Samstag, 01.03.2003
Heute in den Feuilletons
01.03.2003 Die FAZ und SZ zitieren amerikanische Stimmen gegen den Krieg. In der FR erklärt der Chef des Economist, warum Kapitalismus unfair scheint, aber nicht ist. Die taz druckt einen posthumen Text der Merve-Verlegerin Heidi Paris über Maurice Blanchot. Die NZZ war dabei, als Jacques Derrida den Schurken Bush auf eine Stufe mit dem Schurken bin Laden stellte.
Bücherschau des Tages
01.03.2003 Mit Kritiken zu Burkhard Spinnen: "Der schwarze Grat" in der FR, Sabine Gruber: "Die Zumutung" in der NZZ, Jacob Katz: "Tradition und Krise" in der FR, Pawel Huelle: "Mercedes Benz" in der NZZ und Gilbert Adair: "Adzio und Tadzio" in der FR.
Montag, 03.03.2003
Heute in den Feuilletons
03.03.2003 Die SZ beklagt den Niedergang der deutschen Kulturlandschaft. In der FAZ plädiert Mario Vargas Llosa gegen den Krieg. Die NZZ schildert die schlimme Lage der Schiiten im Irak. Die FR warnt vor Kinderkult.
Magazinrundschau
03.03.2003 Der Merkur geißelt Europas Mangel an Ehrgeiz. Das TLS schildert, wie Marina Zwetajewa vor der Roten Armee ein Hurra auf den Zaren rief. Im Spiegel erklärt Susan Sontag, warum ein Krieg gegen den Irak schlecht für die irakischen Frauen wäre. In der NY Review of Books erklärt Avishai Margalit, warum der Krieg nur den Fundamentalisten nützen würde. Die NYT Book Review rühmt die Erinnerungen des Golfkriegsveteranen Anthony Swofford. Der Economist denkt immer noch über Frankreich nach. Outlook India sieht Indien im Rinderwahn. In Profil weigert sich Klaus Theweleit, die Kritik der Künstlerblase an Bush ernst zu nehmen.
Die Buchmacher
03.03.2003 Diese Woche lesen Sie: Warum die größte deutsche Buchhandlung eigentlich nur die viertgrößte deutsche Buchhandlung ist. Wie groß der Respekt der Berlusconi-Tochter Marina für den Pluralismus ist. Was sich bei Literatursendungen im Fernsehen tut. Warum die Einführung von Judith Hermanns "Nichts als Gespenster" ein Kabinettstück war. Und dass Afrika als Thema für Romane im Kommen ist. Von Hubertus Volmer
Bücherschau des Tages
03.03.2003 Mit Kritiken zu Klaus Bednarz: "Östlich der Sonne" in der SZ, Björn Erik Sass: "Herrenbesuch" in der FAZ, Florian Gerster: "Arbeit ist für alle da" in der FAZ, Adolph Freiherr Knigge: "Über den Umgang mit Menschen" in der FAZ und Günter Seuren: "Jenseits von Wimbledon" in der SZ.
Dienstag, 04.03.2003
Heute in den Feuilletons
04.03.2003 Die SZ stellt die Frage nach dem internationalen Profil des deutschen Kinos. Die FR setzt die Debatte um Sinn und Unsinn einer Invasion im Irak fort. Die taz meditiert über die Neigung der Intellektuellen zum Manifest.
Bücherschau des Tages
04.03.2003 Mit Kritiken zu Dubravka Ugresic: "Lesen verboten" in der FR, Kirsten Jüngling / Brigitte Roßbeck: "Katia Mann" in der SZ, Martin Z. Schröder: "Allgemeine Geschäftsbedingungen" in der NZZ, Inge Jens / Walter Jens: "Frau Thomas Mann" in der SZ und Istvan Örkeny: "Minutennovellen" in der TAZ.
Mittwoch, 05.03.2003
Heute in den Feuilletons
05.03.2003 In der SZ stellt Boris Groys die Stalin-Zeit als grausamen Karneval dar. Die FR fragt, warum die DDR erstmals in ihrer Karriere als cool erscheint. Die NZZ schildert schwere Konflikte zwischen Basel und Genf - es geht ums Buch. Die FAZ versucht den Erfolg der laizistischen Shinuy-Partei in Israel zu erklären.
