Dienstag, 01.09.2015
Magazinrundschau
01.09.2015 Im Merkur erklärt Ernst-Wilhelm Händler, welche Frage den Kunstbetrieb wirklich umtreibt. Flüchtlinge sind Kandidaten für die Freiheit, ruft BHL in La regle du jeu. Die Ungarn zögern, das so zu sehen. The Nation entdeckt die Literatur der Levante. Der New Yorker porträtiert den arabisch-israelischen Autor Sayed Kashua. Der Economist bestaunt die neue Virtual Reality. In Eurozine erklärt Bodó Balázs, warum Schwarzkopien manchmal ein Akt der Notwehr sind.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.09.2015 Die NZZ versucht den Unterschied zwischen illegalem Plagiat und legaler Appropriation zu erklären. Quentin Tarantino feiert im New York Magazine den Western als zeitgenössisches Genre. Andreas Kriegenburgs "Nathan"-Inszenierung mag ja Humor haben, aber diskurstechnisch ist noch reichlich Luft nach oben, urteilt der Tagesspiegel. Total altmodisch finden Berliner Zeitung und taz den Gegensatz von widerständigem Pop und regierungstreuer Subventionskunst. Und: alle trauern um Wes Craven.
9punkt - Die Debattenrundschau
01.09.2015 Der Baal-Tempel in Palmyra existiert nicht mehr - Satellitenbilder in allen Medien machen es klar. Alan Posener spottet in der Welt über Daniel Barenboim, der so gern in Teheran gespielt hätte, bis die Iraner entdecken mussten, dass er Israeli ist. Politico.eu macht auf eine neue politische Kraft in London aufmerksam: die Women's Equality Party. In der Berliner Zeitung erklärt Götz Aly, wie Adolf Hitler seine innovative Sozialpolitik finanzierte. Nur der Säkularismus kann die arabischen Länder retten, sagt Sadiq al-Azm in der taz. Es wird allerdings noch dauern.
Medienticker
01.09.2015 Don Alphonso erklärt, wie die Netzempörung den Datenschutz ruiniert - Rechte Hetze im Netz: Was will Maas eigentlich von Facebook? - AppFlix: Apple plant eigene TV-Inhalte - Bedeutungswandel: Gedankenexperiment zur Neuordnung des Urheberrechts - Förderung geistiger Tankstellen: Deutschland zeichnet Buchhandlungen aus - Bilanz: Bertelsmann mit mehr Umsatz & Gewinn - Das Internet ist die DDR von heute: Thomas Brussig über Jonathan Franzens "Unschuld" + Innerlichkeit & Expression: Van Morrisons Konzert zum 70. in der Belfaster Cyprus Avenue.
Bücherschau des Tages
01.09.2015 Dana Grigorceas Roman "Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit" wird nun auch in der FAZ gefeiert. In der taz bespricht Philipp Felsch die Tagebücher Michael Rutschkys aus den weit entrückten Achtzigern. Grass' "Vonne Endlichkait" wird von weiteren Kritikern mild abgenickt. Und die SZ hält mit Frans de Waal fest: Der Bonobo hatte schon Moral, als der Mensch die Religion noch gar nicht erfunden hatte.
Mittwoch, 02.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
02.09.2015 Die Welt ist erleuchtet und feiert Miley Cyrus' neues Popalbum. Die FAZ bewundert die provokante Leichtigkeit von Frederic Rzewskis Auschwitz-Oratorium "Der Triumph des Todes" in Weimar. Im Tagesspiegel bietet Shermin Langhoff der Volksbühnenbande an, ihr Ost-Schild am Gorki anzuschrauben. Wenig Freude haben die Filmkritiker mit Werner Herzogs "Königin der Wüste": Rosamunde Pilcher lässt grüßen, schnaubt die taz.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.09.2015 Die NZZ zweifelt an der Politik der neuen Besen in den italienischen Museen. Geradezu euphorisch begrüßen Claus Leggewie und Daniel Cohn-Bendit in der taz die durch die Flüchtlinge zu erwartenden Veränderungen. Irights.info wagt ein Gedankenexperiment zur Neuordnung des Urheberrechts. Im Freitag kritisiert Medienwissenschaftler Dietmar Kammerer die Idee der Gegenüberwachung.
Medienticker
02.09.2015 Türkei: Polizei durchsucht regierungskritischen Medienkonzern - Der Fall netzpolitik.org oder Der absolute Gummiparagraf - Partnerschaft: Springer & Samsung bündeln Kräfte im Digitalgeschäft - Amazon lässt Prime-Kunden TV-Sendungen herunterladen - Flüchtlinge am Grenzzaun: Claus Leggewie über ein viel publiziertes DPA-Foto - Liniengrüße aus Moskau: Russische Propaganda in Deutschland - Harald Wieser über den Teufelskreis der Wegwerfgesellschaft - Die Hüterin des Vaters: Barbara Brecht-Schall ist tot.
Bücherschau des Tages
02.09.2015 Die NZZ stürzt sich in die fordernde, aber aufregende Lektüre von Greg Woolfs Geschichte des Römischen Weltreiches. Deutsche Nachkriegsliteratur von Rang lesen FAZ und SZ mit Johannes Bobrowskis Roman "Levins Mühle". Die NZZ bespricht Kinderbücher. Die FAZ ist schockiert: Die Süddeutsche war in ihren Anfangsjahren von Altnazis unterwandert, lernt sie von Knud von Harbou. (Das wäre unter Hermann Josef Abs nicht passiert!)
Im Kino
02.09.2015 Ein in jeder Hinsicht monströses visuelles Vermächtniss hat der russische Regisseur Aleksei German mit "Es ist schwer, ein Gott zu sein" abgeliefert. Als nicht allzu neugierig erweist sich, einigen schönen Einstellungen zum Trotz, Sergei Loznitsas Chronik des "Maidan".
Donnerstag, 03.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
03.09.2015 In Venedig hat Baltasar Kormákurs Bergdrama "Everest" das Filmfestival eröffnet: ein Werbefilm für gemütlichen Wanderurlaub im Sauerland, meint die Welt. Der Tagesspiegel nimmt das Theater Bochum bei den Ohren: Er muss sich nicht in einen Lkw sperren lassen, um Empathie mit Flüchtlingen zu empfinden. Die NZZ erzählt, wie der Textilfabrikant Paul Cavrois lernte, die Architekturmoderne zu lieben. Kölner Stadtanzeiger und FAZ berichten über den Streit um den Remarque-Friedenspreis für Adonis.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.09.2015 Die FAZ folgte bei Gloria Thurn und Taxis einer mondänen Kongregation von Kirchenleuten gegen eine eventuell reformierte Familienpolitik des Papstes. Der Papst will jetzt schon ein Jahr lang Abtreibung verzeihen, meldet der Tagesspiegel. Die SZ wendet sich gegen gegen den Traum von einem linken Populismus. Die NZZ erklärt, was sich die Chinesen von der Geschichtswissenschaft erwarten. Die kontextwochenzeitung versucht mit Wolfgang Storz herauszufinden, ob linke Verschwörungstheorien besser sind als rechte.
Medienticker
03.09.2015 Theater & Willkommenskultur: Ist das noch Kunst oder ist das schon Sozialarbeit? - Ägypten: Angefeindet, verleumdet, bedroht - Bericht aus erster Hand: Reporterin unter Verdacht - Socials, Mobilos & Team Victor: Bilds Digital-Masterplan - Start-up-Wettbewerb: Auf der Suche nach Deutschlands Mini-Facebooks - Wikipedia: Schutzgelderpressung in der Online-Enzyklopädie - Für alles eine App: Deutscher App-Markt auf Rekordkurs + Musikfest Berlin: Ein Bekenntnis zu Arnold Schönberg.
Bücherschau des Tages
03.09.2015 Jürgen Theobaldys aus und über Japan begeistern die NZZ. Kompliziert und amüsant, meint die FAZ über den neuen Roman von Clemens Setz. Auch die FR amüsiert sich: mit einem Testamentstreit in Karl-Heinz Otts "Auferstehung". Die Zeit empfiehlt die Strauß-Biografie von Peter Siebenmorgen.
