Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Freitag, 01.04.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Diese Feindlichkeit tut weh

01.04.2022 Die Welt begibt sich in Hamburg auf die braunen Spuren im Farbbad von Ernst Wilhelm Nay, der Besatzer und Frankreichfan zugleich war. Die Neue Musikzeitung erinnert daran, dass Deutschland nach dem Überfall auf die Sowjetunion schon einmal russische Komponisten aus dem Programm nahm. Die Oper in Nowosibirsk hat indes Anna Netrebko ausgeladen und setzt künftig lieber auf Künstler mit "klarer staatsbürgerlicher Haltung", meldet der Standard. Und das VAN-Magazin erkennt die Nähe zwischen der Musik des Barock und Techno.

9punkt - Die Debattenrundschau

T-Shirts, Trikots, Vitamine

01.04.2022 Der Westen hatte die Devise "Nie wieder" stets auf den Lippen, während er in die Wiederholung rannte, schreibt Anne Applebaum in Atlantic. In der SZ erklärt die Russland-Expertin Heather Conley, warum die Idee "Handel durch Wandel" ein Irrtum war. Der MI6-Russland-Chef Christopher Steele setzt ebenfalls in der SZ auf eine Palastrevolution. Und sonst: Jacques Attali macht sich in seinem Blog Sorgen, dass Marine Le Pen die französischen Präsidentschaftswahlen gewinnen könnte.

Medienticker

Woodstock Vision

01.04.2022 Aktualisiert: Gespräch zur Zukunft der Leipziger Buchmesse - Bertelsmann verzeichnet 2021 zweistelliges organisches Umsatzwachstum & operatives Rekordergebnis  - Krimifestival München: Krimis werden politischer und ernster - Präraffaelitische Girls erklären Hexerei - Fotografin Christine de Grancy im Gespräch mit Britta Bürger + Mouvement: Witold Lutoslawski "Musik lässt sich nicht in Worte übersetzen" + TV+Hörfunk-Tipps für das Wochenende.

Bücherschau des Tages

Was klar erscheint

01.04.2022 Die FR macht’s kurz: Craig Browns Beatles-Buch hält sie für eine Wucht. Die SZ lässt sich gebannt in den höllischen Raum ziehen, den Julia Schoch in ihrem Roman „Das Vorkommnis“ öffnet. Die FAZ lernt von Annekathrin Kohout: Dem Nerd von heute fehlt Kontur. Der Dlf sucht mit Walerjan Pidmohylnyj die Liebe im Kiew des Jahres 1925. Und Dlf Kultur betrachtet mit dem Psychoanalytiker Daniel Strassberg die Maschine als Spiegel des Menschen.

Samstag, 02.04.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Jäh zerstörte Normalität

02.04.2022 Im Guardian und im Standard warnen Met-Intendant Peter Gelb und Regisseur Romeo Castellucci vor dem Boykott russischer KünstlerInnen: Ihnen drohe der Kulturtod. Der Tagesspiegel staunt beim Berliner Festival Internationale Dramatik über die Absurdität, mit der Tina Satter das Verhör der Whistleblowerin Reality Winner inszeniert. Die SZ erlebt in der Kiewer Clubszene eine ganz neue Solidarität der Ukrainer untereinander. Für die Solidarität, die der türkische Schriftsteller Yavuz Ekinc mit den Kurden zeigte, ist er indes zu einer Haftsprache verurteilt worden, berichtet die FAZ.

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine Win-win-win-win-Situation

02.04.2022 "Der Russofaschismus hat sein böses Haupt erhoben. Putin ist in die Rolle Hitlers geschlüpft", schreibt Durs Grünbein in der SZ - und er sieht Putin zugleich in der Kontinuität mit den bolschewistischen Kreml-Herrschern. In der taz prangert Daniel Cohn-Bendit die deutsche Blindheit gegenüber Wladimir Putin an: "Billige Energie war den Deutschen mehrheitlich wichtiger als jegliche andere Überlegung." In Russland bekommt man inzwischen 50.000 Rubel Strafe aufgebrummt, wenn man  einmal drei und einmal fünf Sternchen auf ein Schild malt, erzählt Zeit online.

Bücherschau des Tages

Polizerdeppermegären

02.04.2022 Anne Tyler setzt mit "Eine gemeinsame Sache" ihre Kunst des Generationenromans fort. FAZ und Dlf Kultur schätzen ihn für seine ruhige Präzision. Ebenfalls in der FAZ wird Paul Mendes-Flohrs Biografie über Martin Buber empfohlen. Die SZ ist gespannt, wie die deutsche Erinnerungskultur mit Joshua Cohens Roman "Witz" umgehen wird, der sich dem feierlichen Ernst offiziellen Holocaust-Gedenkens widersetzt. Die taz bleibt wach mit Jochen Schimmangs "Laborschläfer"

Montag, 04.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine Grenzüberschreitung nach der anderen

04.04.2022 Die Leichen von Butscha schockieren die Weltöffentlichkeit. Der Vorwurf des Völkermords steht im Raum, kommentiert die taz. Ein Sieg Putins in der Ukraine wäre eine Niederlage Europas, schreibt Ralf Fücks in der FAZ. Im New Statesman versichert der Putin-Berater Sergei Karaganow dagegen, dass es nichts anderes als einen Sieg Putins geben kann. Yascha Mounk fragt in einem Twitter-Thread: Könnte Emmanuel Macron die Wahlen verlieren?

Efeu - Die Kulturrundschau

Welt der technoiden Sehnsucht

04.04.2022 Der  litauische Filmemacher Mantas Kvedaravicius ist beim Versuch, aus Mariupol zu fliehen, ums Leben gekommen, meldet unter anderem der Dlf. Fassungslos berichtet die FAZ, dass Maltas Nationaltheater beinahe ein Stück gezeigt hätte, dass die ermordete Journalistin Daphne Caruana Galizia als hasserfüllte Hexe denunziert. Die SZ fragt mit Jan-Christoph Gockel und Alexander Kluge an den Münchner Kammerspielen, ob man verändern kann, was man liebt. Im Freitag beschört Jacques Audiard die erotische Kraft der Sprache. Die NZZ registriert den neuen Trend zum Vorrevolutionären in der Luxusmode.

Medienticker

Sätze, die leuchten

04.04.2022 Orban und kein Ende: Gespräch mit Terezia Mora in Ungarn - Peter Handkes "Zwiegespräch" gelesen von Lothar Struck -  Bericht: Grammy-Verleihung in Las Vegas - Hörtipps: Festival Salomea + Klaeng 2013 + Kunst in der Strafkolonie: Cardiff & Miller in Duisburg.

Bücherschau des Tages

Untugend verbindet

04.04.2022 Wundervoll findet die FR  Irene Solàs polyphonem Roman "Singe ich, tanzen die Berge", der von den Pyrenäen und ihren Bewohnern erzählt, von Franco-Flüchtlingen und Frauen, die als Hexen verfolgt wurden. Die FAZ stürzt sich mit Herman Heijermans' "Duczika" ins Berlin des Jahres 1912. Die SZ lernt von  Martin Sabrow, wie die Organisation Consul den Mord an Wather Rathenau in Auftrag gab. Als eines der schönsten Sachbücher des Jahres feiert die taz Christian Grataloups "Erfindung der Kontinente". Der DlfKultur liest bei John Keegan nach, was eine "Kultur des Krieges" sein könnte.

