Dienstag, 01.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
01.04.2014 Die Berliner Zeitung erliegt dem Emo-Shooting-Theater von Jette Steckel und Sartre. Die SZ fordert Künstler auf: Zeigt doch mal politische Courage. Die Welt bewundert eine kleine Choreografie der Ausdrucksfreude in den Fotos von Wols. Außerdem schwenkt sie die Fahnen für den 1. FC Union. Die HuffPo behauptet: Mozart ist Belgier.
9punkt - Die Debattenrundschau
01.04.2014 Nur weil ein Ukrainer russisch spricht, ist er längst nicht Russe, hält Manfred Sapper im Tagesspiegel fest. Stefan Niggemeier staunt über den Ethik-Code der Zeit, der kürzer ist als der von Zeit online. Die BBC stellt den 19-jährigen chinesischen Schwulen-Aktivisten Xiang Xiaohan vor. Wer hat diese grauenhaften Palmen vor diesen grässlichen, von Jan Kleihues verbrochenen Bau dieses überflüssigen BND gestellt?
Medienticker
01.04.2014 Guardian & Spiegel Online: Wolfgang Michal über den Hochfrequenzhandel des Journalismus - Die 100 größten Buchverlage: Plus und Minus einer reifen Branche - Innovativ: Jeff Bezos for President, meint Gerrit Heinemann - Branche im Wandel: Noch ist die Zeitung Amerikas stärkstes Medium, weiß Cornelia Lütkemeier - Crowdfunding: Indiegogo kommt nach Deutschland - Hate-Poetry-Slams: Kurz und schmutzig - Von der ewigen Sehnsucht: Rainer Moritz über Richard Yates' "Eine strahlende Zukunft" + Glückwunsch: Milan Kundera zum 85.
Spätaffäre
01.04.2014 Die BBC erzählt das Leben von Marvin Gaye. Im rbb liest Helmut Kopetzky aus Briefen und Dokumenten junger Soldaten auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Im BR erklärt Komponist Josef Anton Riedl seine Arbeit. Der Merkur klopft den Körper auf Klang ab.
Bücherschau des Tages
01.04.2014 Die FAZ verfolgt mit angehaltenem Atem, wie Holger Stark und Marcel Rosenbach den "NSA-Komplex" in seiner erschreckenden Gesamtheit analysieren. Aus dem Stimmengewirr "Plankton hört sie Walter Kempowskis Sound noch einmal sehr genau heraus. Und von Douglas Hofstadter und Emmanuel Sander lernt sie, in Analogien zu denken. Die NZZ bewundert die wuchtigen Tableaus in Toni Morrisons Roman "Heimkehr". Die SZ liest Francois Gardes Roman über einen in Australien ausgesetzten Matrosen "Was mit dem weißen Wilden geschah".
Mord und Ratschlag
01.04.2014 In Mukoma wa Ngugis Roman "Nairobi Heat" nimmt es ein afrikanisch-amerikanisches Ermittler-Duo mit der internationalen Spendenmafia auf. In Qiu Xiaolongs "99 Särge" gerät Oberinspektor Chen im Machtkampf von Shanghai-Bande und Pekinger Jugendliga zwischen die Fronten.
Mittwoch, 02.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
02.04.2014 Der Tagesspiegel erliegt Lars von Triers Exorzismus in eigener Sache. Wolfgang Schneider wüsste gern, warum Martin Mosebach in seinem Roman "Blutbuchenfest" der Bosnienkrieg mit Angriffen der Muslime auf Kroaten beginnt. Pierre Assouline feiert in seinem Blog den Reiz der Stimme von Marguerite Duras. Die NZZ staunt im Tanzquartier Wien: Hier wird man herausgefordert! Von niederländischen Designer Marcel Wanders lernt sie: Nichts ist so schnell veraltet wie das Neue.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.04.2014 In der NZZ beschreibt Alexander Etkind das russische System aus Gier, Angst und Betrug, das nebenbei den Westen korrumpiert. In der Welt plaudert Alexander Kluge aus, woran Jürgen Habermas schreibt. In FAZ und Spiegel Online fordert Sascha Lobo die Datenhoheit der Bürger zurück. Netzwertig sagt zum Abschied der deutschen sozialen Netze von VZ bis wkw leise Servus. Und Le Monde staunt darüber, wie Libération ihren neuen Chef begrüßt.
Medienticker
02.04.2014 Rückzug abgesagt: Gruner + Jahr will China-Geschäft behalten - Journalisten in Ägypten: Strafverschärfende Tätigkeiten - Journalismus: Das Geheimnis von Selbstvermarktung - Öffentlich-rechtlich: Das Radio braucht endlich eine Lobby, fordert Alexander Kissler - Rechtliche Fallstricke für Journalisten und Blogger, erläutert Ralph Günther + Ausweitung der Zahl-Zone: Gema kassiert für Film-Downloads.
Spätaffäre
02.04.2014 Die Scharfschützen, die bei den Majdan-Protesten über hundert Demonstranten getötet haben, gehören dem ukrainischen Geheimdienst SBU an, der engste Beziehungen zu Moskau unterhält, belegt The Daily Beast. Außerdem: Henry Keazor entspinnt das popkulturelle und politische Referenznetz der Simpsons, Dominik Graf schwingt die Luftgitarre und Ari Gold drischt auf sein Luftschlagzeug ein.
Bücherschau des Tages
02.04.2014 Mehr Erklärungspotenzial als alle Medienberichte zur Krimkrise hat für die
SZ Arthur Larrues Roman über die Sankt Petersburger Künstlergruppe "Wojna". In der
FAZ zeigt sich Heinrich Detering beeindruckt von
Yahya Hassans kathartischer Lyrik, nur den Satzspiegel bevorzugt er im dänischen Original (
hier unser
Vorgeblättert). Und die
NZZ ist begeistert von der von
Georg Kreis herausgegebenen "Geschichte der Schweiz".
Donnerstag, 03.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
03.04.2014 Heute eröffnet die große Ai Weiwei-Ausstellung im Gropius-Bau, in der sich der Künstler mit seiner Situation in China auseinandersetzt. Die Kritik ist skeptisch bis vernichtend. Abraham Poincheval lässt sich unterdessen laut Le Monde in die Haut eines Bären einnähen. Die Zeit erinnert an Georg Herwegh: "Germania, mir graut vor dir!". Tages-Anzeiger und NZZ trauern um Urs Widmer. Der Tagi porträtiert den Comic-Avantgardisten Eric Lambé.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.04.2014 Aktualisiert: Auf zeit.de rechnet Boris Schumatsky mit deutschen Putinfreunden ab. Die Ukraine hat mit der sowjetischen Vergangenheit gebrochen, Russland leider noch nicht, schreibt Vladimir Sorokin in der Zeit. Der Internetunternehmer Robert M. Maier wirft Google in der FAZ vor, seine Suchergebnisse zugunsten eigener Dienste zu manipulieren. In der taz erzählt die Syrerin Rana al Nabki, wie sie zum ersten Mal in ihrem Dorf demonstrierte. In Eurozine fragt Agnieszka Holland, warum Politik und Medien sich nicht gegen das Gender-Mainstreaming der Katholischen Kirche wehren.
Medienticker
03.04.2014 Ranking: Die Nachrichten-Websites mit den meisten Stammlesern - MTV aus der Wolke: Online-Musikfernsehen Tape.tv - Web-Fernsehen: Amazon stellt Streaming-Box Fire TV vor - Tobias Schwarz über freie Lizenzen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk - Die Chancen nutzen: Stefan Plöchinger über Facebook-Likes - Thomas Knüwer meint, dass Journalisten streiten sollten - Stefanie Flamm über den Weckrufer Hamed Abdel-Samad - Theater-Nachtkritiken aus Hamburg & München + Herr Adamson ist tot.
Spätaffäre
03.04.2014 Roberto Saviano sorgt sich in L'Espresso um die Lesefähigkeit seiner Landsleute. Der Bayerische Rundfunk bringt James Joyces "Dubliner" als vielstimmiges Hörerlebnis. Hans-Ulrich Treichel spricht im NDRKultur über Theorie und Praxis des Schreibens. Und zwei sehenswerte Dokumentationen über Ai Weiwei und Lars von Trier.
Bücherschau des Tages
03.04.2014 Nicht China wird verwestlicht, sondern die Welt wird sinisiert, erfährt die FAZ aus Juan Pablo Cardenals und Heriberto Araújos Studie "Der große Beutezug" über chinesische Handelspolitik. Die Zeit empfiehlt nachdrücklich den neuen Gedichtband von Durs Grünbein und Jörn Leonhards Geschichte des Ersten Weltkriegs "Die Büchse der Pandora". Und für die begeisterte FR ist Heike Kühns "Schlangentöchter" ein Unterhaltungs-, Fantasy-, Familien-, Tierroman und mehr.