Bücherschau des Tages
05.03.2003 Mit Kritiken zu Hans von Sponeck / Andreas Zumach: "Irak - Chronik eines gewollten Krieges" in der SZ, : "Thomas Bernhard und seine Lebensmenschen" in der NZZ, William Rivers Pitt / Scott Ritter: "Krieg gegen den Irak" in der SZ, Lisa Zeitz: "Napoleons Medaillen" in der SZ und Jossel Birstein: "Unterwegs in den Straßen von Jerusalem" in der FAZ.
Donnerstag, 06.03.2003
Heute in den Feuilletons
06.03.2003 In der taz kritisiert der Sprecher von Amnesty International die Medien und die Politik, die sich in einen Kriegszustand hineinreden und dabei die Menschenrechte opfern. In der FAZ erklärt Martin Amis, warum man Krieg gegen den Irak führt: weil das Land keine Atombomben hat. In der Zeit hält Christoph Dieckmann Äquidistanz zu USA und UdSSR. Die FR fragt, ob die Gruppe 47 nicht doch antisemitisch war. Die NZZ erinnert an die geschickte Berner Bündnispolitik vom 6. März 1353.
Bücherschau des Tages
06.03.2003 Mit Kritiken zu Ralf Georg Reuth: "Hitler" in der ZEIT, Martin R. Dean: "Meine Väter" in der ZEIT, Joe Klein: "Das Naturtalent" in der ZEIT, Hannah Arendt: "Denktagebuch" in der NZZ und Norbert Bolz: "Das konsumistische Manifest" in der ZEIT.
Freitag, 07.03.2003
Heute in den Feuilletons
07.03.2003 Die SZ preist Ruhm und Ehre Frankreichs in Gestalt Jacques Chiracs. Die NZZ schildert, wie der elektronische Infanterist seine Feinde künftig per E-Mail erledigt. Die taz porträtiert den Romancier Gerhard Seyfried. Die FR stöhnt über die Hamburger Kulturpolitik. Die FAZ empfindet "Shock and awe" angesichts toter Zivilisten.
Bücherschau des Tages
07.03.2003 Mit Kritiken zu Gerhard Henschel: "Die Liebenden" in der SZ, Leo Rosten: "Jiddisch" in der FAZ, Maxim Biller: "Esra" in der TAZ, Gore Vidal: "Bocksgesang" in der FR und Eva Ibbotson: "Maia oder als Miss Minton ihr Korsett in den Amazonas warf" in der SZ.
Samstag, 08.03.2003
Heute in den Feuilletons
08.03.2003 Irakkrieg und kein Ende: In der FAZ erklärt der britische Historiker Norman Stone das Dilemma der Türken. In der NZZ erklärt der rumänische Schriftsteller Mircea Cartarescu das Dilemma der Osteuropäer. In der taz klagt der Historiker Norman Birnbaum über die Grobiane in der amerikanischen Politik. In der FR erklärt der Politologe Benjamin Barber, warum man mit einem Irakkrieg keine Terroristen fängt. Nur die SZ schert aus: hier singt Günter Gaus ein Loblied auf den Kleinbürger.
Bücherschau des Tages
08.03.2003 Mit Kritiken zu Yann Martel: "Schiffbruch mit Tiger" in der FR, Maxim Biller: "Esra" in der FR, Gilbert Adair: "Adzio und Tadzio" in der NZZ, Raymond Geuss: "Privatheit" in der NZZ und Michael Kimball: "Eine Familie verschwindet" in der NZZ.
Montag, 10.03.2003
Die Buchmacher
10.03.2003 Diese Woche lesen Sie: Was die Reisetrends des Jahres sind. Warum Kleinverlage mit Lokalzeitungen kooperieren sollten. Von welcher Gesetzesnovelle sich die Verlage jetzt bedroht sehen. Warum die FAZ die DVA nun vielleicht doch nicht verkaufen will. Und warum die Frankfurter Buchmesse gar nicht umziehen kann. Von Hubertus Volmer
Heute in den Feuilletons
10.03.2003 In der NZZ beobachtet Joseph S. Nye, wie sich die USA in der dritten Dimension verheddern. Die FAZ geriet bei den Gesängen des irakischen Superstars Kazem al-Sahir in Trance. Der belgische Maler Luc Tuymans erklärt im Interview mit der SZ, warum Kunst nicht zum Journalismus werden darf. Die FR fürchtet Blutrache an einer Million Mitgliedern der Baath-Partei. Die taz findet, dass nicht nur der Westen schuld ist.