Freitag, 04.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
04.09.2015 In der Berliner Philharmonie blieb Ai Weiwei auch im Gespräch mit Liao Yiwu bei seinen gemäßigten Tönen, berichten leicht enttäuscht die Zeitungen. Die Presse besucht die Feininger-Kubin-Ausstellung in Wien. Die Filmkritiker berichten aus Venedig über Cary Fukunagas Wettbewerbsfilm "Beasts of No Nation". Presse, SZ und Spex wollen Miley Cyrus jetzt ernst nehmen.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.09.2015 Der Guardian versucht zu erklären, warum sich die Osteuropäer gegen Flüchtlinge wehren. Unterdessen fährt Zeit-online-Autor Robert Misik einfach nach Budapest, lädt drei Flüchtlinge ins Auto und bringt sie nach Wien. Wenn die Londoner Hipster Jeremy Corbyn lieben, verwechseln sie was, meint Politico.eu. Die NZZ hat herausgefunden: Nicht erst das Internet, schon der Buchdruck brachte als Medientechnologie bedenkliche Rückschritte. Die Welt schafft den Tod ab.
Medienticker
04.09.2015 Aktualisierung: Troll-Portfolio: Wie Diskussionen gelenkt werden - ZMG-Studie: Jeder zweite Deutsche liest Zeitung digital - Aust & Springer: Wer ist denn nun der Chef? - Freiheit kann nicht grenzenlos sein: Nora Bossong über Facebooks Verantwortung & Spiegel Online startet Instant Articles - IFA 2015 Oder die vernetzte Waschmaschine - 3… 2… 1… Meins: 20 Jahre eBay - Längst abgekoppelt: Ursula März hält Diskussion über Literaturkritik für "sinnlos" + Derb & cool: Schnipo Schranke.
Bücherschau des Tages
04.09.2015 Die FAZ taucht ein in Titus Burckhardts Wegweiser durch die marokkanische Stadt Fes der 30er und 50er Jahre. Die FR liest Gary Shteyngarts "Kleiner Versager" als amüsante und beispielhafte Migrantengeschichte. Die SZ feiert Jonathan Franzens "Unschuld", die taz winkt ab: viel zu dick aufgetragen.
Bücherbrief
04.09.2015 Ein philosophischer Psychothriller von Clemens Setz, eine Heimkehr nach Bukarest von Dana Grigorcea, ein Liebesreigen von Monique Schwitter und Navid Kermanis ästhetische Betrachtungen christlicher Kunst - dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats September.
Samstag, 05.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
05.09.2015 Weite Wege und posthumanistisches Rauschen erlebt die FAZ bei der Biennale in Istanbul. Bei moviepilot erklärt Werner Herzog rigoros, nicht der Kultur der Wehleidigkeit anzugehören wie all die anderen Hollywood-Weicheier. Der Tagesspiegel hört einen hypnotischen Schönberg. In der Literarischen Welt erzählt Übersetzer Juri Elperin, warum Pasternak nie grüßte. Die Theaterkritiker saßen in Weimar beim Rimini-Protokoll-Abend "Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1 & 2".
9punkt - Die Debattenrundschau
05.09.2015 Herrscht in Deutschland Gesinnungsterror, wie die Zeit meint? Überhaupt nicht, findet die Welt. Nicht im Vergleich zu den USA, findet die SZ. Die FAZ nimmt Franz Josef Strauß in Schutz. Warum schimpfen alle auf Ungarn - die halten sich doch an die EU-Regeln für den Umgang mit Flüchtlingen, fragt der Tagesspiegel. Die taz kennt einen großen, leerstehenden Schlossneubau, der sich ideal als Flüchtlingsquartier eignen würde.
Bücherschau des Tages
05.09.2015 Meisterwerk!, urteilt Daniel Kehlmann in der FAZ über Kazuo Ishiguros, zwischen Fantasy und historischem Roman angesiedelte Geschichte "Der begrabene Riese". Die FR empfiehlt Rafik Schamis Roman "Sophia" über die Diktatur in Syrien. Die NZZ feiert Andrei Mihailescus Debütroman "Guter Mann im Mittelfeld" und sie liest zwei ausgezeichnete Bücher über Wagners Schwiegersohn Houston Stewart Chamberlain. Der Welt wird Angst und Bange mit Juan S. Guses dystopischem Roman "Lärm und Wäler" über die Grenzen des Wohlfühlkapitalismus. Allerwärmstens empfiehlt sie außerdem ein Buch des britischen Tenors Ian Bostridge über Schuberts Winterreise. SZ und taz freuen sich über den neuen Setz.
Montag, 07.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
07.09.2015 Am Berliner Gorki Theater eröffnet Yael Ronen die Saison mit "The Situation", einem Deutschkurs für Menschen aus dem Nahen Osten. Im Standard informiert der Autor Serhij Zhadan über den Stand der Demokratiebewegung in der Ukraine. Feridun Zaimoglu schimpft in der FAZ über die Deutschenverachtung der Eliteausländer. Die NZZ rühmt das Wunder von Paul Schneider-Eslebens Nachkriegsarchitektur. Die Filmkritiker stellen sich mit Frederick Wiseman auf eine Kreuzung in Queens und hören einfach zu.
9punkt - Die Debattenrundschau
07.09.2015 Die Flüchtlingskrise ist in Wirklichkeit eine Sicherheitskrise, schreibt Anne Applebaum in Slate. Als Grund dafür sieht sie die fehlende europäische Außen- und Verteidigungspolitik. Aber sie ist keineswegs nur ein europäisches Problem, meint Michael Ignatieff in der New York Times. Poltico.eu und andere staunen über die deutsche Willkommenskultur, oder agiert Deutschland eiskalt und eigennützig (so taz, und laut politico.eu der Front national)? Im Guardian fragt William Dalrymple, wie es eigentlich mit der Vergangenheitsbewältigung der Briten steht.
Medienticker
07.09.2015 Verleger & Privatsender wollen das ARD/ZDF-Jugendangebot begrenzen - E-Lektüren: Die Erschütterbarkeit des Bewusstseins im Ernstfall - Memes: Socially Awkward Urheberrecht - Sachsen-Anhalt: Stasi-Skandal im Journalistenverband - Dozierende Dichter: Der Boom der Poetikvorlesungen - Monothematischer Journalismus: Neuer Trend erfasst die Nachrichtenmedien + Fundsachen: Perlen des Lokaljournalismus.
Bücherschau des Tages
07.09.2015 Als mikrokosmisches Rührstück über Fremde und Heimat liest die SZ vergnügt Feridun Zaimoglus Roman "Siebentürmeviertel". Auch Anna Maria Carpis Gedichtband "Entweder bin ich unsterblich" zieht sie in seinen Bann. Die FAZ kann Peter Schaars Studie "Das digitale Wir" über die Digitalisierung unseres Alltags, ihren Nutzen und ihren Preis nur zustimmen. Außerdem befasst sie sich mit Hörbüchern, darunter eine Wilhelm-Busch-Lesung von Götz Alsmann und Otto Sander, Berichte von Höhlenforschern und Max Ophüls' "Gedanken über Film".
Tagtigall
07.09.2015 Ein Porträt des japanischen Dichters Tanikawa Shuntarō, dessen Minimalgedichte jetzt auf Deutsch vorliegen.
Dienstag, 08.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
08.09.2015 Der syrische Dichter Adonis ist kein Freund von Assad, aber den religiösen Fanatismus lehnt er eben auch ab, erklärt die FR. Die Welt versucht alte Bücher zu verkaufen. Die NZZ bewundert Majolikaböden in Palermo. Die SZ staunt über die brutale Eleganz, mit der die Biennale in Istanbul über die Leichen im Mittelmeer hinweggeht. Für die taz ist das okay: Bloß keine plakative Politkunst. Die Musikkritiker feiern das flüssig Zuviele in der Musik von Miley Cyrus und den Schizo-Pop von FKA Twigs.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.09.2015 Heute erscheint in den USA Timothy Snyders neues Buch "Black Earth", das neuen Streit über die Ursachen des Holocaust auslösen wird, meint die New York Times. Im Kongo wird laut Libération ein Film über den Gynäkologen Denis Mukwege verboten, weil er dem Ansehen der Armee schade - der Arzt kümmert sich um vergewaltigte Frauen. Die NZZ erzählt, wie im Koreakrieg chinesische Soldaten verheizt wurden. In der Welt löst Byung-Chul Han die Flüchtlingskrise mit Kant.
