Magazinrundschau

Literatur ist die bessere Grabanlage

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
29.03.2011. In Rue89 erzählt Caroline Six, wie man im Kongo kindliche Hexer zur Raison bringt. In der Lettre erzählt Lieve Joris, warum Afrikaner heute lieber in China als in Europa Urlaub machen. Im TLS ist George Steiner froh, dass sich kein Brite am "dreißgjährigen Krieg" der europäischen Philosophie beteiligt hat. In Salon fragt sich Andrzej Stasiuk, was Maria unter ihrem Kleid trägt. Elet es Irodalom lehnt eine zusätzlich Wahlstimme für Mütter ab. Im NZZ Folio erklärt Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz, wie man Sponsoring betreibt. Die NYT lässt sich erklären, welche Gefühle zuviel Speicherplatz verbrauchen.

Rue89 (Frankreich), 27.03.2011

"Arme Teufel!", ruft Caroline Six am Ende ihrer Recherche über einen der finstersten Abgründe der an Abgründen reichen Gesellschaft des Kongo. Tausende von Kindern werden in Kinshasa jährlich der Hexerei beschuldigt und verstoßen und leben, kaum betreut von Kinderhilfsorganisationen, als Prostituierte in den Straßen der Hauptstadt. Oft sind es Priester der sogenannten "Erweckungskirchen", die an den Kindern exorzistische Riten vollziehen, bevor sie verstoßen werden - und oft geht die Initiative von den Eltern selbst, nicht selten auch von "Maratres", zweiten Ehefrauen aus. Der dreizehnjährige Exauce erzählt in der Reportage, was ihm widerfahren ist: "Ich war mit meinem Vater nach Brazzaville gefahren. Als wir nach Kinshasa zurückkamen, war meine Großmutter tot. Wir sind in die Kirche meines Großvaters zur Trauerfeier gegangen. Da hat der Priester auf mich gezeigt. Er hat gesagt, dass ich meine Großmutter gegessen habe. Sie haben mich in der Kirche eingesperrt und an Händen und Füßen gefesselt. Ich konnte nicht nach draußen sehen. Drei Tage hat man mich fasten lassen (eine Methode um den Hexer in den Kindern auszuhungern, so Six). Dann kam die Reinigungszeremonie: ein Liter Palmöl schlucken (damit das Kind das Menschenfleisch erbricht, denn dadurch wird der Zauber ausgeübt, so Six)." Am Ende ist Exauce geflohen und lebt jetzt auf der Straße.
Archiv: Rue89
Stichwörter: Kongo, Rue89, Kinshasa

Lettre International (Deutschland), 25.03.2011

Die Reporterin Lieve Joris schrieb in Kisangani an einem Buch über den Kongo, als sie fasziniert den zunehmenden Handel zwischen Chinesen und Afrikanern - über die Zwischenstation Dubai - beobachtete: "Seither spielte Asien in meinen Gedanken über Schwarzafrika eine Rolle. Da ich nun darauf achtete, sah ich Asien überall. Einer meiner kongolesischen Freunde hatte in den achtziger Jahren in Peking studiert, ein anderer war als Journalist des öfteren mit Präsident Mobutu nach China gereist und machte da auch manchmal Urlaub. 'Dort Urlaub?' 'Ja, ja', sagte er, 'da riskiere ich jedenfalls nicht, einem flämischen Zollbeamten zu begegnen, der sich weigert, Französisch mit mir zu sprechen, wie es mir kürzlich auf dem Brüsseler Flughafen passiert ist.'" Joris reiste nach China...(kurzer Auszug)

In einem Gespräch über die Pharaonen sagt Jan Assmann über Harold Blooms Theorie, die Literaturgeschichte sei ein Kampf der Schriftsteller gegeneinander um Unsterblichkeit: "Diese Verbindung von ewigem Leben und Kanon ist keineswegs abwegig. In Ägypten gibt es einen Text aus dem 13. Jahrhundert v. u. Z., der die Literatur, das Buch, als die bessere Grabanlage preist." (kurzer Auszug)
Stichwörter: Jan Assmann, Dubai, Kanon, Kongo

