Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Montag, 02.03.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Von Natur aus ungebärdig

02.03.2020 Die Berlinale ist mit einem Goldenen Bären für Mohammad Rasoulofs iranischen Film "There is No Evil" zu Ende gegangen. Die einzig plausible Entscheidung oder eine politische? Die Kritiker bilanzieren Carlo Chatrians erstes Berliner Festival höchst uneins. In der NY Times bekennt Mary Lovelace ihre Lust, Doktrinen zu sprengen. Nachtkritik und SZ proben mit Yael Ronen am Thalia Theater den Identitäts- und Kontrollverlust der Zukunft. Und die FAZ prüft mit dem Ensemble Modern das Lebensmodell Idealismus.

9punkt - Die Debattenrundschau

Selbst Gigant sein

02.03.2020 Im Guardian erklärt Timothy Garton Ash, warum Europa zu einer Supermacht werden sollte (und zwar am besten inklusive Britannien).  Ben Smith, der neue Medienkolumnist der New York Times, macht sich Sorgen über den ungeheuren Appetit seines neuen Arbeitgebers. Der neue Chefredakteur der Berliner Zeitung, Matthias Thieme, ist nach ein paar Wochen schon wieder zurückgetreten, meldet Horizont. Islamverbände wie die Ahmadiyya-Sekte versuchen Kritiker auch mit juristischen Mitteln zum Schweigen zu bringen, schreibt Necla Kelek Im Gießener Anzeiger.

Bücherschau des Tages

Eine leise, gemeine Spur der Verunsicherung

02.03.2020 Die SZ freut sich über Katharina Bendixens rätselhafte Erzählungen "Mein weißer Fuchs". Der Dlf huldigt dem Sprachmaler Eduard von Keyserling. Die FAZ berauscht sich an der Boshaftigkeit von Mercedes Rosendes "Falscher Ursula" und bewundert Jan Costin Wagner für seinen dämonischen Roman "Sommer bei Nacht".

Dienstag, 03.03.2020

Magazinrundschau

Parteimitglieder an die Front

03.03.2020 Die LRB beobachtet die chinesischen Behörden beim Wok werfen. Outlook India wüsste gern, wo die Politiker aller Parteien waren, als in Neu Delhi Muslime massakriert wurden. Der New Yorker stellt das supermoderne Müllentsorgungssystem Südkoreas vor. Wired stellt das altmodische Bankraubsystem Nordkoreas vor. A2larm lässt sich erklären, was der Wahlsieg von Igor Matovičs Mitte-Rechts-Partei OľaNO für die Slowakei bedeutet. Und Bernard-Henri Lévy sichtet Geister in Donezk.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wellen gehen über uns

03.03.2020 Frankreich streitet erbittert über den César für Roman Polanski, darunter auch Virginie Despentes und Samantha Geimer. Die Nachtkritik feiert mit Florentina Holzinger in München die brutale Schönheit weiblicher Körper. Die elegante Gewalttätigkeit der Salome goutieren dagegen FR und FAZ in Frankfurt. Die taz lauscht mit Zorka Wollny in Stettin der Rebellion der Vögel. SZ und Monopol trauern um den großen Kunstrebellen Ulay. Und alle schreiben zum Tod von Ernesto Cardenal, der dem Sandinismus die schönsten Liebesgedichte vermachte.

9punkt - Die Debattenrundschau

Groteske Versuche einer Rehabilitierung

03.03.2020 In der SZ fordert Stefan Kornelius ein europäisches Eingreifen im Syrien-Konflikt. Im Spiegel wundert sich Christoph Reuter über unterschiedliche Grade der Aufregung über Flüchtlinge einerseits und Idlib andererseits. hpd.de fasst die entsetzten Reaktionen von Kirchenoberen zum Sterbehilfe-Urteil des BVG zusammen. Wer leide gehe schließlich den Weg Jesu. In der FAZ erklärt Michael Hanfeld, warum sich die Zeitungen künftig einzelne Wörter lizenzieren lassen sollten.

Bücherschau des Tages

Schule der Unauffälligkeit

03.03.2020 Der DlfKultur sucht mit Ulrike Ackermann das Zivilisierende in der Gesellschaft. Die SZ lernt mit Daniel Hornuff, sich nicht von der harmlosen Ästhetik der Neuen Rechten täuschen zu lassen. Der Dlf spürt mit Karl Schlögel dem "Duft der Imperien" nach. Die FAZ liest Anna Machins Kulturgeschichte der Vaterschaft und attestiert Martina Webers Gedichtband "Häuser, komplett aus Licht" einen Überschuss an Sprache und Erkenntnis.

Mittwoch, 04.03.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Moment alltäglicher Entspannung

04.03.2020 SZ und Guardian feiern den Pritzker-Preis für die beiden irischen Architektinnen Yvonne Farrell und Shelley McNamara, mit dem sich die Frauenquote gleich verdoppelt. Die Welt bangt um die Zukunft französischer Filmzeitschriften. In der taz spricht die junge Autorin Olivia Wenzel über ihre Angst als Schwarze in Deutschland. Heftig umkämpft ist weiterhin der Frauenhass im HipHop. Im Tagesspiegel schreibt Ulrike Ottinger zum Tod ihrer Weggefährtin durch den Berliner Underground, Tabea Blumenschein. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Faktisch gibt es also einen Notausschalter

04.03.2020 In der NZZ hält der Historiker und Extremismusforscher Eckhard Jesse überhaupt nichts davon, die Hufeisentheorie zu beerdigen. Für die Ostdeutschen wäre eine Verfassung für ganz Deutschland nach 1989 mental und kulturell das Zeichen für einen gemeinsamen Neubeginn gewesen, meint Ilko-Sascha Kowalczuk in der SZ.  hpd.de hat gute Nachrichten für die Katholische Kirche: Sie hat dicke genug Geld, um Entschädigungen an Opfer sexuellen Missbrauchs zu zahlen. Und das Berliner Kulturleben geht weiter wie gewohnt, auch wenn Spucke fliegt!

Bücherschau des Tages

Die Realität, ein Fensterblick

04.03.2020 Die FR blickt mit Kai-Uwe Merz fasziniert, aber auch ein wenig bang auf die Kulturgeschichte der 1920er Jahre zurück. Mit Ingo Schulze zweifelt sie an der Geschichte der "rechtschaffenen Mörder". Der Dlf schaut mit Stephen Levy und Facebook auf eine "Welt am Abgrund" und begibt sich dann lieber mit Stefano Mancuso auf die unglaubliche Reise des Meersenfs. Die FAZ amüsiert sich derweil prächtig mit Mazen Malooufs fußballfressenden Kühen und schaut mit Marion Poschmann Nimbus-Wolken hinterher.

Donnerstag, 05.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Volles Beobachtungsobjekt

05.03.2020 Eine historische Wende? Die CDU Thüringen wird nun faktisch einen Ministerpräsidenten der Linkspartei tolerieren. Gut so, findet die taz. Aber die Linkspartei ist trotzdem nicht in der Demokratie angekommen, fürchtet Henryk Broder in der Welt. In der Financial Times benennt George Soros den Verantwortlichen für die Flüchtlingskrise: Wladimir Putin, und fordert, dass Europa sich in diesem Punkt mit Erdogan solidarisiert.

