Samstag, 01.10.2011
Heute in den Feuilletons
01.10.2011 Die Welt erlebte mit Karin Beier "Demokratie in Abendstunden" und ein Höchstmaß an kakofonischer Perfektion. In der FR spricht Patrice Chereau über die Last des langen Vorlaufs. Die SZ vermisst die Piratenmutter. Die FAZ unterhält sich mit Umberto Eco über Verschwörungstheorie, vielleicht hat es sich aber auch ganz anders zugetragen. In der taz erklärt der regimekritische chinesische Blogger Michael Anti seine Strategie, Konflikte mit dem Staat zu vermeiden. Und die NZZ erlebt in China grenzenloses historisches Desinteresse.
Bücherschau des Tages
01.10.2011 Die FAZ versinkt mit Antonia S. Byatts "Buch der Kinder" in glücklicher Selbstvergessenheit . Die SZ lässt sich von Annelen Kranenfuss den etwas konservativen, aber nicht unbegabten Matthias Claudius näherbringen. Die NZZ preist Tanizaki Junichiros klugen und schönen Essay über "Liebe und Sinnlichkeit". Die taz rühmt die Sibylle Lewitscharoff für ihren Roman "Blumenberg" und seine schöne Trostgestalt. Außerdem lernt sie von David Harvey, wieder Marx zu lesen.
Dienstag, 04.10.2011
Magazinrundschau
04.10.2011 In La regle du jeu erklärt der Schriftsteller Richard Millet, wie er erst die Frauen und dann das Fleisch lieben lernte. Der Peking-Konsens hat den Washington-Konsens abgelöst, fürchtet The Nation. In Le Monde erklärt Roman Polanski: Man könnte Nägel aus mir machen. Bloomberg Businessweek widmet sich Amazon, die London Review of Books Google. In Al Ahram hat Nehad Selaiha nicht die geringste Sehnsucht nach einem charismatischen Führer.
Heute in den Feuilletons
04.10.2011 Die FR hat "das Äußerste an visueller und philosophischer Dichte" gesehen, das Film heute zu bieten hat. Der Nachteil: Man mag danach nie mehr ins Kino gehen. The Daily Beast staunt über die neue Kollektion von Rei Kawakubo: lauter Hochzeitskleider - aber nicht nur für glückliche Bräute. Die Welt lauschte in Frankfurt einem schalkhaften Buddhisten. Ein großer Konzern stellt heute ein neues Smartphone vor. Mashable ist aufgeregt. Und die New York Times ist aufgeregt über Mashable. Die FAZ hat einen neuen Internetauftritt. Aber wo ist die Zeitung geblieben?
Bücherschau des Tages
04.10.2011 Die FAZ lässt sich von Ida Fink erzählen, wie sie als polnische Zwangsarbeiterin das Herrenmenschentum in Deutschland erlebte. Die SZ liest einen Band über Jüdisches Leben in Montreal nach der Flucht vor den Nazis. Die NZZ begibt sich mit Jon McGregor in die Höllenkreise der britischen Drogenszene.
Medienticker-Archiv
04.10.2011 Theater-Nachtkritiken: Harry Mulischs "Das steinerne Brautbett" in Dresden, Rodrigo Garcias "Golgota Picnic" in Graz, Samuel Becketts "Endspiel" in Zürich - Not for sale: WAZ-Eigner lehnen Kaufangebot von Springer ab - Tot in Genf: True Crime oder Uwe Barschels gut inszenierter Selbstmord? - Eine Frau des 20. Jahrhunderts: Angel de la Calles "Modotti" - Ideologisches Gemetzel: Muñoz Molinas "Die Nacht der Erinnerungen".
Redaktionsblog - Im Ententeich
04.10.2011 Anders als es die Zeitungen bei Online-Relaunches verlautbaren, wird ihr Internetangebot immer knapper. Jedenfalls kann man nicht behaupten, dass es noch die Zeitungen seien, die online stehen. Die Schaufenster der ihrer Online-Ableger haben mit den Zeitungen selbst immer weniger zu tun. Jüngstes Beispiel für diese etwas vertrackte Tendenz ist der Relaunch des FAZ.Nets. Mag sein, dass die Online-Redakteure der FAZ manch neue Rubrik erfunden haben, obwohl die Selbstdarstellung in der heutigen FAZ (die auch online steht) eigentlich nichts dergleichen bemerkt und vor allem auf das neue Layout eingeht. Die eigentliche Zeitung wird hinter dem Online-Auftritt immer mehr versteckt.
Mittwoch, 05.10.2011
Heute in den Feuilletons
05.10.2011 Morgen wird der Literaturnobelpreis verliehen. Die Chancen für Bob Dylan sind in den Wettbüros gestiegen, meldet der Guardian. Wollen die Zeitungen das Netz oder nicht?, fragt die Berliner Gazette. Die FAZ sieht Lars von Triers neuen Film "Melancholia" auch als dialektische Reminiszenz an die heroisch gescheiterte Dogma-Episode. In der FR ruft Claus Leggewie nach Gegenmodellen zum Kapitalismus. Die SZ feiert Dea Lohers Stück "Unschuld" in der Regie von Michael Thalheimer.
Bücherschau des Tages
05.10.2011 Als Monumentalgemälde, aber ein wahrhaftiges, rühmt die NZZ Peter Englunds Geschichte des Ersten Weltkriegs "Schönheit und Schrecken". Sehr beeindruckt liest die FAZ Boris Cyrulniks Phänomenologie der "Scham" und attestiert Isabel Kreitz' Bilderbuch "Deutschland" ebenso skurrilen wie intelligenten Humor.
