Freitag, 02.05.2008
Heute in den Feuilletons
02.05.2008 In ihrem Blog antwortet Jagoda Marinic auf einen FAZ-Artikel, der statt der Förderung der Autoren die Förderung von Hunger bei Autoren forderte. Indiskretion Ehrensache kritisiert den Verzicht auf jeden Anschein von Recherche bei einer ARD-Sendung über "Quoten, Klicks und Kohle". Der Urheberrechtsexperte Thomas Hoeren erklärt in einem Juristenblog, warum ihn die Forderung der Musikindustrie nach Netzsperren ärgert. Die FAZ verabschiedet den letzten Widerstandskämpfer des 20. Juli, Philipp von Boeselager. Die SZ bringt eine Seite über Blogs in repressiven Ländern - aber stellt nichts online.
Bücherschau des Tages
02.05.2008 Die SZ versinkt in einer sehr bayerischen Hörspielversion des Feuchtwanger-Romans aus den 30er Jahren, "Erfolg". Die taz ärgert sich schwarz über das von Clement, Dohnanyi und Herzog herausgegeben Ruck-Buch "Mut zum Handeln". Die NZZ stellt eine gelungene digitale Chronik des 20. Jahrhunderts vor. Die FAZ freut sich über die Rehabilitierung des Kaffeeklatsches als feministische Strategie. Sehr gelobt wird auch Elisabeth Schmierers flüssig erzählte tausendjährige Geschichte des Liedes.
Medienticker-Archiv
02.05.2008 15 Jahre www - Wenn Subkultur zum Mainstream wird - Die Schweizer und ihre abgeschaffte Buchpreisbindung - Hasslinger hadert mit Österreichs Moral - Peymann: Bayreuth ein Tummelplatz für Deppen - Thüringens Kultusminister in spe: nur konservativ oder rechts? - Twitter macht nicht nur Spaß - "Schonungsloses" 1956-1958 + Pynchon is back.
Samstag, 03.05.2008
Heute in den Feuilletons
03.05.2008 In der NZZ schreiben Schriftsteller über Fußball. Nur Kiran Nagarkar schreibt über Cricket. In jetzt.de erklärt der Urheberrechtsexperte Thomas Hoeren: Die Musikindustrie ist gar nicht kreativ. In der taz findet Peter Uhl, einer der Protagonisten des Prager Frühlings, Parallelen zwischen 68 in Prag und Paris. Die FR hegt das zarte, aber hoffnungsvolle Pflänzchen der deutschen Nachwuchsdramatik. Die SZ fragt: Ist Rem Kohlhaas' CCTV-Tower in Peking ein Bau des Bösen? Die FAZ besucht die 43 Einwohner von Miravete de la Sierra.
Bücherschau des Tages
03.05.2008 Die SZ fährt Taxi mit einer sehr herben Karin Duve. Die FR erlebt eine Geschichte der kosmologischen und biologischen Evolution als echte Herausforderung. Die NZZ empfiehlt die messerscharfen Erzählungen der Amerikanerin Lydia Davis. Die taz fiebert mit Luciana B., die es auf das Leben ihres Arbeitgebers abgesehen hat. Die FAZ hat sich ausgezeichnet amüsiert - mit Michael Chabons fantastischem Roman "Die Vereinigung jiddischer Polizisten" ebenso wie mit einer von Robert Gernhardt verfassten Liebeserklärung eines Igels.
Montag, 05.05.2008
Heute in den Feuilletons
05.05.2008 Die NZZ erzählt, wie Nikita Michalkow einmal vor Putin den Ton verlor und dieser sich als gnädig erwies. Die FAZ sieht den Londoner Bürgermeisterwechsel als Übergang von Puzo zu Perikles. Die SZ will nicht ausschließen, das Heinz Budes Begriff der "Exklusion" nicht zutrifft. Die taz sieht die Zukunft des Pop als seniorengerechte Mototherapie. Die Welt liest K-Bücher von E-Literaten. Im Tagesspiegel erzählt Ha Jin, wie Zensur in China funktioniert: "streng im Inneren, aber entspannt nach außen".
Bücherschau des Tages
05.05.2008 Tief beeindruckt ist die FAZ von Heere Heeresmas Kindheitserinnerungen an die Zeit der deutschen Besetzung Amsterdams. Außerdem schwingt die FAZ heute die ganz großen Theoriehämmer Reemtsma, Agamben und Stiegler. Die SZ begibt sich mit dem unterhaltsamen Rassisten Otto E. Ehlers auf eine Reise in die Südsee und begeht Ulla Berkewicz' "Überlebnis". Die taz rehabilitiert die Verbrannten und Verbannten.
Medienticker-Archiv
05.05.2008 Harald Schmidts Börne-Preis-Laudatio auf Alice Schwarzer - Amstetten und die Presse: ohne Gewissen, ohne Moral - Welttag der Pressefreiheit: Kein Grund zum Feiern - Boolify yourself - Pentagon setzt auf Online-Nachrichten - Holtzbrinck will Einkaufstour im Web ausweiten.
Dienstag, 06.05.2008
Magazinrundschau
06.05.2008 Im TLS schreibt der Tenor Ian Bostridge über Musik im Totalitarismus. Der New Yorker stellt die Gruppe "Intellectual Ventures" vor. Caffe Europa beschreibt den Versuch Aldo Moros, Kommunisten und Katholiken zu versöhnen. Nepszabadsag und Elet es Irodalom analysieren den in Ungarn manchmal falsch verstandenen Begriff "Wettbewerb". Die London Review of Books erklärt, warum Südafrikas Thabo Mbeki die verbrecherische Regierung Robert Mugabes unterstützt. In der Weltwoche zeigt die Geigerin Julia Fischer, dass sie auch mauern kann.
