Dienstag, 01.11.2011
Magazinrundschau
01.11.2011 Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören.
Heute in den Feuilletons
01.11.2011 Wie die schiitischen Iraner das Bilderverbot der Sunniten aushebeln, erzählt die NZZ. In Newsweek schwärmt Simon Schama von Robert Hughes neuer Geschichte Roms. Seit sechs Jahren in Arbeit ist Ilja Khrzhanovskijs Film "Dau" - GQ-Reporter Michael Idov erlebt am Set sein blaues Wunder. In der Welt erklärt Cora Stephan der Occupy-Bewegung: Die Parolen der Väter sind nicht die Zukunft. Die taz nimmt am Münchner Residenztheater einen Schluck Starkbier mit Mutterkorn. Die FAZ lernt von Andrea Segre, wie es chinesischen Einwanderern in Italien ergeht.
Bücherschau des Tages
01.11.2011 Lesen und Hören kann man Ilse Aichinger mit dem Interviewband "Es muss gar nichts bleiben", freut sich die FAZ. In Gerlind Reinshagens Roman "Nachts" packt ein alter Mann am Telefon aus, und die FR hört gebannt zu. Die NZZ trauert um Tine, die sich in Herman Bangs 1889 erschienenem gleichnamigen Roman um Kopf und Kragen liebt.
In eigener Sache
01.11.2011 Nach fünf Jahren ist es jetzt amtlich: Der Perlentaucher darf 13 Abstracts zu FAZ- und SZ-Buchkritiken nicht mehr vertreiben, entschied heute das OLG Frankfurt. Mit ihren weitergehenden Anträgen sind die Zeitungen gescheitert.
Karikaturen und Cartoons
01.11.2011 Heute: Brief an den großen Kürbis.
Mittwoch, 02.11.2011
Heute in den Feuilletons
02.11.2011 Die taz übt Selbstkritik und verspricht künftig sauberen Journalismus. AOL will eine deutsche Huffington Post gründen, meldet Meedia. Der Kapitalismus ist tot, meldet Franz Schuh in der NZZ. Was soll die Empörung über das annoncierte Referendum in Griechenland?, fragt Frank Schirrmacher in der FAZ. Außerdem verlinken wir auf zwei alte und schöne Reportagen von Joseph Mitchell und Tom Wolfe.
Bücherschau des Tages
02.11.2011 In der FAZ stellt Harald Hartung den italienischen Dichter Mario Luzi (1914-2005) vor, der Gewalt, Konvention, Mode und Markt verabscheute und glaubte: "Das Leben wird geboren zum Leben, / das ist das Ereignis, das / ist seine einzige Wahrheit." Die FR versinkt in Don Winslows Drogenkrimi "Zeit des Zorns". Die NZZ warnt Leser mit empfindlichem Magen vor Thomas Jeiers ausgezeichneter Geschichte der Indianer. Die taz findet in Dirk von Gehlens "Mashup. Lob der Kopie" einen neuen Begriff des Originals.
Medienticker-Archiv
02.11.2011 Julia Schoch: Warum die Literatur Krisen braucht - Autoren-Deal: Wie Stefan Aust zur Zeit kam - Zentrale Anlaufpunkte im Web: Facebook und Google binden 28 Prozent der Onlinezeit - Rundfunkstaatsvertrag 2013: Was werdet Ihr dagegen tun? - Google-Dienst: Street View blickt jetzt auch hinter die Fassade + Heute vor 50 Jahren: Max Frischs "Andorra" wird am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt.
Karikaturen und Cartoons
02.11.2011 Heute: Bettgeflüster
Im Kino
02.11.2011 Brett Ratner gelingt in "Aushilfsgangster" mit den Mitteln des populären Genrefilms eine Verdichtung der aktuellen Finanzkrise. Shawn Levy bremst dagegen in "Real Steel" seine Kampfroboter mit einem der nervigsten Filmkinder der letzten Jahre aus.
Donnerstag, 03.11.2011
Heute in den Feuilletons
03.11.2011 In der Welt macht sich Hamed Abdel-Samad Sorgen um den arabischen Frühling. Spätestens in siebzig Jahre ist es dann aber soweit, meint ein optimistischer BHL in der Zeit. Die taz würdigt den Beitrag, den Türkinnen in Deutschland zur Ästhetisierung der Republik leisteten. Der Freitag kritisiert das Urteil des OLG Frankfurt in Sachen FAZ und SZ gegen Perlentaucher. In der Jüdischen Allgemeinen spricht Howard Jacobson über Antisemitismus in Großbritannien. Und die FAZ findet, dass das Netz nicht zu Politik, sondern nur zur Dissemination von Laune und Gerücht taugt.
Bücherschau des Tages
03.11.2011 Sehr einverstanden ist die taz mit Eva Illouz' Buch "Warum Liebe weh tut" und ihrem Plädoyer gegen Ironie und für die Leidenschaft. Die NZZ lernt in Lars Gustafssons "Gegen Null" unter anderem, dass sich Exzellenz nicht planen lässt. Die FAZ rühmt Klaus Merz für seine Gedichte "Aus dem Staub" als einen Meister der Verknappung. Und die SZ lässt sich vom Archäologen Andreas Schachner in die Hethiterstadt "Hattuscha" führen.
Medienticker-Archiv
03.11.2011 Bert Bresgen über Schmidt, Steinbrück & das falsche Spiel der Könige - Vom aufrechten Gang: Über Tomas Espedals Selbstversuch, ein poetisches Leben zu führen - Prototyp des akademischen Prekariats: Über Christoph Hein "Weiskerns Nachlass" - Glückwunsch: Carl Wilhelm Macke gratuliert dem Philosophen Charles Taylor zum 80. + Ein Ohrläppchen für die Demokratie: An der Volksbühne bespiegelt Olivier Py sich selbst.