Im Kino
03.04.2014 Ziemliches Unbehagen löst Lars von Triers "Nymphomaniac Vol.2" aus - aber nicht wegen der Sexszenen und der Blasphemie. Scott Coopers Soziopathenfilm "Auge um Auge" bietet zutiefst traurigen Männerstoff.
Freitag, 04.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
04.04.2014 Die Welt feiert Teodor Currentzis' "Figaro"-Einspielung: Niemandes Mozart ist zur Zeit so federleicht. Die Diskussion über das Politische in Ai Weiweis Kunst geht weiter. Harold Pinters Stück "Der Hausmeister" in der Regie von Andrea Beth stößt bei Gerhard Stadelmaier erwartungsgemäß auf Begeisterung, die Nachtkritik ist skeptischer. In der taz erklärt Alexander Kluge, warum er keine Lust hat, sich mit der Apokalypse zu befassen. Außerdem: Andreas Schlüter im Bode-Museum.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.04.2014 Die SZ hat in Ramstein ein Drohnennest entdeckt. Demnächst lernt die ganze Welt die Foltermethoden der CIA kennen, meldet die NYT. Warum bedauern die Deutschen immer nur die Opfer vergangener Völkermorde, fragt Cicero. In der taz feiert die FDP-Politikerin Nadja Hirsch das neue Internetgesetz der EU als Sieg für die Netzneutralität. Die FAZ ist sich da nicht so sicher. Die SZ fragt, seit wann die Ukraine als Staat zweiter Klasse gilt.
Medienticker
04.04.2014 Aktuell: Datenklau: 18 Millionen E-Mail-Adressen & Passwörter geklaut - Hoodiejournalismus-Debatte: "Zu sagen, das Internet macht den Journalismus dumm, ist saudumm", meint Mathias Döpfner - Der Grimme-Preis als Trost-Preis: Dominik Grafs Nachruf auf das Fernsehen - ZDF: Trashiger Fußballjournalismus oder Journalisten, die provozieren? Bäh! & Der FC Bayern gegen englische Medien - Kein bisschen verstaubt: Edition Nautilus feiert runden Geburtstag + Vor 100 Jahren wurde Marguerite Duras geboren.
Magazinrundschau
04.04.2014 Die NYT entdeckt die französische Küche neu. Die LRB besucht Veronese. Eurozine dokumentiert die Gender-Diskussion in Polen. Der Merkur erzählt die Geschichte des weißen südafrikanischen Antiapartheidkämpfers Edward Vincent Swart. La vie des idées beobachtet die Rückkehr des biologischen Rassekonzepts. Vanity Fair bringt eine Reportage über die größte Privatarmee der Welt, die G4S.
Spätaffäre
04.04.2014 Ohne meinen Lektor gäbe es meine Bücher nicht, verrät Karl Ove Knausgård in einem grandiosen Essay auf Eurozine. Truman Capote besucht Marlon Brando in Tokio. Marguerite Duras, die heute vor hundert Jahren geboren wurde, analogisiert in "Agatha et Les Lectures illimitées" inzestuöse Liebe mit dem Akt des Lesens. In der BBC ist der Frühling ausgebrochen.
Bücherschau des Tages
04.04.2014 Zwei historische Sachbücher kann die FAZ unbedingt empfehlen: "Träume und Alpträume", eine so enzyklopädische wie atmosphärische Chronik Russlands im 20. Jahrhundert von Dietmar Neutatz, sowie "Erobern und Erinnern", Jan C. Jansens Studie zur symbolischen Erinnerungslandschaft im kolonialen Algerien. Die SZ ist beeindruckt von David Albaharis Roman "Kontrollpunkt" über eine Gruppe Soldaten, die an einer unbekannten Grenze über einen Schlagbaum wacht.
Samstag, 05.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
05.04.2014 Die SZ quittiert Aalborgs Musikhaus mit einem kräftigen "Høj, Høj, Høj!". In der NZZ erstellt Uli Sigg eine Typologie der Kunstsammler. Auf ein geteiltes Echo stößt Alex Rigola mit seiner Bühnenversion von Roberto Bolaños Monumentalroman "2666". Der Standard zelebriert dagegen die filmischen Mysterienspiele des Alejandro Jodorowsky. Sibylle Lewitscharoffs Literaturreligion kann die taz dagegen weniger abgewinnen.
9punkt - Die Debattenrundschau
05.04.2014 Die Werte der freien Wirtschaft sind mit jenen der freien Gesellschaft nicht automatisch identisch, stellt die Welt mit Blick auf deutsche Stimmen zur Krimkrise fest. Ab sofort sind die Snowden-Files in einer Online-Datenbank zugänglich. Der Antiterrorkrieg ist in Wirklichkeit ein Terrorzuchtprogramm, meint Jürgen Todenhöfer in der Berliner Zeitung. Der Mord an der Kriegsfotografin Anja Niedringhaus löst weltweit Betroffenheit aus. Und die taz erinnert an den Genozid in Ruanda 1994.
Bücherschau des Tages
05.04.2014 Als großen wirklichkeitssatten Amerika-Roman feiert die FAZ Michael Chabons "Telegraph Avenue". Zur großen Kunst erhebt die SZ die Seelenlosigkeit in Heinz Helles Roman "Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin". Ergreifend findet die NZZ Jean Echenoz' Roman über den Ersten Weltkrieg "14". Die taz liest sehr berührt Michaeil Ryklins Erinnerung an seine Frau "Buch über Anna".
Montag, 07.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
07.04.2014 Die nachtkritik lernt von Herbert Fritsch und Moliere, dass virtouses Entertainment auch nachdenklich sein kann. Die taz betrachtet die Fotografien Francesca Woodmans aus feministischer Perspektive. Außerdem fühlt sie sich von Sisyphus in Ketten gelegt. Die NZZ bewundert die Eleganz Coco Chanels. Im Standard erzählt der Videofilmer Charles Atlas von den 80ern in New York. Die NYT trauert um Mickey Rooney, die NZZ um Peter Liechti.
9punkt - Die Debattenrundschau
07.04.2014 In Ungarn hat Victor Orban die Wahlen gewonnen, und die Philosophin Agnes Heller jede Hoffnung für das Land verloren. Aber die Oppostion hätte mit einem Sieg auch nichts anfangen können, tröstet die SZ. Zum Jahrestag des Völkermords in Ruanda zeigt die taz, wie genau deutsche Stellen über die Eskalation im Bilde waren. In der FR beklagt die Schriftstellerin Jagoda Marinic den faulen Kompromiss zum Doppelpass. Die FAZ informiert über neue Erfolge der Überwachungstechnologie in der Arbeitwelt.
Medienticker
07.04.2014 Monika Bütler über Experten und schlafende Medien - Steuerung / Alt / Entfernen: Kai Laufen über Tod und Trauer in der digitalen Welt - Christian Damke meint: Verlage lernen gerade viel über ihre Leser - "Wir suchen nach dem Schönen und Originellen", sagen die Gründer der E-Book-Boutique minimore.de - Sibylle Berg über eine Katze namens Gier - Theater-Nachtkritiken aus Berlin, Hamburg, Köln & München - TV: "Wetten, dass...?" keiner trauert + Albert Lee im Berliner Quasimodo.
Spätaffäre
07.04.2014 In der London Review of Books verfolgt Seymour Hersh weiter die Spur des Giftgasangriff auf Damakus und kommt über die Rattenlinie in die Türkei. Der New Yorker empfiehlt vegetarische Kochbücher für Fleischesser. In seiner Hommage auf den Grimme-Preis setzt Dominik Graf auch dem Niedergang des deutschen Fernsehens ein Denkmal. Und der SWR huldigt dem modernen Flaneur als Bürger und Kritiker.
Bücherschau des Tages
07.04.2014 Die FR empfiehlt Stefan Koldehoffs aktualisierte Recherche "Die Bilder sind unter uns", die das Geschäft mit der Raubkunst und auch den Fall Gurlitt durchleuchtet. Die SZ unterhält sich mit Verena Roßbachers elegant-intelligentem Palaver um eine leere Mitte.
Vorgeblättert
07.04.2014 Die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie erzählt in "Americanah" die Liebesgeschicht von Ifemelu, die nach Amerika geht, und von Obinze, den es nach London verschlägt. In Lagos treffen sie sich nach Jahren wieder, jedoch hat Obinze nun Frau und Kind. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman "Americanah".
