Montag, 02.09.2002
Die Buchmacher
02.09.2002 Heute lesen Sie: Was McKinsey-Beraterin Annet Aris über die Krise der Buchbranche denkt. Ob die Hilfen für überflutete Buchhandlungen ausreichen. Wie bei Bertelsmann aufgeräumt wird. Und was die Flächenoffensive der großen Buchhandelsketten bedeutet. Von Kerstin Beckmann, Christoph Mayerl, Thekla Dannenberg
Heute in den Feuilletons
02.09.2002 "Murx"! "Dreist!" "Ein Debakel!" - die Feuilletons sind sich einig: Der Verwaltungsrat des Zürcher Schauspielhauses hätte Christoph Marthaler besser nicht entlassen sollen. Außerdem verteidigt Naomi Klein in der SZ den amerikanischen Präsidenten. Und die FAZ ist ergriffen von Helmut Lachenmanns "Mädchen mit den Schwefelhölzern".
Magazinrundschau
02.09.2002 Der New Yorker feiert clevere Männer. Das LRB denkt über die Liebe der Iris Murdoch nach. Literaturen widmet sich schwerpunktmäßig Hannah Arendt, deren "Denktagebücher" im Oktober erstmals erscheinen. Outlook India stellt die wilden Märchenschlösser neureicher Inder vor. Prospect beklagt den Niedergang des Brit-Pop und das TLS den Niedergang der britischen Geschichtswissenschaften. Folio war auf dem Salzmarkt von Timbuktu. Die New York Times feiert V.S. Naipaul.
Bücherschau des Tages
02.09.2002 Mit Kritiken zu Björn Lomborg: "Apocalypse No!" in der FAZ, Alice Munro: "Der Traum meiner Mutter" in der SZ, Philip Marsden: "Im Land der Federn" in der NZZ, Colin Thubron: "Sibirien" in der NZZ und Jorge Victoriano Alonso: "Die Hundertjahrfeier" in der FAZ.
Vorgeblättert
02.09.2002 "Cincinnati, 27. Januar 1939. Barcelona ist gefallen, und ich behandle erste und zweite Lautverschiebung im Examen: welch ein Wahnsinn." Lesen Sie einen Auszug aus Werner Vordtriedes Tagebuch aus dem amerikanischen Exil 1938-47.
Lidorama
02.09.2002 In Todd Haynes' Film "Far from Heaven" trinkt Rock Hudson und schlägt seine Doris.
"Nein, hier entlang! Als ich das letzte Mal da lang lief, hat mich das das Leben gekostet!" Chang Tso-Chis Wettbewerbsfilm "The Best of Times" führt in eine magische Parallelwelt.
Dienstag, 03.09.2002
Heute in den Feuilletons
03.09.2002 Die FAZ meldet, dass der amerikanische Präsident im Urlaub ein Buch gelesen hat. Nun macht sich sein Außenminister Sorgen. Die NZZ wundert sich über die hundert bedeutendsten Briten. Die SZ interviewt den entlassenen Christoph Marthaler ("ein Putsch"). In der FR rät Peter Eisenman von einem Mahnmal für das World Trade Center ab. Die taz stellt New Yorks berühmtesten Buchladen vor.
Bücherschau des Tages
03.09.2002 Mit Kritiken zu Andreas Münzner: "Die Höhe der Alpen" in der NZZ, Ivan Olbracht: "Die traurigen Augen" in der FR, Nina Jäckle: "Es gibt solche" in der TAZ, : "Genealogie und Genetik" in der SZ und Enn Vetemaa: "Die Nixen von Estland" in der SZ.
Lidorama
03.09.2002 Patrice Lecontes neuer Film "L'homme du train" hat heute den Szenenapplaus der Weltpresse erhalten. Johnny Hallyday würde darin gerne Jean Rochefort spielen und umgekehrt. Doris Dörries Film "Nackt" spielt in einem wunderlich gesellschaftsfreien Raum. Dafür geht es nur um die Liebe.
Mittwoch, 04.09.2002
Heute in den Feuilletons
04.09.2002 In der FAZ spenden Hans-Magnus Enzensberger und Hans D. Barbier den krisengeschüttleten Medien Trost: Es wird auch wieder bergauf gehen. Nicht allerdings mit den Internetfirmen von Bertelsmann, die abgeschafft werden, wie die SZ meldet. Die NZZ meditiert über den Hörbuch-Boom, die FR über den Osteuropa-Boom in der Weltmusik. Die taz porträtiert den legendären Radiomann Studs Terkel.
