Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Montag, 01.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Lamento des Niedergangs

01.09.2025 In der FAZ plädieren die Informatiker Haya Schulmann und Michael Waidner für die Entwicklung einer nationalen KI-Infrastruktur. In netzpolitik fürchtet die Philosophin Maren Behrensen, KI solle uns zu optimierten Wesen machen. Die NZZ erklärt, warum Putin vielen Russen so verführerisch erscheint: Er bietet ihnen eine negative Identität. In der SZ erinnert der Historiker Michael Brenner daran, dass der Zionismus auch ein säkulares, anderen Ethnien und Religionen zugewandtes Gesicht hat. Militärisch kann man gegen die Hamas eh nix machen, es braucht den Druck aus der palästinensischen Bevölkerung, meint Zeit online.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Elegie der Oboe

01.09.2025 Die Filmfestspiele Venedig sind in vollem Gange: Guillermo del Toros "Frankenstein"spaltet die Gemüter: Die Welt staunt über den "großen Monstermacher", die SZ fragt sich, ob es wirklich noch mehr Adaptionen des Stoffs braucht. Olivier Assayas' "Der Magier im Kreml" sorgt hingegen für Enttäuschung. Der neu gestaltete Sainsbury-Flügel der Londoner National Gallery überzeugt die FAZ damit, dass er interessante Verbindungen zwischen Künstlern zeigt. Die nmz lauscht Ernst von Rezniceks Eulenspiegel-Oper in Hildesheim gebannt. Der Saisonauftakt der Berliner Philharmoniker ist rundum gelungen, lobt die FAZ.

Bücherschau des Tages

Potentialentfaltende

01.09.2025 Die SZ liegt mit Richard Sparka, dem Helden aus Jochen Schmidts neuem Roman "Hoplopoiia", auf der Therapiecouch. Die FAZ sieht in Jonathan Coes neuem Roman den "idealen Krimi für das postfaktische Zeitalter". Bei der Lektüre von Fernanda Melchors Kurzgeschichten über mexikanische Geister und Flüchtlings-Schicksale bekommt sie Gänsehaut. Dlf geht mit dem unsympathischen Helden aus Steven Uhlys neuem Roman auf einen Roadtrip durch das "Death Valley". Die NZZ vertieft sich in Hanno Sauers Gedanken über "Klasse". 

Dienstag, 02.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Zwei Denkfehler im Westen

02.09.2025 Der größte Feind der Demokratie ist Langeweile, lernt die Welt aus einem alten Buch von Francis Fukuyama. Frust mit der Demokratie diagnostiziert auch der belgische Autor David Van Reybrouck in der FR. Sein Rezept: mehr Referenden und Bürgerräte. Und Absicherung der Bundeszentrale für politische Bildung, fordert deren Chef in der SZ. In der NZZ fragt der Historiker Andreas Rödder, wie sich die Weltlage nach dem Fall der Mauer wieder derart verkrampfen konnte. Außerdem fürchtet die NZZ einen Auftrieb extremistischer Kräfte weltweit, wenn Indonesien seinen religiösen Pluralismus aufgibt.

Efeu - Die Kulturrundschau

LSD-Charakter der messiaenschen Eucharistie

02.09.2025 Dreißig Jahre nach seiner Uraufführung ist William Kentridges Stück "Faust in Africa!" mehr ein "faszinierendes Kunstwerk" als ein aufrüttelndes Manifest, stellt die SZ beim Zürcher Theaterspektakel fest. Die FAZ schläft bei Jim Jarmuschs neuem Film "Father, Mother, Sister, Brother" beinahe auf dem Kinosessel ein. Der Guardian sieht mit den frühen Arbeiten Stephen Shores in die Gesichter New Yorks. Die Architekturwelt trauert um den Stadtplaner Hans Stimmann. 

Magazinrundschau

Dante tat es schließlich auch

02.09.2025 Das Smithsonian Magazine begutachtet Cormac McCarthys riesige Bibliothek und seine Geschirr-Schnäppchen. New Lines staunt über Deep Fakes von afrikanischen Staatsoberhäuptern, die zwar nicht gewählt wurden, aber populäre Sprüche klopfen können. Die belarusische Oppositionelle Natalja Dulina glaubt in Osteuropa nicht an lautere Motive für ihre Freilassung. Die London Review freut sich, dass Boccaccio gern für Frauen schrieb. In der Israel Law Review beklagt der Völkerrechtler Avraham Russell Shalev, dass sich niemand für den Völkermord in Israel interessiert.

Bücherschau des Tages

Ein wilder Grizzly werden

02.09.2025 Die SZ blickt in Alexander Kluges "Sand und Zeit" durch die "virtuelle Kamera" künstlicher Intelligenz. Die FAZ lernt von Sophie Gilbert, wie die sexualisierte Popkultur der Nullerjahre Solidarität unter Frauen verhinderte. Außerdem empfiehlt sie die Memoiren der Shoah-Überlebenden Jeanette Wolff. Dlf schwirrt nach all den Absonderlichkeiten im neuen Buch von Heinrich Steinfest ein wenig der Kopf. Dlf Kultur schätzt den Gestus eines "stillen und doch beharrlichen Widerstands" der Marginalisierten in den Erzählungen J. M. G. Le Clezios. 

Mittwoch, 03.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Abwägungen zwischen moralischen Gütern

03.09.2025 In der Financial Times ruft Fania Oz-Salzberger die gemäßigten Israelis und Palästinenser auf, sich gegen die Radikalen auf beiden Seiten zu stellen. Die FAZ ist nicht ganz einverstanden mit Anne Rabes These, die Verächtlichmachung der Moral sei schuld am Rechtsruck in Deutschland. Ebenfalls in der FAZ stellt der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn fest, dass sich linker und rechter Antisemitismus inzwischen vermischt hat. Die "International Association of Genocide Scholars" bestätigt den Genozid-Vorwurf gegen Israel: Endlich, meint die taz. Times of Israel kritisiert hingegen unseriöse Methoden bei der Abstimmung. 

Efeu - Die Kulturrundschau

In den Fressnapf gestoßen

03.09.2025 Die Filmfestspiele Venedig gehen dem Ende entgegen und haben laut critic.de einen neuen Löwen-Favoriten: Mona Fastvolds pulsierendes, formvollendetes Biopic "The Testament of Ann Lee". Die taz begeistert sich einerseits für die in Maastricht ausgestellten fräsenden und ratternden elektronischen Skulpturen Carl Chengs. Und andererseits für die walzenartige Musik der Ruhrpott-Metal-Band Kreator. Die SZ erklärt uns das erstaunliche Comeback der Musikkassette.

Bücherschau des Tages

Expedition ins klaftertiefe, abyssische Nichts

03.09.2025 Die FAZ schwebt mit Clarice Lispector beim Kakerlake-Zerquetschen zwischen existenzialistischer Abstraktion und mystischer Ekstase. Die SZ hat bei der Lektüre von Ferdinand von Schirachs neuem Buch gemischte Gefühle. Die FR zieht sich mit Michael Cunningham in "still-intensive" Reflexionen über die Corona-Zeit zurück. Dlf empfiehlt Amat Levins differenzierte Geschichte Afrikas und die Memoiren des Holocaust-Überlebenden Paul Lendvai.  

