Snapshots Blog - von Sascha Josuweit

Sinnlich nicht vorstellbare Kapazitäten

Von Sascha Josuweit
28.04.2014. Aleatorisch Bildmaterial, Netznews und Gossip verarbeitend erkundet unser Autor die Möglichkeiten eines Parallelfeuilletons
Die Schnitzeljäger spielten auf, neun Kandidaten traten an, den seit 2003 amtierenden Rekordhalter Klaus Hirschle aus Hofheim/Taunus zu schlagen. Würde jemand die Rekordmarke von 2,4 Kilo in einer Stunde knacken? Für Bob Shoudt aus Royersford, Pennsylvania wäre das keine Herausforderung. Mit 39 Weltrekorden führt er die Bestenliste der International Federation of Competitive Eating an. Humble Bob, wie er genannt wird, schafft 40 Burger in zwei Minuten. Oder 3,5 Kilogramm Fleischklöße in zwölf. Das ist rund 1/20 des jährlichen Pro-Kopf-Fleischkonsums in Deutschland, 1/6 des jährlichen Pro-Kopf-Fleischkonsums in Afrika. 1953 schlachtet José Batista Sobrinho in seinem Betrieb im brasilianischen Anápolis täglich fünf Rinder. 20 Jahre später sind es schon über 500. Noch einmal 40 Jahre später ist die Zahl auf unvorstellbare 85.000 Rinder pro Tag gestiegen, hinzukommen 70.000 Schweine und 12 Millionen Stück Geflügel; schneller wächst nur die kostengünstigere Produktion von Büffelfleisch. Die Söhne und Töchter José Batistas haben den Betrieb, der heute nach seinem Gründer JBS heißt und 21 Mrd. Dollar umsetzt, zum größten Fleischkonzern der Welt gemacht. Ist das Fleisch vom Knochen getrennt, wird es in 150 Länder verschifft, nach Pennsylvania und in den Taunus.


Abb.: José Batista schlachtet täglich fünf Rinder, doch der indische Büffel steht schon in den Startlöchern.