Medienticker
08.09.2015 Flüchtlinge & soziale Medien: Geschichte nimmt durch Twitter viel schnellere Entwicklung, Facebook hält der Gesellschaft den Spiegel vor & löscht nicht den Hass - Wie Autoren heute veröffentlichen: "Keine festen Ansprechpartner mehr" - Fall Netzpolitik.org: BKA durchleuchtete Journalisten - Bestseller: Die Blablabla des Blablabla oder Staunen eines Ungläubigen über seine Lektüre - Bildlichen Zeugnisse: Wolfram Schütte über Navid Kermanis Beschäftigung mit dem Christentum.
Magazinrundschau
08.09.2015 Im New Yorker erklärt John McPhee, wie man einen inspirierten Sachtext schreibt. In der London Review guckt John Lanchester auf die Sachbuch-Bestenliste der Amerikaner und stellt fest: Die glauben an neue Sachen. In Nepszabadsag fordert Gáspár Miklós Tamás vollkommene Gerechtigkeit für Flüchtlingen und Roma. Im Guardian erklärt Salman Rushdie, warum ihm der Begriff "Islamophobie" falsch erscheint. Michel Houellebecq meint dagegen: Angst kann man haben. Der Espresso beugt sich über die Katastrophe des Mezzogiorno. In Guernica erklärt Filmregisseur Hubert Sauper: Nur der Dokumentarfilmer ist frei.
Bücherschau des Tages
08.09.2015 Die FR taucht in Stephen Kings rasanten Krimi "Finderlohn". Die FAZ lernt aus den Briefen der böhmischen Schlossherrin Sidonie Nadherny von Borutin, wie Mitteleuropa zerstört wurde. Und von Christine Schirrmacher erfährt sie, wie die Todesstrafe für Apostasie im Islam begründet wird. In der SZ freut sich Oskar Negt über den neuesten Band des Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus.
Mittwoch, 09.09.2015
9punkt - Die Debattenrundschau
09.09.2015 Verliert die Demokratie die "Schlacht der Ideen"?, fragt politico.eu. Die Zensur religiöser Beleidigungen zum Schutze religiöser Minderheiten schadet vor allem den religiösen Minderheiten, meint der New Humanist. Nicht die Adblocker, sondern die Werbeleute sind das Problem im Internet, meint Doc Searls. Die NZZ kritisiert die ukrainischen Geschichtsgesetze. Wir bringen einen Werbespot, der sich für das Recht auf Abtreibung einsetzt, und den Jezebel lieber nicht bringt.
Efeu - Die Kulturrundschau
09.09.2015 In der FAZ feiert Iris Hanika das echte Leben in der Ukraine, wo noch täglich im Krieg gestorben wird. Die FR will alle Filme retten, wirklich alle, nicht nur den Kanon. In Venedig wird die taz von Paranoia gepackt, die Welt beobachtet das ganz normal neurotische Leben. Der Tagesspiegel lernt Fotografiegeschichte in einer Ausstellung zu 100 Jahre Leica-Fotografie. Die Welt fragt: Wie lange darf Berlins Ballettchef Nacho Duato noch nichts tun?
Medienticker
09.09.2015 Platzt die zweite Dot.com-Blase? Alarmismus oder nur eine Frage der Zeit - Abschied aus Russland: Springer zieht sich zurück - Bild-Verzicht: Kai kein Foto für dich - Zensur: Saudi-Arabien verbietet "National Geographic" - Die Leser sind unsere besten Freunde: Felicitas von Lovenberg stellt fünf Fragen an den Amazon-Gegner Douglas Preston - Martin Amis im Interview: "Der Tod lacht immer zuletzt" - Der wahnsinnigste Roman des Jahres & ein Gespräch mit Clemens Setz über "Die Stunde zwischen Frau und Gitarre".
Bücherschau des Tages
09.09.2015 Zwei Meisterwerke hat die NZZ gelesen: Ferenc Barnas' Roman "Der Neunte" - erzählt aus der Perspektive eines 9-Jährigen vom Alltag einer bettelarmen Familie unter dem Kadar-Regime. Und einen Band des Historikers J. Adam Tooze über die Neuordnung der Welt zwischen den beiden Weltkriegen. Die FAZ bewundert die stillen Helden in Kenneth Bonerts Roman "Der Löwensucher", der vom Schicksal einer jüdischen Familie in den 30er und 40er Jahren in Litauen und Südafrika erzählt.
Vom Nachttisch geräumt
09.09.2015 Wie man bereit wird für den anderen, erklärt Wim Wenders. Wie man symbiotisch mit ihm lebt, lernt man vom Symsagittifera roscoffensis. Und wie man ihm Paroli bietet, lernt man von der Badener Disputation.
Donnerstag, 10.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
10.09.2015 Die Welt bewundert hingerissen den Urknall von Individualität in den Bildern Giottos. Prätention oder Reflexion? Die Filmkritiker diskutieren über Terrence Malicks "Knight of Cups". Die taz kritisiert die neue Bescheidenheit des Burgtheaters. Die Zeit sieht auf der Bühne nur noch Zombies. Der Freitag stellt Politthriller vor, die weh tun.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.09.2015 Europa existiert, versichert Karl-Heinz Ott in der NZZ, ein Blick von außen hilft. Die Zeit erklärt, was Deutschland in der Flüchtlingskrise von Schweden lernen kann. Slate.fr räumt mit einem Missverständnis über Religonen auf: In Wirklichkeit sind sie gar nicht friedfertig. In der Zeit wird über die Frage gestritten, ob man Fotos von getöteten Menschen bringen soll. Und Theawl.com ist sich sicher: Dies ist eine prächtige Zeit für freie Journalisten.
Medienticker
10.09.2015 Blendle-Erkenntnisse: Deutsche lieben lange Texte & Qualitätsjournalismus - Schlappe für Verleger: Kartellamt leitet kein Verfahren gegen Google ein - Urheberrecht: Berliner Gedankenexperiment oder Urheber & Verwerter wären die Verlierer - E-Book-Pricing: "Die Großverlage haben sich verrannt" - Stieg-Larsson-Fortsetzung: Lisbeth gegen die NSA + Jazz trifft Klassik: Das Pablo-Held-Trio interpretiert Bartok und Hindemith.
Bücherschau des Tages
10.09.2015 Die SZ umarmt den Neuen Overbeck und taucht mit Benno Meyer-Wehlacks Roman "Schlattenschammes" tief ein in die Welt eines jungen Kriegsheimkehrers. Die FAZ lässt sich von Ruth Cerhas Roman "Bora" in die Migrationsbewegung der Ära Tito schleudern. Die NZZ findet Lakonik und Humor in den Erzählungen Amy Hempels. Die Zeit lernt erstens, how to be parisian, und zweitens, how to be gay.
Im Kino
10.09.2015 Terrence Malick verlegt seine pantheistisch beseelte Lobpreis-Ästhetik in "Knight of Cups" nach Los Angeles. Michael Cuestas blutleerer Politthriller "Kill the Messenger" folgt verschwörungstheoretischen und hagiografischen Mustern.
Freitag, 11.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
11.09.2015 Luk Percevals "Liebe" auf der Ruhrtriennale ist noch pessimistischer als Emile Zolas als Vorlage dienender Romanzyklus über die Rougon-Maquarts, klagt die nachtkritik. Die Welt lernt in einer Ausstellung, wie düster die zwanziger Jahre in Berlin eigentlich waren. Artechock sah in Venedig mit Jerzy Skolimowskis "11 Minutes" den ultimativen unlinearen Film. In der NZZ erklärt der Arzt und Bariton Christian Gerhaher die medizinischen Experimente an Wozzeck.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.09.2015 Politico.eu staunt: Morgen wird ein Verehrer Hugo Chavez' zum Chef der Labour-Partei gewählt. Und huffpo.fr staunt auch: über Pep Guardiola, der für die Unabhängigkeit Kataloniens wirbt. In der FR hat Frans de Waal schlechte Nachrichten für Kirchen und andere Religionen: Sie haben die Moral gar nicht erfunden. In der Jüdischen Allgemeinen reibt sich Henryk Broder den Kopf: Warum will Claudia Roth, dass die Iraner Atomkraft nutzen dürfen, die Deutschen aber nicht? Und In Australien sind laut Mashable jetzt sämtliche Australier wiedererkennbar.
