Montag, 02.06.2003
Die Buchmacher
02.06.2003 Diese Woche lesen Sie: Wie das ungeschriebene Gesetz der Buchwerbung lautet. Warum immer mehr nackte Frauenrücken und Affenbrotbäume auf Buchcovern abgebildet werden. Wozu der Börsenverein noch gut ist. Wie Rowohlt Jeffrey Eugenides bekannt gemacht hat. Was aus Sicht von Weltbild der Sinn der Buchpreisbindung ist. Und warum Carel Halff zwar kein Kulturmissionar sein will, jedoch nie gegen die Grundprinzipien der Kirche verstoßen würde. Von Hubertus Volmer
Heute in den Feuilletons
02.06.2003 Die SZ macht uns mit der Wirkung nicht tödlicher Waffen vertraut: Man fühlt sich insgesamt wie ein einziger Musikantenknochen. Die FR muss zugeben: Christian Thielemann lässt sich als Wagner-Dirigent nicht toppen. In der NZZ analysiert Richard Herzinger den transatlantischen Streit. Die taz nimmt die von Habermas initiierte "Kerneuropa"-Debatte auf, fühlt sich von dem Philosophen allerdings im Stich gelassen: "armseliges Europa-Bild".
Magazinrundschau
02.06.2003 Im Merkur untersucht R.W.B. McCormack wie lülülü die Österreicher heute noch sind. In Folio erklärt der Biochemiker Luca Turin, wie Franzosen gerne riechen. Le Point fragt: War der Surrealismus ein Totalitarismus? Outlook India enthüllt: Der Mittelstand geht vietnamesisch essen. Der Nouvel Obs stellt ein "Dictionnaire des cultures Gays et Lesbiennes" vor. Die NYT Book Review feiert die Erinnerungen von Gene Kellys Ehefrau Betsy Blair.
Bücherschau des Tages
02.06.2003 Mit Kritiken zu Gudrun Krämer: "Geschichte Palästinas" in der SZ, Volker Reinhardt: "Geschichte Italiens" in der FAZ, Jürgen Oelkers: "Wie man Schule entwickelt" in der FAZ, Kerstin Hensel: "Im Spinnhaus" in der FR und Nuala O'Faolain: "Ein alter Traum von Liebe" in der FAZ.
Dienstag, 03.06.2003
Heute in den Feuilletons
03.06.2003 Jürgen Habermas' Rückzug auf "Kerneuropa" scheint fehlzuschlagen: "Zutiefst engstirnig" nennt der Historiker Harold James in der SZ Habermas' Europa-Vision. Die FR stellt fest: "Rumsfelds Wort vom 'alten Europa' hat gesessen." Die FAZ fragt sich, was für ein Europa Habermas eigentlich meint. Aber es gibt auch andere Themen: Die taz interviewt den kurdischen Regisseur Bahman Ghobadi. Die NZZ resümiert den Kirchentag.
Bücherschau des Tages
03.06.2003 Mit Kritiken zu Peter Kurzeck: "Als Gast" in der TAZ, Navid Kermani: "Das Buch der von Neil Young Getöteten" in der FAZ, Michel Foucault: "Die Anormalen" in der SZ, Aris Fioretos: "Die Wahrheit über Sascha Knisch" in der NZZ und Steffen Mensching: "Jacobs Leiter" in der NZZ.
Vom Nachttisch geräumt
03.06.2003 Erotik der Künstlichkeit, ein Problem aus der Hölle und die Provenzialisierung Europas: Arno Widmann hat Bücher von Sibylle Lewitscharoff, Gogol, Dipesh Chakrabarty, Jorge Luis Borges, Jonathan Spence, Sarah Schumann und Samantha Power vom Nachttisch geräumt.
