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9punkt - Die Debattenrundschau

Nous sommes Charlie

Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
08.01.2015. Man darf sich über Jesus, Buddhas und Moses lustig machen, aber nicht über Mohammed, sonst wird man kaltblütig ermordet, sagt Pascal Bruckner im Figaro und fordert eine klarere Haltung zum radikalen Islam. Aus Respekt vor Religion wird Furcht vor Religion, schreibt Salman Rushdie. Wir müssen gegen sie kämpfen, indem wir sie der Lächerlichkeit preisgeben, schreibt Suzanne Moore im Guardian. Auch die taz erklärt auf ihrer Titelseite: "Je suis Charlie". Die Welt erzählt die nun schon lange Vorgeschichte der Morde seit der Fatwa gegen Rushdie und kritisiert das Duckmäusertum vieler Medien. NACHTRAG: Viele Medien zensieren die Zeichnungen von Charlie Hebdo, hat Buzzfeed herausgefunden.

Europa

Die französische Presse

Fünf Zeichner, nicht vier sind bei dem Anschlag auf Charlie Hebdo gestorben. Neben Stéphane Charbonnier (Charb), Jean Cabut (Cabu), Georges Wolinski (Wolinski) und Bernard Verlhac (Tignous) ist Philippe Honoré, dessen Namen gestern noch nicht genannt wurde, ein weiterer enger Mitarbeiter von Charlie Hebdo. Die Huffpo.fr macht die Opfer namhaft. Bei dem Attentat gestorben sind auch Bernard Maris, "Oncle Bernard", ein Ökonom, Kolumnist und Miteigner des Blattes, Michel Renaud, ein Angestellter der Stadt Clermont-Ferrand, der offenbar zufällig anwesend war, der Polizist Franck Binsolaro, der zum Schutz von Charb abgestellt war, der Polizist Ahmed Merabet, der auf der Straße erschossen wurde, Mustapha Ourrad, der bei Charlie Hebdo Korrektur las, Frédéric Boisseau, Hausmeister, und die Psychoanalytikerin und Kolumnistin Elsa Cayat. Das Bild zeigt die letzte Zeichnung von Honoré.

Auch die Täter haben Namen. Aus dem Bericht der Huffpo.fr: "Die Polizei hat in der Nacht zu Donnerstag die Fotos von Chérif und Said Kouachi, 32 und 34 Jahre alt, verbreitet. Chérif Kouachi war schon 2008 verurteilt worden, weil er an der Rekrutierung von Kämpfern im Irak beteiligt war. Mourad Hamyd, mit 18 Jahren der jüngste der drei Täter, hat sich gestern im Kommissariat Charleville-Mézières (Ardennes) gestellt und ist vorläufig festgenommen."

Chérif Kouachi stand unter Verdacht, weiterhin terroristisch aktiv zu sein, berichtet Matthieu Suc in Le Monde: "Die Polizisten der Antiterror-Brigade verdächtigten ihn, dass er mit Komplizen aus seiner Rekruteurszeit die Flucht eines der Anführer der Pariser Attentate von 1995 (Bomben auf Métros und S-Bahnen), Smaïn Ait Ali Belkacem plante. Deshalb wurde er am 25. Mai 2010 ein weiteres Mal festgenommen und bald mangels Beweisen auf freien Fuß gesetzt."

Libération bringt einige Seiten 1 französischer Zeitungen, Freiheit - Barbarei 0:12, titelt etwa die Sportzeitung L"Equipe.



Der Philosoph Abdennour Bidar fürchtet in Le Monde eine Spirale aus Hass und Gegenhass in Frankreich: "In den Stunden, Wochen und Monaten, die kommen, werden riesige Wellen auf uns zu rollen. Gegen sie müssen wir uns alle gemeinsam stemmen. Mit allen Kräften müssen wir ihnen widerstehen und solidarisch bleiben. Öffnet sich nur eine Lücke, werden die Wellen eindringen und das ganze Gefüge unserer Nation beschädigen."