Donnerstag, 04.09.2025

Efeu - Die Kulturrundschau

Wie das so läuft in der Kommission

04.09.2025 Im Tagesspiegel erklärt Michal Kosakowski, wie er in seinem Film "Holofiction" das Systematische des NS-Massenmords erfahrbar machen will. Die Welt kann in Marcin Wierzchowskis Dokumentarfilm "Das deutsche Volk" das ganze Ausmaß behördlichen Versagens nach dem Anschlag von Hanau nachvollziehen. Das Ende der Geschichte hat stattgefunden, aber leider nur in den liberalen demokratischen Institutionen, konstatiert Milo Rau in der nachtkritik.

9punkt - Die Debattenrundschau

Lauter ratlose Linke

04.09.2025 Donald Trump ist das Beste, was Europa passieren konnte, freut sich Pascal Bruckner in der NZZ und hofft auf eine Emanzipation Europas. In der Zeit kann es die Philosophin Manon Garcia nach dem Pelicot-Prozess nicht fassen, wieviele Männer bereit sind zu vergewaltigen. In der Zeit erinnert Michael Thumann an das Pogrom gegen die Griechen von Istanbul vor siebzig Jahren. Wer selbst nicht an die Wissenschaftsfreiheit glaubt, kann sich schlecht beschweren, wenn sie angegriffen wird, meinen Alexander Bogner und Caspar Hirschi in der FAZ mit Blick auf die US-Unis.

Bücherschau des Tages

Fast tausend Prozent tröstlich

04.09.2025 SZ und FR lesen den neuen Leif Randt: Die FR fühlt sich gut aufgehoben in diesem popliterarischen Paralleluniversum, die SZ befindet: Die Listen der Mode durchdringt Randt nicht. Die NZZ lernt die ganze Gewaltgeschichte Russlands kennen, wenn Sergej Lebedew bildgewaltig vom Abschuss des Passagierflugzeugs MH-17 erzählt. Auf wundersame Weise befreit fühlt sich die taz derweil, wenn Katerina Poladjan sie in einer Familiengeschichte quer durch Europa führt. Der Dlf staunt über Miguel Bonnefoys gewaltiges Panorama Venezuelas. Geradezu brillant findet die Zeit, wie Hanno Sauer in die Geschichte von Klassengegensätzen blickt.

Freitag, 05.09.2025

Efeu - Die Kulturrundschau

Die kleinen Freuden des Lebens

05.09.2025 Die FR kürt Kaouther Ben Hanias "The Voice of Hind Rajab" über das Leid palästinensischer Kinder zum Favoriten für den Goldenen Löwen. Der Film tarnt politische Intervention als Kino, empört sich die Welt. Zeit Online gerät mit David Byrnes neuem Album in religiöse Ekstase, die taz ist indes genervt von der guten Laune. Die SZ fragt sich in Düsseldorf beim Anblick offener Ani: Was soll das? Und alle trauern um Giorgio Armani, der Frauen maskuliner und Männer femininer kleidete, wie die NZZ erinnert.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Sauerei des Sterbens beenden

05.09.2025 Bei Wladimir Putin wird es wohl auf Unsterblichkeit hinauslaufen - im Gespräch mit Xi Jinping bei der Militärparade in Peking hat er laut FAZ über seine diesbezüglichen Hoffnungen geplaudert. Damit greift er sowjetische Traditionen auf, schon damals riet man zu Transfusionen von jungem Blut, informiert Zeit online. Die SZ erklärt mit Ezra Klein, was Wachstum ist. Der Genozidvorwurf gegen Israel wird weiterhin bekräftigt und bestritten.

Bücherschau des Tages

Was Wahn ist und was Wirklichkeit

05.09.2025 Die FAZ amüsiert sich prächtig, wenn Jessica Zafra sie in "Ein ziemlich böses Mädchen" in die Gesellschaft der Philippinen in den Achtzigern und Neunzigern einführt. Die FR bewundert die Atemlosigkeit, den Humor und die Poesie, mit der Peter Wawerzinek von seiner Krebserkrankung erzählt. Die SZ wagt mit dem US-Journalisten Ezra Klein einen Schritt in die "Post-Hypermoderne". Und Dlf Kultur lässt sich gern auf das wahnwitzige Spinnennetz ein, das der peruanische Schriftsteller Gustavo Faverón Patriau in "Unten leben" webt.

Samstag, 06.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Eindrucksvoller als die ganzen Radikal-Rhetoriker

06.09.2025 Leila Slimani ruft in Telquel zur Solidarität mit der marokkanischen Feministin Ibtissame Lachgar auf, die wegen eines T-Shirts zu dreißig Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Greta Thunberg bricht erneut nach Gaza auf. Wenn sie Pech hat, trifft sie dort laut FAZ auf Itamar Ben-Gvir. In der NZZ erzählt der Journalist vom  katastrophalen Niedergang Kubas - und von der einstigen kubanischen Demokratie. In der taz warnt der finnische Militärexperte Joel Linnainmäki, dass sich die Dynamik im Ukraine-Krieg zugunsten Russlands dreht.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wäscheleine im Nebel

06.09.2025 Die nachtkritik feiert Antú Romero Nunes' maximal verunsichernde, genderfluide "Hamlet"-Inszenierung am Theater Basel. Der Standard erkennt eine vollkommen zeitgenössische Figur in dem Mörder aus Sartres Politdrama "Die schmutzigen Hände", das David Bösch in Wien inszeniert hat. In der SZ feiert Barbara Vinken den männlichen Körper, über den Giorgio Armani den Schimmer der ewig jungen olympischen Götter warf. Die FAZ dokumentiert Cécile Wajsbrots Rede zur Eröffnung des Via Nova Kunstfests Corvey. Die Welt lässt sich vom 98-jährigen Herbert Blomstedt das Fagottsolo aus Sibelius' Fünfter vorsingen.

Bücherschau des Tages

Hyperdifferenzierung

06.09.2025 Die Welt empfiehlt Lea Ypis "Aufrecht", ein von Albanien ausgehender Ritt durch das Zeitalter der Extreme. Die FAS feiert Pier Vittorio Tondellis Roman "Getrennte Räume", der von einer schwulen Liebe in den 80er Jahren erzählt. Die SZ staunt, wie Lina Schwenk in "Blinde Geister" auf 180 Seiten einen Generationenroman über die Traumata des Zweiten Weltkriegs erzählt. Die taz ermittelt mit Marie Hermansons Polizist Nils Gunnarson 1926 im Naturgeschichtlichen Museum Göteborgs. Die FAZ begrüßt Andreas Molitors neue Göring-Biografie - die letzte erschien vor 40 Jahren.

Montag, 08.09.2025

Efeu - Die Kulturrundschau

Wesentliches geschieht in einem Wimpernschlag

08.09.2025 Dass Jim Jarmuschs Film in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, lässt die Kritiker einigermaßen ratlos zurück: Für die NZZ ist es "schlimmstes Boomer-Kino", die taz fragt sich, ob die Auszeichnung vielleicht als verkappter Lebenswerkpreis zu verstehen ist. Begeistert sind dafür alle Kritiker von Jens Harzers Einstand am Berliner Ensemble: In Oscar Wildes "De Profundis" sieht die FAZ einen "Künstler mit zerschlagener Seele", die Nachtkritik kommt mit Harzers Spiel so nah an den Text wie nie zuvor. Alexander Melnikov spielt Rachmaninow auf dessen Flügel so, wie die FAZ ihn noch nicht gehört hat.