Efeu - Die Kulturrundschau

Von rosig gesund bis zum Zustand der Verwesung

05.03.2020 Die Filmkritiker bewundern Catherine Deneuve als Schauspielerin Fabienne in Hirokazu Kore-edas Film "La Vérité". Wolfgang Müller von der Tödlichen Doris verabschiedet sich im Tip von Tabea Blumenschein. In 54books.de denkt Berit Glanz über Autofiktion nach. Die SZ bewundert die Männerfantasien des Choreografen Moritz Ostruschnjak. Zeit online zeigt frauenverachtenden Rappern die Grenzen auf. Die New York Times stellt den kenianischen Künstler Michael Soi vor, dessen Serie "China Loves Africa" den Unmut der Chinesen erweckt hat.

Bücherschau des Tages

Pointenfeuerwerk

05.03.2020 Die Zeit ist Feuer und Flamme für Leif Randts achtsame Lovestory "Allegro Pastell": Da wird die ganze Zeitgeist-Diagnose Form. Auch die FR findet den Roman intensiv. Die taz taucht mit neuen Erkenntnissen über deutsch-deutsche Befindlichkeiten aus Ingo Schulzes Roman "Die rechtschaffenen Mörder" auf. Die NZZ empfiehlt wärmstens Marko Martins Porträts dissidentischer Denker. Die SZ schwelgt in einer neuen Übersetzung Baudelaires. Die FAZ feiert die Differenz mit Benjamin Maacks Text über eine klinische Depression.

Freitag, 06.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Realitätstest

06.03.2020 Die taz lässt Trauernde von Hanau zu Wort kommen, die kritisieren, dass sie nicht als Deutsche wahrgenommen werden. Welt-Autor Thomas Schmid graut's vor dem "ranzigen Avantgarde-Anspruch" einiger Linkspartei-Politiker, will aber ihre demokratische Gesinnung nicht in Frage stellen. Die Gewaltexzesse des "Hindu-Mobs" in Delhi gegen Muslime sind eine direkte Frucht des Hindu-Nationalismus, konstatiert die SZ. Die neue amerikanische Linke ist paradox: Religiöse Zugehörigkeit sehe sie als unveränderliches Merkmal einer Person, während sie Gender als fluid sehe, beobachtet die Ex-Muslimin Sarah Haider in hpd.de.

Efeu - Die Kulturrundschau

Meist über Emojis

06.03.2020 Die NZZ feiert mit einem ganzen Dossier das Zarteste des Künstlers Franz Gertsch. Die FAZ gerät ausgerechnet in einer Singer-Sargent-Ausstellung in einen kulturellen Bürgerkrieg. Der Urbanist Winy Maas erklärt in der SZ, warum es okay ist, wenn deutsche Städte langweilig sind. Es gibt ja Eindhoven! Der Filmdienst lernt aus dem filmischen Kriegstagebuch "Für Sama" von Waad al-Kateab die Realität eines jeden Krieges begreifen. Im Freitag beschreibt die Schriftstellerin Marion Messina das neue Prekariat in Frankreich.

Bücherschau des Tages

Die Farbigkeit der Eiswüste

06.03.2020 Die SZ schaut mit Frank Witzel in die Abgründe einer Kindheit in der frühen Bundesrepublik. Die FAZ legt mit Jan Wenzel verspielt das Jahr 1990 frei und lässt sich von Umberto Eco ganz ohne schrille Töne zum Nachdenken über Faschismus anregen. Die FR sucht mit Anne Tylers Jedermann den "Sinn des Ganzen". Dlf-Kultur geht mit Nick Hornby zur Paartherapie und versteht die Welt besser dank Eugene Thackers Horrorvisionen.

Samstag, 07.03.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Es muss immer ein Abriss sein

07.03.2020 Die Berliner Zeitung lässt sich von Florentina Holzinger in den Sophiensälen Masturbationstipps geben und eine Stange durch den Unterleib bohren. Die SZ lässt sich im Münchner Haus der Kunst lieber von Franz Erhard Walthers Stofffiguren umarmen. Im Tagesspiegel erklärt die feministische Rapperin Sookee, warum sie die Bühne verlässt. In der Literarischen Welt beschwört Leander Steinkopf das Scheitern als Chance. Und die taz schaut sich im Jüdischen Museum in Berlin Israel von außen an.

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine Überdosis Weltgeschehen

07.03.2020 Zum 8. März gibt es natürlich eine Frauentaz, diesmal zur ökonomischen Situation. In der Welt fragt Jagoda Marinic nach den Erfolgen des derzeitigen Glamour-Feminismus. Außerdem erklärt László Földényi in der taz, dass die Ungarn Schmerz und Verlust kennen, aber keine melancholische Nation sind. Die SZ fürchtet, dass mit der wirtschaftlichen Globalisierung auch die politischen Institutionen des Multilateralismus an Rückhalt verlieren. In der FR fürchtet Bernhard Pörksen, dass Intoleranz und Agitation die gesellschaftliche Mitte in die Diskursresignation treibt.

Bücherschau des Tages

Faires Futtern und Fühlen

07.03.2020 Die NZZ liest Anna Burns Nordirland-Roman "Milchmann" als Porträt einer tief versehrten Gesellschaft. Beeindruckt ist die SZ von Abbas Khiders unversöhnlichem Roman "Palast der Miserablen" und beglückt von Ingo Schulze listigem Roman "Der rechtschaffene Mörder". Die FAZ erinnert sich mit Charles King an Franz Boas und seine Schule der kulturanthropologischen Rebellen. Die taz feiert Julia Voss' Hilma-af-Klint-Biografie. Und alle besprechen Leif Randts Roman "Allegro Pastell" über das hippe, durchkuratierte Leben in Berlin: Nice, meinen sie.

Montag, 09.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Am Ende erhalte ich Machtpolitik

09.03.2020 54books bringt den Protestbrief von Rowohlt-AutorInnen gegen den Plan des Verlags, Woody Allens Memoiren zu veröffentlichen. Es gebe keinen Grund an den Aussagen von Woody Allens Tochter Dylan Farrow zu zweifeln. Das sieht Jo Glanville von Index on Censorship im Guardian völlig anders. Bei Cicero kritisiert Necla Kelek die Thesen der Autorin Kübra Gümüsay über Diskriminierung in Deutschland. In der NZZ bedauert der Philosoph Peter Strasser die Uniformierung der akademischen Sprache.

Efeu - Die Kulturrundschau

Schön, nicht schön

09.03.2020 Die Welt lernt in Rom, nicht nur den klassischen, sondern auch den wilden Raffael zu bewundern. Die Nachtkritik erkennt mit Kirill Serebrennikows Inszenierung von Boccaccios Pestgeschichten, dass Theater unter Quarantäne nicht funktioniert. In der NZZ trauert Christina Viragh um venedig, weint aber den ausbleibenden Kreuzfahrtriesen keine Träne nach. Die FAZ beobachtet entgeistert, wie sich Uwe Tellkamp gegen die Einheitsfront stemmt. Außerdem trauern die Feuilletons um den Pianisten McCoy Tyner.

