Montag, 02.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
02.02.2015 Jubel, Triumph, Wahnsinn! - Barrie Kosky bringt mit seiner Inszenierung der Oskar-Straus-Operette "Eine Frau, die weiß, was sie will" den Saal zum Kochen. Die Brecht-Erben machen lieber Stimmung im Gerichtssaal. Im Magazin Filmlöwin erklärt die Filmemacherin Gloria Endres de Oliveira, wie trügerisch Mädchenhaftigkeit sein kann. In der NZZ warnt Kenzaburo Oe vor dem neuen Nazismus in Japan.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.02.2015 In der NZZ beschreibt die Psychologin Anna Schor-Tschudnowskaja, wie Putins Russland die Intellektuellen und Oppositionellen in den "moralischen Burnout" treibt. Im FAZ-Nachruf erzählt Thomas Karlauf, wie Richard von Weizsäcker den Mauerfall verpasste. Im Magazine littéraire spricht Bernard-Henri Lévy über den Wahn Louis Althussers. Bild meldet, dass der Iran einen neuen Wettbewerb für Holocaust-Karikaturen auslobt.
Medienticker
02.02.2015 Literaturkritik vs Literaturjournalismus & Wie käuflich ist der Sportjournalismus? - Nach Rekordauflage: Charlie Hebdo erscheint vorerst nicht mehr - Theaterkritik online aus Berlin, Frankfurt, München & Weimar - Voll krass: Der WDR macht einen auf YouTube - Peter Handke ohne Publikumsbeschimpfung - Tomáš Sedláček & David Graeber: Kapitalismuskritik im Gewand eines Horrorfilms + "Max & Moritz" werden 150.
Bücherschau des Tages
02.02.2015 Für Tingeltangel, Diven und Hollywood hatte Alfred Polgar wirklich kein Händchen, stellt die SZ seufzend fest, liest aber trotzdem ganz gern sein bisher nie veröffentlichtes Buch "Marlene". Die FR empfiehlt den Band "Fremd und rechtlos?" als eine 6000-jährige Geschichte von Offenheit und Abschottung. Die FAZ stürzt sich in die Krimiflut.
Redaktionsblog - Im Ententeich
02.02.2015
Heute abend! Der
Perlentaucher organisiert zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung und Internationalen Literaturfestival
eine
Podiumsdiskussion über "die
Anschläge von Paris und die Zukunft der offenen Gesellschaft". Mit
Pascal Bruckner,
Micha Brumlik,
Thierry Chervel und
Lamya Kaddor.
Dienstag, 03.02.2015
Magazinrundschau
03.02.2015 In der New York Review of Books möchte Timothy Garton Ash die Meinungsfreiheit gern nach Island auslagern. Victor Orban fürchtet sich vor Einwanderern, die nie kommen, notiert HVG. In Ägyten ist die Meinungsfreiheit unter Sisi noch eingeschränkter ist als unter Mubarak, erzählt der Schriftsteller Alaa al-Aswany in Prospect. Der Merkur fordert mehr Glaubensfreiheit. In Telerama glaubt der Bruder des Attentäters Mohamed Merah fest an republikanische Werte. Das New York Magazine fragt, wie in Gottes Namen amerikanische Akademiker das Ende der akademischen Forschungsfreiheit fordern können.
Efeu - Die Kulturrundschau
03.02.2015 Verdis "Räuber" als Pegida-Comic? Aber ja, warum nicht, ruft die taz. Die Berliner Zeitung schießt bei der Transmediale ins All. Die Welt bewundert die im Depot des Pariser Musee d'Orsay schlummernden Obsessionen. Große Bewunderung erregen auch zwei muskulöse nackte Rücken von Michelangelo.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.02.2015 In Huffpo.fr fragt der Journalist Mohamed Sifaoui: Was meinen jene, die sagen: "Ich bin nicht Charlie." In der Welt findet Richard Herzinger, dass sich Rinks und Lechts zum Verwechseln ähnlich sehen. In der FAZ bewältigt Marcel Beyer Pegida mit Dante. Bild meldet: Die Öffentlich-Rechtlichen kriegen jetzt soviel Gebühren, dass sie sparen können. Die NZZ berichtet über den Niedergang von al-Dschasira. Milo Rau setzt in der taz seine Serie über den Kongo fort.
Medienticker
03.02.2015 Transmediale in Berlin: Hilflose Gesten gegen die Überwachung - Straßenverkehr statt Web-Traffic: Google plant eigenen Uber-Konkurrenten - 20. Mainzer Kolloquium: Literaturkritik als Randthema - Tex Rubinowitz: Der Guttenberg des Feuilletons - Der Unbequeme: Kenzaburo Oé zum 80. Geburtstag - "Weinhebers Koffer": Michel Bergmann über seinen neuen Roman - Gegen die Gesellschaft, für die Freiheit: Über T. C. Boyles "Hart auf hart" + Jazz-Tipp: Der norwegische Saxophonist Marius Neset.
Bücherschau des Tages
03.02.2015 Realismus als Ambivalenzkunst erlebt die taz mit Stephan Thomes Roman "Gegenspiel". Mit großem Vergnügen liest die NZZ Alfred Polgars Essay über Marlene Dietrich. Sehr sympathisch und mitreißend findet die FAZ Michael Zantovskys über Vaclav Havel. Außerdem geht sie auf Abstand zu Slavoj Zizek.
Mittwoch, 04.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
04.02.2015 In der Welt erklärt Luc Bondy, warum Tschechows antisemitischer Iwanow so viel interessanter ist als sein humanistischer Gegner Lwow. Der Tagesspiegel wirft dem Chef des Verbrecher Verlags bildungsbürgerliche Sehnsucht nach dem Großkritiker vor. Zeit online ergibt sich tanzflurvermitteltem Antifaschismus von Alec Empire. Die Filmkritiker staunen: Zwischen digitale und reale Welt passt kein Blatt in Michael Manns Film "Blackhat".
9punkt - Die Debattenrundschau
04.02.2015 In der französischen Huffpo erklärt Caroline Fourest, warum Blasphemie gerade jetzt sein muss. In der Welt plädiert die amerikanische Politologin Anne-Marie Slaughter dagegen für religiöse Selbstzensur nach amerikanischem Modell. Ausgerechnet in Ländern wie den USA und Australien wird immer mehr auch aus politischen Gründen zensiert, berichtet die Welt. Schuld an der Misere Griechenlands sind die Griechen, meint Bernard-Henri Lévy in seinem Blog. In der SZ spricht der nigerianische Schriftsteller Helon Habila über Kunst im Zeitalter von Boko Haram.
Medienticker
04.02.2015 Literaturkritik: Andreas Wolf über das Außer- & das Innerliterarische - Netzpiloten: Die Alt-98er - Rundfunkbeitrag: Dürfen es 1,5 Milliarden mehr sein? - Offline-Welt: Amazon an Radioshack-Läden interessiert - Nach einer wahren Geschichte: Newsweek will Magazin-Geschichten verfilmen lassen - Stephen Fry meint, Gott sei boshaft + Ist die Pariser Heidegger-Konferenz ein Kongress der Weißwäscher?
Bücherschau des Tages
04.02.2015 FR und FAZ streifen begeistert mit Teju Coles "Jeder Tag gehört dem Dieb" durch Lagos. Die FR lernt mit Joan Schenkars Biografie "Die talentierte Miss Highsmith" die Schriftstellerin als "verbitterte alte Auster" kennen. Die SZ liest T.C. Boyle und teilt mit Franz Schuh "Sämtliche Leidenschaften", vor allem aber die Liebe zum intellektuellen Wien.
Donnerstag, 05.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
05.02.2015 Vorfreude auf die Berlinale, die noch größer wäre, hätten die einzelnen Sektionen etwas künstlerisches Profil. Die Zeit plädiert für mehr kuratorisches Profil der Museumsbestände - auch durch Verkaufen. Die NZZ protokolliert die Überwachung des Brecht-Erbes. Der Freitag beklagt den Verfall der Kulturindustrie. Die Welt erzählt die traurige Geschichte von Harper Lees angeblich neuem Roman.
9punkt - Die Debattenrundschau
05.02.2015 Im Culturmag wundert sich Wolfram Schütte über einen reichlich unfranziskanischen Papst. Die SZ erklärt, warum Dieudonnés Antisemitismus nicht das gleiche ist wie Blasphemie. In der Zeit benennt Heinrich August Winkler die innere Verwandtschaft zwischen Rechts- und Linkspopulisten in Europa. Und beide lieben Putin, meint auch huffpo.fr. Huffpo.fr erklärt auch, warum Golshifteh Farahani nackt posiert. Und der Guardian freut sich, dass einige der Mädchen, die Boko Haram entwischen konnten, nun wieder studieren.
