Dienstag, 01.03.2016
Magazinrundschau
01.03.2016 The Atlantic spürt dem großen Kaktusschmuggel nach. Nepszabadsag und Hospodarske noviny analysieren die Rhetorik in den Visegrad-Ländern. Die LRB verteidigt den Drohnenkrieg. Der Merkur denkt über Design und Charakter nach. Der New Yorker optimiert sich mit digitalem Lernen. Die New York Times lernt von Google den Wert komplizierter Gespräche. Im Guardian erklärt Karl Ove Knausgard, warum nicht Tolstoi, sondern Turgenjew sein Vorbild ist. Wenn die Revolution kommt, dann dank der alleinstehenden Frauen, ruft das New York Magazine.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.03.2016 In der SZ vermisst Aleksandar Hemon die Schlagkraft der Literatur, Willibald Sauerländer feiert Piero della Francesca als den Konstrukteur der Schönheit. Nuran David Calis' Kölner Stück "Glaubenskämpfer findet ein geteiltes Echo: Packendes Diskurstheater, meint die Welt, die FAZ vermisst die Nähe zur Kunst. Die Berliner Zeitung ahnt Schlimmstes für das in Berlin geplante Museum der Moderne: Einfügung, Vorsicht und Pragmatismus.
9punkt - Die Debattenrundschau
01.03.2016 Soll man Holocaust-Leugner durch Verbot oder durch Diskussion schwächen? Die huffpo.fr ist nicht einverstanden mit einer These der Autorin Anastasia Colosimo. Die NZZ würdigt in Phoenix-See in Dortmund, dass auch deutsche Städte zu architektonischen Leistungen fähig sind. Die New York Review of Books vermisst die Dahlemer Museen schon jetzt. Die New Republic stellt überrascht fest: Es gibt so etwas wie einen "secular turn" im amerikanischen Wahlkampf.
Medienticker
01.03.2016 Comic-Markt: Crowd & Rügen - Internet-Kriminalität: Schlag gegen illegale Internet-Plattformen - Deal mit Supermarkt-Kette: Amazon will erstmals in Europa frische Lebensmittel liefern - "Die Angst vor künstlicher Intelligenz ist hysterisch", meint Mark Zuckerberg + Enfant Terrible: Zum 25. Todestag von Serge Gainsbourg.
Bücherschau des Tages
01.03.2016 Die FR begrüßt sehr, dass Kamel Daoud mit seiner Camus-Aneignung "Der Fall Meursault" das Gleichgewicht von Macht und Menschlichkeit wieder herstellt. Die NZZ genießt in Nicholson Bakers "Regenmobil" die Mischung aus Fantasie, schrulligem Personal und technischem Gerät. Die FAZ rühmt Gaito Gasdanows Roman "Die Rückkehr des Buddha" von 1947. Und die taz stürzt sich freudig in Alexander Ilitschewskis Roman "Der Perser".
Mittwoch, 02.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
02.03.2016 Die Welt beklagt nach dem Kölner Eklat um ein Steve-Reich-Konzert die Verlotterung der Sitten im Konzertsaal. Die NZZ macht dort überhaupt ein reaktionäres Klima aus. Die FAZ lauscht lieber Len Lyes leisen Stahlgesängen in Neuseeland. Der Freitag wirft dem Theaterbetrieb vor, aus Fatalismus und Kalkül Scharen arbeitsloser Schauspieler zu produzieren. Die taz besichtigt in Hamburg die Ruinen der Hippie-Ära.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.03.2016 Der autoritäre Charakter ist auferstanden. Und er hat Donald Trump gewählt - meint jedenfalls das amerikanische Blog Vox.com mit Blick auf politologische Studien. In der NZZ spricht die syrische Autorin Rosa Yassin Hassan über die verlorene Hoffnung in den arabischen Frühling. In der Berliner Zeitung wendet sich Herbert Schnädelbach gegen den Begriff der Werte und beharrt vielmehr auf Normen. Der Guardian ist entsetzt über die geplante "Snooper's Charter", die der britischen Polizei ungeahnte Überwachungsmacht gibt. Und der "Privacy Shield" schützt auch nicht, meint Zeit online.
Medienticker
02.03.2016 Journalismus der Zukunft: Welche Journalisten brauchen wir?, fragt sich Paul-Josef Raue - FAZ für junge Leser: Papier für Digital Natives - Urteil: Bewertungsportale müssen strenger prüfen - Urheberrecht: Als wären Autoren und Verleger Gegner - "Frohburg": Ein Gespräch mit Guntram Vesper - Aribert Reimann zum 80.:Das andere Geburtstagslied + Gott ist Komponist: Über Michel Serres "Musik".
Bücherschau des Tages
02.03.2016 Ein Buch für alle, die Chemie hassen: Jens Soentgens "Wie man mit dem Feuer philosophiert" beschert ihnen ein Saulus-Erlebnis, versichert die FR. Und Blausäure kann man danach auch selbst herstellen. Die NZZ bespricht Kinderbücher, besonders gut gefiel Rezensent Hanns Zischler dabei Quentin Blakes "Freddy und die fantastischen Fünf" als erstklassige Überlebenshilfe für Vierjährige. Die FAZ liest neue Gedichte von Silke Scheuermann.
Im Kino
02.03.2016 Andrew Bujalskis bezaubernde Fitnesskomödie "Results" entwirft in mäandernden Dialogen ein Leben vor offenem Horizont. Aleksandr Sokurovs "Francofonia" erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts - und wirkt dabei nicht ein bisschen anmaßend.
Donnerstag, 03.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
03.03.2016 Der Freitag amüsiert sich mit dem Hokuspukus von Via Lewandowsky. Die Filmkritiker denken anlässlich von Sokurows Filmessay "Francophonia" über den Louvre unter deutscher Besatzung und über Kunst und Krieg nach. Der Autor Gregor Hens erzählt in der NZZ, was er beim Deutschunterricht für Flüchtlinge lernte. Der Tagesspiegel beklagt die Missachtung der Sperrfrist bei Buchkritiken. Die taz porträtiert den Komponisten David Behrman.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.03.2016 In einem flammenden Plädoyer auf Facebook verteidigt der französische Premierminister Manuel Valls den Autor Kamel Daoud gegen eine Petition von Akademikern. Daoud selbst hält in der Zeit an seinem umstrittenen Text zu Köln und zum muslimischen Frauenbild fest. In der NZZ macht sich der Politologe Xavier Bougarel Hoffnung auf eine friedlichen Islam auf dem Balkan. In der FAZ erklärt Shoshana Zuboff, "wie wir Sklaven von Google wurden". Ist Herfried Münkler das Megafon des in Gestalt von Angela Merkel wesenden Weltgeists? Peter Sloterdijk hat in der jüngsten Zeit so seine Zweifel daran. Und David Rieff wendet sich im Guardian gegen den Kult der Erinnerung.
Medienticker
03.03.2016 Finnischer Kampf gegen Hetze im Netz: Journalisten gegen "Lügenmedien" - Springers Werbe-Umsatz geringer als erwartet - Soziales Netwerk: Facebook im Visier des Kartellamts - Nachtkritik.de-Podcast: (K)Ein normaler Vorgang? - Lenz, v. Stuckrad-Barre & Strunk: Wettlauf um Buch-Besprechungen + Amazon-Kundenrezensionen: Goethe? "Ich dachte, das kommt auf Hochdeutsch".