Times Literary Supplement (UK), 25.03.2011

George Steiner liest Pierre Bouretz' Buch "D'un ton guerrier en philosophie", das den "dreißigjährigen Krieg" der europäischen Philosophie um Foucault, Derrida und Habermas - unter reger Anteilnahme der Amerikaner - rekapituliert. Feuer fängt Steiner nicht gerade: "Wenn man diese unvermeidlich sehr gelehrte Abhandlung der bereits etwas überholten Streitigkeiten niederlegt, kommt einem ein Gedanke: Wie weit entfernt ist die englische Gestalt und Atmosphäre der Philosohie doch von ihren kontinentalen und amerikanischen Gegenparts entfernt. Liegt das am provinziellen Denken oder am gesunden Menschenverstand?"

Außerdem: Terry Eagleton blättert mit spitzen Fingern durch die 100 Künstlermanifeste, die Alex Danchev in einem Buch versammelt hat: "es ist nie einfach zu entscheiden, wann diese künstlerischen Brandstifter es todernst meinen und wann sie uns auf den Arm nehmen".
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Salon.eu.sk (Slowakei), 28.03.2011

Andrzej Stasiuk besuchte die Basilika der Muttergottes von Lichen und erlitt einen Schock: "Jesus, sie war riesig. Riesig und schön wie irgendeine Hure aus Babylon. Sie ließ dir keine Chance. Man konnte nur auf die Knie fallen und sich unterwerfen." Es war genauso wie 1965, als Fünfjähriger, in der Kirche am Szembek Platz. "Ich verstand überhaupt nichts. Ich stand mitten im Hauptschiff und fühlte mich winzig. Ich stand da und fragte mich, was die Heilige Jungfrau unter ihrem weiß-blauen Kleid trug. Das half mir durch die langen Stunden. Jeder musste sich dasselbe gefragt haben. Vor allem die Priester."
Archiv: Salon.eu.sk
Stichwörter: Andrzej Stasiuk

Les inrockuptibles (Frankreich), 29.03.2011

Alain Dreyfus erzählt Geschichten über den Gaddafi-Clan, zum Beispiel über Sohn Mohamed Mouammar, 41: "Mit seinem Bruder Saadi teilt er eine heftige Leidenschaft für den Fußball. Bei einem Match in Tripolis 1996 traf seine Mannschaft auf die seines Bruders, der ihn darauf beschuldigte, den Schiedsrichter gekauft zu haben. Der Ton wurde lauter, die Sicherheitsleute mischten sich ein. Bilanz: zwanzig Tote, inklusive des Schiedsrichters, plus dreißig Tote bei anschließenden Ausschreitungen."

El Pais Semanal (Spanien), 28.03.2011

"Um die Tradition zu bewahren, muss man ihr gelegentlich den Hals umdrehen, sonst verwandelt sie sich in ihre eigene Karikatur." El Pais-Verleger Juan Cruz unterhält sich mit dem Verleger Antoine Gallimard über die Zukunft des Buches: "Ich glaube, die Zukunft des Buches hängt von den Verlegern wie von den Autoren gleichermaßen ab. Wer in einem Verlag arbeitet, muss jedenfalls nicht nur die Literatur lieben, sondern ebenso die Autoren und die Leute, das Publikum." - "Ist es vorstellbar, dass die jungen Menschen zum Buch zurückfinden?" - "Die Frage ist natürlich, ob wir zu einem Zustand zurückkehren wie im Mittelalter, wo nur die Mönche lasen, oder ob es uns gelingt, ein großes Publikum zu erreichen, was auch mit anspruchsvollen Texten durchaus möglich ist, man denke nur an den Erfolg eines Autors wie Javier Marias. Die Literatur war auf jeden Fall immer schon auf kostbare Weise gleichzeitig äußerst verletzlich und erstaunlich widerstandsfähig. Und Verlage bauen ja zum Glück keine Flugzeuge - da ist es nicht ganz so schwierig, auf die Schwankungen des Marktes zu reagieren. Gefährlich ist dabei jedenfalls nicht die Digitalisierung, sondern dass auf einmal alles gratis sein soll."