Bücherschau des Tages

Unangenehme Nebenwirkung

09.03.2020 Krachend intensives Schweben erlebt die berauschte NZZ mit Christoph Höhtkers Roman "Schlachthof und Ordnung", der die selbstlernende Droge Marom R500 einführt. Die SZ versucht mit Jonas Lüschers Poetikvorlesungen, die zersplitterte Wirklichkeit zu erfassen. Der Dlf lernt mit dem "Eisernen Gustav" auch den Opportunisten Hans Fallada kennen. Und die taz will mit Billy Bragg nicht die Welt verändern, aber doch ein bisschen mehr Gleichheit und Verantwortung.

Dienstag, 10.03.2020

Magazinrundschau

Echter Modernismus wäre das Quadrat

10.03.2020 Der Tod hat keinen Bachelor, lernt die NYRB von Anne Case und Angus Deaton. In Novinky plädiert Anna Durnová für die Trennung von Fakten und Emotionen. The Nation erinnert an die frühen Sechziger, als während der Anpo-Proteste ein Drittel aller Japaner gegen die USA demonstrierten. Der New Statesman flicht einen Kranz für George Orwells erste Frau Eileen O'Shaughnessy. Der New Yorker trotzt den Überwachungskameras mit einem Jammer Coat von Coop Himmelblau. Bloomberg begutachtet das Harry-Potteresque Flair britischer Eliteschulen in Übersee. The Cut hat die Nase voll vom zuckrigen Millennial Style.

9punkt - Die Debattenrundschau

Auf stumm geschaltet

10.03.2020 Die FAZ rät den Frankfurter Bühnen, klug zu improvisieren, statt gleich alles abzureißen. Der Aufruf von Rowohlt-AutorInnen, Woody Allens Memoiren nicht zu veröffentlichen, stößt weithin auf Ablehnung. Die Financial Times erklärt anhand von Laschet, Röttgen & Merz, wie Elitenbildung in Deutschland funktioniert - auch Burschenschaften können da heute noch helfen. Die Coronakrise wird den chinesischen Staatsführer Xi Jinping nicht zu Fall bringen, meint in der NZZ die Sinologin Simona Grano. Die taz fragt: Und was ist mit Tibet?

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Tränenfunkeln von Georgette Dee

10.03.2020 Die SZ erfährt im Düsseldorfer K20, welche Schaffenskraft Picasso zwischen zwei und vier Uhr nachmittags an den Tag legte. Im Standard fragt Elfie Semotan,  wie man junge, schöne Frauen unerotisch fotografieren kann. Die Welt wirft einen Blick in Uwe Tellkamps kommenden Roman, von dem ein Auszug in der rechten Postille Tumult erschien. Und alle trauen um Max von Sydow, der die somnambule Aura ins Kino brachte.

Bücherschau des Tages

Mitten hinein ins zeitgenössische Unbehagen

10.03.2020 Als freihändige Wort-Malerei feiert die FAZ Marina Frenks poetisches Debüt "Ewig her und gar nicht wahr". Für einen Höhepunkt der Saison hält sie jetzt schon Verena Güntners Roman "Power". FR und taz streifen noch einmal mit Lutz Seiler durch das anarchische Berlin der Wende. Der DlfKultur lobt Feinsinn und Genauigkeit von Nir Barams Roman "Erwachen".

Mittwoch, 11.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Universal, unteilbar und unverhandelbar

11.03.2020 "China hat die Herausforderung des Virus gewonnen. Und ist der neue Herr der Welt", schreibt Roberto Arditti bei huffpo.it. Und der Sieg Chinas werde ein kultureller sein. FAZ und SZ werfen neue Schlaglichter auf das geplante Deutsche Institut für Fotografie in NRW, das möglicher Weise kein reines Gursky-Reparatur-Institut wird. Die taz erzählt, wie der in Berlin lebende oppositionelle Blogger Bui Thanh Hieu von Vietnam mundtot gemacht wird. Es ist Zeit, das Internet als ein "Common" zu verteidigen, fordert Thierry Chervel in einem Essay zu 20 Jahren Perlentaucher.

Efeu - Die Kulturrundschau

Beharrung und forsche Impulse

11.03.2020 Die SZ erlebt mit Isabelle Huppert und einem schwarzen Adler in Tennessee Williams "Glasmenagerie" großes Theaterglück in Paris. Die NZZ blickt mit Neri Oxmann in die ökologische Zukunft aus Seide und Poesie. Die FAZ erkundet das Erfolgsgeheimnis von Helsinkis Stadtbücherei Oodi. Der Tagesspiegel beobachtet, wie die Streamingportale von der Coronakrise profitieren.  Und die FR lauscht intensiv dem verrätselten Jazz des Trios Grünen.

Bücherschau des Tages

Nicht auf die Barrikaden

11.03.2020 Dlf Kultur lässt sich von dem Biologen Ludger Weß in die Welt der Zombiebakterien, Schreckenskugeln und des Zwergzykaden-Bakteriums einführen. FAZ, FR und SZ feiern Thomas Piketty, der sich mit "Kapital und Ideologie" den einen als radikaler Sozialdemokrat, den anderen als Karl Marx des 21. Jahrhunderts empfiehlt. Die SZ lauscht verzückt dem k-punk Mark Fishers. Der Dlf versenkt sich in die chiastischen Satzstrukturen Georges Perros'.

Donnerstag, 12.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Hass hält warm

12.03.2020 Die Debatte um die Frage, ob Rowohlt Woody Allen publizieren soll, geht weiter. Die Zeit bringt ein Pro und Contra mit Texten von Kathrin Passig und Daniel Kehlmann. Pascal Bruckner findet in Le Point, dass die Kritik an Roman Polanski die Grenze zum Antisemitismus überschritten hat. Die Corona-Krise hat Italien auf paradoxe Weise vereint, beobachtet Thomas Schmid in der Welt. Die NZZ berichtet über Gewalt gegen Frauen in der Türkei.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein Spiel der Verzerrung

12.03.2020 Update: Der Preis der Leipziger Buchmesse geht in diesem Jahr an Lutz Seiler für seinen Wenderoman "Stern 111".  - Die SZ lernt aus Haifaa Al Mansours Komödie "Die perfekte Kandidatin", dass saudische Frauen unter ihren Schleiern äußerst individuelle Wesen sind. Hyperallergic erzählt von einer Aktion des Kunstkollektivs Colectiva SJF, das in Mexiko Stadt an die Namen ermordeter Frauen erinnerte. Van schildert die katastrophale finanzielle Lage vieler Musiker. Dezeen bewundert die aufblasbaren Latexhosen von Harikrishnan.

Bücherschau des Tages

das hintergrundrauschen / alles versäumten

12.03.2020 Depression ist definitiv ein Thema in diesem Frühjahr: Benjamin Maacks poetisches Tagebuch über seine klinische Depression, "Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein", ist für den Dlf so erschreckend wie lesenswert. David Vanns "Momentum" weitet die Diagnose vom Persönlichen aus auf die ganze Gesellschaft, lobt die FAZ. Der FR wird ganz herbstlich mit dem typischen Küchenmeister-Blues der Dichterin Nadja Küchenmeister. Die NZZ ist gebannt von dem milimetergenau getroffenen Entsetzen in den Gedichten Ocean Vuongs. Außerdem haben wir die Kritiken der Zeit-Literaturbeilage ausgewertet. Alle Notizen dazu finden Sie hier.