Karikaturen und Cartoons
03.11.2011 Heute: Heiße Ware
Freitag, 04.11.2011
Heute in den Feuilletons
04.11.2011 Die taz findet: Das neue Album von Loulou und Metallica ist für Nichtraucher nicht geeignet. Ein Leipziger StartUp schafft eine Flatrate für Bücher, berichtet Netzwertig. Wie groß ist die totalitäre Versuchung in Griechenland?, fragt Guy Sorman in Le Monde. Die SZ wirft einen ernüchterten Blick auf die Occupy Wall Street-Bewegung: dann doch lieber Kapitalismus. Die FAZ staunt über die Intensität der chinesischen Kulturpolitik.
Bücherschau des Tages
04.11.2011 Die FAZ durchbricht die Mauern der Schwerverständlichkeit und widmet sich ausführlich der Lyrik des Sizilianers Salvatore Quasimodo. Etwas strapaziös, aber sehr beeindruckend findet sie Elias Khourys Beirut-Roman "Yalo".
Medienticker-Archiv
04.11.2011 Ungarn: Kulturschaffende sagen "Nein" zum System Orban - Kampfplatz Charlie: Internetseite der Satirezeitung Charlie Hebdo geschlossen - Wie ticken Medien? Vom Arbeiten im Takt des Internets - VDZ-Herbstumfrage: Zeitschriftenverlage wachsen 2011 um 1,4 Prozent - Christoph Rüter über seinen Film über Thomas Brasch: "Man konnte einfach nur zuschauen, wie er verbrennt" - Seattle will alles: Amazon.com startet Ausleih-Service für E-Books.
Samstag, 05.11.2011
Heute in den Feuilletons
05.11.2011 Wir sind bekanntlich gezwungen, im Kapitalismus zu leben. Die FR hat jetzt aber die Nase voll davon und auch von der Demokratie und hätte es gern anders nett. Jürgen Habermas stimmt in der FAZ Frank Schirrmacher zu und sieht die Demokratien in der Zerreißprobe zwischen Märkten und Gerechtigkeit. Selbst die Brasilianer wollen jetzt Flachbildschirme, klagt die SZ. Außerdem ist der Kapitalismus schuld an gurken- und amöbenförmiger Architektur, findet der Architekturhistoriker Vittorio Magnago Lampugnani in der NZZ. Nur in der Welt warnt Niall Ferguson: Bitte keine Verliebtheit in das Autoritäre!
Bücherschau des Tages
05.11.2011 Künstlerische Avantgarde, Paris, 20er Jahre - und mittendrin Kiki de Montparnasse, die Jose-Luis Bocquet und Catel Muller zur Freude der FR jetzt in einem Comic verewigt haben. Die NZZ liest mit gespitzten Ohren den Reisebericht Christoph Carl Fernbergers, der 1624 zu einer Weltreise gepresst wurde. Die SZ liest Jocelyn Maclures und Charles Taylors Buch über "Laizität und Gewissensfreiheit". Die FAZ hört Robert Walsers "Im Bureau". Die taz durchlebt mit Bärbel Bohleys "Englischen Tagebuch 1988" noch einmal den Mauerfall.
Montag, 07.11.2011
Heute in den Feuilletons
07.11.2011 Nach der drakonischen Steuerforderung gegen Ai Weiwei werfen Chinesen Geldscheine über Ais Gartenmauer. Ai Weiwei betrachtet die Spenden als Kredit und will in Form von Kunstwerken zurückzahlen, berichtet die Welt. Auch per Paypal sollen Spenden möglich sein. Wir haben's probiert: Ais Paypal-Konto funktionierte heute morgen leider nicht. Außerdem: In der taz meint der Jurist Mathias Rohe: keine Angst vor der Scharia, denn sie ist ein "vielfältig auslegbares Normenbündel". Die FAZ berichtet über die Drangsalierung türkischer Intellektueller, die sich mit dem Völkermord an den Armeniern beschäftigen.
Bücherschau des Tages
07.11.2011 Gelehrt, erfrischend und sehr lässig findet die SZ Jan Wagners Essays über Lyrik "Die Sandale des Propheten". Sehr empfehlen kann sie auch Frederick Taylors kühlen Blick auf die Besatzungszeit "Zwischen Krieg und Frieden". Die FR verdankt Svenja Flaßpöhlers Polemik "Wir Genussarbeiter" die Einsicht, dass wir schon allein deshalb gern arbeiten müssen, da sie uns alle anderen Freuden verboten haben.
Medienticker-Archiv
07.11.2011 Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle über die Gefahren des sozialen Netzwerks Facebook - Digital bleibt Wachstumsmotor: Deutsche Springer-Zeitungen legen leicht zu - Unter Lacoste-Kunstbürgern: Hauptmanns "Einsame Menschen" in Düsseldorf - Druckindustrie: Strukturwandel und "Paid Content" + Der Solidarsolitär: Pieke Biermann über Christopher Hitchens Geständnisse "The Hitch".
Karikaturen und Cartoons
07.11.2011 Heute: wie eine Eins.
Dienstag, 08.11.2011
Magazinrundschau
08.11.2011 Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar Narancs.
Heute in den Feuilletons
08.11.2011 Die FR vermisste beim Berliner Jazzfest die "heiligen Spinner" des Free Jazz. Die Presse schaut den Staatsopernposaunen beim germanischen Sippenkampf zu. In der FAZ entwirft Amir Hassan Cheheltan ein kleines Panorama des iranischen Kinos unter den Mullahs. Die SZ packt die Piratenpartei bei den Wurzeln.
Bücherschau des Tages
08.11.2011 Bewegt liest die FR den tragischen Briefwechsel zwischen Joseph Roth und Stefan Zweig "Jede Freundschaft ist mir verderblich". Die NZZ liest mit Begeisterung die mitunter hoffnungslos redundanten, überladenen und formsprengenden Erzählungen "Alles ist grün" von David Foster Wallace. Die SZ wagt den "Vorstoß ins Innere" und streift durch die Sammlungen des Naturkundemuseums.
Medienticker-Archiv
08.11.2011 Suhrkamp-Pop? Mauer-Pop? Migranten-Pop? Das Label Popliteratur ist noch lange nicht erledigt, meint Marc Reichwein - Alter Homo occidentalis - was nun? Über Arno Bammes sozioepistemologische Reise um die Welt - Anonymous legt zahlreiche Websites israelischer Behörden lahm - Rolf Hochhuth über die Ehrung Georg Elsers in Berlin + Die hohe Kunst des Spaßverderben: Nathanael Wests Roman "Eine glatte Million" führt mittenmang in die Krise.