Medienticker
05.02.2015 Amazon: Deutschlandumsatz übersteigt erstmals die 10-Milliarden-Euro-Marke - Die Suche schrumpft: Googles neues Problem - Nominierungen: Preis der Leipziger Buchmesse 2015 & ein Gespräch mit den Jurymitgliedern René Aguigah & Hubert Winkels - Berlinale-Auftakt: Gespräche mit Andreas Dresen & Rosa von Praunheim - Uraufführung von Marianna Salzmanns "Wir Zöpfe" am Gorki Theater Berlin + Marlenes erster Fanclub: Helmut Böttiger über Alfred Polgars Dietrich-Biografie.
Bücherschau des Tages
05.02.2015 In den Figuren ihres Romans "Das Tiefland" spiegelt Jhumpa Lahiri meisterhaft die Zerrissenheit Indiens zwischen Tradition und Moderne, staunt die NZZ. Die SZ erfreut sich an der theoretischen Nonchalance und wissenschaftlichen Euphorie Bruno Latours. Mit ihrem Krimi "Geheimer Ort" übertrifft Tana French die hohen Erwartungen der Zeit. Und die FAZ räumt dem Gedichtband "Subsong" einen Spitzenplatz im Werk von Ulrike Draesner ein.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
05.02.2015 Wim Wenders ist ein mutiger Regisseur. Was nervt an ihm, ist auch gut. Er nimmt sich Zeit und Raum. Die Berlinale-Hommage bietet Gelegenheit, einige seiner wichtigsten Filme in neuen Kopien wiederzusehen.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
05.02.2015 Heute abend eröffnet die spanische Filmregisseurin Isabel Coixet mit ihrem Film "Nadie quiere la noche" (Niemand will die Nacht) die 65. Berlinale. Vorab ein kurzer Einblick in das Programm von Wettbewerb, Forum und Panorama. Ab morgen berichten wir dann täglich und aktuell.
Freitag, 06.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
06.02.2015 Intellektuell eher simpel fanden die Filmkritiker Isabel Coixets Berlinale-Eröffnungsfilm "Nobody wants the Night". Die FAZ schert es nicht, solange Juliette Binoche dabei ist. Der Guardian sah insgesamt noch nie so zahnlose Filme wie in diesem Jahr. Die taz fragt: Warum schreiben Frauen keine Essays? Die FR lässt sich von Franco Moretti erklären, was Distant Reading ist. Flüchtlinge machen das beste Theater über Flüchtlinge, lernt die NZZ in Amsterdam.
9punkt - Die Debattenrundschau
06.02.2015 Die SZ fragt: Warum hat Cornelius Gurlitt die Sammlung seines Vaters ausgerechnet dem Kunstmuseum Bern vermacht? The Verge feiert einen glanzvollen Sieg für die Netzneutralität. Die Welt ärgert sich über eine Ausstellung zu den Roten Khmer in der Akademie der Künste, weil sie eine historische Chance verspiele. Der Tagesspiegel staunt über das Frauenbild der Frauen der IS-Miliz. Venturebeat.com wundert sich, dass Google für Tweets bezahlt.
Medienticker
06.02.2015 Aktualisiert: Schwarzgefärbter Staatsfunk: Der Bayerische Rundfunk auf Linie oder nicht? Seehofer fordert mehr Respekt - Keine Beule trotz Bashing: Deutschland bleibt Amazons Liebling - Über Fehlbarkeit und den Kampf für das Gute: Harald Martenstein über Stefan Niggemeier - Rechte Szene: Falsche Todesanzeigen als Drohung für Journalisten - Die neun größten: Social Media-Irrtümer - Biografie: Die unangenehme Miss Highsmith + Zweitausendeins schließt den letzten Buchladen: Ein Nachruf von Edelgard Abenstein.
Bücherschau des Tages
06.02.2015 Die Studie "Wir sind Tier" von Barbara Natterson-Horowitz und Kathryn Bowers bietet nicht nur Seeotter in adoleszenten Krisen, sondern ist auch eine Fundgrube für die zukünftige medizinische Forschung, freut sich die FAZ. Mit fasziniertem Vergnügen liest sie außerdem die Stories in "Kanns nicht und wills nicht" von Lydia Davis. Der SZ fällt Tom Drurys menschenfreundlicher Provinzroman "Das stille Land" beinahe zu harmonisch aus.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
06.02.2015 In "Taxi" versucht Jafar Panahi vergeblich, seine Nichte zufriedenzustellen. Alle anderen Fahrgäste erzählen gern von sich.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
06.02.2015 Vladimir Tomics "Flotel Europa" erzählt mit altem Videomaterial von einem Flüchtlingsschiff im Kopenhagener Hafen.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
06.02.2015 Ein Film, der zuckt und bebt und glüht: Guy Maddins "The Forbidden Room" ist ganz verliebt in die Poesie und Mystik des frühen Hollywood-Tonfilms.
Samstag, 07.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
07.02.2015 Von den mit Spannung erwarteten Berlinale-Beiträgen von Werner Herzog und Jafar Panahi kann nur einer überzeugen. Die Welt erliegt in Düsseldorf dem Sog von Günther Ueckers Nagel-Bildern. Äußerst skeptisch betrachtet die SZ die prosperierende Kunstszene in Saudi-Arabien und ärgert sich über eine Pause nach dem Ersten Satz von Mahlers Dritter Sinfonie in Frankfurt. Christopher von Deylen alias Schiller ärgert sich gleich über den kompletten Klassikbetrieb.
9punkt - Die Debattenrundschau
07.02.2015 In der Welt beschreibt Serhij Zhadan, wie die Logik des Krieges ein ganzes Land ergreift. Das Schlimmste an der IS-Miliz ist, dass sie tatsächlich so etwas wie staatliche Strukturen entfaltet, meint Terrorexpertin Loretta Napoleoni in Telepolis. Im Guardian fragt Richard J. Evans, warum uns die Nazizeit bis heute in solcher Intensität beschäftigt. Im NYRBlog erzählt die Autorin Liu Yu, wie das Internet chinesischen Demokraten erlaubte, sich zu artikulieren, bis die Regierung es verbot.
Bücherschau des Tages
07.02.2015 Mit unterschiedlicher Begeisterung lesen FAZ, FR und SZ Arno Geigers Adoleszenzroman "Selbstporträt mit Flusspferd". Die SZ vergleicht Neuübersetzungen des "Kleinen Prinzen" von Ulrich Bossier und Hans Magnus Enzensberger. Die Welt ist tief beeindruckt von Jan Brokkens historischer Rekonstruktion "Die Vergeltung. Rhoon 1944" und Gipis autobiografischem Comic "Mein schlecht gezeichnetes Leben".
Bücherbrief
07.02.2015 Ian McEwan erzählt in einem Gerichtsdrama vom Kampf zwischen Vernunft und Religion. Teju Cole beschreibt Schönheit und Chaos von Lagos. Heinrich August Winkler legt den letzten Band seiner Geschichte des Westens vor. Lukrez betört die Rezensenten mit seiner poetischen Prosa. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Februars.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
07.02.2015 Im iranischen Kino ist das Auto seit Abbas Kiarostami ein zentrales Motiv, über das gesellschaftliches Innen und Außen definiert werden. Bei Ali Ahmadzadeh verwischt auch die Grenze zur Realität.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
07.02.2015 Brautschau bei den Maya. Zwar möchte die Auserwählte lieber mit Pepe in die USA, aber das würde die Harmonie trüben in Jayro Bustamantes "Ixquanul".
Außer Atem: Das Berlinale Blog
07.02.2015 Kurz nach dem Sechstagekrieg erzählen "Censured Voices" israelischer Soldaten, warum dieser Krieg nur scheinbar leicht gewonnen war. Eine Dokumentation von Mor Loushy.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
07.02.2015 Eine Haftanlage für Masochisten: Jan Soldats Dokumentarfilm erarbeitet sich jede Einstellung - ein behutsames Porträt, das seinem Publikum einiges zutraut.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
07.02.2015 Ella Manzheeva erzählt in "Chaiki" die Geschichte der jungen Elza, die aus der Enge ihres kalmückischen Dorfs ausbrechen will. "K" von Emyr ap Richard und Darhar Erdenibulag ist eine mongolische Version von Kafkas "Schloss".
Außer Atem: Das Berlinale Blog
07.02.2015 Oben Hollywood, schöne Herzogiana drunter - Werner Herzogs Wettbewerbsbeitrag "The Queen of the Desert" mit Nicole Kidman spielt die Exotismuskarte aus, lässt Dromedaren und Geiern ihren ganz großen Auftritt.