Bücherschau des Tages
03.03.2016 Die SZ liest sich mit "Seismographic Sounds" durch ein fantastisches Kompendium für den kosmopolitischen Popliebhaber. In der taz tut sich ein gewaltiger Graben auf zwischen Benjamin von Stuckrad-Barre, Jg. 75, und Ronja von Rönne, Jg. 92. Der FAZ imponiert die bolañeske Genauigkeit und Wendigkeit in Anna-Katharina Hahns Thesenroman "Das Kleid meiner Mutter". Und: Eine Sensation!, rufen ausnahmslos alle Kritiker zu Siegfried Lenz' 1951 entstandenem zweiten Roman "Der Überläufer", der erstmals veröffentlicht wurde.
Freitag, 04.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
04.03.2016 She She Pop suchen in München nach einer neuen Sprache für Sexualität, finden laut nachkritik aber nur Bilder. Open culture blättert begeistert durch Paul Klees Notizbücher, die das Klee-Zentrum online gestellt hat. Dezeen begutachtet den neuesten Versuch, die Lücke zu schließen, die der Abriss der Pariser Markthallen in den Siebzigern hinterlassen hat. Die SZ freut sich: Bob Dylan wird endlich kanonisiert.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.03.2016 Andrzej Stasiuk (Zeit online) und Etienne Balibar (Libération) sind deprimiert. Mit Europa ist Schluss. In Frankreich einerseits. Und in Osteuropa sowieso. In der Schweiz wird in der Urheberrechtsdebatte erstmals gefragt: Was nützt den Nutzern und Vermittlern wie Bibliotheken?, freut sich Claudia Jolles, Chefredakteurin des Kunstbulletins in der NZZ. Anders Anish Kapoor, der sich laut Dezeen das schwärzeste Schwarz unter den Nagel riss. Ein französisches Video zeigt, wie Männer mit Männern flirten sollten (oder auch nicht). Die FAZ fragt: Wie bauen für Flüchtlinge?
Medienticker
04.03.2016 Aktualisiert: Kopiert uns! Autoren starten Portal für Hilfsaktionen - Online-Händler: Mehrheit erwartet Umsatzplus - Studie. Eine Kultur des Bildung-Teilens - Hands Free: Google startet Bezahlsystem mit Fotoabgleich - Neue Zürcher Zeitung. Weniger Umsatz, mehr Gewinn + Theater-Nachtkritiken aus Berlin & München.
Bücherschau des Tages
04.03.2016 Die FAZ ist tief berührt von den Geschichten junger Jesidischer Frauen, die von den Verbrechen des "Ilsamischen Staats" berichten. In der SZ begibt sich Tilman Spengler mit Rainer Kloubert nach Peking. Außerdem geht's um Prozesse gegen Künstler in Russland.
Mord und Ratschlag
04.03.2016 In seinem Roman "In den Straßen der Wut" setzt Ryan Gattis einen Bandenkrieg im brennenden Los Angeles von 1992 als manisches Egoshooter-Spiel in Szene. In Garry Dishers australischer Krimiwestern "Bitter Wash Road" nimmt es der strafversetzte Constable Hirsch mit den Honorationen von Schafsmist City auf.
Samstag, 05.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
05.03.2016 Der Standard lernt von der Künstlerin Nilbar Güres, wie sich ein Kaktus emanzipiert. Die köstlichen Schauer des Erhabenen durchdringen die NZZ in Metz. In der FAZ springt Eva Menasse in das eiskalte Wasser ihres eigenen Ichs. Die SZ besichtigt einen Literaturbetrieb, dem auf einmal Gedichte als Leistungsträger dienen sollen. Volker Koepps Film "Landstück" versöhnt den Freitag mit der Idee von der Austauschbarkeit des Menschen. Und Dezeen bewundert die neue Technologie der Mode.
9punkt - Die Debattenrundschau
05.03.2016 Im Guardian erinnert sich Timothy Garton Ash mit Überraschung der britischen Kolonialzeit. In der Welt fragt Dan Diner: Zieht uns Russland zurück ins 19. Jahrhundert? Im Tagesspiegel spricht Adam Zagajewski über die polnische Angst vor Fremden. Mit Donald Trump hält nicht der autoritäre, sondern der narzisstische Charakter Einzug in die amerikanische Politik, meint Isolde Charim in der Wiener Zeitung. Die SZ findet, dass Peter Sloterdijk mit Blick auf muslimische Jenseitsvorstellungen differenzieren sollte.
Bücherschau des Tages
05.03.2016 Als schön wahnsinnig feiert die FAZ Nis-Momme Stockmanns Roman "Der Fuchs" über das Ende des norddeutschen Thule. Tiefsinnig und inspirierend findet die Welt, was Emmanuel Carrère über das Frühchristentum und das "Das Reich Gottes" zu sagen hat. Die NZZ lernt dagegen von Georgi Gospodinov den Weltuntergang zu schätzen, und zwar in "8 Minuten und 19 Sekunden". Instruktiv findet sie auch das Handbuch zur Anomalistik "An den Grenzen der Erkenntnis". Die taz weiß die pointierten Thesen in Cesar Rendueles' Schrift "Soziophobie" zu schätzen.
Montag, 07.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
07.03.2016 Die Feuilletons trauern um den Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, der dem Barock die karajaneske Klangmasse austrieb, und zwar mit der Unbedingtheit eines Propheten. Im Tagesspiegel warnt der Dramaturg Peter Stoltzenberg: Antworten vergiften das Theater. Die taz attestiert der Kunst des Boris Lurie unverminderten Schockwert. Und die SZ lernt im Herforder Marta den Widerstand gegen designkonforme Lebensführung.
9punkt - Die Debattenrundschau
07.03.2016 Im Standard blickt Marlene Streeruwitz auf die Goldmaries und Pechmaries des Postfeminismus. in der SZ rechnet die Jungfeministin Meredith Haaf mit der "Sorte Frauenrechtlerei" ab, die sie in Emma liest. Die New York Times verzeichnet nach Restriktionen in der Abtreibungspolitik eine Rückkehr zum "Do-it-yourself" in den USA. Es wäre ein Fehler, Donald Trump als Außenseiter zu sehen, meint der New Yorker: Vielmehr verkörpere er alte Tendenzen der Republikanischen Partei, die er jetzt zerlegt.
Medienticker
07.03.2016 Zur Lage der Medien: Vom Aufschaukeln & Zweifeln sowie über Politik in den sozialen Netzwerken - Türkei: Ende der Pressefreiheit - Expansion: Der Verlagschef hat die Zeit - Debatte: Sloterdijk gegen "unverantwortliche Journalisten" - Radikal verknappt: Helmut Böttiger über Handkes "Vor der Baumschattenwand nachts" + Signaturen der Verlässlichkeit. Alexander Kluges Radio.
Bücherschau des Tages
07.03.2016 Wozu war Pop noch mal gut?, fragt die Welt und singt mit Nick Cave den traurigen "Sick Bag Song". Die SZ schwärmt von Johanna Adorjans Liebesroman "Geteiltes Vergnügen" und liest neue Bücher zu Geschichte und Gegenwart Armeniens. Die FAZ stellt neue Hörbücher vor, darunter Swetlana Alexijewitschs Interviewsammlung zum Leben im postsowjetischen Russland "Secondhand-Zeit".
Tagtigall
07.03.2016 Marion Poschmanns Gedichtband "Geliehene Landschaften", soeben erschienen, ist in Leipzig für den Buchpreis nominiert. Benötigen wir die Natur um den Preis, dass wir sie erfinden müssen?