Heute in den Feuilletons
06.05.2008 In der Welt kritisiert der Romanist Manfred Flügge das nationalistische Geschichtsbild Nicolas Sarkozys. Die taz staunt: Die Amerikaner sind ja gar nicht so rassistisch, wie es das Klischee gerne will. In der SZ erklärt Slavenka Drakulic, warum sie das Wort "Balkanisierung" gar nicht mag. Die FR beschreibt, wie Putin das Internet kontrollieren will. Die FAZ berichtet über die Nahrungsmitelkrise in Indien.
Bücherschau des Tages
06.05.2008 Für nicht perfekt, aber so lesens- wie bedenkenswert hält die SZ Michael J. Sandels "Plädoyer gegen die Perfektion". Außerdem bespricht sie - wie die FR - neue Bücher über Israel und findet den Choreografen Alain Platel, der in einem Interviewband zu Wort kommt, sehr sympathisch. Die taz weiß den Klassiker der Ökonomie John Maynard Keynes sehr zu schätzen, seinen Gegenspieler Joseph A. Schumpeter allerdings auch. Für manche, nicht alle Erzählungen in Deborah Eisenbergs Band "Rache der Dinosaurier" kann sich die NZZ begeistern.
Medienticker-Archiv
06.05.2008 Medienblogcharts 4/08 - EU-Richtlinie für Suchmaschinen - Google sammelt persönliche Spuren - Cyberpsychology - ARD und ZDF wollen Freibrief für Web-Zeitung - Kitsch, Kot und Kommerz - Algorithmischer Zwang zum Bösen + Guck mal, wer da schreibt.
Mittwoch, 07.05.2008
Heute in den Feuilletons
07.05.2008 In der NZZ prangert der katholische Politiker Hans Maier die Verfolgung von Christen an. In der FR meint Moshe Zuckermann: Die 68er haben mit der "Obödienzgesinnung" der Deutschen Schluss gemacht. In der Welt schreibt Josef R. Reichholf: Nicht die Spekulanten sind schuld am neuen Hunger, sondern verfehlter Klimaschutz und zuviel Fleisch. Die SZ erzählt die Geschichte des linken Antizionismus in Deutschland. Netzpolitik.org fragt Politiker nach ihrer Meinung zu Netzsperren, bekommt aber keine Antwort. Der Tagesspiegel porträtiert den Soziologen Hillel Levine, der uns mit Erzählen versöhnen will. Spiegel Online bringt den ersten Nachruf auf Hillary.
Bücherschau des Tages
07.05.2008 Die FR empfiehlt wärmstens Dieter Hildebrandts Biografie der Sonne, nicht nur als Kulturgeschichte, sondern vor allem als hinreißendes Feuilleton. Schon im 14. Jahrhundert wehrten spanische Frauen sich gegen ihre Unterdrückung, lernt die SZ aus dem Band "Heißer Streit und kalte Ordnung". Kein Moralisieren und kein Voyeurismus - die FAZ ackert sich mit Gewinn durch Hazel Rowleys Beschreibung des Paares Beauvoir/Sartre. Sehr gelobt wird auch Claire Keegans Erzählband "Durch die blauen Felder".
Medienticker-Archiv
07.05.2008 Hitlers "Mein Kampf" veröffentlichen? - Frido Mann: Eine Art Trophäe - Trennung des Buchmarkts - Bertelsmann: Ostrowski feuert Buchchef Olson - Lachen verboten: vfg-Fotografenpreis - Holtzbrinck voll auf Internet-Kurs - Wikipedia führt neue Qualitätskontrollen ein + "Und immer an die Leser denken".
Im Kino
07.05.2008 Sein Name ist Racer, Speed Racer. Er fährt Rennen in quietschbunt animierten Digitalautos im nach ihm betitelten neuen Film der Wachowski-Brüder, der zum Kopfschmerzenkriegen sonderbar ist. Schnörkellos durchgezogener Zombie-Horror der Marke Geisterbahn kommt dagegen aus Spanien: Jaume Balagueros "[REC]".
Donnerstag, 08.05.2008
Heute in den Feuilletons
08.05.2008 Die Olympischen Spiele gehören den Sportlern, nicht der Politik: so lauten heute und so lauteten 1936 die Argumente gegen einen Boykott, hat die Welt herausgefunden. Die SZ bringt eine Abrechnung mit der "Feministin-und-trotzdem-geil-Fraktion". In der FR erklärt Mario Calabresi, Sohn des von Terroristen ermordeten Luigi Calabresi, warum er ein Buch über das Leben im Schatten des Terrorismus geschrieben hat. Alle schreiben über Jelinek, die über Amstetten schreibt. Und die Schriftleitung der FAZ gibt bekannt, dass der Reading Room ab sofort in Lesesaal umbenannt wird.
Bücherschau des Tages
08.05.2008 Es wird viel gelobt heute! Die Zeit geht vor Siegfried Lenz' Novelle "Schweigeminute" in die Knie. Die FAZ freut sich, dass das Kino eine Zukunft hat. Die SZ nennt Anke Muhlsteins Studie über Napoleons gescheiterten Russlandfeldzug ein kleines Meisterwerk. Beeindruckt zeigen sich Zeit und FR von Harald Welzers düsterem Buch über kommende "Klimakriege".