Bücherschau des Tages
04.09.2002 Mit Kritiken zu Josef Skvorecky: "Das Mirakel" in der FAZ, Bernhard Schlink: "Vergangenheitsschuld und gegenwärtiges Recht" in der SZ, Dagoberto Gilb: "Holzschnitte von Frauen" in der SZ, Alexander Ignor: "Geschichte des Strafprozesses in Deutschland 1532-1846" in der SZ und Karl Krolow: "Im Diesseits verschwinden" in der NZZ.
Lidorama
04.09.2002 Wer Sex hat soll sich nicht wundern - Agnieszka Hollands "Julie Walking Home". "Un viaggio chiamato amore" von Michele Placido strapaziert die Nerven der Kritiker. "Ich hatte einmal einen Mann, und der war ein Affe!" Sergei Bodrovs "Bear's Kiss" erzählt von der Liebe zwischen zwei Gestaltenwandlern.
Donnerstag, 05.09.2002
Heute in den Feuilletons
05.09.2002 Die Entlassung Christoph Marthalers wird in Zürich, nach übereinstimmender Berichterstattung der FAZ, der SZ und der NZZ höchstwahrscheinlich eine Revolution auslösen. In der Zeit diagnostiziert Thomas Hürlimann diesbezüglich eine Zürcher Krankheit. In der FR protestiert Elfriede Jelinek. Außerdem macht sich Navid Kermani in der SZ Gedanken über den möglichen Irak-Krieg und die taz bringt ein Tagesthema zum deutschen Herbst.
Bücherschau des Tages
05.09.2002 Mit Kritiken zu Zoe Jenny: "Ein schnelles Leben" in der ZEIT, Robert Gernhardt: "Im Glück und anderswo" in der SZ, Studs Terkel: "Gespräche um Leben und Tod" in der NZZ, Monika Maron: "Endmoränen" in der ZEIT und Monika Maron: "Endmoränen" in der NZZ.
Vorgeblättert
05.09.2002 Politik, Liebe, Natur - alles nur "Remake, Reprise, Aufguss"? Jedediah Purdy, der Jung-Star unter Amerikas Intellektuellen, glaubt fest daran, "dass es Dinge gibt, auf die wir vertrauen können, Menschen, für die wir sorgen können, Worte, die wir im Ernst sagen können". Lesen Sie einen Auszug aus seinem Buch "Das Elend der Ironie".
Lidorama
05.09.2002 Liebe ist stärker als der Tod - jedenfalls in Takeshi Kitanos "Dolls".
Freitag, 06.09.2002
Heute in den Feuilletons
06.09.2002 Die NZZ analysiert die "debakulöse Lage" im Marthaler-Streit. In der FAZ kritisiert Hans-Ulrich Gumbrecht sowohl den europäischen als auch den amerikanischen Standpunkt zum möglichen Irak-Krieg. Die FR staunt über die Nabokov-Verfilmung "Lushins Verteidigung". Die taz macht Kino und Musik zum Schwerpunkt. Die SZ erkennt: Architekten sind auch nicht klüger.
Bücherschau des Tages
06.09.2002 Mit Kritiken zu Graham Lord: "Leider sehen wir uns gezwungen, Ihnen mitzuteilen ... Sie sind gefeuert" in der SZ, Lewis Carroll: "Alles über Alice" in der SZ, Peter Michalzik: "Unseld" in der FAZ, George Brookshaw: "Pomona Britannica" in der SZ und Marion Gräfin von Dönhoff: "Was mir wichtig war" in der FAZ.
Lidorama
06.09.2002 Audrey Tautou spielt in Stephen Frears' "Dirty Pretty Things" eine Türkin mit zwei Nieren - noch. Papa war ein KGB-Agent! Piergiorgio Gay erzählt in seinem Wettbewerbsbeitrag von "La forza del passato", der Macht der Vergangenheit. Herausgekommen ist dabei ein leiser antiproustischer Film. Und Bruno Ganz spielt auch mit.
Mord und Ratschlag
06.09.2002 Agenten in Israel: In Franco Mimmis historischem Krimi "Unser Agent in Judäa" versucht Roms Geheimdienstchef, einen Sektenführer namens Jesus zu manipulieren. Uri Adelman provoziert in seinem Krimi "Gleichung mit einem Unbekannten" mit der Idee, dass Demokratie einen Geheimdienst braucht.