Karikaturen und Cartoons
08.11.2011 Heute: Bildung ist alles.
Mittwoch, 09.11.2011
Heute in den Feuilletons
09.11.2011 In der FR erklärt Marcia Pally, warum die Demokraten in den USA nicht siegen: Sie haben keine Eier. Slate meint: Google Plus ist im Grunde schon tot. Im Tagesspiegel ergründen Thea Dorn und Richard Wagner die deutsche Seele. In der Welt schreibt Marek Dutschke, ja, der Sohn von Rudi, zum Jahrestag des Mauerfalls. Bernard-Henri Levys Libyen-Buch (und -Initiative) nötigt der SZ am Ende doch Respekt ab. Die FAZ plädiert dringend für eine Max-Ophüls-DVD-Ausgabe. Außerdem: Auf nach London, zur Leonardo-Aussstellung.
Bücherschau des Tages
09.11.2011 Von der Menschenfreundlichkeit der Halbwelt lernt die SZ in Steve Earles Roman im Country-Sound "I'll Never get Out of This World Alive". Wie kleine Kriege ein Weltreich zermürben, erfährt die NZZ in Stefan Smids Geschichte des "Spanische Erbfolgekriegs". Außerdem liest sie gerührt Klaus Manns Briefe an seinen "Lieben und verehrten Onkel Heinrich".
Medienticker-Archiv
09.11.2011 Ronnie Grob über die Onlineauftritte Schweizer Zeitungen und Zeitschriften - Netzwelt-Ticker: Pornoindustrie entdeckt Google TV - Katalog als Pop-Ereignis: Zweitausendeins legt 250. Merkheft vor - Klassenkeile von den Mädchen: Interviewband über die Hamburger Schule - Das Universum Dürrenmatt: Peter Rüedis Biografie über ein Schweizer Literaturwunder - Furchengesicht, zwinkerndes Auge, ironisches Lächeln: Vor 20 Jahren starb Yves Montand.
Karikaturen und Cartoons
09.11.2011 Heute: Beruhigungspillen
Im Kino
09.11.2011 David Cronenbergs "Eine dunkle Begierde" ist ein Ränke- und Agentenspiel um die Begründer der Psychoanalyse, Carl Jung, Sigmund Freund und Sabina Spielrein. Kelly Reichardts hypnotisch spröder "Meet's Cutoff" ist ein feministischer Western durch und durch.
Donnerstag, 10.11.2011
Heute in den Feuilletons
10.11.2011 Die FAZ bringt die Rede, in der Martin Walser erklärt, warum es gar nicht sein kann, dass er Antisemit ist. Der Mediendienst DWDL.de staunt über die Hardcore-Integrationsfähigkeit der Bambi-Jury. Der Islamismus ist eine rechtsextreme Ideologie, auch wenn ihn vor allem Linke dulden, meint Frederik Stjernfelt in der Jungle World nach dem Brandanschlag auf Charlie Hebdo. In der taz erklärt die Regisseurin Kelly Reichardt, wie es bei den Siedlertrecks wirklich zuging: formell. Die Zeit nimmt eine Prise Kritik am Mainstream.
Bücherschau des Tages
10.11.2011 Als heillos überdreht und sehr zukunftsweisend feiert die Zeit Douglas Couplands Roman "JPod". Als Buch der Stunde legt sie uns auch Jürgen Habermas' Essay "Zur Verfassung Europas" sehr ans Herz. Die FAZ empfiehlt J.G. Ballards Autobiografie "Wunder des Lebens", die selbst vom Kulturbetrieb im gelassenen Ton erzählt. Berührt liest sie Ana Maria Matutes Roman "Unbewohntes Paradies" über ein ungeliebtes Kind.
Medienticker-Archiv
10.11.2011 Roland Reuß prangert die Deutsche Forschungsgemeinschaft an - Mehr Freiraum für Übernahmen: Bundesregierung will Pressefusionen erleichtern - Online-IVW im Oktober: Relaunch-Monat: FAZ.net fällt hinter Zeit Online - Bertelsmann: Umsatz und Netto-Ergebnis steigen - Digital statt Free TV: Fußball-Bundesliga im Web-TV rückt näher - David Cronenberg: "Künstler sind wie Seelenärzte" + Wilco: Melancholie in Krisenzeiten.
Karikaturen und Cartoons
10.11.2011 Heute: Willkommen im Club Amore
Freitag, 11.11.2011
Heute in den Feuilletons
11.11.2011 Die EU ist nicht nur dazu da, den Griechen Annehmlichkeiten zu bieten, schreibt der litauische Autor Sigitas Parulskis in der Welt. Die NZZ blickt in die Abgründe der politischen Korrektheit. Mit Europa ist's vorbei, meint die SZ: Berlin ist das neue Brüssel. Warum hat sich keine deutsche Zeitung mit Charlie Hebdo solidarisiert?, fragt Achgut.
Bücherschau des Tages
11.11.2011 Die NZZ präsentiert Gemma Bovery, unglücklich verheiratete Frau in der französischen Provinz. Die FAZ bewundert die barocke Ausdruckskraft der Kinnfalten, die Alexandra Kardinar und Volker Schlecht dem "Fräulein von Scuderi" verleihen. Sehr gern gelesen hat sie auch Jan Böttchers Roman "Das Lied vom Tun und Lassen". Bewegt folgt die SZ Hector Abad auf seiner Spurensuche nach einem Borges-Poem "Das Gedicht in der Tasche".
Medienticker-Archiv
11.11.2011 Ohne Grenzen und Schmerzen? Die "Vorkämpfer", die über die Welt im Ausnahmezustand berichten - Reporter ohne Grenzen besorgt über gespannte Stimmung in Chile - Rüstungswettlauf: China rüstet für den Cyberwar auf - Rassistisch? Theologin will Pippi Langstrumpf aus Kinderzimmern verbannen - Droht Amazon wegen der E-Book-Leihe ein Prozess? + Schwanzlurch und Erklärbär: Über Jürgen Lodemanns "Salamander".