Elet es Irodalom (Ungarn), 25.03.2011

In Ungarn wird derzeit erwogen, Müttern eine zusätzliche Wahlstimme zu geben - die Zahl der Befürworter dieser Idee innerhalb der Regierungskoalition steigt rasant, sogar Ministerpräsident Viktor Orban soll Zustimmung geäußert haben. Ivan Lipovecz dagegen hält davon gar nichts: "Heutzutage, wo der rückwärts gewandte Blick in die Vergangenheit allmählich zu einem Gesellschaftsspiel der gesamten Bevölkerung wird, passt diese Beschwörung einer matriarchalischen Gesellschaft ziemlich gut ins allgemeine Krankheitsbild. Sie ist geradezu dessen natürliche Komponente. [...] Dieses 'zeitgleiche Pochen der Herzen der Generationen' birgt nämlich ein konkretes politisches Ziel: Mit der Erweiterung des Wahlrechts soll das ungarische parlamentarische System immer mehr auf Distanz zum Standard der modernen Demokratien gebracht werden - um gegebenenfalls auch in diesem Bereich deutlich zu machen: Die Zahl der Differenzen überwiegt die der Gemeinsamkeiten mit jenen Ländern, mit denen wir - noch - zu einer großen Gemeinschaft gehören."
Stichwörter: Viktor Orban

Guardian (UK), 26.03.2011

Der Naturforscher und Reiseschriftsteller Redmond O'Hanlon - in der Perlentaucher-Redaktion heiß geliebt für seinen Reisebericht 'Redmonds Dschungelbuch' - ist auf dem niederländischen Clipper Stad Amsterdam die Reise Charles Darwins auf der HMS Beagle nachgefahren (dazu gibt's eine Fernsehserie). Paul Laity nimmt das zum Anlass für ein liebevolles Porträt: "Für seine Doktorarbeit über Conrad und Darwin brauchte er sieben Jahre (Galen Strawson, ein früherer Freund, spricht von 36-stündigen Schlafzyklen und Stacheldraht auf der Treppe), aber er war zugleich Teil einer bemerkenswerten Gruppe von Autoren, die sich alle zwei Wochen im Haus des Dichters James Fenton traf. Dazu gehörten Julian Barnes, Ian McEwan, Craig Raine, Christopher Hitchens, Martin Amis und Timothy Garton-Ash. Bei einer Gelegenheit brachte O'Hanlon Bruce Chatwin mit, der Eindruck zu schinden versuchte. Er 'tat alles, um Fentons Aufmerksamkeit zu erregen. [Mit hoher, klagender Stimme]: Als ich Somerset Maugham besuchte, standen wir bei der Brücke. Er nahm mich von hinten und fickte mich an Ort und Stelle. Fenton hob ein müdes Lid. Dann senkte er es wieder.'"
Archiv: Guardian

Monde (Frankreich), 25.03.2011

Es haben sich ein paar Kleinigkeiten im UN-Menschenrechtsrat getan, konstatiert Caroline Fourest (mehr hier). Der Begriff der "Diffamierung von Religionen", der von einigen islamischen Staaten in Resolutionen der Institutionen eingeschmuggelt worden war, ist neuerdings ersetzt von "Aufruf zum Hass und zur Gewalt gegen Angehörige von Religionen". Die Initiative ging hier offenbar von Pakistan aus, das unter dem Schock politisch-religiöser Morde steht. "Der überraschendste Fortschritt liegt aber darin, dass neue 'Entsendemissionen'' geschaffen wurden", die die Menschenrechtslage in gewissen Ländern überprüfen sollen. "Autoritäre Regimes, vor allem Kuba, glaubten, diese Missionen abgeschafft zu haben. Aber die Allianz zwischen den Tyrannen ist so rissig geworden, der Bruch zwischen Schiiten und Sunniten so tief, dass eine Mission in Bezug auf den Iran nicht mehr verhindert werden konnte."
Archiv: Monde