Sonntag, 08.02.2015
Außer Atem: Das Berlinale Blog
08.02.2015 Terrence Malicks "Knight of Cups" sucht nicht die vergeistigte Einsamkeit, sondern führt mitten hinein ins Chaos der Welt.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
08.02.2015 Jim Chuchu und Njoki Ngumi dokumentieren in "Stories of Our Lives" Schwulen- und Lesbenleben in Kenia und die Anfeindungen, denen es ausgesetzt ist.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
08.02.2015 Liz Garbus erzählt in ihrer Doku "What Happened Miss Simone", wie sich Nina Simone von der Callas am Klavier zu einer zornigen Bürgerrechtlerin entwickelte.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
08.02.2015 Sebastian Schippers "Victoria" führt in einer einzigen Einstellung durch die Berliner Nacht.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
08.02.2015 Andrew Haigh erzählt in "45 Years" von den Gespenstern der Vergangenheit, die Charlotte Rampling nach 45 Jahren Ehe überfallen.
Montag, 09.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
09.02.2015 Poetische Sinnsuche oder Selbstfindungssirup? Terrence Malicks Wettbewerbsfilm "Knight of Cups" hat die Berlinale-Kritiker fast zerrissen. Den Theaterkritikern ging es kaum besser mit Thomas Ostermeiers Inszenierung von "Richard III.": Quasimodo mit Kinderseele oder doch nur fataler Gedankenleere? Die SZ fragt: Warum sollen Autoren keine Literaturschulen besuchen? Pitchfork hört Schlaflieder von Jeff Bridges. Techcrunch stellt neue Bildschirmkunst vor. Und: alle trauern um die algerisch-französische Schriftstellerin Assia Djebar.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.02.2015 In München herrscht Aufruhr, nachdem Ministerpräsident Seehofer kurzerhand dekretierte, dass es keinen neuen Konzertsaal gibt, berichten SZ und FAZ. Doch doch, es gibt einige Gründe, die für Voltaire sprechen, meint Wolf Lepenies in der Welt. Wolfgang Sofsky findet nicht, dass Angela Merkel die Ukraine zu 28 Jahren Geduld aufrufen sollte. In der NZZ schreibt der jordanische Autor Fakhri Saleh über die Ermordung des Piloten Muas al-Kasasba.
Medienticker
09.02.2015 Der Weltzustand der Verzweiflung: Arno Orzessek über Moral und Schulden - Der Bild-Erfinder: Wim Wenders bekommt Berlinale-Ehrenbären - Rolle von Autoren. Eva Menasse über den deutschen Hang, das Wort zu verbieten - Unfreiwillig komisch, ein bisschen affig und ernsthaft ärgerlich? Stefan Brandenburg verteidigt WDR #3sechzich gegen Stefan Niggemeier - Theater-Nachtkritiken aus Berlin, Frankfurt & Köln + Die erträgliche Leichtigkeit des Seins: Über Arno Geigers Roman "Selbstporträt mit Flusspferd".
Bücherschau des Tages
09.02.2015 Die FAZ begibt sich freudig mit Peter Kurzecks Hörspielen in farblosen hessischen Winkelkosmos von Lollar. Mit Gideon Samsons "70 Tricks, um nicht baden zu gehen" entwickelt sie Herz für Wassermemmen. Die SZ staunt über Marcel Beyers Poetikvorlesungen "XX", in denen Elke Heidenreichs Auftritt im Schweizer Fernsehen Literatur wird.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
09.02.2015 Pablo Larraíns "El Club" packt ein heißes Eisen an (den Missbrauch von Kindern durch katholische Priester) und traut sich dann doch nicht ans Eingemachte.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
09.02.2015 Die Native-Reihe der Berlinale zeigt in diesem Jahr indigenes Kino aus Lateinamerika. Schöne Sache. Aber zwei Filme aus der Reihe hätten auch in den Wettbewerb gepasst.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
09.02.2015 Patricio Guzmán erzählt von den Ureinwohnern Patagoniens, die erst von den Kolonialherren und dann von Pinochet massakriert wurden.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
09.02.2015 Vom fechtenden Piraten zum singenden Schneewittchen zur Paso Doble tanzenden Göttin zu den gelbgestreiften blauen Hosen der Kavallerie und wieder zurück: Die Retrospektive "Glorious Technicolor" zeigt, wie der Farbfilm erwachsen wurde.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
09.02.2015 Efrat Corem porträtiert in seinem Film "Ben Zaken" eine israelische Familie aus der Unterschicht, in der nur noch die Frauen gegen ihr vermeintliches Schicksal kämpfen.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
09.02.2015 Akram Zaatari untersucht in seinem Filmessay "Twenty-Eight Nights and A Poem" den Zusammenhang von Bild und Gesellschaft. In Ghassan Salhabs Thriller "The Valley" geht das Bekaa-Tal unglaublich ästhetisch vor die Hunde.
Dienstag, 10.02.2015
Magazinrundschau
10.02.2015 Hätten sich britische Professoren etwas früher für die Freiheit der Wissenschaft eingesetzt, müssten sie jetzt nicht ihre Studenten ausspionieren, meint Nick Cohen im Guardian. Im New York Magazin erzählt Joni Mitchell, warum eine Chanel-Tasche sehr gut zu Folk passt. Linkiesta denkt über den epischen Moment nach. Telerama fragt, ob der Laizismus noch seinen Sinn erfüllt. Respekt und Pritomnost wünschen sich, ihr Präsident würde öfter mal den Mund halten. Das Magazin der New York Times lernt, wie man in drei Tagen einen Porno schreibt.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.02.2015 Auf der Berlinale scheiden sich die Geister an Andreas Dresens Wettbewerbsbeitrag "Als wir träumten": Weltklassekino, ruft die FAZ. Putzig und possierlich, mault die taz. Der Tagesspiegel staunt über die Entvertrautmachung der Berliner Philharmoniker mit Sibelius. Die NZZ hebt ab mit Adam Zagajewskis Essayband "Die kleine Ewigkeit der Kunst".
9punkt - Die Debattenrundschau
10.02.2015 Pegida ist durch, meint Spiegel Online, aber was lernen wir draus? Slavoj Zizek ist auch durch, meint die taz. In der Berliner Zeitung klärt Gudrun Krämer auf: "Der Koran ist kein Handbuch des Völkerrechts." Huffpo.fr erzählt, wie französische Lehrer mit ihren Schülern Verschwörungstheorien auseinandernehmen. Die NZZ präsentiert eine hierzulande wenig diskutierte Studie über das Versagen der Medien in der Berichterstattung zu den NSU-Morden.
Medienticker
10.02.2015 Kumpelsystem: Beiträge zur aktuellen Literaturkritik-Debatte - Netzpolitik: Frankreich lässt Webseiten sperren - Dunkle Tage, viele Klicks: News-Websites wachsen um 20 Prozent - Rekonstruktionen: Über Patrick Modianos Erzählen der Erinnerung - Metadaten-Überwachung: "Die BND-Überwachung verstößt gegen die Verfassung" + Saxofonistin Charlotte Greve bringt die Jazzszene zum Swingen.
Bücherschau des Tages
10.02.2015 FAZ und SZ sind tief beeindruckt von Julian Barnes' "Lebensstufen", die auch den Verlust der geleibten Ehefrau thematisieren. Die FAZ erklimmt auch mit Alexander Kluy den Eiffelturm. Die NZZ feiert Adam Zagajewskis "Kleine Ewigkeit der Kunst" als Buch der Sehnsucht. Die FR lässt sich von Heinrich August Winkler die Geschichte des Westens erzählen.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
10.02.2015 Malgorzata Szumowskas ökofeministischer Film "Body" weicht den Zumutungen von Alterserotik, spirituellen Sitzungen und Schrei-Therapien aus.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
10.02.2015 In seinem Porträt zweier unglücklicher Frauen lehnt Alex Ross Perry sich mit "Queen of Earth" eng an Ingmar Bergman und Roman Polanski an.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
10.02.2015 In Ion de Sosas "Androids Dream" - nach einer Vorlage von Philip K. Dick - spielen die spanische Stadt Benidorm und ihre Hochhäuser eine Hauptrolle.
Mittwoch, 11.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
11.02.2015 Auf der Berlinale hatte Wim Wenders' "Everything will be Fine" seinen Auftritt - dessen Motiv laut FAZ den Wettbewerb prägt: Reumütige Männer auf Sinnsuche. Zeit online begeistert sich für den Deutschrap von "Zugezogen Maskulin". Die SZ bewundert eine On-Kawara-Retrospektive in New York. Die NZZ stellt den Fotografen Hiroshi Sugimoto als Architekten vor.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.02.2015 Der Guardian berichtet, dass die britische Polizei sehr an Daten von Charlie-Hebdo-Lesern interessiert ist. In der SZ erzählt Hermann Parzinger von der Preußen-Stiftung, wie er seinen Museen einen Migrationshintergrund geben will. Die Welt empfiehlt, die Frage nach den Religionen nochmal mit Kant zu stellen. Libération erzählt, wie die Franzosen Google doch noch besteuern wollen.