Mittwoch, 04.06.2003
Heute in den Feuilletons
04.06.2003 In der FAZ schildert Hubertus Knabe die hässliche Rolle der Intellektuellen am 17. Juni 1953. Die NZZ resümiert kritische Reaktionen auf Jürgen Habermas' "Kerneuropa"-Initiative. In der FR vermisst der Politologe Wolfgang Merkel eine "genuin sozialdemokratische Philosophie der Gerechtigkeit". In der SZ bezweifelt Salomon Korn, dass es so etwas wie eine deutsch-jüdische Kultur jemals gegeben hat.
Bücherschau des Tages
04.06.2003 Mit Kritiken zu Sarah Kirsch: "Tatarenhochzeit" in der FAZ, Maria Bettetini: "Eine kleine Geschichte der Lüge" in der NZZ, John Edwards: "Die spanische Inquisition" in der NZZ, Gustaf Sobin: "Auf der Suche nach einem verlöschenden Stern" in der NZZ und Imre Kertesz: "Die exilierte Sprache" in der NZZ.
Donnerstag, 05.06.2003
Heute in den Feuilletons
05.06.2003 Die Zeit rügt Habermas' rüden Umgang mit Osteuropa. In der SZ zerpflückt Ludwig Ammann neueste Lesarten des Korans. In der FR spricht Kulturministerin Christina Weiss über ihre Pläne zur Filmförderung. In der FAZ finden wir eine für Pazifisten erschütternde Meldung: Die Iraner wären dankbar für eine Befreiung von ihrer Regierung.
Bücherschau des Tages
05.06.2003 Mit Kritiken zu Felicitas Hoppe: "Paradiese, Übersee" in der TAZ, Jan Bürger: "Der gestrandete Wal" in der NZZ, Anne Atik: "Wie es war" in der NZZ, Philippe Jaccottet: "Der Unwissende" in der NZZ und Judith Butler: "Kritik der ethischen Gewalt" in der SZ.
Freitag, 06.06.2003
Heute in den Feuilletons
06.06.2003 In der SZ will Richard Chaim Schneider dem Frieden von Akaba nicht recht trauen. In der taz feiert Diedrich Diederichsen das hochintelligente und stumpfsinnig groteske Werk von Martin Kippenberger. In der FR erklärt Robert Menasse, warum die österreichische Provinz morgen voller Hass gegenüber dem Urbanen sein wird. Die NZZ porträtiert Lei Feng, einen mythischen Helden der chinesischen Arbeiterklasse. In der FAZ plädiert der Europaabgeordnete Armin Laschet für eine schwarz-grüne Koalition.
Bücherschau des Tages
06.06.2003 Mit Kritiken zu Oliver Hochadel: "Öffentliche Wissenschaft" in der SZ, Anatoli Pristawkin: "Ich flehe um Hinrichtung" in der FR, Mark Hertsgaard: "Im Schatten des Sternenbanners" in der FR, Ingeborg Walter: "Der Prächtige" in der FAZ und Hans Wagner: "Journalismus mit beschränkter Haftung?" in der NZZ.
Samstag, 07.06.2003
Heute in den Feuilletons
07.06.2003 Die FR stellt fest: Niemand schafft es hierzulande, die Literatur angemessen ins Fernsehen zu bringen, auch Elke Heidenreich nicht. Außerdem erklärt Richard Wagner, warum sich die Osteuropäer lieber Amerika anschließen würden. In der SZ beklagt Timothy Garton Ash eine durch Medien hysterisierte Politik. In der NZZ porträtiert Laszlo Földenyi dieKünstlerin Sophie Calle. Der FAZ erschien eine "Zauberkönigin Courage".
Bücherschau des Tages
07.06.2003 Mit Kritiken zu Oliver Hochadel: "Öffentliche Wissenschaft" in der FR, Marguerite Yourcenar: "Anna, Soror ..." in der FR, Marguerite Yourcenar: "Anna, Soror ..." in der NZZ, Israel Hameiri: "Symbiose" in der NZZ und Dieter Daniels: "Kunst als Sendung" in der SZ.
Dienstag, 10.06.2003
Die Buchmacher
10.06.2003 Diese Woche lesen Sie: Warum es der Branche noch nicht schlecht genug geht. Warum das Risiko von Potter 5 höher ist als das von Potter 4. Warum sich der Internationale Buchpreis mit bekannten Autoren schmückt. Wem der verlängerte Ladenschluss hilft. Und was ein Taschenbuch ist. Von Hubertus Volmer.