9punkt - Die Debattenrundschau

Dass alles irgendwann auseinanderfällt

08.09.2025 Die Ukraine braucht keine Friedenstruppen in der Zukunft, sondern mehr Hilfe jetzt, ruft die NZZ angesichts der schweren Angriffe auf Kiew. taz, FAZ und SZ blicken nach Britannien, wo Nigel Farages rechtspopulistische UK Reform in den Meinungsumfragen inzwischen stärkste politische Kraft ist. In Frankreich sieht es nicht besser aus, dort gibt es inzwischen eine linke neue Bewegung, die auch keine Lösung verspricht: Bloquons tout. Die FAS besucht Deutschlands erstes Dokumentationszentrum zum NSU in Chemnitz.

Bücherschau des Tages

Die Welt ist zuerst ein Gedicht

08.09.2025 SZ und Dlf vertiefen sich in das Jugendbuch von Gamze Kubaşıks und Semiya Simseks, die ihre Väter durch den NSU-Terror verloren. Die FAZ lernt von Hanno Sauer in "Klasse", warum die europäischen Reichen langweiliges Essen bevorzugen. Die FR schmökert in einer neuen Auswahl-Ausgabe der Romane von Vicki Baum, die man völlig zu Unrecht als Unterhaltungsliteratin verunglimpfte. Die taz empfiehlt Oksana Maksymchuks Gedichte über den Kriegsalltag in der Ukraine. Und Dlf Kultur reist mit Gael Faye nach Ruanda und versucht das Trauma des Genozids zu bewältigen. 

Dienstag, 09.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Fortwährende innerdeutsche Selbstbespiegelung

09.09.2025 In der taz analysieren Claus Leggewie und Daniel Cohn-Bendit die trübe Suppe aus linken und rechten Parolen, mit der die französische "Bloquons tout"-Bewegung auftritt. In der Welt schreibt Marko Martin über DDR-Nostalgie nicht nur der Linken. Auch Hunde sind im Iran ein Symbol, informiert hpd.de. Und was wird Bari Weiss wohl bei CBS machen, fragt die FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Zwänge eines geriatrischen Literatursystems

09.09.2025 Die Kulturkritik ist zum zahnlosen Tiger geworden, ruft die SZ angesichts der Besprechungen der neuen Bücher von Caroline Wahl und Ulf Poschardt. Zeit Online stellt fest, dass auch in der Literatur die Grenzen zwischen Links und Rechts zunehmend verschwimmen. Die FAZ reist mit Max Emanuel Cenčićs Inszenierung von Francesco Cavallis Oper "Pompeo Magno" ins Venedig des Jahres 1666. Die Musikkritik trauert um den Dirigenten Christoph von Dohnányi.

Magazinrundschau

Die Schönheit von Orpiment

09.09.2025 The Ideas Letter lotet den immer geringeren Spielraum chinesischer Medien aus - dazu passt Anne Applebaums Essay im Atlantic über die Schleifung von Medien wie Radio Free Europe durch die Trump-Regierung. Atlantic lässt sich außerdem vom amerikanischen Rechtsintellektuellen Mike Solana seine Vorstellung von effizienter Politik darlegen. Emergence hat offene Augen für die hässlichste Farbe der Welt: "Opaque couché", aber auch für alle anderen Farben. Das tschechische Literaturmagazin Tvar widmet sein aktuelles Heft der unabhängigen russischen Literatur. Die LRB lernt in El Salvador, wie ein moderner Gefängnisstaat aussieht.

Bücherschau des Tages

Mit unaufdringlicher Zugewandtheit

09.09.2025 Die FAZ hebt mit den Erzählungen der kaum bekannten englischen Schriftstellerin Charlotte Mew einen literarischen Schatz. Die FR empfiehlt Gerti Tetzners zeitlosen DDR-Roman über den Versuch ihrer Helden "Karen W.", ein neues und selbstbestimmtes Leben zu beginnen. Die SZ untersucht mit einem von Günter Frankenberg und Wilhelm Heitmeyer herausgegebenen Band, wie die AfD schon jetzt Druck auf demokratische Institutionen ausübt. Die taz blickt durch die Linse des Fotografen Wolfgang Krolow und sieht "Kreuzberg und die Welt", bevor sie gentrifiziert wurden. 

Mittwoch, 10.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Nationale Nabelschau

10.09.2025 Während Polen einige russische Drohnen abgeschossen hat, versucht heute die Bewegung "Blockiert alles" Frankreich lahm zu legen. Nachdem die Franzosen den König geköpft und die Republik säkularisiert hatten, blieb ihnen nur noch die Ideologie, versucht im Spiegel der Soziologe Gérald Bronner die allgemeine Blockadewut zu erklären. Kompromisse gehören nicht zum Habitus der Fünften Republik, meint die SZ. Die FAZ fragt, was das neue Leuchtturmprojekt "Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation" in Halle an der Saale eigentlich will, außer Jobs für Wissenschaftler schaffen?

Efeu - Die Kulturrundschau

Er ist ja auch berühmt, der Goetz

10.09.2025 Was ist los mit Ethan Coen, fragen die Filmkritiker nach seinem Film  "Drive-In Dolls". Kamel Daoud erklärt im Welt-Gespräch, warum er sowohl die Intellektuellen des Postkolonialismus als auch Islamisten gegen sich aufbringt. Die FAZ staunt im Städel über die skulpturalen Videos der Bildhauerin Asta Gröting. Ebenfalls die SZ erinnert an den italienischen Komponisten Luciano Berio, der in brillanter Manier die gesamte Moderne remixte.

Bücherschau des Tages

Tastende existenzielle Sinnsuche

10.09.2025 Die FAZ lernt von Mark Walker, warum unter den Nazis keine Atombombe gebaut wurde. Von Karl Banghard lässt sie sich "Die wahre Geschichte der Germanen" erzählen. Die FR begrüßt Abdulrazak Gurnahs neuen Roman "Diebstahl" als "stilles wie nüchternes" Zeugnis gesellschaftlicher Emanzipation in Tansania. Der SZ sträuben sich die Haare, wenn Livia de Stefano in ihrem Roman von 1953 die gnadenlose Härte im Inneren einer sizilianischen Mafia-Familie zeigt. Dlf Kultur ist erschüttert und beeindruckt, wenn die philippinische Journalistin Patricia Evangelista das Morden unter Rodrigo Duterte dokumentiert.

Donnerstag, 11.09.2025

Efeu - Die Kulturrundschau

Wir leben in dieser Welt einfach nicht mehr

11.09.2025 Die Welt legt offen, wie sich die Golfstaaten mit massiven Finanzspritzen für die Opernwelt weißwaschen. Die taz blickt in den bewölkten Himmel über Emden und entdeckt Kriegsszenen. Die Zeit porträtiert den größten deutschen Vertreter der Pop-Art: Den DDR-Maler Hans Ticha. Die NZZ lernt in Michele Ciriglianos Dokumentarfilm "Architektur des Glücks", wie ein Casino ein ganzes Dorf in den Ruin stürzte. 54books traut dem Hype um Nelio Biedermanns Roman "Lázár" nicht. Und Backstage Classical ist fassunglos, dass das Flanders Festival in Gent den designierten Chefdirigenten Lahav Shani ausgeladen hat.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Ferien sind heilig

11.09.2025 Russische Drohnen im polnischen Luftraum zeigen vor allem eins: Putin glaubt, den Westen ohne die USA nicht fürchten zu müssen, meint die SZ. Die Streichung von zwei Feiertagen war der Kardinalfehler der Regierung Bayrou, erklärt Pascal Bruckner in der Welt: Das galt als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Michael Elgort wüsste gern, was der spanische Premierminister Pedro Sanchez gern mit Atomwaffen gegen Israel machen würde. Die Zeit bringt das Dilemma des Nahostkonflikts auf den Punkt: Die Zweistaatenlösung ist out, aber eine Alternative gibt es nicht. Die taz fragt, ob die NYT eigentlich überhaupt noch recherchiert.