Medienticker
11.02.2015 P7S1, Axel Springer, Xing: Alle Medienaktien fliegen hoch - NSU-Berichterstattung: Allzu autoritätsgläubige Journalisten - Theater als kritische Anstalt: Liste der Unerwünschten oder wie die Vergangenheit einfach nicht vergehen will - Einmal Herta sein: Performance-Kunst von Rimini Protokoll - Mainzelmännchen vor der Arbeitslosigkeit? Politik berät über Werbeverbot bei ARD & ZDF + Berlinale-Gespräche mit Sebastian Schipper, Wim Wenders & Brian Wilson.
Bücherschau des Tages
11.02.2015 Einblicke ins Paris der 1920er Jahre und Reflexionen über Mode als Waffe im Kampf der Geschlechter bietet Helen Hessel in "Ich schreibe aus Paris" der SZ. Rainer Maria Rilke begegnet der FR in Klaus Modicks Worpswede-Roman "Konzert ohne Dichter" als egomaner Kitsch-Heiliger. Die NZZ preist Anna Gmeyners Roman "Manja" als Frauenbuch im besten Sinne. Und die FAZ macht jede Menge Entdeckungen in Nicholson Bakers Essayband "So geht's".
Außer Atem: Das Berlinale Blog
11.02.2015 Radu Jude porträtiert in seinem Western die rumänische Hau- und Stechgesellschaft des 19. Jahrhunderts.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
11.02.2015 Marcel Ophüls und Joshua Oppenheimer diskutieren beim Berlinale Talent Campus über Erinnerung, Versöhnung und Gerechtigkeit.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
11.02.2015 Antoine Barrauds "Le dos rouge"ist eine Reflexion über Kunst und Wahrnehmung und die Ausbreitung des Monströsen.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
11.02.2015 Wim Wenders erzählt in seinem Film vom tödlichen Unfall eines kleinen Jungen und den Folgen, die das für einen Schriftsteller hat.
Donnerstag, 12.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
12.02.2015 Die nachtkritik möchte den Streit um ein Theaterstück über den Romanisten und SS-Mann Hans Robert Jauß in Konstanz nicht unter den Teppich kehren. Schwer gelitten haben die Filmkritiker bei "Fifty Shades of Grey". Neu besprochen werden außerdem der neue Greenaway und Radu Judes Western "Aferim!". Die FR gönnt sich einen Augenblick Ruhe mit den Bildern Jean-Jacques de Boissieus. In der Zeit weckt die Dresdner Pegida-Bewegung bei Durs Grünbein unschöne Erinnerungen.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.02.2015 Heute treten die Feuilletons in den Dialog mit den Religionen. Nicht die Demokratie muss sich anpassen, meint Boualem Sansal in Huffpo.fr, sondern der Islam. In der FAZ erklärt Kamel Daoud, wie das algerische Volk mit dem Islam ruhiggestellt wird, während die Elite die Ölrente einsackt. Ebenfalls in der FAZ: die kräftige Sprache des Pastors Olaf Latzel. In der Zeit finden Robert Spaemann und Bruno Latour: Sterbehilfe und Säkularismus sind des Teufels. Die Franzosen halten laut Huffpo.fr aber trotzdem dran fest. Außerdem: Sorgen um Rechtspopulismus.
Medienticker
12.02.2015 Wieder prägen Einschüchterung & Übergriffe das internationale Ranking der Pressefreiheit - "Auch im Journalismus gibt es Herrschende und Beherrschte": Thomas Wiedemann über Medienforschung & das journalistische Feld - Mediennutzung: Jugendliche glauben dem Netz weniger als Print & ARD+ZDF wagen sich auf YouTube - Charlie Hebdo-Überwachung: Britische Polizei spioniert Käufern nach - Berlinale-Gespräche mit Peter Greenaway, Oliver Hirschbiegel & Margarethe von Trotta + Warum trauen wir uns nicht, Bücher wegzuschmeißen?, fragt sich Marcus Werner.
Bücherschau des Tages
12.02.2015 Mit ihrer Studie über "Lebensmodelle in der Dienstleistungsgesellschaft" lässt Friederike Bahl die FAZ die Arbeit von Putzkräften und Postzustellern mit anderen Augen sehen. Die SZ begibt sich mit Joseph Roth auf "Reisen in die Ukraine und nach Russland" und lässt sich von Mark Roche auseinandersetzen, "Was die deutschen Universitäten von den amerikanischen lernen können und was sie vermeiden sollten".
Außer Atem: Das Berlinale Blog
12.02.2015 Motorraddiebe in Uganda - "The Boda Boda Thieves" des Regiekollektivs Yes! That's Us - und der Niedergang der Baumwollspinnereien in Burkina Faso - "The Siren of Faso Fani" von Michel K. Zongo - im Forum.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
12.02.2015 Angelehnt an einen Briefroman von Franziska Gräfin zu Reventlow erprobt Juan Rodrigáñez revueartig verschiedene Methoden, kein Geld auszugeben.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
12.02.2015 Jorge Forero erzählt in "Violencia" drei Geschichten über politische Gewalt in Kolumbien.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
12.02.2015 Nikolaus Geyrhalter schildert in seiner Doku den Niedergang der Textilindustrie in Niederösterreich und erzählt von den Arbeitern, die sich neu erfinden.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
12.02.2015 Peter Greenaways "Sergej Eisenstein" findet in Mexiko Sex, Bilder und Revolte - im Green-Screen-Effekt und HDR-Bild.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
12.02.2015 "Under Electric Clouds" von Alexey German Jr.erzählt vom Leben nach der Apokalypse, wenn alle Utopien gescheitert sind.
Freitag, 13.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
13.02.2015 Das Fischer-Blog Hundertvierzehn resümiert mit vielen Videos die von Jörg Sundermeier ausgelöste Debatte über Literaturkritik. Die SZ analysiert den Afrofuturismus. Die Welt leidet auf der Berlinale mit Oliver Hirschbiegels "Elser". Der Freitag porträtiert den Dortmunder Intendanten Kay Voges und seinen Pluralismus der Perspektiven. NZZ und Perlentaucher hüpfen zu Terry Rileys "In C", eingespielt vom Africa Express.
9punkt - Die Debattenrundschau
13.02.2015 Die taz sucht nach Ursachen für den Terrorismus und findet sie in den Eliten der muslimischen Länder. Die Welt hält an Dresden fest. In der SZ rufen die Politologen Josef Krieg und Markus Rhomberg zu einer radikalen Reform der öffentlich-rechtlichen Sender auf. Wer setzt Islam und Islamismus gleich? Doch wohl der Islamismus, meint Renée Fregosi in huffpo.fr. Slate macht klar: Ohne die Freie-Software-Bewegung wäre das Internet nichts. Und gute Idee für Wochenende: Eier so kochen, dass das Gelbe außen liegt.
Medienticker
13.02.2015 Aktualisiert: Ein Abend mit Walser, Scobel & Friedman: Eine verpasste Gelegenheit, meint Felicitas von Lovenberg - #storywars oder Das Problem mit dem Journalismus auf den Punkt gebracht & Was passiert, wenn Journalismus ein "Wir" gegen "die anderen" ausspielt?, fragt Georg Seesslen - Rechter "Jugendkulturpreis": Michel Houellebecq wehrt sich gegen Pegida-Vereinnahmung - Die Pläne von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales: Markenführung - T. C. Boyles "Hart auf hart": Wutbürger im Wilden Westen + Eva Menasses Plädoyer für die politische Moral.
Bücherschau des Tages
13.02.2015 Als grandioses Sprachfeuerwerk feiert die taz "Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen" von Frank Schulz. Hochpolitisch und erkenntnisreich, aber auch ausschweifend und mühsam findet die FR Slavoj Žižeks "Weniger als nichts". Die von Dan Diner herausgegebene "Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur" rehabilitiert das Nachschlagewerk in Buchform, freut sich die FAZ. Die SZ liest Paul Therouxs meisterhafte Novelle "Der Fremde im Palazzo d'Oro".