Heute in den Feuilletons
10.06.2003 In der SZ plädieren Navid Kermani und Wolf Lepenies für die Einrichtung einer Akademie islamischer und jüdischer Kulturen. Die taz bekommt Schleimhautzucken bei der Lektüre Hillary Clintons. In der FR erklärt Herfried Münkler den USA, warum sie im Irak scheitern. Die NZZ meditiert über die Rolle des Mopeds beim Aufstieg Vietnams. Die FAZ erinnert an den 17. Juni in Jena und Bitterfeld.
Magazinrundschau
10.06.2003 In der Kommune rechnet der amerikanische Philosoph Dick Howard mit der moralisierenden Anti-Politik der Linken ab. In der London Review of Books erklärt der Journalist Sean Maguire, warum im Irak auf ein Minarett geschossen wurde. Im Espresso rühmt Umberto Eco die vagabundierenden Reflexionen von Charles Sanders Peirce. Der Economist ermutigt Schröder, seine geplanten Reformen durchzusetzen. Der Spiegel beobachtet deutsche Architekten in China. Das TLS weiß, wann der englische Löwe zum Strauß wird. Antonio Tabucchi schießt im Nouvel Obs eine Breitseite auf Berlusconi ab.
Bücherschau des Tages
10.06.2003 Mit Kritiken zu Peter Kurzeck: "Als Gast" in der FR, Anonyma: "Eine Frau in Berlin" in der SZ, Peter Kurzeck: "Als Gast" in der SZ, Norbert Mappes-Niediek: "Balkan-Mafia" in der TAZ und John Rawls: "Gerechtigkeit als Fairness" in der NZZ.
Vom Nachttisch geräumt
10.06.2003 Krieger mit Wangenrot, Malerei und Drama, die chinesische Armada und wie der Magier ins Griechische kam: Arno Widmann hat Bücher von Thomas Dworzak, Ivan Nagel, Gavin Menzies, Noelle Chatelet, Walter Burkert, Peter Schäfer und Abini Zöllner vom Nachttisch geräumt.
Post aus Bangkok
10.06.2003 Thailändische Teenager dürfen ihre Haare in der Schule nun etwas länger tragen - und sie haben schicke Idole wie Kathaleeya Mcintosh oder Paradorn Srichapan.
Mittwoch, 11.06.2003
Heute in den Feuilletons
11.06.2003 In der SZ fragt Peter Esterhazy: Wie groß ist der europäische Zwerg? In der taz fragt sich Schlagzeuger Lars Ulrich, warum Metallica-Songs als Foltermittel eingesetzt werden (wo es doch grausame deutsche Bands wie Kreator gibt). In der NZZ klagt die Zürcher Archäologin Cornelia Isler-Kerenyi über deutsche Hobbyarchäologen. In der FR wettert Elmar Altvater gegen das internationale Kapital.
Bücherschau des Tages
11.06.2003 Mit Kritiken zu Ralf Georg Reuth: "Hitler" in der NZZ, Fridolin Schley: "Schwimmbadsommer" in der FAZ, Manfred Osten: "'Alles veloziferisch' oder Goethes Entdeckung der Langsamkeit" in der NZZ, Sarah Kirsch: "Tatarenhochzeit" in der SZ und Nicola Barker: "Nadeln im Ohr" in der FR.
Mord und Ratschlag
11.06.2003 Die Krimikolumne. Heute: "Ich rede jetzt gar nicht großartig von der Liebe, weil natürlich Liebe geht mit Anwesenden grundsätzlich nicht, das versteht sich von selbst." Das Besondere an Wolf Haas' Krimi "Das ewige Leben" ist der Ton . Von Michael Schweizer
Donnerstag, 12.06.2003
Heute in den Feuilletons
12.06.2003 Die Zeit erklärt, warum die USA am 17. Juni 1953 die DDR opferten. Die NZZ meditiert über den sagenhaften Erfolg von Elke Heidenreichs Büchersendung "Lesen". Die FAZ schildert den israelisch-palästinensischen Kampf ums Wasser. Und alle bereiten uns auf die Biennale in Venedig vor.
