Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
  • Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
  • Der dänische Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
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Perlentaucher-Fakten

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Bücher
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Perlentaucher Archiv

Sortiert nach Datum | Rubriken

Freitag, 01.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Ohne Geld für Benzin

01.03.2024 Der 7. Oktober war für Israel eine Holocaust-Erfahrung, sagt Joshua Sobol in der FAZ und besteht auf Israels Recht auf Selbstverteidigung. Für den Iran war der 7. Oktober ein Propagandaerfolg, sagt der Konfliktforscher Tareq Sydiq in der taz - der leider auch fürchtet, dass die Mullahs vor den iranischen Wahlen sehr fest in ihrem Sattel sitzen. Die Preußen-Stiftung ist ein Riesen-Apparat mit einem lächerlichen  Ausstellungsetat, und daran ändert auch Joe Chialo nichts, fürchtet die Welt. Im Tagesspiegel bezeichnet Stefan Aust die dritte Generation der RAF  als "unpolitisch".

Efeu - Die Kulturrundschau

Im Notfall wirst du einfach krank

01.03.2024 Die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse sorgen beim Tagesspiegel für Überraschung, Welt und FAZ freuen sich, letztere besonders über die Graphic Novel "Genossin Kuckuck." Die FAZ ist froh über klare Worte gegen einen Ausschluss Israels von der Biennale, auch wenn sie von einem rechten Minister kommen. Gegen ständige Verfügbarkeit und Planungsunsicherheiten im Theaterbetrieb wehrt sich die Bewegegung #StoppNVFlatrate, SZ und VAN berichten. Das Stück "Ulrike Maria Stuart" ist nach der Verhaftung Daniela Klettes  umso aktueller, findet Nachtkritik.

Medienticker

Banned Books

01.03.2024 Aktualisiert: Warum ich alle meine Bücher ins Altpapier werfe, erklärt Joshua Schößler - Gespräch mit Simone Meier über ihren van-Gogh-Roman  "Die Entflammten" + Buchkritiken  über Michael Lentz' "Heimwärts", "Männer mit Erfahrung" von Castle Freeman & Danya Kukafkas "Zu einer Hinrichtung" - Der Neo-Realist als Kriegserklärer: Carlo Masala im Gespräch -  Hörtipp: Warum in den USA Bücher an Schulen verboten werden (u.a. Margret Atwood, Toni Morrison & John Irving) + Hörfunk: Wochenend-Tipps  ...

Bücherschau des Tages

Heitere Bösartigkeit

01.03.2024 Die FAZ folgt von Susana Zapke und Wolfgang Fichna vergnügt durch die Geschichte des Wiener Praters. FR und Dlf Kultur geraten mit Michael Lentz' Geschichte über die Schrecken einer Nachkriegskindheit an ihre Grenzen. Die NZZ macht mit Julia Josts Karawanken-Epos eine Entdeckung unter dem Teppich. Der Dlf erliegt dem wuchtigen Erzählen von Roberto Saviano, der sich auf die Spuren Falcones begibt. Und Dlf Kultur lässt sich von Daniel Marwecki erklären, worin die besondere Beziehung zwischen Deutschland und Israel wirklich besteht.

Samstag, 02.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Nase zuhalten vom üblen Gestank

02.03.2024 Nawalnys Tod wird Putin stärken, glaubt Viktor Jerofejew in der Welt und befürchtet: Bald wird auch der Westen die Beziehungen zu Putin wieder aufnehmen. In der FAS setzt der russische Wirtschaftswissenschaftler Sergei Guriev auf strengere Sanktionen gegen Russland. Die deutsche Iranpolitik ist mitverantwortlich für das Massaker der Hamas, meint der Politologe Stephan Grigat in der taz. Ebenfalls in der taz blickt der Soziologe Jens Kastner auf die antisemitischen Aspekte in der postkolonialen Theorie.

Efeu - Die Kulturrundschau

Imaginierter Sehnsuchtsort

02.03.2024 Die SZ arbeitet weiter den Berlinale-Eklat auf: selbst moderate Wortmeldungen, die "Frieden für Palästina und Israel" forderten, wurden aufs Übelste beschimpft. Die taz fragt sich, in wessen Herzen Gerhard Richters Birkenau-Zyklus, der nun in Auschwitz ausgestellt wird, wirken soll. Die FAZ sieht auf der "Kyiv Perenniale" die von Krieg gebeutelte Vergangenheit und Gegenwart der Ukraine. Die FAS steigt zu Roberto Saviano in den von Carabinieri geschützten Wagen, um über seinen neuen Roman zu sprechen. Die Feuilletons trauern um den Regisseur Paolo Taviani.

Bücherschau des Tages

Liebeserklärung an die Sprache

02.03.2024 Die FAS feiert Ulinka Rublacks Biografie über Albrecht Dürer, in der die Renaissance wie "aus einem rasenden Zug" heraus geschildert wird. Die taz liest berührt in den letzten Vorlesungen des Poptheoretikers Mark Fisher, der Alternativen zum Kapitalismus suchte. Dlf Kultur findet in Didier Eribons Band "Eine Arbeiterin" sowohl "intensive" Passagen über Elternschaft als auch einen Überschuss an moralischen Appellen. Und Dlf Kultur ist nachhaltig beeindruckt von Fatin Abbas' "Zeit der Geister": ein bewegendes und auch grausames Buch über die Mitglieder einer NGO im Sudan.

Montag, 04.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Diese Abkopplung der Staatsdiener

04.03.2024 Der Politologe Wolfgang Kraushaar glaubt in der FR nicht, dass die Terroristen der dritten RAF-Generation mehr reden werden als die der zweiten. Der Historiker Volker Weiß erzählt in der SZ, wie die AfD aus den Fehlern anderer rechtsextremer Parteien lernte. Auch die FAZ befasst sich mit rechtsextremen Diskursen - und deren Anleihen aus aktuellen soziologischen Bestsellern.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ikonische Frauenbilder im Goldrahmen

04.03.2024 In Russland gibt es nun eine Liste mit verbotenen Büchern, berichtet die FAZ. Wir präsentieren ein Video von Sharon Cunio, der Frau des von der Hamas entführten Schauspielers David Cunio. Nachtkritik kämpft mit Fanny Brunners Adaption von Jacinta Nandis "50 Ways to Leave Your Ehemann" in Paderborn für die Rechte von Müttern. Die taz lauscht, wenn Mariana Sadovska dem russischen Vernichtungswillen ukrainische Volkslieder entgegensetzt.

Medienticker

Literatur im Krieg

04.03.2024 Atef Abu Saifs Tagebücher aus Gaza 2014+2023/24  - Interview mit Correctiv-Chef: Die Angriffe auf unsere Recherche waren konzentriert - Fotoreportage: Hier lebte Franz Kafka + RBB entfernt nachträglich "Medienmagazin"-Beitrag ...

Bücherschau des Tages

Rand der Sehnsucht

04.03.2024 Die FAZ streift mit Fabio Strassis bücherliebendem Ermittler in "Die Seele aller Zufälle" melancholisch durch Rom. Die SZ fühlt sich durch Ella Müllers Buch über die amerikanische Rechte bestens informiert, was die Radikalisierung der Republikanischen Partei in Klimafragen angeht. Von Wieland Wagner lässt sie sich gerne die Geschichte der japanischen Kaiserfamilie, der ältesten Erbmonarchie der Welt, erzählen.

Dienstag, 05.03.2024

Magazinrundschau

Ich will meinen Sohn

05.03.2024 Der New Yorker erzählt die Geschichte von 43 verschwundenen mexikanischen Studenten. Wer braucht noch NSA-Spionage, wenn die Tech-Riesen Informationen über quasi jedermann verkaufen, fragt Wired. In The Atlantic erklärt Franklin Foer, wie der Vorwurf des Privilegs die Basis für den modernen linken Antisemitismus schuf. In der LRB wirft Pankaj Mishra den Israelis vor, nicht nur das internationale Recht, sondern gleich noch den Universalismus zu zerbomben. Aktualne erinnert an Bedrich Smetana, der vor 200 Jahren starb. New Lines analysiert den Anschlag auf die Gedenkfeier für Qassem Soleimani im iranischen Kerman.

9punkt - Die Debattenrundschau

Negative Eskalationsdominanz

05.03.2024 Die FAZ fragt sich, wen ein Demokratiefördergesetz wirklich fördert: Die Demokratie oder nur die sympathischen Meinungen? Im Tagesspiegel fordert der Historiker Julius Schoeps, auch an Universitäten auf den Unterschied zwischen Antisemitismus und Israelkritik zu bestehen. Die SZ fordert einen Stopp der Waffenlieferungen an Israel. In der NZZ erklärten vier Wissenschaftshistoriker, dass die Vermischung von Wissenschaft und Aktivismus durchaus Tradition hat. Sie ist dann aber nicht mehr von der Wissenschaftsfreiheit geschützt, meint in der FAZ der Verfassungsrechtler Klaus Ferdinand Gärditz.

