Heute in den Feuilletons

Meister in Sambo

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
16.01.2009. Wie hell strahlt Daniel Kehlmanns "Ruhm"? Die Feuilletons sind uneins, aber alle pünktlich zur Stelle. Die Welt vernimmt amerikanische Rufe nach etwas ganz Unerhörtem: einem Kulturminister unter Obama. Im Rheinischen Merkur traut Noam Chomsky dem neuen Präsidenten aber gar nicht über den Weg. Im Freitag schildert György Dalos den kalten Bürgerkrieg zwischen Rechts und Links in Ungarn.

FR, 16.01.2009

Beruhigend, altmodisch, bieder: Ina Hartwigs Urteil über Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" ist nach einer seitenlangen Kritik nicht unbedingt gnädig. Vorher aber hat man den Eindruck, dass sie sich ganz gut amüsiert hat: "Jedenfalls ist es schon ziemlich cool, nach allem, was passiert ist, ein Buch vorzulegen, das den Titel 'Ruhm' trägt. Als Gattungsbezeichnung steht darunter: 'Roman in neun Geschichten'. Auch das ziemlich cool: Es ist nämlich gar kein Roman, und von Ruhm handelt das Buch ebensowenig. Höchstens von verfallendem Ruhm, von der Lächerlichkeit und also Komik des Ruhms, von den Selbstzweifeln, den Freiheitswünschen derer, die vom Ruhm befallen sind wie von einer Plage. Und es handelt von jenen, denen der Ruhm verwehrt ist - und die ihn deshalb für eine Verheißung halten."

Weitere Artikel: Jutta Limbach höchstselbst bespricht Christian Bommarius' Buch "Das Grundgesetz - eine Biografie". Tobias Richtsteig stellt die Arbeit der Jazzwerkstatt Berlin-Brandenburg vor. Auf der Medienseite berichtet Joachim Frank, dass die Verlagsgruppe DuMont Schauberg, zu der die FR, aber auch demnächst der Berliner Verlag gehören, zu einer Holding umgestaltet wird.

Besprochen wird Ibsens "Borkman" an der Schaubühne in Berlin.

Welt, 16.01.2009

Uwe Schmitt berichtet über eine recht ungewöhnliche Initiative in den USA: Der Musiker und Produzent Quincy Jones und einige andere fordern (unter anderem in einer Petition) einen amerikanischen Kulturminister: "Was Jones will und was 'Americans for the Arts' und 16 weitere Organisationen von Obama wollen, ist ein Gesicht. Jemanden, der sich offen, gewappnet mit dem Prestige des Präsidenten, im Weißen Haus für die Künste schlägt. Sind ein paar Millionen für den Posten und eine Mannschaft zuviel verlangt?"

Weitere Artikel: Ulrich Weinzierl lässt erste Ereignisse des Kulturhauptstadtjahrs in Linz an sich vorüberziehen. Sascha Lehnartz widmet sich der Frage, ob "Asterix" nach dem Tod des Zeichners Uderzo (noch lebt er aber) weiter fortgesetzt werden soll. Gernot Facius unterhält sich mit dem Autor Hubert Wolf ("Papst und Teufel") über Pius XII., dem in Berlin eine Ausstellung gewidmet ist. Manuel Brug kommentiert die Einsetzung Peter Raddatz' als Chef der Berliner Opernstiftung - und zwar recht unfreundlich. Michael Pilz resümiert neue Plagiatsfälle um Prince und Bushido. Katharina Dockhorn berichtet über Arbeitskämpfe an deutschen Filmsets - die Gewerkschaften wollen hier jetzt auch Arbeitstage von acht Stunden und außerdem zehn Prozent mehr Lohn. Ulf Poschardt erinnert an den Kunstkritiker Clement Greenberg, der Jackson Pollock entdeckte und in diesen Tagen hundert Jahre alt würde.

Besprochen wird Ibsens Bankiersdrama "John Gabriel Borkman" an der Berliner Schaubühne.