Karikaturen und Cartoons
11.11.2011 Heute: Die Flaggen Europas
Samstag, 12.11.2011
Heute in den Feuilletons
12.11.2011 Nieder mit dem 3D-Kino, das keine Farben und keine Perspektive und nur einen Standpunkt kennt, ruft Fritz Göttler in der SZ. Zwei Dinge braucht Europa, meint der Tagesspiegel: weniger Kapitalismus und mehr Musil. Europa kommt ins Museum, meint dagegen Walter Laqueur in der Welt. In der taz schimpft Heinz Bude auf den ethnisch homogenen Prenzlauer Berg. In der FAZ droht Petros Markaris seiner Tochter mit Enterbung. Die NZZ fragt, was Paris fotografieren heißt.
Bücherschau des Tages
12.11.2011 Spionagethriller, Melodram, postkolonialer Gesellschaftsroman? Jedenfalls ist Wolfgang Herrndorfs neuer Roman "Sand" ein "grandioses Spiel der Mehrdeutigkeiten", meint die FAZ. Die NZZ unterhält sich bestens mit den Autoreninterviews der Paris Review. Die taz geht mit Ian Kershaw bis zum Ende. Und die FR bewundert Nicolas Mahlers Comicvariation auf Thomas Bernhard.
Montag, 14.11.2011
Heute in den Feuilletons
14.11.2011 Was treibt die SZ zur posthumen Attacke auf den Kunstsammler Heinz Berggruen?, fragt entgeistert der Tagesspiegel. Die Bild veröffentlicht den Bericht einer Untersuchungskommission zu den Umtrieben beim MDR: Da gibt's noch viel zu entdecken! In der taz analysiert der Schriftsteller Rafik Schami die Lage in Syrien. Die FAZ hat von einem Vordenker der Occupy-Bewegung gelernt, dass es "alternative marktwirtschaftliche Gesellschaften geben kann, die funktionsfähig sein können, ohne klassenkämpferisch zu sein". In Newsweek spricht Ai Weiwei über die Zeit seiner Isolation.
Bücherschau des Tages
14.11.2011 Intellektuellen Irrwitz macht die FAZ in Ermanno Cavazzonis "Kleinem Buch der Riesen" aus und ist begeistert. Außerdem stellt sie Werner Abelshausers "Deutsche Wirtschaftsgeschichte" vor. Die SZ liest Erhard Epplers neuestes Brevier "Eine solidarische Leistungsgesellschaft".
Medienticker-Archiv
14.11.2011 Die Dynamik des Dialekts - Literaturfest München: "Wir haben viele gut erzählte Romane" - Literaturwettbewerb Open Mike: Texte von "erschreckender Professionalität" - Garantiert verkäuflich: Krimis und Kochshow-Stars - E-Reader/ Tablet-PCs: Das Who's who der Lesegeräte - Kurszettel gegen Stimmzettel: Rainer Hank erklärt uns, warum Habermas nichts von der Krise versteht + 50 Millionen Euro mehr für die Kultur.
Karikaturen und Cartoons
14.11.2011 Heute: Klassische Überwachungsarbeit.
Redaktionsblog - Im Ententeich
14.11.2011 Wie sang seinerzeit noch Extrabreit?
Dienstag, 15.11.2011
Magazinrundschau
15.11.2011 Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich.
Heute in den Feuilletons
15.11.2011 Mit Entsetzen betrachtet die FAZ das Bekennervideo der braunen Terroristen aus Zwickau. Der Tagesspiegel hat herausgefunden, dass die Autorin einer sehr anschwärzenden Biografie über Heinz Berggruen Mitarbeiterin des Auktionshauses Villa Grisebach war, deren Chef gar nicht gut auf Berggruen zu sprechen war... Die New York Times meldet: Ahmed Rushdie ist sauer und schimpft auf Twitter über Facebook: Er hätte gern seinen Namen zurück. Die SZ liest eine Studie Gilles Kepels über den Islam in französischen Banlieues.
Bücherschau des Tages
15.11.2011 Kunst für Sex? Die SZ lernt in Winfried Menninghaus' Buch "Wozu Kunst?" alles über Ästhetik nach Darwin und die ganze Wirklichkeit der Kultur. Kalt und existenziell erwischt es die taz bei der Lektüre von Wolfgang Herrndorfs Roman "Sand". Die NZZ rät dringend, Petur Gunnarssons intelligenten und witzigen Roman "punkt punkt komma strich" zu lesen. Außerdem macht sie sich mit Jürgen Habermas auf in die Weltbürgergesellschaft.
Medienticker-Archiv
15.11.2011 Spiel nicht mit den Schmuddelkindern: Zum Tod von Franz Josef Degenhardt - Paul Nizon: "Die wilde, undurchdringliche Wirklichkeit mit Sprache einfangen" - So nett, so kokett, so unmutig: Helene Hegemann inszeniert in Düsseldorf - Dagmar Leupold: Nur die Literatur bewahrt das Verschwundene - Hans Magnus Enzensberger in New York: Dichtung ist die höchste Form des Showbusiness + Jugendprotest: Die stecken doch alle unter einer Decke!
Karikaturen und Cartoons
15.11.2011 Heute: Doch lieber kuscheln?
Mittwoch, 16.11.2011
Heute in den Feuilletons
16.11.2011 Die Welt fragt, warum dieser geradezu physische Ausländerhass in Ostdeutschland noch immer nicht eingehegt ist. In der taz bekennt der frühere Leiter der Münchner Mordkommission seine ganze Ratlosigkeit. In der FR erklärt Eric Hobsbawm, er hätte Irland und Griechenland nicht einmal in die EU aufgenommen. Die SZ wünscht sich Durchstich in der Literatur. Im Tagesspiegel verwahrt sich Hermann Parzinger gegen den "perfiden" Demontageversuch Heinz Berggruens.