Für den Figaro interviewt Vincent Tremolet de Villers den Romancier und Publizisten Pascal Bruckner, der auch schon häufig für den Perlentaucher geschrieben hat. "Man hat einen Teil unserer Intelligentsia enthauptet. Seit Jahren befinden wir uns im Krieg, aber wir waren gegenüber dem radikalen Islam von einer fahrlässigen Gutmütigkeit. Es wird in den nächsten Tagen sehr interessant sein, die Konfliktlinien in der Öffentlicheit zu beobachten. Lasst uns wetten, dass Collabos aller Art für eine Begrenzung der Meinungsfreiheit plädieren werden." Bruckner betont, dass Charlie Hebdo sich in alter anarchistischer französischer Tradition über jedwede Religion lustig machte: "Jesus, Moses, der Papst, der Dalai Lama, alle mussten in Charlie Hebdo die schmerzhaftesten Karikaturen erleiden. Aber heute darf man sich in Frankreich über Jesus, Buddha und Moses lustig machen, nicht aber über Mohammed, sonst wird man kaltblütig ermordet."


Die britische Presse

Hier das Statement von Salman Rushdie, veröffentlicht auf der Seite des britischen PEN Clubs: "Religion, a mediaeval form of unreason, when combined with modern weaponry becomes a real threat to our freedoms. This religious totalitarianism has caused a deadly mutation in the heart of Islam and we see the tragic consequences in Paris today. I stand with Charlie Hebdo, as we all must, to defend the art of satire, which has always been a force for liberty and against tyranny, dishonesty and stupidity. "Respect for religion" has become a code phrase meaning "fear of religion." Religions, like all other ideas, deserve criticism, satire, and, yes, our fearless disrespect."

(Via Big Browser, Redaktionsblog von Le Monde) Indirekt bestätigt wird Rushdies Beobachtung durch einen Artikel des Financial Times-Redakteurs Tony Barber, der in seiner Online-Version inzwischen bereinigt ist. Hier ein Screenshot aus dem Original:




Seit der Fatwa gegen Salman Rushdie ist die Selbstzensur im Westen immer größer geworden, und diese Selbstzensur führt zu Gegenhass, schreibt Suzanne Moore im Guardian: "Since then, respect for religion has come to mean respect for Islam and involved an internalised censorship. There are certain things about the prophet and Islam that people know not to say. Privately, there are huge misgivings about this religion but publicly, much respect for it. It is in this contradiction that out-and-out racism flourishes." Moores Antwort: "We must fight them. And we must laugh, ridicule and ultimately disrespect them."

Viele Medien zeigen die drastischeren Karikaturen von Charlie Hebdo lieber nicht, hat Buzzfeed herausgefunden. In den USA zeigen New York Times, New York Daily News, AP und alle großen amerikanischen Kabelsender wie CNN, NBC und ABC News keine Mohammed-Cartoons."In Britannien hat der Telegraph gar eine der Mohammed-Abbildungen von Charlie Hebdo verpixelt." Im Perlentaucher haben wir gestern einige religionskritische Zeichnungen zusammengetragen.

Die deutsche Presse

Soll keiner sagen, es gebe keine Vorgeschichte zu dem Anschlag auf Charlie Hebdo, schreibt Dirk Schümer in der Welt und erinnert an die Fatwa gegen Rushdie, die Anschläge auf Rushdies Übersetzer, den Mord an Theo van Gogh, die Anschläge auf dänische Karikaturisten. Das hatte Folgen schon vor dem Attentat auf Charlie Hebdo: "In einer Medienumfrage gaben Kolumnisten und Satiriker unumwunden zu, dass sie fortan von Themen wie Mohammed oder Koran lieber die Finger lassen. [...] Wir alle aber müssen ab sofort hinschauen, wenn - wie in Holland nach dem Mord an Van Gogh geschehen - auch bei uns den Opfern bei Charlie Hebdo die Schuld an ihrer eigenen Ermordung zugeschrieben wird. Motto: Warum mussten sie sich auch mit dem Islam anlegen. In diese verheerende Linie passt die duckmäuserische Sprachregelung der ARD, die in ihren Nachrichten noch Stunden nach dem Pariser Anschlag verkündet, ein islamistischer Hintergrund sei unbestätigt."

Auch im Tagesspiegel erinnert Christiane Peitz daran, dass "die Solidarität mit den Bedrohten immer wieder zu wünschen übrig" ließ.