Medienticker-Archiv
05.10.2011 Die Zukunft des Sozialismus oder Das Kino als Therapie für das untergehende Europa: Rüdiger Suchsland über Godards "Film Socialisme" - Ausflug in den Erlebnispark: US-Kinderbuch-Verlegerin Nancy Feresten über digitales Lesen - Interaktives Erzählen: Strukturelles Denken und Kreativität - Neuer Ärger: Peter Handke und der Candide-Preis - "Ein sardonisches Gelächter entfährt uns": Flann O'Brien wurde heute vor 100 Jahren geboren.
Karikaturen und Cartoons
05.10.2011 Heute: Es wird wieder spekuliert.
Im Kino
05.10.2011 Lars von Triers "Melancholia" zerstört ein weiteres Mal die Welt und das Kino. Immerhin stehen dem Dänen dafür diesmal hollywoodtaugliche Spezialeffekte zur Verfügung. Radu Munteans "Tuesday, after Christmas" zieht in das Rumänien der Gegenwart Rahmungen und Distanzen ein.
Redaktionsblog - Im Ententeich
05.10.2011 Dass Herausgeber Karl-Heinz Bohrer und Redakteur Kurt Scheel zum Jahresende den Merkur verlassen, ist schon länger bekannt: die FR meldete es im Mai.
Nachfolger Karl-Heinz Bohrers ist der Kunsthistoriker Christian Demand.
Nun ist auch bekannt, wer Kurt Scheel nachfolgt: Ekkehard Knörer, Filmautor und seit mehr als zehn Jahren auch Autor und Mitarbeiter des Perlentauchers, wo er unter anderem die Kolumne Im Kino mit aufbaute und von der Berlinale berichtet.
Donnerstag, 06.10.2011
Heute in den Feuilletons
06.10.2011 In der Zeit erklärt Jean-Luc Godard, was ihn an Urheberrechten am meisten stört: die Enkel. Die FAZ liest Fitzgeralds "Großen Gatsby", der die Rechteinhaber gerade überlebte, als aktuelle Kapitalismuskritik. In Interviews mit verschiedenen Medien arbeitet Lars von Trier das Trauma von Cannes auf. Zum Tod von Steve Jobs bringen wir das Video seiner berühmten Stanforder Rede von 2005 und Links zu älteren und aktuellen Texten.
Bücherschau des Tages
06.10.2011 Die NZZ feiert Roberto Alajmos Sizilienroman "Es war der Sohn", in dem Mafia und Familie die Gesellschaft fest im Griff halten. Die SZ unterhält sich bestens mit Tony O'Neills Drogenroman "Sick City" jenseits des guten Geschmacks. Wahrhaft romantisch findet die FR Michael Buselmeiers Roman "Wunsiedel". Von der unheilvollen Melange aus Griechenverehrung, Militarismus und Pädophilie lernt die taz in Jürgen Oelkers Buch über die dunklen Seiten der Reformpädogik "Eros und Herrschaft".
Vorgeblättert
06.10.2011 Vance Weston heißt der junge Held im Roman "Ein altes Haus am Hudson River" der amerikanischen Schriftstellerin Edith Wharton (1862 - 1937). Seine Träume vom Künstlerdasein führen ihn von der behüteten amerikanischen Provinz in das New York der zwanziger Jahre. Lesen Sie hier einen Auszug der deutschen Erstübersetzung.
Medienticker-Archiv
06.10.2011 Aktualisiert: Robert Wilson im Interview - Debatte um die Zukunft des Theaters: Tendenzieller Fall der Legitimitätsrate - Langatmig & geschwätzig: Gregor Keuschnig über Umberto Ecos "Der Friedhof in Prag" - Samuel Becketts Briefe: Die hohe Schule des Scheiterns - Hesiod und die Monster: Jürgen Nielsen-Sikora über Heinz-Gerhard Frieses "Ästhetik der Nacht"- Max-Beckmann-Ausstellung: "... die abgeworfenen Häute meines Selbst".
Meldungen
06.10.2011 Der Literaturnobelpreis geht an den schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer, verkündete das Nobelpreiskomitee. Aktualisiert
Karikaturen und Cartoons
06.10.2011 Heute: Inspirationen
Freitag, 07.10.2011
Heute in den Feuilletons
07.10.2011 Um es knapp und klar zu sagen: Alle sind happy mit Tranströmer. In der taz würdigt ihn Daniela Seel als "heimlichen Schutzpatron der jungen wilden Dichtung und Szene". Laut NZZ sind seine Verse "muskulös und sehnig, sie federn. Und doch steuern sie auf etwas Schwarzes zu". Steve Jobs beschäftigt die Medien ebenfalls: ReadWriteWeb beleuchtet seine dunkle Seite. Pitchfork sieht ihn als musikalischen Revolutionär. Und wie tickt die Piratenpartei politisch?
Bücherschau des Tages
07.10.2011 Trotz einer leicht klischeehaft klingenden Fabel: Die SZ fand John Grishams neuesten Thriller "Das Geständnis" richtig spannend. Die FAZ empfiehlt Josef Haslingers neuen Dokumentarroman "Jachymov" über eine Episode des Stalinismus in der Tschechoslowakei. Die FR spielt ein Brettspiel mit Roberto Bolano.
Medienticker-Archiv
07.10.2011 "Du musst dein Leben ändern": Hans-Klaus Jungheinrich über die Sloterdijk-Premiere in Karlsruhe - "Als würde Sisyphos einen Tamagotchi bergen": Lothar Struck über Ursula Timea Rossel - Die Wütenden: Jana Hensel über die 80er-Literaten-Generation - Der Wichtel vom Fichtelgebirg: Über Michael Buselmeiers Theaterroman " Wunsiedel"- "Sie haben kein Recht zu schweigen": Wie Krimis Weltbilder verändern.