Bücherschau des Tages
16.11.2011 Die NZZ freut sich, wie unsentimental Norbert Scheuer in seinen Gedichten "Bis ich dies alles liebte" die Eifel besingt. Außerdem frohlockt sie: Das geheime Tagebuch des Herzog von Croy "Nie war es herrlicher zu leben" hat kein Höfling geschrieben, sondern ein Aufklärer! Die FAz ist nachhaltig verstört von Andre Pilz' Drogenroman "Man down". Allen Ärzten, die sich nicht von der Pharmalobby umarmen lassen wollen, empfiehlt sie den Band "Interessenkonflikte in der Medizin".
Medienticker-Archiv
16.11.2011 News of the World: Steffen Grimberg über die Untersuchungskommission zum britischen Medienrecht - Privatsphäre war gestern: Christian Heller über Post-Privacy - Chronologie des Grauens: NSU missbraucht "rosaroten Panther" - Wie der Konzentrations-Prozess im deutschen Onlinehandel funktioniert - Charles Dantzig fragt: "Wozu Lesen?" + Was ist Wirklichkeit? Rene Magritte in der Albertina in Wien.
Karikaturen und Cartoons
16.11.2011 Unsere Besten.
Im Kino
16.11.2011 Jenseits aller Metaphysik untersucht Andreas Dresen in seinem Film "Halt auf freier Strecke" die Verbindung von Kino und Tod. Richard Ayoades Regiedebüt "Submarine" weicht den Fallen des nostalgischen Hipsterkinos geschickt aus.
Donnerstag, 17.11.2011
Heute in den Feuilletons
17.11.2011 Die Zeit protokolliert Antonio Tabucchis Wohnzimmertribunal gegen Berlusconi. Außerdem wirft sie einen Blick in das braune Bullerbü von Mecklenburg-Vorpommern. Die FAZ verteidigt jetzt auch Heinz Berggruen gegen die Anwürfe von Vivien Stein und SZ. In der NZZ erweist Franz Schuh dem souveränen Mitläufer seine Reverenz. Die taz liest Habermas. Und in der FR erzählt Matthew Herbert aus dem Leben eines armen Schweins.
Bücherschau des Tages
17.11.2011 Die NZZ folgt fasziniert Iris Meders Streifzug durch die Bädergeschichte Mitteleuropas. Evelyn Schlags Roman "Die große Freiheit des Ferenc Puskas" lässt sie die Macht des Zufalls spüren. Die Zeit verliert sich mit Begeisterung in Wolfgang Herrndorfs "Sand". Sehr empfehlen kann die FAZ Christian Stöckers Führer durch die digitale Welt "Nerd Attack!".
Medienticker-Archiv
17.11.2011 Spiegel zahlte angeblich für Neo-Nazi-Bekennervideo - Werden Journalisten für PR weniger wichtig? - Michael Angele über die Linke, den Klatsch und den Tratsch - Kulturen sprechen nicht: Frank-Olaf Radtke über interkulturellen Dialog - Dali-Ausstellung: Christoph Stölzls Sorge um die Würde Weimars + Auf der Suche nach der Erinnerung: Robert Bober zum 80.
Freitag, 18.11.2011
Heute in den Feuilletons
18.11.2011 Wenn unsere Politiker glauben, dass es Sinn hätte, unser politisches System retten zu wollen, dann ist das utopisches Denken, meint John Gray in der SZ. Warum beschäftigt sich das deutsche Kino lieber mit Hitler und Baader als mit aktuellen Problemen wie etwa heutigen Rechtsradikalen?, fragt die taz. Die NZZ beklagt die Verzwergung der Gedächtniskirche. Und der Freitag fordert Open Science und ein Ende der Einsamkeit in der Forschung.
Bücherschau des Tages
18.11.2011 Die Literaturkritik ist schon im Wochende: Die FAZ zieht mit dem Helden von Imran Ayatas Roman "Mein Name ist Revolution" durch Berlins Kneipen. Die FR rätselt nach Marc Degens' Roman über Literatur und Betrieb "Das kaputte Knie Gottes", wer hier wen vorführt.
Medienticker-Archiv
18.11.2011 Eine Begegnung mit Douglas Coupland - Kostenlos-Kultur drängt in die Politik: Verleger kritisieren Forderungen der Grünen zur Urheberrechtsreform und Hubert Burda will "Dampf" machen für ein Leistungsschutzrecht - Häme und Hass: Rechtsextremismus im Internet - AGOF: Das neueste Top-50-Ranking der News-Branche - Lob aus Feindesmund: Springer-Chef Döpfner würdigt Günter Wallraff + Sound des Wahnsinns: Die "SMiLE" Sessions der Beach Boys.
Samstag, 19.11.2011
Heute in den Feuilletons
19.11.2011 Warum kamen auch die Medien nicht auf die Idee, dass die Morde an türkischen (beziehungsweise deutschen) Mitbürgern rechtsextremistische Taten sein könnten?, fragt selbstkritisch die FAZ. Die Medien waren am Thema Rechtsextremismus überhaupt nicht interessiert, meint ein anonym schreibender Journalist in der SZ. In der NZZ fragt sich Gertrud Leutenegger, warum Kleists Sätze sie so aufwühlen. Und Felix Philipp Ingold wirbt für eine Wiederentdeckung der brasilianischen Schriftstellerin Clarice Lispector.
Bücherschau des Tages
19.11.2011 Die FAZ hört eine ganze Reihe neuer und schöner Kleist-Hörbücher, aber keines kommt an die wilde, verwegene Lesung des neunzigjährigen Rolf Boysen heran. Außerdem freut sie sich über Hunter S. Thompsons ihrer Ansicht nach tiefsinnigstes Buch, den Roman "Der Fluch des Lono". Die NZZ liest den abenteuerlichen "Ameisenroman" des Insektenforscher Edward O. Wilson. Als brillantes Geschichtsbuch empfiehlt die taz Orlando Figes' "Kriemkrieg".
Montag, 21.11.2011
Heute in den Feuilletons
21.11.2011 Die New York Times stellt das Google Cultural Institute vor, das in Paris gegründet wird. Mashable hat ganz aktuelle Fotos vom Tahrir-Platz gesammelt, die Demonstranten per Twitter und Facebook publizierten. Die EU-Kommissarin Neelie Kroes hat eine erstaunliche Rede über Urheberrecht gehalten, vermerkt unter anderem Heise. Der Tagesspiegel wirft einen kritischen Blick auf die Berliner Philharmoniker als Veranstalter. Die SZ bringt die Rede der Kleist-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff, die ihr Unbehagen an Kleist bekennt. Die Zwickauer Nazis beschäftigen die Feuilletons weiterhin.