Dienstag, 08.03.2016
Magazinrundschau
08.03.2016 Auch in Adam Zagajewskis Brust bekämpfen sich Romantik und Aufklärung, bekennt er in Eurozine. The Nation bringt eine Reportage über die ägyptische Kulturszene unter Sisi. Osteuropa widmet sich dem Kaukasus. In Wired fragt Regisseur Jeff Nichols, wo man heute eigentlich noch sein Handwerk lernen soll. Im Guardian plädiert David Rieff für eine Kultur des Vergessens - jedenfalls manchmal. Roads and Kingdoms besucht einen guatemaltekischen Koch in Hiroshima. Die Paris Review erinnert an Alfred E. Neuman.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.03.2016 Wie viel Musik Menschen noch bedeuten kann, lernt die Welt in Ayat Najafis Film über Musikerinnen im Iran. Geradezu überwältigt kommt aber auch die FAZ aus Zubin Mehtas Münchner "Maskenball", und der Standard gibt sich dem elegischen Fließen in Péter Eötvös' "Drei Schwestern" an der Wiener Staatsoper hin. Die NZZ bewundert Aldo Rossi als den Umberto Eco der Architektur. Und die SZ erschauert im Rückblick vor der auftrumpfenden Arroganz des Wiener Aktionismus.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.03.2016 Weltfrauentag, auch in der taz, die die Pinkifizierung der weiblichen Kindheit anprangert und Frauen auffordert, aus Solidarität, das Kopftuch abzulegen. In lorientlejour.com beschreibt der Journalist David Thomson die immer schwierigere Lage in Tunesien. Bernard-Henri Lévy setzt in seiner jüngsten Kolumne seine Hoffnung auf die deutsch-französische Achse. In der CJR warnt die Medienwissenschaftlerin Emily Bell: Facebook frisst den Journalismus auf.
Medienticker
08.03.2016 Urheberrecht: Als wären Autoren & Verleger Gegner - Times up: NYT blockiert Adblock-Nutzer - Wenn die Philosophie moderiert: Carlos Fraenkel mit Platon in Palästina - Betriebsanleitung zum Raumschiff Peter Sloterdijk - Religiöse Verlage. Zwischen Flüchtlingskrise und interreligiösem Dialog - Jakob Augstein über die verwundete Demokratie + Donald Antrim: Viel Schwindel & wenig Gefühle.
Bücherschau des Tages
08.03.2016 Die FAZ strahlt vor Glück über Marion Poschmanns Gedichte "Geliehene Landschaften". Mit seinem Roman "Das Mädchen mit dem Fingerhut" wird Michael Köhlmeier Maßstäbe setzen, ist sich die SZ sicher. Die NZZ lernt von Carlos Fraenkel und "Mit Platon in Palästina" die Wahrheit zu suchen. Noch spannender und wuchtiger als Knausgard findet sie Carl Frode Tillers Roman "Kennen Sie diesen Mann?" Die taz fährt mit Juli Zeh ins Brandenburgische.
Mittwoch, 09.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
09.03.2016 Die FAZ erkundet neue Formen von Gegenwartspoesie im Netz. In der FR fragt der ugandische Künstler George Kyeyune , welche Kunst die deutschen Museen eigentlich warum gesammelt haben. Die NZZ bewundert antike Mode. Zeit Online will aus dem Theater keine Reparaturwerkstatt der Gesellschaft machen. László Nemes' Auschwitz-Drama "Son of Saul" kommt trotz seines Oscars bei den Kritikern überhaupt nicht gut an. Der Guardian stellt die Pionierinnen der Filmindustrie vor. Außerdem meldet er den Tod Beatles-Produzenten George Martin.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.03.2016 Die NZZ fragt: Soll man Gene verändern dürfen? Zeit online zeigt, wie Bargeld und Schutz der Privatsphäre zusammenhängen. In der FAZ bespricht der Historiker Andreas Rödder den neuen Sloterdijk. In der LA Review of Books fragt Franco Moretti, was die Digitalisierung mit den Geisteswissenschaften macht. In der NZZ nimmt Cora Stephan vielleicht Abschied von Facebook. Bei Open Democracy schreibt der russische Künstler Pjotr Pawlenski über das Gefängnissystem Russland.
Medienticker
09.03.2016 Aktualisiert: Grimme-Preise 2016 - IVW-Zahlen: News-Seiten erzielen im Februar weniger Visits & IVW Online zählt nun auch Facebooks Instant Articles & Googles AMP - BR muss nachsitzen: 100 Millionen Miese - Warum Trump? Louis Begley über den Pausenkasper des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs und auch Apple & Google sind gegen Trump - Lesart: Rainer Moritz über Guntram Vespers "Frohburg" + T. S. Eliots"The Waste Land": Ein Urort der modernen Poesie.
Bücherschau des Tages
09.03.2016 Echten Realismus bietet Guy de Maupassants gnadenlose Schilderung eines Frauenlebens im 19. Jahrhundert. Wie man im Alter das Recht auf letzte Genüsse verteidigt, lernt die NZZ von Junichiro Tanizaki. Die SZ liest einen anregenden Band über Kunstgespräche in der Renaissance. Die taz amüsiert sich mit den Erinnerungen von Chrissie Hynde. In der FAZ erliegt Andreas Rödder den Überraschungen in den Gedankengängen Peter Sloterdijks.
Bücherbrief
09.03.2016 Der Araber der Vergangenheit, der Araber von morgen, Plädoyer für die harte Linie von Malcolm X, ein Überläufer und - mit neuer Wertschätzung - Metternich. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern vom März.
Im Kino
09.03.2016 László Nemes' Holocaustfilm "Son of Saul" strebt trotz der behaupteten radikalen Subjektivität in die Richtung einer hochästhetisch verdichteten "grand récit" von Auschwitz. Jay Roach beschreibt in "Trumbo" das antikommunistische "blacklisting" als Privatvergnügen einer Society-Reporterin.
Donnerstag, 10.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
10.03.2016 Sänger Frank Spilker fragt sich anlässlich einer Ausstellung des Punkkünstlers Raymond Pettibon warum nie was einfach Comic sein darf. In der Zeit erklärt Benjamin von Stuckrad-Barre: Drogen sind für Vollspießer. Die Welt feiert den Witz und fröhlichen Hedonismus in deutschen Komödien der Weimarer Republik. Die FAZ sieht schwarz in Michael Thalheimers flandrischem "Otello".
9punkt - Die Debattenrundschau
10.03.2016 Der Streit zwischen Herfried Münkler und Peter Sloterdijk steigert sich zum Zickenkrieg. Münkler findet Sloterdijk in der Zeit heute verkorkst: Sowas konnte man höchstens in der alten BRD gebrauchen, jetzt braucht man Genies der geopolitischen Analyse wie Münkler. In der Welt sucht Wolf Lepenies bei Richard Hofstadter Hilfe gegen Verschwörungstheorien. Donald Trump ist gar nicht nur Rassist, er ist auch "links", staunt der Guardian. Aber wer interessiert sich schon für die Arbeiterklasse?
Medienticker
10.03.2016 Medienkonsum: Was wir teilen & tatsächlich lesen - Verlagsanteil: VG Wort vorm BGH - Onlinehandel: Amazons Frachtflugzeug-Flotte - Interview: Heinrich August Winkler über eine neue deutsche Arroganz - Präsidialer Segen: "Peanuts" sind ein Nationalheiligtum - John Berger: Zu Besuch beim glücklichen Kentauren + Proletarisch, trinkfest, lebenslustig: Frank O'Connor starb vor 50 Jahren.
Bücherschau des Tages
10.03.2016 Die FAZ amüsiert sich mit dem berauschten Benjamin Stuckrad-Barre, den nüchternen findet sie wenig originell. Die SZ winkt ganz ab. Die Zeit lobt den neuen Esterhazy: Schwierig, aber großartig. Die FR würde gern einen Roman von Thomas Glavinic lesen, der nicht von ihm handelt.