Magazinrundschau
10.03.2003 Die NYT Book Review freut sich über ein Meisterstück der Gothic Novel: Steven Millhausers "The King and the Tree". Das TLS sucht nach russischen Beiträgen zur britischen Kultur. Ansonsten sind alle gegen den Krieg: Norman Mailer und Tony Judt in der NY Review of Books, Vinod Mehta und Edward W. Said in Outlook India, Giorgio Boca und Dario Fo im Espresso, Perry Anderson in der London Review of Books. Zwei Ausnahmen gibt es: Jose Maria Aznar im Spiegel und Robert Kagan im Express stimmen dafür.
Bücherschau des Tages
10.03.2003 Mit Kritiken zu Mo Yan: "Die Schnapsstadt" in der SZ, Aloys Winterling: "Caligula" in der FAZ, Andre du Bouchet: "Bruchstücke vom Berg für die Landstraße verwendet" in der SZ, Herrad Schenk: "Wie in einem uferlosen Strom" in der SZ und Thomas Kapielski: "Abstehende Röhren" in der SZ.
Mord und Ratschlag
10.03.2003 In einer englischen Kleinstadt verschwindet Alex. Als sich seine Schwester Ruth auf die Suche nach ihm macht, begegnet sie groben Vermietern, korrupten Polizisten und ihrem sadistischen Ex-Mann. Aber stimmt das alles wirklich, oder ist Ruth verrückt? J.M. Morris zieht in seinem Debütkrimi "Das Gespinst" die Fäden wie einst Hitchcock. Von Michael Schweizer
Dienstag, 11.03.2003
Heute in den Feuilletons
11.03.2003 In der taz findet Diedrich Diederichsen, dass Adorno mit seinen Aggressionen gegen Jazz und Pop irgendwie ganz richtig lag. In der SZ schildert Barry Glassner das Geschäft mit der Angst in Amerika. Die FR greift eine Kritik Andre Glucksmanns an der pazifistischen Front auf. Die NZZ unternimmt einen Streifzug durch die Londoner Theaterszene.
Bücherschau des Tages
11.03.2003 Mit Kritiken zu Simon Werle: "Der Schnee der Jahre" in der SZ, : "Brandherd Irak" in der FAZ, Hartmut Kaelble: "Wege zur Demokratie" in der NZZ, Thomas Brasch: "Wer durch mein Leben will, muss durch mein Zimmer" in der TAZ und Ronald Syme: "Die Römische Revolution" in der SZ.
Mittwoch, 12.03.2003
Heute in den Feuilletons
12.03.2003 Die NZZ erzählt vom tragischen Ende des islamischen Märtyrerkults in Disney World. In der FR erklärt der Kameramann Robby Muller, wie schwer es ist, ein Bild nicht zu komponieren. Die taz porträtiert den Parakulturellen Rumsfeld. Die SZ wähnt sich in einer neuen McCarthy-Ära. Die FAZ fürchtet Stau in den Beichtstühlen der katholischen Kirche.
Bücherschau des Tages
12.03.2003 Mit Kritiken zu Christoph Nonn: "Eine Stadt sucht einen Mörder" in der NZZ, Helmut Walser Smith: "Die Geschichte des Schlachters" in der NZZ, Isachar Falkensohn Behr: "Gedichte von einem polnischen Juden" in der FR, Michail Schischkin: "Montreux - Missolunghi - Astapowo" in der SZ und Martin Mosebach: "Häresie der Formlosigkeit" in der NZZ.
Virtualienmarkt
12.03.2003 "I saw the best minds of my generation / accept jobs on the fringes of the entertainment industry ..." Es liest doch noch jemand Allan Ginsberg. Doch die Diskussion um Zadie Smiths neuen Roman "The Autograph Man" wird vor allem in Internettagebüchern und Weblogs geführt.