Bücherschau des Tages

Wirbeln Gedankenflocken in meinem Schädel

11.09.2025 Die FR liest in Usama Al Shamanis neuem Roman „In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied“ vom Schicksal irakischer Juden. Die FAZ verdankt Christina Fonthes’ Roman über zwei Frauenleben zwischen London und Zaire ein spannendes Panorama der afrikanisch-europäischen Verflechtung. Bewegt folgt die SZ Peter Wawerzineks wortwitzgewandter Brieftherapie, die seine Krebserkrankung mit Streifzügen durch Rom verbindet. Und Dlf Kultur empfiehlt Monika Dittombées Buch „Schattenschicksale“, das von Kindern erzählt, die aus Beziehungen während der Besatzung in Nachkriegsdeutschland erzählt.

Freitag, 12.09.2025

Efeu - Die Kulturrundschau

Provokation - das war in den neunziger Jahren

12.09.2025 Groß ist die Entrüstung, dass das Flandern Festival in Gent Lahav Shani abesagt hat: Eine moralische Bankrotterklärung, schimpft die Welt, ein lupenreines Beispiel für israelbezogenen Antisemitismus, meint die FAZ. Kay Voges bringt in Köln ein Nachspiel zur AfD-Recherche von Correctiv auf die Bühne: Erhellend, findet die SZ, kennt man alles schon, winkt die Welt  ab. Die NZZ lernt in Bern von Ernst Ludwig Kirchner, wie man die perfekte Ausstellung kuratiert. Ein letztes Mal brechen die Schwestern Gisela Getty und Jutta Winkelmann gemeinsam ein Tabu, erkennt der Tagesspiegel. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Bereitschaft zum Widerspruch

12.09.2025 Ein politischer Mord stört das ohnhin hoch polarisierte Amerika auf - der junge und extrem populäre MAGA-Aktivist Charlie Kirk wurde in Utah erschossen. Der Täter ist bisher nicht gefasst. Kirk war ein Extremist, resümieren die Medien, aber man kann nicht leugnen, dass er die Debatte suchte. Die taz findet den neuen SPD-Vorschlag für das Bundesverfassungsgericht - die Richterin Sigrid Emmenegger - eher feige.

Bücherschau des Tages

Von Merian zum Zahnarzt Ritter

12.09.2025 Die FAZ lernt mit der Salonnière Louise Dupin eine frühe Verfechterin der Gleichberechtigung kennen. Mit Laura Spinney kämpft sie sich durch den Dschungel der Sprachverzweigungen des Indogermanischen. Der Dlf verdankt Yves Pagès' Kulturgeschichte des Laufbandes  beste Gesellschaftskritik. Außerdem freut er sich über eine Wiederbegegnung mit Jochen Schmidts Romanheld Richard Sparka in Hoplopoiia. Und Dlf Kultur rät gleich zu mehrfacher Lektüre von Gustavo Faverón Patriaus Roman "Unten leben", der ihm die "horrorartige Gewaltgeschichte Lateinamerikas" erzählt.

Samstag, 13.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Kognitive Schulden

13.09.2025 In der Welt erkennt New-York-Times-Autor James Kirchick in den Reaktionen der Rechten auf den Mord an Charlie Kirk die "Geburtsstunde einer transatlantischen Rechten". Die Welt ruft der israelischen Regierung zu: Es ist Zeit für eine Einigung. In der FAS verteidigt die Philosophin Lea Ypi die Ideale der Aufklärung gegen die postkoloniale Kritik. Und in der FAS bangt der Kulturwissenschaftler Mikhail Ilchenko um Bergkarabachs Kulturerbe.

Efeu - Die Kulturrundschau

Beim Blödsinnmachen an der Küste

13.09.2025 Die FAS ist gleichzeitig berauscht und nüchtern, wenn sie in der Julia Stoschek Foundation in Berlin Mark Leckeys sprechende Kühlschränke trifft. Die nachtkritik erlebt, wie sich in Jan Philipp Glogers Einstands-Stück am Volkstheater Wien ein Komet in die Erde verliebt. SZ und FAZ diskutieren weiter über die Ausladung der Münchner Philharmoniker und ihres israelischen Dirigenten Lahav Shani vom Flandern Festival in Gent. 

Bücherschau des Tages

Faszination der Berührung

13.09.2025 Die FAZ ist schwer beeindruckt davon, wie José Rizal in seinem Roman "Noli me tangere" vom phillipinischen Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier erzählt. Die taz lässt sich von der poetischen Raffinesse und politischen Brisanz in Anja Kampmanns Roman "Die Wut ist ein heller Stern" bezaubern. Außerdem liest sie starke Frauenromane von Antonia Baum und Claire Kilroy. Die NZZ blickt mit Ulrich Schmid und Oswald Burghardt auf die Geschichte der ukrainischen Literatur. Und Dlf Kultur staunt, wie die Philosophin Manon Garcia in ihrem Buch über die Pélicot-Prozesse die "banalité du male" seziert.  

Montag, 15.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Publikum lauscht ergriffen

15.09.2025 "Eine ausgesprochen miserable Bilanz" hat die Nato bei der Abwehr russischer Drohnen, die in polnisches Territorium eindrangen, vorzuweisen, meint Herfried Münkler in Zeit online. Die taz fragt nach der größten rechtsextremen Demo in der britischen Geschichte, wie es die Diskursgegner der Rechtsextremen mit der Meinungsfreiheit halten. Die Türkei befindet sich auf dem Weg in die Diktatur, fürchtet Bülent Mumay in der NZZ. 

Efeu - Die Kulturrundschau

Weltraumbahnhof für das Denken

15.09.2025 Die FAZ findet die Aussagen von Jan Briers, dem Leiter des Flanders Festival in Gent, zur Causa Lahav Shani "desaströs". Nachtkritik und FR tauchen am Schauspiel Frankfurt in die originellen Bilder der Regisseurin Luise Voigt ein. Der Tagesspiegel konstatiert, dass in Hollywood kaum noch jemand zu Israel hält. Ein Grund zu Freude und Hoffnung ist für die SZ die Wiedereröffnung der Synagoge in der Münchner Reichenbachstraße.

Magazinrundschau

Ein Funke der Form

15.09.2025 Périphéria gewinnt derzeit gegen Metropolia - und das ist auch gut so, meint im New Statesman der französische Geograf Christophe Guilluy. Wir erleben gerade die letzten Tage der sozialen Medien, prophezeit Noema. The Atlantic nimmt die Antisemiten im Trumplager unter die Lupe. New Lines erklärt, warum es so schwierig ist, den sambischen Präsidenten Edgar Lungu zu beerdigen. Der New Yorker kann sich nicht entschließen, ob er Uniqlo billigen soll. Das Comic Journal erzählt, wie sich japanische und europäische Künstler gegenseitig beeinflussten.