Medienticker
11.09.2015 Aktualisiert: Humor als Waffe: Le Canard enchaîné wird 100 - Hass bitte melden: Rassismus auf Facebook - Jacob Appelbaums Kunst gegen Überwachung - Klimawandel-Leugner Murdoch kauft National Geographic - Weltanschauung-Lehre: Thomas Hummitzsch über Clemens J. Setz - Bildungsgeschäfte: Bertelsmann Education Group - Die Theorien bieten Schutz: Jan Koneffke über seinen Geschichtsroman - Deutschland hatte Angst: Die Stones 1965 in Münster + Gott schuf die Tonalität: Arvo Pärt zum 80.
Bücherschau des Tages
11.09.2015 Lautes Lachen, Surrealität, Verstummen und ein Kiwitt - all das hört die FR in den Gedichten Adolf Endlers. Die FAZ liest einen erschütternden und dennoch mutmachenden Band über das amerikanische Rechtssystem. Die SZ hofft auf den nächsten Stephen King.
Samstag, 12.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
12.09.2015 Starke Nebenreihen und Dokus entschädigen die Kritiker für einen eher schwachen Wettbewerbsjahrgang der Filmfestspiele in Venedig. Die FR rät zur Entdeckung des expressionistischen Malers Reinhold Ewald in Frankfurt und Hanau. Der Architekturhistoriker Jürgen Tietz beschwört in der NZZ das identitätsstiftende Potenzial der europäischen Baudenkmäler. Und die taz ergründet die Sehnsucht nach Waldeinsamkeit und Natur in den aktuellen Alben von Deradoorian, White Poppy und DJ Richard.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.09.2015 Wenn die Kartoffel so heiß gegessen wird, wie sie gestern kochte, ist Katalonien demnächst unabhängig, meint der Guardian. In der Welt leisten Kurt Flasch und Friedrich Wilhelm Graf dem Teufel Sterbehilfe. Ebendort warnt Wolf Lepenies vor einem Bündnis von Rechts- und Linksextremisten in Frankreich. Theodor-Wolff-Preisträgerin Barbara Sichtermann wendet sich in ihrer Preisrede gegen die "Kostenlosmentalität". Teheran wird bunter, berichtet die FAZ, aber das Internet wird ab und zu abgeschaltet.
Bücherschau des Tages
12.09.2015 Der Roman "Die Tutoren" von Bora Cosic ist ein polymorphes und polyphones Abenteuer sondergleichen und ein unbekannter Klassiker des 20. Jahrhunderts, staunt die NZZ. Die SZ freut sich, dass mit "Lila" nun auch der Abschluss von Marilynne Robinsons Gilead-Trilogie auf Deutsch erscheint. Die FAZ lauscht in Feridun Zaimoglus Roman "Siebentürmeviertel" einem Oratorium der Stimmen aus dem Istanbul der Vierziger. Und die FR empfiehlt Jochen Schmidts "Der Wächter von Pankow" als Vademecum für fast alle Lebenslagen.
Montag, 14.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
14.09.2015 Auf der Ruhrtriennale hatte Wagners "Rheingold" Premiere: Ein schlankes Wunder hörte die Welt - dank Dirigent Teodor Currentzis. Politischen Wagner-Rezeptionsmüll sah die FAZ - dank Regisseur Johan Simons. SZ und FAZ entwickeln politische Fantasie bei Matthias Lilienthals Münchner Aktion "Shabbyshabby apartments". Sehr unzufrieden sind die Filmkritiker mit dem Goldenen Löwen für Lorenzo Vigas' Mafiafilm "Desde allá" in Venedig. Und der Komponist Karlheinz Essl möchte, dass wir morgen seine Klanginstallation WebernUhrWerk abspielen - und zwar möglichst laut!
9punkt - Die Debattenrundschau
14.09.2015 "Die Verwirrung über Deutschland ist vor allem eine Krise der Klischees", schreibt Herfried Münkler im Tagesspiegel. Erst weigert sich Deutschland, in der Krise zu intervenieren, dann ruft es die Flüchtlinge zu sich, staunt der britische Politologe Anthony Glees im Deutschlandfunk. Jörg Baberowski will die Flüchtlingskrise in der FAZ überhaupt nicht bewältigen. Im New Yorker fragt Tim Wu: Was wurde aus Google Books?
Medienticker
14.09.2015 News für Hipster: Spiegel Online will mit Bento.de ans junge Publikum - Bücherpreise gesunken: Verbraucherpreise August 2015 - Sein & Streit: Über die Wirkung medialer Bilder - Die Muttersprache der Götter: Die Anfänge der Lyrik und ihr Überleben heute + An die "Quotenjunkies": Der "Quotenwahn" der "Quotenidioten".
Bücherschau des Tages
14.09.2015 Mit großer Beklemmung liest die SZ Liliana Corobcas Roman "Der erste Horizont meines Lebens", der vom Leben in der kollabierenden Gesellschaft Moldawiens erzählt. Peter Behrens bewundert sie weiterhin, auch wenn er sich in "Zeitloses, Zeitbewegtes" eher als konservativer denn als revolutionärer Gestalter erweist. Die FR lernt Europa mit den Augen anderer zu betrachten, zum Beispiel "Von Polen her".
Dienstag, 15.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
15.09.2015 Einen fantastischen "Wozzeck" hörten die Musikkritiker in Zürich - Andreas Homokis Inszenierung, das Orchester unter Fabio Luisi und Christian Gerhaher in der Titelrolle, einfach alles war grandios. Atmosphärisch eher Apokalypse funny findet die SZ die Abrisskunst Thomas Hirschhorns in Bremen. Die FAZ gerät mit Salvatore Sciarrinos "Wenn wir erwachen" in das Grenzgebiet zwischen hörbaren und unhörbaren Tönen. Der Standard kapituliert vor "Fack Ju Göhte 2": eine Filmkomödie für die Generation Smartphone.
9punkt - Die Debattenrundschau
15.09.2015 In Politico und Open Democracy wird über die Rolle der mitteleuropäischen Länder in der Flüchtlingskrise gestritten. Politico.eu fragt: Ist Jeremy Corbyn ein Euroskeptiker? Die Berliner Zeitung berichtet begeistert von einem Feministinnen-Gipfeltreffen in Berlin. In der taz erzählt Brewster Kahle archive.org, wie er nun auch das Wohnungssystem hackt. Slate nimmt den "First-Person Industrial Complex" von Internetmedien wie Buzzfeed und Vice aufs Korn.
Magazinrundschau
15.09.2015 Atlantic, der Guardian und der New Yorker besprechen Timothy Snyders neuen Band über den Holocaust, "Black Earth". In Standpoint fragt Nick Cohen angesichts des Erfolgs von Jeremy Corbyn fassungslos: Warum liebt die Linke die klassisch reaktionäre Macht? In Foreign Policy erzählt Masha Gessen, wie 2000 neue junge Polizisten den korrupten Polizeiapparat in der Ukraine ablösen sollen. Die ungarischen und tschechischen Magazine fragen: Welche europäischen Werte vertritt Osteuropa?
Medienticker
15.09.2015 Alexander Kluge "auf den Schultern von Riesen" (Adorno & Benjamin): Ein Gespräch zur Übergabe seines Archivs an die Berliner "Akademie der Künste" - Türkei: Polizei durchsucht Redaktion wegen Erdogan-Selfie - Jugendportale von SpOn, Zeit & Bild: Textsushi für die Generation YouTube & Mathias Döpfner zum Blendle-Start in Deutschland + Abwechslung, klasse Idee, jederzeit wieder: Theater-Nachtkritiken aus Berlin, Hamburg & München.