Vorgeblättert
13.02.2015 Götz Aly porträtiert in einem Essay aus seinem neuen Buch "Volk ohne Mitte", den wir hier gekürzt vorblättern, den Ökonomen Wilhelm Röpke, der in seinen Schriften einen ungeheuren prognostischen Scharfsinn bewies. Leseprobe.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
13.02.2015 Wäre ein Meisterwerk der improvisierten Weltumrundung, wenn er es denn überhaupt sein wollte: Doch noch ein Versuch, über Kidlat Tahimiks "Balikbayan #1 Memories of Overdevelopment Redux III" zu schreiben.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
13.02.2015 Ein zentrales Motiv, eine dominante Tonart? Dafür war die Berlinale wie immer viel zu unübersichtlich. Und doch sucht der Blick nach Ordnung. Über die Schwierigkeit, den Film als filmisches Objekt wahrzunehmen.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
13.02.2015 In Laura Bispuris Film "Vergine Giurata" versucht eine junge Albanerin sich als Mann den traditionellen Gesetzen zu entziehen. Sie ist eine von vielen Abenteurerinnen auf dieser Berlinale - vor der Kamera. Dahinter ist es eine andere Sache.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
13.02.2015 Wie kann das afrikanische Filmerbe bewahrt werden? Eine Diskussion im Forum Expanded beschreibt Beispiele aus dem Sudan, Guinea-Bissau, Südafrika und Ägypten.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
13.02.2015 In den siebziger und achtziger Jahren wurden hunderte von Filmen für ein dezidiert schwarzes Publikum in Südafrika gedreht. Das Forum zeigt zwei rare Beispiele.
Samstag, 14.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
14.02.2015 Die Berlinalekritiker ziehen erschöpft erste Bilanzen und warten auf die Bärenvergabe heute Abend. Die NZZ lernt in einer Hamburger Ausstellung, welche Rolle die Poesie in Joan Mirós Werk spielt. In der Welt erklärt der Altorientalist Stefan Maul den Witz im "Gilgamesch"-Epos. In der Berliner Zeitung denkt Marcel Ophüls über Kameras nach. Die taz porträtiert den palästinensischen Rapper Rafeeq Hamawi, der Scheichs und Götter hinterfragt. In der FAZ erklärt Feridun Zaimoglu, warum ihm kein Computer auf den Schreibtisch kommt.
9punkt - Die Debattenrundschau
14.02.2015 In der NZZ stellt der Philosoph Christoph Türcke klar, dass es die religiösen Gefühle gar nicht gibt, deren Verletzung so gern beklagt wird. Die SZ blickt auf die brennenden Bibliotheken der Banlieue. Die FAZ bewundert in Hamburg eine Architektur gewordene Baukostenkurve. Im Blog der LRB glaubt James Meek, Putins Strategie gegenüber der Ukraine könnte noch zynischer sein als befürchtet. Die Welt fragt, warum Polen eigentlich in Minsk nicht mitverhandeln durfte.
Bücherschau des Tages
14.02.2015 Die FR reist mit Favel Parretts "Der Himmel über uns" auf dem Frachter Nella Dan von Dänemark über die Antarktis nach Tasmanien. Die NZZ liest einen Essayband mit Innenansichten aus Syrien und Erzählungen von Dima Wannous über das Leben unter Assad. Mit Fadhil al-Azzawi begleitet sie eine Delegation in die irakische Ölstadt Kirkuk. Die taz entdeckt mit Sibylle Berg das grauenhafte Sexleben der Mittelschicht. Die Welt wird von einer Graphic Novel zu den Weißen Wölfen entführt, einem Vorläufer des NSU.
Redaktionsblog - Im Ententeich
14.02.2015 Ein Toter, drei Verletzte. Bei einer Veranstaltung über "Kunst, Blasphemie und Meinungsfreiheit" in Kopenhagen in Anwesenheit des französischen Botschafters hat es einen Anschlag gegeben, berichtet das Ekstrabladet in einer Eilmeldung.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
14.02.2015 Heute abend wurden die Berlinale-Bären vergeben. Den Goldenen Bären für den besten Film gewann der iranische Regisseur Jafar Panahi für seinen Film "Taxi". Hier alle Preise auf einen Blick.
Montag, 16.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
16.02.2015 Die Filmkritiker sind sich einig: Der Goldene Bär für Jafar Panahis trotz Berufsverbot mit Guerilla-Methoden entstandenen Film "Taxi" war verdient - aus künstlerischen, nicht aus politischen Gründen. In der Zeit versteht Iris Radisch nicht, warum Literaturkritiken unfreundlich sein sollen. Die Jungle World porträtiert den Experimentalmusiker Thomas Köner. Die Theaterkritiker freuen sich über große Auftritte und schlechte Witze in Christoph Marthalers Hamburger Inszenierung von John Osbornes "Der Entertainer".
9punkt - Die Debattenrundschau
16.02.2015 Der Anschlag in Kopenhagen galt nicht allein einem Zeichner, sondern Bürgern, die über Meinungsfreiheit reden wollten, hält Brendan O'Neill in Spiked Online fest. Dass die Mörder immer auch Juden ins Visier nehmen, passt dabei ins Bild, meinen die Ruhrbarone: denn der Hass auf Juden ist es, der die Feinde der Idee universeller Werte verbindet. Stattdessen wollen Islamisten wie Rechtsextremen einen Kampf der Kulturen, meint Huffpo.fr. Hundert Jahre danach stehen Armenien und Türkei immer noch im Bann des Genozids, berichtet die NZZ.
Medienticker
16.02.2015 Aktualisiert: Nils Minkmar (FAZ) geht zum Spiegel - Aussortiert: Joachim Leser über die Verödung der (Schweizer) Buchhandelslandschaft - Einschnitt & Neuanfang: Weltbild verkauft rund 70 Filialen - 10 Jahre: Wer Youtube nutzt ... - Nachruf: Zum Tod des dem NYT.Medien-Kolumnisten David Carr - Berlinale-Gespräch mit Marcel Ophüls: Wie lebt es sich als "Vatersöhnchen"? + Theater-Nachtkritiken u. a. aus Hamburg, Kassel, Tübingen & Wien.
Bücherschau des Tages
16.02.2015 Die SZ nimmt noch einmal mit Paul Gauguins "Noa Noa"-Erzählungen Abschied von Tahiti. Die FR goutiert Jürgen Kaubes "süffisant-bittere" Anmerkungen zur Bildungsmisere "Im Reformhaus". Die FAZ liest Nils Ole Oermanns "Wirtschaftsethik".
Essay
16.02.2015 Die Frage ist nicht, ob der Islam zu Deutschland gehört, sondern welcher. Und die andere Frage ist, welcher Islam mit dem Islamismus nichts zu tun hat. Anmerkungen zu einer absurden Debatte.
Dienstag, 17.02.2015
Magazinrundschau
17.02.2015 Lässt sich Libyen retten? Der New Yorker hat seine Zweifel. Die London Review sucht 41.000 verhaftete Muslimbrüder in Ägypten. Les Inrockuptibles denkt über Kunst und Herrschaft nach. Europa hat kein Flüchtlingsproblem, behauptet Fabrizio Gatti in Eurozine. Im Guardian denkt die schottisch-sierra-leonische Schriftstellerin Aminatta Forna über Klassifizierungen in der Literatur nach. The Daily Beast geht der Frage nach, warum so wenig übersetzt wird in Amerika. In Quarterly Conversation sucht die isländische Übersetzerin María Helga Guðmundsdóttir das Delhi in sich.
Efeu - Die Kulturrundschau
17.02.2015 Der Tagesspiegel fordert vom Theater: Mehr konkreten politischen Aktivismus. In der Welt erklärt T.C. Boyle, was ein amerikanischer Waffennarr mit einem arabischen Islamisten gemein hat. Die taz bewundert die goldene Dekade des schwulen Sex in den Fotografien Leonhard Finks. Bei Buzzfeed rümpft man die Nase: Die weibliche Hauptfigur in "Fifty Shades of Grey" ist ja gar keine echte Masochistin.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.02.2015 Während die Dänen ihre Trauer bekunden, stellen sich Schriftsteller Fragen, etwa Carsten Jensen in der FAZ: Liegt die Schuld bei der dänischen Gesellschaft selbst? Die SZ schildert die Kultur der Freiheit in den nordischen Ländern. In Frankreich sinkt die Debatte auf ihr altes Niveau zurück: Attackiert wird jetzt Manuel Valls, der sich klar gegen Islamismus und deutlich für die Juden in Frankreich aussprach. In der taz rät Expertin Jana Sinram von Mohammed-Karikaturen ab: Sie hat ja auch über die Zeichnungen promoviert, ohne sie abzubilden. Der Blogger Sebastian Heiser erzählt unterdessen, wie die SZ Geld verdient.
Medienticker
17.02.2015 Think Cross - Change Media: Neuland durch crossmediale Veränderungen & Vom Online- zum Plakat-Journalismus - Amazon: Es könnte besser nicht laufen - In Remscheid und Solingen: Lokale Tageszeitungen bereiten Bezahlschranke vor - Umfrage nach Kritik: Die Crowd ist mit Krautreporter zufrieden, aber ... - Odysee in Italien: Stefano D'Arrigos "Horcynus Orca" galt bislang als unübersetzbar - Interview mit Durs Grünbein über Erich Kästner + 13-Ton-Musik: Ungewohnte Klänge in einem neuen Tonsystem.
