Heute in den Feuilletons

Morgenländische Erotik

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
19.05.2011. Die Büchner-Preisentscheidung für F.C. Delius stößt auf geteilte Reaktionen. FAZ und SZ schätzen den Autor, aber nicht den Preis für den Autor. Aber die Welt ist sehr zufrieden. Gawker zitiert die bizarren Nazibekenntnisse Lars von Triers. Die Freischreiber dokumentieren, wie sich die Medien im Zeitalter des Leistungsschutzes die Rechte der Autoren vorstellen. Der Freitag staunt: Auch die Grünen haben ihre Wagenknecht, sie heißt Reinhard Loske. In der Zeit entwickelt Klaus Harpprecht schlüpfrige Fantasien zum Fall DSK.

Welt, 19.05.2011

Tilman Krause ist sehr zufrieden mit der Büchner-Preisentscheidung für F.C. Delius. Besonders lobt er Delius' Auseinandersetzung mit Berlin und mit der der Zeit des Terrorismus in Deutschland: "Man übertreibt wohl nicht, wenn man das faktengesättigte 'Mogadischu Fensterplatz', das die Lähmungsgefühle jener Jahre geschickt mit der Dramatik der Flugzeugentführung von 1977 verwebt, als ein Kultbuch der achtziger Jahre bezeichnet - vor allem im alten West-Berlin."

Hanns-Georg Rodek hat in Cannes Lars von Triers "Melancholia" gesehen, in dem sich die Menschheit mit ihrem Ende in Gestalt eines auf sie herabstürzenden Planeten auseinander setzen muss: "Um allen falschen Hoffnungen vorzubeugen, erledigt von Trier die Themen 'Spezialeffekte' und 'Spannung auf den Ausgang' schon, bevor der Titel erscheint. Kirsten Dunsts Gesicht füllt die Leinwand, langsam öffnet sie die Augen, und hinter ihr sieht man in Zeitlupe Vögel vom Himmel fallen."

Weitere Artikel: Manuel Brug fragt in der Leitglosse, ob sich nach dem Abgang der Berliner Philharmoniker womöglich Daniel Barenboim oder auch Christian Thielemann mit ihren respektiven Staatskapellen als Osterei ins Salzburger Nest legen. Peter Beddies spricht mit Jodie Foster über ihren Film "Der Biber" und natürlich über Mel Gibson. Stefanie Bolzen besucht das neue Museum aan de Stroom in Antwerpen.

Besprochen werden "Moses und Aron" in Achim Freiers Zürcher Inszenierung, eine Ausstellung über die Zitrone - "Die Frucht der Verheißung" - im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Aus den Blogs, 19.05.2011

In aller Ausführlichkeit zitiert Gawker die bizarren Nazi-Bekenntnisse, bei denen sich Lars von Trier gestern in Cannes etwas verhaspelte: "For a long time I was a Jew and I was happy to be a Jew, then I met Susanne Bier and I wasn't so happy. But then I found out I was actually a Nazi. My family was German. That also gave me pleasure. What can I say? I understand Hitler. I sympathize with him a bit. I don't mean I'm in favor of World War II and I'm not against Jews, not even Susanne Bier. In fact I'm very much in favor of them. All Jews. Well, Israel is a pain in the ass ... How can I get out of this sentence? OK, I'm a Nazi." (Die Pressekonferenz kann man sich hier ansehen, der Wahnsinn beginnt mit Minute 35.)

Interessante Details trägt Burkhard Müller-Ullrich auf Achgut zur amerikanischen Sitte des "Perp Walk" bei: "Wie weit diese Demütigungs-Folklore eigentlich gehen darf, darüber wird in den USA durchaus kontrovers diskutiert, denn natürlich gilt eigentlich auch dort für jemanden, der noch nicht rechtskräftig verurteilt worden ist, die Unschuldsvermutung. Sie gilt im Bereich der Justiz, sie gilt nicht - wie jeder weiß - bei den Medien. Die Medien waren es, die den 'perp walk' forderten und förderten, weil sie - vor allem das Fernsehen - eindrucksvolle Bilder brauchen, um ihre Stories zu garnieren."