Auf der Magazinseite erinnert Christian Unger an die Selbstverbrennung Jan Pallachs aus Protest gegen den Einmarsch der Sowjets in die CSSR vor vierzig Jahren.

Weitere Medien, 16.01.2009

Der bedeutende Linguist und weithin als Gesellschaftskritiker angesehene Noam Chomsky hat im Gespräch mit Hans-Joachim Neubauer im Rheinischen Merkur so seine Zweifel über den kommenden amerikanischen Präsidenten: "Selbst die Linken halten Obama für einen prinzipiellen Gegner des Irakkrieges. War er das? Für ihn war der Irakkrieg ein strategischer Missgriff. Prinzipielle Ablehnung hätte bedeutet zu sagen, dass es falsch ist, nicht, dass es nicht funktioniert. Nach Stalingrad haben auch Nazi-Generäle gesagt, es wäre ein Fehler gewesen, so weit zu gehen."
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Stichwörter: Noam Chomsky, Irakkrieg

NZZ, 16.01.2009

Der im rumänischen Banat geborene Schriftsteller Richard Wagner erinnert an Jan Palach, der sich am 16. Januar 1969 aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings durch die sowjetischen Panzer auf dem Wenzelsplatz verbrannte (und dem Wagner damals ein Gedicht schrieb): "Wenn Dubcek der Held meiner Träume war, so wurde Jan Palach zum Helden meiner Trauer. Im Rumänien von 1968 erklärte sich der neu nachgerückte Parteichef Ceausescu, der jüngste im Ostblock, der den Reformer spielte, mit Dubcek solidarisch. Als er in einer Spontanrede, vom Balkon des ZK-Gebäudes in Bukarest, den gerade erfolgten Einmarsch des Warschauer Pakts in Prag verurteilte, war er für einen Augenblick der Held meiner Begeisterung."

Weiteres: Begeistert ist Barbara Villiger Heilig vor allem von Hauptdarsteller Josef Bierbichler in Thomas Ostermeiers Ibsen-Inszenierung "John Gabriel Borkman" an der Berliner Schaubühne: "Vielleicht sollte sich Ostermeier diesen sagenhaften Protagonisten genauer ansehen. Entgegen den Regieabsichten zeigt er nämlich, nebst vielem anderen, den Ursprung unserer Finanzkrise." Andrea Köhler informiert, dass in den USA sehr dankbar zur Kenntnis genommen wird, dass Barack Obama auch die "reflexiven Künste" wieder miteinbeziehen will, auch wenn man sich literarisch nicht allzu viel von dem Gedicht verspricht, dass Elizabeth Alexander auf ihn dichten soll. Ueli Bernays versucht sich zu erklären, warum derzeit Frauen das Popgeschäft dominieren. Besprochen werden die beiden Ausstellungen zur deutschen Sprache im Bonner Haus der Geschichte ("Man spricht Deutsch") und im Deutschen Historischen Museum in Berlin ("Die Sprache Deutsch").

Auch bei der NZZ wurden die Medienseiten offenbar eingedampft. Auf der einzigen verbliebene Seite stellt Christa Piotrowski das Blog "Big Hollywood" vor, mit dem Andrew Breitbart dem liberalen Zeitgeist den Garaus machen will. "Schauspieler, die Repressalien befürchteten, wenn sie sich als Konservative outeten, könnten unter einem Pseudonym schreiben, sagt Breitbart." Rainer Stadler fürchtet, dass die hiesigen Medienmanager nicht zimperlicher als David Montgomery vorgehen.