Donnerstag, 13.03.2003
Heute in den Feuilletons
13.03.2003 Die Zeit besucht New Yorker Linke - manche sind gegen den Krieg, manche dafür. In der SZ würdigt Slavenka Drakulic den "kleinen Slobodan" Zoran Djindjic. Die FR will Gerhard Schröders morgige Rede schon jetzt an Franklin D. Roosevelts Antrittsrede von 1933 messen. In der taz verteidigt Todd Haynes das Melodram als kritisch und traurig zugleich. Die NZZ bewegt sich mit Michael Lentz auf leisen Versfüßen.
Bücherschau des Tages
13.03.2003 Mit Kritiken zu Mieke Bal: "Kulturanalyse" in der NZZ, Bali Rai: "Bloß (k)eine Heirat" in der ZEIT, Alois Prinz: "Lieber wütend als traurig" in der ZEIT, Jonathan Safran Foer: "Alles ist erleuchtet" in der ZEIT und Amira Hass: "Gaza" in der ZEIT.
Freitag, 14.03.2003
Heute in den Feuilletons
14.03.2003 In der SZ beklagt Orhan Pamuk den Schaden, den die USA der Demokratie in der Türkei beschert haben. In der FAZ beklagt Beque Cufaj die Heuchelei des Westens, der Serbien ignoriert habe und jetzt zum Tod Zoran Djindjics kondoliere. Die NZZ hat Filmfestivals in Teheran, Ouagadougou und Freiburg besucht. Die taz fantasiert sich ins Herz der amerikanischen Drohkulisse.
Bücherschau des Tages
14.03.2003 Mit Kritiken zu Kirsten Jüngling / Brigitte Roßbeck: "Katia Mann" in der FR, Inge Jens / Walter Jens: "Frau Thomas Mann" in der FR, Mark Hertsgaard: "Im Schatten des Sternenbanners" in der FAZ, Roberto Bolano: "Amuleto" in der FAZ und : "Brandherd Irak" in der FR.
Samstag, 15.03.2003
Heute in den Feuilletons
15.03.2003 Bei der SZ ganz viel Weiß, wo sonst das Streiflicht war - so tritt die Redaktion den Rückweg ins Regionale an. In der NZZ deckt Ulrich Beck eine friedensbringende Dialektik des Militarismus auf. In der taz erklärt der argentinische Publizist Horacio Verbitsky, was faul ist in seinem Land: alles, eigentlich. Die FR fragt, ob W. G. Sebald einfach so reale Biografien verwenden durfte, wie er es in "Austerlitz" tat. Und alle vermissen den Ruck in Schröders Rede.
Bücherschau des Tages
15.03.2003 Mit Kritiken zu Reinhard Jirgl: "Die Unvollendeten" in der FR, Jonathan Safran Foer: "Alles ist erleuchtet" in der NZZ, Diethard Sawicki: "Leben mit den Toten" in der NZZ, Bernhard Maier: "Die Religion der Germanen" in der SZ und Bernhard Lang: "Jahwe, der biblische Gott" in der NZZ.
Montag, 17.03.2003
Die Buchmacher
17.03.2003 Diese Woche lesen Sie: Warum trotz sinkendem Umsatz der Geschäftsklimatrend im Buchhandel nach oben zeigt. Warum nicht Konzentration, sondern fehlende Kontinuität den Verlagen schadet. Warum mittelgroße Verlage laut McKinsey miteinander kooperieren müssen, wenn sie überleben wollen. Und was vom "Goethe-Groschen" zu halten ist. Von Hubertus Volmer
Heute in den Feuilletons
17.03.2003 Die FAZ fürchtet, dass Deutschland ohne die reifen Organe seiner machtgeschützten Innerlichkeit die Seele verliert. In der SZ erzählt Christopher Nix, wie er George Tabori einmal das Leben rettete. In der FR konstatiert Dragan Velikic, dass mit dem Mord an Zoran Djindjic auch die Ermordung Europas in Serbien bezweckt war. Die taz legt dar, dass die amerikanischen Neokonservativen immerhin noch deutsche Philosophen lesen, zum Beispiel Leo Strauss.