Bücherschau des Tages
15.09.2015 Voll des Lobes ist die FAZ für Andreas Rödders lässig-gelehrte Geschichte der Gegenwart "21.0". In der taz halten Heinrich August Winklers "Zerreißproben" stand. Die SZ liest Ilija Trojanows gründlich recherchierten Roman "Macht und Widerstand" über Bulgariens unbewältigte Vergangenheit. Die NZZ folgt Olivier Adam an die "Ränder der Welt" und mitten ins Herz Frankreichs: die Banlieue.
Mittwoch, 16.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
16.09.2015 Auf Zeit online denkt Philipp Theisohn über die Besonderheit der außerirdischen Literatur nach. Wim Wenders erzählt in The New Republic, wie er im kriegszerstörten Düsseldorf seine Eltern ins Museum zerrte. Die FR macht Diskurswohnen in München. Der SZ fremdelt mit Max Richters neuer Komposition "Sleep". Der Tagesspiegel führt durch die Art Week in Berlin.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.09.2015 Kenan Malik findet keineswegs, dass die Flüchtlingskrise noch nie gekannte Ausmaße hat. Monika Grütters hat nun den Entwurf des Kulturgutschutzgesetzes vorgestelt, und alle freuen sich über die "Präzisierungen". Die FAZ findet die Kooperation zwischen SZ und NDR und WDR "total intransparent". Die Columbia Review of Journalism erzählt, was Journalisten in Marokko passiert, die Flüchtlinge als Flüchtlinge bezeichnen.
Medienticker
16.09.2015 Deutscher Buchpreis: Juryvorsitzende Claudia Kramatschek zur Shortlist - Tiefe Resignation: Ungarische Intellektuelle und Orbans Flüchtlingspolitik & György Dalos im Gespräch - Vorratsdatenspeicherung: EU-Kommission hat Einwände & sieht viele Mängel - Social Media first: Digitaler Kulturwandel bei der Rheinischen Post - "Gefällt-mir-nicht": Facebook plant Button - Türkei: Ermittlungen gegen Medienkonzern + Wer zuletzt lacht: Rupert Murdochs dynastisches Imperium.
Bücherschau des Tages
16.09.2015 Die FAZ freut sich über die hautnah beschriebenen und sittengeschichtlich auschlussreichen Skandale in den Erinnerungen von Diaghilews Impresario Gabriel Astruc. Die NZZ begeistert sich für Maria Sonia Cristoffs "Lasst mich da raus" - ein Roman aus der argentinische Provinz - und Vladimir Sorokins Dystopie "Telluria". Die SZ liest eine instruktive Geschichte der Pest.
Im Kino
16.09.2015 Raoul Pecks "Mord in Pacot" verknüpft komplexe soziopolitische Analysen mit einem reduzierten Beziehungsdrama. Ciaran Foys filmische Grobheit "Sinister 2" berauscht sich geradezu an den Defekten des schmutzig prä-digitalen Medienzeitalters, erreicht aber nicht die Subtilität von Teil 1.
Donnerstag, 17.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
17.09.2015 Die taz amüsiert sich angesichts der Shortlist für den Deutschen Buchpreis über reihenweise gekillte Darlings des Literaturbetriebs. Die Welt fragt entsetzt: Wo ist Clemens J. Setz? In der Zeit feiert Cees Nooteboom die Männerkörper unter den Kutten Francisco de Zurbaráns. Der Tagesspiegel ärgert sich über den Gratismut von Tilman Köhlers pegidakritischer Shakespeare-Inszenierung in Dresden. Valery Gergiev wird die Münchner Philharmoniker aufs Äußerste fordern, freut sich schon mal die SZ.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.09.2015 In der NZZ spricht der syrische Autor Sadiq al-Azm über den Hass auf die Moderne. In der Zeit versucht Hans Ulrich Gumbrecht dem entsetzten Europäer Donald Trump zu erklären. Politico.eu erzählt Mordsgeschichten aus dem Leben der Rebekah Brooks. In der FAZ ruft Hermann Parzinger mit Blick auf Palmyra: "Baut die Tempel wieder auf!"
Medienticker
17.09.2015 Rückblick: Die Produktion von Nachrichten - Paywall ist nicht das Problem: Krautreporter & die Zukunft - "Zwei Kindermenüs zum Preis von einem": Frankreich diskutiert über Ailan-Karikatur - Brigitte für 60-Jährige: Ein Gespräch mit Bascha Mika - Medienkonzern: M. DuMont Schauberg wird DuMont Mediengruppe - Weltklasse-Journalismus zum Dumpingpreis: Amazon integriert Washington Post in seinen Prime-Service + Forever Young: Die Beat-Club-Story.
Bücherschau des Tages
17.09.2015 Die FAZ ist nach einer Reise in die Goethezeit froh, nicht in der Vormoderne leben zu müssen. Die SZ hat mit Anthony Horowitz' James-Bond-Roman "Trigger Mortis" einen schön altmodischen Spionageroman gelesen. Die taz vertieft sich in J. Adam Toozes Band über die Neuordnung der Welt zwischen den beiden Weltkriegen. Die Zeit zieht den Hut vor Udo Bermbachs Chamberlain-Biografie, die einige Lektionen für die Gegenwart bereit halte.
Vorgeblättert
17.09.2015 Liebes Deutschland, "du bist beispielhaft gut, warst aber auch beispielhaft schrecklich. Wir werden dich weiterhin voll Bewunderung und Neugier beobachten. Sollten deine schlimmsten Teufel wieder zum Vorschein kommen, werden wir es dir sagen." Der Nicolai Verlag bringt einen Band mit hundert Briefen an Deutschland. Wir blättern den Brief von Hector Abad vor.
Freitag, 18.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
18.09.2015 Die SZ wird meditativ in der Münchner Ausstellung von Hanne Darboven, die FR wird in der Frankfurter Ausstellung eher depressiv. Der Standard besucht die neue Betonbadewanne des Sprengel Museums. Tagesspiegel und taz haben überhaupt keine Lust, in Patrick Wengenroths feministischer Theatercollage "thisisitgirl" zu lachen. Der FAZ-Kritikerin zerreißt es das Herz, wenn Christian Gerhaher als Wozzeck irre lächelt. Die Jungle World besteht auf Spezialistentum in der Germanistik. Die taz empfiehlt Schorsch Kamerun: Sing lieber auf Deutsch.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.09.2015 Im Tagesspiegel wendet sich Charlie-Hebdo-Chefredakteur Gérard Biard gegen die Vokabel "Respekt", die oft nur Furcht bedeute. In der Welt enttäuscht Salman Rushdie all jene, die behaupten, die Rushdie-Affäre sei etwas ganz anderes gewesen als der Streit um Karikaturen. The Verge erklärt, wer im Clinch der Internetgiganten Google, Apple und Facebook wirklich draufzugehen droht: die unabhängigen Medien.
Medienticker
18.09.2015 Aktualisiert: Pressefreiheit in der Türkei: Kritische Medien unerwünscht - Alles durchleuchtet: Vorratsdatenspeicherung & Informantenschutz - Bad Boy: Martin Amis über seinen neuen Roman - Deutschen Buchpreis: Zu viele Buchhändler in der Jury? & Was Buchhändler können, können nur Buchhändler, meint Jo Lendle - Konzept mit Zukunft: Romanfortschreibung durch andere Autoren + Terror & Migration: Literaturfestival Berlin.
Bücherschau des Tages
18.09.2015 Etwas zugleich Menschenfreundlicheres und Lustigeres als Roz Chasts Comic "Können wir nicht über etwas anderes reden?" kann sich die SZ kaum vorstellen. Bei der Welt fällt Norman Ohlers Studie "Der totale Rausch" durch den Faktencheck. Die FR adelt Jenny Erpenbecks "Gehen, ging, gegangen" als Roman der Stunde. Und die FAZ erklärt den Bürgerlichen, was das "Gothaische Genealogische Handbuch" ist: ein aristokratischer Schutzzaun der Selbstvergewisserung.