Bücherschau des Tages

Die verführerische Gloria

15.09.2025 Die NZZ fragt mit mit Oliver Moody, wie die Nato mit der "Konfliktzone Ostsee" umgehen soll, um sich gegen Russland zu wehren. Außerdem macht sie sich mit Percival Everetts Helden Wala Kitu in James Bond-Manier auf die Jagd nach dem Nichts. Die SZ empfiehlt dringend Güner Yasemin Balcis Buch "Heimatland" über den Berliner Stadtteil Neukölln. Die FAZ empfiehlt neue Hörbucher.   

Dienstag, 16.09.2025

Efeu - Die Kulturrundschau

Wie schrecklich der Verlust einer Kuh ist

16.09.2025 Update: Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis ist da! Die Nachtkritik verliert sich mit Freuden in den Verfremdungseffekten von Felicitas Bruckers Bühnenadaption des Haneke-Films "Caché" am Wiener Volkstheater. Die FAZ lernt in einer Ausstellung über Ernst Ludwig Kirchner in Bern einige Schrullen des Brücke-Malers kennen. Jungle World träumt nach Michael Dwecks und Gregory Kershaws Dokumentarfilm "Gaucho Gaucho" von einem Leben als Rinderhirt in der argentinischen Prärie. Die NZZ würdigt Devonté Hynes a.ka. Blood Orange anlässlich seines neuen Albums als "Doktor Faust der Pop-Musik". 

9punkt - Die Debattenrundschau

Energie für die eigenen Zwecke

16.09.2025 "Iranische Frauen haben nie und werden niemals vor diesem Regime kapitulieren", sagt die Historikerin Neda Amani in der FR zum dritten Jahrestag des Tods von Jina Mahsa Amini. Friedrich Merz hat eine sehr emotionale Rede zur Wiedereröffnung der Synagoge in der Münchner Reichenbachstraße gehalten - Rachel Salamander erzählt in der Jüdischen Allgemeinen ihre Geschichte. Der Rechtspopulismus ist ein Perpetuum mobile, fürchtet Eva Ladipo in der FAZ: Er schürt die Wut, die ihn nährt.

Bücherschau des Tages

Das Finale scheppert

16.09.2025 Die FR erkennt in T.C. Boyles neuem Roman über eine toxische Dreiecksbeziehung eine sinistre Allegorie auf die USA unter Donald Trump. Die FAZ freut sich über ein wunderbares Stück Musikarchäologie von Graeme Lawson. Mit Konrad Paul Liessmann versucht sie Lösungen für die Krisen der Gegenwart zu finden. Dlf verliert sich genüsslich im erzählerischen Labyrinth von Gustavo Faverón Patriaus Südamerika-Roman "Unten leben". Dlf Kultur empfiehlt Lara Haworths Roman "Das Abschiedsmahl", in dem in Belgrad ein Mahnmal für ein Massaker errichtet werden soll - nur für welches denn nun? 

Mittwoch, 17.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Maximales Chaos

17.09.2025 It's the economy, stupid, ruft Timothy Garton Ash den Demokraten zu, die noch 400 Tage bis zu den Zwischenwahlen haben, um die amerikanische Demokratie zu retten. In der FR sieht der Historiker Bernd Greiner Neid als Hauptmotiv für die "Extremisten der Mitte" in den USA. Die FAZ fragt angesichts immer größerer Sozialausgaben: Hat niemand eine Idee für einen neuen Gesellschaftsvertrag? Der Spiegel zeigt in einer Reportage aus Hagen, wo die Reise andernfalls auch hierzulande hinführen könnte.

Efeu - Die Kulturrundschau

Erdbeerblonder Bilderbuchamerikaner

17.09.2025 Robert Redford ist tot; die SZ erinnert an die unbefleckte Präsenz des Stars, die Zeit trauert um einen Surferboy mit linkem Gewissen. Außerdem diskutieren die Feuilletons die Buchpreis-Shortlist, die laut FAZ von komplexen Romanen über Gewalterfahrungen dominiert wird. Zeit online findet Trost in einem Konzert von Lahav Shani und den Münchner Philharmoniker, die nach ihrer Ausladung in Gent in Berlin auftraten.

Bücherschau des Tages

Krokodilödeli

17.09.2025 Die SZ wird vom gewaltigen Sprachstrom in Ozan Zakariya Keskinkiliçs "Hundesohn" hingweggerissen. Die FAZ geht mit Anneke Lubkowitz und ihren literarischen Rebellinnen auf Wandertour. Außerdem freut sie sich über die "weggemeißelten" Verse Silke Scheuermanns. Die FR empfiehlt Marie Vieux-Chauvets "Liebe Wut Wahnsinn" über das postkoloniale Haiti - ist aber mit der Übersetzung unzufrieden. Die Welt trifft bei Susan Bernofsky einen Robert Walser zwischen "Zartheit und Geschwätzigkeit, Begeisterung und Katzenjammer." 

Donnerstag, 18.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Das ist eher Mafia-Stil

18.09.2025 In der FAZ plädiert der Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz für einen progressiven Kapitalismus, um die Demokratie zu retten. Im Spiegel überlegt der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk, wie man Populisten Paroli bietet. Die Zeit telefoniert mit Steve Bannon, der sich beschwert, dass nach dem Mord an Charlie Kirk nicht zwei Drittel der FBI-Beamten entlassen werden. Ausländische Journalisten, die Donald Trump kritisieren, müssen jetzt um ihr Visum fürchten, berichtet die NZZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Gefühl, nicht in Sansibar zu sein

18.09.2025 Die Filmkritiker verabschieden sich mit Christian Petzolds Film "Miroirs No. 3" vom Sommer. Die taz porträtiert die ugandische Schriftstellerin Stella Nyanzi, die sich mit den Obrigkeiten ihres Heimatlandes angelegt hat und im Exil in Berlin lebt. Die Zeit berichtet, wie Ai Wei Wei mit weißgestrichenen Uniformen für Irritation in Kiew sorgt. Die FAZ tanzt bei der Ruhrtriennale Pas de deux mit der israelischen Choreografin Sharon Eyal.

Bücherschau des Tages

Anspielungen auf seinen Bleistift

18.09.2025 Einfach sensationell findet die Zeit Peter Beckers Buch über Albert Einstein, in dem man den Physiker als Intellektuellen von Weltformat erleben kann. Außerdem macht sie mit Lea Ypi eine Zeitreise ins Albanien unter kommunistischer Diktatur. Die SZ vertieft sich in die Erinnerungen Heinrich August Winklers. Die Welt studiert mit Eva Illouz und Karl-Markus Gauß den Antisemitismus der Linken. Dlf wachsen bei der Lektüre von Martin Lechners Roman "Verwilderung" Werwolfskrallen. 

Freitag, 19.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Gefühl des inneren Widerstands

19.09.2025 In der Welt bittet die israelische Autorin Zeruya Shalev die Europäer, "sich der Komplexität bewusst zu sein, in der wir hier leben".  In der FAZ fragt der Fimproduzent Martin Moszkowicz, warum gerade seine Branche Israel fallen lässt. In der NZZ lotet der Schriftsteller Christoph Brumme das kulturelle Missverständnis zwischen dem Westen und Russland aus. Die Absetzung des Late-Night-Comedian Jimmy Kimmel beschäftigt die deutschen Medien weiter. 