Magazinrundschau
17.03.2003 Der New Yorker erinnert an die Ermordung des britischen Colonels Gerard Leachman, der im Ersten Weltkrieg für die Iraker kämpfte. Laut Outlook India verfallen nun auch die Inderinnen dem Cricket. Im Espresso wünscht sich Umberto Eco eine Ruth Benedikt für den Irak. Die New York Times Review of Books fragt, ob es in den USA überhaupt noch liberale Medien gibt. Das TLS bewundert die unversöhnliche Maggie.
Bücherschau des Tages
17.03.2003 Mit Kritiken zu Sibylle Lewitscharoff: "Montgomery" in der FAZ, Theodor W. Adorno / Max Horkheimer: "Theodor W. Adorno / Max Horkheimer: Briefwechsel" in der SZ, Karl Heinz Bohrer: "Ekstasen der Zeit" in der FAZ, Said: "Außenhaut Binnenträume" in der SZ und Leon de Winter: "Malibu" in der SZ.
Dienstag, 18.03.2003
Heute in den Feuilletons
18.03.2003 Die taz erklärt, wie Nachrichten vom Krieg enstehen. In der FR legt Ronald D. Asmus nochmals dar, warum er einen Krieg gegen den Irak befürwortet. Die FAZ berichtet von den Protesten russischer Intellektueller gegen den Tschetschenien-Krieg. Die NZZ greift das Phänomen der Klanginstallationen auf. Und in der SZ gratuliert Georg Klein dem Perlentaucher zum dritten Geburtstag. Ehrlich!
Bücherschau des Tages
18.03.2003 Mit Kritiken zu Günter de Bruyn: "Unter den Linden" in der FAZ, Aki Shimazaki: "Tsubaki" in der SZ, Mark Hertsgaard: "Im Schatten des Sternenbanners" in der TAZ, Philip Roth: "Das sterbende Tier" in der TAZ und Norbert Mappes-Niediek: "Balkan-Mafia" in der SZ.
Vorgeblättert
18.03.2003 "Faktor Öl" heißt ein Buch von Rainer Karlsch und Raymond G. Stokes, das die Geschichte der Mineralölindustrie in Deutschland im 20. Jahrhundert vorstellt. Wir bringen einen Vorabdruck aus dem Kapitel über die Nazizeit.
Link des Tages
18.03.2003 Heute abend wird die Leipziger Buchmesse eröffnet. Wir präsentieren die wichtigsten Veranstaltungen.
Mittwoch, 19.03.2003
Heute in den Feuilletons
19.03.2003 In der NZZ meditiert Sonja Margolina über die Resowjetisierung der russischen Gesellschaft. In der FAZ fordert Burkhart Kroeber einen Solizuschlag für Übersetzer. Die SZ kommt gern für die teuren Hotels bei der Frankfurter Buchmesse auf. Die FR bereitet uns auf den Info-War vor. Die taz porträtiert einen ägyptischen Schlagersänger, der mit Hass auf Israel die Charts stürmt.
Bücherschau des Tages
19.03.2003 Mit Kritiken zu Maxim Biller: "Esra" in der NZZ, Undine Gruenter: "Sommergäste in Trouville" in der SZ, James Hamilton-Paterson: "Nachtblüte" in der NZZ, Arnold Esch: "Wege nach Rom" in der NZZ und Charles Sprawson: "Ich nehme dich auf meinen Rücken, vermähle dich dem Ozean" in der FAZ.
Donnerstag, 20.03.2003
Heute in den Feuilletons
20.03.2003 Die Zeit feiert im Aufmacher ihrer Literaturbeilage die Wiedergeburt des Berlin-Romans in Gestalt von Andre Kubiczeks Roman "Die Guten und die Bösen". Die FR sagt "Empire" zu Amerika. Die SZ sagt "Servus" zum Völkerrecht. In der taz beharrt der israelische Historiker Tom Segev, dass "Oslo" im Prinzip richtig war. In der FAZ bekennt A.L. Kennedy ihre Verzweiflung: Niemals seit dem Burenkrieg sei Großbritannien so tief gesunken.