Freitag, 11.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
11.03.2016 Cargo gibt sich in Paris den Energieströmen von Daidō Moriyamas Tokio-Schnappschüssen hin. Die Welt staunt über die Strategie kunstvoller Selbstunterbietung in den Werken Jean Dubuffets. Der Tagesspiegel stellt die Fukushima-Fotos von Masamichi Kagaya vor. Words without Borders übersetzt zehn marokkanische Autoren. Die taz hört unerhört Musiknerdiges auf einem Allgäuer Bauernhof.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.03.2016 Heiko Maas kassiert die Fünfjahresregel im geplanten neuen Urheberrechtsgesetz ein, meldet die FAZ - aber Total-Buy-Out-Verträge bleiben erlaubt. Die NZZ erinnert an den Universalgelehrten Conrad Gessner. Bei den Kolumnisten fürchtet der Ökonom Norbert Häring die Abschaffung des Bargelds. Die SZ bringt ein Loblied auf das Berliner Haus der Kulturen der Welt.
Medienticker
11.03.2016 Aktualisiert: Keith Emerson ist tot - Handke, der letzte Landstreicher - Diskriminierungsschutz: Bild-Chefin kritisiert Presserat - Transparenter, sicher & autonomer: Der Welt-Computer - "Atmende Bücher": Cornelia Funke gründet Hörbuchverlag - BGH & Wort-Ausschüttungen: Ausgang offen - Theater-Nachtkritiken. "Richard III" in Heidelberg, "Basmala" in Bochum & der "Reigen" in Wien + Tiger & Ente: Janosch zum 85.
Bücherschau des Tages
11.03.2016 "Nicht auf den Kopf!", Markus Breitscheidels Schilderung häuslicher Gewalterfahrung, lässt die FAZ fassungslos zurück. Helle Begeisterung löst bei ihr hingegen Henning Albrecht mit seiner exzellenten Biografie von Horst Janssen aus. Die SZ blickt mit Andrzej Stasiuk fasziniert nach Osten. Und die taz staunt angesichts von Reiko Momochis "Daisy aus Fukushima", zu welch fundierter Gesellschaftskritik Mangas imstande sind.
Samstag, 12.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
12.03.2016 Ann Cotten erklärt in der Literarischen Welt, warum narrative Dichtung wie Skifahren ist. Im Berliner Gropius-Bau entdeckt der Tagesspiegel die Jugendstil-Wurzeln des Wiener Aktionisten Günter Brus. Mendy Cahan erklärt in der NZZ, welche Rolle das Jiddische in László Nemes' Holocaust-Film "Son of Saul" spielt. Die SZ vermisst den Mut zu Fehlern im Virtuosentum junger Pianisten. Und alle trauern um den großen Filmarchitekten Ken Adam.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.03.2016 Auf Zeit online bekräftigt Armin Nassehi die Vorwürfe gegen Peter Sloterdijk, fragt aber auch, ob der Philosoph seinen Cicero-Interviewern auf den Leim gegangen ist. In der FAZ überlegt Kathrin Röggla, mit welchen literarischen Techniken man sich dem Krieg nähern kann. In der FR diagnostiziert der Soziologe Heinz Bude ein Gefühl der verbauten Zukunft in Europa. Auf Spon erklärt der dänische Politiker Naser Khader, warum Islamisten in Dänemark so erfolgreich sind. In der FAZ führt uns Viktor Jerofejew durch die russische Zauberwelt.
Bücherschau des Tages
12.03.2016 Zum hundersten Todestag Marie von Ebner-Eschenbachs empfiehlt die NZZ die vierbändige Leseausgabe im Schmuckschuber und die FAZ rät zu Daniela Strigls Biografie "Berühmt sein ist nichts". Die Welt feiert David Mitchells Fantasyroman "Die Knochenuhren" als genresprengendes Mammutprojekt und Antje Ravic Strubels Episodenroman "In den Wäldern des menschlichen Herzens" als erotische Delikatesse. Die taz blickt derweil mit Nis-Momme Stockmanns Roman "Der Fuchs" weit über den Horizont der Realität hinaus.
Montag, 14.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
14.03.2016 Die Welt lauscht betört den wohlig strömenden Ostinato-Bässen albanischer Sänger. Die NZZ erkundet Freiheitssphären auf den Kinderspielplätzen von früher. Yael Ronens Singer-Inszenierung "Feinde" im angesagten Gorki-Theater lässt die Kritiker stutzen: Ist das noch Einfühlungstheater oder schon Boulevard? Die FAZ erkennt: Details kehren in der Mode niemals zurück. Die SZ folgt den Spuren des Lebens in Mirós Wandbildern.
9punkt - Die Debattenrundschau
14.03.2016 Das Schlimmste sind die Nichtwähler, meint die FR nach den Landtagswahlen. Zeit online gibt vorsichtig Entwarnung: Noch hat die AfD nicht die Mehrheit. Politico.eu macht auf einen misslichen europäischen Effekt aufmerksam: Abhängigkeit von Erdogan. Die New York Times bringt eine düstere Reportage über jesidische Fauen, die von IS-Milizen als Sexsklavinnen gehalten wurden. Die NZZ warnt vor einer neuen Schuldenkrise. Und der Philosoph Andreas Urs Sommer erklärt, warum Demokratien den Begriff der Werte brauchen. Kress.de berichtet über drastische Kürzungspläne in der WeltN24-Gruppe.
Medienticker
14.03.2016 Brotlose Kunst 2.0: Zukunft der Medien - CeBIT 2016: Ideen & Sorgen - Hans Ulrich Gumbrecht untersucht die größten Romane des 20. Jahrhunderts - Melancholie in der Literatur: So süß kann Traurigkeit sein - Theater-Nachtkritiken: "I'm searching for I:N:R:I" in Stuttgart, "Feinde" in Berlin, "Die Bacchen" in Basel & "Die Troerinnen / Orestie" in Koblenz + Attacke auf Journalisten: Einer der auszog, die AfD zu verstehen.
Bücherschau des Tages
14.03.2016 Auf schöne Betrachtungen und kluge Diagnosen stößt die SZ in Peter Sloterdijks Essays "Was geschah im 20. Jahrhundert?". Mit Heinz Budes Soziologie der Stimmung "Das Gefühl der Welt" erkundet sie die gerade herrschende grundsätzliche Gereiztheit. Die Welt schätzt die Stringenz und Genauigkeit, mit der Roswitha Quadflieg "Das kurze Leben des Giuseppe M." rekonstruiert. Die taz lernt von Marion Poschmanns Gedichten die Andersheit der Dinge zu schätzen.
Dienstag, 15.03.2016
Magazinrundschau
15.03.2016 Atlantic erklärt die Obama-Doktrin: Willkommen Asien! Adieu Naher Osten, um euch kümmert sich künftig Europa. In der LRB erklärt Hilary Mantel, was einen Tudor ausmacht. In Aktualne erklärt der Liedermacher Jiří Dědeček, warum er weniger Angst vor Fremden hat als vor fremden Regimes. In Eurozine rät Adam Balcer den Europäern, mit den Zentralasiaten Piroggen zu essen. Bald spionieren uns auch die Nachbarn aus, warnt Wired. Der Literarische Monat analysiert den Literaturbetrieb. Péter Eötvös und Péter Esterházy arbeiten an einem Oratorium aus lautern Zitaten, erzählt Nepszabadsag.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.03.2016 Open Democracy stellt den sibirischen Fotografen Valery Klamm vor, der das Leben selbst in den russischen Provinzen festhält - ganz ohne pittoreskes Elend. Elektronische Musik von 1937 bis 2001 kann man jetzt bei Ubuweb hören. Mit dabei: Eine Komposition Olivier Messiaens für einen Vorläufer des Synthesizers. Alexander Kluge schlägt im Interview mit der Berliner Zeitung einen kühnen Bogen von der Backe eines Dinos zur hohen Wange einer Volkskommissarin. Zu viel Monolog seufzt die FR in Armin Petras' neuem Stück "I'm Searching for I:N:R:I".