Dienstag, 05.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine Vorher-Nachher-Analyse

05.04.2022 Nun beginnt der Kampf für die Wahrheit und gegen die Lügenfabriken der russischen Regierung, die die Bilder von Butscha in Zweifel ziehen. Die New York Times und Bellingcat weisen nach, dass die Leichen von Butscha schon vor dem Abzug der russischen Truppen auf den Straßen der Stadt lagen. Und dass sie tot waren. Es ist auch ein Moment europäischer Selbstreflexion, bsonders nach dem schändlichen Ausgang der ungarischen Wahlen, über den etwa Timothy Garton Ash im Guardian schreibt. In der taz erinnert Erich Rathfelder an ein Grundmuster für die Kriege nach dem Mauerfall - und die Reaktionen der europäischen Öffentlichkeit.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Leute werden jetzt ein bisschen verrückt

05.04.2022 Im Tagesspiegel erklärt der ukrainische Autor Yuriy Gurzhy, dass wir von nun an Russland klein schreiben sollten: "Am Massaker von Butscha ist russland schuld." Die FAS stellt den neuen feministischen Horror aus Lateinamerika vor. Erleichtert quittiert die SZ die Meldung, dass Igor Zelensky nun doch sein Amt als Direktor des Bayerischen Staatsballetts niederlegt. In der taz erklärt die kubanische Künstlerin Eileen Almarales Noy, warum sie sich nicht dem Boykott gegen die Bienal de la Habana anschließt. FR und FAZ schmelzen dahin unter dem Wohlklang von Jonathan Tetelman und Nadja Stefanoff in Giordanos "Fedora". Und: der Mariupol-Film von Mantas Kvedaravičius ist bei Youtube zu sehen.

Magazinrundschau

Wie ein schnarchender Roboter

05.04.2022 Putin und Dugin erinnern Magdalena Platzová in iLiteratura.cz an all jene verkrachten Gestalten, "die seit je mit alkoholvernebeltem Kopf oder in religiöser Verwirrung oder beidem durch die russische Literatur wanken". Atlantic besucht die neuen Engelmacherinnen in den USA und testet ihre Maschinen. In La Vie des Idées macht Militärhistoriker Bruno Cabanes klar, dass eine Geschichte des Kriegs eine Kulturgeschichte sein muss. Magyar Narancs hofft, dass sich die EU mit Orban keinen Taschen-Putin züchtet.

Medienticker

Büchernarrenschiffe

05.04.2022 Über die London Book Fair: Welche Bedeutung hat sie für den Deutschen Buchmarkt? - Sammler & Ihre Bibliotheken - Weltwissen-Speicher: u. a. 450 Jahre Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel - Second Chances: Für welche Bücher lohnt sich das - Immanuel Kants "Zum ewigen Frieden" und die Realität - Im Gefängnis der Freiheit: Für immer Homeoffice - TV-Programm in der Ukraine: Berichte über das Unaussprechliche + Hörtipp: Harry Freedman zum 100. Geburtstag: Komponist zwischen Jazz & Neuer Musik.

Bücherschau des Tages

Dialog mit der Weltkultur

05.04.2022 Die FAZ lässt sich von Philipp Matheis darlegen, wie die deutsche Politik über Chinas Vernichtung der Uiguren hinwegsieht, um der Autoindustrie nicht zu schaden. Die Welt lernt von Juliane Marie Schreiber, das euphorisierte Menschen eher zu Gewalt neigen als deprmierte. Der Dlf setzt mit Ulrich Eberl auf die Technologie als "Unsere Überlebensformel". Die SZ bewundert die Kombination aus Feinfühligkeit und Unsentimentalität in Afonso Reis Cabrals Roman "Aber wir lieben dich". An Gerald Murnanes meisterlicher Metafiktion "Inland" beißt sie sich mit Freude die Zähne aus.

Mittwoch, 06.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Etwas zu viel an Beständigkeit

06.04.2022 Gestern dominierte der Kampf um die Wahrheit, heute der Kampf um die richtige Interpretation. Reicht Frank-Walter Steinmeiers Schuldeingeständnis aus? Nein, meinen Thomas Schmid in der Welt und Lenz Jacobsen in Zeit online, denn er war geradezu das Emblem der deutschen Russland-Politik. In der NZZ prangert Szczepan Twardoch die Arroganz westliche Intellektueller gegenüber Osteuropa an. Die Ruhrbarone erzählen die Geschichte des großen Holocaust-Historikers Boris Zabarko, der einst den Deutschen entkam, und nun vor der russischen Aggression nach Deutschland flüchtete.

Efeu - Die Kulturrundschau

Einige dieser Heiligen sind noch unter uns

06.04.2022 So überzeugend gegenwärtig war die amerikanische Gegenwartskunst lange nicht mehr, freut sich die NYTimes auf der Whitney Biennale. Der Guardian glaubt in Raffaels Gemälden die Sphärenklänge sichtbar gemacht. Die Berliner Zeitung genießt die Erfahrungsdichte des Find-Festivals an der Schaubühne. Als krachendes Politspektakel goutiert die NZZ Ai Weiweis "Turandot"-Inszenierung in Rom. Nachdrücklich empfiehlt die FAZ Sergei Loznitsas wieder in die Kinos gebrachten Film "Donbass". Und die Welt greift zu den Gedichten Konstantin Paustowskis.

Bücherschau des Tages

Geradezu zärtlicher Blick

06.04.2022 Die FAZ sieht die bundesrepublikanische Society leuchten auf den Fotos von Roger Fritz. Außerdem freut sie sich, dass Jacques Vallès' naturalistischer Klassiker "Das Kind" wiederaufgelegt wurde. Dlf Kultur blickt mit Delphine de Vigan in die Abgründe von Influencern, die ihre Kinder ausbeuten. Mit Michael Pollans Kulturgeschichte psychoaktiver Pflanzen macht er Selbstversuche ohne Kaffee, aber mit Schlafmohn. Und die taz fragt mit Mark Schieritz: Wer ist Olaf Scholz?

Donnerstag, 07.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Nicht mehr bloß Putins Krieg

07.04.2022 Der Schock von Butscha, den James Nachtwey im New Yorker in düstersten Fotografien zeigt, ändert den Blick auf den Krieg. Lawrence Freedman kann sich in seinem Blog keinen Kompromiss mehr für die Ukrainer ausmalen. Entsetzen herrscht allerdings auch über die breite Zustimmung der russischen Bevölkerung zum Krieg, während einige russische Stimmen zaghaft versuchen sich ein demokratisches Russland auszumalen. Außerdem: Warum die Kritikerin der Cancel Culture Caroline Fourest an der Berliner Volksbühne gecancelt wurde.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Lauern einer mörderischen Macht

07.04.2022 Teile des deutschen PEN-Zentrums möchten ihren Vorsitzenden Deniz Yücel als "Marionette der Springer-Presse" aus dem Amt jagen, so die SZ. Die FAZ fragt angesichts der Sparvorgaben für die Frankfurter Bühnen, ob die linke Mehrheit im Römer die Hochkultur opfern will? Die Filmkritiker erleben ein kleines Wunder mit dem Liebesdrama "Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?" von Alexandre Koberidze. Die Welt ergründet das "mehrfach verkorkste Russenvolk" in York Höllers Bulgakow-Oper "Der Meister und Margarita" in Köln. Im Van Magazin vergleicht der Musikwissenschaftler Friedrich Geiger Valery Gergiev mit Wilhelm Furtwängler.

Bücherschau des Tages

Überall wuchern Vergangenheiten

07.04.2022 Als angenehm liberale Studie empfiehlt die Zeit Kathleen Stocks feministische Kritik der Identitätspolitik. Als meisterlichen Roman über die „Sucht nach Geschichtsklitterung“ preist die FAZ Georg Gospodinovs Roman „Zeitzuflucht“ über ein Europa der inszenierten Vergangenheiten. Die FR lässt sich von Abdulrazak Gurnah auf „dünnes Deutungs-Eis“ führen und empfiehlt drei Bücher über Antisemitismus. Die SZ blickt mit Svetlana Alpers auf Walker Evans. Und der Dlf staunt über Jens Eisels höflichen Krimi über die Flugzeugentführung durch Dan Cooper.