Bücherschau des Tages
20.03.2003 Mit Kritiken zu Alain Robbe-Grillet: "Die Wiederholung" in der NZZ, Nick Hornby: "31 Songs" in der NZZ, Jonathan Safran Foer: "Alles ist erleuchtet" in der SZ, Bruno Richard: "Desaster" in der NZZ und David Albahari: "Götz und Meyer" in der NZZ.
Hörbuch der Saison
20.03.2003 An dieser Stelle präsentieren wir künftig von Zeit zu Zeit die in der Presse am besten besprochenen Hörbücher. Darunter diesmal: Schnitzlers "Traumnovelle" und "Fräulein Else", Karl Kraus' "Die letzten Tage der Menschheit", Melvilles "Moby Dick" und Judith Hermanns "Nichts als Gespenster".
Leipzig düst
20.03.2003 Michel Houellebecq erklärt auf dem blauen Sofa warum er die Schläfer wesentlich interessanter findet als Bush oder Saddam.
Freitag, 21.03.2003
Heute in den Feuilletons
21.03.2003 Es ist Krieg, und die Feuilletons gehen hin. In der NZZ fragt Barbara Ehrenreich nach der Biologie des Krieges. In der SZ schreibt Herfried Münkler zu seiner Anatomie. In der FAZ skizziert Martin van Creveld den möglichen Verlauf. Die taz verfolgt ab heute regelmäßig die Berichterstattung in den arabischen Medien. Die FR diagnostiziert eine Talibanisierung der USA.
Bücherschau des Tages
21.03.2003 Mit Kritiken zu Rudi Dutschke: "Jeder hat sein Leben ganz zu leben" in der FR, Rene Schilling: "Kriegshelden" in der SZ, Hans Christoph Buch: "Wie Karl May Adolf Hitler traf und andere wahre Geschichten" in der SZ, : "Berlusconis Italien - Italien gegen Berlusconi" in der FR und : "Erster Weltkrieg - Zweiter Weltkrieg" in der SZ.
Samstag, 22.03.2003
Heute in den Feuilletons
22.03.2003 In der taz tröstet Richard Rorty: Imperien sind nicht an sich schlecht. Die FAZ ruft Peter Brook zu: "C'est tres Kitsch!" Was aber nicht für seine neueste Inszenierung gilt. In der SZ besingt Richard Swartz das zögernde europäische Licht. In der FR entlarvt Jose Saramago die Politik als Büttel der Wirtschaft. In der NZZ verteidigt Karl Otto Hondrich den Krieg.
Bücherschau des Tages
22.03.2003 Mit Kritiken zu Mario Frank: "Walter Ulbricht" in der NZZ, Wilhelm Genazino: "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" in der FR, Alfred Grosser: "Wie anders sind die Deutschen?" in der NZZ, Georges Lefebvre: "Napoleon" in der FR und Robert W. Scribner: "Religion und Kultur in Deutschland 1400-1800" in der NZZ.
Leipzig düst
22.03.2003 Klaus Wagenbach hielt eine Laudatio auf den Verlag Neue Kritik und bringt neue Kritik an der Frankfurter Buchmesse.
Montag, 24.03.2003
Die Buchmacher
24.03.2003 Was beim geplanten Gesetz zum Urheberrecht auf dem Spiel steht. Wie Schriftsteller in Köln behandelt werden. Warum es für die Leipziger Messe nicht einfacher wird. Und warum Buchmesse-Direktor Volker Neumann als Preistreiber am Pranger steht. Von Hubertus Volmer
Heute in den Feuilletons
24.03.2003 Die Welt interviewt Jonathan Franzen zum Krieg. Die SZ prophezeit den Amerikanern schlimme Traumata als Folge des Kriegs. Die taz sagt einen irakischen Bürgerkrieg voraus. Die NZZ sorgt sich um die archäologischen Schätze des Irak. Die FR empfand auf der Leipziger Buchmesse ein Carpe-Diem-Gefühl. In der FAZ träumt der Kurde Kendal Nezan von einem geeinten Europa.
