Montag, 02.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
02.09.2019 Verzagte Reaktionen auf die Wahlen in Brandenburg und Sachsen: Wie kriegt man es hin, links zu sein und nicht überheblich zu wirken, fragt die FR. Immerhin hat die drohende AfD dazu geführt, dass sich die etablierten Parteien wieder den Bürgern zuwenden, meint die NZZ. Die Ostdeutschen sind die Opfer der Westdeutschen, sagt Naika Foroutan laut Deutschlandfunk. Die klassischen Medienindustrien, die bei der EU-Urheberrechtsreform ihre Forderungen durchsetzen konnten, möchten ihre Erfolge jetzt durch eine Anzeigenkampagne gegen die "Digitalmonopolisten" konsolidieren, berichtet Netzpolitik.
Efeu - Die Kulturrundschau
02.09.2019 In Venedig jubeln die Filmkritiker über Joaquin Phoenix als "Joker", der bei ihnen geradezu "Taxi-Driver"-Stimmung aufkommen ließ. Artechock fragt sich allerdings, ob in diesem Film nicht der Bürger ausgeschaltet wird. In der Welt lernt Manuel Brug, dass man dicke Frauen auf der Bühne ausstellen darf, aber nicht über sie schreiben. Die Nachtkritik erlebt am Deutschen Theater Politikverdruss erster Güte: Wie Heiner Müller, nur kürzer. Und die FAZ erinnert daran, wie Claude Monet vor 150 Jahren mit breiten Pinselstrich die Konventionen der schönen Malerei hinwegwischte.
Medienticker
02.09.2019 Wahlprogramme unverständlich: Marcel Beyer, Clemens Meyer & Jo Fabian über die Landtagswahlen - Poetisierung der Welt: Zeitgenössische Dichter & die Romantik - Verwerterlobby: Medienkampagne gegen Digitalkonzerne - Version 2019: Weil der Verlag sich ändern muss erklärt Thomas Knüwer - Nur tote Soldaten zählen: Berichterstattung über Afghanistan+ Helfen Talkshows bei der politischen Meinungsbildung oder verstärken sie nur Vorurteile?
Bücherschau des Tages
02.09.2019 Spritzig, witzig und tragisch zugleich findet der DlfKultur Alain Mabanckous Kongo-Roman "Petit Piment". Vergnügt folgt die SZ auch dem kindlichen Erzähler in Carmen Buttjers Roman "Levi" durchs prekäre Berlin. Die FR mag die leise Zärtlichkeit, mit der Joachim Scherf seinen Roman "Wir waren eine gute Erfindung" erzählt. Und die FAZ ist verliebt: In Tawni O'Dells Polizeichefin Dove Carnahan, die den Rednecks von Buchanan ein paar Umgangsformen beizubringen versucht.
Dienstag, 03.09.2019
Magazinrundschau
03.09.2019 In der New Republic hält Evgeny Morozov seinen Literaturagenten John Brockman eine Mail unter die Nase, in der Brockman ihn mit den schönen jungen Frauen in Jeffey Epsteins Umfeld für dessen Netzwerk anzuwerben scheint. Im Spectator erklärt Ivan Rogers, warum ein No-deal-Brexit kein Abschluss, sondern ein Anfang ist. Im New Yorker überlegt Sterling Ruby, wie man als Künstler eine Jeans bepreist. Der Merkur prescht durch vierzig Jahre DDR-Literatur. In Elet es Irodalom rühmt der siebenbürgische Dichter Imre József Balázs die rumänische Avantgarde-Literatur. Und in der New York Times warnt Neil Young: Gestreamte Musik macht uns krank.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.09.2019 Die AfD eine "bürgerliche" Partei? Eine Partei, deren Äußerungen an eine vollgeschmierte Klowand erinnern, wird dieses Prädikat kaum für sich beanspruchen können, meint Gustav Seibt in der SZ. In der FAZ rät Ines Geipel, die rechtsextreme Gesinnung vieler AfD-Wähler wirklich ernst zu nehmen. Der Guardian versucht, sich die Folgen eine No-Deal-Brexit auszumalen. Und die irische Journalistin Caelainn Hogan erzählt im Guardian, wie der No-Deal-Brexit von Irland aus gesehen wird.
Efeu - Die Kulturrundschau
03.09.2019 Die SZ erzählt, wie Japans Wutbürger das Stück "Aus Mangel an Meinungsfreiheit" aufführen. Die NZZ findet beim Zürcher Theaterspektakel die Avantgarde am Strand und in der Fußgängerzone. SZ und FAZ berichten vom weichen Fall des französischen Schriftstellers Yann Moix, von dem hochgradig antisemitische Schriften aufgetaucht sind. In Venedig sahen die Kritiker Filme von Costa-Gavras und Steven Soderbergh. Und der Standard fürchtet, dass die Kunst bald nicht mehr die Norm attackiert, sondern die Normverletzung.
Medienticker
03.09.2019 China: Ein Volk wird gehackt - Gruner+Jahrs Umsatz-Strategie & Bezahlstrategie mit Stern plus: Lehren aus einem Jahr Paywall - Neues Spiegel-Beiboot: Lesezeichen hält beliebte Texte länger am Kiosk - Literaturzeitschriften: Salons, Versuchslabore, Dilettantenspielwiesen - Das sagt man nicht & rassistischer Konjunktiv - Absurd peinlich: Christlich REZOziale Union - Armin Nassehi über den Wahlsonntag + In memoriam: Joseph Roths Untergang der alten Welt.
Bücherschau des Tages
03.09.2019 Als Einführung in das ausnüchternde Denken liest die SZ Armin Nassehis Theorie der digitalen Gesellschaft. Der Dlf stößt mit Helmut Zander zum autoritären Astralleib der Anthoposophie vor. Der DlfKultur erinnert sich mit Miron Białoszewski an die Zerstörung Warschaus. Die FAZ verfällt dem philosophsichen Sog von Jérôme Ferraris Roman "Nach seinem Bilde". Die NZZ stolpert mit Richard Swartz durchs magische Prag der siebziger Jahre.
Mittwoch, 04.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
04.09.2019 Ein Abgeordneter, der sich umsetzt, und ein Rees-Mogg, der sich schlafen legt. Der gestrige Tag im britischen Unterhaus wird in Erinnerung bleiben. Ist Boris Johnson ein "Clownprinz"? Emma trägt einen Aspekt zu den Wahlen in Sachsen und Brandenburg bei: Hätten nur Männer gewählt, wäre die AfD die stärkste Partei. In der FR graut es dem israelischen Schriftsteller Sami Berdugo vor der sanften Diktatur des Populismus.
Efeu - Die Kulturrundschau
04.09.2019 In der taz setzt Milo Rau eine Revolte der Würde auf den Spielplan für Süditalien. Die New York Times lässt sich im New Museum von Mika Rottenbergs das eigene Energiefeld verändern. In der FAZ verteidigt Michael Haefliger die Schleifung des Lucerne Festivals. Tagesspiegel und Presse sitzen gähnend im zweiten Teil von Stephen Kings "Es"-Verfilmung. Geschickte Kitsch-Tarnung oder vorgetäuschter Tiefgang? Freitag und SZ schwanken zu Wandas Album "Ciao".
Medienticker
04.09.2019 Magazine am Kiosk: Spiegel & Focus punkten - Verlage haben die Kontrolle verloren, wer da wie wen trackt, meint Markus Beckedahl - Geleakte Lobbystrategie: VG Media fühlt sich missverstanden - Für Ian McEwan ist Merkel eine "Heldin der offenen Gesellschaft" - Affäre Yann Moix: Provokation ist Teil des französischen Literaturbetriebs - Große Namen auf Booker-Preis-Shortlist.+ Das AfD-Kampffeld Kultur.