Karikaturen und Cartoons
07.04.2014 Geradlinigkeit und Entschlusskraft!
Snapshots Blog - von Sascha Josuweit
07.04.2014 Amaruq hatte keinen Begriff von den Zahlenspielen der Münchener Rück, deren Analysten einen deutlich erkennbaren Trend hin zu kostspieligen Naturkatastrophen ausmachten.
Dienstag, 08.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
08.04.2014 Die FAZ freut sich über das frisch renovierte, elegante Bikini-Haus in Westberlin. Die Presse fragt, warum deutsche Kritiker Ai Weiwei mit den Worten der chinesischen Propaganda kritisieren müssen. Zeit.de beklagt den Mangel an Ironie bei Arnold Schwarzenegger. Und Jakob Hein schreibt in der FR einen Brief an seinen Vater.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.04.2014 Aktuell: Der Europäische Gerichtshof hat die Vorratsdatenspeicherung gekippt, meldet Zeit Online. Der Datenschützer Peter Schaar stellt klar, dass Strafverfolgung auch ohne prima funktioniert. In der FAZ erklärt Victor Jerofejew, dass Russland vom Westen nicht gemocht, sondern verehrt und gefürchtet werden will. Und Peter Galison beschreibt, wie uns die Überwachung zu gehemmten Menschen macht. Die Welt beschreibt die schwierigen Rettung der Manuskripte von Timbuktu. Und der Kompromiss im Fall Gurlitt stößt auf nur wenig Skepsis, aber viel Zustimmung.
Medienticker
08.04.2014 Medienforschung: Die meisten Jungen lesen gedruckte News - Springers Döpfner: "Start-ups müssen Regeln brechen" - Ist Lokaljournalismus am Ende? Relevanz, Neugründungen & Rekordreichweiten, die Zeitschriftenbranche rechnet mit stabilem Jahr - Google: Street View zeigt eine längst vergangene Welt & Googlephilosophie stellt Grundrechte infrage - Android TV: Der nächste Wohnzimmerangriff + Brauchen wir noch TV-Sender?, fragt Richard Gutjahr.
Spätaffäre
08.04.2014 Eine BBC-Dokumentation erinnert an Jacques Brel, der vor 85 Jahren geboren wurde. arte zeigt Alains Resnais' "Hiroshima mon amour". Auf SWR2 sorgt sich Peter Sloterdijk um den Fortbestand der Zivilisation. Und das Magazin der New York Times bringt eine Riesenreportage über den gerade verstorbenen Schriftsteller und Aktivisten Peter Matthiessen.
Bücherschau des Tages
08.04.2014 Als eines der besten Bücher der letzten Jahre feiert die NZZ István Keménys Roman "Liebe Unbekannte" und taucht freudig in die fantastischen Welt der Budaer Burgbibliothek. Vom Kairo der Kalifen, der Mamluken und Assassinen liest die FAZ in Heinz Halms Mittelalterpanorama "Kalifen und Assasinen". Echte Aufklärung erlebt sie mit Wilfried Loths Geschichte der "Europäische Einigung". Die SZ empfiehlt Barbara Beuys' Geschichte der Ersten Frauenbewegung. Und die FR huldigt den klarsichtigen Dichtern vom "Majdan".
Karikaturen und Cartoons
08.04.2014 Lasst den Dieb bloß laufen!
Mittwoch, 09.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
09.04.2014 Pitchfork erliegt dem billigen Charme der Musik von Todd Terje. Die taz sieht ein libanesisches Theaterstück ohne Menschen, nur mit den technischen Spuren ihrer Existenz. In der NZZ erzählt Alain Claude Sulzer von einer Reise nach Finnland, auf der sich niemand für seine Meinung zur Zuwanderungsabstimmung interessierte. FAZ und SZ frönen ihrer Legobegeisterung.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.04.2014 Das Urteil des EuGH zur Vorratsdatenspeicherung wird trotz einiger Skepsis weithin begrüßt: ZeitOnline sieht darin den Startschuss für eine Debatte über die Freiheit im digitalen Zeitalter. BoingBoing bedankt sich bei Digital Rights Ireland und dem AK Vorrat Austria für die erfolgreichen Klagen. In der SZ berichtet außerdem Leoluca Orlando, dass Frauen jetzt auch in der Mafia aufsteigen. Die FAZ berichtet vom Nervenkrieg um Libération. Und die Welt fürchtet Windräder auf der Loreley.
Medienticker
09.04.2014 IVW-Zahlen: Smartphones Trafficbringer für journalistische Inhalte - Vorratsdatenspeicherung: Gerade noch rechtzeitig gestoppt - Ágnes Heller: "Es gibt überhaupt keine Pressefreiheit in Ungarn" - Rüdiger Wischenbart über internationale E-Book-Märkte - Klassiksender: Der Schwarze Block greift den BR an - Natur wird laut: Wolfram Schütte über Bernie Krauses "Das große Orchester der Tiere" - Ein Gespräch mit Christoph Hein zum 70. + Vor 25 Jahren starb Albert Vigoleis Thelen.
Spätaffäre
09.04.2014 Nicht etwa klassisch-griechisch, sondern ganz klar amerikanisch-christlich sind die Wurzeln des Superhelden "Captain America", stellt John Gray im New Statesman klar. Bayern2 feiert den 250. Geburtstag des prächtigen Museums Eremitage in St. Petersburg. Eurozine erinnert an Milan Kunderas großen Essay über "Die Tragödie Mitteleuropas". Und Arte erforscht die Phasen und Facetten im Werk David Bowies.
Bücherschau des Tages
09.04.2014 Dass die Korrespondenz einen integralen Teil des Werks von Hannah Arendt ausmacht, beweisen der NZZ die im Band "Wahrheit gibt es nur zu zweien" gesammelten Briefe an ihre Freunde. Die FAZ ist entzückt von den leidenschaftlichen Fußballgedichten Albert Ostermaiers. In seinen jüngsten Tagebüchern offenbart sich Fritz J. Raddatz der FR als autopoetisches System. Gebannt verfolgt sie außerdem die Orts- und Zeitsprünge in Colum McCanns Roman "Transatlantik".
Donnerstag, 10.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
10.04.2014 Die Manifesta-Biennale könnte in Russland etwas verändern, lockt in der SZ der Direktor der russischen Eremitage Michail Piotrowski. Der Standard feiert das freie Spiel des amerikanischen Synthesizerpioniers Charles Cohen. In der Zeit erklärt Harold Bloom, warum Shakespeare besser ist als Goethe, Cervantes, Rabelais oder Moliere. Die FAZ stellt die Fernsehdoku "24 Stunden Jerusalem" vor.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.04.2014 Cornelius Gurlitt erhält seine Bilder zurück, aber Hermann Parzinger hängt das Kokoschka-Gemälde in seinem Büro wegen Raubkunstverdachts vorsorglich ab, meldet der Tagesspiegel. In der Welt erklärt Natalja Kljutscharjowa anhand von Dostojewski die russische Psyche. Mit dem SWR-Sinfonieorchester steht die Zukunft der Musikkultur auf dem Spiel, appelliert die FAZ. Die taz fragt, warum eigentlich Clemens Binninger den Vorsitz im NSA-Ausschuss übernommen hat.
Medienticker
10.04.2014 Auch das noch: Ein weiterer Journalismusbegriff oder Was die Softwaremaschinen können werden - Wohin geht's, Weltbild? Daniel Lenz im Interview mit Onlinehändler News - Wer ist Monsieur Fraidenraich? Libération streitet mit dem Eigentümer - Sie wollen ans Allerheiligste: Grimme-Institut fürchtet um Unabhängigkeit - Raddatz-Interview: "Es gab zu viele Verwundungen" - Ein Gespräch mit Claudio Magris zum 75. + Edogan und das Giftgas von Syrien: Wolfram Schütte über den größten investigativen Journalisten der Welt Seymour Hersh.
Spätaffäre
10.04.2014 In Christian Petzolds "Barbara" radelt Nina Hoss durch die DDR-Provinz. DradioKultur widmet dem Ersten Weltkrieg in der Kunst eine lange Nacht. Nautilus beleuchtet die Geschichte und Zukunft des künstlichen Lichts. Das New York Magazine schreibt eine Sozialgeschichte der Obama-Ära. Und der SWR sorgt sich über unsere Abhängigkeit vom Fluss der Datenströme.
Bücherschau des Tages
10.04.2014 Die SZ liest die im "Buch über den Tod" aus dem Nachlass gesammelten Glossen, Aphorismen und Geschichtenskizzen als höchst anregende Charakterstudie Elias Canettis. Milieugenau und pointiert findet die NZZ Petra Morsbachs Roman "Dichterliebe". Und die Zeit liest sich in einen Rausch mit den Romanen "Sucht" von Simon Borowiak, "Schluckspecht" von Peter Wawerzinek und "Morphin" vom polnischen Überflieger Szczepan Twardoch.