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Publikum gibt sich Mühe

19.09.2025 Das van Magazin stellt Marc Blitzsteins geometrische Oper "Parabola and Circula" vor, die 96 Jahre nach ihrer Entstehung beim Musikfest Berlin uraufgeführt wird. Die Berliner Zeitung übt im Deutschen Theater begeistert Neusinn, Quersinn, Fremdsinn oder Unsinn mit Nele Stuhlers "Leichtem Gesang". Der Standard besucht die Wiener Ausstellung der queer-feministischen Künstlerin Ashley Hans Scheirl. Selbst dem Spiegel ist unwohl beim dem von Brian Eno organisierten "Together for Palestine"-Benefizfestival: Die israelischen Opfer des 7. Oktobers wurden nicht einmal erwähnt.

Bücherschau des Tages

Anekdotisch weise

19.09.2025 Der Dlf rühmt Harry Martinsons 1956 im Original erschienenes Versepos "Aniara" als absolute Ausnahmeerscheinung unter den Weltraum-Odysseen des 20. Jahrhunderts. Die SZ lässt sich von Kreator-Frontmann Mille Petrozza erzählen, wie ihn Heavy Metal rettete. Die NZZ liest mit spannungsroten Ohren Robert Galbraiths Krimi "Der Tote mit dem Silberzeichen". Die FAZ erliegt der existenziellen Verzweiflung Katerina Poladjans am Goldstrand Bulgariens.

Samstag, 20.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine andere Qualität

20.09.2025 Die taz liest Eva Illouz' Essay "8. Oktober" und entdeckt, wo Links- und Rechtsextremismus konvergieren. In den USA unterwerfen sich Medien einem "autoritär-faschistischen Angriff", während es in Deutschland keine Cancel Culture gibt, meinen taz und FR. Zeit online sieht es anders. Jemand musste Judith B. verleumdet haben, fürchten die NZZ und diese selbst in The Nation. Was bringt ein Fortschritt, der auf "Singularität" hinausläuft, fragt die Welt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Kühe sind hier alle

20.09.2025 Der Guardian besucht die Calder Gardens in Philadelphia und versucht eine rein ästhetische Begegnung mit dem Künstler. Die Welt versteht nicht, warum die Deutsche Filmakademie den "Fünf-Punkte-Plan gegen den Antisemitismus" nicht mittragen will. Der Standard besucht in der Wiener Albertina eine Ausstellung über den Einfluss der Gotik auf die Moderne. In Monopol erklärt Jaime Martínez, Leiter der Artbo in Bogotá, das Hauptthema moderner kolumbianischer Kunst. Zeit online hört entgeistert das Emo-Geträller von Nina Chuba. Der italienische Autor Fabio Stassi reist für die FAZ auf den Spuren von Antonio Tabucchi nach Kreta.

Bücherschau des Tages

Resonanz ist alles

20.09.2025 Mona Horncastle legt ein sensibles Porträt der großen Sammlerin Peggy Guggenheim vor, freut sich die FAZ. Ebendort lobt der Staatsrechtler Horst Dreier den Staatsrechtler Christoph Möllers. NZZ und taz lernen mit Eva Illouz einiges über linke Israel-Pathologien. Mit Annekathrin Kohouts "Hyperreaktiv" lässt sich laut Dlf Kultur die Netzöffentlichkeit besser verstehen. Und Dlf Kultur und taz sagen zu Pascal Everetts "Dr. No" nicht nein.

Montag, 22.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Teil der offiziellen Politik

22.09.2025 In der Nacht wurde Charlie Kirk in einer gigantischen Trauerzeremonie sozusagen heilig gesprochen. Die Verschmelzung zwischen Evangelikalismus und Politik war nie inniger, notiert die New York Times, aber das religiöse Gesäusel schließt den Hass keineswegs aus, machte Donald Trump mit seiner Rede klar. In Zeit online erklärt Völkerrechtler Andreas Zimmermann, was eine Anerkennung Palästinas als Staat durch Frankreich oder Britannien für konkrete Auswirkungen hat. Die taz lernt auf dem Deutschen Historikertag Neues über antisemitische Kontinuitäten. Ruhrbaron Stefan Laurin beobachtet, wie der Antisemitismus in den Mainstream einsickert. 

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Kreons dieser Welt

22.09.2025 Das Internationale Literaturfestival Berlin hat einen Solidaritätsabend für die Ukraine veranstaltet und der Tagesspiegel lernt von Katja Petrowskaja, Yevgeniy Breyger und Tanja Maljartschuk, dass es in Kriegszeiten eigentlich unmöglich ist, Literatur zu schreiben. Michel Friedman wird vom Literaturhaus Uwe Johnson in Klütz ausgeladen, aus Angst vor den Rechten, weiß die FAZ. Die Kritiker sind begeistert von Sophokles' "Antigone", die Selen Kara mit einem umwerfenden Ensemble auf die Bühne des Schauspiels Frankfurt bringt. Das neue Schiedsgericht wird es den Museen leicht machen, sich vom Raubkunstverdacht freizusprechen, fürchtet die SZ. Der Standard berichtet, dass das von Lahav Shani dirigierte Konzert in Wien wegen Störungen propalästinensischer Aktivisten minutenlang unterbrochen werden musste.

Bücherschau des Tages

Diagnose einer Seinsvergessenheit

22.09.2025 Die SZ debattiert mit Hamed Abdel-Samad und Philipp Peyman Engel über Israel. Die FAZ hat dank dem Kinderbuch "Opas Herz" von Judith Burger und Julie Völk keine Angst mehr vor Veränderungen. Mit Clare Furniss kämpft sie in einem dystopischen England gegen Totalitarismus. Die taz tanzt mit Maximilian Probst und Ursina Tossi durch die Philosophie. Dlf Kultur lobt Jochen Schmidt mit seinem neuen Buch "Hoplopoiia" als "Meister des luziden Gesellschaftsromans."

Dienstag, 23.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine Brücke an einer Wolke

23.09.2025 Der Disney-Konzern nimmt seinen ganzen Mut zusammen und macht die Absetzung des Comedian Jimmy Kimmel rückgängig - Druck von Hollywood-Gewerkschaften hat laut New York Times geholfen. In der SZ erklärt Eva Illouz, wie die Postmoderne die Welt zu Text machte und dabei die Wahrheit opferte. In der FR macht Josephine Quinn klar, dass Ägypten, Persien und Indien zum "Westen" gehören. Die vorauseilende Anerkennung eines Staates Palästina bleibt umstritten.

Efeu - Die Kulturrundschau

Eine recht handliche Keule

23.09.2025 Mariame Cléments Frankfurter "Così fan tutte"-Inszenierung wird dem Stoff mit klugen Aktualisierungen gerecht, lobt die FAZ. Zeit Online bewundert, wie energisch Spanien zum "Hollywood Europas" avancieren will. Die taz betrachtet in Oldenburg mit Begeisterung den melancholischen Herkules des Bildhauers Ludwig Münstermann. Die Musikkritiker staunen beim Musikfest Berlin über Marc Blitzsteins im Jahr 1929 komponierte Bauhaus-Oper "Parabola and Cirula". 

Magazinrundschau

Entgrenzt und losgelassen

23.09.2025 In Atlantic erklärt Jill Lepore die Rechtsidee des Originalismus, der die US-Verfassung für unveränderbar erklärt - ähnlich wie Islamisten den Koran. Die LRB findet die intellektuellen Wurzeln des Trumpismus im Paläolibertarismus eines Murray Rothbard. Le Grand Continent entdeckt das neueste Instrument des Priestertrugs. In Irozhlas spricht Agnieza Holland über ihren neuen Film "Franz" (Kafka). In Public Books erklärt der Südamerika-Historiker Greg Grandin einen wesentlichen Unterschied zwischen den USA und Lateinamerika. Quietus huldigt Kate Bush.