Bücherschau des Tages
21.11.2011 Die SZ schluckt eine bittere Pille, die ihr die ehemalige Weltbankerin Dambisa Moyo mit dem Buch "Dead Aid" verabreicht: Entwicklungshilfe fördert nicht den Wohlstand, sondern die Korruption. Die FAZ lernt von Jürgen Habermas' Essay "Zur Verfassung Europas", wie die Europäer selbstbestimmert werden können. In Sahra Wagenknechts "Freiheit statt Kapitalismus" findet sie weder Menschen noch Mehrheiten.
Medienticker-Archiv
21.11.2011 Über neue Wettbewerber im Buchhandel - Wider die linke Melancholie: Über Walter Benjamins Kunst der Kritik - Jan Bosse über den rätselhaften Klassiker Kleist - "Der Stein": Franz Hohlers zauberhafte Welten - "Der Westen und der Rest der Welt": Niall Fergusons sonderbare Rezepte zur Rettung des Westens - Nacht-Kritik: Herbert Fritsch überprüft spielend die Mittel des Theaters + Tatort-Kritik: Zwischen Panikattacken und Bettgeflüster.
Karikaturen und Cartoons
21.11.2011 Heute: Der Profi rät.
Dienstag, 22.11.2011
Magazinrundschau
22.11.2011 Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic.
Heute in den Feuilletons
22.11.2011 Wie hoch ist eigentlich der Anteil der DDR an der Entstehung des Rechtsextremismus in den Neuen Ländern?, fragen Anetta Kahane in der taz und Freya Klier in der Welt. Außerdem in der Welt: Der ANC demontiert die Freiheit, für die er einst kämpfte und bedroht Journalisten mit 25 Jahren Gefängnis. Die NZZ schildert die Zerrüttung Italiens durch den Berlusconismus. Slate liest Peter Nadas' Tausendseiter "Parallele Geschichten", der gerade auf Englisch erschienen ist.
Bücherschau des Tages
22.11.2011 Geschichtsrapport, Aberwitz und überbordende Fantasie: Die NZZ liest beeindruckt und begeistert Miljenko Jergovics neuen Roman "Wolga, Wolga". Außerdem stellt sie Antonio Lobo Antunes kataraktische Erzählung "An den Flüssen, die strömen" vor. Die FAZ erlebt in Anthony McCartens Roman "Liebe am Ende der Welt" extraterrestrische Erweckunsgerlebnisse. Die taz empfihelt nachdrücklich Klaus-Michael Bogdals Geschichte des Antiziganismus "Europa erfindet die Zigeuner".
Karikaturen und Cartoons
22.11.2011 Heute: Schneeballkrieg
Medienticker-Archiv
22.11.2011 Hugh Grants Vorwürfe gegen die britische Boulevard-Presse - EU-Kommissarin Neelie Kroes bezeichnet Copyright als "Hasswort" und Angela Merkel macht Verlegern Versprechungen zum Leistungsschutzrecht - Die Suchmaschine und die Verlage: Google liebt uns, Google liebt uns nicht - Raus aus Print: Holtzbrinck verkauft Südkurier-Mehrheit - Im Schlamassel der Erinnerung: Herta Müller und Ruth Klüger diskutieren über Formen des Gedenkens.
Essay
22.11.2011 Die Piraten sind ein Interessenclub für das neue WLan-Bürgertum. Ihr Wahlerfolg in der "Kreativhauptstadt" Berlin ist plausibel. Ein neues Bürgertum auf der Suche nach sich selbst.
Mittwoch, 23.11.2011
Heute in den Feuilletons
23.11.2011 In der Welt setzt der ägyptische Politologe Omar Ashour seine Hoffnung in die Jugend des Landes. Außerdem feiert die Welt die präraffaelitische Popsängerin Florence Welch. Die SZ erzählt, wie der Karl-Theodor zu Guttenberg mithilfe von Giovanni di Lorenzo trotz kurzfristigen Scheiterns über "notwendige Schritte in der Europa- und Außenpolitik" aufklärt. Die FAZ sieht in Roman Polanskis Verfilmung eines Theaterstücks von Yasmina Reza lauter Schauspieler, die um Oscars konkurrieren.
Bücherschau des Tages
23.11.2011 Die SZ feiert Nino Haratischwilis Roman "Mein sanfter Zwilling" als groß, fremd und dunkel, ob ihn jeder aushalten wird, mag sie aber nicht sagen. Die NZZ betrachtet staunend Gundula Schulze Eldowys Fotos aus "Berlin in einer Hundenacht". Ganz schön schlucken muss sie bei Rainer Becks Geschichte des Kinderhexenprozesses von 1715 "Mäuselmacher oder die Imagination des Bösen". Die FAZ stellt die beiden amerikanischen Dichterinnen Mary Jo Bang und Matthea Harvey vor.
Medienticker-Archiv
23.11.2011 Katholische Kirche verkauft Weltbild-Verlag - Radio Vatikan: Wie vertragen sich eigentlich Journalismus und Kirche? - Thomas Knüwer: Warum Facebook die Boulevardisierung des Online-Journalismus fördern könnte - Don Winslow im Gespräch: "Am Ende wird man immer aus einem Paradies vertrieben" - Iris Berben erinnert sich an Uwe Nettelbeck - Schmutzige Geheimnisse: Elfriede Jelinkes "Der ideale Mann" in Wien + Georg Kreisler ist tot.
Im Kino
23.11.2011 Ein genuin filmisches Spektakel macht Roman Polanskis "Der Gott des Gemetzels" aus Yasmina Rezas Bühnenstück über zwei sich bekriegende Ehepaare. Bill Condons "Breaking Dawn" fügt dem "Twilight"-Franchise einen weiteren hochsexualisierten Blockbuster ohne Triebventil hinzu.