Freitag, 08.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Präsidentielle Manie

08.04.2022 In mehreren Medien wird reflektiert, wie gefährlich Putins Parole der "Entnazifizierung" ist, die den russischen Soldaten das Gefühl gibt, beliebig morden zu dürfen. Die Religion Dispatches verweisen auf eine Predigt des Patriarchen Kirill, der diesen Begriff in der "Hauptkirche der Streitkräfte Russlands" stützte. In der Berliner Zeitung schreibt Claus Leggewie über die Putinophilie in sämtlichen Fraktionen der französischen Politik. In der NZZ spricht die Historikerin Tanja Penter über den Holodomor als Leerstelle in der russischen Erinnerungskultur.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Sehnsucht, schön zu sein

08.04.2022 Die NZZ ist fassungslos, wie der österreichische Autor Franzobel im Ukrainekrieg alles relativiert: Täter und Opfer. Ursache und Wirkung. Der litauische Filmregisseur Mantas Kvedaravičius kam in Mariupol nicht zufällig ums Leben, sondern wurde gezielt ermordet, lernt die FAZ. Pink Floyd fordert die Ukrainer auf: "Hey, Hey, Rise Up". SZ und FAZ gehen in einer Ausstellung dem Antisemitismus Wagners auf den Grund, nur das Rätsel seiner Musik wird ihnen nicht enthüllt. Die Theaterkritiker blicken durch ein großes Fenster zur Welt beim Find-Festival der Schaubühne.

Bücherschau des Tages

Verwirrspiele in Gehirnen

08.04.2022 Die FAZ wird neugierig auf Meskalin dank Michael Pollans Kulturgeschichte psychokaktiver Pflanzen. Die FR liest bei Delphine de Vigan beunruhigt, was geschieht, wenn es in den sozialen Medien keine Trennung mehr zwischen Öffentlichkeit und Privatleben gibt. Glaubhaft wie ein authentischer Bericht erscheint dem Dlf Kultur Leonardo Paduras Roman über eine Gruppe junger Exil-Kubaner. Mit Jennifer Lucy Allan schwelgt er im durchdringenden, melancholischen Klang des Nebelhorns. Und die SZ empfiehlt heute Kinder- und Jugendbücher.

Samstag, 09.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Recht zu existieren

09.04.2022 In Time denkt Peter Pomerantsev darüber nach, wie Russlands Verbrechen an der Ukraine eigentlich genau zu bezeichnen sind. In der Welt erklärt Peter Sloterdijk die Herrschaft des permanenten Komplotts. Die Deutschen haben die Griechen einst bitter für ihre Fehler zahlen lassen, aber für ihre eigenen möchten sie nicht aufkommen, ärgert sich Paul Krugman in der NYTimes und meint damit, Putin ermöglicht zu haben. Warum konnten eigentlich nur Diktatoren und Autokraten von der Globalisierung profitieren, aber nicht die Demokratiebewegungen, fragt Katja Artsiomenka auf ZeitOnline. Vor den Wahlen in Frankreich blicken SZ und Le Monde auf eine völlig erodierte politische Landschaft.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ahnung des Unerhörten

09.04.2022 Bombastisch gut findet Artechock die Eröffnungsrede des Direktorenduos der Wiener Diagonale, die aller "Message-Kunst" und Boykottaufrufen eine Absage erteilte. Die nachtkritik amüsiert sich mit Kathrin Rögglas Klimasatire "Wasser". Die FAZ besucht das  Theater der Bergarbeiter in Senftenberg. Die SZ unterhält sich mit Karl Ove Knausgård über dessen neuen Roman "Der Morgenstern". Zeit online lauscht der poetisierten Realität von Kae Tempest. Die taz reist zu einer Ausstellung belarusischer Künstler ins polnische Białystok.

Bücherschau des Tages

Kühle Gegnerbeobachtung

09.04.2022 Die FAZ folgt Andrea Scrima von New York nach Berlin in eine traumatische Vergangenheit. Die FAS durchlebt mit Karl Ove Knausgards "Der Morgenstern" eine grandios verlaberte Meditation einer Endzeiterfahrung. Die taz wirft dem norwegischen Autor ausbeuterisches Schreiben vor. Dlf begibt sich mit Reporterin Gabriele Riedle in Dschungel, in Wüsten und in den Krieg. Dlf Kultur taucht mit Marie Gamillscheg in familiäre und ozeanische Untiefen.

Montag, 11.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Kultur der nachträglichen Teilzerknirschung

11.04.2022 Eines der Mittel, um die Russen glauben zu machen, sie seien die eigentlichen Opfer, ist die Instrumentalisierung des Holocaust, schreibt der belarussische Historiker Alexander Friedman in der taz. Die "Entnazifizierung" der Ukraine ist die Floskel, mit der Putin-Berater Sergei Karaganow den Krieg im Corriere erneut rechtfertigt. Unterdessen nimmt Putin laut Welt Abschied am Grab des Rechtsextremisten Wladimir Schirinowski. Nach der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen wird es vor allem darauf ankommen, wie sich die Anhänger Jean-Luc Mélenchons verhalten, analysiert France Inter.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Ausmaß dessen, was passiert ist

11.04.2022 In der NZZ beschreibt der ukrainische Schriftsteller Sergej Gerassimow, wie die russische Truppen zerstören, ohne zu kämpfen. Regisseur Kirill Serebrennikow prophezeit den Russen ein grauenvolles Erwachen aus ihrer Verblendung. SZ und FAZ fragen nach Jossi Wielers Salzburger "Lohengrin"-Inszenierung bang, ob Elsa von Brabant vielleicht doch ihren Bruder ermordet hat. Die NZZ und taz huldigen dem knackigen Indierock der britischen Wet Leg. Außerdem trauern die Feuilletons um den Schauspieler Uwe Bohm, dessen Energien so ungebändigt und unverbildet erschien. 

Bücherschau des Tages

Grotesk bis bitter

11.04.2022 Allerhöchsten Respekt zollen FR und Dlf Sven Hanuschek für die Mammutaufgabe einer Arno-Schmidt-Biografie. Die SZ liest mit Interesse, wie unkonventionell der frühere Geheimdienstchef Ami Ajalon die Lage in Israel und Palaästina reflektiert. Der DlfKultur begeistert sich für Jill Lepores aufregende Geschichte von Wonder Woman als Sinnbild der amerikanischen Frauenbewegung. Gut gefallen ihr auch Anna Seghers Erzählungen "Und habt ihr denn etwa keine Träume".

Dienstag, 12.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Alles lange bekannt

12.04.2022 Die Stadt Mariupol ist inzwischen Symbol des russischen Vernichtungskriegs. Bürgermeister  Wadym Bojtschenko schätzt die Zahl der Toten im Gespräch mit AP auf 10.000. In der NZZ kommt Timothy Snyder auf Timofej Sergejzews Aufruf zum Völkermord in der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zurück. Deutschland hat die falsche Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg gezogen, sagt die Historikerin Franziska Davies in der taz. In Frankreich gibt es keine Opposition, nur Gegner des Status quo, sagt Raphaël Enthoven im Philomag nach der ersten Runde der Wahlen. 

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Furien des echten Hip-Hop

12.04.2022 Doch, auch Puschkin ist ein Problem, ruft in der Wiener Zeitung Bob Muilwijk, etwa wenn er dazu aufrief, die Polen zu zermalmen. Im Tagesspiegel  erklärt Dirk Rehm vom Reprodukt Verlag, warum die Papierpreise so in die Höhe geschnellt sind. Die taz kriecht in einer Ozeanien-Ausstellung im Linden-Museum der mächtigen Göttin der Dunkelheit lieber nicht in den Schoß. Crescendo stellt fest, dass sich der Klassikbetrieb nach Putin keine Naivität mehr leisten kann und fordert mehr Investigation vom Feuilleton. Dezeen blickt auf den dünnsten Wolkenkratzer der Welt.

Magazinrundschau

Russisches Kriegsschiff, verpiss dich

12.04.2022 In der NY Review of Books schreibt die Historikerin Erin Maglaque über die Historikerin Maureen Quilligan und ihr Buch "When Women Ruled the World".  Sie dürfte sich jetzt ärgern. Im New Yorker begutachtet Masha Gessen, das Projekt für ein Mahnmal in Babyn Jar - es wird von Oligarchen finanziert, die ihr Geld in Russland machten. Aber ist es darum falsch? In Osteuropa erzählt Volodymyr Kulyk, warum Osteuropäer es langsam satt haben, zwischen guten und bösen Russen zu unterscheiden. En attendant Nadeau geht mit Yannis Kiurtsakis nach Griechenland.