Freitag, 13.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Wahn und Wirklichkeit

13.03.2020 Donald Trump bekämpft ein "ausländisches Virus".  Der Guardian ist nicht überrascht. Slavoj Zizek hofft in der Welt, dass sich der Kommunismus dank Corona  doch noch durchsetzt. Der Rowohlt Verlag veröffentlicht Woody Allens Memoiren - begeistert klingt das Statement des Nochverlegers Florian Illies dazu nicht gerade. hpd.de hat herausgefunden: Der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks ist zu hundert Prozent christlich. Und die FAZ skizziert die Reaktion der russischen Intelligenz auf Putin Lebenslang.

Efeu - Die Kulturrundschau

Nichts an Zeremonie

13.03.2020 Die Theater schließen den Betrieb - die Berliner Philharmoniker spielen vor leerem Saal und dem Internet, für Twitter gibt Igor Levit ein Hauskonzert. In der SZ erinnert sich Filmemacherin Ulrike Ottinger an die Pariser Bohème der Sechziger. Warum so bitter und ernst, und so thesenhaft, fragen die enttäuschten Theaterkritiker nach der Premiere von Marius von Mayenburgs "Die Affen". Warum so lieblos, fragt die FAZ nach der äußerst kurzen und unfeierlichen Vergabe der Leipziger Buchpreise. Die NZZ freut sich, dass die Animationsfilme von Hayao Miyazaki jetzt bei Netflix laufen.

Bücherschau des Tages

Fieberwahn über Helgoland

13.03.2020 Die FAZ folgt dem Philosophen Martin Hartmann zu den Wurzeln des Vertrauens. Mit Daniel Cohn-Bendit denkt sie über Fußball und Nationalismus nach. Die NZZ staunt über Witz und Würze in David Albaharis Roman über eine Vater-Sohn-Beziehung vor der Geschichte Jugoslawiens. Die SZ empfiehlt Kinder- und Jugendbücher: Am besten gefällt ihr Paola Gianturcos Bildband über junge Aktivistinnen in aller Welt. Welt und Dlf cruisen mit Buchpreisträger Lutz Seiler durch die anarchischen Nachwendemonate. Und der Dlf-Kultur tanzt mit Benjamin Labatut auf dem schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn.

Samstag, 14.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Mit hohem Fieber

14.03.2020 Die Corona-Krise ist überall. Wir bieten ohne Anspruch auf Vollständigkeit eine Presseschau aus Schlaglichtern: Und darin das Erfreuliche zuerst. In China und Korea sinkt die Zahl der Neuinfizierten. Der Tagesspiegel erklärt außerdem, warum es eine Sensation ist, dass es in Taiwan so gut wie keine Infizierten gibt - und warum praktisch niemand darüber spricht. Irgendwie auch wichtig: Der Perlentaucher wird 20. In der Welt singen Anja Seeliger und Thierry ein Lob des deutschen Feuilletons.

Efeu - Die Kulturrundschau

Konzentration, kein Lächeln

14.03.2020 Der Tagesspiegel hört die Berliner Philharmoniker mit Bela Bartok im Netz. In der Literarischen Welt erklären die Linguisten Frank Fischer und Boris Orekhov, wie man ein neuronales Netzwerk dazu bringt, wie Hölderlin zu dichten. Die Welt goutiert einige Amuse bouche im Museum Tinguely, scheut aber vor den Augäpfeln Janine Antonis zurück. Die NZZ begutachtet in London die "Forgotten Masters" imperialer Company Art. Außerdem geißelt sie flache Literaturkritik im Fernsehen. Die SZ übergibt die Literaturkritik an Sensitivity Reader.

Bücherschau des Tages

Hitze, Gewimmel sowie Schmutz

14.03.2020 Liebe (und Hass) in Zeiten des Corona-Virus: Die Welt empfiehlt Band 3  aus Hilary Mantels Tudor-Trilogie: "Spiegel und Licht". Die FAZ knabbert mit Spaß und Genuss an Fran Ross' "Oreo".  Die FR begibt sich mit Deepa Anapparas Detektiven auf Möderjagd in Neu-Delhi. Und die taz inspiziert mit Ruud Koopmans "Das verfallene Haus des Islam".

Montag, 16.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Es ist ein Probelauf

16.03.2020 Was wird in der Corona-Krise aus Europa, fragt die taz: "Die Pandemie zeigt, wie fragil die Europäische Union ist." In Zeit online erklärt der Mailänder Virologe Roberto Burioni, was "Superspreader" sind: Leute, die gut vernetzt sind. Für Noël Mamère in Le Monde ist das Virus die Rache der bedrängten Wildnis. Im Standard fragt die Kulturvirologin Susanne Ristow: Wie weit kann man gehen, wenn es um die Reglementierung der Zivilgesellschaft geht?  Es gibt noch andere Themen: Die FAZ guckt zu, wie Labour in der "Woke Culture" untergeht. Und die FAZ bringt László F. Földényis Leipziger Rede: ein Lob der Melancholie.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ununterbrochen bunte Herzchen

16.03.2020 Abschottung ist gut für die Kreativität, lernt der Tagesspiegel vom Berliner Maler Alexander Iskin. Im Kino war das Virus schon immer tödlich, erinnert Critic.de. Die taz hätte trotz allem gern auf der Buchmesse in diesem Jahr den großen Generationenwechsel erlebt. Die FAZ lotet mit Katie M. Flynn das pandemische Katastrophengeschehen aus. La Repubblica ruft dem Architekten Vittorio Gregotti ein sanftes Addio zu, der nun ebenfalls an Corona gestorben ist. Aber wenigstens gibt es die schönen italienischen Balkongesänge.

Bücherschau des Tages

Distinktion durch Gamberini

16.03.2020 Die FR begibt sich mit Wolfgang Martynkewicz zurück in Jahr 1920, in eine geisterhafte Zeit  von Armut, Gewalt und unheimlichen Herrscherfiguren. Die SZ lässt sich von Georg Oswald in die Münchner Immobilienblase einführe. Von Hans Jakob Meier lernt sie, welche Rolle die Reproduktion in der Kunst der Ära Rubens spielte. Die FAZ lauscht gebannt, wenn der Philosoph Dieter Henrich erzählt, wie Leben und Denken bei ihm ihre Form gefunden haben.

Dienstag, 17.03.2020

Magazinrundschau

Fröhlich vom einen zum anderen

17.03.2020 Der New Yorker blickt nach Bolivien, wo Interimspräsidentin Jeanine Áñez nach der Flucht von Evo Morales die "Bibel zurück ins Amt holen" will. In Magyar Narancs kritisiert András Veres das neue Curriculum in Ungarn. La vie des idees stellt Fernando Rosas Geschichte des Faschismus in Portugal vor. Die London Review macht einen Knicks vor Japans abgedanktem Kaiser Akihito. The Quietus kämpft für sein Recht auf Zukunft in der Kultur. Die NYT porträtiert den hinreißenden, von Depressionen geplagten Musiker Francis Farewell Starlite.