Bücherschau des Tages
04.09.2019 Viele Kinderbücher heute: Die FR lernt, wie schön ist es, anders zu sein, zum Beispiel mit der langhalsigen Giraffe Roberta und der kurzhalsigen Schildkröte Henry. Dlf Kultur flieht mit dem jungen Hope von Somalia nach Kanada. Die NZZ vertieft sich in naturwissenschaftliche Jugendbücher. Außerdem: Der Dlf vertieft sich in Odysseas Elytis' Essays zur Kultur und Lyrik und feiert mit Alexander Häusssers Roman "Noch alle Zeit" einen kostbaren Findling.
Donnerstag, 05.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
05.09.2019 Das britische Unterhaus mag die"Mutter aller Parlamente" sein, aber die jüngsten Brexit-Ereignisse zeigen eher den feudalen Kern der britischen Demokratie, schreibt Fintan O'Toole in der Irish Times. Deutsche Kolumnisten bewundern Jacob Rees-Moggs Schläfchen auf der Abgeordnetenbank. Auch die Wahlen in Sachsen und Brandenburg beschäftigen die Medien noch: Götz Aly erklärt in der Berliner Zeitung, warum er die AfD eine "national-soziale Partei" nennt. Und die Zeit gibt dem Streit ein Ressort.
Efeu - Die Kulturrundschau
05.09.2019 Der Tagesspiegel würdigt die biblischen Dimensionen der Maradona-Doku von Asif Kapadia. Die FAZ schlendert durch Ulrike Ottingers Ausstellung "Paris Calligrammes" - eine Hommage an die deutsche Buchhandlung "Calligrammes" in der Pariser Rue du Dragon. Die Welt nennt sechs gute Gründe, warum Rembrandt immer noch absolut modern ist. In der NZZ versichert der Manager Simon M. Ingold: Die Kunst mag im Zeitalter der Digitalisierung an Bedeutung verloren haben, mit der Automatisierung wird sie sie zurückgewinnen. Die Mode- und Fotografenwelt trauert um Peter Lindbergh.
Medienticker
05.09.2019 Klimawandel: Die NZZ gegen die Wissenschaft - Madsack startet nationales Nachrichtenportal - Paywalls im Lokalen: Wer lesen will, muss zahlen & Deutsche Nutzer nur wenig bereit für Journalismus zu zahlen - Kinder & Mediensucht: Soziale Medien rauben Kindern die Spielzeit - Der Diskurs im Land ist unglaublich vergiftet & ein Leben ohne Filterblase.
Bücherschau des Tages
05.09.2019 Die SZ begleitet János Térey gern bei seinen "Budapester Überschreitungen": Eiskalt, genau und unversöhnlich seien diese Geschichten aus der Großstadt. Für die Zeit ist es noch komplizierter: Auf sieben Zeitebenen folgt sie Nora Bossong in die "Schutzzone", aber es lohnt sich, denn der Roman ist hochaktuell. Dlf Kultur empfiehlt Petina Gappahs Roman "Aus der Dunkelheit strahlendes Licht" als vielstimmiges Selbstgespräch Afrikas.
Freitag, 06.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
06.09.2019 Der Guardian resümiert eine Wahlkampfrede Boris Johnsons für eine Wahl, die er auf keinen Fall wollte, und zwar am 15. Oktober. Die SZ bilanziert unterdessen die Schäden, die Taifun Boris an den britischen Institutionen anrichtete. In der Welt erklärt Alexander Gauland, warum es unbürgerlich wäre, nach der Nazi-Vergagenheit einiger Parteigenossen zu fragen. Und Hubertus Knabe protestiert in der NZZ gegen die Abwicklung der Stasi-Unterlagen-Behörde.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.09.2019 Die FR erliegt in Venedig der Liebe des chinesischen Regisseurs Yonfan für den französischen Schwarzweißfilm. Die NZZ fragt sich, ob Antisemitismus im Literaturbetrieb nur noch verkaufsförderndes Spektaktel ist. Die SZ skizziert die Probleme bei Bewahrung postmoderner Architektur, die der Denkmalschutz selbst schuf. Die FAZ schwärmt von 13 DDR-Malern. Der Standard feiert die Malerin Maria Lassnig. Zeit online hört die Musik eines Untoten.
Medienticker
06.09.2019 Aktuallisiert: AGOF-Top-100 der redaktionellen Marken & Marktlücken im Regionalen - United Kiosk startet digitale Presse-Flatrate - Repressalien: Moskau schikaniert Deutsche Welle & Der öffentliche Auftrag des Kulturradios - Facebook bietet Verlagen bezahlte Video-Partnerschaften an - Diversität in Redaktionen - Jazz-Entdeckung: Miles Davis' "Rubberband" - Mythos Suhrkamp u. a. in den TV+Hörtipps fürs Wochenende.
Bücherschau des Tages
06.09.2019 Die FR empfiehlt zwei Bücher zur lange verdrängten Geschichte der Vertreibung der Juden aus der arabischen Welt: George Benssoussans "Die Juden der arabischen Welt" und Nathan Weinstocks "Der zerrissene Faden". Die FR durchliebt und -leidet das letzte Kriegsjahr mit Norbert Scheuers Helden, einem Bienenzüchter, Frauenheld und Judenretter in der Eifel. Der Dlf liest in einem Band des mexikanischen Autors Juan Pablo Villabos von den Träumen junger Flüchtlinge aus Lateinamerika, die in amerikanischen Gefängnissen landeten.
Samstag, 07.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
07.09.2019 Der Rechtspopulismus geht unter. Dafür hat #MeToo wieder Konjunktur. Politico.eu konstatiert mit Interesse, dass die Rechtspopulisten in Frankreich, Italien, Britannien und Polen in der Bredouille sind. In der taz zeichnet Cornelia Koppetsch das Psychogramm der AfD-Wähler und ihrer auch nicht so sympathischen Widersacher, der "Kosmopoliten". Und #MeToo ist plötzlich wieder überall Thema, etwa in Frankreich, wo sich Tariq Ramadan laut FAZ zum "Dreyfus der Islamophobie" stilisiert und in den USA mit Weiterungen der Epstein-Affäre, vorgetragen von Ronan Farrow im New Yorker.
Efeu - Die Kulturrundschau
07.09.2019 Ein Triptychon des Schmerzes sah und hörte die nachtkritik bei der Ruhrtriennale in Kornél Mundruczós "Evolution". Im Tagesspiegel denkt Frank Castorf über die Schönheit des Katholizismus nach. Die Welt erkennt am Fall des Yann Moix, das der uralte Dreyfus-Antisemitismus in Frankreich nie ganz überwunden wurde. Der Tagesspiegel besucht eine Ausstellung chinesischer Medienkunst. Die taz begibt sich mit dem neuen Album von Devendra Banhart in den Tanzbereich zwischen René Magritte und Groucho Marx.
Bücherschau des Tages
07.09.2019 Sibylle Lewitscharoff, Nora Bossong, Terezia Mora: Den deutschen Literatinnen geht es gut. Und vor allem: Sie schreiben gute Bücher. Besonders entzückt sind die Kritiker von dlf Kultur und der NZZ von den Lewitscharoffs Deambulationen eines Gespenstes, das in "Von oben" letzte Fragen stellt und auch noch zu boshaften Beobachtungen neigt. Der Deutschlandfunk empfiehlt Richard Wrights Roman "Sohn dieses Landes".