Karikaturen und Cartoons
07.10.2011 Heute: iHeaven
Samstag, 08.10.2011
Heute in den Feuilletons
08.10.2011 In der NZZ erzählt Einar Karason, warum die Isländer seit achthundert Jahren Bücher schreiben. In der FAZ erzählt Hallgrimur Helgason, warum jeder isländische Dichter am Ende im gottverfluchten Brunnen Mimirs landet. Die Sagas sind besser als jeder Tarantino, versichert Kristof Magnusson in der SZ. In der Welt erzählt Henryk Broder isländische Sagas von einst und jetzt. Und glaubt Rüdiger Safranski tatsächlich, dass man mit einem Schergen Achmadinedschads in einen Dialog der Kulturen treten kann?
Bücherschau des Tages
08.10.2011 Der neue Eco ist da: Gustav Seibt liest diesen Roman über die Geschichte der "Protokolle der Weisen von Zion" in der SZ nicht ohne Faszination. Aber gescheitert ist er dennoch. In der FAZ bespricht Ilija Trojanow einen Erzählungsband von Martin Pollack und Christoph Ransmayr. Die FR empfiehlt die Essays von Katharina Rutschky und die taz die Russland-Reportagen von Sabine Adler.
Montag, 10.10.2011
Heute in den Feuilletons
10.10.2011 Wolfgang Michal benennt in seinem Blog nach der Enttarnung eines "Bundestrojaners" durch den Chaos Computer Club das "Dilemma der Hackerbewegung". Auch die FAZ berichtet groß über den Bundestrojaner. Im Tagesspiegel streiten Kathrin Passig und Andreas Rötzer über Für und Wider des Ebooks. In der FR zieht Amitai Etzioni ein deprimiertes Fazit aus der Finanzkrise. In der Jungle World erklärt Laura Meritt, warum sie einen feministischen Pornopreis ins Leben rief.
Bücherschau des Tages
10.10.2011 Als
Meisterwerk feiert die
FAZ Heinrich August Winklers kluge, dramatische und glänzend geschriebene "Geschichte des Westens". Überschwänglich lobt sie auch
Ludwik Flecks Schriften zur
Wissenschaftstheorie "Denkstile und Tatsachen" und feiert
Elizabeth Taylors traurigschönen Roman "Blick auf den Hafen (hier unser
Vorgeblättert). Die
SZ begeistert sich für die "Reisende Helden" des Oxforder Althistorikers
Robin Lane Fox.
Medienticker-Archiv
10.10.2011 Theater-Nachtkritiken: Helmut Kraussers "Eyjafjallajökull-Tam-Tam" am Residenztheater München; Schicksalsspiel ohne Sieger: Karl Schönherrs Machotragödie "Der Weibsteufel" in Nürnberg; Ganz in Eis: Federico Garcia Lorcas "Bernarda Albas Haus" in Kiel - E-Reader-Offensiven: Die Volksreader kommen, doch gibt es auch genug digitales Lesefutter? + Kultur und Politik: Günter Grass über seine Wahlkampftour 1969 für Willy Brandt.
Vorgeblättert
10.10.2011 Venedig, Wien, London, New York waren die Lebensorte von Lorenzo da Ponte, als Globalisierung noch kein Thema war. Er war Lehrer, Mozarts Librettist, Tabak-, Buch- und Gemüseverkäufer, Jude und katholischer Geistlicher, hatte Frau und Kinder und stand stets vor dem finanziellen Ruin in Zeiten großer Umbrüche. Lesen Sie hier einen Auszug aus der Biografie von Rodney Bolt.
Karikaturen und Cartoons
10.10.2011 Heute: Fette Katzen
Dienstag, 11.10.2011
Magazinrundschau
11.10.2011 La regle du jeu feiert das Fleisch des Coucou de Rennes. In Babelia bittet der Philosoph Javier Goma Lanzon: Seien Sie höflich, lügen Sie. Im Espresso findet Umberto Eco ein Lexikon der Wendehälse von 1815. In der NYRB bekommt Saul Bellow einen weisen Ratschlag. Die Lettre feiert die luststeigernde Parfümkultur Arabiens. Die NYT rechnet das Kidnappinggeschäft durch.
Heute in den Feuilletons
11.10.2011 Damit kann man leben, meint die Welt zum Deutschen Buchpreis für Eugen Ruge. Der taz graut es vor der Buchmesse. In der New York Review of Books findet J.M. Coetzee die deutschen Inspirationsquellen des Dichters Les Murray. In der FAZ erinnert Boualem Sansal an das blutige Ende des algerischen Frühlings 1988. Könnten deutsche Schriftsteller mal die Rockzipfel der Großeltern loslassen?, bittet die SZ.
Bücherschau des Tages
11.10.2011 Einfach hingerissen ist die NZZ von Charlotte Mutsaers' schwarzhumorigem Roman "Kutscher Herbst", der von der Liebe zweier skurriler Außenseiter erzählt. Die FR feiert Thorbergur Thordarsons Klassiker "Islands Adel", bei dem es sich natürlich um schräge fischfangende Dichtervögel handelt. Und die taz lobt Elmar Kraushaars Biografie derSchlagerlegende Freddy Quinn. Die heutige Literaturbeilage der SZ werden wir in den nächsten Tagen auswerten.
Medienticker-Archiv
11.10.2011 Der amtliche Trojaner: Anatomie eines digitalen Ungeziefers oder Wer fürchtet sich vor'm Staatstrojaner? - USA: Die Woche des Verbannten Buches - Vive la HuffPo.fr: AOL bringt die Huffington Post nach Europa - Urheberrecht im Internet: Der Kampf um digitale Brotkrumen - Bertelsmann: Ostrowski gibt erschöpft auf - Ich bin kein Papagei: Dem Theaterreisenden Gert Voss zum 70. Geburtstag.