Im Kino
10.04.2014 In Jem Cohens "Museum Hours" führt ein Aufseher eine Touristin durch das Kunsthistorische Museum und die Geschichte Wiens. David Ayer beschwört in "Sabotage" den Verfall einer stinkenden, frei drehenden Männerwelt.
Essay
10.04.2014 Bilder nackter Kinder haben gerade einen ganz schweren Stand. Sie sind zur politischen Obsession geworden. Plädoyer gegen ein Denkverbot.
Freitag, 11.04.2014
9punkt - Die Debattenrundschau
11.04.2014 Im Fall des mutmaßlichen Raubkunst-Gemäldes im Büro von Hermann Parzinger offenbart sich ein Mangel an Sensibilität, meint der Tagesspiegel. Ina Hartwig warnt im Perlentaucher vor einem zensierten Blick aufs Kind. Ein Leck in der Sicherheitssoftware "OpenSSL" versetzt die Welt in Alarmbereitschaft. Und Florian Coulmas berichtet in der NZZ von Kenchu-zokan, Japans neuem Nationalsport: China verabscheuen und Südkorea hassen.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.04.2014 Ukrainische Künstler haben es geahnt: Im Wiener Künstlerhaus kann man's sehen, schreibt die Presse. Die Welt begibt sich auf die Spuren eines filmhistorischen Fakes im Internet: Ist Kinderstar Loni Nest aus dem Stummfilmklassiker "Golem" wirklich erst jetzt gestorben? Die Feuilletons sind ganz begeistert von Jan Delays Wende zum Rock. In der SZ erklärt Karl Ove Knausgård seinen Kampf für abgeschlossen. Die FAZ feiert und vergisst Christian Jost.
Medienticker
11.04.2014 Reaktionen auf das Freihandelsabkommen - Glenn Greenwald: Snowden muss zur Aufklärung befragt werden - Hacker: Chinesen Profis, Iraner Stümper - G+J-Digitalstrategie: Grillzangen im Online-Shop - Vorrang für Verlage: VG Wort baut Meldeportal für Intranet-Nutzungen - Keine Kontrolle mehr: Tim Renner liest der Buchbranche die Leviten - Ulrich Greiner über das Wunder Shakespeare + Fast geheim: Das Schauspieldebüt des Ai Weiwei.
Magazinrundschau
11.04.2014 In der London Review of Books erklärt Seymour Hersh, warum die türkische Regierung für den Giftgaseinsatz in Syrien verantwortlich sein könnte. Nautilus beleuchtet die Geschichte und Zukunft des künstlichen Lichts. In Eurozine erklärt Karl Ove Knausgård, wie er schreibt und welche Bedeutung sein Lektor hat. Le Monde untersucht die Dynamik des Völkermords. Der New Yorker liest vegetarische Kochbücher.
Spätaffäre
11.04.2014 Bernd Eichinger wäre heute 65 geworden - die Dokumentation "60 Millionen für Phantásien" zeigt die Entstehung seines ersten Hollywoodfilms. Im SWR wird über Crowdfunding, im Dradio Kultur über Open Source Programming diskutiert. Zehn Jahre, nachdem Sido ihm ein Denkmal setzte, besucht der Tagesspiegel das Märkische Viertel. Und die NYRB setzt ihre Reportagereihe über Korruption in Uganda fort.
Bücherschau des Tages
11.04.2014 Mit "Blitzbirke" hat Lisa Kreißler einen beachtlichen Debütroman vorgelegt, findet die FAZ. Viel Lob hat sie auch für Alison Bechdels autobiografisch-psychoanalytisches Comic-Drama "Wer ist hier die Mutter?" übrig. Die SZ würdigt Sytze van der Zees Kulturgeschichte des Schmerzes als Aufklärung im besten Sinn. Und die taz lässt sich von Elisabeth Bronfen in die Gesetzmäßigkeiten des Hollywood-Kriegsfilms unterweisen.
Samstag, 12.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
12.04.2014 NZZ und SZ flanieren über die Mailänder Möbelmesse. In der Zeit meint Svenja Leiber: Wer mit Literatur Geld verdienen will, passt sich an. Die Welt erlebt eine Achterbahn der Gefühle mit Reibe, Schöpflöffel, Trichter und Fleischwolf bei der großen Mona-Hatoum-Retrospektive in Doha. Tagesspiegel und Berliner Zeitung sehen "Sacre du Printemps" nach Strawinsky von She She Pop. Die NZZ feiert den Rhabarber.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.04.2014 Schock über Heartbleed: Jimmy Wales und viele andere fragen, ob uns die NSA über zwei Jahre Kriminellen auslieferte. In der NZZ wird über Martin Heidegger gestritten. In der Welt trennt Cemens J. Setz den Kopf vom Körper und entwickelt Szenarien für die künftige Bestrafung von Kapitalverbrechen. In Le Monde fordert Arno Klarsfeld die Öffnung der französischen Archive aus der Zeit des Völkermords in Ruanda. Und Hans-Christoph Buch glaubt in der FR an das demokratische Potenzial Russlands.
Bücherschau des Tages
12.04.2014 "Unheimlich kraftvoll" findet die taz Nadeem Aslams Pakistan-Roman "Der Garten des Blinden", der die Möglichkeit eines liberalen Islams auslotet. Die FAZ durchlebt mit Alexander Kluge den 30. April 1945. Die FR findet den neuen Lewitscharoff "unlewitscharoffhaft unvirtuos". Die NZZ liest Heideggers "Schwarze Hefte". Und die SZ entdeckt den WK I-Roman "Schlump" von Hans Herbert Grimm.
Montag, 14.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
14.04.2014 Furchtbares Wochenende! Die Kritiker mussten in Salzburg eine missratene "Arabella", in Berlin einen umstrittenen "Tannhäuser" und in Baden-Baden eine zu laute "Manon Lescaut" durchhalten. Die Presse meldet, dass Claus Peymann möglicherweise doch wieder Chef der Burg werden will. Die Welt erfährt von Fania Oz-Salzberger, dass man areligiös und trotzdem jüdisch sein kann. Die taz lernt, dass das Internet auch den Denkern der Popmusik das Gehirn erweicht.
9punkt - Die Debattenrundschau
14.04.2014 Im Tagesspiegel erklärt Glenn Greenwald, warum Edward Snowden vor dem Untersuchungsausschuss erscheinen muss. Die SZ beschreibt, wie Russland die Ukraine von Osten her aufrollt. Die FAZ vernimmt den neuen Moskauer Hurrapatriotismus. Die taz möchte in Bezug auf Kinderpornografie und Pressefreiheit gern wissen, was eine Bloßstellung ist und wer darüber entscheidet. In der NZZ beklagt Fernando Savater das noch immer auf Spanien lastende Erbe Francos.
Medienticker
14.04.2014 TV- Bestandsaufnahme: Das Fernsehen steht zur Diskussion oder vom Ende des Formatfernsehens & die AGF-Mediatheken-Charts - Warum Großverlage keine Innovationen können, weiß Jens Rehländer - Gratis-Mentalität im Web: Werbung muss endlich fair bezahlt werden, fordert Stephan Goldmann - Babylonisches Sprachgewirr: Die Industrielle Revolution und das Internet der Dinge beschreibt Gunnar Sohn + Der Romancier als Lyriker: Über Michel Houellebecqs "Gestalt des letzten Ufers".
Spätaffäre
14.04.2014 In der New York Times erinnert John Jeremiah Sullivan an unbesungene Blues-Heroinen. Telerama interviewt die Schriftstellerin Maïssa Bey zu den Wahlen in Algerien. die Autorin 3sat zeigt in seiner Mediathek die "Arabella" aus Salzburg. Der Deutschlandfunk sucht mit dem Klangforscher Bernie Krause den Ursprung der Musik. Und im SWR stellt Wolfgang Krieger klar: Geheimdienste tun nur das, was die Regierung von ihnen verlangt.
Bücherschau des Tages
14.04.2014 Einen hochkomischen Botho Strauß lernt die FAZ mit Heinz Strunks Hörbuch "Der zurück in sein Haus gestopfte Jäger" kennen. Gut gefallen hat ihr auch Christian Brückners poetisch sinfonische Lesung von Goethes "Wahlverwandtschaften". Die SZ vertieft sich in Nabokovs "Vorlesungen über russische Literatur". Erfrischend findet die taz die Polemik des Kurators Daniel Tyradellis gegen "Müde Museen".