9punkt - Die Debattenrundschau

Bedürfnis nach Panik

17.03.2020 Die Corona-Krise offenbart Anne Applebaum in Atlantic einige unheimliche Wahrheiten über die amerikanische Demokratie. In der Welt warnt Ralf Fücks davor, die jetzigen Notstandsmaßnahmen auf eine künftige Klimapolitik übertragen zu wollen. In der SZ fühlt sich René Schlott durch die Verordnungen an das Drehbuch einer rechtspopulistischen Machtübernahme erinnert. Die FR prangert das Versagen der UNO im Syrienkrieg an.

Efeu - Die Kulturrundschau

Verflucht sei C.

17.03.2020 Die Gerhard-Richter-Retrospektive des New Yorker Met Breuer Museums findet online statt: Die NZZ rühmt Richters Werk als großen Akt der Negation. Die taz fragt, wie die große Hamburger Synagoge aussehen soll: Neubau oder Rekonstruktion? In der Welt verdammt Abel Ferrara den Ausverkauf New Yorks. Außerdem erkennt die Welt mit Albert Camus: Der Mensch, der sich gegen das Nichts auflehnt, ist ein Arzt in Norditalien. Und die SZ weiß Trost: Igor Levits Konzerte.

Bücherschau des Tages

Knallhart herzergreifend

17.03.2020 Der DlfKultur folgt gebannt Shariar Mandanipurs Roman "Augenstern", der einen Playboy durch die islamische Revolution taumeln lässt. Die taz geht mit dem Fotografen Oliver Godow auf Besichtigungstour durch Oslo. Die SZ staunt, welch krachpopuläre Wendung Ta-Nehisi Coates Sklaverei-Roman "Der Wassertänzer" nimmt. Keine Patentrezepte, sondern Anregungen findet die FAZ in Susan Niemans Essay "Von den Deutschen lernen". Und die NZZ feiert noch einmal Lutz Seilers "Stern 111".

Mittwoch, 18.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Diskurs und Realität

18.03.2020 China weist die Reporter der New York Times, der Washington Post und des Wall Street Journal aus - die Zeitungen protestieren. Auch wenn die Bundesregierung es gerne wollte: Auch in Zeiten des Cornoavirus können die Medien nicht ihr Sprachrohr sein, warnt Übermedien. Einen hat das Virus wenigstens schon hingerafft, freut sich Heinz Bude in der Berliner Zeitung, und das ist der Neoliberalismus. Epidemien machen nicht unbedingt frommer, bemerkt der Historiker Volker Reinhardt in der NZZ. In geschichtedergegenwart.ch untersucht die Slawistin Sylvia Sasse die Metapher der "Ansteckung" bei Tolstoi, Agamben und Zizek. Und wenigstens ein Politiker fordert im Tagesspiegel Solidarität mit Italien.

Efeu - Die Kulturrundschau

Einen Westflügel müsste man haben

18.03.2020 Die SZ jubelt über die Befreiung des Architekten Richard Neutra aus dem "Knast der Coffee-Table-Books". Die FAZ besingt die Ahnherrin aller Webkünstlerinnen. Die taz feiert die feministische Avantgardistin Francesca Woodman. DT-Intendant Ulrich Khon bemerkt demprimiert, wie wenig das Theater auf echte Tragödien vorbereitet sind.  Und auf ZeitOnline beobachtet David Wagner, wie Berlin langsam einschlummert.

Bücherschau des Tages

Eruption einer glühenden Masse

18.03.2020 Die NZZ amüsiert sich ausgezeichnet mit Birgit Birnbachers Roman "Ich an meiner Seite", ein Wiener Noir, zugleich eine Prekariatsgeschichte mit Witz. Die FAZ ist nicht ganz so enthusiastisch, bewundert aber die ganz eigene Wahrnehmungsschneise, die Birnbacher durchs Milieu schlägt. Wer sich für Kunstfälschungen und den Kunstbetrieb interessiert, lese Hubertus Butins Band "Kunstfälschung", den Dlf Kultur als neues Standardwerk empfiehlt. Die SZ bewundert Eric Vuillards gerade mal 64 Seiten lange Geschichte des Thomas Müntzer, "Krieg der Armen": historisch unhaltbar links, dafür ein kleines literarisches Wunder.

Donnerstag, 19.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Neue Normalität

19.03.2020 Notmaßnahmen sind in der Corona-Krise notwendig. Aber sie sollten provisorisch bleiben, warnt Soziologe Richard Sennett im Tagesspiegel - die Krise darf nicht zum Ausbau von Machtpositionen genutzt werden. In vielen Branchen, auch in der Kultur wird deutlich, wie existenziell die Corona-Krise auch wirtschaftlich ist - die Zeitungen berichten ausführlich. Zugleich ist die Corona-Krise auch ein Krieg der Propaganda gegen die Information. Während China investigative Journalisten ausweist, wehren sich chinesische Internetnutzer mit subversiven Tricks.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wie leer der Saal wirkt

19.03.2020 Die FAZ erstarrt fast vor der Dichte der Zeichen in einem David-Bowie-Bildband. Die SZ lässt sich von der  Literaturwissenschaftlerin Eva Horn erklären, warum Epidemienfilme gerade Konjunktur bei den Streamingportalen haben. Die NZZ besucht eine hochluxuriöse Künstlerresidenz in Dakar. Die Zeit denkt über die Gründe von Uwe Tellkamps Systemverachtung nach.

Bücherschau des Tages

Gedanken übers Alleinsein

19.03.2020 Der Dlf entdeckt sein Herz für die biestige alte Heldin in Elizabeth Strouts Roman "Die langen Abende". Dlf Kultur empfiehlt einen Band mit Science-Fiction-Erzählungen aus China. Die taz liest zwei Bücher zur deutschen Ethnologie und der Raubkunstdebatte. Die Zeit amüsiert sich mit Brigitte Riebes "Schwestern vom Ku'damm". Die FAZ feiert das Außerirdische von David Bowie, das in den Fotos von Mick Rock sichtbar wird. Mit Ruud Koopmans wagt sie sich in "Das verfallene Haus des Islam".

Freitag, 20.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Schnell noch eine neue Pistole

20.03.2020 Das Coronavirus wird den Nationalismus verstärken, meint Ivan Krastev in Zeit online, und auch den Autoritarismus chinesischer Prägung. "Europa ist zu einem Raum des Misstrauens und gegenseitiger Schuldzuweisungen geworden", schreibt Daniel Brössler in der SZ. Gianna Nannini beschreibt in der Welt die verzweifelte Lage in den italienischen Krankenhäusern. Zeit online fragt, wie sich die sozialen Netze gegen Desinformation wehren. Die Welt erzählt die Geschichte der "Reichsbürger", die viele ihrer Ideen Horst Mahler verdanken.

Efeu - Die Kulturrundschau

Schreckliche Götternacht

20.03.2020 Die New York Review of Books schweift durch frühlingsfrohe Künstlergärten. In der Zeit erklärt Karl-Heinz Ott, warum Hölderlin sich so gut von ganz rechts wie ganz links vereinnahmen ließ. Ein gutes hat die Corona-Krise doch: Sie lässt die Populisten ziemlich nackt aussehen, meint der italienische Schriftsteller Paolo Rumiz im Freitag. Die Jungle World amüsiert sich in der Quarantäne mit den jüdischen Nazijägern der Amazon-Serie "Hunters". Zeit online weint still auf die vollkommen sinnfreie neue Morrissey-CD.

