Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Perlentaucher-Debatte Literaturkritik im Netz: Angestoßen von Wolfram Schütte. Mit Beiträgen von Sieglinde Geisel, Jan Dress und anderen
  • Daniele Dell'Agli: Aufruhr im Zwischenreich: Plädoyer für eine Befreiung des Themas Sterbehilfe aus dem Griff der Politik und mit ihr paktierender Verbandseliten
  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
  • Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
  • Der dänische Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
  • Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
  • Der 11.September: Eine Presseschau
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Perlentaucher-Autoren
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Perlentaucher-Fakten

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Perlentaucher Archiv

Sortiert nach Datum | Rubriken

Samstag, 01.10.2011

Heute in den Feuilletons

Wundermaschine des Untergangs

01.10.2011 Die Welt erlebte mit Karin Beier "Demokratie in Abendstunden" und ein Höchstmaß an kakofonischer Perfektion. In der FR spricht Patrice Chereau über die Last des langen Vorlaufs. Die SZ vermisst die Piratenmutter. Die FAZ unterhält sich mit Umberto Eco über Verschwörungstheorie, vielleicht hat es sich aber auch ganz anders zugetragen. In der taz erklärt der regimekritische chinesische Blogger Michael Anti seine Strategie, Konflikte mit dem Staat zu vermeiden. Und die NZZ erlebt in China grenzenloses historisches Desinteresse.

Bücherschau des Tages

Kopfkissenbücher

01.10.2011 Die FAZ versinkt mit Antonia S. Byatts "Buch der Kinder" in glücklicher Selbstvergessenheit . Die SZ lässt sich von Annelen Kranenfuss den etwas konservativen, aber nicht unbegabten Matthias Claudius näherbringen. Die NZZ preist Tanizaki Junichiros klugen und schönen Essay über "Liebe und Sinnlichkeit". Die taz rühmt die Sibylle Lewitscharoff für ihren Roman "Blumenberg" und seine schöne Trostgestalt. Außerdem lernt sie von David Harvey, wieder Marx zu lesen.

Dienstag, 04.10.2011

Magazinrundschau

Nicht hier, nicht so

04.10.2011 In La regle du jeu erklärt der Schriftsteller Richard Millet, wie er erst die Frauen und dann das Fleisch lieben lernte. Der Peking-Konsens hat den Washington-Konsens abgelöst, fürchtet The Nation. In Le Monde erklärt Roman Polanski: Man könnte Nägel aus mir machen. Bloomberg Businessweek widmet sich Amazon, die London Review of Books Google. In Al Ahram hat Nehad Selaiha nicht die geringste Sehnsucht nach einem charismatischen Führer.

Heute in den Feuilletons

Von unserer Überraschtheit überrascht

04.10.2011 Die FR hat "das Äußerste an visueller und philosophischer Dichte" gesehen, das Film heute zu bieten hat. Der Nachteil: Man mag danach nie mehr ins Kino gehen. The Daily Beast staunt über die neue Kollektion von Rei Kawakubo: lauter Hochzeitskleider - aber nicht nur für glückliche Bräute. Die Welt lauschte in Frankfurt einem schalkhaften Buddhisten. Ein großer Konzern stellt heute ein neues Smartphone vor. Mashable ist aufgeregt. Und die New York Times ist aufgeregt über Mashable. Die FAZ hat einen neuen Internetauftritt. Aber wo ist die Zeitung geblieben?

Bücherschau des Tages

Milieu der verlorenen Seelen

04.10.2011 Die FAZ lässt sich von Ida Fink erzählen, wie sie als polnische Zwangsarbeiterin das Herrenmenschentum in Deutschland erlebte. Die SZ liest einen Band über Jüdisches Leben in Montreal nach der Flucht vor den Nazis. Die NZZ begibt sich mit Jon McGregor in die Höllenkreise der britischen Drogenszene.

Medienticker-Archiv

Sturz aus dem Himmel

04.10.2011 Theater-Nachtkritiken: Harry Mulischs "Das steinerne Brautbett" in Dresden, Rodrigo Garcias "Golgota Picnic" in Graz, Samuel Becketts "Endspiel" in Zürich - Not for sale: WAZ-Eigner lehnen Kaufangebot von Springer ab - Tot in Genf: True Crime oder Uwe Barschels gut inszenierter Selbstmord? - Eine Frau des 20. Jahrhunderts: Angel de la Calles "Modotti" - Ideologisches Gemetzel: Muñoz Molinas "Die Nacht der Erinnerungen".

Redaktionsblog - Im Ententeich

Deutsche Zeitungen stehen kaum noch online

04.10.2011 Anders als es die Zeitungen bei Online-Relaunches verlautbaren, wird ihr Internetangebot immer knapper. Jedenfalls kann man nicht behaupten, dass es noch die Zeitungen seien, die online stehen. Die Schaufenster der ihrer Online-Ableger haben mit den Zeitungen selbst immer weniger zu tun. Jüngstes Beispiel für diese etwas vertrackte Tendenz ist der Relaunch des FAZ.Nets. Mag sein, dass die Online-Redakteure der FAZ manch neue Rubrik erfunden haben, obwohl die Selbstdarstellung in der heutigen FAZ (die auch online steht) eigentlich nichts dergleichen bemerkt und vor allem auf das neue Layout eingeht. Die eigentliche Zeitung wird hinter dem Online-Auftritt immer mehr versteckt.

Mittwoch, 05.10.2011

Heute in den Feuilletons

Wo ist Stockhausen, wenn man ihn braucht?

05.10.2011 Morgen wird der Literaturnobelpreis verliehen. Die Chancen für Bob Dylan sind in den Wettbüros gestiegen, meldet der Guardian. Wollen die Zeitungen das Netz oder nicht?, fragt  die Berliner Gazette. Die FAZ sieht Lars von Triers neuen Film "Melancholia" auch als dialektische Reminiszenz an die heroisch gescheiterte Dogma-Episode. In der FR ruft Claus Leggewie nach Gegenmodellen zum Kapitalismus. Die SZ feiert Dea Lohers Stück "Unschuld" in der Regie von Michael Thalheimer.

Bücherschau des Tages

Meditative Poesie

05.10.2011 Als Monumentalgemälde, aber ein wahrhaftiges, rühmt die NZZ Peter Englunds Geschichte des Ersten Weltkriegs "Schönheit und Schrecken". Sehr beeindruckt liest die FAZ Boris Cyrulniks Phänomenologie der "Scham" und attestiert Isabel Kreitz' Bilderbuch "Deutschland"  ebenso skurrilen wie intelligenten Humor.