Medienticker

Realität zum Mitnehmen

12.04.2022 Auszeichnung: Die Nominierten des Deutschen Sachbuchpreises 2022 - Blinder Fleck Lateinamerika? Portugiesisch- und spanischsprachige Comics - Puschkin & Co. Die russische Literatur ist nicht unschuldig - Spendenaktion für ukrainische LGBTQ-Projekte: Bündnis aus 17 Independent-Verlagen + Filmregisseur Sönke Wortmann im Gespräch.

Bücherschau des Tages

Behörden-Slapstick

12.04.2022 Die SZ feiert Alvaro Enrigues Roman "Jetzt ergebe ich mich, und das ist alles", der so brutal wie komisch von den Vernichtungkriegen gegen die Apachen erzählt. Der DlfKultur reist mit David Diop und dem Botaniker Michel Adanson den Senegal hinauf. Die FAZ ergründet mit Anke te Hessen und Thomas S. Kuhn die Geheimnisse revolutionärer Entdeckungen in der Quantenphysik. Der Dlf kaut an Juliane Rebentischs Hannah-Arendt-Buch "Der Streit um Pluralität"

Mittwoch, 13.04.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Scheißgrillabend

13.04.2022 Im Standard erklärt der Intendant des Wiener Konzerthauses, Matthias Naske, was ihn zu den russischen Geldtöpfen zog. In der SZ legt Alexander Kluge nahe, dass Anna Netrebko und Valery Gergiev in Moskau einen pazifistischen Gegenalgorithmus in Gang setzen könnten. Außerdem erkundet der Standard die Kunstszene von Prishtina, bevor dort im Sommer die Manifesta ihre Zelte aufschlägt. Die Zeit lernt von der japanischen Künstlerin Fujiko Nakaya im Haus der Kunst, den Wolken zuzuhören. Und alle trauern um den Schauspieler Michael Degen, der wie ein edler Tropfen jedes Menü verfeinerte.

9punkt - Die Debattenrundschau

Der menschliche Preis

13.04.2022 Im Glauben an seine eigenen Lügen wird Putin Offensiven anordnen, die seine eigene Armee vernichten können. Der Westen muss dafür sorgen, dass das passiert, schreibt Eliot A. Cohen in Atlantic. Andrei Soldatov und Irina Borogan begründen in einer Analyse für Foreign Affairs, warum ein Putsch gegen Putin unwahrscheinlich ist. Das deutsche Geschäftsmodell ist in Gefahr, fürchten Zeit und SZ - nun sollen die Unternehmen nicht auch noch nach dem Staat rufen. Der russische Journalist Wladimir Kara-Mursa wurde nach einem CNN-Interview festgenommen, die Washington Post protestiert.

Medienticker

Alles hat auch Grenzen

13.04.2022 RTL United: Rebranding noch nicht abgeschlossen - Zum Tode von Michael Degen: Das Leben, ein Wunder - Alles hat auch Grenzen: Kritik n der Ukraine wegen Ausladung Steinmeiers; sein Problem heißt Schröder - Gespräch mit Roswitha Quadflieg über ihren Stasi-Roman "Ihr wart doch meine Feinde" - Papiermangel bringt Comic-Verlag ans Limit: Reprodukt startet Crowdfunding + Hörtipp: "Und dann diese Stille" Nach dem gleichnamigen Roman von Harriet Köhler.

Bücherschau des Tages

Poetik des Rohen

13.04.2022 Der Dlf lässt sich mit Begeisterung von Fiston Mwanza Mujila nach Zaire entführen, mitten hinein in die Tanzkneipe "Mambo de la fete". Bahnbrechend ist Dipesh Chakrabartys Band über "Das Klima der Geschichte im planetarischen Zeitalter", versichert die Zeit. Viel Lob gibt es auch für Walerjan Pidmohylnyjs Roman über "Die Stadt" Kiew in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die SZ reist mit Diego Zunigas "Camanchaca" durch Chile bis an die peruanische Grenze, wo Kleidung und Zahnärzte noch billig sind. Die FAZ amüsiert sich mit den Briefen Adalbert Stifters.

Im Kino

Zum Nachtisch gibt es kein Eis

13.04.2022 Erstens die Langeweile der Sommerferien, zweitens der Horror. Eskil Vogts "The Innocents" bleibt konzentriert, bis zum Ende, das unerwartet heftig, real, brutal kommt. Anders Tarik Salehs "The Contractor": Action-Genrekino, wie es kaum noch ins Kino kommt und es hier auch nicht verdient.

Donnerstag, 14.04.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Traum von einem Bombenabwurf

14.04.2022 Die FAZ fordert die Documenta auf, endlich, wie versprochen, ihre Haltung zum BDS zu diskutieren - und zwar auch mit Kritikern des BDS. In der NZZ berichtet der ukrainische Schriftsteller Sergej Gerassimow von der Bombardierung des Charkiwer Stadtteils, in dem seine Eltern wohnen. Wie bösartig Kinder sein können, lernen die Filmkritiker in Eskil Vogts Horrorfilm "The Innocents". Die FR staunt über die Bilder des mit 25 Jahren ermordeten Malers und Einbrechers Stéphane Mandelbaum. Und VAN fragt: Was macht Valery Gergiev jetzt mit seinen 100 Millionen?

9punkt - Die Debattenrundschau

Die größte und gefährlichste Fehlkalkulation

14.04.2022 Frank-Walter Steinmeiers Gesprächsfaden ist erstmals in seiner Karriere abgerissen. Schlimm, findet die taz. Der Krieg führt nun zu einer tiefen Identitätskrise in der deutschen Politik. Der Eklat um Steinmeier ist Anlass,  die Russland-Politik nicht nur der SPD genauer zu inspizieren: Markus Wehner erzählt in der FAZ, wie es dank Steinmeier zur "Annäherung durch Verflechtung" kam. Klaus Geiger fordert in der Welt den Rücktritt Steinmeiers und Manuela Schwesigs. In Zeit online fürchtet Philipp Ther ein "zweites Srebrenica".

Medienticker

Verkaufte Pflastersteine

14.04.2022 Aktualisiert: Elon Musk startet Übernahmeversuch bei Twitter - Lyrischer Chronist der Wende: Thomas Rosenlöcher ist tot; er starb im Alter von 74 Jahren - Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten - Gespräch mit Franz Mon  - Volksmusik ist ganzheitliche Identität: Die Norwegerin Annbjørg Lien - Musikbuch von Nigel Kennedy - Hörtipps: Konzert von Wolfgang Rihms "Vigilia" & am Freitag ein Gespräch mit der Nobelpreisträgerin Herta Müller: "Jeder hat das Recht zu schweigen, wenn man das Erzählen nicht aushält" - So geht soziale Plastik! Der mexikanische Künstler Pedro Reyes im Mart + TV+Hör-Tipps für die Feiertage.

Bücherschau des Tages

Rätselhaft still

14.04.2022 Die SZ tänzelt mit Lucy Frickes hochaktuellem Roman auf dem diplomatischen Parkett. Die FAZ unternimmt mit Carl-Schmitt-Kenner Reinhard Mehring kenntnisreiche Exkursionen nach „Kafkanien“. Die taz empfiehlt heute Comics, darunter besonders Birgit Weyhes „Rude Girl“ über Rassismus und Rebellion an einer amerikanischen Uni. Furios findet der Dlf Brandon Taylors Kurzgeschichten über versagende Kommunikation. Und Dlf Kultur verbringt einen blutrünstigen Sommer mit Emmanuelle Bayamack-Tam.

Samstag, 16.04.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Sie dekonstruiert nicht, sie zerfleddert

16.04.2022 "Russland produziert Idioten, die aus Spaß töten", donnert der Künstler Pavlo Markov, der die Ukraine auf der Biennale in Venedig vertritt, in der Welt. Die Theaterkritiker erleben ein schwitzendes, spuckendes, aber auch langatmiges Feuerwerk, wenn Frank Castorf Europas Kriege auf Dresdens Bühne bringt. Über pralles Programm in Cannes freuen sich die Kritiker - nur dass Sergei Loznitsa außer Konkurrenz läuft, findet der Tagesspiegel etwas feige. Und in der taz ärgert sich Verleger Klaus Bittermann über "Gesinnung von der Stange".