Karikaturen und Cartoons
14.04.2014 Kurze Frage an den Server.
Vorgeblättert
14.04.2014 Die argentinische Journalistin Leila Guerriero erzählt in "Strange fruit" von einer Gruppe junger Studenten, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Toten in den Massengräbern der Diktatur zu identifizieren - und mit ihren Methoden mittlerweile im Kongo wie im Kosovo gefragt ist. Lesen Sie hier den Auszug aus dem Reportagenband.
Dienstag, 15.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
15.04.2014 Der Tagesspiegel lernt auf dem Monte Verità, wie negativ das Wort "Utopie" für Schriftsteller mit osteuropäischer Biografie besetzt ist. Die Presse wundert sich, wie gemütlich es sich Musiker heute in Berlin machen. Die HuffPo.fr erzählt, dass amerikanisch-muslimische Schauspieler im Netz für eine eigene Filmproduktionsgesellschaft Geld sammeln, um nicht immer nur Bösewichter spielen zu müssen. In der SZ erklärt der Möbeldesigner Konstantin Grcic, warum er nur ein punktuelles Ausbrechen in die Zukunft interessant findet.
9punkt - Die Debattenrundschau
15.04.2014 In der FAZ erlebt Swetlana Alexijewitsch die Rückkehr des roten Menschen. Slate fürchtet, dass Europas Sonne lange nicht über der Ukraine scheinen wird. Techcrunch fragt, was Google und Facebook mit Drohnen wollen. Die SZ will nicht an digitale Kultur glauben, höchstens an digitale Geschäftsmodelle. Die NZZ stellt allerdings Eutopia vor, ein Online-Magazin für europäische Debatten. Und Glenn Greenwald, für dessen NSA-Berichte der Guardian jetzt den Pulitzer Preis bekommen hat, will vor dem Untersuchungsausschuss aussagen, wie er auf Zeit Online erklärt.
Medienticker
15.04.2014 Der Branche dienlich: Markus Spillmann über Medienforschung - Ranking: Apple verdient mehr als Intel, Google, HP und Cisco zusammen - Überweisungen zwischen Mitgliedern: Facebook könnte bald zur Bank werden - Zensurgefahr: Journalisten kritisieren Bloßstellungsgesetz - Kathrin Passig: "Hurra, öde Onlinekommentare" - Das Romantische der Kanzlerin: Über den Frankfurter Kongress "Politische Romantik" + Elektropop: "Hundreds" Noir-Delikatesse aus einer fernen Galaxie.
Spätaffäre
15.04.2014 In The New Republic begreift Adam Thirwell mit dem ausgeschlossenen Gottfried Benn die Schande als ästhetische Form. WDR5 geht mit Italien auf Irrfahrt durch Europa, der Deutschlandfunk denkt über Helden in den neuen Fernsehserien nach. Auf arte singt Juliette Gréco. Und Peter Müller schickt eine Flaschenpost aus dem alten West-Berlin.
Bücherschau des Tages
15.04.2014 Sehr beeindruckt liest die NZZ Dorothee Elmigers Roman "Schlafgänger", der ihr vor Augen führt, was Haltlosigkeit bedeutet. Die SZ emfpiehlt noch einmal mit Nachdruck Marcel Rosenbachs und Holger Starks Bilanz "Der NSA-Komplex". Die FAZ widmet sich "Divus Augustus".
Karikaturen und Cartoons
15.04.2014 Sieht hier jemand einen Bären?
Snapshots Blog - von Sascha Josuweit
15.04.2014 In Hitlers Schutzstaffel und ihren Nebenverbänden war Treuebruch gleichbedeutend mit Ehrverlust. Allerdings handelte es sich nicht um ein ethisches Ideal. Es ging um die Treue gegen den Führer, um Gehorsam eigentlich.
Mittwoch, 16.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
16.04.2014 Der Freitag beobachtet den rauschenden Erfolg des Underdogs Mike Kelley bei der großen Retro in Los Angeles. Die NZZ beobachtet die Entstehung eines japanisch-schweizerischen Kettengedichts. Mit fliegenden Brathähnchen im "Freischütz" gewinnt Regisseur Viestur Kairish keinen Blumentopf bei der Kritik. Die SZ hört, wie Alexander Melnikov Schumann auf einem Érard explodieren lässt.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.04.2014 In der FAZ bekennt Mathias Döpfner seine Angst vor Google. Nicht ohne Argumente - aber wollen wir uns die Demokratie wirklich von Kim Jong Un erklären lassen, fragt Netzwertig dazu. Die EU hatte keinen Feind - nun hat sie einen, meint Jean-Dominique Giuliani in La Règle du Jeu. In Le Monde äußert Boualem Sansal starke Zweifel an der realen Existenz Algeriens. In der NZZ rechnet Hector Abád mit Hugo Chavez ab.
Medienticker
16.04.2014 Reichweite kann jeder: Martin Weigert über das neue digitale Medienökosystem - Durchblick: Google verkauft Datenbrille Glass in den USA & die Gesichtserkennung der wenig zimperlichen Startups - E-Books-Kartellstreit: Apple "einsichtiger" - Deutsche Forschung worldwide: Geisteswissenschaften International - Weltbild: Österreichischer Industrieller Josef Taus zeigt Interesse - Im Gespräch: Dennis Lehane über seinen Roman "In der Nacht" + Tell me: Heute vor 50 Jahren erschien das erste Album der Rolling Stones.
Spätaffäre
16.04.2014 Der New Yorker schildert die Schönheit und Gefahren beim Klettern und Tauchen in den tiefsten Höhlen der Welt. Die Regisseure William Friedkin und Nicolas Winding Refn halten eine Masterclass ab. Thomas Meyer erzählt im SWR, wie er lernte, Neue Musik zu hören. Und Osteuropa rollt den Ersten Weltkrieg noch einmal auf.
Bücherschau des Tages
16.04.2014 Eine unverzichtbare Grundlage für künftige Arbeiten sieht die
FAZ im neuen Band von
Rudolf Steiners Ausgewählten Schriften über die Entstehung der Anthroposophie. Die
Zeit ebenso beeindruckt wie bewegt von den zornig-zarten Gedichten
Yahya Hassans (
hier unser
Vorgeblättert). Und die
FR sieht
Dominique Manottis Literaturbetriebssatire "Ausbruch" trotz Carlos und Brigate Rosse auf der Höhe der Zeit.
Donnerstag, 17.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
17.04.2014 Die NZZ lernt in Pawel Pawlikowskis Film "Ida" etwas über Leben und Überleben. Der Rest der Feuilletons schwingt sich halb gelangweilt durch "Spider-Man 2". Niamh Ní Mhaoileoin macht sich in The Millions Gedanken über die Frage, was das E-Mail-Zeitalter für Biografen von Autoren verändert. Das New York Magazine feiert Sigmar Polke und wünscht sich nur eins: dass die Ausstellung im Moma größer wäre.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.04.2014 Mathias Döpfners Angst-vor-Google-Artikel stößt im Netz auf eher amüsierte Reaktionen. Zeit.de meldet: Google macht jetzt Kontaktlinsen, damit man Google Glass nicht mehr erkennt. Techdirt bringt eine Hommage auf Tom Lehrer und seine Meinung zum Urheberrecht. Die Welt staunt über einen nationalbolschewistischen Hybrid namens "russisches Eurasien". Die SZ besichtigt das umgebaute Studio der Tagesschau. Neu: Mit Ganzkörpermoderatoren. Die FAZ ergründet die Rolle François Mitterrands beim Genozid von Ruanda.
Medienticker
17.04.2014 Aktualisiert: Gabriel García Márquez ist tot - Suhrkamp-Streit: Barlach darf vor den BGH ziehen - Unter Genossen: Die taz interviewt Kai Diekmann -"Ach, der Stern!": Silke Burmester über den Stern, taz-Leser, die man aus 500 Metern gegen den Wind erkennt, und über Bravo-Volontäre, die jetzt Dr. Sommer spielen dürfen - Eisberg voraus: Spiegel bricht Anzeigenumsatz weg - "Enteignet Google!": Kommando "Friede Springer" kämpft gegen den Googleismus + Kunst und kindliche Nacktheit: Ina Hartwig im Gespräch in der 3sat-Kulturzeit.
Spätaffäre
17.04.2014 Zehn Jahre nach den Skandalfotos aus Abu Ghraib spürt das SZ Magazin die beteiligten Täter und Opfer auf. The Nation macht tiefsinnige Anmerkungen zur Gegenwartsmanie der Kunsthistoriker und dem Passeismus der Künstler. Roméo Dallaire erinnert an das Versagen der Weltgemeinschaft in Ruanda. Und Claus Guth läuft im Theater an der Wien mit Händels "Messias" zu hoher Fantasieform auf.