9punkt - Die Debattenrundschau
15.03.2016 Dass Wladimir Putin sich aus Syrien zurückzieht, zeigt, wie wenig er an der Bekämpfung der IS-Milizen interessiert war, meint politico.eu. in der Welt erklärt Timothy Garton Ash, wie er sich eine Arbeitsteilung in der europäischen Flüchtlingspolitik vorstellt. Kenan Malik prangerrt in seinem Blog die Verlagerung der europäischen Grenzen nach außen an. correctiv.org nimmt die populistischen Forderungen im Programm der AfD auseinander. Bei der Krautreportern erzählt der Reporter Christian Gesellmann, warum er am Ende aus Zwickau weggezogen ist.
Medienticker
15.03.2016 Digitalisierung in Deutschland: Digitales Scheitern oder Ingenieursnation mit Herzchen? - BRD im Rückblick: Philipp Felsch & Frank Witzel über die Merkwürdigkeiten dieses Landes - Verlegerbeteiligung: CDU/CSU-Fraktion unterstützt VG-Wort - Das Böse haust nebenan: Über Guntram Vespers "Frohburg" + Ronja von Rönne sagt von sich: "Ich kann nicht schreiben, bin aber talentiert".
Bücherschau des Tages
15.03.2016 Die NZZ überlässt sich dem Assoziationsfluss der Gedichte Joachim Sartorius'. Die FAZ wirft mit Arthur Klinaus Roman "Schalom" einen unterhaltsamen Blick auf den Osten Europas. Die taz liest zwei Bücher über Indonesien. Die Welt stürzt sich mit Simone Buchholz in die blaue Nacht St. Paulis. Die FR erinnert sich mit Gerhart Baum und Burkhard Hirsch daran, dass Bürgerrechte bei der FDP mal zu den Freiheitsrechten zählten.
Mittwoch, 16.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
16.03.2016 Zu Beginn der Leipziger Buchmesse staunt der Tagesspiegel über die Gleichzeitigkeit von Tempo und Behäbigkeit in der deutschen Literatur. Die argentinische Autorin Leila Guerriero erklärt, wie Crónicas die Essenz der Realität einfangen. Die Presse zerpflückt noch einmal die millionenschweren Verschwendungen am Wiener Burgtheater. Die FAZ erlebt in Oslo, wie Rolf Wallins Oper "Elysium" Abschied vom Menschen nimmt. Die taz porträtiert die Künstlerin Chiharu Shiota.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.03.2016 Auch bei der Leipziger Buchmesse wird die Flüchtlingsthematik wird eine Rolle spielen, ist sich die FAZ sicher, zumal Flüchtlinge direkt neben dem Messegelände campieren. In der NZZ schlägt Karl-Markus Gauß vor, einmal die Roma zum "Gastland" einer Buchmesse zu machen. Pünktlich zur Messe gibt auch Justiziminister Heiko Maas dem Drängen der Verlage auf Entschärfung des Urheberrechtsgesetzes nach, so die Welt. Außerdem: In der FR empfiehlt Pussy Riot Kant. So stark sind die Refomer im Iran nicht, weiß politico.eu. Und was will die AfD mit ARD und ZDF machen?, fragt die FAZ.
Medienticker
16.03.2016 Kreative gerecht bezahlen & Zugeständnisse für Verleger: So will Heiko Maas das Urheberrecht reformieren - Zahl der Woche: 225 Minuten pro Woche wird in der Freizeit gelesen - Sparmaßnahmen: Zoff um DJV-Blatt Journalist - Der Raum, wo das Neue wäre, bleibt unerreichbar: Interview mit Nis-Momme Stockmann + Der Dichter unserer Niederlagen: In memoriam Wolfgang Koeppen, der vor 20 Jahren starb.
Bücherschau des Tages
16.03.2016 Die SZ amüsiert sich mit Anna-Katharina Hahns schwungvollem Porträt der verlorenen europäischen Jugend von heute. Die FR lässt sich von Michail Ossorgins Revolutionsroman "Eine Straße in Moskau" kräftig herumwirbeln. Und Michael Köhlmeiers Märchenparabel über Wolfskinder lehrt die FAZ die Ambivalenzen des Denkens in Zeiten der Flüchtlingskrise.
Donnerstag, 17.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
17.03.2016 Zeit Online erkundet das Selbstbildnis in Zeiten des Selfies. Der Freitag fräst sich durch ein literarische Gebirgsmassiv. In der taz erinnert Heinz Strunk an das grässliche Leben, das die Frauen in der Generation seiner Großmütter führten. Als besten Film, den die Dardenne-Brüder nicht gemacht haben, feiert die taz Stéphane Brizés Sozialdrama "Der Wert des Menschen". Das NYRB-Blog huldigt dem freundlich-hellen Horror Apichatpong Weerasethakuls. Die NZZ lernt von hundert Jahren Vogue die Gesetze von Inklusion und Exklusion. Und in der Welt erinnert sich Iggy Pop an Berlin.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.03.2016 in der Zeit beklagt Benedikt Erenz in einem großartigen und beschämenden Essay die deutsche Geschichtsvergessenheit. Es gibt zwar nichts Neues über das Humboldt-Forum, aber auf der PK glühten die Beteiligten vor Begeisterung, notieren Tagesspiegel und Berliner Zeitung. In der Welt verteidigt Michael Wolffsohn den Religionskritiker Hamed Abdel-Samad gegen Vorwürfe der Volksverhetzung. SZ und FAZ befassen sich heute mit der Zukunft des Buchs und seiner Insitutionen.
Medienticker
17.03.2016 Aktualisiert: Leipziger Buchpreis 2016 für Guntram Vesper - AGOF-News-Top-50: Bild vor Focus - Interview mit Alexander Kluge: Wir gehören zu den Trockennasenaffen - Urhebervertragsrecht: Gesetzentwurf verabschiedet - Isabel Bogdan: Übersetzen, Bloggen, Schreiben - Nun lesen sie wieder in Leizpig: Mut zur freien Aussprache, fordert Andreas Platthaus - Unverzichtbar, allgegenwärtig, in Lebensgefahr: 15 Jahre deutsche Wikipedia + Musik & Natur: Hélène Grimauds Wassermusik.
Bücherschau des Tages
17.03.2016 Total abgefahren findet die SZ Ann Cottens hochintelligentes Verseops "Verbannt und empfiehlt es als "Neo-Oper für postpostmoderne Internethippieamazonen". Ebenfalls sehr poetisch findet sie Nick Caves Spucktütenlied "The Sick Bag Song". Die NZZ versinkt in Guntram Vespers mäandernden Erinnerungsströmen "Frohburg". Und die FAZ ist hin und weg von Anthony Powells elegantem Romanzyklus "Ein Tanz zur Musik der Zeit". Die heutige Zeit-Beilage werten wir in den nächsten Tagen aus.
Vom Nachttisch geräumt
17.03.2016 Über die Short Stories des Fotografen Matt Henry, den schönen Leon Elke Heidenreichs, den Heiligen Christophorus Boschs, einen lächelnden Diogenes von Apollonia, Künstlerinnen, Königinnen - und ein Dankeschön an den Dichter Joachim Sartorius, der am Samstag 70. Geburtstag hat.