Medienticker-Archiv

Muss man Jean Luc Godard verbrennen?

05.10.2011 Die Zukunft des Sozialismus oder Das Kino als Therapie für das untergehende Europa: Rüdiger Suchsland über Godards "Film Socialisme" - Ausflug in den Erlebnispark: US-Kinderbuch-Verlegerin Nancy Feresten über digitales Lesen - Interaktives Erzählen: Strukturelles Denken und Kreativität - Neuer Ärger: Peter Handke und der Candide-Preis - "Ein sardonisches Gelächter entfährt uns": Flann O'Brien wurde heute vor 100 Jahren geboren.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

05.10.2011 Heute: Es wird wieder spekuliert.

Im Kino

Reine Kinowesen

05.10.2011 Lars von Triers "Melancholia" zerstört ein weiteres Mal die Welt und das Kino. Immerhin stehen dem Dänen dafür diesmal hollywoodtaugliche Spezialeffekte zur Verfügung. Radu Munteans "Tuesday, after Christmas" zieht in das Rumänien der Gegenwart Rahmungen und Distanzen ein.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Ekkehard Knörer geht zum Merkur

05.10.2011 Dass Herausgeber Karl-Heinz Bohrer und Redakteur Kurt Scheel zum Jahresende den Merkur verlassen, ist schon länger bekannt: die FR meldete es im Mai. Nachfolger Karl-Heinz Bohrers ist der Kunsthistoriker Christian Demand. Nun ist auch bekannt, wer Kurt Scheel nachfolgt: Ekkehard Knörer, Filmautor und seit mehr als zehn Jahren auch Autor und Mitarbeiter des Perlentauchers, wo er unter anderem die Kolumne Im Kino mit aufbaute und von der Berlinale berichtet.

Donnerstag, 06.10.2011

Heute in den Feuilletons

Kirsten Dunst im blauen Licht

06.10.2011 In der Zeit erklärt Jean-Luc Godard, was ihn an Urheberrechten am meisten stört: die Enkel. Die FAZ liest Fitzgeralds "Großen Gatsby", der die Rechteinhaber gerade überlebte, als aktuelle Kapitalismuskritik. In Interviews mit verschiedenen Medien arbeitet Lars von Trier das Trauma von Cannes auf. Zum Tod von Steve Jobs bringen wir das Video seiner berühmten Stanforder Rede von 2005 und Links zu älteren und aktuellen Texten.

Bücherschau des Tages

Echtes Scheitern

06.10.2011 Die NZZ feiert Roberto Alajmos Sizilienroman "Es war der Sohn", in dem Mafia und Familie die Gesellschaft fest im Griff halten. Die SZ unterhält sich bestens mit Tony O'Neills Drogenroman "Sick City" jenseits des guten Geschmacks. Wahrhaft romantisch findet die FR Michael Buselmeiers Roman "Wunsiedel". Von der unheilvollen Melange aus Griechenverehrung, Militarismus und Pädophilie lernt die taz in Jürgen Oelkers Buch über die dunklen Seiten der Reformpädogik "Eros und Herrschaft".

Vorgeblättert

Edith Wharton: Ein altes Haus am Hudson River

06.10.2011 Vance Weston heißt der junge Held im Roman "Ein altes Haus am Hudson River" der amerikanischen Schriftstellerin Edith Wharton (1862 - 1937). Seine Träume vom Künstlerdasein führen ihn von der behüteten amerikanischen Provinz in das New York der zwanziger Jahre. Lesen Sie hier einen Auszug der deutschen Erstübersetzung.

Medienticker-Archiv

Mit Heiner Müller getanzt

06.10.2011 Aktualisiert: Robert Wilson im Interview - Debatte um die Zukunft des Theaters: Tendenzieller Fall der Legitimitätsrate - Langatmig & geschwätzig: Gregor Keuschnig über Umberto Ecos "Der Friedhof in Prag" - Samuel Becketts Briefe: Die hohe Schule des Scheiterns - Hesiod und die Monster: Jürgen Nielsen-Sikora über Heinz-Gerhard Frieses "Ästhetik der Nacht"- Max-Beckmann-Ausstellung: "... die abgeworfenen Häute meines Selbst".

Meldungen

Nobelpreis für Tomas Tranströmer

06.10.2011 Der Literaturnobelpreis geht an den schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer, verkündete das Nobelpreiskomitee. Aktualisiert

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

06.10.2011 Heute: Inspirationen

Freitag, 07.10.2011

Heute in den Feuilletons

Instantan verfügbar

07.10.2011 Um es knapp und klar zu sagen: Alle sind happy mit Tranströmer. In der taz würdigt ihn Daniela Seel als "heimlichen Schutzpatron der jungen wilden Dichtung und Szene". Laut NZZ sind seine Verse "muskulös und sehnig, sie federn. Und doch steuern sie auf etwas Schwarzes zu". Steve Jobs beschäftigt die Medien ebenfalls: ReadWriteWeb beleuchtet seine dunkle Seite. Pitchfork sieht ihn als musikalischen Revolutionär. Und wie tickt die Piratenpartei politisch?

Bücherschau des Tages

Schwere Puck-Passion

07.10.2011 Trotz einer leicht klischeehaft klingenden Fabel: Die SZ fand John Grishams neuesten Thriller "Das Geständnis" richtig spannend. Die FAZ empfiehlt Josef Haslingers neuen Dokumentarroman "Jachymov" über eine Episode des Stalinismus in der Tschechoslowakei. Die FR spielt ein Brettspiel mit Roberto Bolano.

Medienticker-Archiv

Handpuppe Sloterdijk

07.10.2011 "Du musst dein Leben ändern": Hans-Klaus Jungheinrich über die Sloterdijk-Premiere in Karlsruhe - "Als würde Sisyphos einen Tamagotchi bergen": Lothar Struck über Ursula Timea Rossel - Die Wütenden: Jana Hensel über die 80er-Literaten-Generation - Der Wichtel vom Fichtelgebirg: Über Michael Buselmeiers Theaterroman " Wunsiedel"- "Sie haben kein Recht zu schweigen": Wie Krimis Weltbilder verändern.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

07.10.2011 Heute: iHeaven

Samstag, 08.10.2011

Heute in den Feuilletons

Man steht, tendiert zur Bedeutung

08.10.2011 In der NZZ erzählt Einar Karason, warum die Isländer seit achthundert Jahren Bücher schreiben. In der FAZ erzählt Hallgrimur Helgason, warum jeder isländische Dichter am Ende im gottverfluchten Brunnen Mimirs landet. Die Sagas sind besser als jeder Tarantino, versichert Kristof Magnusson in der SZ. In der Welt erzählt Henryk Broder isländische Sagas von einst und jetzt. Und glaubt Rüdiger Safranski tatsächlich, dass man mit einem Schergen Achmadinedschads in einen Dialog der Kulturen treten kann?