Montag, 09.09.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
09.09.2019 Auf ein geteiltes Echo stößt das neue Bauhaus-Museum bei den Kritikern: Die FAZ moniert die steife Vorhangfassade, die SZ freut sich über die grandiose Einladung an die Stadt. Konsterniert reagieren die Kritiker auf den Goldenen Löwen für Todd Phillips' düstere Comichelden-Verfilmung "Joker" in Venedig. In der NZZ attackiert Thomas Schütte die Museen zu riesigen Krematorien, die mit seiner Kunst befeuert würden. Und die Nachtkritik jubelt über Karin Beiers Inszeneirung von Schostakowitschs "Nase" in Hamburg.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.09.2019 Politico.eu zählt sechs Ereignisse auf, die Irlands Misstrauen gegenüber England historisch begründen, einer ist der "Act of Union" aus dem Jahr 1801. Der Triester Philosoph Damiano Cantone staunt in der NZZ über den parteilosen Politiker Giuseppe Conte, der es schaffte, die Fünf Sterne in eine Koalition mit gemäßigten Demokraten zu bringen. Bei Medium und im Guardian diskutieren Lawrence Lessig und Evgeny Morozov über das Media Lab des MIT, das Spenden des pädophilen Milliardärs Jeffrey Epstein annahm.
Medienticker
09.09.2019 Digitalisierung des Buchmarktes: "Alexa, lies mir Hölderlins 'Hyperion' vor!" & Wenn KI Geschichten erzählt - Zensur in Brasilien: Rios Bürgermeister geht gegen LGBT-Bücher vor - Ausbeuterisches Geschäftsmodell der großen Wissenschaftsverlage - Schüler & Weltliteratur: "Vong der Niceigkeit nicht so goil" - Paul Nizon im Gespräch + "Name, Waffe, Stern": Das schönste Buch der Stiftung Buchkunst.
Bücherschau des Tages
09.09.2019 Elegant, klug komponiert und von existenziellem Ernst findet die taz den Roman "Lügenleben" des israelisch-arabischen Autor Sayed Kashua. FR, SZ und DlfKultur freuen sich über die Fortsetzung von Terézia Moras ironisch-schnippischer Darius-Kopp-Saga "Auf dem Seil". Die SZ wünscht sich auch ein Musical zu Bodo Hechelhammers Biografie des gewissenlosen Doppel- und Dreifachspions Heinz Felfe. Der Dlf liest Briefe von Bettine von Arnim.
Dienstag, 10.09.2019
Magazinrundschau
10.09.2019 In der NYRB zeigt J.M. Coetzee wenig Sympathie für die effiziente, aber inhumane Flüchtlingspolitik Australiens. In Magyar Narancs erinnert sich Bela Tarr an keinen einzigen Namen der 30 ungarischen Kulturminister seit 1978, der Name Peter Esterhazy aber bleibt. In La vie des idees prägt der Soziologe Rémi Lefebvre den Begriff der "désintermédiation". Osteuropa weiß, warum die Kultur des postsowjetischen Underground wieder angesagt ist. Die LRB lernt von Berthe Morisot, wie kindisch der Kampf zwischen Farbe und Linie ist.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.09.2019 "Scenes of Anger and Chaos" haben sich gestern Nacht im britischen Unterhaus abgespielt, und einige Labour-Abgeordnete sangen nicht "Oh Tannenbaum". Dies alles ist im Video dokumentiert. Timothy Garton Ash legt im Guardian dar, wie die Briten am Ende doch noch die Demokratie retten und ein leuchtendes Beispiel abgeben können. In der NZZ versucht Ines Geipel zu fassen, was in den Neuen Ländern los ist: "Die Zahlen sind bestens, aber die Stimmung ist obermies." In Zeit online protestiert Theologin Doris Reisinger scharf gegen das Frauenbild der Katholischen Kirche.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.09.2019 Die SZ fragt, warum die simbabwische Schriftstellerin und Präsidentenberaterin Petina Gappah das Berliner Literaturfestival eröffnet. Der Guardian taucht in das moralische Universum des Malers William Blake. Standard und Artechock kauen noch am Silbernen Löwe für Roman Polanskis "J'accuse". taz und Tagesspiegel ärgern sich, dass Frank Castorfs Provokationen in der Deutschen Oper tatsächlich aufgehen.
Medienticker
10.09.2019 Kartellrecht - Anti-trust me: Mehrere US-Staaten ermitteln gegen Google & Facebook - Pressefreiheit in China: Große Halle, kleiner Mut - Game of Phones: Es wird nicht mehr gelesen, auch nicht auf dem Smartphone - Gottfried Kellers langer Schatten: Thomas Hürlimann & Adolf Muschg + Komik. Eine Zweigstelle der Philosophie: Alexander Kluge & Helge Schneider.
Bücherschau des Tages
10.09.2019 Die SZ verfolgt gebannt, wie Ernst-Wilhelm Händler in seinem ambitionierten Roman aus der Hochfinanz das Geld sprechen lässt. Gut gefällt ihr auch Michael Jeismanns Weltgeschichte interkultureller Paarbeziehungen. Die NZZ preist Tommy Oranges wütend-klarsichtigen Roman "Dort, dort" über das Leben indianischer Amerikaner in Oakland. Die FR lässt sich von Luz erzählen, wer Charlie war und wer es heute ist. Und die FAZ lässt sich Sibylle Lewitscharoffs neuen Roman "Von oben" als geistigen Gurkensalat schmecken.
Mittwoch, 11.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
11.09.2019 "Wir Hongkonger tragen diesen schweren Kampf nicht nur für uns selber aus." Die Welt publiziert eine Rede des Hongkonger Aktivisten Joshua Wong. Die FAZ beschreibt, wie direkte Demokratie das ganze Gefüge der britischen Institutionen erschütterte. In Le Monde protestieren die Redakteure gegen Oligarchen, die sich nach Gutdünken Anteile an der Zeitung zuschieben. Adrian Lobe prangert in der SZ ein System totaler Transparenz an: das Dorf.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.09.2019 Die Kritiker trauern um den Schweizer Fotografen Robert Frank, der den Amerikaner ein neues Bild von sich gab. Der Guardian besichtigt Sozialwohnungen in New York, die demnächst 3.600 Dollar Miete im Monat kosten werden. Die FAZ möchte Nike Wagner lieber nicht im Mondschein begegnen. Und trotz #MeToo würde ZeitOnline die Antike nicht abschaffen.
Medienticker
11.09.2019 Nach Online-Angriff: Wikipedia erhält Millionenspende für IT-Sicherheit - Vorverurteilende Bild: "Staatsbürgerliche Pflicht" (sic!) - Floskel des Monats: Gute-Laune-Gesetze - Latein: Metamorphosen der sexuellen Gewalt - Eike Hirsch über die Einfälle des neuen Deutsch: Ist das Deutsch oder kann das weg? + Gespräch mit Sam Byers über "Schönes neues England": So sähe es nach dem Brexit aus.
Bücherschau des Tages
11.09.2019 Die FAZ verliebt sich in Carmen Buttjers liebenswürdigen 11-jährigen Romanhelden Levi. Die FR verteidigt Karen Köhlers feministischen Roman "Miroloi" gegen seine männlichen Kritiker. Die NZZ erkundet in Slobodan Snajders Generationenroman "Die Reparatur der Welt" mit einer handvoll Donauschwaben, was ein Menschenleben ausmacht. Die taz lernt aus Michael Martens' Biografie Ivo Andrics die vielen Talente des bosnischen Literaturnobelpreisträgers kennen.