Samstag, 19.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
19.09.2015 In der Welt erzählt Karl Ove Knausgård, wie seine Figuren plötzlich mit ihm stritten. Die FR erkennt in London die maximale Lakonik Ai Weiweis. Die Berliner Zeitung bewundert den unerhört mutigen Schauspieler Milan Peschel. Zeit online wüsste gern, warum selbst beim angeblich alternativen Lollapalooza-Festival so wenig Musikerinnen zu hören waren. In der FAZ fände es Sadiq al-Azm schlicht unaufrichtig, würde der Osnabrücker Friedenspreis an Adonis verliehen. Die Kunstkritiker trauern um Jean-Christophe Ammann.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.09.2015 Gestern hat Charlie Hebdo den Medienpreis M100 erhalten. Die Welt druckt die Dankesrede, in der Chefredakteur Gérard Biard das Recht auf Blasphemie verteidigt. Im Tagesspiegel erklärt Biard seinen aufgebrachten Kritikern die Karikatur mit dem Flüchtlingsjungen Aylan. Im Guardian erzählt der russische Dichter Kirill Medwedew, wie er sich und seine Werke vom Urheberrecht befreite. In der FR blickt Arno Widmann nach Zentralasien, dessen Landkarte China mit der Neuen Seidenstraße neuzeichnet. Die NZZ beobachtet entgeistert die deutsche Berichterstattung zur Flüchtlingskrise.
Bücherschau des Tages
19.09.2015 Auf ein geteiltes Echo stößt Salman Rushdie mit seinem Roman "Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte": Etwas manichäisch findet die Welt den Endkampf zwischen Unvernunft und Licht. Die SZ erlebt das Feenmärchen als Paradadedisziplin der Aufklärung. Die FAZ möchte Rushdie den Nobelpreist lieber für andere Romane geben. Hingerissen liest die Welt außerdem Giorgio Vasaris "Giotto"-Band. Die taz versinkt in Karl Ove Knausgards "Träumen".
Montag, 21.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
21.09.2015 Freud und Leid der Theaterkritiker war an diesem Wochenende besonders groß: Applaus für Katie Mitchells Flüchtlingsdrama nach Motiven von Herta Müller "Reisende auf einem Bein" in Hamburg, Michael Wertmüllers und Dea Lohers Oper "Weine nicht, singe" in Hamburg und Helmut Lachenmanns "Mädchen mit den Schwefelhölzern" in Frankfurt. Die Publikumsbeschimpfungen des Zentrums für politische Schönheit sah man dagegen als Masturbation des Grauens. Die Zeit sucht die Geister vergangener Triumphe im neuen Album von New Order.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.09.2015 Der Independent staunt über die Vereinten Nationen, die einen saudisch-arabischen Diplomaten zum Kopf eines Expertengremiums für Menschenrechtsfragen ernennen. Warum sind die Deutschen sauer auf die Osteuropäer, aber nicht zum Beispiel auf die Dänen, die ihre Grenzen genauso geschlossen halten?, fragt die NZZ. In der Berliner Zeitung geißelt Ilija Trojanow den großen Meinungsbrei, der jeden ernsthaften Diskurs verhindere. Die FAZ beleuchtet syrische und irakische Reaktionen auf die Flüchtlingskrise.
Medienticker
21.09.2015 Langzeitstudie Massenkommunikation: Generationsbruch in der Nutzung - eBooks: 40 Prozent werden nicht geöffnet - Digitaler Lesesaal: Über Geschmack lässt sich trefflich streiten, weiß Jürgen Kaube - Lob des Buches: Die besten Buchhandlungen Deutschlands - Ein Gespräch mit Norman Manea über sein Exil - Wolfram Schüttes Petits riens + Solo-Album von Nicolas Godin: Liebeserklärung an Bach.
Bücherschau des Tages
21.09.2015 Die FAZ empfiehlt bei Karl Ove Knausgards "Träumen": Einfach hingeben! Außerdem liest sie eine Reihe neuer Kinderbücher. Schnörkellose Erzählkunst entdeckt die SZ in Aharon Appelfelds neuestem Roman "Ein Mädchen nicht von dieser Welt". Die Welt liest mit angehaltenem Atem Astrid Lindgrens Kriegstagebücher "Die Menschheit hat den Verstand verloren": Den Blick auf das Grauen aus privilegierter Neutralität hat sie so noch nicht erlebt.
Dienstag, 22.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
22.09.2015 Anish Kapoor ist wütend, dass er die antisemitischen Sprüche auf seiner Skulptur "Dirty Corner" entfernen muss. In der NZZ erklärt Martin Amis, warum er niemals mit Grabesstimme über den Holocaust schreiben würde. Der Tagesspiegel feiert das Randständige beim Musikfest Berlin. Die FAZ feiert Sidi Larbi Cherkaouis von Noam Chomsky und Alan Watts inspirierte Choreografie "Fractus V".
9punkt - Die Debattenrundschau
22.09.2015 Was ist nur aus der "linken Kritik" geworden, ächzt Isolde Charim in der taz. Ideen haben nichts mit Gewalt zu tun, meint Jörg Baberowski in der FAZ. Ebendort sagt Reinhard Merkel weitere Hunderte Millionen Flüchtlinge an. Die Berliner Zeitung schlägt vor, den geplanten Berliner Flughafen aufzugeben und einfach ganz neu anzufangen. Netzpolitik veröffentlicht neue Geheimdokumente aus dem BND.
Magazinrundschau
22.09.2015 Auch Videospieler haben ein richtiges Leben, lernt die New York Review of Books. Der New Yorker porträtiert die Musikerin Grimes. Guernica porträtiert den Klangsammler Gordon Hempton. In Lidove noviny geißelt Schriftstellerin Petra Hulova die Angst vor der Angst vor Flüchtlingen. Die London Review lernt, was effizienter Altruismus ist und lehnt dankend ab. Die New York Times plaudert mit einer blonden dritten ontologischen Kategorie. In Nepszabadsag hält Edina Szvoren die Novelle hoch: Für die Ängstlichen gibt es Romane.
Medienticker
22.09.2015 Ich Selfie, also bin ich: Hans Hoff über den Selfie-Wahnsinn im Journalismus - "Flüchtlingswelle": Berichterstatter als Stimmungsmacher - Genossen unter sich: Oskar Lafontaine über Gregor Schöllgens Schröder-Biografie - Kleiner Deal mit großer Wirkung: Google greift nach gescheitertem E-Book-Dienst Oyster - Recht auf Vergessen: Google droht Strafe in Frankreich - Lagercrantz & Larsson: Das riecht nach Verschwörung + Andreas Maiers Jahr ohne Udo Jürgens ...
Bücherschau des Tages
22.09.2015 Jugend, Frische und Vitalität erlebt die begeisterte SZ in Mariko und Jillian Tamakis Comic "Ein Sommer am See", als wäre es das erste Mal. Hingerissen ist die FAZ von Ralph Dutlis sinnlich-lyrischem Roman "Die Liebenden von Mantua". Die NZZ liest mit Beklemmung Aufzeichnungen aus Syrien von Samar Yazbek und aus Gaza Atef Abu Saif. Die Gerhard-Schröder-Biografie aus der Manufaktur Gregor Schöllgens imponiert der FAZ, bei der SZ fällt sie krachend durch.
Essay
22.09.2015 Im Deutschkurs lernen Asylbewerber, wie sie im Supermarkt einkaufen, was eine Duldung ist und wie ein Putzmann arbeitet. Sie lernen nichts über Demokratie und Pluralität, über lebendige Beziehungen und Kompromisse. Guter Unterricht funktioniert aber nur als demokratischer Unterricht. Gedanken einer Deutschlehrerin im Flüchtlingshaus.
Mittwoch, 23.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
23.09.2015 Der New Yorker stellt The Broad vor, das neue Museum für zeitgenössische Kunst in LA. Akzeptiert die Fluidität eures Körpers, ruft Peaches uns aus der taz zu. Die Welt entdeckt durch Thomas Mann die Vorliebe Theodor Storms für junge Mädchen. In der FR warnt der syrische Autor Yassin Al Haj Saleh vor dem europäischen Zentralismus, der Adonis als Aufklärer vereinnahmen will. Die Zeit kritisiert den Kunstizismus Danh Vos.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.09.2015 Piggate ist mehr als eine Klatschgeschichte, findet der Guardian, und mehr als eine Jugendsünde, findet die huffpo.fr. In der SZ betont Kenneth Roth, Direktor von Human Rights Watch, dass es Assad ist, der die meisten Zivilisten vertreibt. Die Welt will eine Willkommenskultur der klaren Worte. Im Perlentaucher fragt Eva Quistorp bestürzt: Wie bringt man den Flüchtlingen eigentlich Deutsch bei? Und laut Hollywood Reporter dürfen wir künftig "Happy Birthday" singen, ohne den Warner-Konzern zu bezahlen.