Al Tompkins hat für Poynter einige Zitate amerikanischer Journalisten zusammengetragen, die das genau bestätigen: "'Those 30 seconds of a perp walk are the lifeblood to the TV news,' Harris [preisgekrönter investigativer Fernsehreporter] confirms. 'Between that and the mug shot that is often all you got as visuals to tell a crime story.'"

FR, 19.05.2011

Harry Nutt gratuliert F.C. Delius zum Büchner-Preis und stellt klar, dass Delius nicht der 68er sei, als der er bezeichnet werde: "Eher schon sei er ein 66er gewesen. Einer der dabei war, als alles begann. Als 1968 die ideologischen Verhärtungen und die Dogmatisierung zunahmen, habe er sich bereits als Zurückgebliebener gefühlt."

In Times mager seufzt Daniel Kothenschulte über Lars von Triers bizarren Auftritt in Cannes, bei dem er sich als Nazi outete: "Die Goldene Palme hatte er wenige Minuten zuvor fast in den Händen gehalten." Anke Westphal fand den Triers Weltenendenfilm "Apokalypse" nämlich sehr licht und schön.

Besprochen werden Pepe Danquarts Doku "Joschka und Herr Fischer" (der laut Michael Kohler leider alles auslässt, was heute interessant sein könnte), die Ausstellung "Vorübergehend unsichtbar" im Frankfurter MMK Zollamt, Toni Morrisons "Desdemona"-Monolog bei den Wiener Festwochen, Jodie Fosters Psychodrama "Der Biber", der sechste Band von Thomas Manns Essays (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
Anzeige

NZZ, 19.05.2011

Knut Henkel berichtet von einem Kulturprojekt, das Jugendliche in Medellins gefährlichstem Stadtviertel Comuna 13 initiiert haben. Nora Gomringer war auf dem Poesie-Festival in Sarajewo, auf dem unter anderem der serbo-amerikanische Dichter Charles Simic für sein Lebenswerk geehrt wurde.

Besprochen werden eine Ausstellung der schwarzen Lithografien von Odilon Redon im Pariser Grand Palais, die Komödie "Almanya - Willkommen in Deutschland" von Yasemin und Nesrin Samdereli, der lyrische Doppelband "Nachtschicht/Schattenzone" von Erika Burkart und Ernst Halter (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

TAZ, 19.05.2011

Hans-Christoph Zimmermann schreibt über den Dramatiker Lothar Kittstein, dessen neues Stück "Die Bürgschaft" jetzt bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen uraufgeführt wird. Julian Weber porträtiert die New Yorker Band Gang Gang Dance und stellt ihr aktuelles Album "Eye Contact" vor. Cristina Nord berichtet aus Cannes über absturzgefährdetes Übersinnliches und Lars von Triers Wettebewerbsbeitrag "Melancholia".

Auf der Medienseite sind die in einer Übung entstandenen Kommentare von vier Journalistikstudenten der Henri-Nannen-Schule zu lesen, die sich mit der Aberkennung des Henri-Nannen-Preises für Spiegel-Redakteur Rene Pfister befassen.

Besprochen werden die Ausstellung "Zwischen Film und Kunst - Storyboards von Hitchcock bis Spielberg" in der Kunsthalle Emden, Maria Speths Dokumentarfilm "9 Leben" über ehemalige auf der Straße lebende Jugendlich in Berlin und Jodie Fosters Film "Der Biber" mit Mel Gibson.

Und Tom.

Weitere Medien, 19.05.2011

Mit Blick auf das umgebaute Felix-Nussbaum-Museums in Osnabrück fragt Oliver Heilwagen in der Jüdischen Allgemeinen, warum Daniel Libeskind eigentlich immer immer dasselbe jüdische Museum entwirft. Dabei kann er doch auch hell, schwungvoll und übersichtlich bauen. "Nur wenn es jüdisch wird, kommen bei Libeskind stets die gleichen, irritierend düsteren Labyrinthe heraus - brutalistische Bunker-Ästhetik, jeder Quadratmeter ein Klagegesang über den Holocaust. Können nicht lichtvolle, luftige Gemäuer gebaute Zuversicht ausdrücken?"