Donnerstag, 12.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
12.09.2019 Mit Furcht und Entsetzen blickt der Guardian-Kolumnist Paul Mason auf die Normalisierung des Chaos in der britischen Politik zurück. In Deutschland wird zu wenig gestraft, findet der Politologe Yascha Mounk in der Zeit. Hätte sich Deutschland 1989 eine Verfassung gegeben, wäre der Rechtsnationalismus in den Neuen Ländern heute nicht so stark, meint der Bürgerrechtler Werner Schulz in der Welt. Wissenschaftlicher Konsens kann kräftig danebenliegen, mahnen die Salonkolumnisten. In der FAZ warnen Heiko Heinisch und Nina Scholz vor dem "legalistischen" Islamismus.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.09.2019 Die FAZ bestaunt in Angoulême Castelbajacs Röcke für Snoopy und andere ikonische Outfits für Comicfiguren. In der taz erklärt Albert Serra, warum Nacktheit im Kino so viel agressiver ist als im Theater. In der Zeit erklärt Anselm Kiefer, warum man ihn nur mit Gewalt in einer Ausstellung mit Georg Baselitz, Gerhard Richter und Sigmar Polke zusammenbringt. Die SZ erklärt, warum das neue Berliner Museum des 20. Jahrhunderts schon vor Baubeginn drei mal so teuer ist wie geplant. Die Musikwelt trauert um Daniel Johnston und seine Dämonen.
Medienticker
12.09.2019 Aktualisiert: EuGH erklärt deutsches Leistungsschutzrecht für "nicht anwendbar" - Online-Audio-Monitor 2019: Podcasts & Hörbücher immer mehr, immer regelmäßiger - EU-Urheberrechts-Richtlinie: Stellungnahme des Börsenvereins zur Umsetzung - USA: Medien geben Amokschützen eine Bühne - 9/11 & Social Media: Einstiegsdroge für Verschwörungstheoretiker - 15 Jahre Netzpolitik.org: "Nicht immer gleich den Untergang der Demokratie verkünden" - Marginalisierung einer Sendung: Weltspiegel-Streit & ein Brief an die Intendanten im Wortlaut + Ernst Jünger: Idealer Dialog & reales Geschwätz.
Bücherschau des Tages
12.09.2019 Die Kritiker rümpfen ein wenig die Nase über das mediale Getöse um Margaret Atwoods neuen Roman "Die Zeuginnen", auch wenn sie selbst Teil davon sind. Dennoch hat sich die Zeit bestens unterhalten, während FAZ und Dlf Kultur vor allem beeindruckt sind von der Verarbeitung realer Ereignisse. Die NZZ lernt aus einem Buch des Immunologen Daniel M. Davis Neues über die Erfolge von Therapien mit körpereigener Abwehr. Die taz versinkt in "Dort dort", Tommy Oranges erbarmungslosen Roman über die Native Americans heute. Der Dlf empfiehlt Alain Mabanckous "Petit Piment" in den Kongo der Siebziger.
Freitag, 13.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
13.09.2019 Der Historiker Norbert Frei plädiert in der SZ für ein Museum des Zweiten Weltkriegs in Berlin. Die SPD-Politikerin Lale Akgün plädiert in dem Blog Watch-Salon für eine Trennung von Staat und Kirche in Deutschland. Wusste die Bundesregierung, dass das deutsche Leistungsschutzrecht vom EuGH kassiert werden würde?, fragen Netzpolitik und Berliner Morgenpost. Falls China Demokratieaktivisten in Deutschland attackiert, ist das Sache der Bundesländer, sagt die Bundesregierung laut SZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.09.2019 Die Welt gesteht ein, dass ein halbes Jahrhundert DDR-Kunst nie ganz verstanden werden wird. Rüdiger Suchsland ist in Artechock schockiert, dass sich der Chef der hessischen Filmförderung Hans Joachim Mendig mit dem AfDler Jörg Meuthen hat fotografieren lassen. Im Standard erklären Martin Kusej und drei Mitarbeiter, warum das Burgtheater künftig mehrsprachig (aber mit Obertiteln) ist. Die FAZ ist enttäuscht vom Auftritt der simbabwischen Schriftstellerin Petina Gappah beim Berliner Literaturfestival.
Medienticker
13.09.2019 Aktualisiert: György Konrád ist tot - Ende des Smartphone-Zeitalters - Abschaltung von Facebook-Fanpages verlangen - Presse-Snippets: Verlags-Verlustgeschäft - Türkei: Ex-Cumhuriyet-Journalisten aus der Haft entlassen & Rapper gegen Erdogan - Ian McEwan kündigt Brexit-Satire an - F. C. Delius im Gespräch - Humboldt-Hype zum Zweihundertsten - Jakob Augsteins empörte Republik u. a. in den TV-Hörfunk-Tipps.
Bücherschau des Tages
13.09.2019 Die FAZ empfiehlt drei neue Bücher zu Clara Schumann. Die SZ ist hin und weg von Alexander von Humboldts lebendiger Beschreibung exotischer Tiere. Außerdem bespricht sie einige Jugendbücher. Der Dlf schöpft aus Sandra Newmans dystopischem Roman "Ice Cream Star" Hoffnung für die Zukunft Amerikas.
Samstag, 14.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
14.09.2019 Der Ruf "Wir sind das Volk" ist in einer Diktatur subversiv und in der heutigen Demokratie, in der die AfD ihn für sich reklamiert, nur kollektivistisch, schreibt Richard Herzinger im Perlentaucher. Emma.de bringt einige neue Details über die Geschichte der Sahar Khodayari, die sich anzündete, weil sie nicht ins Gefängnis wollte. Ihr Verbrechen: Sie war ein Fußballfan und hatte in Teheran einem Spiel zusehen wollen. Die taz bringt neue Belege für die Nazi-Sympathien der Hohenzollern.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.09.2019 Die Welt erliegt mit Abel Gance dem Rausch der Bewegung. Die SZ sieht auf den Bildern Robert Franks, wieviele Jahrzehnte Europa von Amerika einst trennten. Der Freitag lernt von Videokünstler Klaus vom Bruch, was ironische Verschiebung bedeutet. Standard und Nachtkritik lassen sich in Ulrich Rasche Wiener "Bakchen"-Inszenierung sehr tapfer von Faschos anbrüllen. ZeitOnline fürchtet die Rückkehr der Bombast-Videos der neunziger Jahre. Und bisher gibt es nur Meldungen: György Konrad ist gestorben.
Bücherschau des Tages
14.09.2019 Die FAZ liest bei Ottmar Ette nach, wie Alexander von Humboldt den Eurozentrismus überwand und auch sonst sind die Rezensionen heute sehr kosmopolitisch: Die taz reist mit Valeria Luiselli den Flüchtlingen aus Mittelamerika entgegen. Stark findet sie auch, wie Geovani Martins vom Leben in den Favelas von Rio de Janeiro erzählt. Die Welt stürzt sich mit Nhung Dams Debütroman "Tasend Väter" in ein Meer aus Strudeln, Wellen und Untiefen. Und der Dlf folgt Tommy Wieringa in die abgehängte Provinz der Niederlande.
Montag, 16.09.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
16.09.2019 Die SZ kürt Pretty Yende und Benjamin Bernheim zum neuen Traumpaar der Oper. Die NZZ lernt von Luigi Nonos "Al gran sole carico d'amore" in Basel, dass Schönheit und Revolution durchaus zusammengehen. Der Tagesspiegel berichtet, dass Münchens Haus der Kunst diesmal Ai Weiwei nicht haben wollte. Auf ZeitOnline erzählt die Regisseurin Nora Fingscheidt, wie die Arbeiten an "Systemsprenger" ihr Weltbild verfinsterte. Und große Trauer herrscht über den Tod des Dissidenten György Konrad, der nie recht haben wollte, sondern verantwortlich handeln, wie Adolf Muschg in der FAZ schreibt.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.09.2019 In Südafrika gibt es drastische Ausschreitungen gegen Migranten, in Indien werden Lager für Muslime eingerichtet, die ihre Nationalität nachweisen sollen: Im Observer denkt Kenan Malik über die Universalität des Ausgrenzens nach. Die Kosten für das "Museum der Moderne" in Berlin sollen sich verdreifachen, Kann es sein, dass die Politik dies aus Rücksicht auf den Sammler Erich Marx hinnimmt, fragt die FAZ. Nein, die Rede Herbert Grönemeyers, die solche Erregung in den sozialen Netzen provoziert, ist nicht faschistisch, sondern antifaschistisch, insitiert Zeit online.