Bücherschau des Tages

Zwieschreiben

08.10.2011 Der neue Eco ist da: Gustav Seibt liest diesen Roman über die Geschichte der "Protokolle der Weisen von Zion" in der SZ nicht ohne Faszination. Aber gescheitert ist er dennoch. In der FAZ bespricht Ilija Trojanow einen Erzählungsband von Martin Pollack und Christoph Ransmayr. Die FR empfiehlt die Essays von Katharina Rutschky und die taz die Russland-Reportagen von Sabine Adler.

Sonntag, 09.10.2011

Bücherbrief

Sinnlos, aber bedeutungsvoll

09.10.2011 Sibylle Lewitscharoff tröstet Blumenberg mit einem Löwen. Josef Bierbichler übergibt einem Möchtegernkünstler eine Wirtschaft. Josef Haslinger erzählt vom Schicksal der tschechoslowakischen Eishockeymannschaft. Und Peter Englund erzählt vom Ersten Weltkrieg.

Montag, 10.10.2011

Heute in den Feuilletons

Eine gute Theorie ist eine schöne Theorie

10.10.2011 Wolfgang Michal benennt in seinem Blog nach der Enttarnung eines "Bundestrojaners" durch den Chaos Computer Club das "Dilemma der Hackerbewegung". Auch die FAZ berichtet groß über den Bundestrojaner. Im Tagesspiegel streiten Kathrin Passig und Andreas Rötzer über Für und Wider des Ebooks. In der FR zieht Amitai Etzioni ein deprimiertes Fazit aus der Finanzkrise. In der Jungle World erklärt Laura Meritt, warum sie einen feministischen Pornopreis ins Leben rief. 

Bücherschau des Tages

Selbstverständlich ist das konventionell!

10.10.2011 Als Meisterwerk feiert die FAZ Heinrich August Winklers kluge, dramatische und glänzend geschriebene "Geschichte des Westens". Überschwänglich lobt sie auch Ludwik Flecks Schriften zur Wissenschaftstheorie "Denkstile und Tatsachen" und feiert Elizabeth Taylors traurigschönen Roman "Blick auf den Hafen (hier unser Vorgeblättert). Die SZ begeistert sich für die "Reisende Helden" des Oxforder Althistorikers Robin Lane Fox.

Medienticker-Archiv

Bundesrepublikanisches Pandämonium

10.10.2011 Theater-Nachtkritiken: Helmut Kraussers "Eyjafjallajökull-Tam-Tam" am Residenztheater München; Schicksalsspiel ohne Sieger: Karl Schönherrs Machotragödie "Der Weibsteufel" in Nürnberg; Ganz in Eis: Federico Garcia Lorcas "Bernarda Albas Haus" in Kiel - E-Reader-Offensiven: Die Volksreader kommen, doch gibt es auch genug digitales Lesefutter? + Kultur und Politik: Günter Grass über seine Wahlkampftour 1969 für Willy Brandt.

Vorgeblättert

Rodney Bolt: Lorenzo Da Ponte

10.10.2011 Venedig, Wien, London, New York waren die Lebensorte von Lorenzo da Ponte, als Globalisierung noch kein Thema war. Er war Lehrer, Mozarts Librettist, Tabak-, Buch- und Gemüseverkäufer, Jude und katholischer Geistlicher, hatte Frau und Kinder und stand stets vor dem finanziellen Ruin in Zeiten großer Umbrüche. Lesen Sie hier einen Auszug aus der Biografie von Rodney Bolt.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

10.10.2011 Heute: Fette Katzen

Dienstag, 11.10.2011

Magazinrundschau

Mit persönlicher Note

11.10.2011 La regle du jeu feiert das Fleisch des Coucou de Rennes. In Babelia bittet der Philosoph Javier Goma Lanzon: Seien Sie höflich, lügen Sie. Im Espresso findet Umberto Eco ein Lexikon der Wendehälse von 1815. In der NYRB bekommt Saul Bellow einen weisen Ratschlag. Die Lettre feiert die luststeigernde Parfümkultur Arabiens. Die NYT rechnet das Kidnappinggeschäft durch.

Heute in den Feuilletons

Unverfroren an den Tatsachen vorbei

11.10.2011 Damit kann man leben, meint die Welt zum Deutschen Buchpreis für Eugen Ruge. Der taz graut es vor der Buchmesse. In der New York Review of Books findet J.M. Coetzee die deutschen Inspirationsquellen des Dichters Les Murray. In der FAZ erinnert Boualem Sansal an das blutige Ende des algerischen Frühlings 1988. Könnten deutsche Schriftsteller mal die Rockzipfel der Großeltern loslassen?, bittet die SZ.

Bücherschau des Tages

Dekade des Manischen

11.10.2011 Einfach hingerissen ist die NZZ von Charlotte Mutsaers' schwarzhumorigem Roman "Kutscher Herbst", der von der Liebe zweier skurriler Außenseiter erzählt. Die FR feiert Thorbergur Thordarsons Klassiker "Islands Adel", bei dem es sich natürlich um schräge fischfangende Dichtervögel handelt. Und die taz lobt Elmar Kraushaars Biografie derSchlagerlegende Freddy Quinn. Die heutige Literaturbeilage der SZ werden wir in den nächsten Tagen auswerten.

Medienticker-Archiv

Besuch im Computer

11.10.2011 Der amtliche Trojaner: Anatomie eines digitalen Ungeziefers oder Wer fürchtet sich vor'm Staatstrojaner? - USA: Die Woche des Verbannten Buches - Vive la HuffPo.fr: AOL bringt die Huffington Post nach Europa - Urheberrecht im Internet: Der Kampf um digitale Brotkrumen - Bertelsmann: Ostrowski gibt erschöpft auf - Ich bin kein Papagei: Dem Theaterreisenden Gert Voss zum 70. Geburtstag.

Mittwoch, 12.10.2011

Heute in den Feuilletons

Wozu Kunst?

12.10.2011 Gut gebaut und lebensklug findet die taz den Roman des Buchpreisträgers Eugen Ruge. In der Welt erklärt Ruge, warum er sich nach der Wende keine Hoffnung auf einen demokratische Sozialismus machte. Die SZ besucht eine Pariser Soliveranstaltungen für die syrische Protestbewegung. Die NZZ feiert das Südtiroler Architekturwunder.