9punkt - Die Debattenrundschau

Zynismus, Selbstgefälligkeit und Heuchelei

16.04.2022 Auf ZeitOnline kündigt Kirill Martynow die Gründung einer Nowaja Gaseta Europe an, auch wenn er weiß, dass die Menschen in Russland nicht nur Informationen brauchen, sondern ein kritisches Selbstbild. In Georgien sind russische Emigranten nicht nur willkommen, erfährt die FAZ in Tiflis. Deutschlands Russlandpolitik war schon immer ein Fiasko, erinnern FAZ und NZZ hundert Jahre nach dem Vertrag von Rapallo. Die SZ sendet österliche Friedensbotschaften.

Bücherschau des Tages

Sanft radikales Auflösen

16.04.2022 FAZ und Dlf Kultur sind sich uneins über den neuen Knausgard: Dlf Kultur bewundert, wie klar und exakt Knausgard fantastisches Neuland vermisst, die FAZ verirrt sich ein bisschen zu oft. Die taz empfiehlt nachdrücklich Sudhir Hazareesinghs Biografie über Toussaint Louverture und bewundert den Mut von Karin Harrasser, die sich in Bolivien auf die Spuren von Monika und Hans Ertl begibt. Die SZ vernimmt mit der palästinensischen Schriftstellerin Adania Shibli eine leise, aber präzise Stimme im Nahostkonflikt. Und Dlf Kultur erfährt von Jakub Malecki, lange die verheerenden Auswirkungen eines Krieges fortdauern.

Dienstag, 19.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine elementare Asymmetrie

19.04.2022 Im Donbass scheint in dieser Nacht die russische Großoffensive begonnen zu haben. Hierzulande geht die Diskussion weiter, besonders auch um den Kollateralschaden Frank-Walter Steinmeier. in der FAZ rät Peter Graf Kielmansegg, Putins Drohung mit der Atombombe ernstzunehmen. Die taz recherchiert, was ein Gas-Boykott für die russische Wirtschaft bedeuten würde - viel. Und will Olaf Scholz der Ukraine Geld geben, aber keine Waffen, fragt die SZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Versiegelt unter einer Glanzschicht

19.04.2022 Die SZ geht in die Knie vor der Unerschrockenheit und Vitalität des Wundertenors Andreas Schager. Der Standard recherchiert weiter zu Putins Netzwerk in Salzburg. Der Guardian huldigt mit Dominique Gonzalez-Foerster Genies, Visionären und anderen Fremdlingen. ZeitOnline hat kein Interesse mehr an Literatur von Männern über Männer. Die Filmkritiker bewundern mit Philipp Fussenegger die tanzenden Muskelmassen der Bodybuilderin Tischa Thomas. Und der Guardian trauert um den radikalen Neutöner Harrison Birtwistle.

Medienticker

Magie des Moments

19.04.2022 Kontrapunkt: Widersprüche in Zeiten des Krieges - Bassist, Rebell, Genie: Charles Mingus zum 100. Geburtstag - Navid Kermani: Vom Glauben in einer ungerechten Welt - Russische & ukrainische Filme - Wie der Krieg den Blick verändert - Digitalisierung: Künast siegt gegen Facebook - Ukrainische Hacker rücken Putin zu Leibe  + Magier des Blutes: Der Aktionskünstler Hermann Nitsch ist tot.

Bücherschau des Tages

Merklich ungeschönt

19.04.2022 Die FR lässt sich von Annette Kehnel erklären, wie Gemeinwohlökonomie im Mittelalter funktionierte. Mit Viktor Schklowski stürzt sie sich in das Berlin russischer Exilanten. Der Dlf liest Bernd Wagners Chronik aus den Jahren der Prenzlauer-Berg-Avantgarde als stummes Selbstgespräch. Die FAZ bespricht Hörbücher, darunter eine enorm spannende "Orestie" als Hörbuch und Bernadine Evaristos "Manifesto".

Mittwoch, 20.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Angesichts der Unbeirrbarkeit

20.04.2022 Bei Twitter schreibt Alexei Nawalny über Ilja Iwanowitsch Nawalny, der in Butscha wegen seines Nachnamens ermordet wurde. FAZ und Perlentaucher denken über das Ausmaß der deutschen und europäischen Mitverantwortung nach. Ein "Ukraine Support Tracker" des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel zeigt, wie viel Deutschland der Ukraine gibt. Die FAZ und DeskRussie warnen vor der Rechtsextremistin Marine Le Pen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Caesar, Nero, Wagner

20.04.2022 Der Wiener Aktionist Hermann Nitsch ist tot. Die Kunstkritik huldigt noch einmal diesem bösen Kind der Avantgarde und seiner Wut aufs Devote. In der SZ spricht die tschechische Schriftstellerin Radka Denemarková über die Notwendigkeit, Unrecht und Schuld klar zu benennen. In der NZZ erkennt Bora Cosic die tief verwurzelte Unschlüssigkeit, die der Sozialismus mit sich brachte. In der Berliner Zeitung will Regisseur Milo Rau den Glauben an die Menschen in Russland nicht aufgeben. Im Tagesspiegel spricht Ivan Stetsky über die Deutschland-Tournee des Kyiv Symphony Orchestra.

Medienticker

Wenn die Erde tanzt

20.04.2022 Aktuelle News: Britische Justiz erlaubt Auslieferung von Julian Assange an USA - Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten - Fran Lebowitz über New York und den Rest der Welt - Das Mietshaus als zeitgenössischer Olymp: Gespräch mit Katharina Adler über ihren Roman "Igelhaut" - Kleiner Vogel Genialer Gesang: Silke Kipper im Gespräch über Ihr  Nachtigall-Buch - Gregor Keuschnig  über Ostpolitik: Der Bär und die Dompteure - Der Sound der Berge: Musikalisches Gipfeltreffen mit Reinhold Messner + Nur kein englische Musik: Zum Tod des Komponisten Harrison Birtwistle.

Bücherschau des Tages

Frieden mit Blumen

20.04.2022 Die FAZ taucht mit dem Physiker Serge Haroche ein in die Geschichte des Lichts. Nach der Lektüre von Max Chafkins Peter-Thiel-Biografie befürichtet sie eine neue Ära Trump. Die NZZ verdankt Yael Inokai dichte Bilder aus der Psychiatrie. Dlf Kultur feiert ein philosophisches Fest mit dem Bilderbuch von Jürg Schubiger und Rotraut Susanne Berner. Mit Alice Grünfelders Notizen aus Taiwan erhält er interessante Einblicke in die Existenz eines "freien" Landes im Kulturkreis eines totalitären.

Donnerstag, 21.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Grausamkeit der Horde

21.04.2022 Viktor Jerofejew ist im deutschen Exil angekommen. Wenn Putin nicht einen Pseudosieg serviert bekommt, fürchtet er in der Zeit, "dann erscheint am Ende des Kriegstunnels eine Atomexplosion". Bei Zeit online fordert die Soziologin Gesa Lindemann eine europäische Armee. Alissa Ganijewa liest in der NZZ mitgeschnittene Gespräche russischer Soldaten mit ihren Müttern und ist entsetzt über die verrohte Sprache - gerade bei den Müttern. "Die Behauptung, dass russische Menschen in Deutschland und Europa jetzt die Opfer einer feindlichen Stimmung sind, ist größtenteils Putin-Propaganda", meint Sasha Marianna Salzmann im Tagesspiegel.