Efeu - Die Kulturrundschau

Teufelspakt auf Erden

05.03.2024 Die NZZ befürchtet in Jonathan Glazers Auschwitz-Film "The Zone of Interest" eine Trivialisierung des Bösen. Der Eurovision Song Contest bewertet politische Songtexte nach zweierlei Maß, schreibt sie außerdem: Bei Israel ist man überpenibel. Die FAZ begegnet in Düsseldorf den finstersten Gesellen der Kunstgeschichte. Die nmz ruft bei Elisabeth Stöpplers Inszenierung einer Bernhard Lang-Oper in Stuttgart begeistert: "Who the hell is Dora?"

Medienticker

Mehr Freiheit geht nicht

05.03.2024 Giordano Bruno, der Philosoph mit den vielen Feinden Tom Saller: Roman über Anna Freud - Satire über Literaturbetrieb nach dem  Roman "Ausradierung" von Percy Everett - KI schafft neue Wertschöpfungsmöglichkeiten - 14 Comic-Autorinnen und ihr Zukunftsvorstellungen + Bühne für Promi-Texte: Die Lit.Cologne beginnt ...

Bücherschau des Tages

Wellenritt von Kiel bis Wikipedia

05.03.2024 Die FAZ gerät mit den Gedichten des "Hochgeschwindigkeitspoeten" Arne Rautenberg außer Atem und lässt sich von deren hintersinniger Komik betören. Dlf erfährt von der isländischen First Lady Eliza Jean Reid Interessantes über die Gleichberechtigung von Frauen auf der Insel. Dlf Kultur betritt mit Gerhard Kaiser "Imaginäre Orte des Dichtens". Nana Kwame Adjei-Brenyahs dystopischen Action-Roman "Chain-Gang All-Stars" über moderne Gladiatorenkämpfe findet er brutal, realistisch und literarisch vielschichtig.

Mittwoch, 06.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Analysen zur Beweinbarkeit

06.03.2024 Judith Butler möchte das Massaker der Hamas als "bewaffneten Widerstand" verstanden wissen, der keineswegs antisemitisch war. Wir bringen erste Reaktionen: Prominente Fürsprecher finden sich schon jetzt auch in Deutschland. In der FR skizziert der Russlandexperte Julian Hans, wie die Kombination aus Schuld und Scham die russische Gesellschaft zunehmend brutaler machte. Die FAZ verteidigt das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit gegen den Vorwurf, rechts zu sein. Die französische Entscheidung, das Recht auf Abtreibung in der Verfassung zu verankern, hat Vorbildcharakter, meinen FAZ und SZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Unhineingezogen

06.03.2024 Die Feuilletons beglückwünschen Riken Yamamoto, den diesjährigen Pritzker-Preisträger. Der Architekt entwirft den Raum der Freiheit, so die SZ. Oliver Stone lässt sich für seine Diktatorenpropagandafilme üppig bezahlen, recherchiert unter anderem der Standard. Auch 20 Jahre nach seinem Tod hat die Literatur von Gabriel García Márquez noch die Macht von Wirbelstürmen, freut sich die FAZ. Philipp Oswalt schimpft auf Zeit Online über den deutschen Rekonstruktionswahn. Einzige positive Ausnahme: die Frauenkirche. Die SZ bejubelt im Opernhaus Zürich die Streicherdunkelheiten und Bläservisionen einer Kafka-Adaption.

Medienticker

Lebenserfinder

06.03.2024 Endlich Mittwoch - Hörtipp: Trompeter im Wald. Der Klangkünstler Werner Hasler & LaBrassBanda Gründer: Gespräch mit Andres Martin Hofmeier, der Professer, der barfuß Tuba spielt - Zauberin über Raum und Zeit: Berliner Literaturpreis für Felicitas Hoppe + Bernhard Kegel über seinen  dystopischen Wissenschaftsroman "Gras" - Buchkritik über Anne Webers Roman "Bannmeilen" ...

Bücherschau des Tages

Eine Gartenlaube ist kein Tropenwald

06.03.2024 Die FAZ wird hinweggefegt von der wirbelsturmartigen Prosa in Gabriel García Marquez' letztem Roman "Wir sehen uns im August". Interessiert betrachtet sie Arwed Messmers Bildband über die Wende-Jahre. Die SZ kann Katja Hoyers Band zum Deutschen Kaiserreich hingegen nicht guten Gewissens als Lektüre über die wilhelminische Zeit empfehlen. Und der Dlf ist beeindruckt davon, wie Valerie Fritsch in "Zitronen" die Geschichte einer Mutter mit Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom erzählt. 

Donnerstag, 07.03.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Menschliche Abgründe

07.03.2024 Die FAZ hört beim Auftakt der Lit.Cologne einen zornigen Michel Friedman, der fragt, weshalb die Deutschen nicht gegen Antisemitismus auf die Straße gehen. Der Tagesspiegel blickt fassungslos auf die Berliner Club-Szene, die Aufrufe unterschreibt, die das Hamas-Massaker als "natürliche Reaktion" bezeichnen. Monopol schießt mit Wim Delvoye in Genf auf Warhol, Cranach und Picasso. Für bedingungslose Kunstfreiheit setzen sich Sasha Marianna Salzmann im Tagesspiegel und Hans Eichel in der Zeit ein. Und der Perlentaucher setzt sich zu Michael Mann in einen geschmeidigen "Ferrari".

9punkt - Die Debattenrundschau

Es ging um ein Blutbad

07.03.2024 Die Äußerungen Judith Butlers über die Hamas stoßen auf Empörung: Sie spuckt auf Gräber, schreibt Jürgen Kaube in der FAZ. Trotz unterschiedlicher Ansichten zum Gazakrieg sind alle Kommentatoren der Meinung: Terror ist Terror, und Antisemitismus ist Antisemitismus. Atomwaffen sind kein Quatsch, sagt Joschka Fischer an die Adresse Olaf Scholz' in der Zeit. Wladimir Sorokin hofft in der NZZ, dass die Russen es irgendwann mal schaffen, zur Gesellschaft zu werden.

Medienticker

Geschichten verändern

07.03.2024 Warum berührt uns Literatur? - American Psycho und sonst? Bret Easton Ellis wird 60 - Buchkritik: "Wir sehen uns im August" von Gabriel García Márquez; "Keller - Mansarde - Einsiedelei" von Gerhard R. Kaiser  - "Meister und Margarita": Regimekritik erobert russische Kinos
Graphic Novel Tage in Hamburg  - Zeitdiagnostische Erkundung: Aufklärung über Romantik + Ein Kommentar von Stefan Koldehoff zur Berlinale & ein grundsätzliches Antisemitismusproblem ...

Bücherschau des Tages

Vom Heiratsschwindler bis zum Bischof

07.03.2024 Dlf und Dlf Kultur durchstreifen mit Anne Weber die Pariser Banlieues. Die Zeit verfällt der Mischung aus Reim und Erotik von Maggie Millners Versepos "Paare". Die FAZ vertieft sich in Didier Eribons Buch über seine Mutter, "Eine Arbeiterin", und ihr unwürdiges Sterben. Die FR folgt mit Joy Williams' "In der Gnade" einer schwangeren Predigertochter im Süden der USA in den Wald. Die NZZ liest mit Lize Spits "Der ehrliche Finder" einen spannenden Roman über eine Jungsfreundschaft.

Freitag, 08.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Donald Trumps Schwestern im Geiste

08.03.2024 Judith Butler möchte gern die Beweise für die Vergewaltigungen am 7. Oktober sehen und überprüfen. In der Welt rechnet Mirna Funk mit den Feministinnen der dritten Welle ab, die zu den Vergewaltigungen der Hamas schweigen. Die FAZ erklärt, warum vor allem weibliche Politiker den Rechtspopulismus in Europa und den USA befeuern. Die FR beklagt die Lage palästinensischer Frauen in Gaza. Kurz: Man hat schon bessere Weltfrauentage erlebt. Außerdem berichtet Andreas Umland in der Welt über die systematische Verschleppung ukrainischer Kinder nach Russland.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Geschlecht gibt keine Antwort

08.03.2024 Zum Weltfrauentag entdecken FAZ und FR die vergessene und verdrängte Kunst von Frauen wie Sofonisba Anguissola und Alice Bailly. Die Welt kniet nieder vor Florian David Fitz' Netflix-Vierteiler "Das Signal", während Zeit Online ihn überhaupt nicht versteht. Auch die großartige Isabelle Huppert kann die Pariser Inszenierung der Racine-Oper "Bérénice" nicht retten, seufzt die FAZ. Stefanie Sargnagel und Christiane Rösinger sprechen mit der FAZ über Iowa, Feminismus und das humoristische Potential von Tabus.