Folio (Schweiz), 28.03.2011

Sponsoring ist das Thema dieses Hefts. Andreas Heller und Benno Maggi unterhalten sich mit Dietrich Mateschitz, dem Gründer von Red Bull, der beim Marketing nicht gern kleckert: "Unser Gesamtmarketingbudget beträgt ungefähr 1,3 Milliarden Euro". Mateschitz' Sponsoringaktivitäten sind eher untypisch, er fördert keine Ereignisse oder Institutionen, sondern beteiligt sich mit eigenen Teams an Sportereignissen: Red-Bull-Fahrer Sebastian Vettel gewann gerade die Formel-1-Weltmeisterschaft. "Wenn wir Eishockey oder Fußball spielen und dabei gewinnen, wenn wir Formel 1 fahren und Weltmeister werden, dann ist der Effekt viel größer. Die Medien berichten im redaktionellen Teil darüber, wir sind es selber, die den Erfolg feiern."

Auch im Kulturbereich klebt man nicht mehr nur Logos auf die Einladungskarten, berichtet Andreas Heller. "Man will dem Kunden wenn möglich etwas Exklusives bieten, was er für Geld nicht so leicht kaufen kann. Das kann eine Führung des Museumsdirektors persönlich sein, ein Blick hinter die Kulissen des Theaters, der Besuch einer Hauptprobe oder ein Gespräch mit einem Solisten im Anschluss an das Konzert. Das höchste der Gefühle für Sponsoren und ihre Gäste ist ein festliches Essen im Beisein eines Weltstars, so wie unlängst im Konzerthaus Dortmund, als Cecilia Bartoli nach ihrem Rollendebut in 'Norma' eine handverlesene Gästeschar mit ihrer Anwesenheit am Galadiner beglückte."
Archiv: Folio

London Review of Books (UK), 31.03.2011

Perry Anderson zieht eine gründliche Bilanz des brasilianischen Erfolgspräsidenten Luiz Inacio da Silva, genannt Lula. Was dabei herauskommt, ist eine faszinierende tour d'horizon zur politischen, ökonomischen, kulturellen Lage Brasiliens gestern, heute und morgen. Der Linke Anderson, der in Lula nur sehr bedingt einen Linken erkennen kann, schließt mit einem Blick auf eine mögliche revolutionäre Zukunft, die derzeit allerdings in weiter Ferne zu liegen scheint: "Verglichen mit seinen Vorgängern, hatte Lula die Fantasie - sie verdankte sich seiner sozialen Herkunft -, zu sehen, dass der brasilianische Staat sich mehr Großzügigkeit gegenüber den weniger Wohlabenden leisten könnte, und zwar so, dass es wirklich einen substanziellen Unterschied macht. Freilich bedeuteten diese Konzessionen keine Einschnitte für die Reichen und Vermögenderen, denen es nach jedem absoluten Maßstab sogar noch besser - viel besser - erging in den Lula-Jahren. (...) Obwohl aber die wirtschaftliche Verbesserung für die Armen noch kein gesellschaftlicher Machtzuwachs ist, kann das eine doch zum anderen führen. Das schiere Gewicht der armen Wählermassen, macht, stellt man es gegen das schiere Maß der ökonomischen Ungleichheit und politischen Ungerechtigkeit, Brasilien zu einer Demokratie, die mit keiner Gesellschaft des Nordens vergleichbar ist. (...) Der Widerspruch dieser beiden Größen hat sich erst zu formulieren begonnen. Sollte sich die passive Verbesserung einst in aktive Intervention verwandeln, wäre ein anderes Ende der Geschichte absehbar."

Weitere Artikel: Rory Stewart, konservatives Parlamentsmitglied, Ex-Diplomat und gefeierter Autor mit viel Afghanistan-Erfahrung, erklärt, warum er auch im Fall Libyen für eine vorsichtige Intervention plädiert. An frühere Erdbebenkatastrophen in Japan erinnert Peter McGill. Jeremy Harding schreibt einen Artikel über Christopher Hitchens, der sich schon wie ein Nachruf anhört. Über den riesigen Erfolg der dänischen Krimiserie "The Killing" (zu deutsch: "Kommissarin Lund") im britischen Fernsehen schreibt Theo Tait. Pankaj Mishra hat Jennifer Egans neuen Roman "A Mission from the Goon Squad" gelesen.