Medienticker-Archiv
08.05.2008 Wellness-Texte ohne Substanz - Webby Awards - Bücher im XXL-Format - Face: Neues Magazin für Un-Erwachsene Leser - Gut geklaut, besser gegruselt - Gratistitel weltweit im Vormarsch - Bertelsmann: Mehr Gewinn bei weniger Umsatz - Sloterdijks Sprachspiele und polemische Zuspitzungen + Vom Wert der Medien.
Mord und Ratschlag
08.05.2008 Der Rotbuch-Verlag übernimmt eine der aufregendsten amerikanischen Krimireihen - die Pulp Fiction Revival-Unternehmung "Hard Case Crime". Dazu gehört Mut, denn der deutsche Buchmarkt liebt das Hartgesottene in der Regel eher nicht. Leider sind die ersten drei Bände qualitativ eher gemischt, immerhin "Abschied ohne Küsse" des Schotten Allan Guthrie kann überzeugen.
Freitag, 09.05.2008
Heute in den Feuilletons
09.05.2008 Die NZZ ist abgestoßen von der Art und Weise, wie die deutsche Presse den angeblich rechtslastigen CDU-Politiker Peter Detlef Krause abservierte. Die taz erzählt, wie ein Stern-Artikel von der Liste für den Henri-Nannen-Preis verschwand, und wie ein FAZ-Artikel drauf kam. Indiskretion Ehrensache gähnt bei der Nominierungsliste für den Grimme Online Award, Blogbar sieht kein Potenzial in Social Networks. Die SZ lobt sich amerikanische Prognostiker, und in der taz sagt Sebastian Nübling Weltweises über Theater.
Bücherschau des Tages
09.05.2008 Die FAZ lässt sich vom Sprachkino des italienischen Romanciers Alessandro Baricco verzaubern. Die SZ erliegt der Versspannung in den Gedichten des Iren Matthew Sweeney und empfiehlt Lesern mit widerstandsfähiger Psyche Pablo Tussets Krimi "Im Namen des Schweins". Die NZZ lobt das sensibel differenzierte Iran-Porträt Christine Hoffmanns.
Medienticker-Archiv
09.05.2008 Skandal: Buchhandels-Rabatte von 50 bis 55 % - Jazz im Radio vor dem Verschwinden (?) - Spiegel Online startet "Seite 2" - Und wie interaktiv sind Schweizer Medien? - "Unsichere Realität": Datenschützer in Berlin - Tag für Tag ein Preis + Wie klingt der Beton im Keller von Amstetten?
Samstag, 10.05.2008
Heute in den Feuilletons
10.05.2008 Die Bücherverbrennung der Nazis war nicht die letzte Bücherverbrennung in Deutschland, schreibt Reinhard Jirgl in der FR. In der NZZ erinnert Dan Diner an die historischen Umstände der Gründung Israels, als man die Araber noch als Freunde der Nazis und die Israelis als Freunde der sowjetischen Alliierten ansah. Benny Morris erklärt in der Welt, dass die Israelis inzwischen die Hoffnung auf Frieden aufgegeben haben. In der SZ erklärt der Kulturdirektor der "Dubai Culture & Arts Authority", Michael Schindhelm, was das reiche Dubai vom armen Berlin lernen will: Kreativität.
Bücherschau des Tages
10.05.2008 Irgendwie viele Tiere in den Titeln heute: "Die Hunde fliegen tief" bei Alek Popov, und die FAZ fliegt mit. Außerdem ließ sich die FAZ "Im Namen des Schweins" - so der Titel von Pablo Tussets neuem Roman - prächtig unterhalten. Die taz begab sich dagegen in das Niemandsland zwischen Schweden und Finnland, ganz gebannt von Mikael Niemis "Mann, der starb wie ein Lachs". Die NZZ entdeckt die Gedichte des slowenischen Lyrikers Uros Zupan.
Dienstag, 13.05.2008
Magazinrundschau
13.05.2008 In Eurozine bekennt sich der 69-jährige katalanische Philosoph Xavier Rubert de Ventos zu fortschreitender Radikalität. In Nepszabadsag verkündet der 75-jährige Schriftsteller György Konrad: Erinnern ist Rebellion. In Artforum denkt der 84-jährige Philosoph Artur C. Danto über Revolution und Kunst nach. Anne Applebaum nimmt in The New Republic Nicholson Bakers pazifistische Streitschrift "Human Smoke" auseinander. In Folio beklagt Christian Demand das Elend der Kunstkritik. Der Spectator porträtiert den einzigen offen schwulen anglikanischen Bischof, Gene Robinson.
Heute in den Feuilletons
13.05.2008 Wenn die Deutschen sich nicht mehr für die Italiener interessieren, dann liegt das in erster Linie an den Italienern, meint die SZ. Die NZZ befragt israelische Schriftsteller zur Zukunft ihres Landes. Die Times macht sich Sorgen um Tom Cruises Stauffenberg-Film, der offensichtlich wegen mangelnder Zugkraft nicht in die Kinos kommt. Die Berliner Zeitung bespricht ein Konzert Pierre-Laurent Aimards, das nicht stattgefunden hat - aus Sehnsucht nach der Kunst der Fuge.
Bücherschau des Tages
13.05.2008 Schöne, neuartige Gedichte hat die FAZ in Jan Volker Röhnerts Gedichtband "Metropolen" gelesen. Gelobt werden auch die von Klaus J. Bade herausgegebene "Enzyklopädie Migration in Europa" und Torben Lütjens Karl-Schiller-Biografie. Rauschhaft gespannt liest die NZZ Hans-Ulrich Möhrings leichtfüßigen Roman "Vom Schweigen meines Übersetzers". Die SZ staunt über Michael Burleighs Geschichte des Kampfes zwischen Politik und Religion von der Französischen Revolution bis in die Gegenwart: Großer Wurf.