Efeu - Die Kulturrundschau

Mentales Outfit des Cis-Mannes

21.04.2022 Die NZZ rümpft die Nase über die gestählten Paleo-Muskelmänner in Robert Eggers' Wikingerfilm "The Northman". Die SZ freut sich, dass am Ende ein paar Frauen den männlichen Nihilismus untergraben. Die Zeit staunt, wie unkritisch die Biennale von Venedig mit ihrem Traum von der Verschmelzung des Menschen mit Natur und Maschine den Interessen der Macht zuarbeitet. Die FAZ besucht den Kulturpalast in Bitterfeld, der renoviert werden soll. Im Van Magazin erzählt der Pianist Alexei Lubimow von einem Konzert in Moskau, das die Polizei unterbrach, weil er einen ukrainischen Komponisten spielte.

Medienticker

Ekstatische Momente am Kontrabass

21.04.2022
Facebook und Co zerschlagen?: Die Debatte um die Macht der Social-Media-Konzerne - Viktor Jerofejew über Putin und den Krieg - Situation und Hilfe für Bibliotheken in der Ukraine + Aufruf:  Tausendundeine Minute für die Ukraine - Netflix-Aktienkurs fällt um beinahe 40 Prozent - Oberammergau: Haar - & Barterlass - Goebbels & die Hohenzollern:  Ein Foto aus Heiligendamm + Charles Mingus zum Hundertsten

Bücherschau des Tages

Poetische Wälder

21.04.2022 Die FAZ bewundert den ethnologischen Blick, mit dem Dagmar Leupold einen Opern-Garderobier seziert. In den Altersgedichten von Joseph Zoderer entdeckt sie einen Gyphius im neuen Gewand. Die SZ reist mit dem siebenbändigen Architekturführer von Philipp Meuser und Adil Dalbai zu  850 Bauten aus 49 afrikanischen Ländern. Die Zeit empfiehlt Rene Cuperus' Band "7 Mythen über Europa" allen deutschen Politikern als Korrekturhandreichung zu "möglichen Selbsttäuschungen" in Sachen Europapolitik und Russland. Und Dlf Kultur untersucht mit Karin Harasser das Nachleben der Nazi-Elite in Bolivien.

Freitag, 22.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine geradezu schizophrene Trennung

22.04.2022 Die Medien rätseln über die Lage in Mariupol - haben die russischen Soldaten Massengräber ausgehoben? Unter anderem berichet der Guardian. Die taz schildert die Lage in Charkiw, wo die Zivilbevölkerung unter Bombardement steht. In Deutschland verschärft sich der Streit um Waffenlieferungen. In der NZZ fragt sich Monika Maron, warum Alice Schwarzer bestimmte Männer bewundert und andere toxisch findet. Und in Frankreich wird Emmanuel Macron wohl gewinnen, allerdings gegen eine Mehrheit von Extremisten, notiert die FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Mit heißkaltem Kopf

22.04.2022 Wunderbare surrealistische Kunst finden die Kritiker auf der Biennale in Venedig. Und dass über 90 Prozent der Teilnehmer Frauen sind, stört überhaupt nicht. In der NZZ verzweifelt der ukrainische Autor Sergej Gerassimow über seine russischen Verwandten, die der Ukraine eine Lektion erteilen und sie zugleich vor ukrainischen Nazis retten wollen. Die Welt lernt aus der Hulu-Serie "The Dropout" über Elizabeth Holmes und ihr Blutanalyse-Startup Theranos, wie Feminismus auch dem Betrug dienen kann. Die FAZ erkundet mit Jan Schmidt-Garres Film "Fuoco Sacro" das Geheimnis des expressiven Singens. Die SZ hört Hardcore-Punk der Achtziger.

Medienticker

Pandemie & Krieg in der Kultur

22.04.2022
Aktualisiert: Obama ruft zu stärkerer Regulierung der Internetplattformen auf  - Elon Musk stellt 46,5 Mrd. Dollar für Twitter-Übernahme bereit - Sven Hanuschek über seine Arno-Schmidt-Biografie - Nachtkritiken aus Hamburg, Jena & Pforzheim - Pandemie und Krieg: Über die Lage der Literatur in Krisenzeiten - PEN fordert Freilassung von Julian Assange - Ehrung für Klaus Wagenbach in "seinem" Dorf in Italien + die TV+Hörfunk-Tipps für das Wochenende ...

Bücherschau des Tages

Terrarium in Prosa

22.04.2022 Die FAZ blickt in Craig Browns Beatles-Biografie durch ein buntes Kaleidoskop voller Exzentrizitäten und Absurditäten. Mit Patrick Leigh Fermor verkriecht sie sich in französischen Klöstern. Die FR empfiehlt dringend die mystischen Lyrik der russischen Dichterin Jelena Schwarz. Handke-Exegeten rät die NZZ zu dessen "Zwiegespräch". Die SZ nascht von Olaf Hayeks fantastischen Früchten. Und Dlf Kultur verliebt sich in Dagmar Leupolds stillen Einzelgänger.

Samstag, 23.04.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Faible fürs Okkulte

23.04.2022 Die Kunstkritiker streifen verwirrt über die Biennale in Venedig: Ist diese große Surrealismusschau Realitätsverweigerung, alternative Wissensweisen oder ein Sieg der Poesie über den Rationalismus? In der SZ berichtet Bernard Henri-Lévy von seiner Reise quer durchs ukrainische Kriegsgebiet. Nie war das Kino humorloser als heute, klagt Artechock. Warum Lehm auch in Deutschland ein hervorragender Baustoff wäre, erklärt im Interview mit der FAZ die Architektin Anna Heringer.

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine einzige Bedrohung

23.04.2022 "Europa muss der Ukraine zum Sieg verhelfen", ruft Vladimir Sorokin in einem großartigen Essay für die SZ, für den er wie Viktor Jerofejew neulich in der Zeit weit in die Geschichte zurückgreift. Olaf Scholz tut sein  Bestes, aber auch im jüngsten Spiegel-Interview ist keine Klarheit aus ihm rauszubekommen. Dass sich die russischsprachige Bevölkerung der Ukraine so vehement gegen Putins Soldaten wehrt, zeigt, dass die Ukraine eben nicht nationalistisch oder völkisch denkt, sagt Karl-Markus Gauß in der taz. Libération ruft ihr linkes Publikum mit Zähneknirschen zur Wahl Emmanuel Macrons auf.

Bücherschau des Tages

Die sexuellen Begierden eines Baumgeistes

23.04.2022 Man macht es sich zu einfach, wenn man Abdulrazak Gurnah einfach bei den postkolonialen Autoren einordnet, findet die NZZ. Die SZ möchte Wole Soyinkas neuen Roman "Die glücklichsten Menschen der Welt" lieber zweimal lesen als einmal. Die taz liest Manga-Klassiker von Yoshiharu Tsuge, Susumu Katsumata und Osamu Tezuka. Die FAZ liest liest eine neue Ausgabe von Rosa Luxemburgs "Büffelhaut"-Brief.

Montag, 25.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

So wie Autos anzünden und Eisenbahnerstreik

25.04.2022 Erleichterung über den Ausgang der französischen Wahlen, auch wenn Marine Le Pen das stärkste Ergebnis aller Zeiten für die Rechtsextremen erzielte. In der NZZ graut es Karl Schlögel vor dem, was in Mariupol noch kommen kann. Es gehört seit je zu den russischen Kriegstechniken, Terror als Waffe gegen die Bevölkerung einzusetzen, schreibt der Historiker Christian Osthold ebendort. Die deutsche und europäische Rüstungsindustrie hat im Zeichen von "Annäherung durch Verflechtung" bis vor kurzem prächtig mit Russland kooperiert, weist die taz nach. Die Washington Post bringt eine Hommage auf belarussische Saboteure.

Efeu - Die Kulturrundschau

Diese Art von Aprillicht

25.04.2022 SZ und Nachtkritik lernen am Zürcher Schauspielhaus die neuen Schweizer Freiheitshelden wider Willen kennen. Außerdem fragt die SZ, warum sich die Salzburger Festspiele von einer aserbaidschanischen Firma sponsorn lassen. Die taz lernt von James Bridle, wie man Sonnenenergie in Zitronen speichert. Der Tagesspiegel begegnet in Serpil Turhans Porträtfilm "Köy" drei kurdischen Frauen aus Berlin.