Bücherschau des Tages
17.02.2015 Das ganze Elend Mexikos, auch eine Menge Lakonie und Komik entdeckt die NZZ in Juan Pablo Villalobos' Roman "Quesadillas". Von Thomas Suddendorf lernt sie, dass uns nicht die Intelligenz, sondern die Fantasie vom Affen unterschiedet. Speziell, aber auch sehr beeindruckend finden taz und FR Ursula Ackrills Roman "Zeiden, im Januar", der von fideler Gewissenlosigkeit unter Siebenbürger Sachsen erzählt. Die SZ lässt sich von David Monteagudo ins "Wolfsland" ziehen".
Mittwoch, 18.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
18.02.2015 Der Guardian lernt von Edouard Manet, warum Kunst Präzision braucht. Die Welt lernt von Niccoló Jommelli, wann Kunst nicht überlebt. Die taz lernt von Clint Eastwood, wie man einen Kulturkrieg anzettelt. Der Freitag lernt aus einer Studie, wer in der Musikindustrie von wem profitiert.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.02.2015 Elif Shafak schildert im Guardian den Zorn türkischer Frauen nach der Vergewaltung und Ermordung der Studentin Ozgecan Aslan. Ebenfalls im Guardian erklärt Flemming Rose, warum Blasphemie gerade in multikulturellen Gesellschaften möglich sein muss. Kenan Malik legt in seinem Blog allerdings dar, warum er Multikulti als politisches Konzept ingesamt als gescheitert ansieht. Außerdem: Das TLS entdeckt Max Weber. Blogs wundern sich über sinkenden Traffic. Und die nigerianische Anti-Barbie hat noch Potenzial.
Medienticker
18.02.2015 Suchmaschinen & Privatsphäre: Rainer Stadler über die vergessene Debatte ums Recht auf Vergessen - Auslandsberichterstattung: Warum Redaktionen die falschen Prioritäten setzen, erklärt Bernd Ziesemer - Schleichwerbung. SZ wehrt sich gegen SZ-Leaks - Karikaturen & Pressefreiheit: Müssen Medien aus Angst vor Islamisten Selbstzensur üben? - Deutsches Demokratisches Rechnen: Die Geschichte einer abgebrochenen Computerrevolution von Dietmar Dath & Thomas Gebel.
Bücherschau des Tages
18.02.2015 Als literarisches Dokument ohne Beispiel preist die FAZ "Aber der Himmel - grandios", Dalia Grinkeviciutes Bericht aus den Todeslagern Sibiriens. In "Krypta" entlarvt Hubert Wolf die Dogmen der katholischen Kirche als kontingente historische Vorgänge, staunt die NZZ. Die FR liest großem Vergnügen Riad Sattoufs autobiografischen Comic "Der Araber von morgen". Und die taz rät zur Entdeckung von Jules Barbey d'Aurevilly.
Tagtigall
18.02.2015 Bis Mitte der 2000er wurde die englische Dichterin Lavinia Greenlaw auch in Deutschland übersetzt. Dann riss der Faden. Dabei ist die Lektüre immer noch lohnenswert, wie ein Blick in Greenlaws neuen Gedichtband "The Casual Perfect" beweist. Eine Ermunterung.
Im Kino
18.02.2015 Paul Thomas Anderson "Inherent Vice - Natürliche Mängel" übersetzt Thomas Pynchons Prosa in komplexe filmische Melancholie. In "Whiplash" entfaltet Damien Chazelle einen dialektischen Begriff vom Virtuosentum.
Donnerstag, 19.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
19.02.2015 In der taz erklärt die Filmregisseurin Ava DuVernay, warum sie die Reden Martin Luther Kings für ihren Bürgerrechtsfilm "Selma" neu schreiben musste: Copyright. Die SZ erklärt, warum Frank Castorfs "Baal"-Inszenierung nur noch zwei Mal gezeigt werden darf: Copyright. Der Freitag erzählt am Beispiel der Band Kante, wie man Musik vom Staat subventionieren lässt. Die Presse staunt über die Licht- und Schatteneffekte des Modefotografen Edward Steichen. Und: das erste englischsprachige Video von Pussy Riot über den Tod von Eric Garner.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.02.2015 Die Zeit bringt die Rede der Femen-Aktivistin Inna Schewtschenko, die im Kopenhagener Kugelhagel unterging. Ebenfalls in der Zeit bekennt Orhan Pamuk seinen Widerwillen über den türkischen Islamismus. Der Freitag sucht den interreligiösen Dialog. In Boston schneit's - bald hundert Zoll. In der FAZ will Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, dass Google im Namen des "Rechts auf Vergessen" noch mehr Links löscht und möglichst niemanden darüber informiert.
Medienticker
19.02.2015 Theater-Nachtkritik: Vollkörperregisseur Herbert Fritsch goes Dada mit Texten von Konrad - Trolle zur Kasse, bitte: Onlinemagazin mit kostenpflichter Kommentarfunktion - Antiquariat: Aufpreis für Schweizer in Freiburg - Meinungsfreiheit: Heribert Seifert über den Ärger mit der Lügenpresse - Politischer Wochen-Druck: Stadtmagazin Zitty greift Tagespresse an - Red-Bull-Verlag: Coffein-Brausen in der Weltliteratur + Ein Kämpfer für ein aufregenderes Kino: Dokumentarfilm über Robert Altman.
Bücherschau des Tages
19.02.2015 Dass sich das Grauen von Auschwitz künstlerisch fassen lässt, beweisen der FAZ die von Kathrin Hoffmann-Curtius zusammengestellten und kommentierten "Bilder zum Judenmord". Die SZ liest ergriffen Frances Itanis Roman "Requiem" über die Zwangsinternierung japanischstämmiger Kanadier im Zweiten Weltkrieg und Melvin J. Laskys Aufzeichnungen aus dem zerstörten Deutschland. Und die Zeit vollzieht Hilary Mantels schmerzvollen Weg zur Literatur nach.
Links
19.02.2015 Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen
Mord und Ratschlag
19.02.2015 Gegen Aberglaube und andere Religionen kämpft der Kapstädter Inspector Eberard Februarie in Andrew Browns Roman "Trost". William McIlvanneys Glasgow-Klassiker "Die Suche nach Tony Veitch" legt schonungslos den Konservatismus der Gangster-Branche offen.
Essay
19.02.2015 Die von Olivier Roy gezogene Parallele zwischen RAF-Terrorismus und "Islamischem Staat" führt in die Irre. Die Mörder aus Paris und Kopenhagen, aber auch aus Nigeria und Syrien folgen einer totalitären Liquidierungslogik, die den Begriff des exterministischen Terrorismus angemessen erscheinen lässt. Eine Begriffsklärung.
Freitag, 20.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
20.02.2015 Die NZZ bewundert den Japonismus in der französischen Kunst. Die Theaterkritik ist hingerissen von Herbert Fritschs sprachakrobatischer Konrad-Bayer-Inszenierung an der Volksbühne. Wenig Sympathie ernten Suhrkamp und Brecht-Erben für ihren Prozess gegen Castorfs "Baal"-Inszenierung. In der Nachtkritik fragt allerdings Jura-Prof Rupprecht Podszun: Wer will schon, dass seine Texte mit Texten eines Nazi-Juristen wie Carl Schmitt gemischt werden? Die Jungle World trauert um den Niedergang der Gang of Four. Die SZ feiert einen literarischen Frühling in Frankreich.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.02.2015 In der New York Times schreibt Oliver Sacks über sein Sterben. Nach neuen Snowden-Enthüllungen können NSA und GCHQ auch die Codes von SIM-Karten knacken, berichtet Zeit.de. Im Perlentaucher wendet sich Wolgang Kraushaar gegen Olivier Roys Parallele von RAF-Terrorismus und Dschihadismus. Auch wenn Bayern nicht froh ist: Das Institut für Zeitgeschichte wird eine kritische Ausgabe von "Mein Kampf" herausbringen, berichtet die Welt. Meedia wundert sich über den neuen Schulterschluss von Print und Öffentlich-Rechtlichen.
Medienticker
20.02.2015 Aktualisiert: Zeitenwende: Die Online-Priorität der New York Times - Nachrichten-Apps im Test. Wie sich Medienhäuser für das Smartwatch-Zeitalter rüsten - Haben Sie eine Knarre im Haus?: Interview mit T.C. Boyle - Stefano D'Arrigos "Horcynus Orca": Ein Gespräch mit dem Übersetzer Moshe Kahn - Bitte nix mixen!: Geht Brecht jetzt nur noch mit Selbstzensur? & Was bedeutet das für die künstlerische Freiheit? + Felicitas von Lovenberg gratuliert Siri Hustvedt zum 60.