Bücherschau des Tages
12.06.2003 Mit Kritiken zu Peter Kurzeck: "Als Gast" in der ZEIT, Fridolin Schley: "Schwimmbadsommer" in der FR, Olaf Müller: "Schlesisches Wetter" in der TAZ, Hillary Rodham Clinton: "Gelebte Geschichte" in der SZ und : "Schlaflos: das Buch der hellen Nächte" in der SZ.
Virtualienmarkt
12.06.2003 Kanzler Schröder gab neulich das paradoxe Versprechen, durch eine Lockerung des Kartellrechts für mehr Vielfalt im Medienmarkt zu sorgen -und traf damit eine allgemeine Tendenz.
Freitag, 13.06.2003
Heute in den Feuilletons
13.06.2003 Martin Mosebach betrachtet in der SZ das Grenztheater zwischen Nord- und Südkorea. Die FAZ freut sich über die Breite der Auseinandersetzung mit dem 17. Juni. Die NZZ schildert die Bemühungen Polens um sein jüdisches Erbe. In der taz analysiert Bahman Nirumand die jüngsten Proteste im Iran. Und die FR staunt über Berlusconis Toleranz - mit der Mafia.
Bücherschau des Tages
13.06.2003 Mit Kritiken zu Bernhard H. Bayerlein / Hermann Weber: "Der Thälmann-Skandal" in der FR, Meike G. Werner: "Moderne in der Provinz" in der SZ, Marguerite Yourcenar: "Anna, Soror ..." in der SZ, Alexander von Plato: "Die Vereinigung Deutschlands - ein weltpolitisches Machtspiel" in der FR und : "Römische Malerei" in der SZ.
In eigener Sache
13.06.2003 Der Perlentaucher ist für den Grimme Online Award in der Kategorie "Medienjournalismus" nominiert.
Samstag, 14.06.2003
Heute in den Feuilletons
14.06.2003 Die Biennale von Venedig kommt allgemein schlecht weg: Die SZ rettet sich in die "Zone of Urgency". Die FAZ diagnostiziert Hysterie. Die NZZ findet nur noch Rinnsale, wo eines der Canale Grande war. Die taz löst in einem sehr lesenswerten Dossier die Rätsel des 17. Juni. Die FR findet, dass Hillary Clinton mit den Jahren immer schöner wird.
Bücherschau des Tages
14.06.2003 Mit Kritiken zu Patrick Modiano: "Die Kleine Bijou" in der NZZ, Reinhard Jirgl: "Die Unvollendeten" in der NZZ, Tanja Dückers: "Himmelskörper" in der FR, Anne Dufourmantelle / Antonio Negri: "Rückkehr" in der NZZ und Hillary Rodham Clinton: "Gelebte Geschichte" in der FR.
Montag, 16.06.2003
Heute in den Feuilletons
16.06.2003 In der SZ verteidigt Dan Diner den ortlosen Hegemon USA. Die taz fragt nach der Bedeutung von Kokain in der Medienlandschaft. In der NZZ fragt Thomas Macho, ob es überhaupt nationale Literaturen gibt. In der FAZ erklärt Dieter Grimm, warum er keine Verfassung für Europa will.