Bücherschau des Tages

Verklemmte Selbstlose und promiske Freibeuter

12.10.2011 Die SZ lässt sich von Martin Seel gern erklären, dass das Laster auch seine guten Seiten hat. Die NZZ liest beeindruckt Arno Lustigers Buch über den "Rettunsgwiderstand" und kann auch Sabine Grubers Südtirol-Roman "Stillbach" empfehlen. Nicht überzeugt ist die FAZ von Doris Lessings Roman "Ein süßer Traum". Die heute erschienene Literataz werden wir in den nächsten Tagen auswerten.

Medienticker-Archiv

Meinungsvielfalt? Fehlanzeige!

12.10.2011 Journalisten gegen das neue ungarische Mediengesetz - Nur-zwei-Cent-Journalismus oder das übliche Dreschen von Phrasen und Parolen - Digitalisierung: Der Buchhandel wird verarmen und steckt in der Todesspirale - Leser als Verleger: Web-2.0-Spielarten des Literaturmarketings - Liest man digitale Texte anders? - Island: Kleines Land der Bücher + Frank Fischers St. Petersburger Feuilleton.

Im Kino

Immer schon Bild

12.10.2011 Gus van Sants "Restless" beeindruckt mit Charme und Aufrichtigkeit, auch wenn so manches marktwirksam zurechtgebogen wurde. Abbas Kiarostami bewährt sich mit "Copie Conforme" ein weiteres Mal als Kinobildforscher.

Donnerstag, 13.10.2011

Heute in den Feuilletons

Das Wunderbare ist ganz nah

13.10.2011 Die Welt sucht Spuren einer Formidee in den Skulpturen von Georg Baselitz. In der Jungle World schildert Boualem Sansal die dramatische Lage von Homosexuellen in Algerien. In der NYRB beschreibt Charles Simic sein Lieblingsnotebook. Die NZZ mischt sich vorsichtig unter Occupy Wall Street. Die taz erzählt, wie Assad mit Death Metal lockt. Die FAZ bewundert Walter Moers' charmant tropfenförmige unterirdische Lebewesen.

Bücherschau des Tages

All diese traurigen, verlassenen Menschen

13.10.2011 Die SZ liest mit Begeisterung Willibald Sauerländers Buch "Der katholische Rubens", die den Barockmaler in seiner ganzen gegenreformatorischen Herrlichkeit zeigt. Die FR versinkt in Peter Hennings erschütterndem Roman "Leichtes Beben". Und die FAZ lernt von Werner Buschs Studie über Laurence Sterne "Great Wits Jump" alles über das raffinierte Zitieren.

Medienticker-Archiv

Abschied von Gutenberg?

13.10.2011 Marketingmaschine Buchmesse und das Überleben des Buchhandels in Zeiten der Digitalisierung: Der größte deutsche Buchhändler glaubt nicht mehr an den Buchhandel - Soziales Lesen und rückständige Verlage: "Verlage überlassen neuen Akteuren das Feld" - Generation XYZ: Was taugen die neuesten Bücher über die eigenen Altersgenossen? - Das Schreiben am Tag und in der Nacht: Wie Claudio Magris zum Lesen verführt, erklärt Carl Wilhelm Macke.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

13.10.2011 Heute: Schöne Schnurrbärte

Freitag, 14.10.2011

Heute in den Feuilletons

Elegant urbane Ausgehuniformen

14.10.2011 Das New York Magazine zeichnet ein Porträt der Künstler David Foster Wallace, Jonathan Franzen und Jeffrey Eugenides als junge Männer. Sehen gut aus, die Occupy-Wall-Street-Demonstranten, meint die Welt. Selbst Griechenland will lieber überwachen als sanieren, lernen wir in der NZZ. In der FAZ porträtiert Theodor Laxness die Isländer als drogenabhängige Sadisten. Die SZ feiert Kraftwerk.

Bücherschau des Tages

Ohne das weibische Burn-out-Gejammer

14.10.2011 Die FR preist die epische Wucht von Steve Sem-Sandbergs Roman "Die Elenden von Lodz". "Toll" findet sie Thomas Melles maskulinen Roman "Sickster". Die FAZ vertieft sich in die historisch-kritische Ausgabe von Arthur Schnitzlers Novelle "Lietenant Gustl". Mit Vergnügen liest sie Lili Grüns Roman der Neuen Sachlichkeit "Zum Theater!".

Medienticker-Archiv

Zukunft des Lesens

14.10.2011 Die elektronische Tinte kommt, der Geist bleibt und e-Books werden weiblicher - Interview mit Commentarist.de-Gründer Eric Hauch: "Orientierung im Dschungel der Fakten" - Schnüffeln ohne Grenzen: Die wichtigsten Fragen zum Staatstrojaner - Pop! Schnarchnasen in Beige oder John Lennon und Miles Davis spielten gemeinsam Basketball - Willkommen in Realostan: Über Jan Peter Bremers "Der amerikanische Investor".

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

14.10.2011 Heute: Nur auf die Jugend ist Verlass.

Samstag, 15.10.2011

Heute in den Feuilletons

Der Genuss des Übens

15.10.2011 In der NZZ erklärt Najem Wali, warum Friedenspreisträger Boualem Sansal in der arabischen Welt totgeschwiegen wird. Außerdem reist die NZZ durch das Land der Dogon. In der Welt spricht Jeffrey Eugenides über seinen neuen Roman "Die Liebeshandlung", und der Bookerprize-Träger Howard Jacobson sieht keinen Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus. Warum kann man Ebooks nicht bei den Verlagen herunterladen?, fragt Lothar Müller in der SZ. In der FAZ ruft der CDU-Politiker Peter Altmaier: Don't touch my Twitter.

Bücherschau des Tages

Auf der Ameisenstraße

15.10.2011 Die FAZ lobt die poetische Dichte von Katharina Hackers "Dorfgeschichte" (Leseprobe). Die NZZ folgt vergnügt den Spuren eines narzisstischen Rousseaus in Karl-Heinz Otts Roman "Wintzenried". Die SZ reist mit Jo Lendles Roman "Alles Land" und dem Polarforscher Alfred Wegener erst ins wilhelminische Deutschland und dann ins Eis. Die taz vertieft sich in einen isländischen Krimi, Arni Thorarinssons "Ein Herz so kalt".