Bücherschau des Tages

Gerüche in der Idylle

20.03.2020 Die FAZ bewundert Wahrheit und Wahrhaftigkeit, mit der Hilary Mantel ihre Geschichte Tudor-Englands fortschreibt. Von Thure Erik Lunds fäkalbeklebtem Helden lässt sie sich das „Grabenereignismysterium“ lüften. Dlf-Kultur lässt sich von Elizabeth Strout lieber die Spezies Mensch entziffern. Außerdem blickt er mit Andreas Platthaus aus der Thomas-Mann-Villa auf mexikanische Immigranten. Und der Dlf zieht Bilanz mit J.M.G. Le Clézio. Pünktlich zum Wochenende haben wir außerdem die Literaturbeilagen von FAZ, SZ, taz und Zeit ausgewertet.

Samstag, 21.03.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Sehr konkret einsame Welt

21.03.2020 "Ist die Langsamkeit der Literatur dem Geschehen überhaupt gewachsen?", fragt die Schriftstellerin Kathrin Röggla in der FAZ. Der Filmdienst empfiehlt Filme von Roy Andersson, der längst erkannte: Soziale Distanz ist die conditio humana schlechthin. In der taz fürchtet Annemie Vanackere mit Blick auf die Sars-Epidemie 2003 die Spätfolgen der Krise für das Theater. Die FAZ besucht den Kanzlerfotografen Konrad Rufus Müller, der in seiner Freizeit lieber Kuhaugen und Föten fotografiert. Und die NZZ zieht sich in das Universum von Beethovens Humor zurück.

9punkt - Die Debattenrundschau

Exzellent erkannt

21.03.2020 Kann sein, dass Giorgio Agamben ein Hysteriker ist, meint Nora Bossong auf ZeitOnline, aber wir müssen über Freiheit reden. Vor allem weil der Unterschied zwischen Ausnahmezustand und Normalität rein rechtlich erschreckend klein ist, wie Uwe Volkmann auf dem Verfassungsblog bemerkt. In der taz berichtet Francesca Borri von den Verheerungen in der Kleinstadt Alzano Lombardo und Mike Davis geißelt die auf Profit getrimmten Gesundheitssysteme, Und die erste Patientin in den USA bekam ihre Rechnung über 34.927,43 Dollar.

Bücherschau des Tages

Schillernd auf Abstand

21.03.2020 Die SZ lässt sich von Graham Swifts Dreiecksbeziehung zwischen einem Magier, seiner Assistentin und einem Schauspieler verzaubern. Die taz blickt mit Tea Obrehts Roman „Herzland“ auf den amerikanischen Traum aus feministischer Perspektive. Die FR reist mit Lars Gustaffsons neuem Schience-Fiction-Roman durch die Rätsel der Zeit. Die Welt verschlingt Lana Lux’ Roman „Jägerin und Sammlerin“ und atmet mit Karl Schlögel den „Duft der Imperien“. Und der Dlf-Kultur entdeckt in Juri Buida den „postsowjetischen Faulkner“.

Montag, 23.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Zwischen Panik und Leichtsinn

23.03.2020 Hochkonjunktur für Apokalyptiker! in der Welt sieht  Byung-Chul Han Europa nur noch straucheln. Droht bald Überwachung wie in China? Aber die Pandemie ist auch von China ausgegangen, und, Ironie der Geschichte, verdankt sich dem Aberglauben der Chinesen an die Heilkraft der Pangolin-Schuppen. Die taz  zitiert eine Studie von Nature, die die Pangolin-These erhärtet. In der SZ fordern der Evolutionsbiologe Jared Diamond und der Virologe Nathan Wolfe ein Ende des Handels mit Wildtieren. Wer die Ausnahmesituation mit einer Diktatur vergleicht, ist verhältnisblöd, antwortet Philosoph Georg Kohler in der NZZ seinem Kollegen Giorgio Agamben.

Efeu - Die Kulturrundschau

Treffen mit der eigenen Geschichte

23.03.2020 In der FAZ verabschiedet Antonio Scurati mit den Toten der Lombardei auch Italiens glücklichste Epoche. Hyperallergic betrachtet die großen Pest-Gemälde von Poussin und Gargiulo. Die FAZ lernt von Edward Hopper, dass eben das Licht flanieren muss, wenn die Menschen nicht mehr rauskönnen. Die SZ bewundert, wie Nicole Chevalier in Christoph Waltz' Inszenierung als Heldin ganz ohne heldische Gesten brilliert. Und der Tagesspiegel hört fiesen Corona-Pop.

Bücherschau des Tages

Uralte Wesenheit

23.03.2020 Als Liechtensteiner Epos über die "Geldwerdung des Menschen" liest die SZ Benjamin Quaderers Roman "Für immer die Alpen". Von Ulrich Bröckling lernt sie, dass die Heldenerzählung eine Herrschaftstechnologie ist. Lesenswert, weil irritierend findet der Dlf Martha Nussbaums Plädoyer gegen einen "Kosmopolitismus", der Armut, Mensch und Tier ignoriere. Die FAZ verfolgt mit Steven Levy den Aufstieg des Heerführers Mark Zuckerberg und vergnügt sich mit Anke Kuhls Episoden-Comic "Manno!"

Dienstag, 24.03.2020

Magazinrundschau

Die gefesselte Schönheit

24.03.2020 In der NYRB stellt Tim Wu klar: Überwachungskapitalismus gabs schon vor Facebook, Fake News vor Twitter und effiziente Werbung schon vor Google. Außerdem empfiehlt Coco Fusco Kubaphilen zwei neue Romane für ein Leben nach Fidel. La vie des idees staunt über die Fortschritte der Bio-Informatik. The Atlantik starrt auf die Trümmer des öffentlichen Dienstes in den USA. Der New Yorker feiert den nackten Houdini. In der NYT erklärt Werner Herzog, warum seine Generation einzigartig ist.

9punkt - Die Debattenrundschau

Das ruft nach Shakespeare'schen Adjektiven

24.03.2020 In HVG appelliert ein fast verzweifelter Gáspár Miklós Tamás an die Vernunft der ungarischen Politiker - in dem Moment, in dem Viktor Orban mit dem Vorwand der Corona-Krise das Parlament abschalten will. Die Demokratien müssen jetzt entscheiden zwischen  "totalitärer Überwachung und republikanischer Ermächtigung der Bürger", schreibt Yuval Noah Harari in der NZZ. Anne Applebaum fürchtet, dass die Regierungen sich jetzt Kompetenzen aneignen, die sie nachher nicht aufgeben wollen. Und schuld daran ist der Kapitalismus, der jetzt gezähmt gehört, ruft Eva Illouz in der SZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Sex, Tanzen, Liebe, Politik,

24.03.2020 Die FAZ berichtet aus Mailand vom kulturellen Widerstand der Pinakothek Brera gegen Traurigkeit und Sorgen. Die NZZ fürchtet dennoch den großen kulturellen Aderlass, im Standard fürchtet Albertina-Direktor den Rückfall in provinzielle Zustände. In der taz erzählt Milo Rau, wie er Antigone am Amazonas inszenieren wollte. Der Corriere della Sera trauert um die unvergleichlich elegante Lucia Bosé, die nun auch an Corona gestorben ist. ZeitOnline erinnert anlässlich des Todes des DAF-Musikers Gabi Delgado an die wesentlichen Dinge im Leben.