Berliner Zeitung, 16.01.2009

Mit boshaftem Strich skizziert Ulrich Seidler die bisherige Karriere Thomas Ostermeiers an der Schaubühne, die mit der neuen Inszenierung von Ibsens Spekulantendrama "John Gabriel Borkmann" jetzt doch angekommen zu sein scheint: "Der unverhoffte, schicksalhafte Bonus der tatsächlich brennenden Aktualität, mit der sich nun wuchern lässt, soll nicht verdecken, dass Ostermeier schon immer kapitalismuskritisch argumentierte - also im Moment ohnehin Konjunktur genossen hätte. Ausgerechnet jetzt, wenn er Aktualisierungen weitgehend subtil und selbstverständlich handhabt - ein Telefon, ein 'Leck mich am Arsch, du alter Sack', eine Anspielung auf den Eisenbahn-Suizid des Unternehmers Adolf Merckle - darf das Stück seine Kraft entwickeln ohne für irgendwelche frisch aufgebügelten Thesen in die Pflicht genommen zu werden. Ibsen hätte es gefreut."

Außerdem: Birgit Walter sieht noch nicht, wie der neue Generaldirektor der Opernstiftung, Peter F. Raddatz, die alten Probleme lösen will - ohne Konzept und mehr Befugnisse. Peter Uehling stellt das Programm der MaerzMusik für 2009 vor. Und Frank Junghänel bespricht Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm".

Freitag, 16.01.2009

Der Autor György Dalos zeichnet die Konturen eines Kalten Bürgerkriegs nach, zu dem sich die hasserfüllten Auseinandersetzungen zwischen Rechts und Links in Ungarn ausgewachsen hätten: "Normalerweise wünschte man Regierungen mit derart gravierenden Misserfolgen, wie sie für die seit 2002 herrschende sozialliberale Koalition typisch waren, den möglichst baldigen Sturz via Stimmzettel. Ein Wechsel an der Macht sollte nicht mehr bedeuten, als dass die neue Garnitur die Chance erhält, die Fehler der alten zu korrigieren. Die gescheiterten Parteien hätten sich eine Ruhepause gegönnt, während der sie vielleicht über die begangenen Fehler nachdenken und sich auf eine neue Phase an der Regierung vorbereiten können. Doch diese Einstellung existiert in der Republik Ungarn überhaupt nicht. Machtverlust ist in den Augen der politischen Eliten gleichbedeutend mit dem Tod und jede Wahlschlacht ähnelt einem Überlebenskampf."
Stichwörter: György Dalos, Ungarn

Tagesspiegel, 16.01.2009

Nicht wirklich hingerissen, aber doch beeindruckt schreibt Gregor Dotzauer über Daniel Kehlmanns neuen Roman: "'Ruhm' will ein Buch ohne Mitte sein: ein Kaleidoskop, das man in jeder beliebigen Richtung lesen kann. Es hat nur den Schönheitsfehler, dass es doch eine interne Dramaturgie mit zuweilen überdeutlichem Verweischarakter besitzt, wie die zweite Lektüre enthüllt. Wie man dieses Kaleidoskop aber dreht und wendet: Mit 'Ruhm' hat sich Kehlmann noch weiter in die Mitte der deutschen Gegenwartsliteratur geschrieben - raffiniert genug, um erfahrene Leser für sich einzunehmen, und eingängig genug, um weniger Erfahrene in Bann zu schlagen. Niemand soll so tun, als hätten wir einen solchen Schriftsteller nicht lange vermisst."

Und: Peter F. Raddatz, bisher Intendant der Kölner Bühnen und zukünftig Generaldirektor der Berliner Opernstiftung, erklärt im Interview seine noch recht wolkigen Pläne für die Berliner Opern. Die Vermählung von Berliner Filz und Kölner Klüngel beleuchtet auch Regine Müller in der nachtkritik.

Jungle World, 16.01.2009

Der Übergang von Friedensdemonstrationen zu antisemitischen Aufmärschen ist fließend geworden, befindet Alex Feuerherdt mit Blick auf die Proteste gegen Israels Vorgehen im Gaza: "In Berlin zogen etwa 7 000 überwiegend palästinensische Demonstranten durch den Stadtteil Mitte, Augenzeugen zufolge entboten ungefähr 100 von ihnen gegen Ende des Aufzugs den 'Hitlergruß' und riefen: 'Juda verrecke!' In Hannover wurde während einer Demonstration, an der etwa 3.000 Menschen teilnahmen, unter lautem Applaus eine israelische Fahne verbrannt und 'Tod, Tod Israel!' sowie 'Juden raus!' gerufen. Auch dort zeigten einzelne Teilnehmer den 'Hitlergruß', die Polizei sah aber offenbar keinen Grund einzuschreiten."