Medienticker
23.09.2015 Lügenpresse: Dirk Kurbjuweit über Wutbürger & die eigene Branche - Neue Nachrichtenplattform: Springers & Samsungs Upday - Groß-Verlegerin: Friede Springer würde nie einen Artikel in ihren Zeitungen kritisieren - Verbotene Mitteilungen: Pressefreiheit vs. Strafgesetzbuch - Krautreporter: Geschrumpft & demütig ins zweite Jahr - Wo kein Teufel, da kein Gott: Über Kurt Flaschs Satan-Biografie + In memoriam: Ray Charles zum 85.
Bücherschau des Tages
23.09.2015 Die NZZ liest sich mit heißen Ohren durch Laksmi Pamuntjaks Roman "Alle Farben Rot", eine Geschichte aus dem Indonesien unter General Suharto. Einen vielschichtigen Mann lernt sie in den Briefen des Romanisten Ernst Robert Curtius kennen. Die SZ kämpft sich mit Louis Althusser nochmal durchs "Kapital". Die Welt lässt sich von Oliver Bottinis Krimi "Im weißen Kreis" ins Fußball-Sommermärchen 2006 zurückbeamen.
Donnerstag, 24.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
24.09.2015 Welt und SZ umkreisen die Botticelli-Girls. Die FAZ begeistert sich für den Handwerker unter den deutschen Dramatikern, Lutz Hübner. In der Zeit erklärt Ruth Klüger: Hitler war total unnötig. Die Spex feiert Rose McGowan im feministischen Rollenspiel zwischen nacktem Alien und rotglitzernder Glamourkönigin.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.09.2015 Charlotte Knobloch von der Jüdischen Gemeinde begrüßt in der SZ die Flüchtlinge, will aber keineswegs, dass sie das Land verändern. Christian Geyer macht sich in der FAZ Sorgen um "das Eigene". Götz Aly will in der Berliner Zeitung weder "das Eigene" noch andere heilige Schriften, sondern hält das Grundgesetz hoch. Lamya Kaddor möchte in der Zeit, dass der deutsche Staat für Moscheen sorgt. In Spiegel Online staunt Sascha Lobo: Die Digitalisierung ist bei VW angekommen. Aber nur, um gegen den Elektromotor zu kämpfen. Und die New York Times meint: #Piggate ist ein 'Symptom.
Medienticker
24.09.2015 Bezos liefert Content: Washington Post publiziert alle Artikel in Instant Articles - Heiko Maas auf dem BDZV-Zeitungskongress: Zentralredaktionen sind ein gutes "Transportvehikel" - Facebook-Gutachten: David schlägt Goliath k.o. - VW-Skandal: Was wussten Auto-Journalisten? - Stefan Niggemeier meint: Die Huffington Post ist zu blöd, um Ausländerfeinden Blödheit vorwerfen zu können & Leseplattform Wattpad: Roter Teppich im Angebot.
Bücherschau des Tages
24.09.2015 Actionszenen, gelungene Dialoge, Franco und unglückliche Ehepaare, alles rhythmussicher kombiniert. Was will man mehr? Die NZZ jedenfalls empfiehlt begeistert Javier Marias' neuen Roman "So fängt das Schlimme an". Die Zeit guckt Bilder mit Rainer Maria Rilke. Die SZ erliegt dem Charme von Tim Parks Serienmörder Mr. Duckworth. Die FAZ mag weder die Männerbilder von Rolf Lappert noch die Sexbesessenen von Meg Wolitzer.
Im Kino
24.09.2015 Pedro Costas "Horse Money" erzählt in wunderschönen Bildern eine politische Geistergeschichte. Und setzt damit eine Serie außergewöhnlicher Filme fort, die der Regisseur im und über den Lissaboner Stadtteil Fontainhas gedreht hat.
Freitag, 25.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
25.09.2015 Die SZ besucht eine Ausstellung über Erich Kästners Zeit im "Dritten Reich". Roberto Saviano antwortet in der Repubblica auf Plagiatsvorwürfe. Die taz untersucht die Krise des Stadttheaters in Rostock. In der NZZ bescheinigt Hannelore Schlaffer der modernen weiblichen Kleidung einen Hang zur Päderastie. Zeit online bewundert eine Musikdoku über Arcade Fire.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.09.2015 Dass VW so lange ungestraft seine Abgaswerte manipulieren konnte, liegt auch am Urheberrecht, haben die Electronic Frontier Foundation, Telepolis und die New York Times herausgefunden. Die deutschen Verleger in der VG Media wollen sechs Prozent des Google-Umsatzes für Links der Suchmaschine. Dem Patentamt ist das zuviel. Die Russen erinnern sich an die Neunziger, als das Leben noch wild, aber frei war, erzählt die Welt. Und Bloomberg Business hat Peinliches über Internetwerbung herausgefunden.
Medienticker
25.09.2015 Aktualisiert: Bild-Kampagne "Wir helfen": Flüchtlingshilfe als PR-Instrument? - Die Nischenreporter: Wie die (Medien)Welt tickt - Kobo, Tolino, Kindle, Calibre: Die Namen der E-Reading-Anbieter - Umberto Eco im Gespräch über seinen neuen Roman, Medien & Europa - Literatur im Wochenrhythmus: Serial Box veröffentlicht digitale Episodenromane - Der Kobold, der immer bleiben sollte: Nachrufe auf Ellis Kaut.
Bücherschau des Tages
25.09.2015 Einen Einblick in den Alltag im Zeitalter der Aufklärung gewinnt die SZ mit der von Stefan Goldmann herausgegebenen Anthologie "Berühmte Fälle aus dem Magazin zur Erfahrungsseelenkunde". Die FR gibt sich mit "Träumen" begeistert dem Knausgård-Flow hin. Reizvoll findet sie auch Christoph Peters' Krimi "Der Arm des Kraken" über asiatische Bandenkriminalität in Berlin. Die FAZ hat einiges auszusetzen an Udo Bermbachs Biografie von Houston Stewart Chamberlain und Reinhard Schlüters Biografie von Camillo Castiglioni.
Samstag, 26.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
26.09.2015 "Jedes Zitat ein Treffer", freuen sich Tagesspiegel und FR bei der Arno-Schmidt-Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste. Die SZ beschreibt, wie die CIA für Käsesandwiches und Tequila Geheimdienstinformationen an Hollywood verkaufte. Die Welt denkt bei der Düsseldorfer Ausstellung "The Problem of God" über die Gemeinsamkeiten von Kunst und Religion nach. Und alle amüsieren sich prächtig mit Sibylle Bergs neuem Stück "Und dann kam Mirna" am Maxim-Gorki-Theater.
9punkt - Die Debattenrundschau
26.09.2015 In der taz fragt Karl Schlögel, warum bei der deutschen Linke alle solidarischen Reflexe ausfallen, wenn es um die Ukraine geht. Im Freitag fragt die Feministin Mona Eltahawy, warum sich die Linke bei den arabischen Misogynisten anbiedert. Im Tages-Anzeiger bekennt Salman Rushdie sein Faible für böse Dschinns. In der FAZ weiß Thomas Gsella, was der deutschen Autoindustrie fehlt: ein Tempolimit.
Bücherschau des Tages
26.09.2015 Zu ihrem achtzigsten Geburtstag präsentiert sich Ingrid Noll in "Der Mittagstisch" noch bitterböser als sonst, freut sich die FAZ. Die SZ ist hingerissen von Siegfried Lenz' letzter, von Nikolaus Heidelbach illustrierter Geschichte "Das Wettangeln". Die taz empfiehlt den Gedichtband "Lichtveränderung" von Tom Schulz und den "Jane Eyre"-Spin-Off "Die weite Sargassosee" von Jean Rhys. Die Welt liest Literatur aus Indonesien. Und die FR stimmt in die Hymne auf Frank Witzels Roman "Die Erfindung der Rote Armee Fraktion..." ein.
