Vorgeblättert

Amartya Sen: Die Idee der Gerechtigkeit

13.09.2010. Wem gebührt die Flöte: Clara hat sie gebaut, Anne kann sie als einzige spielen, aber Bob hat sonst gar nichts. In seinem neuen Buch verfolgt Amartya Sen "Die Idee der Gerechtigkeit" nicht als Frage der reinen Vernunft, sondern mit Blick auf die praktischen Fortschritte. Lesen Sie hier einen Auszug über "Gleichheit und Freiheit".
Amartya Sen: Die Idee der Gerechtigkeit
Aus dem Englischen von Christa Krüger

C.H. Beck Verlag, München 2010
493 Seiten, gebunden, Euro 29,95

Erscheint am 22. September 2010

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Klappentext: Drei Kinder streiten darüber, wem von ihnen eine Flöte gehören sollte. Das erste Kind hat Musikunterricht gehabt und kann als einziges Flöte spielen. Das zweite ist arm und besitzt keinerlei anderes Spielzeug. Das dritte Kind hat die Flöte mit viel Ausdauer selbst angefertigt.
Mit diesem Gleichnis eröffnet Amartya Sen, einer der wichtigsten Denker unserer Zeit, sein Buch über die Idee der Gerechtigkeit. Es ist John Rawls gewidmet und grenzt sich doch von der wirkungsmächtigsten Gerechtigkeitstheorie des 20. Jahrhunderts ab. Wer eine weitere abstrakte Diskussion der institutionellen Grundlagen einer gerechten Gesellschaft erwartet, der wird enttäuscht sein. Wer sich hingegen darüber wundert, was diese Theorien eigentlich zur Bekämpfung real existierender Ungerechtigkeiten beitragen, der wird großen Gewinn daraus ziehen. Sen nämlich stellt die Plausibilität solcher Anstrengungen der reinen Vernunft in Frage. Seine Theorie der Gerechtigkeit ist weniger an der Ausformulierung einer ethisch perfekten Gesellschaft interessiert als an Argumenten, deren Maßstab die konkrete Überwindung von Ungerechtigkeit ist.
Sen eröffnet Perspektiven, die dem westlichen Denken meist fehlen. Seine Kenntnis der hinduistischen, buddhistischen und islamischen Kultur ist wundervoll eingewoben in das Buch und prägt den ganzen Charakter seines Philosophierens. Die Vernunft sucht die Wahrheit, wo immer sie sich finden lässt - und wie der Autor dieses außergewöhnlichen Werkes entdeckt sie auf ihrer weiten Reise viele gangbare Wege zu einer gerechteren Welt.

Zum Autor
: Amartya Sen, geboren 1933 in Santiniketan, Indien, ist Professor für Philosophie und Professor für Ökonomie in Harvard und war Master des Trinity College in Cambridge. 1998 erhielt er den Nobelpreis für Ökonomie, im November 2007 den Meister-Eckhart-Preis. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen Ökonomie für den Menschen (2000) und Ökonomische Ungleichheit (1992).

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