Montag, 17.10.2011

Heute in den Feuilletons

Nerven und Neurosenkavaliere

17.10.2011 Boualem Sansal erzählt die Geschichte Algeriens in seiner Friedenspreisrede als eine Geschichte von Kriegen. Leider hat niemand die Rede online gestellt. Über der Buchmesse schwebte das Gespenst der Digitalisierung. Aber wie macht man Geld mit Ebooks - oder werden nur Amazon und Apple die Hand aufhalten?, fragt die FAZ. Die New York Times berichtet unterdes von der nächsten Amazon-Attacke: Das Unternehmen wird jetzt auch verlegerisch tätig. Und in Mailand wächst demnächst der erste vertikale Wald, meldet inhabitat.com.

Magazinrundschau

Lüpfungsenergien

17.10.2011 Mit Toronto geht es langsam den Bach runter, weil seine Bewohner so geizig sind, erzählt The Walrus. Die LRB porträtiert Putins schillernden Chefideologen Vladislav Surkow. In Le Monde erklärt Pierre Nora: Kolonialismus war mal ein linker Diskurs. Sollen Nazis doch Theater spielen, meint Peter Esterhazy in Elet es Irodalom, aber bitte ohne Subventionen. The Smithsonian schickt eine Reportage über die Kopten in Ägypten. Wer schreibt über die Armen, fragt Sibylle Lewitscharoff in Literaturen. Die NYT porträtiert die Medicis von der Chicago Tribune.

Bücherschau des Tages

Sprechfolter

17.10.2011 Die FAZ feiert Neil MacGregors "Geschichte der Welt in 100 Objekten", für die der Direktor des British Museums die Schatzkammer der Menschheit geöffnet hat. Literatur als Resultat existenzieller Auseinandersetzung hat die SZ mit Andre Müllers gesammelten Künstlergesprächen erlebt, die jetzt unter dem Titel "Sie sind ja wirklich eine verdammte Krähe" nachzulesen sind.

Medienticker-Archiv

Es wird nicht besser

17.10.2011 Roger Willemsen über Qualität im deutschen Fernsehen und Christopher Keil erklärt woher der öffentlich-rechtliche Kitsch kommt - Buchmessen-Resümee: Das neue Gesicht der Messe - Michel Houellebecqs "Karte und Gebiet: Für die Bühne aufbereitet - Browser, Harmschar, Zervelatwurst: Lothar Struck über Kluges "Etymologisches Wörterbuch" + Großkopf im Kleinland: Über Peter Rüedis "Dürrenmatt oder Die Ahnung vom Ganzen".

Mord und Ratschlag

Kunst in Schwarzweiß

17.10.2011 Vom Lieben und Sterben in Padua singt Massimo Carlotto in seiner düsteren Mörderballade "Banditenliebe". In Dominique Manottis Politkrimi "Einschlägig bekannt" errichtet die Polizei in der Pariser Banlieue ein Besatzungsregime.

Dienstag, 18.10.2011

Heute in den Feuilletons

Tonnenweise Erotika

18.10.2011 In der taz schildert Bahman Nirumand die Angst der iranischen Mullahs vor dem Gespenst der sanften Revolution. Die NZZ fragt: Warum hat der Wirtschaftsjournalismus in der Finanzkrise versagt? Agata Pyzik wendet sich in ihrem Frieze-Blog gegen verharmlosende Ostalgie. Jahrelang durften wir  Nazikunst nicht sehen, nun stellt sich in der FAZ heraus, dass sie schlicht banal war. Der SZ wird bei der Idee totaler Transparenz unbehaglich. 

Bücherschau des Tages

Affektlogische Eigenwelten

18.10.2011 Pünktlich zum Erscheinen feiert die FR Jeffrey Eugenides' neuen Roman "Die Liebeshandlung", der sie nur anfangs als Campus-Geschichte vergnügte, dann aber nachhaltig  verstörte. Gebannt liest die FAZ Toby Lesters Geschichte der Waldseemüller-Karte von 1507 "Der vierte Kontinent". Werkstattberichte und Klatsch, Intrigen und Debatten  verfolgt die SZ mit Heinz Ludwig Arnolds "Gesprächen mit Schriftstellern".

Medienticker-Archiv

Die Post-Optimisten

18.10.2011 Die Autoren-Generation der "End-Zwanziger" - Interview mit Brigitte Kronauer: "Bestsellerkarriere war nicht intendiert" - Stadttheater-Debatte oder In den Städten findet der Kampf statt: Interview mit dem Intendanten des Deutschen Theaters Berlin Ulrich Khuon - Budapester Theaterskandal: Ein bekennender Antisemit wird Theaterdirektor + "Wir sind 99 Prozent": Oskar Negt über den Aufstand der Bürger.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

18.10.2011 Heute: Trolle, Quote, Dispo

Mittwoch, 19.10.2011

Heute in den Feuilletons

Gleichsam im Zentaurenstadium

19.10.2011 Die taz diskutiert mit dem Historiker Paul Ginsborg über die Frage, ob Italien noch zu retten ist. Die FR findet die Bill and Melinda Gates Foundation gar nicht so wohltätig. Der Guardian ist zufrieden mit dem Booker-Preis für Julian Barnes. Alle Feuilletons und viele Blogs bringen Nachrufe auf Friedrich Kittler. Die Welt bringt noch ein langes Interview, das sie einige Monate vor seinem Tod führte.

Bücherschau des Tages

Der Anti-Spengler

19.10.2011 Anschaulich und sehr raffiniert findet die NZZ Orlando Figes Geschichte des Krimkriegs "Der letzte Kreuzzug". Mit Martino Stierlis "Las Vegas im Rückspiegel" lernt sie, ihre Wahrnehmung zu schulen. Die FAZ nimmt es Steven Pinker nicht ab, dass die Menschheit friedlicher geworden sein soll: Auch nach 1178 Seiten Gewaltgeschichte findet sie die Beweislage zu dünn.

Medienticker-Archiv

Eine Hölle für die Guten

19.10.2011 Theaterkritiken: O?Neills "Trauer muss Elektra tragen" in Berlin und Ausschweifung und Tugend: Kleists "Michael Kohlhaas" in München - Buchbranche: Joachim Leser über die Amazonisierung des Sortiments - E-Book-Kuchen: 50 Prozent für den Autor, nichts für die Portale - Studie: Internet-Nutzung stagniert + Heute vor hundert Jahren wurde Hilde Spiel geboren.