Magyar Narancs (Ungarn), 17.03.2011

Vor zwei Wochen wurde die erste Version der geplanten - und von vielen als deutlicher Rückschritt gewerteten - neuen ungarischen Verfassung veröffentlicht. Unter anderem wird darin die offizielle Bezeichnung des Landes von "Republik Ungarn" in "Ungarn" geändert. Zwar heißt das nach Ansicht der liberalen Wochenzeitung Magyar Narancs noch nicht, dass die Republik zu Grabe getragen werden muss - aber auch nicht, dass man solch eine Umbenennung ohne Konsequenzen vornehmen kann: "Republik bedeutet nach landläufiger Erklärung jene Staatsform, in der die Führer des Staates als Vertreter und im Auftrag des Volkes über den Mitgliedern der Volkes regieren. Darüber hinaus steht sie auch für jene ausgeklügelte Institutionenstruktur, die es ermöglicht, dass die Mitglieder des Volkes untereinander und mit den Regierenden im Dialog bleiben, dass auch die Verlierer der gemeinsamen Entscheidungen in irgendeiner Art entschädigt werden, dass jede Stimme erhört wird - und dass die Regierenden bei Bedarf gewaltlos und ordnungsgemäß abgelöst werden können. Sowohl sämtliche Erfahrungen des vergangenen Jahres als auch zahlreiche Passagen der soeben entstehenden Verfassung deuten darauf hin, dass die Mächtigen von heute dieses Modell nicht nur nicht verstehen, sondern es geradezu verabscheuen - und dass diese Abscheu nicht nur den Institutionen der Republik gilt, sondern auch deren Grundlage: der Freiheit und der Würde des Einzelnen."

New York Times (USA), 27.03.2011

Jesse Lichtenstein stellt im Sunday Magazine die beiden Nachwuchs-Genies Matthew Fernandez und Akash Krishnan vor, die offenbar recht erfolgreich einem Computer beibringen, Gefühle zu erkennen. "Ihr Algorithmus erlaubt ihnen, Emotion des Sprechers zu bestimmen, indem sie 57 verschiedene Komponenten eines akustischen Signals mit einem vorhandenen Signal vergleichen, das von menschlichen Hörern bereits als 'fröhlich' oder 'verärgert' definiert wurde. Bisher versteht ihr Algorithmus weder Zuversicht noch Sarkasmus, aber er kann in Echtzeit Furcht erkennen, Wut, Freude und Trübsinn, ohne soviel Prozessorkapazität zu schlucken, dass er für ein Handgerät unpraktisch wird."

In der Book Review bespricht Geoffrey Ward fasziniert Joseph Lelyvelds Buch "Mahatma Gandhi and His Struggle With India", das sehr eindrücklich schildere, wie Gandhi in Südafrika zum großen Sozialreformer wurde. (Im Gegensatz dazu beschreibt Andrew Roberts Gandhi in einer ätzenden Kritik im Wall Street Journal als Heuchler, Rassisten und alten Lüstling, dessen große Liebe im übrigen laut Lelyveld ein deutscher Architekt und Bodybuilder namens Hermann Kallenbach war, Bild).

Außerdem: Zu einem der aufregendsten Autoren Europas adelt Sarah Fay den Schweizer Peter Stamm, dessen Roman "Sieben Jahre" sie gerade in der englischen Übersetzung gelesen hat: "Stamms Talent ist augenfällig, aber was ihn zu einem Autor macht, den man lesen sollte, den man oft lesen sollte, ist die Art, wie er heutiges Leben als eine stetige Folge von Brüchen darstellt." Und Leland de la Durantay begrüßt die englische Übersetzungen von Thomas Pletzingers "Bestattung eines Hundes": "'Funeral for a Dog' ist voller Seltsamkeit, nicht satirische Seltsamkeit, nicht magische Seltsamkeit, sondern realistische, und sein Hauptthema ist die Seltsamkeit des Verlusts."