Im Kino
17.03.2016 Der Verzicht ist Programm in Kevin Reynolds authentizitätsfixierten Bibelfilm "Auferstanden". Phil Collins gelingt in "Tomorrow Is Always Too Long" einigen kitschigen Scherenschnitten zum Trotz ein angenehm zwischen Affirmation und Dekonstruktion pendelndes Stadtporträt Glasgows.
Freitag, 18.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
18.03.2016 Der Preis der Leipziger Buchmesse geht an Guntram Vesper für seinen Roman "Frohburg". Gute Wahl, meinen die Literaturkritiker. Wovon Wolfram Schütte im Perlentaucher träumte, das ist jetzt mit Tell entstanden: ein neues Literaturmagazin im Netz. Die SZ staunt über einen eine Stunde lang sterbenden Soldaten auf der Bühne. Zeit online und die Welt verlieren ihre Herzen an die Kölner Rocker AnnenMayKantereit. Die NZZ bewundert indischen Minimalismus in New York. Die FAZ entdeckt die feministische Kunst Renate Bertlmanns in Wien.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.03.2016 In der taz, die heute ein Syrien-Dossier bringt, ist Herfried Münkler den Russen für ihre Syrien-Intervention dankbar, weil sie die Fronten kläre. In der SZ erklärt die Gurlitt-Cousine Uta Werner, warum sie die Abschiebung der Gurlitt-Sammlung in die Schweiz nicht gutheißt. In der NZZ polemisiert der Philosoph und Managementberater Reinhard K. Sprenger gegen Unternehmen als "Umerziehungsheime". Und die Welt behauptet: Wir sprechen alle Etruskisch und merken es noch nicht mal.
Bücherschau des Tages
18.03.2016 Als erhellend und unterhaltsam lobt die FAZ Alexander Wendts Depressionsbericht "Du Miststück". Einiges auszusetzen hat sie hingegen am ersten Band von Henry David Thoreaus Tagebuch. Die SZ erfährt von Bibi Dumon Tak allerlei Unglaubliches, Erstaunliches und Ekeliges aus dem Tierreich und lernt in Claire A. Nivolas "Das blaue Herz des Planeten" die Meeresforscherin Sylvia Earle kennen. Nadja Tolokonnikowas "Anleitung für eine Revolution" nährt derweil die Revoluzzerfantasien der NZZ.
Samstag, 19.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
19.03.2016 Bei der Berliner MaerzMusik entlarvt die FAZ "Performation" als neuen Ausdruck für Hochstapelei. Mit äußerster Skepsis begegnet sie auch der Spiegel-These, Gottfried Benn habe von seiner Ehefrau Sterbehilfe in Anspruch genommen. Die Welt singt dem Reggae-Pionier Lee "Scratch" Perry ein Ständchen zum Achtzigsten. Die NZZ bestaunt in Paris Isabelle Huppert als Phädras. Und die SZ folgt beklommen dem körperlichen Verfall von Peter Kurth im Boxerdrama "Herbert".
9punkt - Die Debattenrundschau
19.03.2016 Salah Abdeslam, der letzte noch gesuchte Paris-Attentäter, ist gefasst. Im Merkur streift Ekkehard Knörer durch die Betonwüsten der Pariser Banlieue. In der FR fragt Rafik Schami, wo eigentlich Sloterdijk und Safranski waren, als er an der israelisch-palästinensischen Versöhnung arbeitete. Die NZZ fragt, wo eigentlich die Kritische Theorie geblieben ist. Im NYRB-Blog beschreibt Masha Gessen in Russland einen Mafia-Staat. Die taz begrüßt die Krise des deutschen Schweinesystems.
Bücherschau des Tages
19.03.2016 Mit seiner Biografie "Metternich" stellt Wolfram Siemann die bisherige Forschung auf den Kopf, freut sich die Welt. Die Luther-Studien von Tillmann Bendikowski, Volker Leppin und Volker Reinhardt verderben der FAZ die Reformationsjubiläumsfeierlaune. Für die taz gibt sich Shida Bazyar schon in ihrem Debütroman "Nachts ist es leise in Teheran" als große Literatin zu erkennen. Und die NZZ feiert den Roman "Tigermann" des javanischen Autors Eka Kurniawan als Meisterwerk.
Montag, 21.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
21.03.2016 Die Osterfestspiele haben begonnen: Totales Gluck-Glück erleben die Feuilletons in Berlin, Simon Rattle stößt mit "Tristan und Isolde" in Baden-Baden auf ein geteiltes Echo, in Salzburg fällt "Otello" komplett durch. Im Standard muss der Fürst von Liechtenstein um seine Cranach-Venus bangen. Zeit Online und FAZ bilanzieren die Buchmesse im Zeichen der Flüchtlingskrise. Charlotte Otter hat im neuen feministischen Krimi-Blog Herland die Nase voll von verstümmelten Frauenleichen.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.03.2016 Im Gespräch mit der FR fürchtet Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch nichts mehr als die Angst vor der Zukunft. Die New York Times schildert die Symbiose zwischen News-Medien und Donald Trump - sie bemisst sich nach Preisen pro Werbespot. In Libération konstatiert Historiker Bertrand Badie: Die Entkolonisierung scheiterte, weil die ehemaligen Kolonien die ehemaligen Zentralen nachahmten. In der Welt ist Ramin Jahanbegloo zuversichtlich, dass die Iraner einen fließenden Übergang zur Demokratie schaffen.
Bücherschau des Tages
21.03.2016 Mit Gewinn liest die Welt Hans Wollers Mussolini-Biografie. Die taz wirft mit Alexandra Manske einen Blick auf den kapitalistischen Geist in der Kreativwirtschaft. Die SZ lässt sich von Juli Zeh ins Havelland nach "Unterleuten" mitnehmen. Die FAZ liest Kinderbücher, besonders gut gefällt ihr das unkonventionelle Freundschaftsbuch "Mir nach!" von Nadine Brun-Cosme und Olivier Tallec.
Dienstag, 22.03.2016
Magazinrundschau
22.03.2016 Jerome Charyn untersucht in longreads das Rätsel Emily Dickinson. Der Baffler testet die Firewall zwischen Marketing und Redaktion. Im Guardian fordert Amit Chaudhuri eine Entkolonialisierung des britischen Bildungssystems. Im New Yorker denkt der Schriftsteller und Arzt Siddhartha Mukherjee über Vererbung und Identität nach. Telerama studiert das Genie. Outlook India sucht die Spuren der ersten Menschen in Indien. Die New York Review of Books beugt sich über das deutsche Originalmanuskript von Arthur Koestlers "Sonnenfinsternis".
Efeu - Die Kulturrundschau
22.03.2016 Die Presse feiert Michel Tabachniks in Lyon uraufgeführte Oper "Benjamin, dernière nuit". Auf blankes Entsetzen stößt dagegen die Berliner Aufführung von Heinrich Marschners Grusical "Der Vampyr". Die SZ blickt bewundernd in das Innere der Miriam Cahn. Der Guardian möchte die Muse in die viktorianische Mottenkiste verbannen. Und die NZZ lernt von Elena Cizova, dass die große Frage in Russland nicht mehr lautet "Was tun?", sondern "Wurde er umgebracht oder hat er jemanden umgebracht?"
9punkt - Die Debattenrundschau
22.03.2016 Die FR fürchtet: In den USA ist die Demokratie nicht auf dem Vormarsch. Aber Apple wehrt sich tapfer gegen das FBI, beobachtet die SZ, die auch fragt, warum Yahya Hassan einem Islamisten in den Fuß schoss. Muslimische Länder mögen den Westen nicht, weil sie seine Errungenschaften lieben, meint huffpo.fr. Die NZZ testet Khmeli Suneli. Und den täglichen Artikel von Herfried Münkler gibt's heut' selbstverständlich auch.