Samstag, 07.09.2002
Heute in den Feuilletons
07.09.2002 In der FAZ erklärt Sir Simon Rattle, dass er und die Berliner Philharmoniker das Orchester des 21. Jahrhunderts werden wollen. In der FR erzählt Susan Sontag, wie sie einmal Thomas Mann zum Tee besuchte. In der SZ argumentiert Richard Rorty gegen einen Krieg mit dem Irak. Die NZZ denkt über den Zeitgeist nach. Die taz erklärt bayerische Kulturpolitik.
Bücherschau des Tages
07.09.2002 Mit Kritiken zu Richard Powers: "Schattenflucht" in der FR, Christian Tilitzki: "Die deutsche Universitätsphilosophie in der Weimarer Republik und im Dritten Reich" in der NZZ, Thomas Mann: "Buddenbrooks. Verfall einer Familie" in der SZ, Andre du Bouchet: "Bruchstücke vom Berg für die Landstraße verwendet" in der NZZ und Andreas Schendel: "Fluchtpunkt" in der NZZ.
Lidorama
07.09.2002 John Malkovichs Debüt als Regisseur "The Dancer Upstairs" ist voll Exotik und Gewalttätigkeit. Michel Devilles Wettbewerbsfilm "Un monde presque paisible" der in Paris im Jahre 1946 spielt, dagegen leise wie ein Flüstern.
Montag, 09.09.2002
Heute in den Feuilletons
09.09.2002 "Als ein herrliches Sonnenrad rauscht das Orchestertutti". Die FAZ und die SZ feiern mit dem Antrittskonzert Simon Rattles als Chef der Berliner Philharmoniker den Beginn einer neuen Ära. Die NZZ enthüllt, womit sich die New Yorker zum Jahrestag des 11. Septembers beschäftigen - mit ihren Fingernägeln. Die taz resümiert die Documenta.
Magazinrundschau
09.09.2002 Jedes Magazin hat den 11. September auf dem Cover - mit Ausnahme des L'Express, der die französischen Immobilienpreise favorisiert. Im Espresso schreiben Umberto Eco und Oliver Stone. In Outlook India schreiben Noam Chomsky und Samuel Huntington. Im Nouvel Obs Carlos Fuentes und Benjamin Barber. Der Economist bringt ein Special, die NYT stellt Bücher zum Thema vor.
Die Buchmacher
09.09.2002 In dieser Woche lesen Sie: Warum der buchreport die neuen Zahlen von Bertelsmann undeutlich und die Zahlen der Buchmesse wenig konkret findet. Was an der neuen Preisbindung anders ist. Und wie stark der Umsatz bei Eichborn zurückgeht.
Bücherschau des Tages
09.09.2002 Mit Kritiken zu Strobe Talbott: "Das Zeitalter des Terrors" in der FR, : "Terror im System" in der FR, Lisa Ades / Rick Burns / James Sanders: "New York" in der NZZ, Bruno Gebhardt: "Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte in 24 Bänden" in der FAZ und Tove Jansson: "Sommerbuch" in der FAZ.
Vorgeblättert
09.09.2002 "An jenem Abend verließ ich Magdeburg heimlich und gelangte in eine Nachbarstadt, wo ich wiederum bei Angehörigen der Bekenntniskirche Unterschlupf fand. Von dort aus begann auf verschlungenen Wegen eine sonderbare Reise von einem unbekannten Ort zum anderen..." 1931 erlebt der junge Theologiestudenten Karl Hoffmann den Niedergang Deutschlands. Lesen Sie einen Auszug aus Kressmann Taylors Roman "Bis zu jenem Tag".
Meldungen
09.09.2002 Glauben Sie nicht den Online-Votings zum Kanzlerduell. Sie können allzuleicht manipuliert werden.
Link des Tages
09.09.2002 Morgen beginnt das Internationale Literaturfestival in Berlin. Übermorgen diskutieren hier unter anderem Daniel Cohn-Bendit, Tariq Ali, Abdelwahab Meddeb und Eliot Weinberger über den 11. September.
Dienstag, 10.09.2002
Heute in den Feuilletons
10.09.2002 Die FAZ wundert sich über den Realitätsschock nach dem 11. September. Die NZZ widmet sich der Realität und berichtet über die "Initiative Berliner Bankenskandal". In der taz erklärt Hans-Ulrich Wehler, warum die Bundesrepublik ein "Türkenproblem" hat. Die FR ärgert sich über den Goldenen Löwen für Peter Mullen. Die SZ geißelt die "Verliederlichung" der Historikerzunft.
Bücherschau des Tages
10.09.2002 Mit Kritiken zu Mieke Bal: "Kulturanalyse" in der TAZ, Andreas Münzner: "Die Höhe der Alpen" in der TAZ, Elias Canetti: "Über Tiere" in der FAZ, Gerald A. Cohen: "Gleichheit ohne Gleichgültigkeit" in der TAZ und : "Die multikulturelle Stadt" in der TAZ.