Bücherschau des Tages

Neue Form der Sonnenverehrung

08.03.2024 Die FAZ rekonstruiert mit Philipp Felsch Jürgen Habermas' Aufstieg zum "Philosophieunternehmer“. Außerdem taucht sie ein in das anekdotenreiche Leben der Cartiers. Die FR macht eine bestens gelaunte Busfahrt mit Christine Röckl. Die SZ empfiehlt neue Kinder- und Jugendbücher, darunter vor allem Leyb Kvitkos jiddische Gedichte über den liebenswerten Schussel Lemmel. Der Dlf ist dankbar, dass sich die Erben von Gabriel Garcia Márquez über dessen Wunsch hinweggesetzt haben, den Roman „Wir sehen uns im August“ nicht zu veröffentlichen. Und Dlf Kultur blickt mit Juliane Kay schonungslos auf die Männer der Sechziger.

Samstag, 09.03.2024

Medienticker

Alle Frauen sind stark

09.03.2024 Aktualisiert: Hörtipp: Und Du bist dann die Ostdeutsche Nervensäge: Annett Gröschner im Gespräch & Wird die Welt lauter? Ein Streifzug durch die Lärmgeschichte + Hörfuk-Buchkritik: Rainer Moritz über  Julja Linhofs Roman "Krummes Holz" - Tonart:  Tribut an mutige Frauen: und Anke Helfrich über ihr neuestes  Album "We'll Rise" - "Dragon Ball"-Schöpfer Akira Toriyama gestorben + Hörfunk-Wochenendtipps ...

9punkt - Die Debattenrundschau

Reale, physische, ereignishafte Gewalt

09.03.2024 Die Opposition in Russland liegt am Boden, aber sie ist nicht tot, hofft Sergei Lukaschewski, der einst das Sacharow-Zentrum leitete, in der taz. Die Welt nimmt Abschied von den Ideen des Universalismus, meint Leander Scholz in der NZZ. Die Welt nimmt Abschied von Butlers Konstruktionen, die ebenfalls gerade einen Super-GAU erlebten. In der FAZ erzählt der Autor Matthias Jügler die alptraumhafte Geschichte geraubter Babys in der DDR.  Und wir sehen einer Aktivistin dabei zu, wie sie das Porträt des Lord Balfour zerstört.

Efeu - Die Kulturrundschau

Im Rhythmus der Stufen

09.03.2024 Der Standard bewundert in der Albertina die Selbstironie Roy Lichtensteins. Die Berliner Zeitung spürt in Lada Nakonechnas Werken den Brandgeruch des Krieges. Die SZ schreibt zur Eröffnung des Nationalen Holocaust-Museums in Amsterdam. Außerdem feiert sie schon mal die morgige Oscar-Nacht als eine der letzten Bastionen des kulturellen Universalismus. In der FAZ blickt der ukrainische Schriftsteller Andrij Ljubka auf zwei Jahre Krieg in seiner Heimat. Die nachtkritik denkt über zeitgenössische Klassiker-Überschreibungen nach.

Bücherschau des Tages

Klare Sätze, die knallen

09.03.2024 Ronya Othmanns neuer Roman "Vierungsiebzig" ist nicht einfach ein Roman, sondern eine aus Essay, Erzählpassagen, Reflexion und Reisebericht bestehende Annäherung an die Frage, wie man über Genozid schreibt, notiert der Deutschlandfunk in einer ausführlichen Besprechung. Die FAS lobt die  Intelligenz und "erschütternde" Qualität von Alia Trabucco Zeráns Roman "Mein Name ist Estela". Die FR versenkt sich mit großem Vergnügen in Charles Linsmayers literarische Anthologie "19/21 Synchron global" und liest einen von Marie-Luise Knott herausgegebenen Querschnittsband mit Barbara Köhlers Lyrik.

Montag, 11.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Es geschah am helllichten Tag

11.03.2024 Norbert Röttgen und Anton Hofreiter  prangern in der FAZ den "katastrophalen Defätismus des Kanzlers" an. Vor zwanzig Jahren begann in Spanien die Ära der Fake News, konstatiert die taz mit Blick auf den Terroranschlag von Madrid am 11. März 2004. Antisemitismus kann gar nicht links sein, dekretiert Wolfgang Benz in der FR - das hat er in Geschichte gelernt.  KI könnte fürs Übersetzen so schlimm sein wie Taschenrechner fürs Kopfrechnen, fürchten FAS und FAZ in mehreren Artikeln. Aber Thomas Rabe von Bertelsmann ist zuversichtlich: "Nehmen Sie das Beispiel Pumuckl."

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein röchelndes und falsettierendes Wrack

11.03.2024 Die Oscars sind vergeben: Gleich sieben gingen an Christopher Nolans "Oppenheimer". Eine Rückkehr zu alten Oscar-Traditionen meinen SZ und Standard. Zeit online vergibt Noten für die schönsten und hässlichsten Roben des Abends. Die FAZ ist komplett hingerissen von Wolfgang Rihms "Hamletmaschine" in Kassel - vor allem dank des Dirigenten Francesco Angelico, der die phantastischen Sänger auf Händen trägt. Die SZ bewundert die immense Farbskala des Popproduzenten Jack Antonoff.

Medienticker

Kino für die Ohren

11.03.2024 Alexander Kluge sieht sich als Verteidiger einer unabhängigen Öffentlichkeit - Zur Ideengeschichte der Akusmatik - Hörfunk-Buchkritiken: u. a. über "Beklaute Frauen" & Die unsichtbaren Leistungen von Denkerinnen & Forscherinnen; Kanon für queere Literatur; "Tremor" von Teju Cole + das Hörbuch Didier Eribons "Eine Arbeiterin. Leben, Alter und Sterben" -Statussymbole: Protz-Konsum ist für Akademiker ein Tabu + Ausstellung: An der Schnittstelle Louisa Clement in Bonn.

Bücherschau des Tages

Ein existenzielles Gewicht

11.03.2024 NZZ und Dlf Kultur erkunden mit Roberto Savianos das Innenleben des berühmten Mafiajägers Giovanni Falcone.  Die FR zeichnet mit Jürgen Flimms posthumem Erinnerungsbuch "Mit Herz und Mund und Tat und Leben" das Leben eines leidenschaftlichen Theatermachers nach. Die SZ empfiehlt  Simon Shusters Selenski-Biografie und glaubt nach der Lektüre von Imad Mustafas "Der Islam gehört (nicht) zu Deutschland", dass Deutschland den Islam nicht dazugehören lässt.

Dienstag, 12.03.2024

Magazinrundschau

Keine Berichte über das linke Ufer

12.03.2024 New Lines unterhält sich im kenianischen Frere Town mit den Nachfahren ehemaliger Sklaven aus ganz Afrika, die keine Kenianer sein dürfen. Africa is a country macht arabischen Rassismus für das Desinteresse am Hunger der schwarzen Bevölkerung Sudans verantwortlich. Der Guardian lernt von Sefton Delmer, was schon bei den Nazis klappte: Wie man Propaganda unterläuft. Die Boston Review sieht Bertrand Taverniers Doku über den Algerienkrieg. Der New Yorker bereist das zerstörte Syrien, Mediazone das zerstörte Mariupol. Das New York Magazine ist gegen Sex. Unherd fragt, wann Schwulenfeindlichkeit links wurde.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das sprengt bei weitem unsere Vorstellungskraft

12.03.2024 Oscar-Nachlese zweiter Teil: FR und Filmdienst schöpfen Hoffnung auf mehr Originalität und Wagemut im Filmgeschäft. Im Perlentaucher klärt Thierry Chervel die Stars über den blutigen Hintergrund des Pins auf, den sie sich da so leichtfertig ans Revers hefteten. Die Theaterkritiker staunen, wie Tobias Kratzer mit Mieczyslaw Weinbergs Oper "Die Passagierin" Auschwitz in München ganz ohne die Darstellung von KZ, SS und Häftlingen auf die Bühne bringt. Monopol lernt in Wien ukrainischen Modernismus jenseits der russischen Avantgarde kennen. Und die NZZ träumt von Hochhäusern aus Holz.

9punkt - Die Debattenrundschau

Der geringe Grad an Protest

12.03.2024 In Zeit online warnt Cory Doctorow vor einer "Verschlimmscheißerung" des Internets - aber es gibt Hoffnung. Ohje, jetzt gibt es nicht nur Künstliche Intelligenz, sondern auch "emotionale künstliche Intelligenz" - Kenza Ait Si Abbou erklärt in der FR, was das sein soll. Bernard-Henri Lévy prangert in seiner Kolumne die Kälte gegenüber Israel an. Der Figaro-Kolumnist Gilles William Goldnadel schildert den neuen Antisemitismus in Frankreich. In der FAZ erzählt Hubertus Knabe, mit welchem Aufwand Kolumbien sich mit sich selbst versöhnen will.