Medienticker
16.09.2019 Ist die Unabhängigkeit von Le Monde bedroht? - Edward Snowden im Hörfunk-Interview: "Was wäre die Gesellschaft ohne Whistleblower?" & über seine Autobiografie: Ein Aufklärer im besten Sinne - Presserat rügt Sensationsberichte - Svenja Flaßpöhler über Moral & Empfindlichkeit: Sind wir zu sensibel für die Demokratie? - Sprache & NS-Begriffe: Höcke bricht TV-Interview ab & droht - Spiegel-Betrugsfall: Der Stoff, der den Journalismus verändert hat + Nachrufe: Luigi Colani & Cars-Sänger Ric Ocasek sind tot.
Bücherschau des Tages
16.09.2019 Die taz liest Comics über die Ikonen der modernen Architektur. Die FAZ lässt sich von Lucas Vogelsang und Joachim Krol Wendegeschichten erzählen. Von Heinz Strunk würde sie gern wissen, worüber sie eigentlich mit ihm lacht. Der Dlf erlebt noch noch einmal die heitere Sinnlichkeit des Sommers mit Peter Kurzecks Frankreichbuch "Der vorige Sommer und der Sommer davor". Die SZ erinnert sich mit Georges Bensoussan die Geschichte der Juden in der arabischen Welt.
Dienstag, 17.09.2019
Magazinrundschau
17.09.2019 Vanity Fair porträtiert den pakistanischen Premier Imran Khan. The Atlantic fragt, was die äthiopische Bundeslade im British Museum zu suchen hat. Im Merkur setzt sich Eva Geulen dem kosmischen Grauen H.P. Lovecrafts aus. Die Washington Post schwärmt für Rieslinge mit Umlaut. Der Guardian sucht ein Kopftuch in türkischen Fernsehserien. Der New Yorker kann sich nicht entscheiden, ob Edward Snowden ein Verräter oder ein Whistleblower ist.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.09.2019 Zwei Tage danach wird das ZDF-Interview mit Björn Höcke, das dieser abbrach, eher zwiespältig diskutiert. Die taz sieht darin zwar Journalismus fürs Lehrbuch - bezweifelt aber, dass es der AfD schadet. Spiegel online sieht den vom Interviewer riskierten Crash eher als sterile Inszenierung. Grundsätzlicher analysiert die FAZ die Auswirkung der AfD auf die übrigen Parteien. Le Monde schildert den Fall der marokkanischen Journalistin Hajar Raissouni, der wegen "Unzucht" und einer angeblichen Abtreibung Gefängnis droht.
Efeu - Die Kulturrundschau
17.09.2019 In der taz kommt Milo Rau der Attraktivität faschistischer Rhetorik in Italien auf die Spur. Exzellentes Komödienhandwerk bescheinigt die FAZ Taika Wahitis in Toronto gezeigter Nazi-Burleske "Jojo Rabbit". Die SZ bewundert im Lenbachhaus Senga Nengudis empörend abstrakte Kunst. Die NZZ gibt sich in Zürich eine volle Dröhnung Theater. Und im Tagesspiegel spricht Chimamanda Adichie über Wut.
Medienticker
17.09.2019 Aktualisiert: DuMont verkauft Berliner Verlag - Shortlists des Deutschen & Schweizer Buchpreises - Von einem Ende der gedruckten Ausgaben könne keine Rede sein, bekräftigt Mathias Döpfner nach dem KKR-Springer-Einstieg; er wolle aber Stellen abbauen & die Welt erhalten - Norwegen: Zeitungskonzern Amedia wächst - AfD will mit der Jüdischen Allgemeinen sprechen, die will aber nicht + In memoriam Karl Popper, der heute vor 25 Jahren starb
Bücherschau des Tages
17.09.2019 Als hätten sie es geahnt, besprechen die Feuilletons heute die letzten Romane der Shortlist für den Buchpreis: Die SZ feiert Jackie Thomaes Roman "Brüder", der von zwei schwarzen Halbbrüdern in Berlin und Leipzig erzählt. Die FAZ preist Tonio Schachingers Roman "Nicht wie ihr" an, der den Eskapaden eines Profifußballers durch Wien folgt. Die NZZ lobt R.O. Kwons zartes Debüt "Die Brandstifter". Und der Dlf bewundert Edward Snowdens Mut und freut sich über die Wiederentdeckung von Romain Garys Roman "Die Jagd nach dem Blau".
Mittwoch, 18.09.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
18.09.2019 Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis teilt die Kritik: Der DlfKultur sieht in der Auswahl den großen Generationenwechsel vollzogen, der Tagesspiegel zwanghafte Originalität. Die Kosten für das geplante Museum der Moderne schnellen in die Höhe. Der Tagesspiegel vermisst auch nach der Erklärung der Kulturpolitik eine - Erklärung. Die SZ findet immerhin, dass der Renommierbau Struktur auf den Friedhof der Solitäre bringt. Die Welt berichtet von den Intrigen in Salzburg um Christian Thielemann und die Osterfestspiele.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.09.2019 Der Streit um die Potsdamer Garnisonkirche ist keineswegs abgeschlossen. Nun hat der Bürgermeister das Glockenspiel abgestellt, berichtet die taz. Der Dumont-Verlag hat den Berliner Verlag an ein Berliner Millionärsehepaar verkauft - die Zeitungen kommentieren eher wohlwollend. Statt über den Datenkapitalismus und den Überwachungsstaat zu schimpfen, könnte man doch mal über die Erfolge des Datensammelns nachdenken, fordert die NZZ. Und muss man für den Klimaschutz die Eigentumsfrage stellen, fragt Daniele Dell'Agli im Perlentaucher.
Medienticker
18.09.2019 Aktualisiert: Buchcharts der Woche - US-Regierung verklagt Snowden & will sein Buchhonorare kassieren - Smarte Gadgets: Gefangene der Daten, die wir selber schaffen & merken es nicht einmal - Juan Moreno zum Fall Relotius: "In der Dimension einmalig" - Herbert Grönemeyer: Bis wie viel Dezibel ist Antifaschismus erlaubt? + Öffentlich-rechtliche Archive: Der mühsame Weg, das Rundfunk-Gedächtnis zugänglich zu machen.
Bücherschau des Tages
18.09.2019 Die FAZ findet in Edward Snowdens Autobiografie einen spannenden Daten-Krimi und mit Vivian Gornicks "Ich und meine Mutter" einen Klassiker des Feminismus. Die NZZ erhält in Albertine Sarrazins letztem Roman bestürzende Einblicke in "katholischen Kokolores". Die SZ wird umgehauen von Reinhard Kleists Comic über den schwarzen, schwulen Boxer Emile Griffith. Und der Dlf führt mit Erik Fosnes Hansen ein "Hummerleben" im Norwegen der Achtziger.
Donnerstag, 19.09.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
19.09.2019 In der NZZ plädiert die Architektin Elli Mosayebi dafür, einen Sprung in die Zukunft zu wagen: mit neuen Energiequellen und neuer Architektur. Dass das Neue erst mal seltsam aussehen kann, lernt die NZZ derweil in einer Ausstellung über den Bauhauskünstler Johannes Itten. Die Zeit sieht in drei Ausstellungen, wie Maler, die noch kaum jemand kennt, auf die Digitalmoderne reagieren. Miriam Meckel denkt über die Zukunft der Literatur in Zeiten von Künstlicher Intelligenz nach. Die SZ porträtiert die Dokumentar-Theaterregisseurin Karen Breece. Die Filmkritiker starren in die lederne Maske Sylvester Stallones.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.09.2019 Das Klima ist erhitzt. All jenen, die dem Kapitalismus die Schuld an der Klimakrise geben, rät Hubertus Knabe in der NZZ, ein wenig Geschichte nachzuholen: Kein Regime verschmutzte effizienter als der Sozialismus. SZ-Autor Gustav Seibt warnt die Klimaaktivisten vor totaliären Anwandlungen. In der Berliner Zeitung stellen sich die neuen Eigner Silke und Holger Friedrich nun auch den Lesern vor und benennen ein paar Berliner Missstände. In der Zeit rät Kwame Anthony Appiah zu einem "leichten, spielerischen Umgang mit Identitäten".