Karikaturen und Cartoons
23.11.2011 Heute: Guter Abgang
Essay
23.11.2011 Der Zufall wollte es, dass sie in Cannes gegeneinander antraten, Terrence Malicks "Tree of Life" und Lars von Triers "Melancholia": zwei Filme, absolut heterogen, die sich doch auf irritierende Weise gleichen. Was unterscheidet den Hypersymbolismus eines Lars von Trier so radikal von Malick?
Donnerstag, 24.11.2011
Heute in den Feuilletons
24.11.2011 In der Jungle World und in der FR spricht Andres Veiel über Parallelen (oder auch nicht) zwischen der RAF und den Nazimördern aus Zwickau. Die taz interviewt Ian Kershaw zu Hitlers Ende und die endlose Nibelungentreue der Deutschen. Im Freitag spricht der Literaturwissenschaftler Wolf Kittler über Kleist und Schmitt und Lenin. Die SZ rechtfertigt sich für ihre posthume Kritik am Kunstsammler Heinz Berggruen. Die Zeit leitet die Reguttenbergisierung der Politik ein.
Bücherschau des Tages
24.11.2011 In der SZ präsentiert Karl-Markus Gauß das Bollwerk der österreichischen Demokratie: den Falter-Reporter Florian Klenk, dessen wichtigste Reportagen in dem Band "Früher war hier das Ende der Welt" zu lesen sind. Die Zeit ist hellauf begeistert von Simon Urbans Roman "Plan D", in dem die DDR nicht untergegangen ist. Der FR imponiert Nuran David Calis' zorniger Roman "Der Mond ist unsere Sonne".
Medienticker-Archiv
24.11.2011 Julia Franck kritisiert Kritiker ihres neuen Romans "Rücken an Rücken" - Alan Rusbridger: "Was macht Journalismus aus?" - analyse & kritik: Der Arbeiterkampf geht weiter, Kollegen! - E-Books: Erstmals absatzstärkstes Buchformat bei Libri.de - Ausstellung "Tür an Tür" oder Was darf Kunst?: Streit um Video des Künstlers Artur Zmijewski + Power Up, Female Pop Art: Guerillakämpferinnen und Terroristinnen der Kunst.
Karikaturen und Cartoons
24.11.2011 Heute: Gute Zugpferde gesucht.
Freitag, 25.11.2011
Heute in den Feuilletons
25.11.2011 Die FAZ möchte nach Lech Majewskis Bruegel-Film "Die Mühle und das Kreuz" nur noch nach Wien und "weiterschauen, suchen, bewundern, erleben". In der SZ schildert Doug Saunders die Dialektik der Mega-Cities, wo es passieren kann, dass es steil bergauf geht, obwohl es aussieht, als ginge es steil bergab. Die FR hat den Garten Eden gefunden. Die NZZ wird kostenpflichtig, meldet persoenlich.com. Wo bleibt die große Demonstration?, fragt Jakob Augstein auf Spiegel Online.
Bücherschau des Tages
25.11.2011 Als Buch der Stunde empfiehlt die SZ Steven Uhlys Geheimdienst-Groteske "Adams Fuge". Von Winfried Schröder lernt sie, dass "Athen und Jerusalem" überhaupt nicht zusammenzugehören, zumindest nicht philosophiegeschichtlich. Die FAZ feiert mit Hans-Jörg Neuschäfers Einführung in die spanische Literatur" die Rückkehr der Klassik in die Romanistik und .
Bücherschau des Tages
25.11.2011 Als Buch der Stunde empfiehlt die SZ Steven Uhlys Geheimdienstgroteske um durch- und rechtsdrehende V-Männer "Adams Fuge". Von Winfried Schröder lernt sie, dass "Athen und Jerusalem" überhaupt nicht zusammengehören, zumindest nicht philosophigeschichtlich. Die FAZ feiert mit Hans-Jörg Neuschäfers Einführung in die spanische Literatur die Rückkehr der Klassik in die Romanistik.
Medienticker-Archiv
25.11.2011 Große Männerwochen bei der Zeit: Das Qualitätsblatt bietet der Mogelei eine Plattform - Branche unter Druck: Druckriese Manroland steht vor der Insolvenz - Springer-Chef Döpfner wollte sich nicht den Schneid abkaufen lassen - Ranking: Die deutsche Top 100 der News-Websites - Musikbranche: Authentischer Pop, was war das noch? + Dunkelgrau getönte Lieder oder Die Antithese zur bunten Hippie-Laune: Zum Tod von Ludwig Hirsch.
Virtualienmarkt
25.11.2011 Wer Weltbild kauft, erwirbt 18 Prozent Umsatzanteil im zweitgrößten Buchmarkt der Welt - und angesichts der chaotischen Vorgaben seitens der Eigentümer mit guten Chancen auf einen attraktiven Preis.
Samstag, 26.11.2011
Heute in den Feuilletons
26.11.2011 In der Welt erklärt Steven Pinker, warum die Menschen mit der "Gewalt" ein fast so großes Problem haben wie mit der Mathematik. Der SZ mag nicht recht an die von Habermas' geforderte Bürgersolidarität in Europa glauben. Außerdem erliegt sie Kate Bushs dramatischer Schrulligkeit. Die taz hört Brian Wilson. Im Tagesspiegel ruft Jeff Jarvis zum Schutz der Öffentlichkeit auf. In seinem Blog erinnert Wolfgang Michal die Grünen an den Unterschied von Urhebern und Verwertern.
Bücherschau des Tages
26.11.2011 Die taz freut sich, dass mit Ottfried Dascher endlich jemand die längst fällige Biografie des Kunsthändlers und Verlegers Alfred Flechtheim geschrieben hat, in dessen Berliner Galerie sich in den zwanziger Jahren alles traf, was Rang und Namen hatte. Die NZZ liest Johan Huizingas Amerika-Bücher und meint: auch nach 85 Jahren noch von ungebrochener Relevanz. Die SZ versteht nicht, warum Julia Francks Roman "Rücken an Rücken" derart heftig verrissen wurde.