Mittwoch, 12.10.2011
Heute in den Feuilletons
12.10.2011 Gut gebaut und lebensklug findet die taz den Roman des Buchpreisträgers Eugen Ruge. In der Welt erklärt Ruge, warum er sich nach der Wende keine Hoffnung auf einen demokratische Sozialismus machte. Die SZ besucht eine Pariser Soliveranstaltungen für die syrische Protestbewegung. Die NZZ feiert das Südtiroler Architekturwunder.
Bücherschau des Tages
12.10.2011 Die SZ lässt sich von Martin Seel gern erklären, dass das Laster auch seine guten Seiten hat. Die NZZ liest beeindruckt Arno Lustigers Buch über den "Rettunsgwiderstand" und kann auch Sabine Grubers Südtirol-Roman "Stillbach" empfehlen. Nicht überzeugt ist die FAZ von Doris Lessings Roman "Ein süßer Traum". Die heute erschienene Literataz werden wir in den nächsten Tagen auswerten.
Medienticker-Archiv
12.10.2011 Journalisten gegen das neue ungarische Mediengesetz - Nur-zwei-Cent-Journalismus oder das übliche Dreschen von Phrasen und Parolen - Digitalisierung: Der Buchhandel wird verarmen und steckt in der Todesspirale - Leser als Verleger: Web-2.0-Spielarten des Literaturmarketings - Liest man digitale Texte anders? - Island: Kleines Land der Bücher + Frank Fischers St. Petersburger Feuilleton.
Im Kino
12.10.2011 Gus van Sants "Restless" beeindruckt mit Charme und Aufrichtigkeit, auch wenn so manches marktwirksam zurechtgebogen wurde. Abbas Kiarostami bewährt sich mit "Copie Conforme" ein weiteres Mal als Kinobildforscher.
Donnerstag, 13.10.2011
Heute in den Feuilletons
13.10.2011 Die Welt sucht Spuren einer Formidee in den Skulpturen von Georg Baselitz. In der Jungle World schildert Boualem Sansal die dramatische Lage von Homosexuellen in Algerien. In der NYRB beschreibt Charles Simic sein Lieblingsnotebook. Die NZZ mischt sich vorsichtig unter Occupy Wall Street. Die taz erzählt, wie Assad mit Death Metal lockt. Die FAZ bewundert Walter Moers' charmant tropfenförmige unterirdische Lebewesen.
Bücherschau des Tages
13.10.2011 Die SZ liest mit Begeisterung Willibald Sauerländers Buch "Der katholische Rubens", die den Barockmaler in seiner ganzen gegenreformatorischen Herrlichkeit zeigt. Die FR versinkt in Peter Hennings erschütterndem Roman "Leichtes Beben". Und die FAZ lernt von Werner Buschs Studie über Laurence Sterne "Great Wits Jump" alles über das raffinierte Zitieren.
Medienticker-Archiv
13.10.2011 Marketingmaschine Buchmesse und das Überleben des Buchhandels in Zeiten der Digitalisierung: Der größte deutsche Buchhändler glaubt nicht mehr an den Buchhandel - Soziales Lesen und rückständige Verlage: "Verlage überlassen neuen Akteuren das Feld" - Generation XYZ: Was taugen die neuesten Bücher über die eigenen Altersgenossen? - Das Schreiben am Tag und in der Nacht: Wie Claudio Magris zum Lesen verführt, erklärt Carl Wilhelm Macke.
Karikaturen und Cartoons
13.10.2011 Heute: Schöne Schnurrbärte
Freitag, 14.10.2011
Heute in den Feuilletons
14.10.2011 Das New York Magazine zeichnet ein Porträt der Künstler David Foster Wallace, Jonathan Franzen und Jeffrey Eugenides als junge Männer. Sehen gut aus, die Occupy-Wall-Street-Demonstranten, meint die Welt. Selbst Griechenland will lieber überwachen als sanieren, lernen wir in der NZZ. In der FAZ porträtiert Theodor Laxness die Isländer als drogenabhängige Sadisten. Die SZ feiert Kraftwerk.
Bücherschau des Tages
14.10.2011 Die FR preist die epische Wucht von Steve Sem-Sandbergs Roman "Die Elenden von Lodz". "Toll" findet sie Thomas Melles maskulinen Roman "Sickster". Die FAZ vertieft sich in die historisch-kritische Ausgabe von Arthur Schnitzlers Novelle "Lietenant Gustl". Mit Vergnügen liest sie Lili Grüns Roman der Neuen Sachlichkeit "Zum Theater!".
Medienticker-Archiv
14.10.2011 Die elektronische Tinte kommt, der Geist bleibt und e-Books werden weiblicher - Interview mit Commentarist.de-Gründer Eric Hauch: "Orientierung im Dschungel der Fakten" - Schnüffeln ohne Grenzen: Die wichtigsten Fragen zum Staatstrojaner - Pop! Schnarchnasen in Beige oder John Lennon und Miles Davis spielten gemeinsam Basketball - Willkommen in Realostan: Über Jan Peter Bremers "Der amerikanische Investor".
Karikaturen und Cartoons
14.10.2011 Heute: Nur auf die Jugend ist Verlass.
Montag, 17.10.2011
Heute in den Feuilletons
17.10.2011 Boualem Sansal erzählt die Geschichte Algeriens in seiner Friedenspreisrede als eine Geschichte von Kriegen. Leider hat niemand die Rede online gestellt. Über der Buchmesse schwebte das Gespenst der Digitalisierung. Aber wie macht man Geld mit Ebooks - oder werden nur Amazon und Apple die Hand aufhalten?, fragt die FAZ. Die New York Times berichtet unterdes von der nächsten Amazon-Attacke: Das Unternehmen wird jetzt auch verlegerisch tätig. Und in Mailand wächst demnächst der erste vertikale Wald, meldet inhabitat.com.