Medienticker

Zwischen zwei Woanders

12.03.2024 Roman in Streifzügen: Anne Weber schreibt in ihrem  Roman "Bannmeilen" über ihre Exkursionen durch den Pariser Banlieu-Bezirk Seine-Saint-Denis - Hörfunk-Tipps: Hannah Arendt und die Medien; Ultraschall Berlin - Festival Für Neue Musik 2024 & Joachim Kühn zum 80. Geburtstag - "Popcorn süß-salzig" & "Spuk im Kiosk": Liebes- und Gruselgeschichten für Kids + Bilanz 2023: Presserat verteilte mehr Rügen als je zuvor

Bücherschau des Tages

Allerhand feiernde Stimmen

12.03.2024 Die FAZ erfährt von Daniel Marwecki unter anderem, wie gut Adenauer-Deutschland an den wirtschaftlichen Beziehungen zu Israel verdiente. NZZ und Dlf Kultur kommen nach der Lektüre von Didier Eribons Mutter-Porträt zu unterschiedlichen Urteilen: Der Dlf Kultur findet eine philosophisch-politische Analyse auf hohem literarischen Niveau, der NZZ geht's zu viel um Eribon selbst. Ergriffen liest die taz Ilona Jergers Roman über den Zoologen Konrad Lorenz.

Mittwoch, 13.03.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein verwirrtes Etwas

13.03.2024 Nicht Israels Politik, sondern Jonathan Glazers Dankesrede bei den Oscars instrumentalisiert den Holocaust, meint die Welt. Der Tagesspiegel betrachtet den braunen Wusch, den Roy Lichtenstein über ein Antlitz fahren lässt. Hans Eichel echauffiert sich in der FR über den Skandal, der um ein paar antisemitischen Kunstwerke auf der documenta 15 gemacht wurde. Die FAZ fühlt sich von einer Performance des New York City Ballett in den Sitz gedrückt. Kein Musikmarkt wächst schneller als der im subsaharischen Afrika, weiß die FAZ.

9punkt - Die Debattenrundschau

Und beschämend ist es auch

13.03.2024 Im Guardian blickt Jan-Werner Müller auf die Bromance zwischen Orban und Trump: Vor allem Trump schwärmt davon, wie Orban die Kontrolle über Bildung und Kultur im Staat erlangte. In der Welt glaubt Hans Michael Rühle, ehemaliger Nato-Referatsleiter, dass sich die Ukraine irgendwann unter westlichem Druck auf Verhandlungen mit Russland einlassen muss. Ohne einen Regimewechsel in Russland wird es nie einen dauerhaften Friedensschluss geben, räumt indes die Historikerin Beatrice Heuser in Sirius ein. Gewalt ist kein theoretisches Konstrukt, klärt die Jüdische Allgemeine Judith Butler auf.

Medienticker

Petromaskulinität

13.03.2024 Zukunftsprognose & in memoria Joseph Roths Spinnennetz (1922) - Hörtipp: Hörspiel "Die Panne" von Friedrich Dürrenmatt (1956) - Das Feuer brennt, Musik ertönt, wie sanft sie weint, wie wild sie stöhnt!: Geschichte der ukrainischen Musik - Buchkritik zu Siri Hustvedts zitternde Frau - Juli Zeh über die Stimmung im Osten "Lasst uns doch in Ruhe" - Prozess gegen den Neonazi-Verlag Der Schelm in Dresden ...

Bücherschau des Tages

Hysterie und Andacht

13.03.2024 Die FAZ begibt sich mit Lluis Quintana-Murci auf eine große populationsgenetische Odyssee zum Ursprung der Menschheit. Von Mirrianne Mahn lässt sie sich auf eine schonungslos humorvolle Reise nach Kamerun mitnehmen. Die NZZ lotet mit Albrecht Selge das Wesen der Stille aus. Die taz stellt mit Lucie Byrons lesbischer Graphic Novel das Genre auf den Kopf. Die Welt lernt von Ulrich Merkl: Als Student verputzte Darwin gern Eulen und Rohrdommeln. Und Dlf Kultur folgt Oliver Schlaudt bei seiner müllphilosophischen Safari durch Deutschland.

Donnerstag, 14.03.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Auge ist der Hammer

14.03.2024 Die Zeit lernt in Düsseldorf, was Hilma af Klint und Wassily Kandinsky verband: Rudolf Steiner und Atome. Ebenfalls in der Zeit sinnieren Jens Balzer und Diedrich Diederichsen über die Utopie in der Popmusik. Die Filmkritiker zählen rote Bälle in der Sahara mit Anton Corbijns Doku über Hipnosis. Der Standard folgt den Wiener Aktionisten in einem neuen Museum vom Tafelbild zum Machismus. "Wenn die Ukraine fällt, ist die Frage nur, wer als nächster dran ist", warnt Nino Haratischwili in der FR.

9punkt - Die Debattenrundschau

Es liegt sehr viel Ungewisses in der Luft

14.03.2024 Putin lässt sich am Wochenende seine "Wiederwahl" fabrizieren. Aber der Krieg kommt nicht noch, er ist schon, schreiben Daniel Cohn-Bendit und Claus Leggewie in der taz. Eine Gesellschaft, die ihre "Verletzlichkeit" ins Zentrum stellt, endet im Zwang, fürchtet die Juristin Frauke Rostalski in der Zeit. Was Judith Butler betreibt, ist eine Auslöschung der Differenzen im Namen der Fluidität, diagnostiziert Jan Feddersen in der taz. Aufruhr an der Saar: Nach der Absage einer Candice-Breitz-Ausstellung im November geht's immer noch drunter und drüber, berichtet der Saarländische Rundfunk.

Medienticker

Bienenstich

14.03.2024 Böhmermann gegen Imker - Frank Witzel erhält Wortmeldungen-Literaturpreis für seine Essays - Karl Rahner: Wie kommt der Mensch Gott nahe? + Navid Kermani & Natan Sznaider korrespndieren über Israel "Squaring the Circle"
- Doku von Anton Corbijn über Cover-Kunst von Hipgnosis ...

Bücherschau des Tages

Klunzendes Klagen

14.03.2024 Die FAZ wirft mit Ulrich Peltzers "Der Ernst des Lebens" einen faszinierten Blick in die Welt der Anlageberater. Und sie freut sich über eine hoffentlich anstehende Wiederentdeckung Gabriele Tergits, der Nicole Henneberg gerade eine starke Biografie gewidmet hat. Die FR erwärmt sich für einen von Margaret Atwood und Douglas Preston betreuten Gemeinschaftsroman über "Vierzehn Tage" während der Corona-Pandemie. In der NZZ empfiehlt Michi Strausfeld allen Kritikern zum Trotz Gabriel Garcia Marquez' nachgelassenen Roman "Wir sehen uns im August". Außerdem ist heute die Zeit-Literaturbeilage erschienen. Alle Notizen dazu finden Sie hier.

Freitag, 15.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Im Alltag fühlen sie sich schwach

15.03.2024 Putin siegt auf ganzer Linie: Der Westen lässt die Ukraine im Stich - wogegen sich ein Aufruf wendet - und die Wahlen in Russland gewinnt Putin ja sowieso. In der FAZ erklärt Bülent Mumay den neuen türkische Religionsunterricht an Pappmodellen. In der Jüdischen Allgemeinen antwortet Esther Schapira zornig auf einen Spiegel-Artikel, der Israel einen "Vernichtungsfeldzug" vorwirft. Charlie Hebdo schlägt nun auch für Universitäten Schuluniformen vor.

Efeu - Die Kulturrundschau

Angst, Sehnsucht, Irrsinn, Erotik

15.03.2024 Die Musikkritiker trauern um Aribert Reimann, der alles einfing, was Menschen fühlen können, in einer Musik frei von Takt und Metrum. Die SZ blickt gnadenlos auf die Berliner Volksbühne, die zum Selbstbedienungsladen einiger Künstler verkommen sei. Die taz vermisst die Sprengkraft in Kim Gordons neuem Album. Feminismus im Kino war schon mal klüger als "Barbie", denkt sich der Guardian. Die Welt schwärmt vom Lamborghini Miura, dessen Schöpfer Marcello Gandini gerade gestorben ist.

Medienticker

Klare Worte

15.03.2024 Aktualisiert: Miriam Cahn im Gespräch - WDR-Hörfunktipp: Wenn die Stradivari aufstöhnt ... Schadet Neue Musik dem "schönen Ton"? & Ö1-Spielräume: "Tribute to Sassy!" Sarah Vaughan 1924-1990 - Der Philosoph und wir: Warum Jürgen Habermas uns alle angeht - Das Leben ist ein Witz:
Helmut Schlaißls Kafkas Kosmos - Friedensplädoyer: Bruno Franks "Politische Novelle" - Als Plattencover Kunst waren + Coolness ist ein Lebensgefühl - Dem Jazz-Pianisten Joachim Kühn zum 80. + Radio-Tipps für das Wochenende ...

