls: Meines Vaters Sohn

28.01.2015 Der Filmemacher Marcel Ophüls hat wie kein anderer den Mythos des französischen Widerstands gegen die deutschen Besatzer angekratzt. Lesen Sie hier einen Auszug aus seinen Erinnerungen über die Dreharbeiten zu Ophüls Dokumentarfilm "Le Chagrin et la pitié" (1969), der die französische Kollaboration mit den Nazis zum Thema hatte, über die französischen Reaktionen auf den Film und über die Dreharbeiten zu dem Dokumentarfilm "Veillées d'armes" (1994), der Kriegsberichterstatter in Jugoslawien begleitete.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Die Grenzen enger ziehen

28.01.2015 In der SZ fragt Andreas Zielcke: "Was soll Satire? Was darf sie?" Und zwar weniger und weniger. Zur Kritik an den Zeichnungen von Charlie Hebdo, zweiter Teil.

Donnerstag, 29.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Schönheit, Kraft und Majestät

29.01.2015 Zeit und FAZ erliegen dem organischen Rhythmus, mit dem Damian John Harpers Handkamera das Leben illegaler Einwanderer in LA beschreibt. Die Berliner Zeitung berichtet vom Club Transmediale. In der FR fragt Andras Schiff: Warum immer nur Steinway? Die NZZ lässt bei Mozart ihr Haar herunter. Literatur aus Afrika darf sich nicht auf politische Inhalte beschränken, fordert der nigerianische Schriftsteller Ben Okri im Freitag. In der Berliner Zeitung erklärt die Künstlerin Lorna Mills: Kunstzeitschriften sind out.

9punkt - Die Debattenrundschau

Der Meinungsfreiheit zumindest ebenbürtig

29.01.2015 In der Zeit kritisiert Art Spiegelman die New York Times und andere Zeitungen, die Charlie Hebdo-Zeichnungen zensieren. Überall wird über Blasphemie diskutiert. Neu ist, dass Intellektuelle und Redakteure sich inzwischen offensiv zu Selbstzensur bekennen, meint Thierry Chervel im Perlentaucher. In Le Monde marschiert Alain Badiou mit der roten Fahne gegen alle Faschismen. Wird sich das Humboldt-Forum mit dem Haus der Kulturen vertragen, fragt die Welt. Alphablogger Andrew Sullivan hört auf und erklärt warum.

Medienticker

Das Sterben des Kommas

29.01.2015 Die klugen Köpfe rüsten ab: FAZ-Chef will Auflagenkosmetik abschminken - Zukauf: Axel Springer steigt bei US-Wirtschaftsportal Business Insider ein - Facebook-AGB: Kritik des Bundestag-Rechtsausschusses - Voltaire stürmt Bestsellerlisten: 250 Jahre alte Kampfschrift für Toleranz - Kölner Karneval: Kein "Charlie Hebdo"-Wagen - Wolfram Schüttes Petits riens u. a. über Fritz Rudolf Fries + Lektüre als Therapie: Lesen rettet uns vor uns selbst + Politische Lieder: Robert Wyatt wird 70.

Bücherschau des Tages

Als wollte uns Wikipedia eine Liebesgeschichte erzählen

29.01.2015 Als schmales Buch über die großen Themen empfiehlt die FR den fesselnden Roman "Graben" von Cynan Jones. Mit "Die Zeit der Gegenwart" schließt Heinrich August Winkler seine vierbändige "Geschichte des Westens" fulminant ab, freut sich die SZ. Die Zeit ist tief beeindruckt von Ursula Ackrills Debütroman "Zeiden, im Januar" und Thomas Gnielkas Romanfragment "Als Kindersoldat in Auschwitz".

Im Kino

Gewisse Attraktionswerte

29.01.2015 Nachhaltig unter Strom steht "Wir sind jung. Wir sind stark", Burhan Qurbanis Film über die Pogrome in Rostock-Lichtenhagen 1992. In Kevin Macdonalds schön altmodischem U-Bootfilm "Black Sea" lockt das Gold.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Ein Wald aus Verboten

29.01.2015 Die neue Qualität nach den Pariser Massakern liegt darin, dass Redakteure und Intellektuelle die Selbstzensur nunmehr aktiv und ungeniert verfechten. Zur Kritik an den Zeichnungen von Charlie Hebdo, Teil drei