Bücherschau des Tages
20.02.2015 Angesichts rasant steigender Mieten in den Großstädten kommt der von Reinhard Seiß herausgegebene Band über die "Wohnbauten" von Harry Glück genau zur rechten Zeit, freut sich die SZ. In Cynan Jones' Roman "Graben" wird sie außerdem Zeuge des Showdowns von Mensch und Kreatur. Die FAZ lässt sich von Leonard Schmieding in die HipHop-Szene der DDR einführen und folgt Cornelia Funke durch einen Spiegel ins Wunderland der Gebrüder Reckless.
Samstag, 21.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
21.02.2015 In der Welt erklärt der kamerunische Schriftsteller Patrice Nganang die Macht des Schriftstellers und Leander Haußmann fragt angesichts des Streits um den "Baal" von Castorf, warum Theaterregisseure sich überhaupt mit der "dünkelhaften Einfältigkeit" von Autoren und ihren Erben herumschlagen müssen? Die SZ sieht die Kunst der sowjetischen Avantgarde in einer Flut von Fälschungen untergehen. Die FAZ wünscht sich Oscars für Laura Poitras und Clint Eastwood - auf dass die Mitte auseinander fliegt.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.02.2015 Bestürzung in der taz: Ein Kollege hat die Computer der Redakteure offenbar per Keylogger abgehorcht. Laut Welt handelt es sich um Sebastian Heiser, der neulich in seinem Blog der SZ vorwarf, in ihren Sonderbeilagen Tipps zur Steuerhinterziehung veröffentlicht zu haben. Vice erzählt die Geschichte des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie in Berlin, das schon lange vor den Nazis mit Schädelvermessungen hervortrat. Nachdem ein Journalist mit Kippa durch Paris lief und antisemitische Reaktionen aufzeichnete, hat der Schauspieler Amit Jacobi das Experiment für Vice in Berlin wiederholt - wir verlinken das Video. Am Beispiel Joseph Brodsky zeigt Michail Ryklin in der NZZ, wie russische Propaganda funktioniert.
Bücherschau des Tages
21.02.2015 Die NZZ rät dringend zur Wiederentdeckung des georgischen Epos "Der Garten der Dariatschangi" von Otar Tschiladse. Sehr missvergnügt legt sie dagegen Milan Kunderas spätes "Fest der Bedeutungslosigkeit" zur Seite, während die Welt ein wenig Verständnis für Kunderas Altherrenwitze aufbringt. Die FAZ empfiehlt Tom Drurys Thriller "Das stille Land". Die taz liest mit Grauen den Tatsachenroman eines gechassten Journalisten: Robert Kischs "Möbelhaus".
Montag, 23.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
23.02.2015 Martin Kušejs Inszenierung der "Jagdszenen aus Niederbayern" bescherte den Theaterkritikern ein bleischweres, jedoch atmosphärisch sehr dichtes Wochenende. Im Tages-Anzeiger erklärt der Maler Hans Erni (106) was man vom Hosenlupf eines Schwingers lernen kann. Im Quotidien d'Oran erklärt der algerische Autor Kamel Daoud, warum Schriftsteller im Algerischen Exilant bedeutet. Die Jungle World empört sich über die Reheterosexualisierung queerer Musik durch den Austropop. Und natürlich die Oscars.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.02.2015 In der Welt erzählt der Kulturwissenschaftler Dennis Meyhoff Brink, wie er den Anschlag in Kopenhagen überlebte und wie er seine Angst bekämpft. Die taz schildert die Depression der türkischen Kulturszene vor den Parlamentswahlen. Le Monde erforscht, wie das Frauenbild in 25 Jahren Photoshop retuschiert wurde. Die SZ berichtet über Homophobie in Afrika. Der Guardian verlangt, dass die amerikanische Regierung fünfzig Jahre nach dem Tod von Malcolm X Akten freigibt.
Medienticker
23.02.2015 Recht auf Vergessenwerden: Seitenbetreiber sollen von der Löschung nichts wissen, weiß Uwe Ebbinghaus & Anhörung für Betroffene geplant - Nach den Anschlägen: Wie kurz die Wege zu den Abgründen sind - Theater: Warum uns Brecht endlich in Ruhe lassen soll, fordert Leander Haußmann & Der Bühnenverein fordert ein neues Urheberrecht - Theater-Nachtkritiken über Handkes "Kaspar" Berlin, Kleists "Käthchen von Heilbronn" in Hamburg, Sperrs "Jagdszenen aus Niederbayern" in München & Levys "Schweizer Schönheit" Zürich.
Bücherschau des Tages
23.02.2015 Die FAZ stöbert in ihrer Kiste mit neuen Kinderbücher und macht tolle Entdeckungen, darunter Aaron Beckers "Die Reise" und Meg Rosoffs Roadnovel "Was ich weiß von dir". Felix Philipp Ingolds "Leben und Werk" macht der taz Lust zum Lesen und Schreiben. SZ und FR nehmen Milan Kunderas Roman "Das Fest der Bedeutungslosigkeit" eher wohlwollend als begeistert auf.
Essay
23.02.2015 Der Begriff der Islamophobie verfolgt drei Ziele: Er erklärt Kritik an Religion zu Rassismus. Er will die Diskriminierung von Muslimen dem Antisemitismus gleichstellen. Und er pocht auf einen Status der Singularität, den er dem Holocaust neidet.
Dienstag, 24.02.2015
Magazinrundschau
24.02.2015 Die NYRB denkt darüber nach, wie sich in Frankreich die republikanische Idee auch gegenüber strenggläubigen Muslimen durchsetzen lässt. Atlantic möchte lieber die Salafisten stärken, bevor ihre Anhänger zum IS überlaufen. In Telerama plädiert der Rapper Abd Al Malik dafür, verstärkt den Spiritualismus des Islam lehren. In Italien ist es auch nicht leicht, den Säkularismus durchzusetzen, erzählt MicroMega. National Geographic appelliert, unser rationales Hirn wenigstens beim Impfen einzusetzen. Das Internet ist nicht nur gut für Sex-Addicts, sondern auch für Asexuelle, lernt Wired.
Efeu - Die Kulturrundschau
24.02.2015 Dezeen freut sich auf das neue Glasmuseum in Meisenthal. Alain Claude Sulzer empfiehlt in der NZZ Martin Suters neuen Roman über die Verstrickungen eines Journalisten in die Machenschaften Schweizer Banken. Die Berliner Zeitung bewundert den untrüglichen Blick der Fotografin Vivian Maier. Der Freitag schreibt einen Nachruf auf die Videothek. Und: alle schreiben über die Oscars.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.02.2015 Die neue Nummer der Charlie Hebdo erscheint. Der Zeichner Luz erklärt bei France Inter, warum der Hund so gerne wieder losläuft. Im Perlentaucher analysiert Pascal Bruckner die Strategien des Begriffs "Islamophobie". In der Welt fürchtet Bruckner nach den Morden von Paris und Kopenhagen Selbstzensur aus "Respekt" für Gefühle. Die FAZ zieht das aber trotzdem in Erwägung - aus "Respekt" für "Gefühle". In der NZZ untersucht der Biochemiker Gottfried Schatz, was Angst im Gehirn bewirkt. Und das Van-Magazin ist nicht so ganz von der dringenden Notwendigkeit eines neuen Konzertsaals in München überzeugt.
Medienticker
24.02.2015 Datenklau: Die taz in eigener Sache - Der Riese hat wieder Hunger: Murdoch liebäugelt mit Discovery Communications - Medien: Es entsteht eine grell ausgeleuchtete Welt, ein monströses Aquarium, in dem kaum noch etwas verborgen bleibt, meint Bernhard Pörksen - Zaghafte Berichterstattung: Wo bleiben die abweichenden Meinungen? - Low Performer bei der Mopo: Ist der gut oder kann der weg? - Zeitungsdruck: Medienwandel in der Druckindustrie & Ideenlose Grossverlage.
Bücherschau des Tages
24.02.2015 Auf Sinn und Freiheit zugleich stößt die FAZ bei Charles Bernsteins "Angriff der schwierigen Gedichte". Als faszinierendes und kluges Großpanorama lobt sie auch Ian Burumas Blick auf das Jahr 1945. Die SZ wartet mit Hugo Hamilton in Berlin auf den Tod. Die NZZ kommt mit Martin Suters Finanz-Thriller "Montecristo" auf ihre Kosten. taz und FR lesen betroffen Reinhard Kleists Comic "Der Traum von Olympia".