Magazinrundschau
17.10.2011 Mit Toronto geht es langsam den Bach runter, weil seine Bewohner so geizig sind, erzählt The Walrus. Die LRB porträtiert Putins schillernden Chefideologen Vladislav Surkow. In Le Monde erklärt Pierre Nora: Kolonialismus war mal ein linker Diskurs. Sollen Nazis doch Theater spielen, meint Peter Esterhazy in Elet es Irodalom, aber bitte ohne Subventionen. The Smithsonian schickt eine Reportage über die Kopten in Ägypten. Wer schreibt über die Armen, fragt Sibylle Lewitscharoff in Literaturen. Die NYT porträtiert die Medicis von der Chicago Tribune.
Bücherschau des Tages
17.10.2011 Die FAZ feiert Neil MacGregors "Geschichte der Welt in 100 Objekten", für die der Direktor des British Museums die Schatzkammer der Menschheit geöffnet hat. Literatur als Resultat existenzieller Auseinandersetzung hat die SZ mit Andre Müllers gesammelten Künstlergesprächen erlebt, die jetzt unter dem Titel "Sie sind ja wirklich eine verdammte Krähe" nachzulesen sind.
Medienticker-Archiv
17.10.2011 Roger Willemsen über Qualität im deutschen Fernsehen und Christopher Keil erklärt woher der öffentlich-rechtliche Kitsch kommt - Buchmessen-Resümee: Das neue Gesicht der Messe - Michel Houellebecqs "Karte und Gebiet: Für die Bühne aufbereitet - Browser, Harmschar, Zervelatwurst: Lothar Struck über Kluges "Etymologisches Wörterbuch" + Großkopf im Kleinland: Über Peter Rüedis "Dürrenmatt oder Die Ahnung vom Ganzen".
Mord und Ratschlag
17.10.2011 Vom Lieben und Sterben in Padua singt Massimo Carlotto in seiner düsteren Mörderballade "Banditenliebe". In Dominique Manottis Politkrimi "Einschlägig bekannt" errichtet die Polizei in der Pariser Banlieue ein Besatzungsregime.
Dienstag, 18.10.2011
Heute in den Feuilletons
18.10.2011 In der taz schildert Bahman Nirumand die Angst der iranischen Mullahs vor dem Gespenst der sanften Revolution. Die NZZ fragt: Warum hat der Wirtschaftsjournalismus in der Finanzkrise versagt? Agata Pyzik wendet sich in ihrem Frieze-Blog gegen verharmlosende Ostalgie. Jahrelang durften wir Nazikunst nicht sehen, nun stellt sich in der FAZ heraus, dass sie schlicht banal war. Der SZ wird bei der Idee totaler Transparenz unbehaglich.
Bücherschau des Tages
18.10.2011 Pünktlich zum Erscheinen feiert die FR Jeffrey Eugenides' neuen Roman "Die Liebeshandlung", der sie nur anfangs als Campus-Geschichte vergnügte, dann aber nachhaltig verstörte. Gebannt liest die FAZ Toby Lesters Geschichte der Waldseemüller-Karte von 1507 "Der vierte Kontinent". Werkstattberichte und Klatsch, Intrigen und Debatten verfolgt die SZ mit Heinz Ludwig Arnolds "Gesprächen mit Schriftstellern".
Medienticker-Archiv
18.10.2011 Die Autoren-Generation der "End-Zwanziger" - Interview mit Brigitte Kronauer: "Bestsellerkarriere war nicht intendiert" - Stadttheater-Debatte oder In den Städten findet der Kampf statt: Interview mit dem Intendanten des Deutschen Theaters Berlin Ulrich Khuon - Budapester Theaterskandal: Ein bekennender Antisemit wird Theaterdirektor + "Wir sind 99 Prozent": Oskar Negt über den Aufstand der Bürger.
Karikaturen und Cartoons
18.10.2011 Heute: Trolle, Quote, Dispo
Mittwoch, 19.10.2011
Heute in den Feuilletons
19.10.2011 Die taz diskutiert mit dem Historiker Paul Ginsborg über die Frage, ob Italien noch zu retten ist. Die FR findet die Bill and Melinda Gates Foundation gar nicht so wohltätig. Der Guardian ist zufrieden mit dem Booker-Preis für Julian Barnes. Alle Feuilletons und viele Blogs bringen Nachrufe auf Friedrich Kittler. Die Welt bringt noch ein langes Interview, das sie einige Monate vor seinem Tod führte.
Bücherschau des Tages
19.10.2011 Anschaulich und sehr raffiniert findet die NZZ Orlando Figes Geschichte des Krimkriegs "Der letzte Kreuzzug". Mit Martino Stierlis "Las Vegas im Rückspiegel" lernt sie, ihre Wahrnehmung zu schulen. Die FAZ nimmt es Steven Pinker nicht ab, dass die Menschheit friedlicher geworden sein soll: Auch nach 1178 Seiten Gewaltgeschichte findet sie die Beweislage zu dünn.
Medienticker-Archiv
19.10.2011 Theaterkritiken: O?Neills "Trauer muss Elektra tragen" in Berlin und Ausschweifung und Tugend: Kleists "Michael Kohlhaas" in München - Buchbranche: Joachim Leser über die Amazonisierung des Sortiments - E-Book-Kuchen: 50 Prozent für den Autor, nichts für die Portale - Studie: Internet-Nutzung stagniert + Heute vor hundert Jahren wurde Hilde Spiel geboren.