Bücherschau des Tages
17.04.2014 Die NZZ ist fasziniert, wie es dem brasilianischen Autor Bernardo Carvalho in seinem Roman "Dreihundert Brücken" gelingt, das Russland nach dem Ende der UdSSR aus einer authentischen Innenperspektive zu schildern. Die SZ ist beeindruckt von der Erzähl- und Formulierlust in Michael Chabons neuem Roman "Telegraph Avenue". Und Michael Lewis führt die FAZ mit "Flash Boys" in die Welt des Hochfrequenzhandels ein.
Vorgeblättert
17.04.2014 Der brasilianische Schriftsteller Luiz Ruffato schrieb einen fünfbändigen Romanzyklus mit dem Titel "Vorläufige Hölle". Schauplatz des zweiten Bandes mit dem Titel "Feindliche Welt" ist Zé Pintos Gasse, ein Armenviertel der Textilindustriestadt Cataguases im Landesinneren Brasiliens. Lesen Sie hier einen Auszug.
Im Kino
17.04.2014 Zwei dunkle Geheimnisse überkreuzen sich in Pelin Esmers schönem zweiten Spielfilm "Watchtower" vor atemberaubender Naturkulisse. Srdan Golubovics Traumafilm "Circles" läuft auf die Erkenntnis heraus, dass kein Tod sinnlos ist.
Samstag, 19.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
19.04.2014 In allen Feuilletons herrscht Trauer um den großen Magier Gabriel Garcia Marquez, der die hispanische Literatur von der Tyrannei der Vergangenheit befreite, wie Paul Berman in The New Republic schreibt. Enrique Krauze wollte ihm trotzdem nie die Freundschaft zu Fidel Castro verzeihen. Die Welt beklagt, dass nicht einmal mehr Regisseure Fatih Akin und Christian Petzold nach Cannes geladen werden. Als Geniestreich feiert die NZZ Demis Volpis Stuttgarter Ballett "Aftermath". Die SZ freut sich, dass Frauen nicht mehr nur auf der Leinwald gute Figur machen, sondern auch als potente player.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.04.2014 In der Welt erklärt Sofi Oksanen, warum die russischen Minderheiten in den Anrainerstaaten zu Russland nicht als Argument für Annexionen dienen dürfen. War Edward Snowdens Auftritt in Putins Propagandashow seiner Abhängigkeit von Putin geschuldet? Ausgerechnet die Washington Post findet, dass er seine Würde verloren habe. Und wer Germaine Tillons Brief an die Gestapo liest, den Slate.fr veröffentlicht, versteht, warum ihre sterblichen Überreste ins Panthéon überführt werden.
Magazinrundschau
19.04.2014 The Nation beschreibt, wie Künstler sich immer eifriger in Historiker verwandeln. Michel Houellebecq entpuppt sich in Le Point als Größenwahnsinniger. In Osteuropa erzählt Jörg Baberowski, wie der Zar Russland im Ersten Weltkrieg in einen unkontrollierbaren Gewaltraum verwandelte. Die NYRB blickt ins trostlos korrupte Uganda. In Telerama hofft Maïssa Bey in Algerien noch auf einen Wandel. Die NYT hört den Motherless Child Blues.
Bücherschau des Tages
19.04.2014 Gérard Mortier stellt den Operhäusern in seiner nachgelassenen "Dramaturgie einer Leidenschaft" zwar keine gute Prognose, aber das liegt an den Häusern, nicht an den Opern, findet die FAZ. Die SZ konzentriert sich mit Alexander Kluge aufs Kriegsende. Die NZZ bildet sich über Max Weber und William Shakespeare.
Dienstag, 22.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
22.04.2014 Die taz bewundert eine Biografie über Kraftwerk. Die französische Mezzo-Sopranistin Sophie Koch erklärt in der Presse, warum Octavian im Rosenkavalier jung, aber nicht dumm ist. Der Standard feiert den verschlagenen Schatzwächter Henri Langlois. "Gabo lebt!", ruft Salman Rushdie in der New York Times. Und Atlantic erklärt, warum die Mode der 30er heute noch modern ist.
9punkt - Die Debattenrundschau
22.04.2014 Die Welt sucht nach dem Kern deutscher Russophilie. In der FAS bekennt der ukrainsiche Autor Serhij Zhadan seine Fassungslosigkeit über den Lauf der Ereignisse. Im Guardian antwortet Edward Snowden auf Kritik an seinem Auftritt bei Putin - und betont, dass er seine Fragen an Putin so gestellt hat, dass Putin lügen musste. Techdirt beschreibt russische Überwachungspraktiken. Und warum will der Bayerische Rundfunk ausgerechnet seine Klassikwelle ins Internet verbannen, fragt die SZ.
Medienticker
22.04.2014 "Tagesschau": Breiter geht's nicht! - Überraschungsei: Tamedia will Vermarkter PubliGroupe übernehmen - Gammler des Universums: Über die neuen Gedichte von Durs Grünbein - Hamlet zwischen den Fronten: 150 Jahre Deutsche Shakespeare-Gesellschaft - Polarnacht von eisiger Finsternis und Härte & Ein klassenbewusster Bourgeois: Über Max Weber + Ein Nachruf auf Rubin "Hurricane" Carter.
Spätaffäre
22.04.2014 Der Rolling Stone beobachtet den steigenden Heroinkonsum in den USA. Die Dublin Review of Books analysiert die eurasischen Ideologien hinter Putins Expansionsstreben. Das BR-Feature "Artcore" beleuchtet die neue Verschmelzung von Filmkunst und Pornografie. Und die arte-Mediathek zeigt Claude Sautets wunderbaren Film "Mado" von 1976, mit Michel Piccoli und Romy Schneider.
Bücherschau des Tages
22.04.2014 In den "Gesammelten Gedichten" von Thomas Brasch lernt die SZ, wie man Humor über eine scharfe Klinge springen lässt. Die NZZ empfiehlt George Saunders humanistische Erzählungen "Zehnter Dezember". Die taz ergründet mit David Buckleys Kraftwerk-Biografie die "Ästhetik des Deutschtums". Und die FAZ liest berührt und begeistert Stian Holes Kinderbuch "Annas Himmel".
Snapshots Blog - von Sascha Josuweit
22.04.2014 Das Raphaelshaus im nordrhein-westfälischen Dormagen ist ein katholisch getragenes Jugendhilfszentrum. Christliche Werte versucht man dort mit einem Punktesystem zu vermitteln.
Mittwoch, 23.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
23.04.2014 Die nachtkritik erlebt beim Twittern im Theater einen Gleichzeitigkeitsoverkill und rettet sich zu Brecht. Die SZ berichtet vom Filmfestival in Istanbul. In der NZZ erklärt Aleksandar Hemon, warum Kunst die Welt nicht verändert. Der Standard erinnert uns: Es ist Kusszeit!
9punkt - Die Debattenrundschau
23.04.2014 Auch ein Jahr nach Einführung der Homoehe ist nicht die Sintflut über Frankreich hereingebrochen, konstatiert die huffpo.fr. Was ist aus unserer Liebe zu Lateinamerika geworden, fragt die Welt. Peter Schneider und Heinrich August Winkler versuchen in Welt und IP die Russland-Versteher zu verstehen. In der FAZ rät Harald Welzer zur Abkehr vom Internet. Und die Briten zerstreiten sich laut SZ über die Frage, ob sie ein christliches Land seien.
Medienticker
23.04.2014 IVW-Quartalsauflagen: Die deutschen Publikumszeitschriften rauschen weiter massiv nach unten & so hoch ist die "harte Auflage" wirklich - Häme bringt die meiste Kohle: Bittere Flattr-Bilanz der taz - "Irreführend, enttäuschend und wenig zielführend": Schriftstellerverband kritisiert Onleihe-Kampagne - Zukunft: Roboterjournalismus als Totengräber? & Digitaler Über-Staat Google - "All the world's a stage": Vor 450 Jahren wurde William Shakespeare geboren.
Spätaffäre
23.04.2014 Granta berichtet von französischen Cafés in Tokio. Der New Yorker zeichnet ein düsteres Bild des Iraks. Alexander Kluge und Martin Zimmermann beleuchten die dunkle Seite der Antike. Der WDR erinnert an den Amoklauf an der Columbine High School. Und der BR erzählt die Geschichte des Rock'n'Roll.