Mittwoch, 11.09.2002
Heute in den Feuilletons
11.09.2002 Der 11. September bestimmt die Feuilletons. Ein Jahr danach lesen wir Susan Sontag in der SZ, Fritz Stern und Klaus Theweleit in der taz, Marcia Pally in der FR und eine ganze Reihe von Statements und Tagebucheinträgen prominenter Autoren in der FAZ. Die NZZ konstatiert eine Rückkehr des Politischen und ein "Orwell-Feeling" in New York.
Bücherschau des Tages
11.09.2002 Mit Kritiken zu : "Mein verwundetes Herz" in der NZZ, Javier Cercas: "Soldaten von Salamis" in der SZ, Ha Jin: "Im Teich" in der NZZ, Gert Jonke: "Der ferne Klang" in der SZ und Peter Michalzik: "Unseld" in der NZZ.
Donnerstag, 12.09.2002
Heute in den Feuilletons
12.09.2002 Die FAZ stellt kühne neue Entwürfe für Ground Zero vor. In der NZZ schildert der libanesische Dicher Wadih Saadah den 11. September aus islamischer Sicht. Die Zeit porträtiert die Kanzlerkandidaten als Darsteller ihrer selbst. In der SZ untersucht Harald Welzer das Bild der Deutschen von der Nazizeit.
Bücherschau des Tages
12.09.2002 Mit Kritiken zu Zoe Jenny: "Ein schnelles Leben" in der SZ, Richard Sennett: "Respekt im Zeitalter der Ungleichheit" in der ZEIT, Dubravka Ugresic: "Lesen verboten" in der ZEIT, Jorge Semprun: "Der Tote mit meinem Namen" in der ZEIT und Alice Cherki: "Frantz Fanon" in der ZEIT.
Vorgeblättert
12.09.2002 Warum wurde im August 1939 der Molotow-Ribbentrop-Pakt mit geheimen Zusatzprotokollen geschlossen? Wieso rollten bis zum 21. Juni 1941 nach Deutschland Güterzüge mit Getreide und Rohstoffen? Weshalb schenkte Stalin Hitlers Friedensbeteuerungen gegenüber der Sowjetunion noch im Frühjahr 1941 Glauben? Lesen Sie einen Auszug aus Lew Besymenskis Buch "Stalin und Hitler", in dem die beiden Diktatoren um Polen pokern.
Freitag, 13.09.2002
Heute in den Feuilletons
13.09.2002 Mit angehaltenem Atem erörtert die NZZ Lösungsmöglichkeiten für den Marthaler-Konflikt. Die FAZ erzählt von der Rückkehr Roman Polanskis nach Polen. Die FR findet Gerhard Schröder geradezu lutherisch-wahrhaftig. In der taz raucht Michael Blumenthal vom Jüdischen Museum eine Zigarre. In der SZ denkt Monika Maron über biografische Wahrheit nach.
Bücherschau des Tages
13.09.2002 Mit Kritiken zu Max Goldt: "Wenn man einen weißen Anzug anhat" in der SZ, Dzevad Karahasan: "Das Buch der Gärten" in der SZ, Philipp Zitzlsperger: "Gianlorenzo Bernini" in der FAZ, Justus Möser: "Politische und juristische Schriften" in der FAZ und Heinz-Gerhard Haupt: "Nation und Religion in der deutschen Geschichte" in der FAZ.
Samstag, 14.09.2002
Heute in den Feuilletons
14.09.2002 In der SZ kritisiert Tariq Ali die Amerikaner (wen auch sonst?). In der taz kritisiert der Künstler Norbert Bisky die hemmungslose Arroganz des Westens (was auch sonst?). Mit der FR reisen wir in einen Iran, der heute lieber wieder Popmusik hört. Die NZZ diskutiert über das Ende des klassischen Kriegs. Die FAZ und die SZ bilanzieren die morgen schließende Documenta.
Bücherschau des Tages
14.09.2002 Mit Kritiken zu Ulrich K. Preuß: "Krieg, Verbrechen, Blasphemie" in der NZZ, Gore Vidal: "Ewiger Krieg für ewigen Frieden" in der NZZ, Michael Tomasello: "Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens" in der NZZ, Andrea Carandini: "Die Geburt Roms" in der FR und Stanley Cavell: "Die andere Stimme" in der SZ.