Bücherschau des Tages
22.03.2016 Die taz lernt von Wolfgang Ullrich, dass "Siegerkunst" ihren Wert nur noch über den Preis bemisst, Diskurs und Museen hat sie nicht mehr nötig. Die SZ liest noch einmal in Jon Savages "England's Dreaming" nach, wie Punk den Kulturbetrieb aufmischte. Die NZZ liest fröstelnd russiche Romane von Sergei Lebedew und Elena Chizhova. Und die FAZ ist ganz berauscht von den Authentizitätsknallerbsen, die Thomas Glavinic in seinem "Jonas-Komplex" zündet.
In eigener Sache
22.03.2016 Liebe Leser. Wegen akuter Internetprobleme im bayerischen Voralpenland fällt der Medienticker seit einigen Tagen aus. Nach Auskunft der Telekom sollte der Internetzugang für unseren Kollegen Rüdiger Dingemann aber irgendwann heute wieder funktionieren. Bis morgen also!
Mittwoch, 23.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
23.03.2016 Das NYRB-Blog stellt das syrische Filmkollektiv Abounaddara vor. Die Presse sieht in der neuen Bekenntnisliteratur à la Knausgard einen Rückfall hinter moderne Erzähltheorien. Die SZ erkundet Werner Klemkes minimalistisches DDR-Design. Die FAZ bangt um Wladimir Schochows Moskauer Radioturm. Und die taz fragt, wann es AC/DC in Spex und Emma schaffen werden.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.03.2016 Die Anschläge von Brüssel beherrschen die Medien. Christophe Berti, Chefredakteur von Le Soir, fürchtet eine Verhärtung der belgischen Gesellschaft. Für Politico.eu zielen die Anschläge auch auf das Herz der Europäischen Union - Spiegel online sieht es anders. Zwischen Frankreich und Belgien herrscht nicht gerade Solidarität, konstatiert die FAZ. Außerdem: Islamismus hat sehr wohl mit Islam zu tun, und man muss es sagen, schreibt Jochen Hoerisch im Mannheimer Morgen. Und die Dublin Review of Books freut sich, dass die Iren nicht auf G.K. Chestertons Antisemitismus reingefallen sind.
Medienticker
23.03.2016 Neurechte Aussagen oder Erdenbürgertum: Ein Gespräch mit Peter Sloterdijk - US-Start-Ups: Mathias Müller von Blumencron über Ich-Maschinen - Bertelsmann: 1,1 Milliarden Euro Überschuss - 150 weniger: Das langsame Sterben der deutschen Buchläden - Alexander Kluge: Im Netz ist viel Ungeduld + E-Lektüren: Ein Lyrik-Code als Anreiz.
Bücherschau des Tages
23.03.2016 Wie das Leben selbst, kompliziert und herrlich, findet die FAZ Antje Ravic Strubels klug verschachtelten neuen Roman "In den Wäldern des menschlichen Herzens". Die Zeit verliebt sich in Orhan Pamuks Istanbul, das wächst undwaächst und wächst. Die NZZ liest einen Klassiker zum Thema Juden-Emanzipation. Und die SZ bestaunt die "Zunahme der Zeichen" bei Senthuran Varantharajah.
Donnerstag, 24.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
24.03.2016 Quo vadis, Superheldenspektakel, fragen sich die Filmkritiker in Zack Snyders "Batman v Superman". Und warum darf Superwoman nicht richtig mitspielen? Die SZ denkt über Architektur als natürlichen Verbündeten des Terrors nach. In der NZZ wartet Dario Fo auf eine Überraschung. Der Freitag ermisst mit dem Komponisten Henryk Górecki den Katastrophenhorizont des 20. Jahrhunderts. Die Zeit lässt sich von Georges de la Tour betrügen.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.03.2016 Die Debatte, ob das nun "Krieg" sei, flammt wieder auf: Nicolas Hénin, einst Geisel der Terroristen, erklärt im Guardian, warum er die Vokabel ablehnt. Im Tagesspiegel erklärt der belgische Autor Stefan Hertmans, wie Molenbeek zum Brennpunkt wurde. Sascha Lobo bei Spiegel online und Christiane Peitz im Tagesspiegel denken über den öffentlichen Raum nach dem Terror nach. "Weshalb diese Dämonisierung?", fragt der Kunsthistoriker Wolfgang Ruppert zwei Jahre nach der Gurlitt-Affäre in der taz. In der FAZ antwortet Reinhard Jirgl sehr polemisch auf Rafik Schami, der ihm und anderen "Islamophobie" vorwarf.
Medienticker
24.03.2016 Aktualisiert: Clash of Civilisations: Andreas Rödder erklärt, wo Samuel Huntington irrte - Verlag des 21. Jahrhunderts: Wie Gruner+Jahr zurück in die Zukunft will - taz: Ungewöhnliche Maßnahmen einer ungewöhnlichen Zeitung - Einmal Artikel mit alles: Blendle-Konkurrent Pocketstory führt Flatrate ein + Theater-Nachtkritiken u. a. aus Bielefeld, Dresden, Hamburg, Paris, Stuttgart, Wien & Zürich.
Bücherschau des Tages
24.03.2016 Gebannt folgen FAZ und NZZ in "Und was hat das mit mir zu tun?" dem Schweizer Journalisten Sacha Batthyany dabei, wie er in seiner Familiengeschichte ein Nazi-Verbrechen aufdeckt. Die SZ liest mit großem Vergnügen Juan Marsés Kurzroman "Gute Nachrichten auf Papierfliegern". Und die Welt lernt aus Jakob Ebners "Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen", womit Pagenstecher, Blähmeister und Fastbäcker einst ihr Geld verdienten.
Im Kino
24.03.2016 Einen Superheldenvergleich stellt Zack Snyder in "Batman v Superman - Dawn of Justice" an. Apichatpong Weerasethakuls soeben auf DVD erschienener erste Langfilm "Mysterious Object at Noon" zeigt durch einen somnambulen Filter die Enstehung von Träumen.
Samstag, 26.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
26.03.2016 Die NZZ feiert Moga, das japanische modern girl. Die Welt bestaunt in Berlin das deutsche modern girl. Die FAZ lässt sich von Beethoven und Christian Thielemann Heil und Trost spenden. Die SZ hört den Blues enttäuschter Hoffnungen. Die Welt besucht Mario Vargas Llosa.
9punkt - Die Debattenrundschau
26.03.2016 Radikalisierung des Islam oder Islamisierung von Radikalität? Die NZZ resümiert einen erbitterten Streit zwischen Gilles Kepel und Olivier Roy. In der SZ erklärt David Gelernter, warum er nicht an Künstliche Intelligenz glaubt. Der FAZ ist unwohl über den bleibenden Nationalismus der Iren. Warum wird eigentlich der Kapitalismus kritisiert, wenn's uns doch so prächtig geht?, fragt in der NZZ Hans Ulrich Gumbrecht.
Bücherschau des Tages
26.03.2016 Die FAZ freut sich über eine bibliophile kleine Neuausgabe von Mario Vargas Llosa Erzählung "Sonntag". Die taz feiert Wilfrid Lupanos und Gregory Panacciones wortlosen Bretagne-Comic "Ein Ozean der Liebe" und checkt mit Freuden in Paul Theroux' "Hotel Honolulu" ein. Der Welt graust's vor "Luther, dem Ketzer". Und die SZ begibt sich mit Garth Risk Hallberg ins New York der Siebziger.