Bücherschau des Tages

"Mondkusine" und "Tränenwärmer"

23.09.2025 Die FAZ ist an Bord, wenn Ulrike Draesner nicht mit Odysseus, sondern mit Penelope in See sticht. Außerdem entdeckt sie George Sands starkes Frauenporträt "Nanon" dank der Neuübersetzung von Elisabeth Edl wieder. Die NZZ vertieft sich in fünfzig kritische Charakterporträts von Elias Canetti. Die taz wird in Torrey Peters Roman "Stag Dance" Zeuge, wie ein Holzfäller den Wunsch als Frau begehrt zu werden in sich entdeckt. Und Dlf will mit Ian McEwan herausfinden, ob sich die Vergangenheit schreibend wiederbeleben lässt.

Mittwoch, 24.09.2025

Efeu - Die Kulturrundschau

Gute Nacht, Herr Direktor

24.09.2025 Das Burgtheater gedenkt in einer spektakulären Trauerfeier seines langjährigen Intendanten Claus Peymann - in der FAZ schreibt Christoph Ransmayr höchstpersönlich. Die NZZ bejubelt Paul Thomas Andersons lebendigen, unberechenbaren Film "One Battle After Another" - critic.de hingegen ist das alles nicht frei und crazy genug. Die FAZ schwelgt im Frankfurter Städel in den Farbwelten des österreichischen Malers Carl Schuch. Der Standard fühlt sich veräppelt, weil Popstars ihre Lieder immer seltener selbst schreiben. Und: Trauer um Claudia Cardinale.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Diffusion des Feindbegriffes

24.09.2025 In der UN-Sitzung zur Anerkennung Palästinas ging es in erster Linie doch darum, Israel zu verurteilen, kritisiert die SZ. Die Zeit diskutiert pro und kontra einer Anerkennung Palästinas. Die NZZ beleuchtet Peter Thiels Endzeitvisionen. Sozialwissenschaftler, die sich mit dem Nahen Osten beschäftigen, trauen sich kaum mehr den Mund aufzumachen, lernt die FAZ  aus einer Studie der FU Berlin. Und: Alle berichten über die Rückkehr Jimmy Kimmels ins Fernsehen.

Bücherschau des Tages

Beweis für die Schönheit

24.09.2025 Die FAZ erfährt von Karolin Bove, welche Rolle der Reclam-Verlag wirklich während der Nazi-Zeit spielte. SZ und FR blicken mit Ian McEwan aus dem Jahr 2119 auf unsere Epoche zurück. Die Welt empfiehlt Tyler Wetheralls sensiblen Coming-of-Age Roman "Amphibium". In Annette Pehnts Kurzgeschichten mit dem Titel "Einen Vulkan besteigen" schlummert unter der einfachen Sprache ein explosiver Inhalt, erkennt Dlf Kultur. Und Dlf ist berührt von Delphine Minouis Roman "Badjens" über den Widerstand einer jungen Frau im Iran. 

Donnerstag, 25.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Schicksal Amerikas selbst

25.09.2025 Die Welt druckt aus unklaren Gründen die Rede Donald Trumps vor der UN-Generalversammlung. Die SZ benennt, was man aus dieser Rede schließen kann: nichts, gar nichts. Ebenfalls in der SZ legt Timothy Snyder dar, dass es jetzt auf die demokratischen Bundesstaaten in den USA ankommt, falls man dort die Demokratie noch retten will. Die taz hat eine entsetzliche Entdeckung gemacht: Es gibt Linke, die für Israel sind, aber das "passt einfach nicht zusammen". In der NZZ ruft Karl Schlögel die Europäer auf, "Abschied zu nehmen von einer Welt, die es so nicht mehr gibt".

Efeu - Die Kulturrundschau

Jeder tritt in den Traum des anderen ein

25.09.2025 Die Filmkritiker trauern um Claudia Cardinale: Sie war die Kino-Göttin des 20. Jahrhunderts, schreibt Zeit Online, die FAZ erinnert an ihren legendären Tanz mit Burt Lancaster in Viscontis "Der Leopard". Die taz bewundert das Spiel mit Verhüllung und Offenbarung in den Werken der iranischen Künstlerin Parastou Forouhar, die in Chemnitz ausstellt. Die FR begrüßt die philippinische Künstlerin Stephanie Comilang in der Schirn-Kunsthalle. Im Zeit-Interview skizzieren Regisseur Tobias Kratzer und der Dirigent Omer Meir Wellber ihre Pläne für die Hamburger Oper.  

Bücherschau des Tages

Von ganz oben bis ins Bettlertum

25.09.2025 Die FAZ macht sich um die Zukunft der Literatur keine Sorgen mehr: Sie hat Jonas Hassen Khemiris "Die Schwestern" gelesen. Nach allen anderen zeigt sich nun auch die Zeit beeindruckt von Thomas Melles "Haus zur Sonne". Dlfkultur widmet sich SenLinYus "Alchemised", einem Roman, der sowohl Fanfiction, als auch Gothic,als auch Young Adult ist und mit Farbschnitt kommt.

Freitag, 26.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Mit deinen Sachen zum Ausgang

26.09.2025 Tayyip Erdogan ist es nie gelungen, die türkische Kulturszene auch nur im mindesten auf seine Seite zu ziehen. Dafür bestraft er sie nun mit immer neuen Festnahmen, erzählt Bülent Mumay in seiner FAZ-Kolumne. Politischen Gefangenen in Russland ergeht es noch schlimmer, erfahren wir in der SZ. Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy ist zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden, und das ist richtig so, meint Lejournal.info. In den 683 Tagen seit dem 7. Oktober 2023 gab es in Berlin 865 Demonstrationen gegen Israel. Aber das reicht laut taz nicht aus - morgen folgt die größte aller Zeiten.

Efeu - Die Kulturrundschau

König, Kaiser will ich werden

26.09.2025 Die SZ trauert um den Berenberg Verlag, der im Frühjahr schließt. Die nachtkritik durchlebt in der Volksbühne acht Stunden Totaltheater mit Vegard Vinges Inszenierung von Ibsens "Peer Gynt". Monopol stellt die Künstlerin Schirin Kretschmann vor. Im Tagesspiegel findet es Michael Barenboim total okay, den Dirigenten Lahav Shani auszuladen, weil er Israeli ist. Die taz feiert den Northern Soul. Und: Der Filmessayist Hartmut Bitomsky ist gestorben. 

Bücherschau des Tages

Weltpolitik und Socken

26.09.2025 Dlf Kultur staunt über Nora Haddadas "Blaue Romanze", der geschickt eine Liebesgeschichte mit einer Analyse des Diskurses über Israel und Palästina verbindet und dabei genau den Ton akademischer, linker Millenials trifft. Der SZ bleibt das Lachen im Schlund stecken bei der Lektüre von Dirk Stermanns "Die Republik der Irren": Zu sehr erinnert sie Gabriele D'Annunzios futuristischer Zwergstaat in Fiume an die USA unter Trump. Die NZZ feiert die Essays von Franz Schuh. Die taz schwelgt mit Benjamin Myers' Roman "Strandgut" im Northern Soul. Der Dfl bewundert Elli Unruhs Debüt "Fische im Trüben", ein Generationenroman unter Russlanddeutschen.