Montag, 16.09.2002
Heute in den Feuilletons
16.09.2002 Die FAZ hat eine Schauspielerin entdeckt. Sandra Hüller heißt sie, und "es ist dieser Julia heilig-nüchterner Ernst mit der Liebe". Die NZZ fragt ernst: Warum betrachtet sich Weimar nicht als Bach-Stadt? Die SZ findet: Mit der Pinakothek der Moderne ist München besser als Berlin und eigentlich nur noch mit Paris, London etc. zu vergleichen. Die taz, die FR und alle anderen resümieren den Historikertag in Halle.
Magazinrundschau
16.09.2002 Die New York Review of Books stellt Chinas neue Führer vor. Die London Review of Books diskutiert T.S. Eliots Vorstellung von einem Unpolitischen. Die New York Times Book Review hat ein fesselndes Buch über Robert Oppenheimer und die Atombombe gelesen. Das TLS rehabilitiert Livia: Der Giftpilz landete versehentlich in der Suppe ihres kaiserlichen Gatten! Im L'Express betet Arthur Miller, dass es zu keinem Krieg gegen den Irak kommt. Im Nouvel Obs stellt Claude Magris einen Gesprächsband mit Tzvetan Todorov vor.
Die Buchmacher
16.09.2002 În dieser Woche lesen Sie: Wie sich kleine Sortimenter gegen große Ketten behaupten. Warum im Buchhandel trotz Sommer Eiszeit herrschte. Wie groß Amazon ist, seit BOL so klein ist. Und warum zu wenig Werbung zu sinkendem Interesse an Büchern führt.
Bücherschau des Tages
16.09.2002 Mit Kritiken zu Navid Kermani: "Das Buch der von Neil Young Getöteten" in der SZ, Karl-Heinz Meier-Braun: "Deutschland, Einwanderungsland" in der FR, Bernhard Schlink: "Vergangenheitsschuld und gegenwärtiges Recht" in der FAZ, Marco Carini / Andreas Speit: "Ronald Schill" in der FR und Insa Meinen: "Wehrmacht und Prostitution im besetzten Frankreich" in der FR.
Vorgeblättert
16.09.2002 "An jenem Tag auf dem Montparnasse verweilte jeder noch ein wenig länger in dem sanften und sorgenvollen Gemurmel." Bernard-Henri Levys Biografie über Jean-Paul Sartre hat in Frankreich großes Aufsehen erregt. Demnächst erscheint die Übersetzung. Wir bringen als Vorabdruck seine Schilderung von Sartres Beerdigung.
Dienstag, 17.09.2002
Heute in den Feuilletons
17.09.2002 Die FAZ sorgt sich um Zeitungskultur und Qualitätsjournalismus. Die taz beschwört die Kultur als Hilfe zum Glücklichsein. Die FR lotet die Kollateralrisiken eines rot-grünen Wahlsieges aus. Die NZZ freut sich über den Wiederaufbau der griechisch-orthodoxen Kirche St. Nicholas in New York. Und die SZ erinnert daran, dass ein Deutschland ohne Ausländer eine kulinarische Wüste wäre.
Bücherschau des Tages
17.09.2002 Mit Kritiken zu Norman Davies / Roger Moorhouse: "Die Blume Europas" in der TAZ, David Foster Wallace: "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" in der TAZ, Helga Hirsch: "Ich habe keine Schuhe nicht" in der TAZ, Michael Jürgs: "Bürger Grass" in der TAZ und Alexander Ikonnikow: "Taiga Blues" in der NZZ.
Mittwoch, 18.09.2002
Heute in den Feuilletons
18.09.2002 Die SZ startet eine Reihe über die "neuen Führer" in Europa: Den Anfang macht Jörg Haider. Die NZZ fragt, wie es Gerhard Schröder mit den Intellektuellen hält. In der taz entdeckt Diedrich Diederichsen nach der Arbeit nun das Leben. In der FR beklagt Bernd Greiner dass innige Verhältnis von Macht und Medien in den USA. Die FAZ entdeckt die Schönheit abgesaugten Fetts.
Bücherschau des Tages
18.09.2002 Mit Kritiken zu Ian McEwan: "Abbitte" in der SZ, Thomas Raab: "Verhalten" in der FAZ, Andre Clot: "Al Andalus" in der NZZ, Bartolome Bennassar: "Cortez der Konquistador" in der NZZ und : "Viva la Vida" in der SZ.
Post aus Borneo
18.09.2002 Starres Entsetzen tritt auf die Gesichter der Menschen in Indonesien, wenn der Strom ausfällt: Denn dann tritt Stille ein, und die Indonesier lieben Lärm.