Die Buchmacher
16.06.2003 Wie Artemis Fowl seinen Konkurrenten Harry Potter ärgert. Warum das Image von Buchhändlern noch schlechter ist als das von Gewerkschaftsfunktionären. Warum ein Großteil unserer literarischen Kultur nur in unveröffentlichter Form existiert und warum das nicht weiter schlimm ist. Von Hubertus Volmer
Magazinrundschau
16.06.2003 In der New York Review of Books erinnert sich Max Rodenbeck an die sauberen, palmengesäumten Boulevards von Bagdad. Im Spiegel verteidigt Karl Otto Hondrich den Hegemon - und zwar mit Gewalt. Im TLS erklärt Susan Sontag, warum es für sie überhaupt keinen Sinn hat, eine Fremdsprache zu lernen. Outlook India will keine indischen Truppen im Irak stationiert sehen - Ghandis Geist wäre nicht mit ihnen. Die New York Times Book Review feiert Debüts. Der Economist sieht die türkischen Generäle vor einer Niederlage. Im Express erhebt Anna Politkovskaja schwere Vorwürfe gegen Wladimir Putins Tschetschenienpolitik.
Bücherschau des Tages
16.06.2003 Mit Kritiken zu Patrick Modiano: "Die Kleine Bijou" in der FAZ, Michel Foucault: "Die Anormalen" in der FAZ, Aris Fioretos: "Die Wahrheit über Sascha Knisch" in der SZ, Thomas Flemming: "Kein Tag der deutschen Einheit" in der SZ und Thomas Flemming: "Kein Tag der deutschen Einheit" in der FAZ.
Dienstag, 17.06.2003
Heute in den Feuilletons
17.06.2003 In der NZZ erinnert sich Günter Kunert an die gramvolle Miene Bert Brechts am 17. Juni. In der FAZ schreiben Andre Kubiczek und Reinhard Jirgl über das Datum. In der FR fragt Richard Wagner, warum sich die Intellektuellen nicht mit den Arbeitern der Stalinallee solidarisierten. Die SZ kritisiert die Einstellung des Untersuchungsverfahrens wegen der Löschung von Akten im Bundeskanzleramt.
Bücherschau des Tages
17.06.2003 Mit Kritiken zu Radek Knapp: "Papiertiger" in der FAZ, Marcel Beyer: "Nonfiction" in der NZZ, Stefan Maelck: "Ost Highway" in der TAZ, Thomas Flemming: "Kein Tag der deutschen Einheit" in der TAZ und Hubertus Knabe: "17. Juni 1953" in der TAZ.
Vom Nachttisch geräumt
17.06.2003 "Der Geist war meist ein entzückendes Beiwerk, das man sehr zu schätzen wusste, aber doch nicht ganz so sehr bewunderte wie Nacken, Oberschenkel, Busen und Haar der Gäste." Arno Widmann hat Bücher zum 17. Juni, zur Wiedergeburt des Hartknoch'schen Verlages im Geiste Kant'scher Konversation, zum Berlin der achtziger Jahre und zur Geburt der Öffentlichkeit aus dem Geist der Fronde vom Nachttisch geräumt.
Meldungen
17.06.2003 Susan Sontag erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Mittwoch, 18.06.2003
Heute in den Feuilletons
18.06.2003 Die Zeit wirft den Staatsanwälten, die gegen Michel Friedman ermitteln, Antisemitismus vor. Die SZ bringt einen Gegenartikel zur Diskussion um die "Bundeslöschtage" - da wird an einer Legende gewoben. Die taz fragt: Sind die Neocons verdeckte Trotzkisten? Die NZZ beschreibt den Siegeszug der englischen Sprache in Asien. Die Reaktionen auf die Kür Susan Sontags zur Friedenspreisträgerin sind gemischt.
Bücherschau des Tages
18.06.2003 Mit Kritiken zu Mieke Bal: "Kulturanalyse" in der ZEIT, Inger Christensen: "det / das" in der SZ, Joyce Carol Oates: "Hudson River" in der FAZ, Wolfgang Sofsky: "Operation Freiheit" in der ZEIT und Nick McDonell: "Zwölf" in der ZEIT.
Donnerstag, 19.06.2003
Heute in den Feuilletons
19.06.2003 Hessen und Bayern feiern heute Fronleichnam. Nur die tazler und NZZler mussten arbeiten. Vielleicht deshalb meditiert die NZZ heute über die Farbe Grau. Die taz untersucht die Auswirkung des 11. Septembers auf die Fiktionalisierung der Stadt New York.