Montag, 28.11.2011
Heute in den Feuilletons
28.11.2011 Sparen hat keinen Sinn, meint der amerikanische Autor Adam Haslett in der Welt mit Blick auf Griechenland und Irland. Ähnlich sieht es die SZ. In der NZZ macht sich der weißrussische Autor Artur Klinau Hoffnungen auf Risse im System. Im Guardian spricht Ai Weiwei über die chinesische Politik des Verschwindenlassens von Unliebsamen. Hugh Eakin bewundert im NYRblog das Nation Building in Qatar. Aber er war auch der einzige. Das Heddesheim-Blog berichtet über juristische Weiterungen in der "Fischfutter-Affäre" um Hans-Christian Ströbele.
Bücherschau des Tages
28.11.2011 Als "vortreffliches Werk" lobt die FAZ Ian Kershaws Panorama des letzten Kriegsjahres "Das Ende". Die existentielle Not des kleinen Angestellten erlebt sie in Maurice Blanchots Roman "Der Aller-Höchste". Selbst Peter Gauweiler findet in der SZ Anton Pelinkas Plädoyer für Europa gar nicht so schlecht, dafür dass es Plädoyer für Europa ist.
Bücher der Saison
28.11.2011 Liegt's am Hype des Deutschen Buchpreises oder ist die deutsche Literatur tatsächlich so in Form? Jedenfalls dominierte sie in den Buchmessenbeilagen. Außerdem begegnen wir Michelangelo in Konstantinopel, selbstmöderischen Käfern in Bukarest und Dandys in Stockholm. Wer etwas belebenden Optimismus tanken will, vertiefe sich in Steven Pinkers "Gewalt". Eva Illouz' Analyse des Liebesmarktes ist eher was für Hartgesottene. Und, tja, wer die Geschichte des Computers besser verstehen will, sollte die Steve Jobs-Biografie von Walter Isaacson durchaus lesen!
Karikaturen und Cartoons
28.11.2011 Heute: Immer auf Topniveau!
Medienticker-Archiv
28.11.2011 Grüne wollen das Urheberrecht aufweichen - Gratisblätter: Zeitungssterben in Großbritannien - Medienmonitor: Medien-Irrtümer, Mülltrennen im Netz und Lehren aus der Revolution - Überleben im Gedächtnis der anderen: Zum 20. Todestag des Philosophen Vilem Flusser - Wilder Denker: Slavoj Zizeks Plädoyer für einen radikalen Neubeginn + Tim Parks über Zwänge des globalisierten Literaturmarkts.
Dienstag, 29.11.2011
Magazinrundschau
29.11.2011 Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust.
Heute in den Feuilletons
29.11.2011 In der FAZ sagt der Klimaforscher Hans von Storch einen Klimawandel in der Klimaforschung an. In der FR erinnert Regisseur Thomas Heise daran, dass wir schon vor zwanzig Jahren über die neue rechtsextreme Szene in Deutschland informiert waren. Die SZ möchte kein Halal-Netz im Iran. Foreign Policy bringt eine aktuelle Ai-Weiwei-Bilderstrecke. DSK-Gate? Die NYRB fragt, ob DSK Opfer einer Verschwörung wurde. Viele Medien greifen das Thema auf. Die New Republic ist kritisch mit dem in Deutschland sehr gefeierten Maurizio Cattelan.
Bücherschau des Tages
29.11.2011 Nicholas Shakespeare weiß genau, was er tut, frohlockt die SZ und folgt freudig dem Zickzackkurs seines Romans "Die Erbschaft". Sehr freundlich nimmt sie auch Christian Zehnders Debüt "Julius" auf. Die taz liest mit wachsendem Schrecken Rainer Becks Geschichte des Freisinger Hexenprozess von 1715 "Mäuselmacher oder die Imagination des Bösen".
Medienticker-Archiv
29.11.2011 Für eine Philosophie der Benutzeroberfläche: Claudia Beckers Hommage an Vilem Flusser - Homo universalis: Der Verleger Michael Krüger und Wolfgang Beck ist der "Verleger des Jahres 2011" - Auf Kosten der Kultur? Branchenverbände kritisieren Netzpolitik der Grünen - Soziales Netzwerke sind die neuen Newsticker und Facebook soll Mega-Börsengang planen - Der Dokumentarfilm "Totschweigen" online + Der "schillernde, wilde Mann": Zum Tod von Ken Russell.
Karikaturen und Cartoons
29.11.2011 Heute: Vorweihnachtsfreuden
Mittwoch, 30.11.2011
Heute in den Feuilletons
30.11.2011 In der SZ mag Diedrich Diederichsen dem Retropop durchaus einiges abzugewinnen. Die Welt bringt die fulminante Berliner Rede des polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski an die Deutschen: "Ich fürchte mich weniger vor Deutschlands Macht als vor seiner Untätigkeit." Und Martin Walsers Hommage auf den Euro-Miterfinder Theo Waigel. Die NZZ führt uns in Südkoreas politische Satirelandschaft ein.
Bücherschau des Tages
30.11.2011 Karl Heinz Bohrer überzeugt die NZZ mühelos von den Vorzügen des Selbstdenkens. Die FR empfiehlt Michael Martens Buch "Heldensuche" über einen deutschen Wehrmachtshelden, der keiner war. Die FAZ würde bis in alle Ewigkeit auf den Fußballstar Perlassi warten, solange Eduardo Sacheri über Torschüsse und Depressionen plaudert.
Im Kino
30.11.2011 Berückend erzählt Thomas Imbachs Dokumentarfilm "Day is Done" von flüchtigen und ganz unflüchtigen Dingen. Und Cary Fukunaga steckt für seine Romanverfilmung "Jane Eyre" die gründlich falsch verstandene Titelfigur ins Puppenhaus.
Medienticker-Archiv
30.11.2011 Wie sich Rechtsextreme der Mythologie bedienen - Die Medien und der rechte Terror: "Entsetzen über die seltsam fremden Mörder" - Senf zu allem: Was Katrin Rönicke online tierisch nervt - Journalismus im Internet: Schneller, fundierter, kritikfähiger? - Israels Medienpolitik: Missliebige Botschafter + Comics: Nicolas Mahlers Graphic Novel "Alte Meister" und F. W. Bernstein über Tomi Ungerer: "Die Niedlichkeit und der Schweinkram".