Im Kino
19.10.2011 Der spanische Autorenfilmer Pedro Almodovar verkauft seinem Arthouse-Publikum mit "Die Haut in der ich wohne" ein waschechtes pulp movie unter blendender Oberfläche. Annekatrin Hendels Dokumentarfilm "Vaterlandsverräter" porträtiert einen unversöhnten Schriftsteller und ehemaligen Stasi-IM.
Redaktionsblog - Im Ententeich
19.10.2011 Am Donnerstag lesen im Deutschen Theater, Berlin, Daniel Hoevels und Thomas Schumacher aus Boualem Sansals Roman "Das Dorf des Deutschen". Anschließend spricht der diesjährige Friedenspreisträger mit Thierry Chervel (Perlentaucher) über seinen Roman und den arabischen Frühling.
Donnerstag, 20.10.2011
Heute in den Feuilletons
20.10.2011 Wie konservativ ist Steven Soderberghs Medienbild?, fragt die Berliner Gazette. Der New York Observer erklärt, wie die New York Times die digitale Klassengesellschaft im Journalismus abschafft. Ist Soundcloud das nächste Youtube?, fragt das ReadWriteWeb. Die FR/Berliner Zeitung stöhnt: Jetzt müssen wir auch noch den Kunstgeschmack unserer Großeltern bewältigen. In der NZZ versichert Viktor Jerofejew: Noch schlimmer als Putin ist das russische Volk.
Bücherschau des Tages
20.10.2011 Als
giftige Satire empfiehlt die
SZ Nathanael Wests Roman "Eine glatte Million" von 1934. Die
NZZ erlebt
Dieter Meier in "Out of Chaos" als großen
Schamanen des Nichts. Die
FAZ liest beeindruckt
Romualdas Granauskas' litauischen Roman "Das Strudelloch" (hier unser
Vorgeblättert). Und die
Zeit feiert
Wolfram Ettes "Kritik der Tragödie", die einen erfreulich gereizten Ton anschlage.
Medienticker-Archiv
20.10.2011 "Mit freundlicher Unterstützung von" in Hamburg: Laura de Weck bearbeitet Künstlererfahrungen als Sprachkonzert - Die hässlichen Zahnlücken und das Grinsen des Betriebs: Katrin Schuster über die große Leere der Buchmesse - Wie schwarz sehen Sie heute, Mister Andre Schiffrin?: Ein Interview mit dem früheren Verleger - Eichborn: Zukunft weiter ungewiss - John le Carre: Ein Herz für Agenten - Studie: Die meisten sehen weiter "lineares TV".
Samstag, 22.10.2011
Heute in den Feuilletons
22.10.2011 In der taz erzählt Nancy Kienholz von den bitteren Lektionen, die sie in Berlin erfahren hat. In der NZZ besingt Hans Pleschinski seine Stadt München. Die Welt erfährt aus dem Briefwechsel der Heisenbergs Neues über den Plutoniumforscher Carl Friedrich von Weizsäcker. Die New York Times besucht Haruki Murakami in Japan. Die SZ kann von der Wall Street melden: Selbst die Protestler legen hier zu. Außerdem verehren die Zeitungen heute alle den maßlosen Franz Liszt, der vor zweihundert Jahren geboren wurde.
Bücherschau des Tages
22.10.2011 Als anspruchsvolles Lesevergnügen empfiehlt die SZ Jeffrey Eugenides' Roman "Die Liebeshandlung", aber auch als durchaus ernstes Loblied auf die Lust an der Theorie. Die taz moniert allerdings die langweilige Hauptfigur des Romans. Spannend wie einen Krimi findet die SZ dagegen Sarah Kaminskys Buch über ihren Vater, "Adolfo Kaminsky" den Meisterfälscher der Widerstandsbewegungen. Die FAZ lässt sich von Sherko Fatah auf strapaziöse Reise in den Irak der dreißiger Jahren mitnehmen und entspannt bei G.K. Chesterton.
Montag, 24.10.2011
Heute in den Feuilletons
24.10.2011 In Slate fragt Christopher Hitchens: Tragen die westlichen Alliierten Mitschuld daran, dass Gaddafi nun nicht vor ein Gericht gestellt werden kann? In der Welt erzählt Clemens Meyer ganz euphorisch von der Revolution in New York. Die FR ist begeistert von Steven Spielbergs "Tim und Struppi". In der FAZ meint Necla Kelek: Die türkischen Gastarbeiter waren für die Türkei wirtschaftlich viel nötiger als für Deutschland.
Bücherschau des Tages
24.10.2011 Ehrfürchtig hält die taz Josef Koudelka epochalen Fotoband über die "Roma" in den Händen. Auch den Interviewband "Sie sind ja wirklich eine verdammte Krähe" des großen Andre Müller liest sie mit allem gebührenden Respekt. Die SZ lässts ich von Anthony Caronias "Afro-Cuba" in den Bann schlagen. Und die FAZ liest Kurt Drawerts mal viel zu verbitterte, mal herrlich lustige Gedichte "Idylle, rückwärts".
Vorgeblättert
24.10.2011 Sowjetunion, DDR, Perestroika, KGB, geheime Dienste jeglicher Couleur, Kirchen, Künstler, Journalisten, der kapitalistische Westen sind Themen in Sonja Margolinas Roman "Brandgeruch" über den Geheimdienstagenten Nikolaj Gribojedow. Lesen Sie hier den Anfang.
Medienticker-Archiv
24.10.2011 Theater-Nachtkritiken: Elfriede Jelineks "Ulrike Maria Stuart" in Essen - Nur einmal noch Schwanensee tanzen: Thomas Jonigks "Weiter Träumen" in Zürich - Komm, Ende der Mühen!: Aischylos' "Orestie" in Cottbus - Die gesellschaftliche Singularität ist nah: Michael Seemanns Thesen über die Anpassung der Gesellschaft an das Computerzeitalter - Nachruf: Carl Wilhelm Macke zum Tod des italienischen Schriftstellers Andrea Zanzotto.