Montag, 28.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
28.09.2015 München streitet über die geplante "Internationale Schlepper- und Schleusertagung" der Münchner Kammerspiele. Zeit online sucht Bücher für den Biomarkt. The Quietus liest Morrisseys Debütroman. David Böschs Münchner Inszenierung des "Prinzen von Homburg" zeigt ein Preußen, bevor es eine knallharte Staatsmacht wurde.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.09.2015 Poltico.eu spürt mit Blick auf das Wahlergebnis in Katalonien "das Rumoren einer tektonischen Veränderung". Schon eilen Schweizer Parlamentarier zur Vermittlung herbei. Wladimir Putin bekennt bei CBS seine rückhaltlose Unterstützung für Baschar al-Assad. Die SZ begeht den neutralisierten Tahrir-Platz. Im Guardian erklärt Nick Cohen, warum Britannien eine Women's Equality Party braucht. Heinrich August Winkler sehnt sich in der FAZ nicht nach Harald Welzers "Sehnsuchtsland" Deutschland. Christiane Peitz verteidigt im Tagesspiegel die Kritik als Königsdisziplin des Feuilletons.
Medienticker
28.09.2015 Kritik ohne Ende: Was bringt der Literatur Spiegel? & Klaus Brinkbäumer über Medienkritik in der Literatur - Wie schreibt man digital? Schnittstellen-Konferenz in der SZ - Betreutes Recherchieren: Recherchescout.de - "Dölf"-Tweet: Journalist landet vor dem Richter - Keine Klage nach der Klatsche: VG Media stimmt leisere Töne gegen Google an + Deutscher Buchpreis: Hunde- und Menschenleben.
Bücherschau des Tages
28.09.2015 Die SZ lernt von Michael Rutschkys "Sensationen des Gewöhnliche" das skeptische Zuschauen und Geltenlassen. Die FR folgt mit Cord Aschenbrenner neun Generationen der Pastorenfamilie Hoerschelmann durch die Geschichte des deutschen Protestantismus - und des Pfarrhauses.
Dienstag, 29.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
29.09.2015 Wie Kunst gemacht und wie Kunst zerstört wird, beobachtet die Presse bei der Biennale in Moskau. In der FAZ hört der Lyriker Dirk von Petersdorff den Theodor Storm im neuen Album von Lana del Rey. Die NZZ porträtiert den vielsprachigen Dramatiker Stefano Massini als neuen Europäer. Eine Basaltbuddha passt ausgezeichnet neben eine nackte Schöne von Cezanne, lernt die Welt im von der Heydt Museum.
Magazinrundschau
29.09.2015 Das TLS vertieft sich in Assads Propaganda. Himal feiert einen surrealistischen Roman auf Urdu. ProPublica beschreibt den schwangeren Körper in den Klauen des Staates Alabama. La vie des idees blickt zurück auf eine andere Möglichkeit von Algerien. In El Pais Semanal analysiert die Philosophin Beatriz Sarlo die Kirchner-Ära. Wie wir bald alle mit virtueller Realität leben werden, prophezeit Mark Zuckerberg in Vanity Fair.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.09.2015 Bricht Saudi-Arabien zusammen?, fragt das Middle East Eye. Und in Slate plädiert die säkulare Muslimin Asra Q. Nomani für einen Boykott des Hadsch. In der FAZ wehren sich drei Migrationsforscher gegen die scharfen Töne Jörg Baberowskis. Spiegel Online rät, Hamed Abdel-Samad gar nicht zu ignorieren. In der NZZ warnt Manfred Schneider vor dem elektronischen Leviathan. Laut Netzpolitik ist er in Großbritannien aber mehr oder weniger verwirklicht.
Medienticker
29.09.2015 Investigativer Journalismus in den US- und UK-Buzzfeed-Redaktionen - Türkei: "Die Meinungsfreiheit ist am Ende", sagt Mehveş Evin - Bürgerkrieg in Syrien: Samar Yazbek über die friedliche Revolution bis zum Religionskrieg - Politik & Öffentlichrechtlicher Rundfunk: NRW macht Druck auf WDR - Frank Witzel im Porträt: Das muss, das wird der Durchbruch sein - Sascha Lobo über die neue, vernetzte Zeit des Buchs + Von der Notwendigkeit des Widerspruchs: Über Albert Otto Hirschman Soziologie-Klassikers "Abwanderung und Widerspruch".
Bücherschau des Tages
29.09.2015 Einfach hingerissen ist die FAZ von Nora Bossongs Roman "36,9 Grad", der klug und komisch, spannend und berührend vom Leben des Antonio Gramsci erzähle. Sascha Rehs Roman "Gegen die Zeit" attestiert sie bewundernswerte Weltläufigkeit. In höchsten Tönen rühmt die FR Otfried Höffes "Kritik der Freiheit". Und die SZ feiert Nicholas Stargardts "Der deutsche Krieg" für sein geradezu erregendes Gespür für Ambivalenzen.
Mittwoch, 30.09.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
30.09.2015 In acht Bildern erkennt die NZZ den ganzen Cy Twombly. Die SZ berichtet vom Prozess gegen den russischen Künstler Pjotr Pawlenski, dem Vandalismus vorgeworfen wird. Die Welt feiert den Mix aus Entertainment und Gehirnforschung im neuen Pixarfilm "Alles steht Kopf". Die Berliner Zeitung tariert ihr inneres Ungleichgewicht mit New Order. Hellmuth Karasek ist tot - erste Reaktionen.
9punkt - Die Debattenrundschau
30.09.2015 Slate.fr erklärt, was "Antipolitismus" ist. In Atlantic lotet Ta-Nehisi Coates die Abgründe des amerikanischen Gefängniswesens aus. In der SZ verteidigt der Politologe Peter A. Kraus die katalonischen Separatisten. Wikileaks enthüllt einen Deal zwischen Großbritannien und Saudi-Arabien, der Saudi-Arabien einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat bescherte. Und Jeff Jarvis meint: Internetwerbung ist kaputt, die Medien - nicht die Werbeagenturen - müssen sie neu erfinden.
Medienticker
30.09.2015 Digital Economy: Axel Springer kauft den Business Insider & DDVG übernimmt Utopia.de komplett - Der letzte Entertainer der Literaturkritik: Volker Weidermann & Iris Radisch zum Tod von Hellmuth Karasek - Analog oder digital: "Facebook ist Propaganda", meint Hans Magnus Enzensberger - Interviews mit Clemens J. Setz & Umberto Eco - Literatur von Männern für Männer: Rolf Lappert auf der Shortlist + Keine Chance auf Versöhnung: Zehn Jahre Mohammed-Karikaturen.
Bücherschau des Tages
30.09.2015 Die NZZ rätselt sich durch Raoul Schrotts Gedichtband "Die Kunst an nichts zu glauben". Die Welt reist zurück in die Welt des Noir mit Wallace Strobys Krimi "Kalter Schuss ins Herz". Jede Menge Absonderliches und Schräges entdeckt die FAZ in den Miniaturerzählungen Edith Pearlmans. Wie wenig die Süddeutsche Zeitung sich mit ihrer Nazivergangenheit beschäftigt hat, lernt die FR aus Knud Harbous Band "Als Deutschland seine Seele retten wollte".
Essay
30.09.2015 Für manche Flüchtlinge ist es wichtig, im Supermarkt die richtige Babynahrung zu finden oder zu erfahren, dass Baden im Baggersee gefährlich sein kann. Deswegen geben wir in unserem ehrenamtlich konzipiertenDeutschkurs für Asylbewerber eine erste Orientierung in einer neuen Kultur- und Sprachwelt, kein Seminar über Weltreligionen. Eine Antwort auf Eva Quistorp.
Im Kino
30.09.2015 Joshua Oppenheimer wendet sich in "The Look of Silence" noch einmal den indonesischen Massakern der 1960er Jahre zu. Denis Villeneuves "Sicario" ist ein brillanter Thriller mit prekärem Weltbezug.