Presseverlage drücken bei Politik und Gesellschaft kräftig auf die Tränendrüse, wenn's um Leistungsschutzrechte geht. Die Freischreiber zitieren jetzt aus einem Vertrag von Gruner und Jahr für freie Journalisten, der zeigt, dass diese wiederum von den Verlagen total entrechtet werden. Über eine Zweitverwertung seiner Artikel kann ein Urheber im Grunde gar nicht mehr entscheiden. Ein Auszug: "Die G+J Wirtschaftsmedien haben insbesondere das Recht, die Beiträge beliebig oft für redaktionelle, werbliche und gewerbliche Zwecke in Printmedien (insbesondere Zeitungen, Zeitschriften, Sonderausgaben und Sonderdrucken der Beiträge, Zeitungen und Zeitschriften, Büchern und Kalendern), in (Lizenz- und Merchandising-)Produkten der G+J Wirtschaftsmedien, in Rundfunk, Film, Fernsehen, im Internet, in Mobilfunknetzen, anderen Datennetzen, auf Datenträgern und in jeglicher sonstiger digitaler Form (alle Speicher-, Träger- und Übertragungstechniken und -geräte, z.B. als e-Paper, e-Magazine oder mobile Applikation) zu nutzen, die Beiträge in Datenbanken zur Recherche und zum Download bereitzuhalten, zu digitalisieren, zu archivieren und in Pressespiegeln sowie in der Öffentlichkeitsarbeit und Eigenwerbung für die Medien und Produkte der G+J Wirtschaftsmedien zu nutzen. Die G+J Wirtschaftsmedien dürfen die Nutzungsrechte auf Dritte übertragen..." So frei ist der Freie in der freien Öffentlichkeit.

Freitag, 19.05.2011

Auch die Grünen haben noch ihre Wagenknechts. Michael Jäger hat das Büchlein "Abschied vom Wachstumszwang" des Bremer Umweltsenators Reinhard Loske gelesen und staunt, dass dieser "den Abschied vom Wachstumszwang für unvereinbar mit Aktiengesellschaften hält, dass er das Recht zur Geldschöpfung auf die Zentralbank beschränken und Ferntransporte von Schlachtvieh verbieten will; dass er Stadtwerke, hohe Spitzensteuersätze, das bedingungslose Grundeinkommen und die kostenlose Verteilung guten Essens in Ganztagsschulen fordert."

Außerdem: Rüdiger Dannemann liest Bücher zu Bob Dylan. Der Germanist Ralf Klausnitzer fragt, welche Rückwirkungen die DigiPlag-Bewegung auf die Wissenschaften haben könnte. Aus dem Guardian wird ein Porträt Hadley Freemans über den Schauspieler Gabriel Byrne (dem Psychotherapeuten aus der Serie "Treatment") übernommen. Und Matthias Dell hat die Premiere von Dieter Schumanns Film "Wadans Welt" über eine Werft in Wismar dortselbst gesehen und war tief beeindruckt.

SZ, 19.05.2011

Als Zumutung empfindet es Thomas Steinfeld, dass ihn die Akademie für Sprache und Dichtung mit ihrer Verleihung des Büchner-Preises an Friedrich Christian Delius doch glatt nötigt, (offenbar ausnahmsweise mal) das zu sagen, was er denkt: "Es hat etwas Unziemliches und Rücksichtsloses, wenn die Deutsche Akademie die Literaturkritik dazu zwingt, Vorbehalte gegen eine Autorschaft anzumelden, über die man anderenfalls nie ein herabsetzendes Wort verloren hätte - und gegen einen Autor, den man nur als angenehmen Menschen kennenlernen kann."