Nicht online ist der Text von Jörn Schulz, der glaubt, dass der Friedensprozess erst einmal in der palästinensischen Gesellschaft stattfinden muss: "Nationalisten und Islamisten haben einander oft erbittert bekämpft, die Hamas setzt ihren Kampf gegen die konkurrierende Fatah auch unter dem israelischen Bombardement fort. Allerdings können beide Ideologien auch zu einer nationalreligiösen Haltung verschmelzen."
Stichwörter: Berlin, Hamas

TAZ, 16.01.2009

Auf der Wahrheitseite dekonstruiert Rudolf Walther das "Frankfurter Allgemeine Küchengeschwurbel" des Speisendekonstruktivisten Jürgen Dollase. Im Kulturteil Besprechungen: das Album "Hordes Of Chaos" der ThrashMetal-Band Kreator, Thomas Ostermeiers Inszenierung von Henrik Ibsens "John Gabriel Borkmann" an der Schaubühne Berlin, und Dirk Knipphals bescheinigt Daniel Kehlmann, in seinem neuen Roman "Ruhm" den Leser nicht mehr ernst zu nehmen (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)

Und Tom.

SZ, 16.01.2009

Virtuos gescheitert, so lautet Lothar Müllers Urteil über Daniel Kehlmanns neues Buch "Ruhm". Wer wissen wolle, wo gelingt, was das Buch nur versucht, müsse freilich ganz woanders hin blicken: "Der Verstand des Lesers mag seinen Spaß dabei haben, die Rätsel aufzulösen, die ihm dieses Buch aufgibt. Verlässlich arbeitet darin die leichte Hand eines Erzählers, der nie um einen Einfall und eine überraschende Wendung verlegen ist. Die Dämonen aber, die Abgründe und Alpträume, die es zu enthalten behauptet, enthält dieses Buch nicht. Ihm misslingt, was derzeit im deutschen Kino Christian Petzold gelingt, von 'Wolfsburg'über 'Yella' bis 'Jerichow': Gespenstergeschichten zu erzählen, die auf dem technologischen Niveau der Gegenwart angesiedelt und Figuren des deutschen Alltags in Schrecksekunden bannen." (Hier die Perlentaucher-Kritik zum jüngsten Film "Jerichow".)

Weitere Artikel: Steht in den USA mit Obamas Amtsantritt ein "Green New Deal" bevor? Fragt Jörg Häntzschel und wägt die Erfolgsaussichten für die Ambitionen des neuen Präsidenten. Thomas Steinfeld meditiert über das Wesen der modernen Kunst und die Hoffnung des Kunstmarkts auf Läuterung durch die Finanzkrise. An den einst immens einflussreichen Kunsttheoretiker Clement Greenberg, der heute hundert geworden wäre, erinnert Holger Liebs. Stefan Koldehoff meldet, dass Joseph Beuys' Witwe Eva Beuys dessen Werke aus Schloss Moyland abziehen will, weil sie dort nicht angemessen behandelt würden. Patrick Roth spricht mit dem Regisseur Sam Mendes über dessen neuen Film "Zeiten des Aufruhrs" und die Arbeit mit den Stars Kate Winslet und Leonardo DiCaprio. Michael Struck-Schloen porträtiert Peter F. Raddatz, den neuen Berliner Opern-Generaldirektor. Fritz Göttler schreibt zum Tod des Schauspielers Patrick McGoohan. Auf der Medienseite schildert Hendrik Bork die neue Zensurwelle in China, die gerade viele kritische Blogger trifft.