Medienticker
19.09.2019 Publikumszeitschriften-Anzeigenstatistik: Gewinner & Verlierer - Sie lügen nicht! Wie Bild, Fox News & Co. Milliardären in die Tasche spielen - Miriam Meckel über einen Algorithmus, der die ganze Literaturgeschichte revolutioniert - Altherrenverein war gestern: Medien & Berichterstattung über den Nahen Osten - ARD+ ZDF: Linke Programme für ein linkes Publikum? Was die Reuters-Studie wirklich zeigt + Swinging Sixties: Glückwunsch! Dame Lesley "Twiggy" Lawson wird heute 70.
Bücherschau des Tages
19.09.2019 Die FAZ lauscht dem melancholischen Gesang der italienischen Lyrikerin Donata Berra. Die Zeit bewundert, wie Anthony McCarten am Beispiel der früheren Kardinäle Ratzinger und Bergoglio das Drama des modernen Katholizismus aufzeigt. Fasziniert folgt die SZ dem Briefwechsel zwischen Ernst Jünger und dem jüdischen Historiker Joseph Wulf. Und Dlf-Kultur staunt, wie aktuell Sherko Fatah vom Terrorismus der Siebziger erzählt.
Freitag, 20.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
20.09.2019 Heute ist der große Tag der Klima-Proteste. Die taz ist eine Klima-taz und fragt, warum die Deutschen, die doch Weltmeister des Diskurses sind, stets die Ziele verfehlen. In der Welt kritisiert Björn Lomborg, dass die Debatte um den Klimawandel viele andere wichtige Probleme der Welt verdränge. The Verge resümiert noch einmal die amerikanische Debatte um den Epstein-Skandal in wissenschaftlichen Institutionen. In der FAZ schildert Bülent Mumay die Zerstörung des Istanbuler Zentrums durch die türkische Religionsbehörde.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.09.2019 SZ und Standard entdecken in der Wiener Albertina begeistert den experimentellen Dürer. Die neue musikzeitung geht über ihre Schmerzgrenzen in Philip Venables' Oper "4.48 Psychosis". Die NZZ fühlt sich bei einem Theaterwochenende in Berlin sehr allein. Die Filmkritiker gähnen sich mit "Downton Abbey" durch Merry Old England.
Medienticker
20.09.2019 Aktualisiert: Politkurs von ARD+ZDF - Hass-Posts gegen Renate Künast: Zulässige Sachkritik (sic!), meint das Landgericht Berlin - Links von der Mitte: Politkurs von ARD+ZDF - Schriftsteller auf Kuba: Wo der Geheimdienst gern mithört - Volles Risiko aus Idealismus & mit Berliner Schnauze: Verlegerpaar Friedrich will Medienverdrossenheit auch mit Print bekämpfen - "Putin ist ein Schlächter!": Michail Schischkin geht auf die Barrikade - Mediengruppe RTL investiert in Daten, Analyse & Forschung - Gestern Klimastreik statt Medienkritik bei bildblog.de + Hörfunk+TV-Tipps fürs Wochenende.
Bücherschau des Tages
20.09.2019 Die NZZ kniet nieder vor der sprachlichen Brillanz in Sandra Newsmans Dystopie "Ice Cream Star" und empfiehlt die zweisprachige Lektüre. Die FAZ ist ganz berauscht, wenn sie in Sigmund Freuds Briefen an Martha Bernays von dessen Kokain-Experimenten liest. Die SZ findet das Leben selbst in Judith Kuckarts Roman "Kein Sturm, nur Wetter". Und Dlf-Kultur lässt sich am heutigen Tag des Klimastreiks von Jonathan Safran Foer doch noch für Klimaschutz begeistern.
Samstag, 21.09.2019
Efeu - Die Kulturrundschau
21.09.2019 Die FAZ lernt den französischen Zeichner Moebius im Max-Ernst-Museum in Brühl als Vordenker von "Stars Wars" kennen. Zeit Online erlebt "reinsten, besten" Beethoven kurz vor dem Wahnsinn bei Igor Levit in der Elbphilharmonie. In der Literarischen Welt schämt sich Mircea Cartarescu dafür, Schriftsteller zu sein. Der Filmdienst entdeckt einen neuen Klimakiller: Filmfestivals. Der eigentliche Künstler der Contemporary Istanbul ist Ekrem Imamoglu, glaubt der Tagesspiegel.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.09.2019 Nach den gestrigen Klimaprotesten fragt die SZ, ob hier eine Erweckungsbewegung apokalyptische Angstlust bediene. Tut sie, meint T.C. Boyle in der Welt und ruft Greta Thunberg fröhlich zu: Trag ein bisschen Angst in die Herzen der Menschen. NYR Daily blickt auf die ausbeuterische Ökonomie der Lieferdienste. SZ und NZZ beobachten den neuen Kampf der Berliner Landespolitik gegen den Kapitalismus. Und in der FAZ pocht Olga Martynova auf ihr Recht, von Negern, Zigeunern und Hottentotten zu sprechen.
Bücherschau des Tages
21.09.2019 Die FAZ entdeckt norwegische Literatur vom Allerfeinsten: Vor allem Tarjei Vesaas' Klassiker "Das Eis-Schloss" über das Verschwinden eines Mädchens hat es ihr angetan. Der Dlf-Kultur liest derweil William Melvin Kelleys Klassiker "Ein anderer Takt" über den Rassismus in den Südstaaten. Die taz empfiehlt Margaret Atwoods "Die Zeuginnen". Die SZ lernt die heilige Kraft des Sports kennen in Thomas Pletzingers Nowitzky-Porträt. Und die Literarische Welt reist mit Bruno Preisendörfer durch den Barock und lernt: Leibniz war der Urvater des Computers.
Montag, 23.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
23.09.2019 hpd.de resümiert die "Jenaer Erklärung" von Biologen und Genetikern: "Das Konzept der Rasse ist das Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung." Die Flüchtlingsfrage könnte sich bald wieder intensivieren, und Kroatien spielt dabei eine unrühmliche Rolle, warnt die taz. politico.eu fragt, warum Labour keine Position zum Brexit findet. Der Guardian kommt auf den Mord an dem tschetschenischen Regimegegner Zelimkhan Khangoshvili im Berliner Tiergarten zurück, der in Deutschland kein Asyl erhielt, obwohl man wusste, dass er bedroht war.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.09.2019 Die SZ feiert die Wiederentdeckung der norwegischen Webkünstlerin Hannah Ryggen, deren Teppich zum Abbessinienkrieg neben Picassos "Guernica" hätte hängen müssen. Der Standard sieht beim Steirischen Herbst, wie ein eiter Kulturbetrieb seinen Hedonismus in theoretische Weltläufigkeit ummünzt. Die Nachtkritik hält tapfer die Nazis in Ödön von Horvaths "Italienischer Nacht" aus. Die NZZ lauscht einem frischen Sibelius. Außerdem trauern die Feuilleton sum Günter Kunert, den großen Zweifler an der geraden Linie.
Medienticker
23.09.2019 Causa Künast: Das Urteil des Berliner Landgerichts liest sich wie eine Satire - Anzeigen: Heikle Verwirrspiele mit dem Publikum - Offener Brief an den Bundesrat: Warum wir gemeinnützigen Journalismus brauchen, erklärt Markus Beckedahl - Komplexe Wahrheiten: Die Homogenisierung der Klima-Berichterstattung ist ein Problem + "Ich habe immer seinen Witz bewundert". Friedrich Christian Delius zum Tod von Günter Kunert.