Samstag, 27.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Leben selbst wurde zur Story

27.09.2025 In der FR fragt Giuliano da Empoli: Wenn wir die Azteken sind, wer sind dann die Männer mit den Feuerstäben? Timothy Snyder weist in seinem Blog auf einen ziemlich unheimlichen Vorgang hin: Der amerikanische Verteidigungsminister hat sämtliche Generäle aller Streitkräfte nach Virginia einbefohlen. Warum? Mit Blick auf die Zukunft Europas warnt die FAZ: Vieles hängt von Gagausien ab. Queernations fragt: Warum identifiziert sich eigentlich ausgerechnet die queere Szene so verzückt mit dem blutigen Machismo der Hamas?

Efeu - Die Kulturrundschau

Man stirbt eben nur einmal

27.09.2025 Der Standard kommt im Mumok dem Zufall auf die Spur, der den Künstler Tobias Pils leitet. Tobias Kratzer ist das Beste, was der Hamburger Oper passieren konnte, jubelt der Spiegel über den neuen Intendanten. Die NZZ staunt über die Ehrenrunde, die Claus Peymann noch um das Burgtheater drehen durfte. Die Filmkritiker trauern um Hartmut Bitomsky, der mit Harun Farocki den Filmflügel der Kritischen Theorie bildete. Die taz porträtiert den kurdischen Schriftsteller Menaf Osman, der im türkischen Gefängnis schwer gefoltert wurde. Die European Broadcast Union will ihre Mitglieder über die Teilnahme von Israel beim nächsten ESC abstimmen lassen, berichten Zeit online und die taz.

Bücherschau des Tages

Der Rindel-Groschen tönt mit seinen Gondi

27.09.2025 In der FAZ bewundert Jan Philipp Reemtsma Güner Balcis scharfen Blick auf ihr "Heimatland" in Neukölln. Die FAS empfiehlt begeistert Ozan Zakariya Keskinkilics Debütroman "Hundesohn" über einen jungen schwulen Muslim. Die taz feiert Kamel Daouds Roman "Huris" als sprachlich kunstvolle Erinnerung an algerische Verdrängungspolitik. Die Welt folgt Samanta Schweblin in existenzielle Abgründe. Der Dlf erfährt aus Usama al Shahmanis Roman "In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied" von der fast vergessenen jüdischen Gemeinde Bagdads.

Montag, 29.09.2025

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Trauma reicht nicht aus

29.09.2025 In der FAZ fragt Sönke Neitzel: Kann eine Bundeswehr funktionieren, die 10.000 Oberstleutnants hat - und gleichzeitig nur 10.000 Obergefreite? Die SZ ist empört: Wenn Comedians wie Dave Chapelle und C.K. Louis eine Gage von 1,6 Millionen Dollar bekommen, dann treten sie auch in Saudi Arabien auf. Für die NZZ liest der niederländische Schriftsteller Arnon Grünberg Hitlers "Mein Kampf", das vor hundert Jahren erschien, und bescheinigt dem Buch eine unheimliche Aktualität. taz und Spiegel online berichten von der Berliner Gaza-Demo.

Efeu - Die Kulturrundschau

Neue Formen der Wirklichkeitsauslegung

29.09.2025 Georg Stefan Troller ist im Alter von 103 Jahren gestorben: Die NZZ verneigt sich vor dem "Grandseigneur des Fernsehens", die FAZ erinnert an die "völlig selbstgewisse Stimme", mit der Troller erzählt hat. SZ und FAZ  loben das großartige Spiel der beiden Hauptfiguren in Barbara Freys Inszenierung von Ödön von Horvaths "Kasimir und Karoline" am Münchner Residenztheater. Die Gemälde Georges de la Tours überzeugen Welt und Zeit in Paris durch ihre "virtuose Lichtregie."  

Bücherschau des Tages

Kleinere Orientierungslosigkeiten

29.09.2025 Die NZZ lässt sich von Ali Sadrzadeh erzählen, wie Ali Khamenei zum religiösen und politischen Oberhaupt des Iran wurde. Die SZ stöbert in der von Sven Lange und Heiner Möllers herausgegebenen "Geschichte der Bundeswehr in 100 Objekten". Dlf will mit Josephine Quinn den Westen dekonstruieren. Und Dlf Kultur streift mit Ersi Sotiropoulos und dem griechischen Dichter Konstantinos Kavafis durch das Fin de siècle in Paris. 

Dienstag, 30.09.2025

Magazinrundschau

Ohne Sündenböcke überleben?

30.09.2025 René Girard ist der Denker der Stunde, insistieren Salmagundi und The Point - aber nicht weil Peter Thiel ihn liest. Die London Review, HVG, Respekt, Elet es Irodalom, der New Statesman und der New Yorker machen sich alle Sorgen um die Meinungsfreiheit, fragen sich aber auch, wo ihre Grenzen sind. New Lines stellt das Musiklabel "Baidaphon" vor, das zwischen den Weltkriegen in Berlin hunderte Platten von Musikern aus dem Nahen und Mittleren Osten produzierte. Der Rolling Stone porträtiert den Rasputin am Trumpschen Hof. La Regle du jeu lernt Emmanuel Carreres Mutter kennen, Frankreichs berühmteste Russlandexpertin und Putin-Freundin Hélène Carrère d'Encausse.

9punkt - Die Debattenrundschau

Viele verunsicherte Männer

30.09.2025 Donald Trump und Benjamin Netanjahu haben einen Friedensplan für den Gaza-Krieg vorgestellt - wir verlinken auf ihn und bringen allererste Reaktionen.  Aus Moldawien kommen endlich mal gute Nachrichten, freut sich die FAZ nach dem proeuropäischen Ausgang der Wahlen.  In der SZ erklärt Politikwissenschaftlerin Birgit Sauer , wie Rechtsextreme mit den Frustrationen junger Männer spielen. Und Holger Friedrich möchte zunächst mal die Zeitungen der DDR wiederbeleben, berichtet die Welt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Helmut Kohl aus Butter

30.09.2025 Die Theaterkritiker sind allesamt begeistert von Barrie Koskys Kafka-Revue "K." am Berliner Ensemble, die zwischen Unbehagen, Witz und "talmudschem Über-Ich" schillert. Die FAZ gerät über die handwerklich brillanten Porträts des schwedischen Malers Anders Zorn in der Hamburger Kunsthalle ins Schwärmen. Als "kleines Wunder" bezeichnet außerdem die Welt eine Ausstellung über jüdische Designerinnen in Berlin, die der Nationalsozialismus ins Abseits der Geschichte drängte. Jan Böhmermanns umstrittenes Berlin-Konzert wurde abgesagt: SZ und taz finden das nicht so gut. 

Bücherschau des Tages

Begegnung mit einem echten Geist

30.09.2025 Die FAZ reist mit Büchern von Hans Ulrich Gumbrecht, Heike Knortz und Rodrigo Valadão in die Weimarer Republik. Außerdem staunt sie über das ästhetische Potential der Berliner Hässlichkeit in Rolf Schultens Fotografien der Stadtautobahn A 100. Dlf ist begeistert von Aliyeh Ataeis Roman "Im Land der Vergessenen" über eine Kindheit im iranisch-afghanischen Grenzgebiet. Außerdem schwebt er freudig durch Michael Köhlmeiers biographischen Roman über den österreichischen Regisseur Robert Dornhelm. Dlf Kultur lässt sich von Yael Neeman die Geschichte der Kibbuzim erzählen. 

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