Medienticker-Archiv
13.05.2008 Eine Theaterkritik macht noch kein Feuilleton - Bernstein & Woodward: Klatschspalten und Establishment - Merkel und die Ikone MRR - Sechsmal um den Blog - Bloggen bis zur Abmahnung: "Online ist wichtiger als das richtige Leben" - Ein Blick zurück ins heute + Die Magie der Dinge.
Mittwoch, 14.05.2008
Heute in den Feuilletons
14.05.2008 Alle Zeitungen werfen einen Blick auf das Programm von Cannes. Die Welt staunt über Gerhard Richters Einfluss in China. Die FR meint: Wenn die Erneuerung des Theaters vom Schauspieler ausgeht, dann heißt er wahrscheinlich Joachim Meyerhoff. Laut NZZ scheint zumindest die kulinarische Versorgung beim Lyrikertreffen von Meran okay gewesen zu sein: "Über Torten und Kuchen spürest du kaum einen Hauch."
Bücherschau des Tages
14.05.2008 Erinnert die FAZ manchmal an Tristram Shandy: Rohan Kriwaczeks sehr skurrile und britische Geschichte der Begräbnisvioline. Karl-Markus Gauß empfiehlt wärmstens die meisterliche Prosa des polnischen Reporters Mariusz Szczygiel, der in "Gottland" Tschechien beschreibt. Die NZZ erlebt mit Steven Heightons Arktis-Expeditions-Roman "Letzte Welten" ein packendes Psychodrama. Die SZ erfährt aus einem Kinderbuch: "Auch die Götter lieben Fußball".
Bücherbrief
14.05.2008 Roman des Monats Mai ist womöglich Uzodinma Iwealas "Du sollst Bestie sein!", die fiktive und doch schrecklich wahrhaftige Geschichte eines Kindersoldaten. Auch Thomas Pynchons neuer Roman - 1600 Seiten! - nötigte der Kritik den gehörigen Respekt ab. Und dann ist da Ulla Berkewicz' "Überlebnis", das niemanden kalt ließ.
Medienticker-Archiv
14.05.2008 Reuters öffnet sich - Ulrich Wickert, das Internet und Medienjournalisten - Veröffentlichungsverbot für "Kein Schutz, nirgends" - Videospiele raus aus der Schmuddelecke - ARD-Mediathek sorgt für heftige Diskussionen + Bayern München gegen Süddeutsche Zeitung.
Im Kino
14.05.2008 Überaus kunstvoll bleibt das Leben des Teenagers Alex in Gus van Sants neuem Film "Paranoid Park" im Unschärfebereich. Das Dokument eines quälenden Auftritts von Klaus Kinski im Jahr 1971 ist Peter Geyers Dokumentation "Jesus Christus Erlöser".
Donnerstag, 15.05.2008
Heute in den Feuilletons
15.05.2008 Die SZ hat von Jonathan Littell erfahren, warum er die Nazis so viel sexier findet als die Kommunisten. In der Zeit äußert sich der Dramatiker Simon Stephens nicht sehr zuversichtlich über das zu erwartende Erbe seiner Tochter. In der Welt erklärt Gruner und Jahr-Chef Bernd Kundrun, warum er die Öffentlich-Rechtlichen im Netz fürchtet: sie könnten Innovationen in Gang setzen. Die FR erklärt, warum Paolo Flores D'Arcais Schluss mit der Realpolitik in Italien machen will. Im Kölner Stadtanzeiger kritisiert Najem Wali die arabischen Regimes, die Israel als Sündenbock für selbstverursachte Probleme benutzen. Alle würdigen Robert Rauschenberg.
Bücherschau des Tages
15.05.2008 Mitten aus dem Bürgerkrieg heraus erzählt ist Iman Humaidan-Junis' Roman über 4 Frauen in "B wie Beirut", der NZZ hat's gefallen. Die SZ fliegt mit Jo Lendles "Kosmonautin" freudig ins All. Die Zeit empfiehlt einen ungewöhnlichen Roman über eine "Bücherdiebin" in Nazideutschland.
Medienticker-Archiv
15.05.2008 Der Wandel der Verlage unter dem Einfluss des Internets - Digitalisierung: Auch die Vorreiter haben Nachholbedarf - Vom Blogger zum Bestsellerautor - Lebenszyklus eines Weblogs - Online- und Bürgerjournalismus: Auf der Suche nach der Qualität + StudiVZ droht Minifirma MatheVZ.
Freitag, 16.05.2008
Heute in den Feuilletons
16.05.2008 Die taz meint: Wer "Feuchtgebiete" liest, kann mitreden, aber mehr auch nicht. In der FR warnt Franzobel vor einer Fritzl-Dämonisierung: Das Normale ist das Unheimliche. Die Welt findet: Die jüngst gefundene Caesar-Büste sieht aus wie das Porträt eines Mannes, der viel laufen musste. Alle kommentieren den Rausschmiss des Intendanten der Berliner Staatsoper Peter Mussbach. In der SZ glaubt der Japanologe Florian Coulmas nicht mehr an die Zukunft der lateinischen Schrift. Der Rheinische Merkur warnt vor einem süßlichen Ton in der neueren Literaturkritik.