Im Kino

Grundlegende Widersprüche

19.10.2011 Der spanische Autorenfilmer Pedro Almodovar verkauft seinem Arthouse-Publikum mit "Die Haut in der ich wohne" ein waschechtes pulp movie unter blendender Oberfläche. Annekatrin Hendels Dokumentarfilm "Vaterlandsverräter" porträtiert einen unversöhnten Schriftsteller und ehemaligen Stasi-IM.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Boualem Sansal im Gespräch mit Thierry Chervel

19.10.2011 Am Donnerstag lesen im Deutschen Theater, Berlin, Daniel Hoevels und Thomas Schumacher aus Boualem Sansals Roman "Das Dorf des Deutschen". Anschließend spricht der diesjährige Friedenspreisträger mit Thierry Chervel (Perlentaucher) über seinen Roman und den arabischen Frühling.

Donnerstag, 20.10.2011

Heute in den Feuilletons

Wie dann die Köpfe fliegen

20.10.2011 Wie konservativ ist Steven Soderberghs Medienbild?, fragt die Berliner Gazette. Der New York Observer erklärt, wie die New York Times die digitale Klassengesellschaft im Journalismus abschafft. Ist Soundcloud das nächste Youtube?, fragt das ReadWriteWeb. Die FR/Berliner Zeitung stöhnt: Jetzt müssen wir auch noch den Kunstgeschmack unserer Großeltern bewältigen. In der NZZ versichert Viktor Jerofejew: Noch schlimmer als Putin ist das russische Volk.

Bücherschau des Tages

Was tun? Die Mutter morden?

20.10.2011 Als giftige Satire empfiehlt die SZ Nathanael Wests Roman "Eine glatte Million" von 1934. Die NZZ erlebt Dieter Meier in "Out of Chaos" als großen Schamanen des Nichts. Die FAZ liest beeindruckt Romualdas Granauskas' litauischen Roman "Das Strudelloch" (hier unser Vorgeblättert). Und die Zeit feiert Wolfram Ettes "Kritik der Tragödie", die einen erfreulich gereizten Ton anschlage.

Medienticker-Archiv

KulturSubventionsKunstSprech

20.10.2011 "Mit freundlicher Unterstützung von" in Hamburg: Laura de Weck bearbeitet Künstlererfahrungen als Sprachkonzert - Die hässlichen Zahnlücken und das Grinsen des Betriebs: Katrin Schuster über die große Leere der Buchmesse - Wie schwarz sehen Sie heute, Mister Andre Schiffrin?: Ein Interview mit dem früheren Verleger - Eichborn: Zukunft weiter ungewiss - John le Carre: Ein Herz für Agenten - Studie: Die meisten sehen weiter "lineares TV".

Freitag, 21.10.2011

Heute in den Feuilletons

So ein Orchester ist ein Brett

21.10.2011 In der NZZ bangt der Hassouna Mosbahi um das demokratische Projekt in Tunesien. Der Standard erinnert an das Pariser Polizeimassaker an Algeriern mitten in Paris vor fünfzig Jahren. Die taz staunt über Heinrich von Kleists Wahnsinnsformulierungen. Die Welt wundert sich über Julia Francks DDR-Roman "Rücken an Rücken". Und endlich singt William Shatner die "Bohemian Rhapsody".

Bücherschau des Tages

Geflüstert, gestöhnt und geschrien

21.10.2011 Als fantastischen Fiebertraum erlebt die FR das Bukarest der sechziger Jahre in Mircea Cartarescus Roman "Der Körper". Das, meint sie, ist große Kunst (hier unser Vorgeblättert). Die SZ empfiehlt den Band "Urban Prayers" über die zunehmende Präsenz organisierter Religion in den Metropolen. Die FAZ stellt Armin Sensers Versroman "Shakespeare" vor.

Medienticker-Archiv

Blickgewaltig

21.10.2011 "The Look": Ein Film über Charlotte Rampling - IVW-Auflagen: Zeitungsauflagenverluste schwächen sich ab - Umsatz-Ranking: Top 100 Medienhäuser legen 3 Prozent zu - WAZ beerdigt Dachmarke DerWesten - Gefäß, Exerzierplatz und Wahrlügen: Über ein "Kleine Theorie des literarischen Bloggens" - Leben für die Sprache: Elfriede Jelinek wird 65 + Vor 60 Jahren wurde erstmals der Georg-Büchner-Preis verliehen.

Samstag, 22.10.2011

Heute in den Feuilletons

Kometen des Weltgeists

22.10.2011 In der taz erzählt Nancy Kienholz von den bitteren Lektionen, die sie in Berlin erfahren hat. In der NZZ besingt Hans Pleschinski seine Stadt München. Die Welt erfährt aus dem Briefwechsel der Heisenbergs Neues über den Plutoniumforscher Carl Friedrich von Weizsäcker. Die New York Times besucht Haruki Murakami in Japan. Die SZ kann von der Wall Street melden: Selbst die Protestler legen hier zu. Außerdem verehren die Zeitungen heute alle den maßlosen Franz Liszt, der vor zweihundert Jahren geboren wurde.

Bücherschau des Tages

Ohne Bergführer

22.10.2011 Als anspruchsvolles Lesevergnügen empfiehlt die SZ Jeffrey Eugenides' Roman "Die Liebeshandlung", aber auch als durchaus ernstes Loblied auf die Lust an der Theorie. Die taz moniert allerdings die langweilige Hauptfigur des Romans. Spannend wie einen Krimi findet die SZ dagegen Sarah Kaminskys Buch über ihren Vater, "Adolfo Kaminsky" den Meisterfälscher der Widerstandsbewegungen. Die FAZ lässt sich von Sherko Fatah auf strapaziöse Reise in den Irak der dreißiger Jahren mitnehmen und entspannt bei G.K. Chesterton.

Montag, 24.10.2011

Heute in den Feuilletons

Applaus, Applaus

24.10.2011 In Slate fragt Christopher Hitchens: Tragen die westlichen Alliierten Mitschuld daran, dass Gaddafi nun nicht vor ein Gericht gestellt werden kann? In der Welt erzählt Clemens Meyer ganz euphorisch von der Revolution in New York. Die FR ist begeistert von Steven Spielbergs "Tim und Struppi". In der FAZ meint Necla Kelek: Die türkischen Gastarbeiter waren für die Türkei wirtschaftlich viel nötiger als für Deutschland.

Bücherschau des Tages

Das Schöne des Ausweglosen

24.10.2011 Ehrfürchtig hält die taz Josef Koudelka epochalen Fotoband über die "Roma" in den Händen. Auch den Interviewband "Sie sind ja wirklich eine verdammte Krähe" des großen Andre Müller liest sie mit allem gebührenden Respekt. Die SZ lässts ich von Anthony Caronias "Afro-Cuba" in den Bann schlagen. Und die FAZ liest Kurt Drawerts mal viel zu verbitterte, mal herrlich lustige Gedichte "Idylle, rückwärts".