Bücherschau des Tages
23.09.2019 Die FR lerntvon Darren McGarvey, was schief läuft in der Sozialpolitik: Die Armen und Abgehängten dürfen die Probleme haben, aber nie die Lösung. Die SZ sieht mit Heike Buchter in den USA ein neues Ölzeitalter aufziehen. Die FAZ bespricht Kinderbücher, darunter Elizabeth Acevedos ungestüme Geschichte "Poet X" und die Jubiläumsausgabe von Michel Endes "Unendlicher Geschichte". Der Dlf kämpft mit Chen Jianghongs "Sohn des Himmels" gegen den Jade-Kaiser.
Dienstag, 24.09.2019
Magazinrundschau
24.09.2019 Die New York Review of Books verfolgt die Minutenjustiz in Trumps Abschiebungsgerichten. Das New York Magazine beobachtet die Entfremdung zwischen Demokraten und Silicon Valley. Der Guardian erklärt, warum Wahrheit zwar nie rein ist, aber trotzdem existiert. In Elet es Irodalom erinnert sich Ivan Szelenyi an Györgi Konrad, mit dem er "Die Intelligenz auf dem Weg zur Klassenmacht" schrieb. Das Times Literary Supplement porträtiert die Mutter aller charismatischen Provokateurinnen. Wired macht uns Hoffnung aufs Überleben.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.09.2019 Sollen wir den Kapitalismus abschaffen? Die Gelehrten sind uneins: Es gibt keine Demokratie ohne Kapitalismus, schreibt Jürgen Kocka im Tagesspiegel. Die Philosophin Eva von Redecker sucht in der FR dagegen den "Ausgang aus der sachlichen und der Sachherrschaft". Le Monde publiziert einen Aufruf von 470 MarokkanerInnen, die ein Recht auf ihren Körper und ihr eigenes Leben fordern. Aber Trump ist laut Guardian dagegen. In der Welt protestiert Hubertus Knabe gegen die Auflösung der Stasi-Unterlagen-Behörde.
Efeu - Die Kulturrundschau
24.09.2019 Die linke Prominenz der britischen Literatur springt Kamila Shamsie zur Seite, die das Recht auf Boykott für sich geltend macht, aber nicht unbedingt für die Stadt Dortmund. Die SZ verteidigt die Paulskirche gegen die Verfechter der Rekonstruktion. Die taz lernt im Ballhaus Naunystraße, über die Schwerkraft des Rassismus hinauszuwachsen. Die NZZ beklagt die Gängelung der kubanischen Filmszene.
Medienticker
24.09.2019 Aktualisiert: Höchstes Gericht beendet britische Parlaments-Zwangspause - Pressefreiheit oder Zeitungen, die nie ankommen - Political Clickbait: Der Rechtsruck der NZZ - Nelly-Sachs-Preises: Offener Brief unterstützt Kamila Shamsie - Audiomitschnitte: Google bittet um Entschuldigung & will weitermachen - "Ungerechtfertigte Stigmatisierung": Datenschützer über Seehofer-Vorstoß + Der Kumpel von nebenan: Bruce Springsteen zum 70.
Bücherschau des Tages
24.09.2019 Der Dlf lernt von Margit Reiters "Die Ehemaligen", wie die FPÖ zum Sammelbecken von Altnazis und NS-Funktionären wurde. Mit Gilles Kepels "Chaos" rekapituliert er mehr als vierzig Jahre im Nahost-Geschichte. Die SZ lernt vom Foundational Economy Collektive, wie eine moralische Fundamentalökonomie aussehen könnte. Die FAZ beobachtet mit Andrea Röpke und Andreas Speit rechte Ökos. Sehr empfehlen kann sie zudem Antje Vollmers und Hans-Eckardt Wenzels Biografie des DDR-Filmemachers Konrad Wolf.
Mittwoch, 25.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
25.09.2019 Und dann kam der Schlag in die Magengrube in Form eines von der Richterin Lady Hale sachlich vorgelesenen Urteils: "Null und nichtig" sei die Aussetzung des britischen Parlaments. "Es war völlig angemessen, dass Hale so ruhig und wohlwollend war, als sie das Urteil verlas. So soll die britische Verfassung funktionieren", und nur darum kann sie ungeschrieben sein, schreibt Ian Dunt in politcs.co.uk. Die britische Verfassung hat sich durch das Urteil verändert, ergänzt der Guardian. Google muss nach einem Urteil des europäischen Gerichtshofs nun entscheiden, wer wo vergessen werden darf. In der FR möchte Otfried Höffe das Amzonasgebiet den Naturvölkern überlassen.
Efeu - Die Kulturrundschau
25.09.2019 Der Tagesspiegel spricht mit Regisseur François Ozon über sein Drama "Gelobt sei Gott", Missbrauch in der katholischen Kirche und die Empfindsamkeit von Männern. Die Welt steht rätselnd vor einer mathematischen Kurvendiskussion, die Bjarke Ingels in die norwegische Fjordlandschaft baute. Die FAZ deutet auf die argumentative Not der Unterstützer von Kamila Shamsie. Die NMZ beklagt die Entwertung der Musikerfahrung durchs Streaming. Und die SZ trifft den Rapper Bobi Wine, der Präsident von Uganda werden will.
Medienticker
25.09.2019 Aktualisiert: Best+Bestseller-Listen - EuGH-Urteil zur Linklöschung: "Recht auf Vergessenwerden" gilt nicht weltweit - Silke & Holger kaufen sich eine Zeitung - Provokant gefragt: Recherchebüro "Addendum" - Newsrooms: Notwendig oder nicht? - "Lieblingsbuch der Unabhängigen": Fünf Titel in der Finalrunde:-Den Wilhelm-Raabe-Preis 2019 erhält Morbert Scheuer - Doppelter Literaturnobelpreis: Ein erstklassiger Preis zweiter Klasse & Der Alternative Nobelpreis geht an Greta Thunberg ...
Bücherschau des Tages
25.09.2019 Die FAZ lauscht dem vielstimmigen Gesang des Löwenchors in György Dragomans Novellen. Außerdem freut sie sich über eine Neuausgabe mit allen 476 Folgen von George Herrimans "Krazy Kat". Die NZZ lässt sich von Robertson Davies' Roman "Der Fünfte im Spiel" zu pietistischer Selbsterforschung anregen. Die SZ amüsiert sich prächtig mit Christopher Isherwoods Roman "Die Welt am Abend" von 1954. Dlf-Kultur sucht mit Filip Springer das untergegangene Bergbaustädtchen Kupferberg.
Donnerstag, 26.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
26.09.2019 Das Brexit-Drama geht weiter. In FAZ und SZ analysieren die Verfassungshistoriker Florian Meinel und Christoph Möllers das Chaos, in das die britischen Institutionen gestürzt sind. In der NZZ erklärt die Sinologin Kristin Shi-Kupfer, wie die KP Chinas sich über- und die Bevölkerung unterschätzt. Vor fünfzig Jahren wurde Willy Brandt gewählt. War sein berühmter Kniefall in Warschau nur eine PR-Geste, fragt Michael Wolffsohn in der Welt.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.09.2019 Im Standard outet sich Peter Eötvös, dessen Oper "Angels in America" heute in Wien Premiere hat, als begeisterter Ausländer. Der Tagesspiegel feiert den Horrorfilmregisseur Ari Aster als meisterhaften Arrangeur des Unheimlichen. Bedřich Smetana bietet eigentlich viel Stoff für Gender-Science, denkt sich die neue musikzeitung vor einer mit allen maskulinen Klang-Attributen charakterisierten Libuše. Das neue Deichkind-Album macht Epoche, ruft eine hingerissene SZ. Die NZZ freut sich an den surrealen Überhöhungen des Modefotografen Tim Walker.