Medienticker

Erklärungen haben ein Ende

25.04.2022 Ingo Schulze über die Wahl in Frankreich - Michael Krüger über die Situation der Poesie: "Sie ist miserabel und muss mit Stipendien und Preisen am Leben gehalten werden" - Otto A. Böhmer über Wittgenstein & die Grenzen der Sprache - Heike Geißlers "Woche": Agitprop, Elfriede Jelineks und Sozialkitsch: Eine Qual  - Reine Bildgebung (8) "Still Lines" in der Villa Zanders + Willi Resetarits (alias "Ostbahn-Kurti") ist tot - eine Würdigung von Georg Ringsgwandl.

Bücherschau des Tages

Die erlösende Kraft des Kusses

25.04.2022 Der DlfKultur liest mit Begeisterung Sudhir Hazareesinghs Biografie des haitianischen Freiheitshelden Toussaint Louverture. Das nötige Grundwissen über karibische Sklaverei besorgt er sich gern anderswo. Gut gefallen ihm auch Magdalena Schrefels spröde-bestechende Erzählungen aus der Welt der Arbeit von morgen "Brauchbare Menschen". Die FAZ  bespricht neue Kinder- und Jugendbücher. Unter anderem lässt sie sich beglückt von Jörg Schubiger und Rotraut Susanne Berner die Geschichte von Adam und Eva neu erzählen.

Dienstag, 26.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Hoffnung auf Jubel

26.04.2022 Wladimir Putin setzte stets schon Verschwörungstheorien ein, um seine heimische Öffentlichkeit zu manipulieren, aber nun scheint er selbst dran zu glauben, schreibt der Historiker Ilya Yablokov in der New York Times. Nach der Erleichterung, dass Marine Le Pen die Wahl verlor, kommt nun die Bestürzung über ihr gutes Ergebnis - das laut taz auch den Medien zu verdanken ist. Die FAZ staunt über einen Zaubertrick Saskia Eskens, die einen ganzen Altkanzler zum Verschwinden bringt. Die SZ begrüßt den "Digital Services Act" als Magna Charta des Internets. SZ und FAZ sind entsetzt über Entwicklungen in der Türkei.

Efeu - Die Kulturrundschau

Vor allem schönes Wortgeklingel

26.04.2022 Ein bisschen öde findet die SZ, dass die Goldenen Löwen der Biennale wieder vor allem an die imperialistischen Nationen gingen. Die NZZ berichtet, wie die polnische PiS-Regierung gegen modernes Theater in Krakau Sturm läuft. Die FR wünscht sich einen modernen Regionalismus im Bauen. Die Welt kann sich nicht vorstellen, wie der Klassikbetrieb klimaschonender werden könnte. Der Tages-Anzeiger ahnt angesichts schwindender Streaming-Abos, dass es bald Werbung auf Netflix geben könnte.

Medienticker

Troll & Haben

26.04.2022 Den Vogel abgeschossen:  Elon Musk kauft Twitter für 44 Milliarden Dollar: Uneigennütziger Akt oder Egotrip? - Andreas Platthaus über Elon Musk & Daniel Düsentrieb wird 75 - Türkischer Kulturförderer Osman Kavala zu lebenslanger Haft verurteilt - Im Namen der Ruhe: Journalismus in Zentralamerika - Festival: Mit dem Buch auf der Tanzfläche.

Magazinrundschau

Wie eine Waffe

26.04.2022 Der New Yorker erzählt in einer epischen Reportage, wie kommerzielle Spionagesoftware mit dem Einverständnis auch westlicher Regierungen gegen die eigenen Bürger eingesetzt wird. Osteuropa erklärt, warum die Zerstörung Mariupols schon mit der Annexion der Krim begann. In Eurozine fordert der belarussische Lyriker und Philosoph Ihar Babkou den Westen auf, endlich die postkolonialen Theorien der Osteuropäer zu Russland zur Kenntnis zu nehmen. Himal würdigt die Filmgeschichte Sri Lankas im Allgemeinen und die Filme von Sumitra Peries im Besonderen. Die London Review berichtet vom Lockdown in Shanghai.

Bücherschau des Tages

Es ist und bleibt ein Fluch

26.04.2022 Die FAZ verbeugt sich tief vor dem Lebenswerk der französisch-algerischen Frauenrechtlerin Gisèle Halimi, deren Erinnerungen "Seid unbeugsam!" leider erst nach ihrem Tod vor zwei Jahren auf Deutsch erschienen. Der Dlf lernt von Katrine Marçal, warum Elektroautos nicht mehr mit Kristallglas verziert werden. Sehr beeindruckt ist sie auch von Adania Shiblis Roman "Eine Nebensache". Der DlfKultur folgt in Krisha Kops' "Das ewige Rauschen" der Erzählung einer Banyanfeige.

Mittwoch, 27.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Sehr bedeutende Schwesterkirche

27.04.2022 Viel Rätseln um Twitter: Seine libertären Vorstellungen von total freier Rede wird der neue Besitzer Elon Musk in der EU kaum verwirklichen können, meint Netzpolitik. Macht speiste sich in der SPD aus guten Beziehungen zu Russland, sagt Marina Weisband in der FAZ - und darum ist jetzt der Katzenjammer so groß. Frederik Stjernfelt erinnert im Perlentaucher an den Aufklärer Johann Friedrich Struensee, der vor 250 Jahren hingerichtet wurde. In der Welt erklärt Pater Nikodemus Schnabel, warum der Papst so nett zu Kyrill ist. Bayern hat einen Totalschaden vor dem Bundesverfassungsgericht erlitten, zu Recht, findet die SZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Koketterie mit belasteten Zeichen

27.04.2022 Tagesspiegel und ZeitOnline nehmen David Simons neue Baltimore-Serie "Mini-Serie "We Own This City" so begeistert wie deprimiert auf: Was in "The Wire" schon schlimm war, ist jetzt noch schlimmer. Die SZ reißt sich im Prado die Maske vom Gesicht und atmet tief durch vor Bruegels Allegorie des Geruchssinns. In der FAZ beobachtet Thomas Oberender, wie jetzt auch in der Theaterwelt NFT-Glaubensgemeinschaften ihre Messen abhalten. Der Standard lauscht mit Rammstein dem Wind im Wald.

Medienticker

Die Achse der Zeit

27.04.2022 Eindrücke aus der "Werkstatt": Lothar Struck über Peter Handkes "Innere Dialoge an den Rändern" - Sprache der Diplomatie: Überlegungen von Herfried Münkler über die hohe Kunst des Formulierens - TV-Tipp: Projekt Aufklärung oder Wie entsteht eine gerechte Welt? - Hörfunk-Tipp: Hörspiel "Il Ritorno in Patria" nach einer Erzählung von W. G. Sebald - Gespräch mit Nikolaus Heidelbach seine Fluchtgeschichte als eindrückliches Bilderbuch

Bücherschau des Tages

Soprantöne aus dem Wurmbehälter

27.04.2022 Die SZ wird mit Michael Sorkin im Stakkato zur Architektin und macht mit Jürgen Nendza lyrische Lesefunde unter Tage. Als Mix aus Stifter, Genazino und Zen-Poesie empfiehlt die FAZ André Dhôtels Roman "Bernard der Faulpelz". Mit Asako Yuzuki geht sie in die Lebensschule einer Männermörderin. "Wahrnehmung statt Narrativ!", ruft die FR  begeistert nach der Lektüre von Bernd Wagners unzensiert erscheinenden "verlassenen Werken". Die NZZ lässt sich von Erhard Nickel die Nerven verfeinern. Und Dlf setzt mit Michael Krüger ein "Fanal gegen das Sterben".