Vorgeblättert

Sonja Margolina: Brandgeruch

24.10.2011 Sowjetunion, DDR, Perestroika, KGB, geheime Dienste jeglicher Couleur, Kirchen, Künstler, Journalisten, der kapitalistische Westen sind Themen in Sonja Margolinas Roman "Brandgeruch" über den Geheimdienstagenten Nikolaj Gribojedow. Lesen Sie hier den Anfang.

Medienticker-Archiv

Jenseits des Aufstands

24.10.2011 Theater-Nachtkritiken: Elfriede Jelineks "Ulrike Maria Stuart" in Essen - Nur einmal noch Schwanensee tanzen: Thomas Jonigks "Weiter Träumen" in Zürich - Komm, Ende der Mühen!: Aischylos' "Orestie" in Cottbus - Die gesellschaftliche Singularität ist nah: Michael Seemanns Thesen über die Anpassung der Gesellschaft an das Computerzeitalter - Nachruf: Carl Wilhelm Macke zum Tod des italienischen Schriftstellers Andrea Zanzotto.

Dienstag, 25.10.2011

Magazinrundschau

Warum nicht alles?

25.10.2011 In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami.

Heute in den Feuilletons

Fortwährend richtig gekocht

25.10.2011 In der Welt plädiert Peter Sloterdijk für Rudolf Steiner. Bei den Ruhrbaronen plädiert Rudolf Steiner gegen sich selbst. Vanity Fair kann keinen Herren ernst nehmen, der nicht bei Anderson & Sheppard schneidern lässt. In Spiegel Online lässt sich KiWi-Verleger Helge Malchow nicht von Jeff Bezos in die Bredouille bringen.  Die SZ ist fassungslos: Einst spielte Ivo Pogorelich Klavier. Jetzt schmeißt er Granaten ins Kinderzimmer. Außerdem: Slants Liste der 25 besten Horrorfilme der Nuller.

Bücherschau des Tages

Lockendes Versprechen

25.10.2011 Ebenso beklemmend wie fesselnd findet die taz Jeanette Erazo Heufelders Reportage aus dem "Drogenkorridor Mexiko". Die NZZ freut sich über Sebastian Polmans' hochpoetischen Debütroman "Junge". Die SZ feiert die große Werkausgabe des Expressionisten Max Pechsteins.

Medienticker-Archiv

Social Media-Showdown

25.10.2011 Facebook und Google stellen sich dem Bundestag - Toter Gaddafi im Spiegel: Wenn ein Diktator zur Trophäe wird - Mathias Döpfner: "Ich bin ein Pazifist im Herzen" - Neuerscheinungs-Tsunami: Top 100 bringen 12 Prozent Umsatz - Kein Oscar: Wilhelm Genazino kritisiert Deutschen Buchpreis - Nektarios Vlachopoulos: Neuer Deutscher Meister im Poetry Slamm - Ruth Klüger im Gespräch: "Glück ist Sonne auf der Hoteltapete".

Mittwoch, 26.10.2011

Heute in den Feuilletons

Plastilinöse Plumpheit

26.10.2011 In der taz zeichnet Juri Andruchowytsch ein düsteres Bild von der Lage in der Ukraine. Und Andrea Breth erklärt, warum sie Alban Berg bewundert. Das FAZ.Net bringt Evgeny Morozovs Polemik gegen Jeff Jarvis auf Deutsch, aber interessanter liest sie sich auf Englisch mit Jarvis' Antworten. Die FAZ fragt auch: Warum schasst die Ditib den Architekten der Kölner Moschee, Paul Böhm? In Le Monde fordert Jürgen Habermas mehr Kompetenzen für Europa. Anders als die meisten Kritiker kann Fritz Göttler von der SZ weder mit Spielbergs Tim noch mit Spielbergs Struppi viel anfangen.

Bücherschau des Tages

Tiefsinnsperlen

26.10.2011 Als großen Wurf feiert jetzt auch die NZZ Peter Heathers großangelegte Geschichte "Invasion der Barbaren" und kann im Gegensatz zu den meisten anderen Kritikern auch Sayed Kashuas Roman "Zweite Person Singular" viel abgewinnen. Die FAZ vergnügt sich mit den Schnurren des Fondsmanagers Georg von Wallwitz "Odysseus und die Wiesel".

Erzählungen

Stefan The Gun

26.10.2011 Mit jedem neuen Treffer wuchs die dunkle, schmierige Masse in ihm, erhaben und abstoßend zugleich, wie ein Fettauge. Er war wie elektrisiert ... Im Augenblick hielt er sich für ein unkalkulierbares Risiko. Ein falsches Wort, eine erniedrigende Situation und er würde hochgehen wie ein Fass Benzin. Eine Erzählung

Medienticker-Archiv

Das Interesse am Schönen

26.10.2011 Thomas Anz über neuere Forschungsansätze und Theorien der Ästhetik - Fleißige Online-Ermittler: Google stillt Datenhunger deutscher Behörden und stiftet Institut für Internet und Gesellschaft - Tablet-PC: Angriff auf Apple kostet Amazon Millionen und kann der Onlinehändler Verlag? - Die Kraft des Bildes: Pieter Bruegels "Die Mühle und das Kreuz" als Film - Ausstellung "The Global Contemporary": Pop Art meets Blümchensofa + Robert Bober im Profil.

Im Kino

Doppelte Fluchtbewegung

26.10.2011 In Steven Spielbergs "Die Abenteuer von Tim und Struppi" gibt es Bilder von traumartiger Schönheit, aber keine "ligne claire". In Gary McKendrys "Killer Elite" prügeln sich noch echte Männer mit Bart.

In eigener Sache

Nun doch: Urteilsverkündung am OLG Frankfurt

26.10.2011 Aktualisiert: Morgen wird das Urteil in Sachen FAZ und SZ/Perlentaucher bekanntgegeben - in einem anderen Saal als ursrpünglich gemeldet.

Donnerstag, 27.10.2011

Heute in den Feuilletons

Äh ... Was? ... Nein

27.10.2011 In der taz erklärt Bertrand Tavernier, wie er sich einen historischen Film erträumt: als Blick in eine Gegenwart. Nein, die tunesischen Islamisten sind nicht mit Erdogans AKP zu vergleichen, findet Caroline Fourest in ihrem Blog. Walter Laqueur macht sich im National Interest Nachtgedanken über Europa. Nach einer Attacke gegen Open Access in der FAZ lebt die Debatte auch in den Blogs wieder auf. Elisabeth Ruge kann nicht seine Nachfolgerin werden, erklärt Hanser-Verleger Michael Krüger in der Zeit, sie hat doch Kinder.  Und: Modernes Geld verstehen mit dem Freitag.