Magazinrundschau
24.03.2003 Die Lettre schildert die Wiederkehr der Zauberer in Afrika. In der NY Review of Books erzählt Tim Judah, warum die Kurden keine Angst vor den Irakern haben. In Atlantic Monthly stellt Robert D. Kaplan die nächsten beiden Ziele im Krieg gegen den Terror vor: Eritrea und Jemen. Literaturen erklärt, wie man nicht über Sex schreiben sollte. Prospect diskutiert die Demokratiefähigkeit arabischer Staaten. Der New Yorker erklärt, wie Washington und London einen gefälschten Bericht über das irakische Atomwaffenprogramm lanciert haben. Der Economist sieht mit dem Irakkrieg Nuclear-Möchtegerne gewarnt. In der London Review of Books empfiehlt Edward Said eine Studie über britischen Kolonialismus.
Bücherschau des Tages
24.03.2003 Mit Kritiken zu Gerhard Schulze: "Die beste aller Welten" in der FAZ, Dan Diner: "Gedächtniszeiten" in der FAZ, Peter Hofmann: "Richard Wagners politische Theologie" in der FAZ, Ed Stuhler: "Margot Honecker" in der SZ und Markus Orths: "Lehrerzimmer" in der SZ.
Dienstag, 25.03.2003
Heute in den Feuilletons
25.03.2003 Die FAZ beschreibt die amerikanische Hochburg der Widerspenstigkeit: San Francisco. Die NZZ berichtet von schwindender Kriegsangst in Tel Aviv. Taz, FR, Tagesspiegel und SZ. denken über die Bilder von Kriegsgefangenen nach.
Bücherschau des Tages
25.03.2003 Mit Kritiken zu Michael Walzer: "Erklärte Kriege - Kriegserklärungen" in der NZZ, David Albahari: "Götz und Meyer" in der SZ, Michael Walzer: "Erklärte Kriege - Kriegserklärungen" in der TAZ, Ignacio Ramonet: "Kriege des 21. Jahrhunderts" in der TAZ und Katrin Graf: "Bildnisse schreibender Frauen im Mittelalter" in der SZ.
Post aus Borneo
25.03.2003 Das offizielle Indonesien hat ängstlich auf den Krieg reagiert - allzugroß ist die Angst vor radikalen Islamisten.
Mittwoch, 26.03.2003
Heute in den Feuilletons
26.03.2003 Die FAZ erklärt, wie sich unter dem Schutz einer Nase ein Kinowunder ergeben kann. Die FR interviewt Jorge Semprun und Lenka Reinerova zum Totalitarismus. Die SZ führt einen Dreikampf der Kriegskommentatoren um höchste Kriegskompetenz und stellt Susan Sontags höchst aktuellen Band über Kriegsfotografie vor. Die taz ist betrübt über Al Dschasira. Die NZZ empfiehlt Russisch ohne Fremdwörter.
Bücherschau des Tages
26.03.2003 Mit Kritiken zu Ulrike Kolb: "Diese eine Nacht" in der FR, Leo Rosten: "Jiddisch" in der SZ, Brock Cole: "Was wisst ihr denn schon" in der NZZ, Odelia Ainbinder / Amal Rifai / Sylke Tempel: "Wir wollen beide hier leben" in der NZZ und Wolfgang J. Mommsen: "War der Kaiser an allem schuld?" in der NZZ.
Post aus Bangkok
26.03.2003 Der größte Bestseller in Thailand ist ein Buch über einen Hund namens "Kupfer". Er gehört dem König.
Donnerstag, 27.03.2003
Heute in den Feuilletons
27.03.2003 In der Zeit sieht der Militärhistoriker Martin van Creveld schon die nächsten Schnauzbärte im Irak regieren. Die SZ bewundert Massaker und Vergewaltigung auf den Bildern von Andre Masson. Die FAZ demokratisiert den Irak nach dem Vorbild Kurdistans. Die NZZ beschreibt, wie Norman Foster die Londoner Skyline heilt.
Bücherschau des Tages
27.03.2003 Mit Kritiken zu Wolfgang Büscher: "Berlin - Moskau" in der SZ, Inge Jens / Walter Jens: "Frau Thomas Mann" in der NZZ, Kirsten Jüngling / Brigitte Roßbeck: "Katia Mann" in der NZZ, Norbert Mappes-Niediek: "Balkan-Mafia" in der ZEIT und Undine Gruenter: "Sommergäste in Trouville" in der ZEIT.