Bücherschau des Tages

Durch den Hut hindurch

15.03.2024 Die taz bewundert, wie Anke Feuchtenberger die Grenzen zwischen Natur und Mensch in ihrer Graphic Novel über eine Kindheit im Vorpommern der Sechziger zerfließen lässt. Die FAZ lässt sich von Claus Beisbart die Entstehungsgeschichte der virtuellen Realität erzählen. Die NZZ erahnt Kafkas Horror vor der Familie in dem von Gerd Koch zusammengestellten Fotoalbum der Familie Kafka. Der Dlf scheitert mit Jean-Philippe Toussaint mit lässiger Eleganz beim Schach. Und Dlf Kultur lernt von dem Historiker Andreas Petersen, wie der Osten die Psychoanalyse verbannte.

Samstag, 16.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Gut erprobte Methoden

16.03.2024 Eva Illouz wirft Judith Butler in einer fulminanten Replik für Le Monde "doppelten Negationismus" vor - wir zitieren ausführlich. Auch Butler hat sich nochmal geäußert. "Hinter dem Verschwinden verbirgt sich meist ein Verbrechen", schreibt  die ukrainische Schriftstellerin Tanja Maljartschuk über die historischen Traumata ihres Landes. Richard Herzinger fragt in der NZZ, ob Demokratien generell eine Tendenz zum Appeasement haben. Die taz stellt neue Erkenntnisse über den "progressiven" Pädagogen Helmut Kentler vor, der im Verein mit Gerold Becker von der Odenwaldschule ein Pädophilie-Netz in Deutschland unterhielt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Im Bewusstsein dieser Widersprüche

16.03.2024 Die Welt bestaunt Benins neues Wahrzeichen seiner kulturellen Identität: eine 30 Meter hohe, ihre Feinde köpfende und Sklaven jagende Amazone. Die taz denkt über das Bearbeiten von Kinderbuch-Klassikern nach. In der FR diagnostiziert Leon Kahane einen "antisemitischen Klimawandel" in Deutschland, der sich bestens mit sozialistischen Utopien verträgt. Kein Schnoferl mehr bei Techno-Musik, die ist jetzt Kulturerbe, warnt der Standard.

Bücherschau des Tages

Mann der Stunde

16.03.2024 Die FAZ liest gebannt Benny Morris' Buch "1948" über die Staatsgründung Israels und den Krieg, der ihr vorausging. Die SZ versichert: Das gibts - ein Buch über Jürgen Habermas, das sich flott lesen lässt, und hält Philipp Felschs "Der Philosoph" in die Höhe. Wohltuend entlarvend findet die taz Fien Veldmans Roman "Xerox", der in einer maliziöse Satire den sinnentleerten Alltag im Büro beschreibt. Der Dlf vertieft sich in den zweiten Band von Ilko-Sascha Kowalczuks monumentaler Ulbricht-Biografie. Die Notizen zur Welt-Literaturbeilage finden Sie hier. Für die ebenfalls heute erschienenen FAZ-, FAS- und SZ-Beilagen brauchen wir noch ein paar Tage.

Montag, 18.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Minen in den Köpfen der Menschen

18.03.2024 Die Krim ist auf den Tag genau vor zehn Jahren besetzt worden. In der taz spricht Tamila Taschewa, die "Ständige Vertreterin des ukrainischen Präsidenten in der Autonomen Republik Krim", darüber, wie die Krim nach dem ukrainischen Sieg wieder demokratisiert werden soll. Auch an Stalins Genozid an den Krimtataren erinnert die taz. Im Spiegel zeichnet Karl Schlögel in einigen kräftigen Strichen das Porträt des Putinismus. Und Jan Fleischhauer informiert im Focus über das "Berliner Register" für missliebige Äußerungen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Zumutungen des Lebens

18.03.2024 Im Interview mit der taz erklärt die Komponistin Jessica Ekomane ihre Vorliebe für Grauzonen, die sie heute bei der "Maerzmusik" mit ihrer computerbasierten Kirchenglockenkomposition "Bonds" unter Beweis stellt. Die FAZ ist ein wenig schockiert von all den toten Männern in Felicitas Bruckers Frankfurter Inszenierung von Schillers "Don Carlos". In der Berliner Zeitung hofft der Schauspieler August Diehl auf Versöhnung mit Russland. Den Leuten geht das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern viel zu leicht von der Hand, meint Michael Krüger in der SZ.

Medienticker

Neues Licht auf Kafka

18.03.2024 Was ist wahr und was erfunden? - Kafkas gescheiterte Millionenidee: Anlässlich seines hundertsten Todestages - Anwalt der deutschen Herzen: Der Schriftsteller Ferdinand von Schirach ist auf volkspädagogischer Mission - Buchkritik: Nathalie Pohls Im Meer bin ich zu Hause - PEN America zeichnet Paul Simon aus - Jazz und Politik: Kleine Welttournee ...

Bücherschau des Tages

Hitlers Muster-Gau

18.03.2024 Montag Politische-Bücher-Tag. Sowohl die FAZ als auch die SZ loben sehr das Thüringen-Buch des Journalisten Martin Debes: "Deutschland der Extreme". Sehr viel weniger kann die SZ leider mit Klaus-Rüdiger Mais "Die Kommunistin" über Sahra Wagenknecht anfangen, das ihr allzu hagiografisch geraten ist. Die FAZ lobt auch Nicola Kuhns "Der chinesische Paravent" über den Kolonialismus in unseren Wohnzimmern und empfiehlt zwei Hörbücher.

Dienstag, 19.03.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Nicht die richtige Zeit zum Tanzen

19.03.2024 Der Tagesspiegel betrachtet im Georg Kolbe Museum Wandteppiche von Noa Eshkol, auf denen die israelische Künstlerin den Jom-Kippur-Krieg verarbeitet. Auch im Kunsthaus Minsk ist das Textile politisch: Die taz blickt auf Szenen staatlicher Repression in textilen Arbeiten der belarusischen Künstlerin Rufina Bazlova. Die Berliner Zeitung ärgert sich, dass Jonathan Glazers "The Zone of Interest" nur noch zum Ringen um Deutungshoheit dient. Im Tagesanzeiger kürt Daniel Kehlmann Kafka zum Dante seiner Zeit. FAZ und NZZ berichten von Israelhass in der New Yorker Kunst- und der Schweizer Architekturszene.

9punkt - Die Debattenrundschau

Mit einer Gewaltmembran

19.03.2024 Gesellschaft im Aufruhr: Der "Meinungskorridor" für antiisraelische Äußerungen werde immer enger, beschwert sich die taz. Israel betreibt in Gaza einen Rachefeldzug, schreibt Joseph Croitoru in der FR. Susan Neiman wirft Deutschland in der Irish Times MacCarthyismus vor. Die Sozis sind "Munichois" ruft FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube  der "Gruppe der Schwesigs, Stegners und Scholzens" zu. Ein charmanter Zahnarzt aus Düsseldorf organisiert den Rechtsextremismus in Deutschland, berichtet die SZ: "sogar Sahra Wagenknecht"! Das Berliner Stadtschloss wird zur Festung für den Kulturkampf, fürchtet ebenfalls die SZ.

Medienticker

Swinging London

19.03.2024 Innovation und Resilienz: Ein Radio-Rundumschlag oder Hoffnung für die Zukunft des Radios - 21. Jahrundert: Und was schreibt Diedrich Diederichsen über Musik- Hörtipp aus dem Archiv: Oregon 1990 in Ludwigsburg & Tampere Jazz Happening mit dem Julia Hülsmann Quartett & Vollmundig bluesig: Saxofonist und Klarinettist Chris Potter & Ultraschall Berlin: Festival Für Neue Musik 2024: Jean Barraqué + Gesprühtes Laub: Banksys Frühlingserwachen ...

Magazinrundschau

Im Keller

19.03.2024 New Lines berichtet über die miese Behandlung philippinischer Arbeiterinnen. Und es stellt die letzte Jüdin Afghanistans vor, die jetzt auch geflohen ist. Der New Yorker liest Timothy Rybacks Buch "Takeover. Hitler's Final Rise to Power" über die sechs Monate vor Hitlers Machtübernahme. Die LRB spektuliert über die Zukunft der KI. New York Times und Persuasion überlegen, ob Farbenblindheit Voraussetzung für Affirmative Action sein sollte. Outside wünscht sich mehr kontrollierte Brände in Kalifornien.