Donnerstag, 28.04.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Dieser nationalistische Irrsinn

28.04.2022 Wie konnte der Westen "gut zwanzig Jahre lang das geradezu lehrbuchhafte Entstehen, Wachsen und Gedeihen eines erneuerten Totalitarismus 2.0 in Russland" derart ignorieren, fragt Oksana Sabuschko in der NZZ. Zwischen Lieferstopp und Embargo: Wenn es darum geht, die BASF und ihren Gashunger zu verteidigen, argumentiert die FAZ sogar wie die SPD. Gestritten wird in Zeit und FAZ über russische Gewalt: Florence Daub rät, "eine Antwort dafür parat zu haben". In der FR möchte Otfried Höffe die Ukraine zur Vernunft rufen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Steinzeitalte Missverständnisse

28.04.2022 Die Filmkritiker feiern Gaspard Noés "Vortex" als umwerfende Meditation über Alter und Sterben eines greisen Pariser Ehepaars. Die FAZ freut sich über die Wiederentdeckung der Künstlerin Hanna Nagel in Mannheim. Die NZZ staunt über die jugendlichen Gastkritiker im Literarischen Quartett, die alles lieferten, nur keinen literaturkritischen Quark. Und sie trauert um Krautrocker Klaus Schulze.

Medienticker

Fake durch Flausch

28.04.2022 Buchhandels-Anerkennungsprämie auf 14 Millionen Euro aufgestockt; Auszahlung bis spätestens Ende Mai - Sweater statt Schlips: Dresscodes in Politik und Wirtschaft - Ludwig Wittgenstein weigerte sich zuzugeben, dass sich im Zimmer kein Rhinozeros befinde - Karl-Markus Gauß über den Ukrainekrieg: Pazifismus im Dienst des Angreifers + Techno dankt: Elektronikpionier Klaus Schulze (Tangerine Dream)  gestorben.

Bücherschau des Tages

Nacktbaden unterm Guillotinenhimmel

28.04.2022 Zeit und Dlf lauschen gebannt dem fiebrig wolllüstigen Klagelied, das Madame Nielsen über das Zerbrechen einer Liebe anstimmt. Die FAZ unterhält sich bestens mit Felix Kuchers Roman über den Maler und Impfgegner Karl Wilhelm Diefenbach. In der SZ kämpft Michael Maar mit Neidgefühlen, wenn Peter Sloterdijk in einem späten "Meisterwerk" die Theologie an ihre Widersprüche führt. Die taz blickt lieber in die Vergangenheit des Wu-Tang Clans. Und Dlf Kultur mit Gian Alfonso Pacinottis Comic in das Seelenleben von Kriegstraumatisierten.

Freitag, 29.04.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Bis auf Hüfthöhe

29.04.2022 Die taz untersucht den Einfluss russischer Oligarchen auf den österreichischen Klassikbetrieb. Die NZZ unterhält sich mit dem ukrainischen Autor Sergej Gerassimow über die Angst, im Krieg jemanden anzurufen, der vielleicht nie mehr antwortet. Wenn man in Cannes Michel Hazanavicius' Zombiekomödie "Z" in "Coupez" umbenennen will, muss dann Zorro künftig Sorro heißen, fragt die Welt entnervt. Die FAZ entdeckt im Städel Museum das Figürliche in der amerikanischen Nachkriegskunst.

9punkt - Die Debattenrundschau

Im Orkus irgendwelcher Massenspeicher

29.04.2022 Jürgen Habermas himself meldet sich in der SZ zum Ukraine-Krieg. Die Lektüre seines Artikel ist auf 18 Minuten zu veranschlagen. Kurz zusammengefasst: Olaf Scholz hat recht, aber die Ukraine soll natürlich Waffen kriegen. Und dann finden wir sicher einen Kompromiss. Putin hat seine Atombombendrohung seit Jahren vorbereitet, indem er die Protokolle des Kalten Krieges außer Kraft setzte, schreibt Edward Luce in der Financial Times. Im Tagesspiegel erklärt Caroline Fetscher, warum der Postkolonialismus, für den alle Macht im Westen liegt, mit dem Ukraine-Krieg nichts anfangen kann.

Medienticker

Bindestrich

29.04.2022 Aktualisiert: Fingerübungen eines Wortvirtuosen: Peter Handkes "Innerer Dialog an den Rändern" - Rainer Moritz' Plädoyer für den Bindestrich oder Sinnisolierende Schreibung unerwünscht - Was die Moral in der Literatur verloren hat: Schriftsteller mit weißer Weste? - Jazz: 100.Geburtstag von Toots Thielemans - Lesen und trotzdem nichts wissen: Wieso vergessen wir Bücher?+ TV+Hörtipps fürs Wochenende.

Bücherschau des Tages

Die letzte Schüssel Bohnen

29.04.2022 Tag der Tagebücher: Die SZ liest in den New York Diaries, was Jonas Mekas alles der Kunst opferte, die Welt vertieft sich in Ralph Waldo Emersons Ideen zur Natur und zu den Vereinigten Staaten und Dlf Kultur leistet mit Peter Handke "Wortarbeit". Die FAZ lässt sich von Richard Rohrmoser die Geschichte der Antifa erzählen. Die NZZ lernt von Greg Woolf, dass antike Städte ähnlich wie Mutationen zufällig entstanden. Und Dlf Kultur liest erst Jenny von Sperbers spannende Biografie eines Menschenaffen und schließlich Marian Engels sexuelle Liebesgeschichte zwischen einer Frau und einem Bären. 

Samstag, 30.04.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Subversives, Eigensinniges und Abgründiges

30.04.2022 "Ab jetzt sind wir diejenigen, die zu schwach waren, das Geschehene zu verhindern", stellt die ukrainische Schriftstellerin Tanja Maljartschuk im Standard fest. Die Zeit überlässt Rammstein achselzuckend der Musealisierung. Ohne "toxisches Sponsoring" würden nicht nur die Salzburger Festspiele bald ziemlich arm dastehen, bemerkt die Welt. FAZ und NZZ lassen sich von Brian Watkins' Sci-Fi-Western "Outer Range" fasziniert verunsichern. Und SZ und Tagesspiegel flanieren beim Berliner Gallery Weekend vorbei an Dürer, Drogenstrich und senegalesischer Kunst.

9punkt - Die Debattenrundschau

Unordnung mit Macht

30.04.2022 Jürgen Habermas' Verteidigung von Bundeskanzler Scholz schlägt Wellen: SZ und Tsp loben den Artikel als Dokument abwägender Vernunft, die FAZ sieht darin Wolodimir Selenski denunziert. Ein Offener Brief auf Emma rät der Ukraine, die Waffen niederzulegen. In der taz fürchtet Fjodor Krascheninnikow einen Sieg Wladimir Putins. In der FAS erklärt Christopher Lauer Elon Musks Twitter-Kauf zum Internet-Gau. Nicht einmal mit Anarchie hat das was zu tun, ergänzt Le Monde.

Bücherschau des Tages

Double Irish with a Dutch Sandwich

30.04.2022 Die FAS begibt sich mit Sibylle Bergs "RCE" in das horrorkapitalistische Betriebssystem unserer Gegenwart. Als liebevolle Bildungsbürgersatire empfiehlt die Welt Eckhart Nickels Kunstroman "Spitzweg". Die FAZ freut sich, mit welcher Könnerschaft Clemens Setz Allen Ginsbergs Lyrik neues Leben einhaucht. Die FR lauscht beglückt, wenn Christian Lehnert in seinem "opus 8" Sumpfkräuter und Feldlerche besingt. Der DlfKultur wiegt sich mit J.M.G. Le Clezios "Bretonischem Lied" in Kindheitserinnerungen. Die NZZ lernt aus Ulinka Rublacks fantastischer Geschichte der Mode, warum blaue Strümpfe im 16. Jahrhundert ein absolutes No-Go waren.

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Anhand internationaler Beispiele zeigt Christoph Bartmann wie Rechtspopulisten die Kulturpolitik als Kampfplatz für ihre Ideologie nutzen. Museen, Theater und Bibliotheken…
Selma Asotic. Sag Feuer - Gedichte. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2025.Selma Asotic: Sag Feuer
Aus dem Bosnischen von Marie Alpermann und Rebekka Zeinzinger. Selma Asotić hat sich als junge feministische Stimme aus Bosnien einen Namen gemacht. Ihre Lyrik ist einfach,…

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