Bücherschau des Tages
19.06.2003 Mit Kritiken zu Qiu Xiaolong: "Tod einer roten Heldin" in der NZZ, Marcia Pally: "Lob der Kritik" in der NZZ, Edward Gibbon: "Der Sieg des Islam" in der NZZ, Martin Kemp: "Bilderwissen" in der NZZ und Wulf Kirsten / Harald Wenzel-Orf: "Der Berg über der Stadt" in der NZZ.
Freitag, 20.06.2003
Heute in den Feuilletons
20.06.2003 Nach dem Eintritt osteuropäischer Länder in die EU prophezeit Andrzej Stasiuk in der SZ eine fröhliche Balkanisierung Westeuropas. In der taz erzählt der US-Hardliner Richard Perle, was die USA als nächstes vorhaben: "Regime change" im Iran. In der FAZ erfahren wir, wie Friedenswahrung im UNO-Auftrag funktioniert.
Bücherschau des Tages
20.06.2003 Mit Kritiken zu Susanne Riedel: "Eine Frau aus Amerika" in der FAZ, : "Phantasiereiche" in der FR, Egon Flaig: "Historische Semantik, Band 1: Ritualisierte Politik" in der SZ, Willard Van Orman Quine: "Wissenschaft und Empfindung" in der FAZ und Nikolaj Gogol: "Die Nase" in der SZ.
Samstag, 21.06.2003
Heute in den Feuilletons
21.06.2003 In der FAZ schildert der amerikanische Schriftsteller Dirk Wittenborn die Freuden des Kokaingenusses. In der NZZ hält Claudio Abbado ein Plädoyer für das Moderne. Die SZ feiert den erotischen Enthusiasten Wilhelm Heinse. In der FR erklärt der amerikanische Soziologe Mark Lilla, wie die Europäer die politische Entwicklung der amerikanischen Rechten verschlafen haben. Die taz porträtiert die 33-jährige Torwächterin der amerikanischen Literatur: Deborah Treisman.
Bücherschau des Tages
21.06.2003 Mit Kritiken zu Michael Mitterauer: "Warum Europa?" in der FR, Henry Louis Mencken: "Gesammelte Vorurteile" in der NZZ, Klaus Böldl: "Die fernen Inseln" in der NZZ, Vladimir Jankelevitch: "Das Verzeihen" in der SZ und Henry Louis Mencken: "Henry Louis Mencken: Autobiografisches" in der NZZ.
Montag, 23.06.2003
Die Buchmacher
23.06.2003 In dieser Woche lesen Sie: Wer von der "Männerkrise" profitiert. Wie Elke Heidenreich zum zweiten Mal die Bestsellerlisten aufmischt. Und wie Random House sich einen Kompromiss vorstellt. Von Hubertus Volmer
Heute in den Feuilletons
23.06.2003 In der SZ bezweifelt der Historiker Paul Kennedy, dass ein "Kerneuropa" realisierbar sei. Die taz verabschiedet die provinziellen Spießer von "Modern Talking". Die NZZ stellt das Tagebucharchiv in Emmendingen vor. Die FAZ geht der "Kunstraublüge von Bagdad" nach.
Magazinrundschau
23.06.2003 In der Lettre genießt der Schriftsteller Peter Zilahy das Menü "Drei schrille Schreie". The New Republic fühlt sich von der Bush-Regierung hintergangen. In L'Espresso ärgert sich Andrej Stasiuk über die polnische Regierung und die EU. In Profil ärgert sich Verleger Alfred Goubran über die Literaturbetriebsschickeria in Klagenfurt. Im Spiegel ärgert sich Peter Schneider über ein besserwisserisch-geschwätziges Europa a la Habermas. In der London Review of Books ärgert sich Edward Said über die Road Map. Und im Nouvel Obs bescheinigt Jean Baudrillard den Autoren der Matrix, seine Theoreme des Virtuellen missverstanden zu haben.