Dienstag, 25.10.2011
Magazinrundschau
25.10.2011 In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami.
Heute in den Feuilletons
25.10.2011 In der Welt plädiert Peter Sloterdijk für Rudolf Steiner. Bei den Ruhrbaronen plädiert Rudolf Steiner gegen sich selbst. Vanity Fair kann keinen Herren ernst nehmen, der nicht bei Anderson & Sheppard schneidern lässt. In Spiegel Online lässt sich KiWi-Verleger Helge Malchow nicht von Jeff Bezos in die Bredouille bringen. Die SZ ist fassungslos: Einst spielte Ivo Pogorelich Klavier. Jetzt schmeißt er Granaten ins Kinderzimmer. Außerdem: Slants Liste der 25 besten Horrorfilme der Nuller.
Bücherschau des Tages
25.10.2011 Ebenso beklemmend wie fesselnd findet die taz Jeanette Erazo Heufelders Reportage aus dem "Drogenkorridor Mexiko". Die NZZ freut sich über Sebastian Polmans' hochpoetischen Debütroman "Junge". Die SZ feiert die große Werkausgabe des Expressionisten Max Pechsteins.
Medienticker-Archiv
25.10.2011 Facebook und Google stellen sich dem Bundestag - Toter Gaddafi im Spiegel: Wenn ein Diktator zur Trophäe wird - Mathias Döpfner: "Ich bin ein Pazifist im Herzen" - Neuerscheinungs-Tsunami: Top 100 bringen 12 Prozent Umsatz - Kein Oscar: Wilhelm Genazino kritisiert Deutschen Buchpreis - Nektarios Vlachopoulos: Neuer Deutscher Meister im Poetry Slamm - Ruth Klüger im Gespräch: "Glück ist Sonne auf der Hoteltapete".
Mittwoch, 26.10.2011
Heute in den Feuilletons
26.10.2011 In der taz zeichnet Juri Andruchowytsch ein düsteres Bild von der Lage in der Ukraine. Und Andrea Breth erklärt, warum sie Alban Berg bewundert. Das FAZ.Net bringt Evgeny Morozovs Polemik gegen Jeff Jarvis auf Deutsch, aber interessanter liest sie sich auf Englisch mit Jarvis' Antworten. Die FAZ fragt auch: Warum schasst die Ditib den Architekten der Kölner Moschee, Paul Böhm? In Le Monde fordert Jürgen Habermas mehr Kompetenzen für Europa. Anders als die meisten Kritiker kann Fritz Göttler von der SZ weder mit Spielbergs Tim noch mit Spielbergs Struppi viel anfangen.
Bücherschau des Tages
26.10.2011 Als großen Wurf feiert jetzt auch die NZZ Peter Heathers großangelegte Geschichte "Invasion der Barbaren" und kann im Gegensatz zu den meisten anderen Kritikern auch Sayed Kashuas Roman "Zweite Person Singular" viel abgewinnen. Die FAZ vergnügt sich mit den Schnurren des Fondsmanagers Georg von Wallwitz "Odysseus und die Wiesel".
Erzählungen
26.10.2011 Mit jedem neuen Treffer wuchs die dunkle, schmierige Masse in ihm, erhaben und abstoßend zugleich, wie ein Fettauge. Er war wie elektrisiert ... Im Augenblick hielt er sich für ein unkalkulierbares Risiko. Ein falsches Wort, eine erniedrigende Situation und er würde hochgehen wie ein Fass Benzin. Eine Erzählung
Medienticker-Archiv
26.10.2011 Thomas Anz über neuere Forschungsansätze und Theorien der Ästhetik - Fleißige Online-Ermittler: Google stillt Datenhunger deutscher Behörden und stiftet Institut für Internet und Gesellschaft - Tablet-PC: Angriff auf Apple kostet Amazon Millionen und kann der Onlinehändler Verlag? - Die Kraft des Bildes: Pieter Bruegels "Die Mühle und das Kreuz" als Film - Ausstellung "The Global Contemporary": Pop Art meets Blümchensofa + Robert Bober im Profil.
Im Kino
26.10.2011 In Steven Spielbergs "Die Abenteuer von Tim und Struppi" gibt es Bilder von traumartiger Schönheit, aber keine "ligne claire". In Gary McKendrys "Killer Elite" prügeln sich noch echte Männer mit Bart.
In eigener Sache
26.10.2011 Aktualisiert: Morgen wird das Urteil in Sachen FAZ und SZ/Perlentaucher bekanntgegeben - in einem anderen Saal als ursrpünglich gemeldet.
Donnerstag, 27.10.2011
Heute in den Feuilletons
27.10.2011 In der taz erklärt Bertrand Tavernier, wie er sich einen historischen Film erträumt: als Blick in eine Gegenwart. Nein, die tunesischen Islamisten sind nicht mit Erdogans AKP zu vergleichen, findet Caroline Fourest in ihrem Blog. Walter Laqueur macht sich im National Interest Nachtgedanken über Europa. Nach einer Attacke gegen Open Access in der FAZ lebt die Debatte auch in den Blogs wieder auf. Elisabeth Ruge kann nicht seine Nachfolgerin werden, erklärt Hanser-Verleger Michael Krüger in der Zeit, sie hat doch Kinder. Und: Modernes Geld verstehen mit dem Freitag.