Leicht irre wankt Tobias Kniebe in Cannes aus Lars von Triers "Melancholia": "Kirsten Dunst hat uns angestarrt, leichenblass, aus halbgeschlossenen Augen. Gott, wie sie starren konnte. Tote Singvögel fielen vom Himmel, unendlich langsam, hinter ihr. Richard Wagner dröhnte dazu, 'Tristan und Isolde', die Ouvertüre. In der Nacht nahm Kirsten ein Mondbad, splitternackt am Fluss. Gott, war ihr Körper schön." Und dann war noch was mit Naziwurzeln, aber das ist alles Quatsch: "Der Morast, in dem er hier versinken will, ist der Morast der deutschen Romantik."

Weitere Artikel: Höchst positiv beurteilt Helmut Mauro die Arbeit der Siemens-Stiftung an der Etablierung der Neuen Musik in China und ist für die entsprechenden Konzerte doch tatsächlich (auf Kosten der SZ?) nach Peking geflogen. Inga Rahmsdorf war dabei, als Blogger aus Nordafrika in Berlin über die Revolution diskutierten. Von einer langen Nacht der Bestatter in Wien berichtet Helmut Schödel. In vielen bunten Bildfetzen erinnert sich Tobias Kniebe an Dinge, die in Filmen und Pressekonferenzen (war da wirklich etwas mit Hitler?) in Cannes möglicherweise geschahen. Im Interview erklärt sich Regisseurin Jodie Foster zu ihrem Film "Der Biber" und ihrem nicht unumstrittenen Hauptdarsteller Mel Gibson. Michael Struck-Schloen berichtet von den Wittener Tagen der neuen Kammermusik, die dem Komponisten Stefano Gervasoni einen Programmschwerpunkt widmeten. Lothar Müller wünscht sich, dass man auch in Stockholm Man Booker International Prize für Philip Roth etwas mitbekommt. Stefan Dornuf gratuliert dem Philosophen Alfred Schmidt zum Achtzigsten. Harald Eggebrecht schreibt zum Tod des Cellisten Bernard Greenhouse. Auf der Medienseite feiert Marc Felix Serrao die im Windschatten öffentlicher Aufmerksamkeit in ZDF Neo laufende Talkshow von Benjamin Stuckrad-Barre

Besprochen werden die Ausstellung "James Stirling: Notes From the Archive" in der Tate Britain, in München anlaufende Filme, darunter die Rennfahrerdoku "Senna" und die Musikdokumentation "Benda Billi" und Bücher, darunter Nina Jäckles Roman "Zielinski" (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

FAZ, 19.05.2011

Friedrich Christian Delius ist ein ehrenwerter Autor, kein Zweifel, meint Felicitas von Lovenberg. Und doch klingt sie gar nicht zufrieden mit der Büchner-Preis-Verleihung an den Autor. Zu spät kommt sie, zu wenig riskant ist sie ihr: "Vielleicht hat es mit der werkimmanenten Zurückhaltung dieses Schriftstellers zu tun, dass keine rechte Begeisterung über die Ehrung aufkommen will, mit welcher die Akademie nun eines ihrer langjährigen Mitglieder bedenkt. Fünf Jahre, von 2003 bis 2008, gehörte Delius übrigens selbst zu jenem inner circle, der über die Vergabe entscheidet."



Romantiker? Ach was, Alexander McQueen war viel mehr, meint ein beeindruckter Jordan Mejias nach seinem Gang durch die Schau, die das New Yorker Metropolitan Museum of Art dem britischen Modedesigner gewidmet hat (hervorragende Webseite): "Dass McQueen das Schneiderhandwerk beherrschte, gestehen ihm nicht bloß seine Fans zu. Nirgendwo aber hat er gelernt, Menschenhaar durch Seidenbahnen schimmern zu lassen. Oder die Schultern einer Ponyjacke mit Antilopenhörnern zu krönen. Oder Würmer in ein durchsichtiges Plastikmieder zu schweißen. Oder Engelsflügel aus Balsaholz zu fertigen und ein lilafarbenes Lederkleid mit einer langen Rosshaarfranse zu versehen."