Besprochen werden ein Konzert des Streicherensembles Quatuor Ebene in München, das neue Album "Crying Light" von Antony and the Johnsons, und Bücher, darunter Gilbert Adairs neuer Roman "Und dann gab's keinen mehr" und Philip Normans "John Lennon"-Biografie (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

FAZ, 16.01.2009

Kerstin Holm würdigt die welt- und regionalpolitischen Kampfsportkünste, die das Putin-Russland gerade wieder demonstriert: "Wladimir Putin besitzt den schwarzen Judo-Gürtel. Außerdem ist er Meister in Sambo, jener aus diversen fernöstlichen Kampfkünsten zusammengesetzten Selbstverteidigungstechnik ohne Waffen ... , die jeder russische Wehrdienstleistende erlernt. In beiden Sportarten nutzt man Bewegungen des Gegners, um ihn mit ökonomischem Energieverbrauch zu Fall zu bringen... Putin hat im diesjährigen Gasstreit mit der Ukraine seinen Widersachern vorgeführt, dass er auch im politischen Sambo den schwarzen Gürtel verdient hat. Russland sieht sich, zumal seit dem Konflikt mit Georgien im August, der damals von der Ukraine militärisch unterstützt wurde, von Widersachern umzingelt, deren Energiehunger es für die eigene Selbstverteidigung einsetzen muss."

Weitere Artikel: Joseph Hanimann erkennt im Gaza-Konflikt das Ende einer Ära - nämlich der des "Debatten-Intellektuellen": "Was wir mit dem Blick auf den neu entflammten Nahost-Krieg gerade erleben, ist das vielleicht erste Ereignis dieses Ausmaßes, bei dem wir ganz ohne den intellektuellen Debattenbegleitklang auskommen müssen." Dabei verweist er aber auf einen Artikel Andre Glucksmanns (hier) und einen Artikel Abdelwahhab Meddebs, der deutsch in der FR erschien. Die Wissenschaftshistorikerin Marianne Sommer informiert ausführlich über Geschichte und Gegenwart der Idee biologischer Rassenunterschiede. Katja Gelinsky hat in Washington einen Vortrag des Historikers Harvard Sitkoff gehört, in dem es um die Bedeutung des Zweiten Weltkriegs für den Kampf um Bürgerrechte für Schwarze ging. Zwischen Faszination und Schaudern scheint Christine Frommel zu schwanken angesichts der Pläne des Pariser Bürgermeisters Delanoe, die in einer dekonstruktivistischen Pyramide (Entwurf) von Herzog/de Meuron (mehr) im Westen der Stadt womöglich ihren ersten, aber nicht letzten Ausdruck finden. In der Glosse zeigt Richard Kämmerlings fast etwas wie Verständnis für einen möglichen Suhrkamp-Umzug nach Berlin. Online kommentiert Jordan Mejias das Landungswunder von New York.

Die Stadtforscherin Rebecca Solnit sieht im Gespräch die Fetischisierung von Privatheit als einen Hauptgrund für die Finanzkrise: "Die Menschen hatten nichts gegen die Rhetorik der Privatheit, der Effizienz, des Komforts, des Profits in der Hand." Hannes Hintermeier beklagt den "Murks" in der Bildungspolitik, die bald dazu führe, dass man nur noch für den Markt, nicht fürs Leben lernt. Kritisch sieht Jan Brachmann Klaus Wowereits jüngste Entscheidungen in der Berliner Opernpolitik. Ex-FAZ-Herausgeber Johann Georg Reißmüller schildert seinen Ultrakurz-Briefwechsel, den er vor sechzig Jahren mit Erich Honecker hatte. Gina Thomas porträtiert den britischen Nationalhund, die Bulldogge. Konstanze Crüwell schreibt zum Tod der Künstlerin Coosje van Bruggen. Im Gespräch auf der Medienseite erklärt Anne Will, dass der vermeintliche Themenwechsel ihrer letzten Sendung von Gaza-Krieg zu Freitod nicht nur kein Wechsel war, sondern auch mit politischem Druck rein gar nichts zu tun hatte.

Besprochen werden Tina Turners Europa-Tournee-Auftakt in Köln und Bücher, darunter das neue Werk "Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot" von Büchner-Preis-Träger Josef Winkler (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).