Bücherschau des Tages
16.05.2008 Christian Lehnerts Gedichtband "Auf Moränen" imponiert der FAZ durch seine antiidyllische Sprache. Mit Interesse hat sie außerdem Peter Grupps Geschichte des Alpinismus gelesen. Die NZZ amüsiert sich mit Miriam Toews Roman über einen kanadischen "Kleinstadtknatsch". Die taz lobt Hans Beltings "Florenz und Bagdad", eine westöstliche Geschichte des Blicks, die vergleichende Psychohistorie in elegante Wissenschaftsprosa kleidet.
Medienticker-Archiv
16.05.2008 61. Filmfestival in Cannes - Reporter ohne Grenzen und die Feinde der Pressefreiheit - Fernsehzeitschriften: Wozu denn noch? - Die Zeit erklärt das Internet: Hass und Porno - Schreib so, als würde es nie gelesen werden - Die Zeit erklärt das Internet: Hass und Porno - Boom der Internetliteratur in China - Der Erfolg der Provokation + Stirbt das Stöbern?
Im Kino
16.05.2008 Eigentlich sind Filmfestivals in hässlichen Städten vorzuziehen: Da kann man sich ganz auf das Geschehen auf der Leinwand konzentrieren. Aber manchmal hat man Pech und wird zu einem hoch spannenden Festival wie "Indielisboa" in der wunderschönen Stadt Lissabon eingeladen. Schon marschiert man mit Sylvie Testud über die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs.
Samstag, 17.05.2008
Heute in den Feuilletons
17.05.2008 Über mehr als hohe Mietpreise und die schwierige Post-9/11-Liebe redet der Romannachwuchs aus den USA nicht, seufzt die NZZ. Der Tagesspiegel staunt über Daniel Barenboims Gagenfantasien für seine Staatskapelle, die Berliner Zeitung kündigt ein neues Unwetter am Staatsoperhimmel an. Die FR blättert sich durch den mächtigen Mega-Blog von Ariana Huffington. Und Georg Klein mimt für die SZ recht erfolglos einen Gangster in New York.
Bücherschau des Tages
17.05.2008 Für die FAZ begibt sich Brigitte Kronauer ins Herz von William Faulkners "Licht im August" und vollzieht "Stürze ins Innere der Figuren" nach. Die SZ lauscht dem Klang von Rohan Kriwaczeks "Begräbnisvioline". Die taz lobt die lebenspraktische Seite von Charlotte Roches "Feuchtgebieten" und schnuppert an Rühmkorfs "Paradiesvogelschiss".
Montag, 19.05.2008
Heute in den Feuilletons
19.05.2008 Nicht alle haben es geschafft: Die Kritiker mussten schnell schreiben, um Indiana Jones IV in die heutigen Zeitungen zu bringen. Die meisten maulen: Man rettet sich doch nicht in einem Kühlschrank vor einem Atomtest! In der FAZ schimpft Richard Wagner über den heutigen Zustand der Literaturkritik, die über den heutigen Zustand der Literatur schimpft. Die Blogs schimpfen über Medien und über Blogs, die über Medien schimpfen.
Bücherschau des Tages
19.05.2008 Mit Guillermo Martinez' raffiniert konstruiertem Krimi "Der langsame Tod der Luciana B." kommt die FAZ voll auf ihre Kosten. Einer Faustin der Gegenwart begegnet sie in Lea Singers Roman "Mandelkern". Mit Interesse liest sie schließlich auch eine Studie über den Aufstand der Häftlinge in Workuta im Jahr 1953. Die SZ liest Bücher über Fußball unter den Nazis.
Medienticker-Archiv
19.05.2008 Wikimedia haftet nicht - Mauer Migrantenstadl DSDS: Flöten, raspeln, menscheln oder Ein Kilo Hackfleisch und die Haare schön - Jörg Immendorff: "Gibt's keinen Zoff, mache ich mir selber Zoff" - Fotos lügen nicht - Medienformate im Vergleich: Mein Podcast gegen dein TV-Gerät - Nimm den Hut, Indiana Jones! - War der Mai 68 ein Modernisierungsschub? + Sex brennt.
Dienstag, 20.05.2008
Magazinrundschau
20.05.2008 In der London Review of Books erzählt Kevin Kopelson, wie er mit Plagiaten Professor wurde. Elet es Irodalom beneidet die polnische Presse um ihre Unabhängigkeit. Unter Nasser und Saddam Hussein ging es den Christen im Nahen Osten besser als heute, behauptet der Priester Giuseppe Scattolin in Resetdoc. Im Spectator erzählt Greta Scacchi, wie Bill Murray nutzlos auf ihrer Couch rumhing. In Le Point findet Bernard-Henri Levi farbige Adjektive für das Regime in Burma. Im Espresso analysiert Umberto Eco die neuen Mordmethoden der Mafia nach.
Heute in den Feuilletons
20.05.2008 Die taz überlegt, ob es in Sachen RAF einen Deal Wahrheit gegen Straffreiheit geben kann. Die SZ lauscht Diskussionen über Gerhard Richters brennende Kerze in Peking. In der Welt erklärt der Historiker Bernd Sösemann, wie Hitlers "Mein Kampf" zu edieren ist. Die FAZ beschreibt den neofaschistischen Geschichtsrevisionismus in Italien.
Bücherschau des Tages
20.05.2008 Die NZZ präsentiert einen hierzulande mal wieder völlig unbekannten modernen Klassiker: den serbischen Dichter Milos Crnjanski und sein Werk "Ithaka". Die FAZ erfreut sich an den Liebessonetten "Lilienhand" des elisabethanischen Lyrikers Edmund Spenser, dem wir ein eigenes Kettenreim-Schema verdanken. Die SZ versinkt im Briefwechsel "Schönheit ist die erste Bürgerpflicht" zwischen Peter Handke und Alfred Kolleritsch. Die FR preist Thomas Pynchons vierdimensionales Romanwunderwerk "Gegen den Tag".