Bücherschau des Tages
23.04.2014 Auch wenn Michael Ballhaus in seiner Autobiografie mit schmuddeligen Details geizt, hat die SZ "Bilder im Kopf" mit Gewinn gelesen. Die FAZ verfolgt fasziniert, wie Karl Ove Knausgård banale Erinnerung in soghafte Sprache verwandelt. Allerfeinstes Wortkino sieht die FR in Martin Lechners Debütroman "Kleine Kassa". Und die NZZ empfiehlt Robert Spaemanns "Meditationen eines Christen".
Im Kino
23.04.2014 Ann Hui erzählt in "Tao Jie - Ein einfaches Leben" im Modus stiller Heiterkeit vom unausweichlichen Tod. "The Invisible Woman" von Ralph Fiennes übersetzt die Geschichte von Charles Dickens' Geliebter Nelly Ternan in klassische Melo-Affekte.
Donnerstag, 24.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
24.04.2014 Die taz lässt sich von Comic-Künstler Joe Saccho an der Somme aus dem Feldlager, in die Schützengräben, auf das Schlachtfeld und wieder zurück führen. In der NZZ sieht Yasmina Khadra keinen Bedarf für europäische Hilfe in Algerien. DJ Samy Ben Redjeb erzählt in der SZ, wie er afrikanische Popmusik vor dem Flammentod rettet. Cicero lernt von der Kunst, wie man die Techniken der Forensik nutzt. Die Feuilletons trauern um den österreichischen Regisseur Michael Glawogger, der in Afrika an Malaria starb.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.04.2014 Die Welt geißelt die deutsche Fixiertheit auf Russland und die Ignoranz gegenüber den kleineren Ländern Osteuropas. Nach Enthüllungen über Arne Karstens und Olaf B. Raders Buch "Große Seeschlachten" stellt sich die Frage: Wieviel darf man aus der Wikipedia abkupfern, ohne es zu erwähnen? Netzwertig studiert die niederländische Medienplattform Blendle, die es einfach macht, kostenpflichtige Inhalte im Netz anzubieten. In der FAZ nimmt Jaron Lanier dem Springer-Chef Mathias Döpfner zwar nicht seine Angst vor Google, wohl aber seine Hoffnung auf Rettung durch den Staat.
Medienticker
24.04.2014 Abwärtstrend: IVW-Analyse der überregionalen und regionalen Zeitungsauflagen - Ende der Netzneutralität: USA bereiten Zwei-Klassen-Internet vor - Magine kurz vor Deutschlandstart: Fast alle Free-TV-Sender kostenlos ins Netz - Unter Beobachtung: Drohnen im Journalismus - Objektivität im Journalismus: Ende einer Illusion, meint Eugen Epp - Spiel mit der Hoffnung: Über "Fairöffentlichen" vs. Zuschussverlage + Alles klar? Die Forderung nach Transparenz und ihre Geschichte.
Spätaffäre
24.04.2014 In einem Interview aus dem Jahr 2009 gewährt der am Dienstag verstorbene österreichische Filmemacher Michael Glawogger Einblick in seine Recherchemethoden. Der BR bringt drei Essays von John J. Sullivan. Der Guardian porträtiert den französischen Künstler, Autor und Filmemacher Chris Marker. Und Yann Kerbrat erläutert in La Vie des Idées die Grenzen des Völkerrechts.
Bücherschau des Tages
24.04.2014 Als einzigartig aufrichtig, beiläufig poetisch und wunderbar unaufgeregt preist die
Zeit Tomas Espedals Liebesroman "Wider die Natur". Die
FAZ liest bewegt
Michail Ryklins "Buch über Anna". In "Americanah" gelingt
Chimamanda Ngozi Adichie die Gratwanderung zwischen Theorie und Pathos, findet die
FR (
hier unser
Vorgeblättert). Und die
taz betrachtet ergriffen
Joe Saccos Leporello zur Schlacht an der Somme von 1916.
Freitag, 25.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
25.04.2014 In der Presse sucht Schauspieler Lucas Gregorowicz das Killer-Gen in Parzival. Die FAZ sucht den Humor in deutschen Filmkomödien. Die Feuilletons feiern die innovativen Bauten des verstorbenen Architekten Hans Hollein. Der Standard spottet über das privilegierte Leiden junger weißer Popmusiker. Und der Guardian behauptet: Grau ist das neue Schwarz.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.04.2014 Empörung in den USA über die Abschaffung der Netzneutralität - damit habe Barack Obama ein Wahlversprechen gebrochen, meint der New Yorker. Der Beck-Verlag wehrt sich gegen Plagiatsvorwürfe beim Buch "Große Seeschlachten", bisher gebe es kaum Belege für diese Behauptung, sagt Beck-Lektor Ulrich Nolte im Interview mit dem Dradio Kultur. In der taz beklagt Philosoph Étienne Balibar die Schwäche der europäischen Linken. Anders als Wladimir Putin glaubt, ist das Internet keine Erfindung der CIA, meint Slate.fr.
Medienticker
25.04.2014 Das Ich-Narrativ: Wie sich die Egomanie in den Journalismus frisst, beschreibt Petra Sorge - Roboterjournalismus: Warum die Maschine nicht unser Feind sein muss, erklärt Marvin Schade - Die Schlacht um die Cloud: Amazon akzeptiert für Vorreiterrolle sinkende Gewinne - Der Murdoch-Deal: Facebook will Nachrichten liefern - Neues Gesetz: Russland will Internetblogs stärker kontrollieren + Mythos "Digitale Demenz": Machen digitale Medien tatsächlich dumm, aggressiv und einsam?, fragt Kerstin Theilmann.
Magazinrundschau
25.04.2014 Das TLS prophezeit uns eine Zukunft als Insektenfresser. In La vie des idees erklärt der Juraprof Yann Kerbrat, woher das Recht auf Sezession kommt. Der Guardian porträtiert Chris Marker als "bricoleur". In HVG sucht die ungarische Regisseurin Márta Mészáros noch Geld für ihren Film über vergewaltigte Frauen im Zweiten Weltkrieg.
Spätaffäre
25.04.2014 Die BBC porträtiert Andrej Tarkowskij. Im Deutschlandradio verarbeitet Markus Metz kosmische Katastrophen. Und die New York Times fragt, ob Tiere justiziable Personen sein können.
Bücherschau des Tages
25.04.2014 Als ein in Kammerspiel mit Witz, Reflexion und leisen Tönen lobt die
FAZ David Fincks Debütroman "Das Versteck". Sehr interessant findet sie auch
Manfred Bergs faktenreiche Studie über "Lynchjustiz in den USA". Eingeschränkt empfehlen kann die
SZ Emmanuel Carrères Roman "Alles ist wahr" (
Leseprobe bei
Vorgeblättert) und die Graphic Novel "Mensch wie Gras wie" von
Dietmar Dath und
Oliver Scheibler. Und die
FR liest gebannt
Karim Miskés Krimi "Entfliehen kannst Du nie".
Samstag, 26.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
26.04.2014 Die FAZ ist schockiert über Siegfried Lenz' "Deutschstunde": Hier wird die Biografie des jüngst als Nazisympathisant enttarnten Emil Nolde schöngeschrieben! Die NZZ würdigt den polnischen Dichter Tadeusz Różewicz, für den nur Ethik, nicht Ästhetik zählte. Martin Wuttkes "Trompe l'Amour" hat nach Meinung fast aller Kritiker einen entscheidenden Fehler: Es ist zu kurz. Die SZ stellt uns das japanische Popphänomen Hatsune Miku vor.
9punkt - Die Debattenrundschau
26.04.2014 huffpo.fr hat einige neue Bücher zum Genozid von Ruanda gelesen. Amana Fontanella-Khan spricht in der Welt über die indische Frauengruppe "Gulabi Gang". Die NZZ feiert das das erotische Potenzial des Spargels.In der SZ sieht Franziska Augstein einen Fernsehfilm über die Spiegel-Affäre zumindest zum Teil als "Blödsinn". Der New Yorker hat Angst vor Putins Angst vorm Internet.
Bücherschau des Tages
26.04.2014 Die taz liest Luke Hardings Geschichte des Edward Snowden als Mischung aus Agententhriller und Analyse. Die NZZ versenkt sich in Neuübersetzungen von Evelyn Waugh und notiert: der Mann war ein unausstehlicher Egoist, Frauenfeind und Antisemit, aber schreiben konnte er. Die FR lässt sich von Tassilo Mozer durch 90 Prachtgärten führen. Die FAZ lernt mit Ha Jins Band "Der ausgewanderte Autor", dass auch Schriftsteller eine neue Sprache lernen können.