Freitag, 30.01.2015

Efeu - Die Kulturrundschau

Triumph im Scheitern

30.01.2015 Die Musikkritiker begutachten Bob Dylans neues Album mit alten Sinatra-Songs: Die einen hören folkigen Kammer-Pop, die anderen nur Gekrächze. Die Welt schiebt sich an paramilitärischen jungen Männern vorbei in die Semperoper zu Debussy. In der Jungle World erklärt Frédéric Jaeger, warum jetzt auch die Filmkritiker eine eigene Filmreihe während der Berlinale zeigen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Nur eine mittelfristige Zukunft

30.01.2015 Selbstzensur überall, konstatiert Libération. Selbst beim Kölner Karneval. Die ARD-Sendung Panorama bekennt sich aber dazu. In der SZ erklärt David Grossman, warum er am Friedensprozess festhält. Im Standard zeigt Wolfgang Blau vom Guardian Verständnis für die defensive Internetstrategie vieler Zeitungen. In der FR fordert die Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer eine historisch-kritische Lektüre des Korans. In der Zeit erklärt Peter Sunde, ehemals Pirate Bay, warum er nicht mehr an Freiheit im Netz glaubt.

Medienticker

Die wilde Schönheit des Aufbegehrens

30.01.2015 Aktualisiert: AGOF-News-Top-50: N24-Zahlen explodieren, manager magazin & taz im Plus - Kampf um die Deutungshoheit: Der Journalismus muss sich der Diskussion um Objektivität stellen - Furios in den Untergang: Die klassische Literaturkritik verschwindet - Junge Verlegergeneration: Patriarchendämmerung bei den Verlagen - Popautor auf Sinnsuche: Jochen Distelmeyer über seinen Debütroman "Otis" + Georg Christoph Wagenseil: Wiener Meister einer Zwischenepoche.

Bücherschau des Tages

Am Rand des common sense

30.01.2015 In "Spuren, Elfen und andere Erscheinungen" berichtet Bernd Stiegler der faszinierten FR von Arthur Conan Doyles Neigung zu Spiritismus und Fotografie. Anton Tantner präsentiert der FAZ Adresscomptoirs, Kundschaftsämter und Intelligenzbüros als "Die ersten Suchmaschinen". Gerührt lesen FAZ und SZ "Licht scheint auf mein Dach", den neuen Roman des morgen achtzigjährigen Kenzaburo Oe (Leseprobe bei "Vorgeblättert").

Samstag, 31.01.2015

9punkt - Die Debattenrundschau

Ist das jetzt Blasphemie?

31.01.2015 Das Präsidentenamt hat aus dem KGB-Mann Putin keinen Politiker, sondern Putin aus dem Staat einen Geheimdienst gemacht, meint Michail Ryklin in der FAZ. In der taz plädiert Evgeny Morozov für einen kostenlosen und werbefreien Basisdienst im Internet. Die FAZ freut sich über den Mut der Titanic zur größten Mohammed-Karikatur aller Zeiten. Und Zeit digital enthüllt das immer astronomischere Ausmaß der Datensammelwut des BND.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Inbild eines schönen, zarten und subtilen Mannes

31.01.2015 Als ein "Wunderwerk choreografierter Emotionsströme" feiert die NZZ Luc Bondys Pariser "Iwanow"-Inszenierung. Die Welt fragt deutsche Architekten, wie sie sich eigentlich ihre gesellschaftspolitische Rolle vorstellen. Die Berliner Zeitung wiegt sich bei der Transmediale zu den Klängen komplexer Algorithmen. Auf Critic.de wünscht sich Nino Klingler mehr Fokus in der Filmkritik. FR und FAZ trauern um den Fotografen der Berliner Nachkriegsjugend Will McBride.

Bücherschau des Tages

Im poetischen Maelstrom

31.01.2015 Hingerissen folgt die NZZ den Liebensabenteuern des Prinzen Genji, mit denen die Hofdame Murasaki Shikibu um das Jahr 1000 den Klassiker der japanischen Literatur voller Schönheit und Trauer schrieb. Ebenfalls recht epochal findet sie Paulus Böhmers Hymnus "Zum Wasser will alles Wasser will weg". Die SZ folgt Teju Cole mit "Jeder Tag gehört dem Dieb" in ein Lagos der alltäglichen Katastrophen. Die FR arbeitet mit T.C. Boyles "Hart auf Hart" am amerikanischen Mythos von Freiheit und Abenteuer. Die Welt liest den Abschlussband von Heinrich August Winklers großer "Geschichte des Westens".

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