Medienticker-Archiv
20.05.2008 ... von Bertelsmann: Bewährte Leute an die Macht - Wolfram Schüttes "Petits riens" und über Georges Hyvernaud - Weltgericht in der Waschküche - 46.486 Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Internetzugänge werden überwacht - Cannes: Das Fest ist Schweigen - frogConcept und Digital flüchten + Lyriker Ahrens: Am liebsten auf dem Land.
Mittwoch, 21.05.2008
Heute in den Feuilletons
21.05.2008 Pentheus wird zerfetzt. Entsprechend singt er. Die Musikkritik ist begeistert von Henzes "Bassariden" in München. Nach dem Hamburger Ehrenmord fordern die Bürgerrechtlerinnen Serap Cileli und Necla Kelek in der Welt und im Hamburger Abendblatt die deutsche Zivilgesellschaft zu klareren Grenzziehungen auf. In der Zeit schreibt Thea Dorn über den Unterschied zwischen Josef Fritzl und Charlotte Roche, bei denen es sich genau umgekehrt verhält. Die FAZ berichtet: Das chinesische Erdbeben hat auch die chinesische Zensur erschüttert.
Bücherschau des Tages
21.05.2008 Hiromi Kawakamis "Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß"? Liebesroman des Jahres, schwört die Zeit. Die FR staunt über die Mitschriften von Roland Barthes' Vorlesungen zur "Vorbereitung des Romans" - am Ende gab's eine Rückkehr zur Biografie. Die NZZ liest fasziniert, wie verständnisvoll das päpstliche Ehegericht in der Renaissance mit Scheidungsanträgen umging. Die FAZ empfiehlt Gennadi Gors Gedichte über die Leningrader "Blockade".
Medienticker-Archiv
21.05.2008 MySpace macht dem Fernsehen Konkurrenz - Die Zukunft verhält sich anders - Zeitungs-Zukunft: "Aus Angst vor dem Sterben nicht Selbstmord begehen" - Web 2.O: Ewiges Gedächtnis für Unsinn - Literarischer Kuschelkurs statt Kontroverse - Handkes+Kolleritschs Briefe über Frauen, Kinder und den Literaturbetrieb - Die Vorsilbe "Neo".
Im Kino
21.05.2008 In Giuseppe Tornatores eifrig Hitchcock zitierendem Thriller "Die Unbekannte" lässt sich viel über Schaulust und Doppelmoral lernen. Steve Hudsons Melodram über Menschenschmuggel, "True North", hat im Kontrast dazu nicht viel mehr als eine Menge Wasser und filmische Unbedarftheit zu bieten.
Donnerstag, 22.05.2008
Heute in den Feuilletons
22.05.2008 Die reale Gegenwart des Herrn in entsprechend präparierten Hostien löst heute in zahlreichen Weltgegenden Prozessionen aus und führt zu realer Abwesenheit führender Institute des Qualitätsjournalismus. Immerhin: Die Welt fragt anlassgemäß, was Hape Kerkeling so erfolgreich macht. In der NZZ befasst sich Bahman Nirumand mit Abdolkarim Soroushs These, nicht Gott, sondern der Prophet Mohammed sei der Autor des Korans.
Bücherschau des Tages
22.05.2008 Besprechungen haben wir heute nur in der NZZ gefunden, in der Jürgen Brocan Les Murrays Gedichte "Übersetzungen aus der Natur" und seine "bis zum ekstatischen Bersten gefüllte Sprache" bewundert. Außerdem liest die NZZ Elizabeth Subercaseaux' Roman einer Ehe "Eine Woche im Oktober".
Medienticker-Archiv
22.05.2008 Bloggen bis zur Abmahnung - Medien durchforsten Twitter & Co - Erschwerter Bilderklau im Internet - Web 2.0-Seiten und die Buchbranche - Dictionnaire du monde germanique oder Der rätselhafte Nachbar im Osten - Fußball-Europameister der Schriftsteller - Hans Werner Kettenbach: Ein literarischer Spätzünder.
Freitag, 23.05.2008
Heute in den Feuilletons
23.05.2008 Steven Soderberghs Biopic über Che Guevara lässt die Kritiker an der Croisette ratlos zurück. Die taz greift den Streit um den Verkauf des Aufbau-Verlags durch die Treuhand auf. Die SZ goutiert das Plagiat, zumindest in der Literaturtheorie. Die NZZ findet den deutschen Neofeminismus reichlich unbedarft. In der FR erinnert Christoph Nix an sein Wirken in der Schülergruppe Ho-Chi-Minh.
Bücherschau des Tages
23.05.2008 Zwei autobiografische Comics muss die NZZ heute empfehlen: Lewis Trondheims "Außer Dienst" und Hideo Azuma verblüffend heitere Geschichte seines tiefen Absturzes "Der Ausreißer". Die FAZ bewundert Alexis Schwarzenbachs Biografie seiner Großtante, der Schriftstellerin, bekennenden Lesbe und Antifaschistin Annemarie Schwarzenbach. Die FR liest über Schwarzenbachs Fast-Liebe zu Carson McCullers.
Medienticker-Archiv
23.05.2008 Celan und Heidegger: Heimkehr ins Unheimliche - Die jungen Wilden der israelischen Literatur - Neue Marcuse-Rezeption - Philosophie: Bitte ohne arabischen Einfluss! - Annemarie Schwarzenbach: Eine Frau zwischen den Ufern - BBC-Bürgerjournalismus: Weder Geld noch Link - Google, Google noch einmal + Müssen die Zahlen 1 und 8 verboten werden?