Dienstag, 29.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
29.03.2016 Die Welt erlebt in Stuttgart noch einmal den seismischen Moment, als Giorgio de Chirico die Realität aus den Angeln hob. Die NZZ lässt sich vom polnischen Dichter Tadeusz Dabrowski an das Luminose und Läppische des Daseins erinnern. Der Standard geht mit Ciro Guerra auf philosophische Abenteuerreise in den Dschungel Amazoniens. SZ und FAZ jagen in Hamburg einen Theaterstrauchdieb.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.03.2016 Nach Lahore, Brüssel und Paris wird überall über die Ursachen des Dschihadismus nachgedacht. Sind die Attentäter von Paris einfach Opfer des Kolonialismus (so die taz)? Bis in die dritte Generation? (NZZ) Nein, der Dschihadismus ist eine globale Bewegung und kann nur deshalb erfolgreich sein, meint The Daily Beast nach Lahore. Im Wirtschaftsteil der FAS wendet sich der Theologe Friedrich Wilhelm Graf gegen den Begriff der "Werte", der die Muslime nur ausgrenze. Auch in Frankreich geht die Debatte weiter: Radikalisierung des Islam oder Islamisierung von Radikalität?
Medienticker
29.03.2016 Aktualisiert: Leserdaten-Auswertung: Liefern, was der Kunde will - Alles "Lügenpresse" oder was? Zum Umfeld einer Hetzvokabel - Absagen: Wie Verlage J.K. Rowling ablehnten - Entsperrung: FBI knackt Apple-iPhone - Ein bisschen Dreck gehört zum poetischen Wahnsinn: Friederike Mayröckers neueste Gedichte - "Straße der Wunder" oder John Irving ist gar nicht John Irving + Erdowie, Erdowo, Erdogan: Wieviel Satire verträgt die Türkei?
Magazinrundschau
29.03.2016 Die LRB macht mit Luke Hardings Buch über den Mord an Alexander Litwinenko in der Hand eine Kleptokraten-Tour durch Mayfair. In HVG denkt der Schriftsteller Attila Bartis über das immer noch kolonialistische europäische Selbstverständnis nach. In der NYRB empfiehlt Anne Applebaum eine erhellende Geschichte der ukrainischen Sprache. In El Pais Semanal hofft Javier Cercas, dass die Chinesen von dem Automechaniker Enric Marco lernen, wie man mit seiner Vergangenheit nicht umgeht. In The Nation geht Enrique Krauze der Unzufriedenheit der Mexikaner auf den Grund. Die Dichterin Patricia Lockwood begutachtet für den New Republic Sugardaddy Donald Trump.
Bücherschau des Tages
29.03.2016 Atemlos verfolgt die FR, wie ungestüm, voller Trauer und Wut, Yvonne Adhiambo Owuor die Geschichte Kenias erzählt. Die SZ erlebt mit Donatella Di Pietrantonios noch einmal das Erdbeben von L'Aquila. Nach Thomas von Steinaeckers Roman "Die Verteidigung des Paradieses" fragt die NZZ, warum futuristische Literatur noch immer nach 19. Jahrhundert klingt. Die FAZ bespricht politische Bücher.
Mittwoch, 30.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
30.03.2016 Pornografie und Holocaust, alles ist drin in Maxim Billers neuem Roman "Biografie, doch SZ und Berliner Zeitung können sich gar nicht richtig darüber aufregen. Nachtkritik verteidigt das Zürcher Neumarkt Theater gegen politischen Wegschaffungswillen. In Télérama spricht André Techiné über die Magie der Jugend und des Kinos. Die NZZ stellt Japans spektakuläre Hochzeitskapellen vor. Und Dezeen wirft einen Blick in die Magazine des Naturhistorischen Museums in Wien.
9punkt - Die Debattenrundschau
30.03.2016 Wird Wladimir Putin zu einer Art Türsteher der europäischen Politik, der freiwillig die Drecksarbeit macht und dafür Respekt verlangt?, fragt die NZZ. In Libération prangert der kurdische Autor Kendal Nezan die mauen Kompromisse der EU mit der türkischen Regierung an. Zeit online fragt: Warum redet das Auswärtige Amt nach Lahore von "allen Menschen gleichermaßen", wenn ausdrücklich Christen gemeint waren? Bei Bei irights.info warnt Christiane Schulzki-Haddouti vor dem Begriff des "Dateneigentums". Und bei Netzpolitik fürchtet Medienprofessor Volker Lilenthal, dass Facebook die Medien schluckt.
Medienticker
30.03.2016 Gute-Macht-Geschichten oder wie mithilfe von Sprache politische Realitäten geschaffen werden - Macht der Gerüchte oder Die Macht der Journalisten - Konstruktive Presse oder Journalismus soll fröhlicher werden - Facebook, Google & Co. oder Kolonisierung des Journalismus - Risiko im Alltag: Kugelschreiberterror - Landesmedienanstalten: Verlagen drohen Eingriffe bei Videonutzung + Kraft des Erzählens: Vergangenheit & Dylans Schrullen.
Bücherschau des Tages
30.03.2016 Die FAZ lernt von Sergej Lebedew, wie ein totalitäres System an der Menschlichkeit und der Liebe nagt. Die SZ findet in Daniel Woodrell einen Meister des Country Noir. Holocaust, Pornografie und Terrorattentate - dies alles und mehr bietet Maxim Billers Roman "Biografie". Die Rezensenten gähnen trotzdem.
Donnerstag, 31.03.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
31.03.2016 Die SZ feiert den Mut zum Risiko des Volkstheaters Wien. Die taz feiert die Lust am Wilden in Patrick Siegfried Zimmers Kunstfilm "Anhedonia - Narzissmus als Narkose". Regisseur Christoph Hochhäusler feiert in Ray die Dämonen des Kollegen Christian Petzold. Der Autor Jeff VanderMeer feiert in Entertainment Weekly die die globale Bandbreite literarischer Science Fiction. Die NZZ feiert den Farbenrausch des Designers Alexander Girard. Und die Welt feiert das visionäre imaginäre Museum im Frankfurter MMK.
9punkt - Die Debattenrundschau
31.03.2016 Die Zeit lauscht den düsteren Prophezeiungen Boualem Sansals über Europa und den Terror. Und dieser Terror hat durchaus "mit dem Islam" zu tun, erklärt der Religionspädagoge Ednan Aslan ebenfalls in der Zeit. Oder waren es doch Atheisten? Das glaubt laut hpd.de jedenfalls der Bischof von Fulda. Wenn mehr Überwachung etwas gegen Terror bringen würde, dann hätte sie es eigentlich längst bringen müsssen, hat Sascha Lobo bei Spiegel online herausgefunden. Und Buzzfeed erklärt, wie europaskeptische Zeitungshierarchen ihre Jagdschlösser in Schottland finanzieren.
Bücherschau des Tages
31.03.2016 Die SZ freut sich über von Hanns Zischler gesammelte Druckfehler: ein Gruß des Unbewussten freier Geister. Wie kompliziert die Welt sein kann, lernt die taz aus einem Band über den jüdischen Kunsthändler Paul Graupe, der unter den Nazis jüdischen Kunstbesitz verkaufte, bis er selbst fliehen musste. Die Zeit empfiehlt Günter Herburgers mit peruanischem Schamanismus durchsetzten Heimatroman "Wildnis, singend" und versinkt in einem Band afrikanischer Philosophen.
Im Kino
31.03.2016 Eine Revolution als Mogelpackung rekonstruiert Sergei Loznitsa in seinem Found-Footage-Dokumentarfilm "The Event". Regisseur Dan Trachtenberg und Produzent J.J. Abrams konfrontieren in "10 Cloverfield Lane" Mary Elizabeth Winstead mit einer grundlegend instabilen Welt.