Medienticker
26.09.2019 Cover-Check: Solide Zahlen für Spiegel & Stern, Focus floppt - Keine Lizenzgebühren: Google zeigt nur noch Überschriften von Medien an - Mac-Abstürze: Google-Fehler stoppt Hollywood-Produktionen - Facebook will Politikerposts nicht auf Fakten checken & auch nicht löschen - Rechtsrap: Wie der vom Verfassungsschutz beobachtete Rapper Chris Ares die Charts erobert + 50 Jahre "Abbey Road"-Album.
Bücherschau des Tages
26.09.2019 Die SZ erhält von Zeev Sternhell eine Einführung in die faschistische Ideologie. Die NZZ sucht mit Hans Blumenberg nach der "Nackten Wahrheit". Die FAZ reist mit dem slowenischen Dichter Ales Steger nach Kochi, Solowiki, Schanghai und Bautzen und unternimmt mit Helene Cixous eine dreijährige Odyssee zum Tod. Der Dlf besucht mit Alfred Kerr das "Yankee Land".
Freitag, 27.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
27.09.2019 Politico.eu staunt zwei Tage vor den österreichischen Wahlen, dass ausgerechnet der kleine Falter die Regierung und die anderen Medien mit seinen Enthüllungen vor sich hertreibt. Netzpolitik zeigt, wie sich Google in Frankreich gegen Ansprüche der Verleger auf Leitungsschutzrechte wehrt. In der Welt schreiben zwei israelische Experten über BDS und raten zu Differenzierung.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.09.2019 Die Kritiker sind begeistert von Thomas Heises Essayfilm "Heimat ist ein Raum aus Zeit", in dem der Filmemacher die Geschichte seiner Familie im Spiegel der deutschen Geschichte zeigt. Annekathrin Kohout unterhält sich für ihr Blog mit der Malerin Mona Broschár über deren "Kick-Off-Bilder", bei denen nicht selten eine Wurst im Mittelpunkt steht. ZeitOnline führt durch die Geschichte des türkischen Raps bis zu seinen deutsch-türkischen Wurzeln. Der Tagesspiegel gratuliert Norbert Scheuer zum Raabe-Preis.
Medienticker
27.09.2019 Aktualisiert: Österreich verstehen vor der Nationalratswahl - EU-Leistungsschutzrecht droht schon vor dem Start zu scheitern - Kampf um Zeitung Le Monde bleibt unabhängig - Warum Fake News sich so gut im Gedächtnis festsetzen - Presserecht: Berliner Verwaltungsgericht stuft Bild-Livestreams als Rundfunk ein - Wahl in Österreich: Medien im Blickpunkt - Britischen Politchaos: Ian McEwans Umkehrung- Perspektive von Kafkas Gregor Samsa + Wochenend-TV+Hörfunk-Tipps.
Bücherschau des Tages
27.09.2019 Die FR liest in Synke Köhlers Debütroman wie sich eine kleine Gruppe von "Entmieteten" gegen die Gentrifizierung zur Wehr setzt. Die SZ ergründet mit Marcus Twellmann das Phänomen der "Dorfgeschichten". Außerdem entdeckt sie ein Kunstwerk in Anouck Boisroberts und Louis Rigauds Pop-up-Kinderbuch. Die FAZ taucht ein in die Kunst der Zauberei in Volker Hubers und Christian Theiß' Sammlung von Zauberbüchern. Die NZZ lässt sich von dem Philosophen Volker Gerhardt erklären, was den Menschen ausmacht.
Samstag, 28.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
28.09.2019 Die Deutschen verbringen inzwischen mehr Zeit mit Netflix als mit RTL oder dem ZDF, behauptet eine Studie, die Spiegel online vorstellt. The Daily Beast recherchiert zu dem Mord an dem Asylbewerber Zelimkhan Khangoshvili in Berlin. Meedia weiß, warum der Zeit-Redakteur Bernd Ulrich nicht auf Kreuzfahrt geht. In der FAZ spricht die Historikerin Irina Scherbakowa über Vergangenheitsbewältigung in Deutschland und Russland.
Efeu - Die Kulturrundschau
28.09.2019 AnOther Magazine feiert die Kollaboration von Dries van Noten und Christian Lacroix für eine rauschende Modenschau mit goldenen Parkas, Unterhemden, von denen Ripsbänder flattern, Herzoginnensatin und Polyester aus recycelten Kunststoffflaschen. Der Filmdienst berichtet von einem Eklat beim Filmfestival im polnischen Gdynia, wo das Auswahlkomitee wegen Einmischung der Politik geschlossen zurücktrat. Die SZ lernt, warum Robert Mapplethorpe jeden Monat zum Zeitungskiosk rannte. Zeit online begleitet mit Sympathie die Suche zum "most mysterious song on the internet". Die Literarische Welt knickst vor Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit.
Bücherschau des Tages
28.09.2019 Die FAZ lernt von Karl Heinz Bohrer, wie man mit Dolchen spricht. Die NZZ taucht mit Samuel Selvon in die "Hellere Sonne" Trinidads und zieht mit dem norwegischen Dichter Henrik Wergeland in ein "Wildes Paradies". Die SZ liegt Stephen King zu Füßen.
Montag, 30.09.2019
9punkt - Die Debattenrundschau
30.09.2019 Der Standard bringt ein nachgelassenes Interview mit Agnes Heller: Der Nationalismus wäre der Tod Europas. In der FAZ beschreibt der Historiker Andreas Wirsching, wie die Mutter des Parlamentarismus mit einem antiparlamentarischen Instrument - dem Brexit-Referendum - ihre Institutionen beschädigte. Die SZ schildert den Protest der Philosophin Sylviane Agacinski gegen den "Mutterschaftsmarkt". In der taz warnt die Journalismusforscherin Margreth Lünenborg Frauen, die sich ins Netz begeben.
Efeu - Die Kulturrundschau
30.09.2019 FAZ und SZ jubeln König Lears herzlosen Töchtern zu, die an den Münchner Kammerspielen den Systemwechsel herbeiführen, und zwar in ganz scheußlichen Klamotten. Die taz erlebt beim Filmfestival in San Sebastian das spanische Kino in politischer Hochform. Ähnlich sieht der Guardian auch die Nominierungen zum Turner Prize. Und ZeitOnline spricht mit dem Jazzklarinettisten Rolf Kühn über die Gehemmtheit des DDR-Jazz.
Medienticker
30.09.2019 Pressefreiheit in Gefahr: Welche Wirkung Donald Trump hat - Ágnes Hellers letztes Interview - Warum Influencer ihre beste Zeit gehabt haben könnten - Die Schein-Transparenz Öffentlich-rechtlicher Gremien - Bild & Bild am Sonntag: Bild Dir Deine BamS:- Gesellschaftskritik: Das populäre Feindbild der "kosmopolitischen Eliten" - Friedrich Ani über Jörg Fauser & die Popliteratur: 30 Jahre nach seinenm Tod - Zum 75. Geburtstag Peter Turrinis Leben, eine komische Katastrophe.
Bücherschau des Tages
30.09.2019 Bewegt liest die SZ Friederike Manners autobiografischen Roman "Die dunklen Jahre" über eine Autorin, die an Heuchelei und Gemeinheit im Nachkriegsösterreich zerbricht. Die taz lotet mit Catherine Lacey die Untiefen des heutigen Liebesmarkts aus. Der Dlf stellt Margaret Atwoods Pageturner "Die Zeuginnen" selbstbewusst neben Orwell und Huxley ins Regal. SZ und DlfKultur erkunden mit Julia Ebner rechtsradikale und islamistische "Radikalisierungsmaschinen".