Donnerstag, 19.09.2002
Heute in den Feuilletons
19.09.2002 In der FAZ appelliert Steven Pinker an die Linke, die biologischen Voraussetzungen des menschlichen Geistes anzuerkennen. Die Zeit fröstelt in der Neuen Pinakothek. Die SZ fragt nach der Legitimation eines neuen Golfkriegs. Die FR feiert das Amt des Staatsministers für Kultur. Die taz streitet sich über Catherine Breillats neuen Film "Meine Schwester". Und alle schreiben über den Prozess gegen Michel Houellebecq.
Bücherschau des Tages
19.09.2002 Mit Kritiken zu Ian McEwan: "Abbitte" in der ZEIT, Peter Levi: "Im Garten des Lichts" in der NZZ, Jacques Derrida: "Seelenstände der Psychoanalyse" in der ZEIT, Uwe Johnson: "Leaving Leipsic next week" in der NZZ und Reinhard Jirgl: "Genealogie des Tötens" in der FR.
Vorgeblättert
19.09.2002 Ist der antisemitische Antizionismus ein genuines Produkt des kommunistischen Systems und Denkens selbst? Lesen Sie heute einen Auszug aus Thomas Haurys Studie über den "Antisemitismus von links".
Freitag, 20.09.2002
Heute in den Feuilletons
20.09.2002 Unterschiedliche Auffassungen über den musikalischen Charakter der Stadt Berlin vertreten die taz und die NZZ: Während die taz Seele und Sex will, "zum Wowereit!", ergeht sich Berlin für die NZZ im "Hauptstadt-Blues". In der FAZ schlägt Norman Birnbaum dem Kanzler vor, doch auch mal Außenpolitik zu betreiben. In der FR warnt John Wray vor den Schrecken eines deutschen Konservativismus. In der SZ wettert Thomas Steinfeld mal wieder gegen MRR.
Bücherschau des Tages
20.09.2002 Mit Kritiken zu : "Biografisches Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages 1949-2002" in der FAZ, August Leugers-Scherzberg: "Die Wandlungen des Herbert Wehner" in der FAZ, Günter Brosche: "Musikerhandschriften" in der SZ, Stephen King / Peter Straub: "Das schwarze Haus" in der SZ und : "Thomas Manns 'Villino' am Starnberger See 1919-1923" in der FAZ.
Mord und Ratschlag
20.09.2002 Die Krimikolumne. Heute: Eine arrogante Ehefrau, eine untreue Geliebte, Ärger mit dem Opus Dei und Probleme mit der Prostata - Jef Geeraerts "Generalstaatsanwalt" hat's nicht leicht
Samstag, 21.09.2002
Heute in den Feuilletons
21.09.2002 Die FAZ streift die Asche von Schröders Zigarre ab. Die FR feiert die Renaissance der italienischen Piazza. Die NZZ löst sich von Kritikern, die am Kunstwerk kleben. Die taz sucht vergeblich nach Toleranz im Islam. Die SZ schildert die Qual der Wahl.
Bücherschau des Tages
21.09.2002 Mit Kritiken zu Zsuzsa Bank: "Der Schwimmer" in der SZ, Hermann Weber: "Damals, als ich Wunderlich hieß" in der NZZ, Jonathan Lethem: "Motherless Brooklyn - Erzähl Deine Geschichte im Gehen" in der TAZ, Bruno Richard: "Desaster" in der FR und Karl-Heinz Meier-Braun: "Deutschland, Einwanderungsland" in der NZZ.
Montag, 23.09.2002
Heute in den Feuilletons
23.09.2002 Die FAZ ist hocherfreut über einen Tenor, der sich nach vier lyrischen Duetten entleibt - und sowas soll abgeschafft werden! Die taz weiß nicht, ob sie über das neue Merkur-Heft lachen soll. Die FR kommentiert die Implosion der Berliner Republik. Die SZ sucht den Tod in Zwickau.
Magazinrundschau
23.09.2002 In der NY Review of Books macht sich Ahmed Rashid Sorgen um Pakistan. Outlook India fürchtet gar, dass die pakistanischen Fundamentalisten die Wahlen gewinnen werden. In Atlantic Monthly rühmt Christopher Hitchens die virtuose Handhabung von Zärtlichkeiten und Peitsche durch May Gray, Lord Byrons Kindermädchen. Die NYT Book Review empfiehlt allen Musen: no Sex. Das TLS stellt Peter Ackroyds "idea of Englishness" vor. L'Express widmet sich den Wahlen in Deutschland. Im Nouvel Obs beklagt Toni Negri das Drama der Linken.