Bücherschau des Tages
23.06.2003 Mit Kritiken zu Hartmann von Aue: "Der arme Heinrich" in der SZ, Annegret Held: "Das Zimmermädchen" in der SZ, Christoph Rass: "Menschenmaterial" in der SZ, Eric Dunning / Norbert Elias: "Sport und Spannung im Prozess der Zivilisation" in der FAZ und Joanne K. Rowling: "Harry Potter and the Order of the Phoenix" in der SZ.
Dienstag, 24.06.2003
Heute in den Feuilletons
24.06.2003 In der SZ stellt Wolf Lepenies fest, dass George Orwell kein Engel war. Die FR konstatiert: "Wo sich der Deutsche heimatlich fühlt, denkt er an Bayern." Die NZZ betont, dass keineswegs alle irakischen Kulturschätze gerettet worden sind. Die FAZ verliebt sich in den pubertierenden Harry Potter.
Bücherschau des Tages
24.06.2003 Mit Kritiken zu Christopher Hitchens: "Widerwort" in der TAZ, James Kelman: "Busschaffner Hines" in der SZ, John Haldon: "Das byzantinische Reich" in der SZ, Joanne K. Rowling: "Harry Potter and the Order of the Phoenix" in der FAZ und Antonio Lobo Antunes: "Einblick in die Hölle" in der NZZ.
Vom Nachttisch geräumt
24.06.2003 Ein Toter auf Urlaub, Kühe in der ersten Klasse und zarte Zeilen: Arno Widmann hat Bücher von Rudi Dutschke, Ooka Makoto und über Afrika, den vergessenen Kontinent vom Nachttisch geräumt.
Mittwoch, 25.06.2003
Heute in den Feuilletons
25.06.2003 Den bösen Zaun der Israelis verdammt Joseph Croitoru in der FAZ. Die SZ freut sich über die Abrechnung der New Republic mit der Kriegspropaganda der Bush-Regierung. "Orwell Matters!", ruft die taz, und die FR stimmt ein. Die NZZ begutachtet Wissenschaft in Budapest und Kultur in Madrid.
Bücherschau des Tages
25.06.2003 Mit Kritiken zu Durs Grünbein: "Warum schriftlos leben?" in der TAZ, Helga Hirsch: "Ich habe keine Schuhe nicht" in der NZZ, Jacob Katz: "Tradition und Krise" in der SZ, Ralf Miggelbrink: "Der zornige Gott" in der FAZ und Bernard MacLaverty: "Die Schule der Anatomie" in der FAZ.
In eigener Sache
25.06.2003 Gestern Abend wurde der Perlentaucher mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.
Donnerstag, 26.06.2003
Heute in den Feuilletons
26.06.2003 In der Zeit gibt Leon de Winter der "Roadmap" für den Frieden in Israel kaum Chancen. Die FAZ veröffentlicht eine bisher unbekannte Erzählung Isaak Babels über Odessa. Die FR zeichnet Berlin mit dem Preis für die katastrophalste Kulturpolitik aus. Die taz stellt sich dem Rätsel des britischen Familienfilms (warum wird er nie kitschig?) Die SZ fragt, ob sich die Kultur aus Sparzwang zähmen lässt.
Bücherschau des Tages
26.06.2003 Mit Kritiken zu Stuart E. Eizenstat: "Unvollkommene Gerechtigkeit" in der ZEIT, Susanne Riedel: "Eine Frau aus Amerika" in der ZEIT, Friederike Mayröcker: "Mein Arbeitstirol" in der NZZ, Durs Grünbein: "Warum schriftlos leben?" in der NZZ und Hillary Rodham Clinton: "Gelebte Geschichte" in der ZEIT.
Freitag, 27.06.2003
Heute in den Feuilletons
27.06.2003 Der "Kerneuropa"-Streit wird fortgesetzt. In der FAZ wirft Hans-Ulrich Wehler seinem Kollegen Jürgen Habermas arge Verharmlosungen vor. In der Welt fragt Ulrike Ackermann, ob Habermas und Derrida schon mal was von Osteuropa gehört haben. Die NZZ bewundert die Karriere der chinesischstämmigen Amerikaner. Die FR porträtiert Neapel. Die taz hört Schmerzmusik. In der SZ warnt Gianni Vattimo vor EU-Präsident Berlusconi.