"In Paris haben Terroristen der "Lügenpresse" das Maul gestopft" - in der FAZ nutzt Berthold Kohler die Gelegenheit, Pegida und Islamisten in einen Topf zu werfen, die alle einen gemeinsamen Feind hätten: Den Journalisten. "Im Vorwurf "Lügenpresse" steckt auch der Versuch, im Namen der Meinungsfreiheit die Meinungsfreiheit eines pluralistischen Pressewesens zu beschneiden, das, obwohl auch seine Angehörigen nicht unfehlbar sind, in der Welt keinen Vergleich zu scheuen braucht. Hinter der Tat von Paris steht keine andere Absicht, nur ihre Mittel waren extremer."

In der Berliner Zeitung sekundiert Christian Bommarius: "Noch nie sind sich islamistische Terroristen und islamophobe Radikale so nahe gewesen wie in dem Schlachthaus, in das die Mörder das Redaktionsgebäude von Charlie Hebdo verwandelten. Was sie verbindet, ist ihr Hass auf die "Lügenpresse", dem die Demonstranten in Dresden Montag für Montag grölend Ausdruck verleihen - nichts anders trieb die Attentäter an, die versuchten, die Lügenpresse zum Schweigen zu bringen."

Auf Zeit online möchte sich Jochen Bittner nicht mehr damit zufrieden geben, den Islam gegen den Islamismus abzugrenzen. Auch der friedliche Islam muss sich endlich erneuern: "Was genau würde die Zumutung der Aufklärung für den Islam denn bedeuten? Neben der Verwirklichung religiöser Toleranz (es gibt sie im Islam solange nicht, wie Apostasie als strafwürdig gilt), unzweifelhafter Frauengleichberechtigung, dem klaren Geltungsvorrang weltlicher vor religiöser Gesetze vor allem eins: den Abschied vom Islam als Weltordnungsidee."

Außerdem: Die taz erklärt auf ihrer Titelseite: "Je suis Charlie". In der SZ fürchtet Rudolph Chimelli: "Aus einem der französischen Ausländerviertel zu kommen, in denen die Jugendlichen es ohnehin schwerer als Gleichaltrige andernorts haben, eine Arbeit zu finden, wird hinfort nicht leichter werden." In der NZZ stellt Urs Schoettli den religiösen Fanatismus im Mittleren und Nahen Osten der religiösen Aufgeklärtheit in Asien gegenüber und fordert die Europäer auf, endlich mal über den eigenen Tellerrand (und den Nahen Osten) hinauszuschauen: "Es ist wichtig und erfrischend, sich die aufklärerisch lichten Gedanken zu vergegenwärtigen, die dem ostasiatischen Kosmos entwachsen sind."

Der Freitag hat noch nicht mitbekommen, dass etwas passiert ist.

Archiv: Europa

Archiv: 9punkt - Die Debattenrundschau


Archiv: 9punkt - Die Debattenrundschau

Redaktionsgeräusche

07.01.2015. Wo sind die Naturwissenschaften in der Londoner Ausstellung über Deutschland, fragt die FR. In seinem Blog erklärt der Free-Software-Pionier Richard Stallman, warum er nie ein Taxi von Uber nehmen würde. Wer sich über Pegida aufregt, aber nicht über den Islamismus, greift zu kurz, meint Alice Schwarzer. Die SZ stellt den Ökonomen Hossein Askari vor, der die Länder nach Realisierung islamischer Gerechtigkeitsvorstellungen sortiert. Saudi Arabien liegt auf Platz 91.
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Ein Fahrgast namens Ali

06.01.2015. In der NZZ erklärt der Jurist Yadh Ben Achour, warum die Revolution in Tunesien Erfolg hatte. Es wird weiter über Pegida gestritten: Sind sie gefährliche Rechtsextreme oder eher ein trauriges Häuflein? Der Fotograf Martin Gommel porträtiert in seinem Blog Flüchtlinge in Deutschland. Der indische Autor Rana Dasgupta beschreibt im FR-Interview mit Martin Hesse Delhi als die Stadt der Zukunft. In den Blogs wird über  Erfolgsaussichten von Online-Medien diskutiert. Mehr lesen