Weitere Artikel: Anerkennend stellt Paul Ingendaay fest, dass die jugendlichen Protestierer auf Spaniens Straßen und Plätzen "durch Diskussionszirkel und Beachtung des Alkoholverbots ihre Ernsthaftigkeit unter Beweis" stellen (in den Blogs kursiert das Thema schon seit einigen Tagen, interessante Links bringt Spreeblick). Jordan Mejias liest in amerikanischen Zeitschriften manche Überlegung zur Frage, wie stark die Erjagung Bin Ladens das Bild Barack Obamas in den Augen der Öffentlichkeit verändert hat. In der Glosse beobachtet Dirk Schümer Biennalevorbereitungen in der Lagune. Gina Thomas meldet, dass Philip Roth den diesjährigen Man Booker International Prize erhält. Auf der Kinoseite sichtet Verena Lueken Neues unter anderem von Aki Kaurismäki und Lars von Trier in Cannes. In den Nebenreihen des Festivals hat sich Rüdiger Suchsland umgesehen.

Besprochen werden Elias Perrigs Baseler Inszenierung von Tschechows "Drei Schwestern", Inszenierungen von "Ideomeneo" an Komischen und "Samson und Delila" an der Deutschen Oper in Berlin (für beide gilt laut Jan Brachmann: Musik gelungen, Inszenierung eher nicht), Tobias Wellemeyers Potsdamer Inszenierung von Ben Johnsons "Volpone", die Ausstellung "Walter Benjamin: Eine Reflexion in Bildern" im Architekturmuseum MünchenJohnny Hallydays neues Album "Jamais seul", Pepe Danquarts Film "Joschka und Herr Fischer" und Bücher, darunter Anna-Elisabeth Meyers Romandebüt "Fliegengewicht" (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

Zeit, 19.05.2011

Ein gefundenes Fressen ist die Verhaftung von Dominique Strauss-Kahn für Klaus Harpprecht. Er lässt seinen Gedanken zum Verhältnis von Macht und Eros in Frankreich seit Heinrich IV. freien Lauf, aber auch der Häme und einer schlüpfrigen Altherrenfantasie: "Vermutlich hat er - das verwöhnte Söhnchen einer großbürgerlichen Familie - die Liebe bei einem Dienstmädchen gelernt, wie das in seiner Kaste üblich war. Vielleicht bei einer schüchtern-schlauen Marokkanerin, die sich auf die einfachen Künste der morgenländischen Erotik verstand (und reichlich für das Opfer entlohnt wurde). Kaum bei seiner deutschen Gouvernante...."

Bernard-Henri Levy kann da im Interview mit Gero von Randow nur noch einmal konstatieren: "Man wirft einen Mann nicht so den Hunden vor. Und man darf der Meute, diesen Kopfgeldjägern auf der Jagd nach Bildern, ein Schauspiel von solcher Grausamkeit nicht präsentieren."

Weiteres: Katja Nicodemus erzählt die Abenteuer ihrer Film-WG in Cannes, von Terrence Malicks "Erlösungsknaller" bis zu koreanischen Suppen-Diners mit "fermentierten Tintenfischärmchen". Andrea Hanna Hünninger erliegt dem Phänomen Lady Gaga und ihrem Video "Judas": "Nicht eimal der Ruhm schadet ihr. Und jeder weiß doch: Authentizität wird nur von Leuten gefordert, die für das Gegenteil stehen: von Musikkritikern und anderen Intellektuellen." Claus Spahn feiert die phantastische Form des Leipziger Gewandhausorchesters unter Riccardo Chailly. Welten, die ihren Untergang bereits hinter sich haben, hat Peter Kümmel bei den Salzburger Festwochen mit Toni Morrison und Christoph Marthaler erlebt. Hanno Rauterberg besucht Hans-Peter Feldmann, dem das New Yorker Guggenheim gerade eine Ausstellung widmet. Thomas Groß gratuliert Bob Dylan zum Siebzigsten.

Buchbesprechungen widmen sich Alain Ehrenbergs Untersuchung zum "Unbehagen in der Gesellschaft" und Marie N'Diayes "Selbstporträt in Grün" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).