Montag, 28.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
28.04.2014 Die Presse begibt sich beim Donaufestival in einen Gottesdienst der tieferen Frequenzen. Im Standard wirbt György Dalos für die Literatur 0steuropas. Die SZ mokiert sich über die FAZ, die nach vierzig Jahren die Rezeptionsgeschichte von Lenz' "Deutschstunde" umschreiben will. Die Welt mokiert sich über die Zeit, die einen Literaturbegriff noch aus den Fünfzigern pflegt. Die Welt ist total enttäuscht von den Pixies: Truck Stop von heute.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.04.2014 Das kalte sowjetische Grauen packt die Autorin Elena Chizhova in der NZZ angesichts all der Putin-Groupies in Russland. Karl Schlögel bekennt dagegen in der Welt sein Entsetzen über die westlichen Putinisten in hiesigen Talkshows. In der taz fragen Micha Brumlik und Hajo Funke angesichts staatlicher Verstrickungen um das Zwickauer Mordtrio, ob wir inzwischen im "deep state" angelangt sind. Die FAZ wirft einen Blick auf die europäischen Krisenländer Italien und Frankreich.
Medienticker
28.04.2014 Netzneutralität in Gefahr: Warum Gleichheit im Netz Freiheit bedeutet - Online-Händler: Amazon testet eigenen Lieferdienst & knöpft sich die Supermärkte vor & verklagt Kunden wegen schlechter Bewertung - Twitter-Treff der Medien-Titanen: Wenn der Giovanni mit dem Frankie - Heidegger: Halluzination eines philosophischen Rätsels + Theater-Nachtkritiken aus Heidelberg, Wien & Wuppertal.
Spätaffäre
28.04.2014 Zum Gucken: Wie Berlusconi Italien ruinierte Und weitere Mabuses. Zum Hören: Die Zukunft der Kritik. Und Breton in Québec. Zum Lesen: Russland, Deutschland, Ukraine. Und Wired über die seltsame Welt der Start Ups.
Bücherschau des Tages
28.04.2014 Den Vergleich mit Art Spiegelmans "Maus" hält Michel Kichkas "Zweite Generation" durchaus stand, findet die FAZ. Allerdings sei die Graphic Novel des belgisch-israelischen Karikaturisten freier, witziger und weniger bitter. Als Beispiel einer jungen, starke Literatur aus Lateinamerika ganz ohne Drogen und Gewalt empfiehlt die SZ Rodrigo Diaz Cortez' Roman "Der mieseste aller Krieger". Gut gefallen hat ihr auch Jens Sparschuhs "Ende der Sommerzeit".
Karikaturen und Cartoons
28.04.2014 So gut wie neu.
Snapshots Blog - von Sascha Josuweit
28.04.2014 Wie viel Fleisch kann ein Mensch essen? Auf die Schnitzel, fertig, los, hieß es am Nikolaustag im Gasthaus "Zur lustigen Pfanne".
Dienstag, 29.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
29.04.2014 Im Suhrkamp Blog denkt Durs Grünbein über Cyrano de Bergerac nach, der "weltraumerobernde Mensch an sich". Der Standard verlernt mit der Musikerin Fatima Al Qadiri zwischen Kopie und Original zu unterscheiden. Der Guardian erzählt, wie die Fotografin Jane Bown ihre unwilligen Opfer in dunklen Hintergassen stellte. Die Welt bewundert die Frigidität Veroneses. Die FAZ erkennt im neuen Gebäude des BND ein unfreiwilliges Bild des großen Datensammlungswahnsinns.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.04.2014 Tim Judah ist im NYRBlog entsetzt über das Ausmaß des Hasses in der Ostukraine. Klaus von Dohnanyi rät in der FAZ: Einfach machen lassen. Astolphe de Custine analysiert in der SZ Russlands Strategie. Und Robert Littell malt bei nonfiction.fr Russlands Schwäche aus. Die NZZ protestiert gegen die Abschaffung des Bargelds. Stefan Niggemeier und Wolfgang Michal machen sich in ihren Blogs Gedanken über lokale Berichterstattung.
Medienticker
29.04.2014 Journalismus: Was ist so aufregend neu am "Erklärjournalismus"? - Spiegel online: "Die Seite wird polarisieren", meint Spiegel-Chef Wolfgang Büchner - Cyberwar-Dokumentation: Das digitale Schlachtfeld liegt unter unseren Füßen - Elektronischer Handel: Google greift ins Herz der deutschen Wirtschaft ein - Herbert Marcuse: Der große Verweigerer - Da ist sie wieder: Eine Deutschstunde - Verlagsgeschichte: Provinz ist immer woanders & Konfrontation mit den Mächtigen: Vor 100 Jahren wurde Walter Janka geboren.
Spätaffäre
29.04.2014 Auf Bayern2 sucht mit Valère Novarina nach dem "Fleisch des Menschen" und stößt auf den unbekannten Gott. arte porträtiert "Fotografen gegen Apartheid". Rue89 stellt neue Instrumente vor. Und in The New Republic geißelt Vladimir Nabokov die schlimmsten Sünden des Übersetzers.
Bücherschau des Tages
29.04.2014 Wie gegenwärtig die Hölle ist, lernt die NZZ in Najem Walis Irak-Roman "Bagdad Marlboro". Die FAZ reist mit Mary Miller und ihrem "Süßer König Jesus" durch den amerikanischen Biblebelt, auch ein verstörendes Erlebnis. Die FR lernt mit Ian Stewart "Weltformeln" fast die Mathematik zu lieben. Und die taz würdigt den Essayisten Durs Grünbein.
Mittwoch, 30.04.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
30.04.2014 In der Presse erklärt Edmund de Waal, was genau "komplett Gegenkultur" ist. Der Tagesspiegel meldet, dass bei den "Chinese Contemporary Art Awards" Ai Weiweis Name und Gesicht überpinselt wurden. In der Zeit ermuntert Tim Renner die Buchbranche, den als Digitalisierung bekannten Formatwechsel tatkräftig selbst zu gestalten. Berliner Zeitung und taz feiern die folkhafte Schlichtheit der Marisssa Nadler. Und die taz lernt von einem indischen Film, was im Kino mal möglich war.
9punkt - Die Debattenrundschau
30.04.2014 In der huffpo.fr erklärt die Femen-Aktivistin Inna Schevchenko, warum sie Angst hat vor den Faschisten in der Ukraine - wegen Putin. In der Zeit streiten Mely Kiyak und Michail Schischkin mit Außenminister Steinmeier über Russland. Die Zeit will nicht immer über Google jammern, sondern was tun, während die Software-Pionierin Shoshana Zuboff in der FAZ Mathias Döpfner nur zustimmen kann. Der Tagesspiegel staunt über Michel Houellebecqs Vorschläge zur Reform der Demokratie in Frankreich.
Medienticker
30.04.2014 Wikipedia-Vorbild: Informationswissenschaftler planen Musik-Wiki - Medien & Meinungsbildung: Hochmut nach dem Fall & Leser und Journalisten: Man versteht sich nicht - Heftig.co: Lars Wienand klärt über die mysteriöseste Seite des Internets auf - US-Internetunternehmen müssen im Ausland gespeicherte Daten herausgeben, meint Peter Schaar - Amtlich: Kartellamt gibt Funke-Deal seinen Segen - Der Berg ruft: Revolution! "Wilhelm Tell" in Mülheim an der Ruhr + Über den Schriftsteller als Idiot bei Peter Handke und Botho Strauß räsoniert Lothar Struck.
Spätaffäre
30.04.2014 War die Verhaftung des mexikanischen Drogenbarons El Chapo ein abgekartetes Spiel, fragt der New Yorker. Wollen wir im Glashaus leben, fragt eine Expertenrunde im SWR. Alexander Kluge rekapituliert den 30. April 1945. Der WDR erzählt die Frühgeschichte des Techno. Und die New York Review of Books versteht Stefan Zweig - als Gegensatz zu Thomas Mann.
Bücherschau des Tages
30.04.2014 In "30. April 1945" rekapituliert Alexander Kluge den letzten ausgeübten Werktag des Drittes Reiches und erweist sich der FR einmal mehr als verlässlicher Lieferant von Einsichten. Mehr Leben und weniger Thomas Mann wünscht sich die FAZ von Thomas Klugists E-Mail- und SMS-Roman "Hanna und Sebastian". Die NZZ lernt in Jérôme Ferraris "Balco Atlantico" die Dämonen in den Köpfen der Korsen kennen. Und die Zeit ist gefesselt von der zugleich meditativen und dynamischen Prosa Gertrud Leuteneggers.
Im Kino
30.04.2014 Unterhaltungskino der guten, alten Schule ist James Bobins "Muppets 2". Mulmig wird einem höchstens im Gulag. Nick Cassavetes hat sein geschlechtervertauschtes buddy movie "The Other Woman" dagegen gründlich gegen die Wand gefahren.