Bücherschau des Tages

An der Seite eines Hasen

19.03.2024 Die FAZ bewundert, wie Mathias Enard in seinem Roman „Tanz des Verrats“ mit den Mitteln der Mathematik von Christentum, Islam, Ost-West-Konflikt und dem 11. September erzählt. Mit Philipp Peyman Engel blickt sie auf das Schweigen der Linken zum Antisemitismus. Die SZ lauscht angetan dem dänischen Jazz-Saxofonisten Benjamin Koppel, wenn er in „Annas Lied“ vom Leben seiner jüdischen Familie in Kopenhagen erzählt. Dlf Kultur folgt Stefan Capaliku durch die schonungslos erzählte albanische Geschichte der Vierziger und schöpft neuen Mut dank Sibylle Bergs und Julius Thesings „seltsamem Freund Walter“.

Mittwoch, 20.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Russland ist längst zum kleinen Bruder degradiert

20.03.2024 "Einfrieren"? Eine sehr deutsche Sehnsucht, findet die FAZ, aber weder die Ukraine noch Russland sind daran interessiert,  ergänzt Politologe Gerhard Mangott im Tagesspiegel. Ebendort nennt Olaf Scholz die Debatte "lächerlich", lässt aber offen, ob er die Erfinder des Begriffs "Einfrieren" kritisiert oder nur die Debatte darüber. Tablet erzählt die superfinstere Geschichte des Hamas-Chefs und Mörders Yahya Sinwar.

Efeu - Die Kulturrundschau

Lügenwaschbär

20.03.2024 Forensic Architecture wehrt sich laut FR gegen Vorwürfe der Parteilichkeit in Sachen Gazakrieg. Sigrid Löffler fürchtet in Dlf Kultur, dass Pseudo-Rezensionen im Internet der Literaturkritik den Garaus machen. Die Jungle World stellt die räudigste Punk-Band der DDR vor. Die FAZ besucht eine Oper über den Shell-Prozess, in der die Bratschen alle Sünden der Welt auf sich nehmen. Die SZ sagt traurig Servus zum Modedesigner Dries Van Noten, der aufhören will.

Medienticker

What's going on?

20.03.2024 NOWJazz: Julie Driscoll / Tippetts von Jazz zu Pop und back again &  Neue Jazz-Alben:  Das muss man gehört haben... oder auch nicht - HR 2 Jazzfacts: Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt & NDRKultur: Long Story Short #18: Philharmonic Contemporary London Jazz - Blick über Kafkas Schulter auf die historisch-kritische Ausgabe + Die Leipziger Buchmesse öffnet die Tore ...

Bücherschau des Tages

Stinkender Pippau

20.03.2024 Die FAZ folgt Teodor Ceric alias Marco Martella durch die bizarrsten Gärten der Welt und schärft ihre Sinne mit dreizehn fulminanten Erzählungen von Christoph Ransmayr. In der FR legt Aleida Assmann jedem, der sich differenziert mit der Geschichte des Nahostkonflikts auseinandersetzen will, Moshe Zuckermanns "Israel am Scheideweg" ans Herz. Dlf Kultur folgt Jürgen Teipel bei der Punkwerdung. Außerdem ist heute die taz-Literaturbeilage erschienen, die wir bereits ausgewertet haben.

Donnerstag, 21.03.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Keine guten Inhalte für eine Show

21.03.2024 Die Filmkritiker feiern Hirokazu Kore-Edas Film "Die Unschuld" über eine japanische Schule, der ihnen die schönsten vierzig Minuten des Kinojahres beschert. "Wird hier auf die Waage gelegt, was nicht wägbar ist", fragt die taz im Humboldt Forum, das derzeit Beutekunst der Napoleonischen Kriege, der Kolonialzeit und des Nationalsozialismus zeigt. Gefragt, weshalb er keinen Künstler aus Israel eingeladen hat, rät Adriano Pedrosa, Kurator der Kunstbiennale Venedig, der Welt, mal bei Wikipedia nachzuschauen, was der Globale Süden ist. Der SZ dröhnen die Ohren nach den Palästina-Slogans der Band Idles in Berlin.

9punkt - Die Debattenrundschau

In der warmen Brühe der Begriffe

21.03.2024 Die Zeit stellt Omri Boehms Dankesrede für den "Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung" und Eva Illouz' Laudatio online: Mit Lessing und Mendelssohn empfiehlt Boehm auch Juden und Arabern Freundschaft, nicht Brüderlichkeit. Die Jüdische Allgemeine erzählt, warum man Hillel Neuers Intervention zur UNRWA im Europaparlament nicht sehen kann. Warum kommt das mit den rechtsextremen Spendern für das Berliner Stadtschloss eigentlich erst raus, wo das ganze Schloss schon fertig ist, fragt sich der Tagesspiegel (aber nicht an die eigene Adresse). Regieren ist nicht Verwaltungshandeln, sagt der Historiker Gerd Krumeich im Spiegel.

Medienticker

Öffnung des Erzählraums

21.03.2024 Eine Annäherung: Christoph Ransmayr feiert seinen 70. Geburtstag - Fotografieren mit den Augen: Comiczeichnerin Judith Vanistendael im Gespräch - Buchmesseneröffnung: Haltet's Maul! Ihr Brüller! - Buchkritiken:  Messe-Gespräche u. a. mit Susanne Matthiesen über ihren postfeministischen Roman  "Lass uns noch mal" + "Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat": Gespräch mit Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann ...

Bücherschau des Tages

Gefährlicher Fremder

21.03.2024 Der Dlf liest mit Joyce Carol Oates' "Babysitter" einen verstörenden Roman über eine Frau und ihre Beziehung zu einem Gewalttäter. Die FAZ erlebt mit Constanze Neumann einen Sommer im Transit - zwischen dem alten Leben in Leipzig und dem neuen in Aachen. Die NZZ vertieft sich in Franziska Augsteins umfassende Churchill-Biografie. Die Zeit empfiehlt wärmstens Ronya Othmanns Buch "Vierundsiebzig" über die Verfolgung der Jesiden. Dlf Kultur streift beglückt mit Hansjörg Küster durchs Watt.

Freitag, 22.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Schlange war ein Institut

22.03.2024 FAZ und Zeit online versuchen Christoph Möllers' Gutachten über mögliche Klauseln gegen Antisemitismus oder Rassismus zu verstehen. In der taz erklärt Louna Sbou vom Neuköllner Kulturzentrum Oyoun, warum sie Subventionen für israelfeindliche Positionen haben will. Putin wird nicht verhandeln, wenn der Ukraine die Patronen ausgehen, warnen SZ und Zeit online.

Efeu - Die Kulturrundschau

Entdeckerfreude statt Konvention

22.03.2024 Die Kritiker freuen sich, dass die Preise der Leipziger Buchmesse mit Barbi Markovic, Ki-Hyang Lee und Tom Holert an drei Überraschungskandidaten vergeben wurden. Die NZZ bestaunt gekrönte Vulven und Phalli mit langen Beinen in einer Zürcher Ausstellung zur Kunst des Mittelalters. Die nachtkritik freut sich, dass Fellinis nie verfilmtes Drehbuch "Die Reise des G. Mastorna" in Heidelberg auf die Bühne kommt. Zeit Online und Pitchfork geraten bei Waxahatchees neuem Album in Freudentaumel.

Medienticker

Micky & Mini

22.03.2024 Aktualisiert: Das turbulente Messe-Wochenende - Gespräche von der Leipziger Buchmesse u. a. mit Jörg Hartmann, Anne Weber, Matthias Nawrat,  Buchpreisträgerin Barbi Marković, Sebastian Krumbiegel, Wladimir Kaminer, Ursula Weidenfeld & Jessy Wellmer - Künstliche Intelligenz: Chancen oder Risiken für die Buchbranche? + Hörfunk-Tipps für das Wochenende ...

Bücherschau des Tages

Ohne Sperenzien

22.03.2024 Die FR lässt sich von Anne Weber zum Nachdenken über die Pariser Banlieues anregen. Die taz vergnügt sich prächtig mit neuen Comics über Kafka: Wie viel Humor Kafka selbst hatte, lernt sie von Nicolas Mahler. Die FAZ lässt sich vom Neurowissenschaftler Michael Tomasello die Evolution des Handelns vom Würmchen bis zum Schimpansen auseinandersetzen. Mehr kann ein Krimi wohl kaum leisten, staunt Dlf Kultur nach der Lektüre von Les Edgertons Neo Noir "Primat des Überlebens".

Samstag, 23.03.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Kunterbunter Totentanz

23.03.2024 Im Standard verteidigt Milo Rau zwar Annie Ernaux, verurteilt den BDS aber scharf. Die NZZ ärgert sich, dass sie von Nicolas Stemann in Zürich mit Hilfe von Max Frisch zum nützlichen Idioten degradiert wird. Die FAZ entdeckt in Wien mit Broncia Koller-Pinell eine weitere zu Unrecht vergessene Avantgardistin der Kunstgeschichte. Die Berliner Clubszene hat ein massives Antisemitismusproblem, konstatiert die taz.