Mittwoch, 25.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
25.02.2015 Viel diskutiert wird heute Clint Eastwoods Film "American Sniper" über den Scharfschützen Chris Kyle. Die NZZ erzählt derweil die tragische Geschichte des Kriegsveteranen Eddie Ray Routh, der Kyle im Wahn erschoss. Und sie liest ein schon 1967 erschienenes Buch von Pierre Guyotat, "Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten", das vom Rausch des Mordens singt. Die Zeit versucht den Deutschen den berühmtesten lebenden Dramatiker der Welt schmackhaft zu machen. Die FAS unterhält sich mit Björk über ihre Moma-Retrospektive.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.02.2015 In der Berliner Zeitung prüft Götz Aly die Legitimität von Forderungen aus alten Kriegsanleihen. In der NZZ erkundet Medienforscher Stephan Russ-Mohl die Meinungsmacht der Leitmedien. Cicero wundert sich sehr über die posthumanistische Philosphie des Richard David Precht. Die SZ beobachtet mit Sorge die Konzentration im italienischen Buchmarkt. Die FAZ schildert die Schwierigkeiten der neuen Charlie Hebdo.
Medienticker
25.02.2015 Print gegen Digital: Markus Dohle über die Renaissance unabhängiger Buchhandlungen - Meinungsmacher: Die heikle Nähe von Leitmedien zur Elite - "Selbstmord aus Angst vor dem Tod": Bernd Ziesemer über die Verschmelzung von Anzeigen und Redaktion - Volker Lilienthal & Michael Hanfeld über die Abhöraffären bei SZ & taz - Aus fortwährend aktuellem Anlass: Martin Oehlen über Martin Walsers "Unser Auschwitz".
Bücherschau des Tages
25.02.2015 Als Zeitdokument, Reportage und Spannungsroman gleichermaßen überzeugend findet die FAZ Heinz Reins "Finale Berlin". In "Die Kinder des Prometheus" beweist Hermann Parzinger, dass die Zeit vor der Erfindung der Schrift nicht für die Historiografie verloren ist, staunt die NZZ. Bewegt liest die FR, wie sich Martin Walser in "Unser Auschwitz" mit der deutschen Schuld auseinandersetzt. Und die FAZ blickt mit Bernhard Strobels Erzählungen tief in die menschlichen Abgründe.
Im Kino
25.02.2015 130 Minuten unterkühlte Meinungsfilm-Standardsituationen bekommt man in Clint Eastwoods umstrittenen "American Sniper" serviert. Indiepoppig und pastellfarben geht es in Daniel Ribeiros Coming-out- / -of-Age-Film "Heute gehe ich allein nach Hause" zu.
Donnerstag, 26.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
26.02.2015 Auf nach Rudolstadt, in den "Faust", ruft eine hypnotisierte Zeit. Die Literaturkritik ist in ihrer Schwundphase, geißelt Zeit online. Banksy dreht ein Gaza-Video mit Katze. In der Spex bittet Fatima Al Qadiri, doch bitte mal zehn Minuten ihren Migrationshintergrund zu vergessen. Der Freitag feiert den Afrofuturismus von Celine Sciammas Banlieue-Film "Girlhood".
9punkt - Die Debattenrundschau
26.02.2015 Wenn wir sagen, es sei falsch zu beleidigen, statten wir die Terroristen erst mit Argumenten aus, sagt Kenan Malik in information.dk. In den USA tobt eine intrikate Debatte über die Frage, ob man den Islamischen Staat islamisch nennen dürfe, wir verlinken auf die Protagonisten. In der Zeit fragt sich Boris Schumatsky, was Linke eigentlich gegen Revolutionen haben. In der SZ erinnert Horst Köhler an die Aufteilung Afrikas in Berlin vor 130 Jahren. Laura Poitras' Oscar-prämierter Film "Citizenfour" steht legal zum Download bereit.
Medienticker
26.02.2015 Aktualisiert: Fritz J. Raddatz ist tot - Johnny Haeusler zur Diskussion über klassische Websiteformate: "Verlage, stampft eure Websites ein" - Zeitungsverleger erwarten Stabilität im Printbereich & setzen auf neue digitale Produkte - Monopolisten: Berlusconi kauft Italiens Verlagslandschaft leer - New Yorker zum Neunzigsten: Unernst, aber kein Witzblatt - Ist Martin Suter ein verhätschelter Staatskünstler?, fragt sich der Tagesanzeiger + Malte Daniljuk über die Journalisten-Familie Eigendorf.
Bücherschau des Tages
26.02.2015 Starke europäische Gegenwartsliteratur liest die SZ mit Jérôme Ferraris Roman "Das Prinzip" über Werner Heisenberg. Die FAZ schwelgt in einer Luxusausgabe dreier Briefe von Albert Vigoleis Thelen. Die Zeit wünschte, dass Kriegserfahrung auch in Deutschland so produktiv literarisch aufgearbeitet würde wie in den Erzählungen von Phil Klay. Und die NZZ würde am liebsten der gesamten Schweiz die Beschäftigung mit Michael Fehrs "Simeliberg" verordnen.
Freitag, 27.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
27.02.2015 Die Feuilletons trauern um den Kritiker Fritz J. Raddatz, der sich gestern mit 83 Jahren das Leben genommen hat: Die FR würdigt sein intellektuelles Feuerwerk, die FAZ seine Liebesfähigkeit. So einen wie ihn wird es nicht mehr geben, erklärt die SZ. Außerdem: Die NZZ stellt den ghanesisch-britischen Architekten David Adjaye vor. Die FAZ feiert den viktorianischen Maximalismus der Londoner Modedesignerin Mary Katrantzou. Pitchfork hört die ultimative Zombieband.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.02.2015 In der Welt schlägt Adam Krzeminski vor, die Gedenkfeiern zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin abzuhalten. Die NZZ fragt: Findet der Buchhandel doch noch eine Formel gegen Amazon? In Frankreich wird weiter über die Lage der Juden im Land diskutiert. Irights.info fragt: Wo bleibt bei all dem "Recht auf Vergessen" das Interesse der Öffentlichkeit?
Medienticker
27.02.2015 Aktualisiert: AGOF-News-Top-50: Süddeutsche leidet unter Abendzeitung-Split, auch Focus verliert über eine Millionen. - Wolfgang Michal über den Mann, der bei der taz Sebastian Heiser war - Grexit-Selfie: Bild-Zeitung zieht Truppen für Invasion Griechenlands zusammen, enttarnt Der Postillon - Wolfram Schütte über Molly Antopols "Die Unamerikanischen": Jüdisches Leben zwischen Kiew, Jerusalem & New York + "Ich habe mich überlebt": FJR über seinen Freitod.
Bücherschau des Tages
27.02.2015 Mit soziologischer Einsicht, Stilsicherheit und Schonungslosigkeit beeindruckt der autobiografische Debütroman "Das Ende von Eddy" von Edouard Louis die SZ. In "Revolution oder Evolution" lauscht die FR gebannt den Kapitalismus-Diskutanten Tomáš Sedlácek und David Graeber. Und die FAZ lässt sich von Christoph Günther die "Genese und Ideologie des 'Islamischen Staates Irak'" auseinandersetzen.
Maluma und Takete
27.02.2015 Man könnte das Bild der Sexualität, das Will McBride mit seinem fotografischen Korn betörend im Detail gezeichnet hat, als progressiv-protestantisch bezeichnen: offen, kreatürlich, sauber, hell. Erinnerungen an einen Fotografen, der die Bundesrepublik der frühen Siebziger prägte.
Samstag, 28.02.2015
Efeu - Die Kulturrundschau
28.02.2015 Hört mehr Klassik, fordert Daniel Barenboim im Tagesspiegel. Jérôme Ferrari erläutert in der taz das literarische Potenzial der Quantenphysik. In der FAZ äußert der Architekt Marc Jordi Bedenken gegen ein Spaßbad an der Berliner Museumsinsel. Welt und SZ besichtigen beeindruckt die Installationen von Louise Bourgeois in München. Und Welt und Welt nehmen Abschied von Leonard Nimoy.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.02.2015 Der Altorientalist Markus Hilgert prangert die Zerstörung von Kulturgütern durch die IS-Milizen im Irak in der NZZ als eine "Form des Genozids" an. Der Medienjournalist Lutz Meier fordert bei stern.de ein Gütesiegel für Journalismus. Heinz Bude kritisiert in der taz die deutsche Öffentlichkeit, die den dramatischen Wandel im Land seit zwanzig Jahren nicht thematisiere. In der Welt erinnert Dan Diner an ein frostiges Treffen vor fünfzig Jahren, das die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel in Gang brachte. Außerdem: ein Hintergrundvideo über Kevin Spaceys gefälschten Südstaatenakzent in "House of Cards".
Bücherschau des Tages
28.02.2015 Mit ihrer Studie über Indien legen Jean Dreze und Amartya Sen ein wichtiges Plädoyer für soziale Gerechtigkeit in einem vordergründig prosperierenden Land vor, meint die FAZ. Die von Alwin Meyer zusammengetragenen Berichte der überlebenden "Kinder von Auschwitz" machen die taz fassungslos. Die Welt freut sich über James Ellroys Roman "Perfidia". Und die SZ folgt in "Butcher's Crossing" gebannt John Williams bei der Dekonstuktion des amerikanischen Gründungsmythos.