Vorgeblättert

Winfried Speitkamp: Ohrfeige, Duell und Ehrenmord

06.09.2010. Der Historiker Winfried Speitkamp untersucht in seinem Buch "Ohrfeige, Duell und Ehrenmord" die Ehrbegriffe und Ehrkonflikte in vielen Kulturen und ihre Wandlungen von der Antike bis zur Gegenwart. Lesen Sie hier Auszüge von der Geschichte der gekränkten Ehre, des Duells und des Mordes.
Winfried Speitkamp: Ohrfeige, Duell und Ehrenmord
Eine Geschichte der Ehre

Reclam Verlag, Stuttgart 2010
350 Seiten, gebunden, Euro 24,95

Erscheint am 23. September 2010

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Klappentext: Alles im Namen der Ehre: Duelle mit tödlichem Ausgang, heilige Eide und schmähliche Selbstmorde in Hotelbadewannen, öffentliche Ohrfeigen, nationale Mobilmachung, erdolchte Töchter, blutig gerächte Brüder und Väter, Frauenstreit auf der Domtreppe, geraunte Beleidigungen, Kopfstoß und Abgang eines Fußballidols.
Dabei ist die Ehre weniger ein Gefühl als eine Sprache für Gefühle, die in Konflikten um Rang, Status und Hierarchie heraufbeschworen werden: Jeder empfindet etwas anderes als Schmach, Schande oder eben Ehrung, der auf dem Spiel stehende Wert erscheint dem einen für jedes Opfer gut, dem anderen aber nur lächerlich. Deshalb gibt es in jeder Kultur Ehrbegriffe und Ehrkonflikte, deren Wandelbarkeit der Historiker Winfried Speitkamp umfassend darstellt: von altgriechischer Krieger- und altrömischer Amts- und Tugendehre bis zur mediterranen Ehre, japanischem Bushido und dem Stolz junger Männer im heutigen Kenia. Zu einer friedlichen Verhandlung von Ehrkonflikten gehört das Wissen um die Geschichtlichkeit und die Nichtübertragbarkeit der eigenen Ehrvorstellungen auf andere. Gerade dies leistet diese Geschichte der Ehre: Aufklärung über Fremde und uns selbst.

Zum Autor: Winfried Speitkamp wurde 1958 in Düsseldorf geboren und studierte Geschichts- und Politikwissenschaften in Marburg. Nach dem Studium promovierte er 1986 an der Philipps-Universität Marburg mit einer Arbeit zur kurhessischen Verfassungsgeschichte im frühen 19. Jahrhundert. 1994 habilitierte er sich in Gießen mit einer Studie zum Verhältnis von Staat und Denkmalpflege zwischen 1871 und 1933. Heute ist er Professor für Neuere Geschichte an der Universität Kassel.


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