9punkt - Die Debattenrundschau

Kritiklos hingenommene Ermächtigungsphrasen

23.03.2024 Es ist "absoluter Unsinn", dass die arabische Seite im Krieg von 1948 nur Opfer der Israelis war, sagt der Historiker Benny Morris in der taz. In der FR behauptet der Nahostexperte Olivier Roy, die zivilen Opfer in Gaza seien der israelischen Regierung egal. Auch die Welt analysiert das Gutachten Christoph Möllers' zur Kunstfreiheit. Die FAS fragt, warum Frauenfeinde attraktiv für Jugendliche sind. Die pädagogische Rhetorik, mit der Steinmeier und Scholz bei ihren Leipziger Reden auf Zwischenrufer reagierten, ist nicht demokratisch, sondern bieder repressiv, meint auch die FAS.

Bücherschau des Tages

Im Reich des Wahnsinns

23.03.2024 Die FAZ begibt sich mit Werner Herzog auf die Suche nach der ekstatischen Wahrheit. Auch die FR sucht nach der Wahrheit unter der Oberfläche in Matthias Jüglers Wenderoman „Maifliegenzeit“. Die SZ vergnügt sich derweil mit den wohlstandsverwahrlosten Intellektuellen, die Jakob Augstein auf einem französischen Landsitz zusammenkommen lässt. Die taz rät zu ein wenig Geduld: Dann aber stößt man mit dem Leipziger Sachbuchpreisträger Tom Holert vor in eine Fundgrube über die kulturellen Entwicklungen der frühen 1970er.

Montag, 25.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Werden wir Chinesen

25.03.2024 Putin wird den Terroranschlag in Moskau zweifellos für seine Zwecke nutzen, prophezeit Viktor Jerofejew in der FAZ. Schon weil er das Versagen seiner Sicherheitsapparate verschleiern muss, sekundiert die taz. Für viele muslimische Kaukasier ist es besser, "unter der Flagge des Propheten zu sterben als unter der von Putin", erklärt der Politikwissenschaftler Olivier Roy im Interview mit der FR. Die taz sieht den Konflikt zwischen Hutu und Tutsi auf den Kongo und Burundi übergreifen. Populismus schadet der Wirtschaft, verkündet die FAZ. In der NZZ erwartet der Militärhistoriker Edward Luttwak einen baldigen Rückzug Netanjahus aus der Politik.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wunder der Behutsamkeit

25.03.2024 Die FAZ gerät in David Böschs monumentaler Inszenierung der Strauss-Oper die "Frau ohne Schatten" unter die Fittiche eines gigantischen weißen Falken. Von einem "Musiktraum" schwärmt die SZ. Die Leipziger Buchmesse ist zu Ende: Für die taz muss sich die neue Leiterin Astrid Böhmisch erst noch beweisen, die FAZ war konsterniert von nach Liebesromanen lechzenden BookTokern. Und die Welt kann in den Werken von Ignacio Zuloaga im Bucerius Forum ein "Spanien, spanischer als es je war" betrachten.

Medienticker

Wiedersehen in Leipzig

25.03.2024 Bilanz der Leipziger Buchmesse: Publikumsliebling auf der Suche nach Profil - Anschlag in Region Moskau: Wer ist die russische Band PiknikPiknik? - Neu veröffentlicht: Alice Coltrane: The Carnegie Hall Concert - Buchkritiken im Hörfunk u. a. Die zehn besten Krimis + Jazz und Politik alter Europäer: Glanz und Elend eines Kontinents ..

Bücherschau des Tages

Paradies der Kindheit

25.03.2024 Die NZZ entwirrt das raffinierte Beziehungs- und Gefühlsgeflecht in Terhi Kokkonens Roman "Arctic Mirage" und schaut der Eskalation einer Ehe in den Schneelandschaften Lapplands zu. Die FR verfolgt das Schicksal des Aborigines Carson in Adam Morris' neuem Krimi "Bird", der vom Rassismus in Australien erzählt. Julian Hans' Buch über die Brutalisierung der russischen Gesellschaft lässt die SZ trotz der dargestellten Schrecknisse Hoffnung schöpfen. Und die FAZ blättert fröhlich durch die lichten Aquarelle in Jordan Scotts und Sydney Smiths Kinderbuch "Der Garten meiner Baba".

Dienstag, 26.03.2024

Magazinrundschau

Sieben Frauen und ein Baby

26.03.2024 Guernica hat den Artikel einer israelischen Friedensaktivistin veröffentlicht und ihn dann zurückgezogen. Das findet sogar The Nation peinlich. Washington Monthly hat ihn neu veröffentlicht. In Tvar erzählt  Marek Torčík von einer queeren Jugend in der tschechischen Provinz. HVG berichtet über neue Kompetenzen für die ungarische "Behörde zur Verteidigung der Souveränität".  La Vie des Idées liest Derek Parfit. Der New Yorker baut nah am Wasser.

9punkt - Die Debattenrundschau

Zustand der Anomie

26.03.2024 Der UN-Sicherheitsrat fordert eine sofortige Waffenruhe in Gaza: Die FAZ erinnert daran, dass kein anderes westliches Land in den vergangenen Jahrzehnten in einen ähnlich existenziellen Kampf verwickelt war. In seinem Newsletter Thinking about hat Timothy Snyder keinen Zweifel daran, dass der Anschlag in Moskau auf den "Islamischen Staat" zurückgeht. Richard Herzinger hält es indes für möglich, dass das Attentat von Putin inszeniert wurde. Die taz blickt auf die finstere Redner-Liste beim "Palästina-Kongress". Und in der Berliner Zeitung glaubt Katja Lange-Müller: Der Wessi hat den "Jammerossi" aus Neid erfunden.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wellnessbereiche in der Schwerelosigkeit

26.03.2024 Große Trauer um Fritz Wepper: Als Harry Klein gehörte er zum bundesrepublikanischen Inventar, seufzt Zeit Online, und zählte doch zugleich zur Riege international vorweisbarer Schauspieler. Die Abschiedsvorstellung von Martin Kušej am Burgtheater hätte ein bisschen mehr Pepp haben können, meint die FAZ. Die NZZ kann sich in der neu eröffneten Villa Flora in Winterthur gar nicht satt sehen an Kunst und Architektur. Und die FR stellt fest: Ein Leben im Weltall ohne italienisches Design ist möglich, aber sinnlos.

Medienticker

Kosmopolit

26.03.2024 Harry holt den Wagen nicht mehr: Nachrufe zum Tod des TV-Serien-Schauspielers F.W. -Theaterstück über das Potsdamer Rechten-Treffen wird ausgezeichnet - Öffentlich-Rechtliche:  Immer noch viel Politik in den ZDF-Aufsichtsgremien - Hörtipps: In memoriam Peter Eötvös + Glückwunsch: Diana Ross wird heute 80! Aktuell: Julian Assange darf nicht unmittelbar an USA ausgeliefert werden

Bücherschau des Tages

Düstere Pläne einer Katze

26.03.2024 Die FAZ liest mit Vergnügen die erstmals veröffentlichten Erzählungen des Regisseurs Pedro Almodóvar. Ben Macintyres Buch über den Doppelagenten Oleg Gordijewski raubt ihr glatt den Atem. Die NZZ ist schockiert vom Martyrium, das Latife Arab als Frau in einem arabischen Clan erlebte. Die SZ vertieft sich in die Autobiografie des schwarzen kubanischen Balletttänzers Osiel Gouneo und begegnet dabei allerhand Vorurteilen. Dlf Kultur vollzieht mit Anja Scherz' biografischer Recherche über den Fake-Juden Hans Burger nach, wie dieser zu Raphael Goldstein werden konnte.

Mittwoch, 27.03.2024

Medienticker

Älter werden

27.03.2024 Literatur-TV-Sendungen - Hörtipps:  Ein Album übers Älterwerden und singen nun auf Italienisch. Bärchen & die Milchbubis wollen nicht älter werden, 40 Jahre später sind sie aber froh, dann doch älter geworden zu sein.; und Christiane Rösinger feiert die Freuden des Alterns & Hörspiel: "Oslower Straße" die erste Berliner Organismendemokratie - James Ensor Ausstellung - 100 Jahre Sarah Vaughan: Diva des Vokal-Jazz + Julia Assange nicht gewonnen, nur nicht verloren + Richard Serra ist gestorben ...