Reflexive Modernisierung

05.01.2015. Monika Maron fürchtet in der Welt, dass die Pegida ihre Kraft aus den Schwächen ihrer Gegner zieht. In der NZZ ergründet Felix Philipp Ingold Russlands Janusköpfigkeit. Alle Zeitungen trauern um Ulrich Beck: den Musketier, der seine Gegner lachend besiegte. Und Europa hat einen Fürsprecher verloren. Mehr lesen

Exklusivität in Echtzeit

03.01.2015. Der Bürgerrechtler Wolfgang Templin warnt in der taz vor einer humanitären Katastrophe in der Ostukraine. In Frankreich wird diskutiert, ob der Faschismus eine französische Erfindung war, berichtet die NZZ. Kai Diekmann erklärt im Tagesspiegel, weshalb die Bild auf mobilen Geräten gegenüber anderen Zeitungen im Vorteil ist. Und Spiegel Online meldet: Das Internet macht gar nicht dumm, sondern schafft Raum für neuen Stoff im Oberstübchen. Mehr lesen

Gigantische Masse fehlender Werke

02.01.2015. Gestern war Public Domain Day. Werke von Autoren, die 1944 gestorben sind, werden gemeinfrei. Nur in den USA nicht, erklärt Jennifer Jenkins von der Duke Law School auf ihrer Website. Die langen Schutzfristen behindern die Rezeption von Kultur, meinen Techdirt und die Politikerin Julia Reda. Die taz berichtet über Verfolgung von Journalisten in Ägypten. Im Standard erinnert Laura Poitras daran, dass Edward Snowden anders als deutsche Kulturkritiker ans Gute im Internet glaubt. Frankreich ist aufgeregt über Thomas Pikettys Ablehnung der Légion d'honneur. Mehr lesen

Das ist richtig gut für die Lungen

31.12.2014. Die  feministische Ökonomin Mascha Madörin sagt im Freitag den Frauen eine große Zukunft voraus. Im Jahr 2014 haben Europa und die USA endgültig ihre Vormachtstellung in der Welt verloren, findet die taz. Oliver Stone hat den Schuldigen für die Majdan-Revolution gefunden und outet ihn auf Facebook: Es war die CIA. Das Gutachten des wissenschaftlichen Beirats des Finanzministeriums zu den Öffentlich-Rechtlichen sorgt weiter für Diskussionen. Mehr lesen

Mit Zitaten an der Grenze des Erlaubten

30.12.2014. Nur freie Software, nicht der Staat oder Unternehmen, können uns vor Überwachung schützen, meint Richard Stallman in einer Rede vor dem Chaos Computer Club laut heise.de. Auch andere Medien berichten über das Treffen des Clubs. Die NZZ bringt eine Physiognomie der chinesischen Superreichen. Nach dem Urteil gegen Alexej Nawalny wird sich heute Abend zeigen, ob die russische Opposition noch demonstrieren kann, meint AFP. In der Zeit feiert Mircea Cartarescu die Rumäniendeutschen. Mehr lesen

Schuhe im Schlafsack

29.12.2014. Katja Petrowskaja betrachtet in der FAS mit Entsetzen die europäische Reaktion auf die Ukraine-Krise. Die NZZ trauert um Londons Vergnügungsviertel Soho. In der taz schreibt Gabriele Goettle einen Nachruf auf den Obdachlosen Jürgen Jonas. taz und FAS feiern die Tagung des Chaos Computer Clubs als Ort der Selbstbestimmung und Aneignung. "The Interview" läuft nun in Netz und Kino, künstlerisch eine Enttäuschung, finanziell ein Erfolg.
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Die Übermacht der westlichen Kultur

27.12.2014. Ein algerischer Hassprediger hat den Tod des Schriftstellers Kamel Doaud gefordert, die NZZ berichtet über die als Fatwa verkappte Morddrohung, die Huffpo.fr bringt schon eine gewaltige Solidaritätserklärung. In der taz erklärt die Ökonomin Mariana Mazzucato, dass nicht die Agenda 2010 Deutschland so stark gemacht hat, sondern das Fraunhofer-Institut. In der FAZ erinnert Hans Christoph Buch an Haiti. In der Welt fragt Marko Martin, was denn bitte das wallonische Mons zu einer Kulturhauptstadt machen soll. Mehr lesen