Freitag, 28.03.2003
Heute in den Feuilletons
28.03.2003 In der taz entlarvt Heinrich August Winkler den amerikanischen Präsidenten als Wilhelministen. In der SZ beschwört Vittorio Magnago Lampugnani eine Renaissance der europäischen Städtebaukunst. In der FR beklagt Judith Butler, dass die amerikanischen Kriegsgegner in den USA keine Medien finden. In der NZZ fürchtet Nedim Gürsel die Schönheit des Krieges. Die FAZ fragt: Wie kompetent ist unsere Kriegsberichterstattung?
Bücherschau des Tages
28.03.2003 Mit Kritiken zu Paula Fox: "In fremden Kleidern" in der SZ, Robert Kagan: "Macht und Ohnmacht" in der FAZ, Michael Walzer: "Erklärte Kriege - Kriegserklärungen" in der FR, Hans von Sponeck / Andreas Zumach: "Irak - Chronik eines gewollten Krieges" in der FAZ und Jürgen Busche: "Die 68er" in der FR.
Samstag, 29.03.2003
Heute in den Feuilletons
29.03.2003 In der NZZ verneint Herfried Münkler die Möglichkeit einer pax americana. In der taz erinnert sich der Filmemacher Samir an seine Kindheit in Bagdad. Die FR gratuliert van Gogh zum 150. Die SZ, die FAZ und alle anderen kommentieren das Ende des Berlin Verlags bei Random House.
Bücherschau des Tages
29.03.2003 Mit Kritiken zu Aki Shimazaki: "Tsubaki" in der NZZ, Wilhelm Genazino: "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" in der NZZ, Günter de Bruyn: "Unter den Linden" in der NZZ, Feridun Zaimoglu: "German Amok" in der NZZ und Undine Gruenter: "Sommergäste in Trouville" in der NZZ.
Montag, 31.03.2003
Die Buchmacher
31.03.2003 Was sich im Ranking der 100 größten Verlage getan hat. Wie aus zwei Mal Minus ein Plus werden kann. Wie man erfolgreich die Presse belügt. Und warum es im nächsten Jahr möglicherweise keine lit.Cologne mehr gibt, obwohl das Kölner Lesefestival in diesem Jahr guten Zulauf hatte. Von Hubertus Volmer.
Heute in den Feuilletons
31.03.2003 In der SZ fragt Timothy Garton Ash nach der Zukunft der Kurden im Irak. In der NZZ beschreibt der iranische Autor Faraj Sarkohi Hoffnungen und Ängste seines Landes angesichts des Krieges. In der taz betrachtet Peter Fuchs den Irak-Krieg aus systemtheoretischer Sicht. In der FAZ berichtet Hans-Christoph Buch über die traurige Lage in Haiti.
Magazinrundschau
31.03.2003 Der Merkur bewundert den Sturzkampfbomber Karajan. Im Nouvel Obs versichert der Schriftsteller Jonathan Coe, die Engländer seien nicht "completement stupides". Der Economist vergleicht Donald Rumsfeld mit Robert McNamara. Der Spiegel erklärt der US-Armee, was eine Scud ist. Das TLS wundert sich nach der Lektüre zweier Bücher über Nietzsche, dass diese Kuh immer noch Milch gibt. Die NYT Book Review freut sich über eine W.C. Fields-Biografie. Der New Yorker liefert Hintergrund zu Auseinandersetzungen im Pentagon und zum amerikanischen Bildungssystem. Im Profil meditieren Boris Groys und Isolde Charim über den Krieg der Bilder.
Bücherschau des Tages
31.03.2003 Mit Kritiken zu Dirk Kurbjuweit: "Unser effizientes Leben" in der FAZ, Michael Lentz: "Aller Ding" in der SZ, Walter Burkert: "Die Griechen und der Orient" in der FAZ, Petra Gerster / Christian Nürnberger: "Stark für das Leben" in der FAZ und Christian Andree: "Rudolf Virchow" in der FAZ.