Bücherschau des Tages

Egomanen am Strand

27.10.2011 Der Sonne ganz nah kamen FR, SZ und Zeit mit Walter Isaacsons autorisierte Biografie des Apple-Gurus Steve Jobs. Sehr gern gelesen hat die SZ außerdem Jens Wonnebergers Roman "Sture Hunde". Die NZZ stellt die Gedichte des Tessiners Fabio Pusterla vor. Die FAZ erkennt dank Helmut Schmidt und "Zug um Zug" die quasi geschichtsphilosophische Notwendigkeit eines Kanzlerkandidaten Peter Steinbrück.

Medienticker-Archiv

Auf allen Kanälen des Kapitals

27.10.2011 Das Traktat der Stunde? Peter Trawnys "Medium und Revolution" - Hoffnung für Italien: Nichi Vendola - Wenn Schreckliches zum Lachen ist: Leander Haußmann über seinen Film "Hotel Lux" - Thomas Knüwer über die Lernunfähigkeit der Buchverlage - Der Schattenkönig der phantastischen Literatur Walter Moers - Mistkerl Steve: Walter Isaacsons Jobs-Biografie.

Freitag, 28.10.2011

Heute in den Feuilletons

Alles ist einsehbar

28.10.2011 In der NZZ macht sich J.M. Coetzee Sorgen über die Wiederkehr der Religion. Die Welt fragt sich, was in Hanser-Verleger Michael Krüger gefahren ist: Machotum alter Schule? Spiegel-Redakteure müssen sich in ihrem neuen Haus vorsehen: Wenn sie einschlafen, geht das Licht aus. Frank Castorf darf den Bayreuther Jubi-Ring im Jahr 1813 inszenieren. In der SZ gibt er Auskunft über seine Ästhetik. Die FAZ kommt aus dem Staunen über den Fall Beltracchi nicht heraus.

Bücherschau des Tages

Bei den Krokodilen

28.10.2011 Nach Monique Schwitters tragisch-absurden Erzählungen "Goldfischgedächtnis" weiß die SZ: Die Welt begann nicht mit einem Urknall, sondern als Prügelschule. Die FAZ riskiert mit Andrej Gelassimows "Durst" einen Blick in das verrohte Russland und lobt noch einmal sehr Viola Roggenkamps Roman "Tochter und Vater". Die FR empfiehlt Deon Meyers südafrikanischen Thriller "Rote Spur".

Medienticker-Archiv

Outlaws des Äthers

28.10.2011 Piraten 1.0: Als Freibeuter die Medien kaperten - Liebesbeweis: Google öffnet News-Schaufenster für Verlage - Ein Volkston unserer Zeit: Walser ergänzt Tieck - Über Josef Winkler: Von Empörung durchdrungene Melancholie - Über F. C. Delius: Die RAF als literarischen Stoff und der Käseigel in der deutschen Literatur + Theater-Nachtkritiken: Rodrigo Garcias "Versus", Henrik Ibsens "John Gabriel Borkman" und Sharr Whites "Der andere Ort".

Samstag, 29.10.2011

Heute in den Feuilletons

Staublose Datei im Netz

29.10.2011 Im Umblätterer erklärt die Literaturwissenschaftlerin Constanze Reichardt, was sie an F.C. Delius so schätzt: zum Beispiel seinen Blick auf den Terrorismus in Deutschland. Im Tagesspiegel antwortet der Büchner-Preisträger auf seine Kritiker. In der Welt äußert sich Alaa al-Aswani trotz allem optimistisch über den weiteren Fortgang der ägyptischen Revolution. Ulrich Beck setzt in der taz seine Hoffnung in die Occupy-Bewegung. Die FAZ gerät in Ekstase über Lou Reed und Metallica, die SZ streichelt Vintage-Editionen von Pink Floyd und Velvet Underground.

Bücherschau des Tages

Das Wetter als Kunstmittel

29.10.2011 Die SZ erliegt dem Berliner Lokalkolorit in Annett Gröschners Roman "Walpurgistag". Die FAZ liest mit Vergnügen Holger Hofs Benn-Biografie. Die FR vergräbt sich in F.C. Delius' wiederaufgelegte Dissertation "Der Held und sein Wetter". Die NZZ lauscht mit Begeisterung den Radiogesprächen, die Heinz Ludwig Arnold in den Siebzigern mit Schriftstellern führte. Die taz schätzt Christopher Hitchens vor allem für seine Polemik.

Montag, 31.10.2011

Heute in den Feuilletons

Pointierte Synkopen von hinten

31.10.2011 BoingBoing beobachtet, wie das informationelle Selbstbestimmungsrecht in Großbritannien zugrunde gerichtet wird. In der FAZ plädiert der Grünen-Politiker Volker Beck für ein freies Internet. GigaOm berichtet über ein in den USA geplantes Gesetz, das die Freiheit im Netz stark einschränken wird. Die SZ bringt F.C. Delius' Büchner-Preisrede. In der taz erklärt der Gerichtsgutachter Jan Ilhan Kizilhan die Psychologie von Ehremorden. Und Stefan Niggemeier staunt über eine tolle Idee der SPD für die Öffentlich-Rechtlichen: Gebt ihnen  mehr Geld!

Bücherschau des Tages

Ein entschiedenes "Lieber nicht"

31.10.2011 Die FAZ liest bewegt und beeindruckt Angela Rohrs Erzählungen und Reportagen aus der sibirischen Verbannung. Mit seiner "Topologie der Gewalt" lehrt Byung-Chul Han die taz das Fürchten. Die SZ stellt politische Jugendbücher vor, darunter Uri Orlevs Roman "Ein Königreich für Eljuscha".

Medienticker-Archiv

Desolation Wuff

31.10.2011 Dylan & Knopfler in Berlin - Theater-Nachtkritiken: Einfach mal gucken und leben: Castorf/Horvaths "Kasimir und Karoline" in München - Tanz der Hormone: Bösch/Shakespeares "Romeo und Julia" in Wien - Lamento Moderato: Langhoff/Tschechows "Der Kirschgarten" in Berlin - Nachvollzug eines Lebensweges: Steckel/Camus' "Der Fremde" in Hamburg + Thomas Mann: Fast ein intellektueller "Ozeanpianist"?

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

31.10.2011 Eine Frage der Zeit, höchstens.

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