Samstag, 24.05.2008
Heute in den Feuilletons
24.05.2008 Najem Wali wundert sich in der NZZ über die Sprachlosigkeit der Dichter und Schriftsteller des Iraks. Die taz traut sich, Ulla Berkewicz' "Überlebnis" in Grund und Boden zu rezensieren. Je älter man wird, desto wichtiger werden die Gene, warnt der Genetiker Robert Plomin die Leser der FAZ. In der Welt gesteht Burkhard Spinnen seine Abhängigkeit von "Dr. House". Wim Wenders "Palermo Shooting" wird in den Feuilletons eher vage, Dimiter Gotscheffs "Ubukoenig" dafür umso eindeutiger gelobt.
Bücherschau des Tages
24.05.2008 Bewegt und begeistert liest die NZZ die Lebenserinnerungen der großen Übersetzerin Swetlana Geier, die mit ebenso scharfem Auge auf die Literatur wie auf die rote und braune Tyrannei blickt. Verschlungen hat sie auch Abdalrachman Munifs gewaltigen Roman "Zeit der Saat" und Najem Walis "Jussifs Gesichter". Die FAZ goutiert Lloyd Jones "bild- und sprachgewaltigen" Roman "Mister Pip". Die SZ lässt sich mit großer Freude von Ivan Vladislavic durch das meist friedlichere Johannesburg führen. Die taz bringt einen geharnischten Verriss von Ulla Berkewicz' "Überlebnis", in dem sich Literarisches, Religiöses und Machtpolitik "ungut" vermischten.
Montag, 26.05.2008
Heute in den Feuilletons
26.05.2008 Die SZ ist mit der Goldenen Palme für Laurent Cantets dokudramatischen Schulklassenfilm "Entre les murs" ganz einverstanden: In Cannes siegt das Kino, das sich an der Wirklichkeit reibt. In der taz unterhält sich Gabriele Goettle mit der Filmemacherin Renate Sami über die RAF. Der Tagesspiegel ist entsetzt über die Trutzburghaftigkeit der neuen US-Botschaft in Berlin. Netzpolitik.org möchte keine Ipods, die wegen einer Urheberrechtsabgabe gleich doppelt so teuer sind wie heute. In der FAZ berichtet der Bestsellerautor Steffen Möller über die Schwierigkeiten des Deutschlehrens in Polen.
Bücherschau des Tages
26.05.2008 Einen Leitfaden des Denkens und eine Streitschrift über das gute Leben sieht die FAZ in Gesine Schwans Buch "Allein ist nicht genug". Philosophisch relevant und unterhaltsam findet sie Philip K. Dicks gesammelte SF-Kurzgeschichten. Die FR genießt die Gedichte "Schindäcker rauhe Gärten" des Schäfers Olaf Velte, der noch Wörter wie Hammelloch und Bachsaum kennt. Der SZ sind Martin Beckers Erzählungen "Ein schönes Leben" etwas zu schrecklich, um unter die Haut zu gehen.
Medienticker-Archiv
26.05.2008 ARD und ZDF winkt große Freiheit im Netz - Internet-Zeitung: Die Macht im Netz - Telekom-Affäre empört Journalisten & Kommentatoren - Wolfram Schütte über ältere und neueste politische Familienbanden - Pizza oder Pasta? Institution "Tatort" - Microsoft will keine Bücher mehr durchsuchen + Chaos Computer Club: Eine Datenschutz-APO?
Dienstag, 27.05.2008
Magazinrundschau
27.05.2008 Der New Humanist sieht die muslimischen Kreationisten auf dem Vormarsch. Nepszabadsag überlegt, wie die Demokratie mit verstecktem Rassismus umgehen soll. Der New Yorker und New Republic stellen mit Dr. Fadl und Noman Benotman zwei ehemalige Terroristen vor, die heute zu den schärfsten Kritikern Al Qaidas gehören. In der New York Review of Books erklärt der Leiter der Harvard-Bibliothek, warum eine Nachricht nur eine Geschichte ist. Nicht nur die Roma, alle Einwanderer bringen Italien in Schwierigkeiten, meint laut Caffe Europa die Lega Nord. Die Weltwoche betrachtet verstört die Jugendgang von Justice.
Heute in den Feuilletons
27.05.2008 Viel Werbung, wenig Kultur: Die taz sieht schwarz für Italien. Die NZZ erforscht das Gespinst des Weiblichen um Kafka. Die Welt liegt einer gluckernden, glucksenden und trillernden Cecilia Bartoli zu Füßen. Die verstärkte Kulturförderung durch Stiftungen fördert den Opportunismus, klagt die FR. Die FAZ resümiert Cannes.
Bücherschau des Tages
27.05.2008 Die SZ ist hellauf begeistert von Elliot Perlmans Roman "Sieben Seiten der Wahrheit", in dem ein arbeitsloser Lehrer auf die schlechte Idee kommt, das Kind seiner Verflossenen zu entführen. Die FAZ liest Joel Roses Roman "Kein Rabe so schwarz" über Edgar Allen Poe und den Mord an Mary Rogers. Die NZZ seufzt über Thomas Hürlimanns wunderschöne Randnotizen zu Liebesdingen. Und die FR fährt mit Karen Duve "Taxi".