9punkt - Die Debattenrundschau

Ikonographie des Schreckens

27.03.2024 Wüssten die Westeuropäer, was die Russen über sie sagen, wären sie auf die eigene Sicherheit ernsthafter bedacht, warnt die litauische Schriftstellerin Kristina Sabaliauskaitė in der FAZ. In der FR setzt Olivia Mitscherlich-Schönherr indes auf eine Doppelstrategie, die militärischen Einsatz und politische Verhandlungen verbindet. In der Zeit erklärt der Terrorismus-Experte Guido Steinberg, weshalb der afghanische IS-Ableger ISPK Russland angegriffen hat: Dschihadisten denken pragmatisch. Nicht mal eine Wahlniederlage Putins hätte in Russland etwas geändert, glaubt der russische Journalist Vladimir Esipov bei Spon.

Efeu - Die Kulturrundschau

Von Klimax zu Klimax

27.03.2024 Russland leiht seinen Pavillon bei der diesjährigen Venedig-Biennale an Bolivien aus - es geht um den Tausch von Lithium gegen Kunst und außerdem um geopolitische Interessen, vermuten FAZ und SZ. Gefühlsexzess und Blutrausch bekommt die Zeit auf den Baden-Badener Opernfestspielen geboten. Aber auch die Oper Frankfurt hat laut FAZ Blut, Tränen und Erbrochenes auf dem Programm. Eine Literatursendung zum Küssen entdeckt die SZ im Programm des RBB. Die taz erfreut sich an einem Album Johnny Dowds, das nach Sonnenstrahlen im Staub klingt. 

Bücherschau des Tages

Glitzern, Glimmern und Glitschen

27.03.2024 FAZ und NZZ lernen Adorno mit dem Ideenhistoriker Peter E. Gordon als Optimisten kennen. Die FAZ lässt sich von Stefan Conrad außerdem eine Globalgeschichte über Nofrete erzählen. Die Zeit gerät in einen Rausch mit Elsa Morantes Roman "La Storia". Die SZ schwebt derweil mit Julien Green an der Seite eines dekadenten Parvenus durch das Paris der Dreißiger. Mit Ronald Reng blickt sie hinter die Prilblumenfassade des Jahres 1974. Und Dlf Kultur bricht mit Luca Mael Milsch mit heteronormativen Lebensformen.

Donnerstag, 28.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Und du schnappst einen Teil Polens?

28.03.2024 Die FAZ folgt den Blicken Alexander Lukaschenkos und seines adipösen Spitzes und legt einen Finger in die Suwalki-Lücke. Die taz ist gegen einen Einbürgerungstest mit Fragen zu Israel - muslimische Einwanderungswillige könnten sich ausgegrenzt fühlen. Ebenfalls in der taz fürchtet Adrian Lobe: "Die digitalen Klärwerke sind überfordert." Die Welt fragt: Warum sollen nicht ein paar jüdische Propheten auf dem Dach des Stadtschlosses stehen?

Efeu - Die Kulturrundschau

Wer Ohren hat, der höre!

28.03.2024 Die Kunstwelt trauert um den amerikanischen Bildhauer Richard Serra, der uns "peripatetische Wahrnehmung" lehrte, aber auch berüchtigt für seine Kampflust war, wie die SZ erinnert. Die Filmkritiker diskutieren über Jessica Hausners Film "Club Zero", der Kinder allzu satter Eltern ihre zwischenmenschliche Verstopftheit erbrechen lässt. In der SZ warnt Roberto Ciulli mit Antonin Artaud vor der kommenden Katastrophe eines neuen Faschismus, nicht nur in Italien. Die NZZ recherchiert weiter zum Israelhass im Architekturdepartement der ETH Zürich.

Bücherschau des Tages

Phantasmagorien der Angst

28.03.2024 Die FAZ liest gebannt vierzig Jahre umspannende georgische Geschichte mit Temur Babluanis Debütroman "Sonne, Mond und Kornfeld" über einen Strafgefangenen. Der Dlf hält mit Montserrat Roigs "Die Frauen vom Café Núria" einen potentiellen Klassiker der feministischen Literatur in der Hand. Außerdem freut er sich über die Übersetzung des chinesischen Klassikers "Vollständige Überlieferung von den Ufern der Flüsse" von Luo Guanzhong und Shi Naian. Und die taz wirft mit Diedrich Diederichsen einen Blick ins 21. Jahrhundert.

Freitag, 29.03.2024

Medienticker

Sind Wörter wieder unschuldig?

29.03.2024 Aktualisiert:  Ostermärsche - Ilko-Sascha Kowalczuk: Ein Historiker, der kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern Blatt für Blatt mit kritischen Beobachtungen nicht nur zur Vergangenheit füllt - Positive Bilanz der Leipziger Klimabuchmesse - Neuer Sachbuch-Preis Women's Prize for Non-Fiction - Wer das Desaster der Welt erkennt, wird glücklich: Für Theodor W. Adorno zeigt, was wir sein könnten - Von Goethe bis Chat GPT: Michael Wildenhain über die  kurze Geschichte der "KI" - Blue-Note-Philosophie: Verlier nie den Groove, man! + Die Hörfunk-Tipps für die Feiertage.

Samstag, 30.03.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Und hier hast du übrigens einen Widder

30.03.2024 Im Spiegel hofft Fania Oz-Salzberger, dass irgendwann nach dem Krieg und nach dem Sieg über die Hamas und nach Netanjahu eine Zweistaatenlösung zustande kommt. In der SZ unterhalten sich Sasha Marianna Salzmann und Ofer Waldman über die "Gleichzeit", die am 7. Oktober ausbrach. In der FAZ verzweifelt Martin Schulze Wessel über die Geschichtsversionen von SPD-Politikern. In der taz erklärt Catherine Belton, wie der Westen Putin besiegen kann. Und in der Welt zeigt Donald Tusk auf ein Ferienfoto vom 31. August 1939.

Efeu - Die Kulturrundschau

Was das Publikum will und was nicht

30.03.2024 Die FAS lernt von der Klangkünstlerin Miya Masaoka (und Hilfe von Édouard Glissant) die Poetik der Beziehung zwischen Mensch und Pflanze. In der taz erklärt die Comickünstlerin Anke Feuchtenberger, warum auch Schnecken Gesprächspartner sein können. In der NZZ wünschte sich der Übersetzer und Kurator Stefan Zweifel, der Surrealismus würde endlich in seiner ganzen Radikalität verstanden. Die SZ fragt, warum der WDR Nina Gladitz' Dokumentarfilm "Zeit des Schweigens und der Dunkelheit" über Leni Riefenstahl höchstens für Festivals freigibt. Die Musikkritiker feiern Beyoncés Country-Album. Und: Die Feuilletons gratulieren Achim Freyer zum Neunzigsten.

Bücherschau des Tages

Begehren und Gebären

30.03.2024 Nein, Papst Franziskus' Erinnerungsbuch "Leben" überzeugt die FAZ nicht, vor allem nicht sein Blick auf die Ukraine: Asymmetrisches zu symmetrisieren, ist de facto eben doch parteiisch. Die SZ lobt Joseph Croitorus Buch über die Hamas als überaus kenntnisreich. Die FR amüsiert sich mit den Fourty-Somethings aus Stefanie de Velascos Roman "Das Gras auf unserer Seite". Der Dlf liest Adam Zagajewski.  Und jenseits des Anlasses: Maren Kames "Hasenprosa" hat wirklich Charme, beteuert die FAZ.

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Martin Warnke. Large Language Kabbala - Eine kleine Geschichte der Großen Sprachmodelle. Matthes und Seitz, Berlin, 2026.Martin Warnke: Large Language Kabbala
Nicht Nerds, sondern Schrift-Gelehrte sind es, die das Feld der generativen Künstlichen Intelligenz wie ChatGPT erklären können: Solche "Large Language Models" wurzeln in…
Joachim Scholtyseck. Henkel - Vom Waschmittelhersteller zum Weltunternehmen. C.H. Beck Verlag, München, 2026.Joachim Scholtyseck: Henkel
Das 1876 von Fritz Henkel gegründete Unternehmen Henkel ist ein Kind des frühen Deutschen Kaiserreichs. Der steigende Lebensstandard der Bevölkerung erhöhte die Nachfrage…
Sally Smith. Der Tote in der Crown Row - Ein Fall für Sir Gabriel Ward. Goldmann Verlag, München, 2025.Sally Smith: Der Tote in der Crown Row
Aus dem Englischen von Sibylle Schmidt. London 1901: Der Temple-Bezirk mit seinen alten Gebäuden und verwinkelten Straßen liegt im Herzen Londons und bildet das Zentrum der…
Saki. Nie eine langweilige Zeile - Sämtliche Erzählungen. Dörlemann Verlag, Zürich, 2025.Saki: Nie eine langweilige Zeile
Aus dem Englischen von Werner Schmitzund Claus Sprick. Eine Frau, die mit einer Hauslehrerin verwechselt wird und den Irrtum erst nach mehreren Tagen Unterricht aufklärt,…

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