In Form von Dampf

24.12.2014. Sony hat eine frohe Botschaft: "The Interview" kommt nun doch in die Kinos. In Spiegel Online ist sich Jan Fleischhauer sicher: Das Internet ist schuld an Pegida. Die taz ist anderer Meinung: Es könnte auch an Dresden liegen. Das "Recht auf Vergessen" ist ein Riesenerfolg, meldet dpa. Die taz führt ein unweihnachtliches Gespräch mit Markus Gabriel. Aber wenigstens den Kirchen brachte 2014 einen großen Segen, berichtet die FAZ. Und auch der Perlentaucher wünscht seinen Leserinnen und Lesern: Frohe Feiertage! Mehr lesen

Waffen gegen Butter

23.12.2014. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash eine Hommage auf Schildkrötenbändigerin Merkel, die den Bären Putin besiegte. Die Russlandfreundlichkeit der Deutschen ist laut Zeit online aber so groß, dass sehr viele von ihnen den Medien lieber nicht mehr glauben. In der SZ erstellen Heinz Bude und Ernst-Dieter Lantermann eine Psychologie der Islamfeindlichkeit. Motherboard erzählt, wie Sony die weitere Verbreitung geleakter Mails bekämpft. In der Welt fragt Wolf Lepenies, ob Deutschland überhaupt "Abendland" ist.
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Es endet nicht mit der Kulturindustrie

22.12.2014. Ägypten wird zum Land des Schweigens und der Angst, fürchtet die Autorin Mansura Eseddin in der NZZ. Angesichts der Erfolge der IS-Miliz hilft nur Islamkritik, besonders wenn sie von aufgeklärten Muslimen kommt, meint Matthias Kuentzel im Perlentaucher. Die Konsequenzen des Sony Hacks auf den kulturellen Diskurs sind noch gar nicht abzusehen, meint David Carr in der New York Times. Die FAZ empfiehlt nachdrücklich Rainer Merkels großen Bericht über Ebola in Liberia. Mehr lesen

Ein beängstigender Effekt

20.12.2014. George Clooney ist stinksauer über den Sony-Hack und den Rückzug von "The Interview" und lässt in dem Hollywood-Blog Deadline Sony, die Filmindustrie, die Stars und die Medien sehr schlecht aussehen. Barack Obama beschuldigt Nordkorea und kündigt eine Antwort an. Google sollte den Film hosten, meint Mashable. Warum darf man in sieben Staaten der USA keinen offiziellen Posten bekleiden, wenn man Atheist ist, fragt Slate.fr. Henryk Broder kritisiert in der Welt den Paternalismus gegenüber Pegida-Anhängern. Mehr lesen

International anerkannter Desinformationsindex

19.12.2014. Der Totalrückzug der Nordkorea-Satire "The Interview" versetzt das globale Dorf in helle Aufregung. Gizmodo hat noch einen Trailer gefunden, auf den wir verlinken. Allgemein wird die Niederlage der Freiheit beklagt: "American freedom is now dead (1776-2014, RIP)". Außerdem: Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat Ärger mit "postkolonialen" Interessenvertretern, die das komplette Konzept für das Humboldt-Forum in Frage stellen, berichtet die taz. Und Carta fragt, was Springer mit Politico vorhat. Mehr lesen

Auf Weihnachten gibt es kein Copyright

18.12.2014. Hollywood und Medien in Aufruhr: Sony zieht seine Nordkorea-Satire "The Interview" nach Terrordrohungen mit Haut und Haar zurück. Der Film sollte zu Weihnachten starten, nun kommt er nicht mal mehr auf DVD. Noch nie hat eine US-Firma derart hilflos ausgesehen, kommentiert Mashable. Die Welt bringt einen Artikel des Autors Aaron Sorkin, dessen Mails beim Cyberangriff auf Sony geleakt wurden: Er wollte Tom Cruise als Steve Jobs. Die taz hofft, dass Pakistan nach dem jüngsten Massaker von der Unterstüzung der Taliban abrückt. Die FAZ bringt ein weiteres Plädoyer gegen Sterbehilfe. In der taz schreibt Ilija Trojanow über die Berichte zu CIA-Folter. Mehr lesen