Bücherschau des Tages

Genialische Brachial-Poesie

24.03.2020 Der DlfKultur versinkt beglückt mit Hilary Mantels Tudor-Roman "Spiegel und Licht" in Englands krawalliger Renaissance. Die SZ liest im Briefwechsel nach, wie Hermann Hesses Söhne gegen das Bonzentum ihres Vaters aufbegehrten. Die FAZ verfolgt amüsiert, wie Alfred Kerr in "Yankee Land" einen Hort der pragmatischen Vernunft entdeckte.

Mittwoch, 25.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Drakonisch durchgesetzt

25.03.2020 Auch heute steht alles im Zeichen der Corona-Krise. Netzpolitik prüft, wie die sozialen Netze gegen Desinformation vorgehen. In der NZZ denkt Hans Ulrich Gumbrecht über die Solidarität der Jungen mit den Alten nach - und ihren Preis. Der Medizin-Infodienst Statnews berichtet über eine Initiative Costa Ricas für einen Rechte-Pool, der überteuerte Patente bei der Corona-Forschung verhindern soll. Zu melden gibt es auch etwas Positives: Beim Hackathon am vergangenen Wochenende stellten 27.000 Freiwillige fast 1.500 Projekte auf die Beine, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern.

Efeu - Die Kulturrundschau

Auch die in Frakturschrift brüllenden Goten

25.03.2020 Große Trauer herrscht in den Feuilletons um Asterix-Zeichner Uderzo: ZeitOnline verabschiedet einen großen Europäer. Libération erinnert daran, dass der Vater des berühmtesten aller Gallier der Sohn italienischer Einwanderer war, der sich in der Pariser Banlieue gegen Linke zu wappnen lernte. SZ und Standard trauern zudem um Afro-Jazz-Pionier Manu Dibango, der kongolesischen Rumba in dampfende Kompositionen wandelte. Die FR fragt sich, warum Disneys neuer Streamingdienst so kleinmütig startet. In der NZZ empfiehlt Graham Swift, jetzt am besten Daniel Defoes "Pest zu London" zu lesen. Und der Tagesspiegel beobachtet in Guadalajara die Wiederbelebung der mexikanischen Moderne.

Bücherschau des Tages

Ganz tief ins Herz

25.03.2020 Die FR ist entzückt, wie Lisa Sandlins Privatdetektivin Delpha Wade in den siebziger Jahren ihre Fälle zur Not mit einer Whiskeyflasche löst. Die SZ liest Woody Allens Autobiografie "Ganz nebenbei". Dlf Kultur folgt gebannt Mario Vargas Llosas neuem Roman "Harte Jahre", der in einer Mischung aus Fiktion und Doku von der United Fruit Company und dem Sturz des Präsidenten Jacobo Árbenz 1954 in Guatemala,  erzählt. Außerdem spürt er mit Shane O'Mara dem "Glück des Gehens" nach. Die FAZ teilt das Vergnügen theoretisch mit dem von Anneke Lubkowitz herausgegebenen Band "Psychogeografie".

Donnerstag, 26.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Vielfache Todesfolge

26.03.2020 Altantic malt ein sehr düsteres Corona-Szenario für Amerika an die Wand - und es beruht auf einem politischen Fehler, der selbst für einen wie Donald Trump fatal werden könnte. Die Zeit und der Tagesspiegel weigern sich, China als Modell zu sehen. In der SZ erklärt Gustav Seibt, warum es falsch gewesen wäre, massiv auf "Herdenimmunität" zu setzen. In der FAZ protestieren die Rechtsprofessoren Klaus Ferdinand Gärditz und Florian Meinel  heftig gegen das neue Infektionsschutzgesetz, das zentrale Normen der Verfassung außer Kraft setze.

Efeu - Die Kulturrundschau

Es wird wieder neu anfangen, hochfahren

26.03.2020 Die Künste sind jetzt von Existenzsorgen geplagt: Die Buchverlage verschieben Veröffentlichungstermine oder stellen auf E-Book um, Bühnenkünstler und Musiker stehen vor dem Nichts, berichten Zeit und Welt. Und die versprochene unbürokratische Hilfe? Kommt erst nach Durcharbeitung eines 60 Seiten langen Antrags, klagt die SZ. Die NZZ lernt in einer Ausstellung über Holz, wie unglaublich intelligent Pflanzen sind. In der FAZ ärgert sich Michael Wolffsohn über die Netflix-Serie "Unorthodox", die ein ganz falsches Bild vom Judentum zeichne. Die taz guckt Filme im Arsenal, online.

Bücherschau des Tages

Immer Orpheus

26.03.2020 Dlf Kultur lässt sich von Amir Hassan Cheheltan in den "Zirkel der Literaturliebhaber" im Iran der 60er und 70er Jahre einführen. Die FAZ lotet die poetische Tiefe der Gedichte Uwe Kolbes aus. Die FR liest Marina Frenks Debütroman "Ewig her und gar nicht wahr" wie ein detailreiches Gemälde. Der Dlf freut sich über grandios böse Kurzporträts in Olivier Guez' Roman "Koskas und die Wirren der Liebe".

Freitag, 27.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Üblicherweise per Fax

27.03.2020 Netzpolitik staunt über die Datenübermittlungstechnik der Gesundheitsämter. In der SZ hat das Wort "Überkapazität" für den Soziologen Steffen Mau einen ganz anderen Geschmack als noch vor zwei Wochen. Friedrich Christian Delius ist ebenfalls in der SZ ganz froh über die Errungenschaften der Moderne. Im Guardian konstatiert der Politologe David Runciman die Rückkehr der Nation. Nutzt Amazon die Krise, um das E-Book durchzusetzen? Die Branche soll sich gegen Amazon wehren fordert der Agent Thomas Montasser  in einem offenen Brief.

Efeu - Die Kulturrundschau

Sakralbauten feinsinniger Außerirdischer

27.03.2020 In Berlin soll der Mäusebunker abgerissen werden, Berlins einziger, international berühmter Brutalismusbau, empört sich der Tagesspiegel. Die SZ geht vor dem schwedischen Jazzposaunisten Nils Landgren auf die Knie. Die FAZ gleicht die Corona-Tagebücher im Netz mit Samuel Pepys berühmten Schilderungen der Pest im London des 17. Jahrhunderts ab. Die Kunstkritiker gratulieren Daniel Spoerri zum Neunzigsten und hoffen auf eine schöne Telefonparty.