Die Buchmacher
23.09.2002 In dieser Woche lesen Sie: Welches die derzeit erfolgreichsten Wirtschaftsbücher sind. Warum viele Kleinverlage der Buchmesse fernbleiben. Wie die neuen Renditevorgaben für Random House aussehen und wie Bertelsmann künftig wachsen will. Und wann Hugendubel die Kurzarbeit einstellt. Von Hubertus Volmer
Bücherschau des Tages
23.09.2002 Mit Kritiken zu Joseph Zoderer: "Der Schmerz der Gewöhnung" in der FAZ, Meinhard Miegel: "Die deformierte Gesellschaft" in der SZ, Peter Merseburger: "Willy Brandt 1913-1992" in der FR, Rüdiger Jungbluth: "Die Quandts" in der FR und Klaus Theweleit: "Der Knall" in der FAZ.
Vorgeblättert
23.09.2002 Der Westberliner Philosophieprofessor Sprenger sprengt alle Dimensionen. "Er musste Treppen meiden. Sein Herz konnte jäh versagen. Spätestens nach zweihundert Metern Fußweg brauchte er eine Pause. Meist setzte er sich in ein Cafe, bestellte ein Stück Torte ..." Dann geht Sprenger nach Mexiko, in Berlin fällt die Mauer - und Sprenger nimmt ab. Lesen Sie heute einen Auszug aus Arno Widmanns Debütroman.
Dienstag, 24.09.2002
Heute in den Feuilletons
24.09.2002 Die Feuilletons kommentieren die Wahlen. Die FAZ glaubt, dass die FDP von Joschka Fischer besiegt wurde. Die FR bescheinigt den abgesprungenen PDS-Wählern Kalkül. Die taz fand Hinweise auf eine psychische Befreiung Stoibers. Die SZ fragt: "Wollt Ihr den totalen Fettnapf?". Nur die NZZ blickt heute nach Amerika.
Bücherschau des Tages
24.09.2002 Mit Kritiken zu Philip Ardagh: "Schlimmes Ende" in der TAZ, Ian McEwan: "Abbitte" in der TAZ, Veronique Olmi: "Meeresrand" in der SZ, Andrzej Stasiuk: "Galizische Geschichten" in der NZZ und Tom Holert / Mark Terkessidis: "Entsichert" in der TAZ.
Mittwoch, 25.09.2002
Heute in den Feuilletons
25.09.2002 In der taz klagt Karen Duwe, dass die Frauen den Männern die Musik überlassen haben. Die SZ ruft Peter Sloterdijk zur Raison. Die FAZ erzählt, wozu heimliches Stöbern auf dem Dachboden führen kann: zum Fund Dutzender Briefe sämtlicher Größen der Naturwissenschaft. Die NZZ ergeht sich mit liebeskranken Indern im Monsun.
Bücherschau des Tages
25.09.2002 Mit Kritiken zu Isabel Allende: "Die Stadt der wilden Götter" in der NZZ, David Grossman: "Wohin du mich führst" in der NZZ, Gilbert Adair: "Adzio und Tadzio" in der TAZ, Monika Maron: "Endmoränen" in der SZ und Roland Barthes: "Ich habe das Theater immer sehr geliebt, und dennoch gehe ich fast nie mehr hin" in der FAZ.
Vom Nachttisch geräumt
25.09.2002 Umwerfende Porno-Burlesken, die Liebe zu Chopin, die Rätsel der Trinität, Ciorans lieblose Geliebte, Peitschen der Kommata, Durs Grünbeins Verhältnis zur Witwe Clicquot.
Donnerstag, 26.09.2002
Heute in den Feuilletons
26.09.2002 Die FAZ stellt den neuen Superstar der amerikanischen Literatur vor: Jonathan Franzens Freund Jeffrey Eugenides. Die Zeit kritisiert trotz ausdrücklichen Verbotes den Westen. Die FR befasst sich mit dem Immobilienkandal in Berlin. Die SZ fragt: Wird Antje Vollmer Bundes-, Staats- und Kulturministerin? Die taz fürchtet den Verfall der Aura in einem digitalisierten Kino.
Bücherschau des Tages
26.09.2002 Mit Kritiken zu Ernst-Wilhelm Händler: "Wenn wir sterben" in der NZZ, Jana Hensel: "Zonenkinder" in der NZZ, Klaus Große Kracht: "Zwischen Berlin und Paris: Bernhard Groethuysen (1880-1946)" in der SZ, Robert Coover: "Geisterstadt" in der FR und : "Rosenkreuz als europäisches Phänomen im 17. Jahrhundert" in der NZZ.