Bücherschau des Tages
27.06.2003 Mit Kritiken zu W. E. B. DuBois: "Die Seelen der Schwarzen - The Souls of Black Folk" in der FR, Cees Nooteboom: "Philip und die anderen" in der FAZ, Moshe Zuckermann: "Zweierlei Israel" in der FR, : "Getäuscht, verkauft, missbraucht" in der FR und Alfred Kohler: "Ferdinand I." in der SZ.
Post aus New York
27.06.2003 In dem Film "Bruce Almighty" wird Gott von einem Schwarzen gespielt - ist das rassistisch?
Samstag, 28.06.2003
Heute in den Feuilletons
28.06.2003 In der taz unterzieht Emmanuel Todd die USA einer Psychoanalyse. Die NZZ fragt: Gibt es überhaupt indische Literatur? Die FAZ freut sich, dass jetzt auch in Texas Schwule legalen Sex haben dürfen. In der FR findet sich der Filmregisseur Paul Schrader originell. Die SZ fährt Rad mit den Windhunden der Tour de France.
Bücherschau des Tages
28.06.2003 Mit Kritiken zu Burkhard Spinnen: "Der schwarze Grat" in der TAZ, H. C. Artmann: "H.C. Artmann: Sämtliche Gedichte" in der SZ, Iris Hanika: "Das Loch im Brot" in der FR, Meera Nair: "Video" in der NZZ und Klaus Bednarz: "Östlich der Sonne" in der NZZ.
Montag, 30.06.2003
Heute in den Feuilletons
30.06.2003 Alle sind mehr oder weniger entsetzt über die schlechte Qualität der Texte bei den Klagenfurter Literaturtagen. Die SZ fand nur eine "Regelpoetik der Pathologie, ein Dogma der Negativität". Die FR vermisst das "große Ding". Die taz fand's "langweilig, öde, spannungslos". Aber lag's an den Autoren, die nur um die eigene Befindlichkeit kreisen, wie die FAZ meint, oder an den Juroren, die kein Händchen hatten, wie die NZZ fragt?
Magazinrundschau
30.06.2003 Im New Yorker erklärt Julian Barnes die unverschämte Kunst von Michel Houellebecq. Die Literaturnaja Gazeta erklärt, warum Ausländer die russische Seele nie verstehen werden, wenn sie Dostojewski lesen. Atlantic Monthly porträtiert Alberto R. Gonzales, den Mann, der George W. Bush 150 Todesurteile hat unterschreiben lassen. L'Espresso präsentiert zwei unbekannte Erzählungen von Virginia Woolf. TLS bewundert Sidney Blumenthals Buch über die Clinton-Kriege. Der Economist erklärt, warum seine Texte so kurz sind. Im Nouvel Obs ruft Alain Touraine die finale Krise der Zivilgesellschaft aus.
Bücherschau des Tages
30.06.2003 Mit Kritiken zu Joyce Carol Oates: "Hudson River" in der SZ, Michael Mitterauer: "Warum Europa?" in der FAZ, Jörg Matheis: "Mono" in der FAZ, : "Heidegger-Handbuch" in der FAZ und Aloys Winterling: "Caligula" in der SZ.
Vorgeblättert
30.06.2003 "Rauchen ist eine Lust, vor allem dann, wenn du zu rauchen verstehst. Was du machst, ist ein Laster und ordinär. Deswegen wirst du ausfällig und ärgerst dich schwarz. Hör zu, Mario: Dies ist ein Fall wie jeder andere, und du wirst ihn lösen." Typisch Chef! Teniente Mario Conde hat noch einen furchtbaren Kater von der Silvesterfeier. Doch er soll ein verschwundenes hohes Tier aus der kubanischen Nomenklatura suchen ... Wir bringen einen Vorabdruck aus Leonardo Paduras neuem Krimi "Ein perfektes Leben".