Bücherschau des Tages

Hymne auf den sich anpassenden Menschen

27.03.2020 Die FAZ blickt mit dem Althistoriker Kyle Harper auf die großen Pandemien des 2. bis 6. Jahrhunderts. In Woody Allens Familiengeschichten hätte sie lieber nicht gegraben. Die FR lernt mit Christiane Wunnicke die Poesie der Kriegskunst im Nagasaki des Jahres 1642 kennen. Der Dlf macht mit Stefan Schweizer einen Ausflug zu den „Hängenden Gärten von Babylon“. Dlf-Kultur begleitet Birgit Birnbachers Knacki Arthur vergnügt zur Therapie. Und die SZ lernt von Sylvie Neeman, wie man Kindern die Angst vor Monstern nimmt.

Samstag, 28.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Wie der Dieb in der Nacht

28.03.2020 Im historischen Kontext von Pest-Epidemien und anderen Seuchen geht es uns mit dem Corona-Virus noch gut, meint der Kulturwissenschaftler Thomas Macho im Gespräch mit den Van Magazin. Er erlebt zum ersten Mal Geschichte, schreibt Szczepan Twardoch in der Welt, alles vorher waren nur Ereignisse. Die Bundesregierung sollte ihr Handeln von Forschung begleiten lassen, mahnt die taz. Und wenigstens eine verdient bei alle dem kostenlosen Streaming, notiert die Berliner Zeitung: die Gema.

Efeu - Die Kulturrundschau

Trotziger Tanz auf dem Virusvulkan

28.03.2020 Die coronageplagte New York Times lässt sich im leeren Met Museum von der Heiligen Rosalie trösten. Wolfgang Tillmans wirbt am Kunstmuseum Basel für Abstand. Die FAZ denkt mit der Architekturtheoretikerin Beatriz Colomina darüber nach, wie Seuchen auf Dauer das Stadtbild verändern. Hans Ulrich Gumbrecht arbeitet sich für die Literarische Welt durch einen guten Regalmeter von Klassikern der Epidemie- und Seuchenliteratur. Die taz meditiert mit Emily St. John Mandels Roman "Das Licht der letzten Tage" über postapokalytische Narrative. Die FAZ versinkt in Camus' "Pest", der Tagesspiegel im "Zauberberg". Zeit online lauscht Bob Dylans "Murder Most Foul".

Bücherschau des Tages

Liebe, Tod, Opfer

28.03.2020 Die FAZ lässt sich von Edvarts Virzas Roman "Straumēni" ein Jahr in den Kosmos eines lettischen Bauernhofs entführen. Außerdem erfreut sie sich an Uwe Timms humanistischen Utopien. Die NZZ lässt sich von Rufus Beck die ganze Bibel vorlesen. Die SZ bewundert die schiere Fülle von Hilary Mantels Tudor-Trilogie. Die taz stellt einige Kinderbücher vor. Und in der Welt empfiehlt Sahra Wagenknecht Thomas Pikettys Band "Kapital und Ideologie".

Montag, 30.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Erfahrungen der Disruption

30.03.2020 Eine Handy-App zum Corona-Tracking muss dem Datenschutz nicht widersprechen und kann dezentral organisiert werden, schreiben Experten bei Netzpolitik. In El Pais mahnt der italienische Premierminister Giuseppe Conte  europäische Solidarität an. Radio Free Asia bezweifelt die chinesischen Statistiken. Außerdem: Die angeblich so "antifaschistische" DDR gehörte zu den Miterfindern des linken Antisemitismus, notiert Marko Martin in libmod.de.

Efeu - Die Kulturrundschau

Gymnastik und Atemübungen

30.03.2020 In Guardian und Spiegel schreibt Francesca Melandri einen Brief aus der italienischen Zukunft. Die Jury des Bachmann-Preises protestiert gegen die Absage des Wettbewerbs. Die taz lernt mit Johannes Itten, den Atem Rembrandts von Giottos Odem zu unterscheiden. Der Tagesspiegel lauscht Wajdi Mouawads Audio-Tagebuch aus dem Pariser Confinement. Die Musikkritiker trauern um den großen polnischen Komponisten und spirituellen Avantgardisten Krzysztof Penderecki.

Bücherschau des Tages

Frei und informiert

30.03.2020 Die FR gratuliert Uwe Timm zum Achtzigsten und feiert mit seinen Essays über Utopie und Literatur das beobachtungsscharfe Denken. Außerdem verehrt sie Eric Clapton fast wie am ersten Tag! Die SZ liest G.K. Chestertons antikapitalistische Schrift "Der Umriss der Vernunft", möchte aber trotzdem nicht mit drei Morgen Land und einer Kuh glücklich werden. Der DlfKultur setzt mit David Runciman darauf, dass die Demokratie ihre Peinlichkeiten überwinden wird wie ein Mittfünfziger seine Midlife-Crisis.

Dienstag, 31.03.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Dann gute Nacht

31.03.2020 In einer ganzseitigen FAZ-Anzeige bitten italienische Politiker um deutsche Solidarität. "Ihr gehört als Deutsche zu den großen europäischen Nationen. Euer Platz ist an der Seite der europäischen Institutionen." In Netzpolitik warnt der Politologe Wolf J. Schünemann vehement vor der Versuchung, "Desinformation" unter Strafe zu stellen.  In Atlantic meint Francis Fukuyama, dass es jetzt nicht auf die Form der Regimes, sondern  auf das Vertrauen der Bevölkerung ankommt.  Unterdessen hat Viktor Orban Ungarn zur Diktatur gemacht, notieren SZ und Welt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Da gehen Energien hin und her

31.03.2020 In der FAZ trauert Olga Tokarczuk um die offenen Grenzen Europas. In der SZ verteidigt Judith Schalansky das Schuppentier. taz, FR und Nachtkritik diskutieren die digitale Revolution, die gerade die Bühnen umwälzt. Zum Achtzigsten bekommt Timm Ulrichs von seinen ehemaligen SchülerInnen eine Klasse in Benin. Die SZ übt, mit afrikanischem Pop Corona wegzutanzen. Und Klagenfurt findet jetzt doch statt.

Magazinrundschau

Wenn sich ein Infizierter nähert

31.03.2020 Der New Statesman zeichnet unsere Zukunft im Bio-Überwachungsstaat. Elet es Irodalom und 168 ora staunen über die Selbstentmachtung des ungarischen Parlaments. Die London Review blickt in das Loch, in dem Mexiko-Stadt bald verschwinden könnte. Vanity Fair starrt auf die blutgetränkte Wüste, die Brasilien zu werden droht. Robin Detje stiert im Merkur in den Abgrund einer Abteilungssitzung der SPD. A2 ergibt sich der Virokratie, vorausgesetzt sie ist befristet.

Bücherschau des Tages

Anschmiegen, wenn es sein muss

31.03.2020 Der DlfKultur folgt mit großer Sympathie Pedro Mairals tragischem Helden, der vor seiner Familie aus Buenos Aires nach Montevideo flüchtet. Gebannt folgt die taz auch Ewan Morrisons "Nina X", die sich aus einer maoistischen Sekte in die Freiheit rettet. Die FAZ liest Ismail Kadares autobiografische Prosa und lernt, der Macht mit Verachtung und Gelenkigkeit zu begegnen. Die SZ empfiehlt den Essayband "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert". Und die FR vergnügt sich mit Leif GW Perssons berüchtigtem Kommissar Bäckstrom.

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