Medienticker-Archiv
27.05.2008 Comic-Salon Erlangen - Joel Haahtelas rätselhafte Hinterlassenschaft - Von der Vorratsdatenspeicherung zur Vorratsdatenbank - Augstein kauft Freitag - Judasevangelium: Der Dämon hat es eilig - Vorsicht, ein Trend geht um - Street View: Google fotografiert deutsche Städte - New York Times setzt auf Open Source + Zum Tod von Sydney Pollack.
Mittwoch, 28.05.2008
Heute in den Feuilletons
28.05.2008 Die SZ fragt, warum Rainald Goetz lieber fürs Netz schreibt als auf Papier. In der SZ erklärt Daniel Libeskind außerdem, warum er nicht in Diktaturen baut. Die Berliner Zeitung befasst sich mit Doping in der klassischen Musik. In der Welt offenbart der Archäologe Hans-Joachim Gehrke seine sehnlichsten Archäologenträume. Die FAZ eröffnet eine Kampagne gegen die Wagner-Schwestern als neue Leiterinnen von Bayreuth.
Bücherschau des Tages
28.05.2008 Für große Literatur der kleinen Form hält die NZZ Gergely Peterfys sehr poetischen Text "Baggersee". Die SZ bewundert Wolfgang Hilbig für seine Gedichte und liest mit Begeisterung die Geschichte der Bildenden Kunst in Deutschland. Die FAZ ärgert sich über die Edition von Antonio Lobo Antunes' Briefen aus dem Angola-Krieg "Leben, auf Papier beschrieben".
Medienticker-Archiv
28.05.2008 Google-Maps-Mashup und Street Views kopflose Kutschfahrt - Das Erfolgsgeheimnis von orf.at - Denkmalschutz: Der Staat als Messie - Literaturfestival Prosanova: Keine Asche für Phönix - Papa Bond zum 100. - Telekomgate: It's a feature, not a bug + Arabische Renaissance? Seid investiert, Ihr Milliarden!
Im Kino
28.05.2008 Wenn die Wahrheit über Abu Ghraib Freunde wie Errol Morris hat, den Regisseur von "Standard Operating Procedure", dann braucht sie keine Feinde mehr. Dani Kouyates afrikanische Märchenkomödie "Ouaga Saga" führt den magischen Goldstaub des Kinos vor.
Donnerstag, 29.05.2008
Heute in den Feuilletons
29.05.2008 Die Welt und andere erzählen, wie drei deutsche Museumsdirektoren den Scheichs von Dubai Grundzüge des Weltwissens bescheren und dafür eine Menge Geld kassieren. Von der Kellnerin zur Sopranistin: In der FR gibt Erika Sunnegardh zu, dass sie ihren Lebensweg großartig findet. Die SZ befasst sich mit dem Untergang des amerikanischen Imperiums. Spiegel Online berichtet über neue Kunstzensur in Russland.
Bücherschau des Tages
29.05.2008 Die SZ schwärmt vom überbordenden Witz in Martin Klugers Roman "Der Vogel, der spazieren ging". Zutiefst berührt ist die FAZ von Lars Gustafssons Verserzählung "Die Sonntage des amerikanischen Mädchens". Die FR lobt auch Judith Schalansky für ihr Debüt "Blau steht dir nicht" und ihr offenkundiges Talent. FR und Zeit loben sehr Andreas Kosserts Buch "Kalte Heimat", das die Geschichte der Vertriebenen als eine der Diskriminierung und des Nazi-Restrassismus erzählt.
Medienticker-Archiv
29.05.2008 Francis Wheen erklärt "Das Kapital" - Geflüsterte Abschiedsstimmung: Der gute Gott von Manhattan - Haneke als Genre betrachtet - Media May Care: Im Schreibdienst Ihrer Majestät - Verlag 3.0: Kunden als Publisher - Service Suchmaschinen haben eine Chance - Rundfunk: Armes Berlin! + Die traurige Ballade von der nutzlosen Eins.
Link des Tages
29.05.2008 Peter Handke fordert im Rheinischen Merkur einen europäischen "Tag der Schande", um an die Bombardierungen Serbiens durch die Nato zu erinnern.
Freitag, 30.05.2008
Heute in den Feuilletons
30.05.2008 Die FR betrachtet das schwierige und spannungsreiche Verhältnis der Österreicher zur Schweiz und umgekehrt. Im Tagesspiegel erklärt Oliver Sacks einem Außerirdischen, was Musik ist. In der SZ sagt die Sicherheitsexpertin Karen J. Greenberg, was sie vom nächsten Präsidenten der USA erwartet: dass er die Folter abschafft. Und die taz porträtiert Mina Ahadi vom Zentralrat der Ex-Muslime als extrem Linke, die von der Rechten goutiert wird, weil sie den Islam kritisiert.
Bücherschau des Tages
30.05.2008 Die SZ bewundert, wie Ryszard Kapuscinski in seinen Gedanken über den "Anderen" ganz ohne Zynismus auskommt. Die FR geht Fredrik Sjöberg mit Freude in "Die Fliegenfalle". Der FAZ sind die ländlichen Idyllen in Andrzej Stasiuk "Reiseskizzen" zwar etwas zu gemütlich, doch Billard in Albanien spielt sie mit ihm gern. Von Simon Conway Morris erfährt sie, dass intelligentes Leben im Universum entstehen musste.
Medienticker-Archiv
30.05.2008 Aktualisiert: ... findet er auch statt - Telekom ließ Ex-Stasi-Mitarbeiter schnüffeln - Die Hirnforschung und die Mär von der Willensfreiheit - Print lebt und trifft Online - Aufbau-Verlag insolvent - Amy Winehouse in der Abschlussprüfung - Lippenbekenntnisse: Libreka und der Buchhandel + Alle fingern herum.