Bücherschau des Tages
27.10.2011 Der Sonne ganz nah kamen FR, SZ und Zeit mit Walter Isaacsons autorisierte Biografie des Apple-Gurus Steve Jobs. Sehr gern gelesen hat die SZ außerdem Jens Wonnebergers Roman "Sture Hunde". Die NZZ stellt die Gedichte des Tessiners Fabio Pusterla vor. Die FAZ erkennt dank Helmut Schmidt und "Zug um Zug" die quasi geschichtsphilosophische Notwendigkeit eines Kanzlerkandidaten Peter Steinbrück.
Medienticker-Archiv
27.10.2011 Das Traktat der Stunde? Peter Trawnys "Medium und Revolution" - Hoffnung für Italien: Nichi Vendola - Wenn Schreckliches zum Lachen ist: Leander Haußmann über seinen Film "Hotel Lux" - Thomas Knüwer über die Lernunfähigkeit der Buchverlage - Der Schattenkönig der phantastischen Literatur Walter Moers - Mistkerl Steve: Walter Isaacsons Jobs-Biografie.
Freitag, 28.10.2011
Heute in den Feuilletons
28.10.2011 In der NZZ macht sich J.M. Coetzee Sorgen über die Wiederkehr der Religion. Die Welt fragt sich, was in Hanser-Verleger Michael Krüger gefahren ist: Machotum alter Schule? Spiegel-Redakteure müssen sich in ihrem neuen Haus vorsehen: Wenn sie einschlafen, geht das Licht aus. Frank Castorf darf den Bayreuther Jubi-Ring im Jahr 1813 inszenieren. In der SZ gibt er Auskunft über seine Ästhetik. Die FAZ kommt aus dem Staunen über den Fall Beltracchi nicht heraus.
Bücherschau des Tages
28.10.2011 Nach Monique Schwitters tragisch-absurden Erzählungen "Goldfischgedächtnis" weiß die SZ: Die Welt begann nicht mit einem Urknall, sondern als Prügelschule. Die FAZ riskiert mit Andrej Gelassimows "Durst" einen Blick in das verrohte Russland und lobt noch einmal sehr Viola Roggenkamps Roman "Tochter und Vater". Die FR empfiehlt Deon Meyers südafrikanischen Thriller "Rote Spur".
Medienticker-Archiv
28.10.2011 Piraten 1.0: Als Freibeuter die Medien kaperten - Liebesbeweis: Google öffnet News-Schaufenster für Verlage - Ein Volkston unserer Zeit: Walser ergänzt Tieck - Über Josef Winkler: Von Empörung durchdrungene Melancholie - Über F. C. Delius: Die RAF als literarischen Stoff und der Käseigel in der deutschen Literatur + Theater-Nachtkritiken: Rodrigo Garcias "Versus", Henrik Ibsens "John Gabriel Borkman" und Sharr Whites "Der andere Ort".
Samstag, 29.10.2011
Heute in den Feuilletons
29.10.2011 Im Umblätterer erklärt die Literaturwissenschaftlerin Constanze Reichardt, was sie an F.C. Delius so schätzt: zum Beispiel seinen Blick auf den Terrorismus in Deutschland. Im Tagesspiegel antwortet der Büchner-Preisträger auf seine Kritiker. In der Welt äußert sich Alaa al-Aswani trotz allem optimistisch über den weiteren Fortgang der ägyptischen Revolution. Ulrich Beck setzt in der taz seine Hoffnung in die Occupy-Bewegung. Die FAZ gerät in Ekstase über Lou Reed und Metallica, die SZ streichelt Vintage-Editionen von Pink Floyd und Velvet Underground.
Bücherschau des Tages
29.10.2011 Die SZ erliegt dem Berliner Lokalkolorit in Annett Gröschners Roman "Walpurgistag". Die FAZ liest mit Vergnügen Holger Hofs Benn-Biografie. Die FR vergräbt sich in F.C. Delius' wiederaufgelegte Dissertation "Der Held und sein Wetter". Die NZZ lauscht mit Begeisterung den Radiogesprächen, die Heinz Ludwig Arnold in den Siebzigern mit Schriftstellern führte. Die taz schätzt Christopher Hitchens vor allem für seine Polemik.
Montag, 31.10.2011
Heute in den Feuilletons
31.10.2011 BoingBoing beobachtet, wie das informationelle Selbstbestimmungsrecht in Großbritannien zugrunde gerichtet wird. In der FAZ plädiert der Grünen-Politiker Volker Beck für ein freies Internet. GigaOm berichtet über ein in den USA geplantes Gesetz, das die Freiheit im Netz stark einschränken wird. Die SZ bringt F.C. Delius' Büchner-Preisrede. In der taz erklärt der Gerichtsgutachter Jan Ilhan Kizilhan die Psychologie von Ehremorden. Und Stefan Niggemeier staunt über eine tolle Idee der SPD für die Öffentlich-Rechtlichen: Gebt ihnen mehr Geld!
Bücherschau des Tages
31.10.2011 Die FAZ liest bewegt und beeindruckt Angela Rohrs Erzählungen und Reportagen aus der sibirischen Verbannung. Mit seiner "Topologie der Gewalt" lehrt Byung-Chul Han die taz das Fürchten. Die SZ stellt politische Jugendbücher vor, darunter Uri Orlevs Roman "Ein Königreich für Eljuscha".
Medienticker-Archiv
31.10.2011 Dylan & Knopfler in Berlin - Theater-Nachtkritiken: Einfach mal gucken und leben: Castorf/Horvaths "Kasimir und Karoline" in München - Tanz der Hormone: Bösch/Shakespeares "Romeo und Julia" in Wien - Lamento Moderato: Langhoff/Tschechows "Der Kirschgarten" in Berlin - Nachvollzug eines Lebensweges: Steckel/Camus' "Der Fremde" in Hamburg + Thomas Mann: Fast ein intellektueller "Ozeanpianist"?
Karikaturen und Cartoons
31.10.2011 Eine Frage der Zeit, höchstens.