Vom Nachttisch geräumt
26.09.2002 Die archäologische Wahrheit über die Bibel, erzählt von Israel Finkelstein und Neil A. Silberman, ein Buch über alte Männer und junge Mädchen von einem alten Mann, ein Buch über alte Männer und junge Mädchen von einem jungen Mädchen, ein Fotoband über die Reichen Mexikos.
Freitag, 27.09.2002
Heute in den Feuilletons
27.09.2002 In der FR geißelt Peter Sloterdijk die "Weltvolksfront der Demokratien". Die FAZ zeichnet vor der Buchmesse ein Stimmungsbild der Branche. Aus dem selben Anlass befasst sich die NZZ mit dem Literaturland Litauen. Die SZ malt das Bild eines alternden Europas als eines "sympathisch vor sich hinrottenden Auswanderungsgebiets". Die taz plädiert für ein starkes Bundeskulturministerium.
Bücherschau des Tages
27.09.2002 Mit Kritiken zu Uwe Wesel: "Die verspielte Revolution" in der NZZ, Martin Pollack: "Anklage Vatermord" in der SZ, August Leugers-Scherzberg: "Die Wandlungen des Herbert Wehner" in der NZZ, : "Die politischen Systeme Osteuropas" in der NZZ und Katie Hafner / Matthew Lyon: "Arpa Kadabra oder die Geschichte des Internet" in der TAZ.
Vom Nachttisch geräumt
27.09.2002 Nikolaus von Kues' Traktat über den Frieden zwischen den Religionen, Nelly Arcans Roman "Hure", Durs Grünbeins Kinderalbum in Versen "Una storia vera".
Samstag, 28.09.2002
Heute in den Feuilletons
28.09.2002 Viel Politik heute in Feuilletons: Die SZ fürchtet, dass der Krieg gegen den Terror keine Ende haben wird. Die FR erklärt, warum der Zweck auch die kriegerischen Mittel heiligt. Die taz huldigt dem deutschen Nationalheiligtum: dem Auto. Die NZZ vermisst die zivilisierte Kommunikation in Frankfurt. Und die FAZ beklagt die Berlinisierung des Hauptstadttheaters.
Bücherschau des Tages
28.09.2002 Mit Kritiken zu Ernst-Wilhelm Händler: "Wenn wir sterben" in der TAZ, Katherine Stroczan: "Der schlafende Dax oder Das Behagen in der Unkultur" in der SZ, Franz Josef Czernin: "elemente, sonette" in der FR, Norbert Miller: "Der Wanderer" in der NZZ und Paul Morand: "Die Besessene" in der NZZ.
Montag, 30.09.2002
Heute in den Feuilletons
30.09.2002 In der FAZ erklärt Doug Bandow, früherer Sonderberater von Präsident Reagan, von welchen Illusionen die europäischen Regierungen Washington kurieren sollten. Die NZZ berichtet vom erschütterten Selbstbild der Holländer. Die FR widmet sich Norman Mailer. Die taz schreibt die Geschichte der Bauern und der Wölfe. Die SZ findet amerikanisches Fernsehen "Spitze".
Magazinrundschau
30.09.2002 Das TLS rühmt eine neue Puschkin-Biografie, die den russischen Nationaldichter als selbstmörderischen Hitzkopf zeichnet. Die LRB widmet drei Artikel dem drohenden Krieg gegen den Irak. Literaturen feiert den Schund. Im Nouvel Obs stellt Jacques Le Goff ein neues Standardwerk über Bilder im Mittelalter vor. Hanif Kureishi erklärt in L'Espresso, warum uns die Islamisten hassen: zu viel Sex. Für den Economist ist der Crash noch lange nicht zu Ende.
Die Buchmacher
30.09.2002 In dieser Woche lesen Sie: Wer sich in diesem Jahr Chancen auf den "Butt im Griff" ausrechnen kann. Warum die Taschenbuchverlage in einer Zwickmühle stecken. Wie der neue "Harry Potter" geworden ist. Und warum die Berliner Traditionsbuchhandlung Kiepert schließen musste. Von Hubertus Volmer.
Bücherschau des Tages
30.09.2002 Mit Kritiken zu Dagmar Leupold: "Eden Plaza" in der SZ, Leo Strauss: "Hobbes' politische Wissenschaft und zugehörige Schriften, Briefe" in der FR, Gilbert Adair: "Adzio und Tadzio" in der FAZ, Daniel Jonah Goldhagen: "Die katholische Kirche und der Holocaust" in der FR und Elazar Barkan: "Völker klagen an" in der FR.