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Im Kino

Stürmt die Filmpaläste!

Die Filmkolumne. Von Thomas Groh, Jochen Werner
14.11.2012. Eile und Spontaneität sind geboten, wenn man "Jab Tak Hai Jaan", den letzten Film des Bollywood-Großmeisters Yash Chopra, auf der Leinwand sehen möchte. Kino-Existenzialismus der klaren Anordnung kann man in Pete Travis' Kino-Poem "Dredd" bewundern.

Die Gegenwart ist ziemlich prosaisch und ein bisschen trübe: da begegnen wir Major Samar Anand (Shah Rukh Khan), dem besten Bombenentschärfer der indischen Armee, bei der Arbeit, ohne aufwendig zelebrierte Ouvertüre oder bollywoodtypischen Pomp einfach in medias res. Samar arbeitet grundsätzlich ohne Schutzanzug, und die Serie von 97 erfolgreich entschärften Sprengsätzen hat ihm jenen Ehrennamen eingebracht, in dem seine Hoffnung und sein Schmerz sich kristallisieren: Major Samar Anand ist der Mann, der nicht sterben kann. Keine Geschichte von Tapferkeit und Heldenmut, sondern eine Geschichte vom lebenslangen Leiden an einer tragisch entzweiten Liebe, die den Liebenden dazu bewegt, zwanghaft und immer aufs Neue dem Tod ins Auge zu blicken, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen - und, das mag in diesen Momenten seine eigentliche Tragik zu sein, noch an der Selbstverschwendung zu scheitern. Samar Anand ist, der Bezug zu Kathryn Bigelows modernem Klassiker drängt sich auf, der hurt locker.

Die Gegenwart, sagt Godard, gibt es im Kino eigentlich nicht, nur in den schlechten Filmen kommt sie vor. Wie Godard zum Bollywood-Kino steht, ist wohl nicht überliefert - kaum irgendwo aber scheint sein Diktum so konsequent Struktur geworden wie im kommerziellen Hindi-Kino. Das Präsens der Erzählung ist in "Solang ich lebe - Jab Tak Hai Jaan" von vornherein als ein transitorischer Raum markiert, die Wahrheit über die Figur Samar Anand liegt gleichzeitig in ihrer Vergangenheit und in den Potenzialen, die sich in ihrer Zukunft eröffnen. Freilich braucht es, um das Festgefrorene dieses erstarrten Protagonisten zu lösen und um narrative Möglichkeiten freizusetzen, einen Auslöser, und der tritt in Gestalt der jungen Akira Rai (Anushka Sharma) in Samars Leben und den Film hinein.

Die junge Dokumentarfilmemacherin, die sich für einen Job beim Discovery Channel bewirbt, lässt sich anfangs, nach einer leichtsinnigen Mutprobe, von Samar das Leben retten und beschließt, fasziniert vom wortkargen Soldaten und seiner tragischen Geschichte - die sie in seinem Tagebuch zu lesen bekommt und die in der ersten Hälfte von "Jab Tak Hai Jaan" ins Filmbild gesetzt wird -, diesen bei seinen Einsätzen zu begleiten und einen Film über ihn zu drehen. Schnell streckt die flatterhafte junge Frau die Waffen vor Samars entschiedenem Romantizismus, und allmählich taut auch der nur an der Oberfläche zynisch gewordene Soldat auf. Der Weg wird ihn, in der zweiten Hälfte des knapp dreistündigen Films, aus den indischen Krisengebieten zurück nach London und in die eigene Vergangenheit führen.


Auf diesen zwei Zeitstrahlen ereignet sich die doppelte Erzählrichtung von "Jab Tak Hai Jaan", die stets beides im Blick hat: wie eine Figur zu dem wird, was sie ist, und auf welche Zukunft sie hinsteuert. Insbesondere in der zweiten Hälfte fächert Regisseur Yash Chopra diesen nur scheinbar binären Doppelcharakter in zahlreichen kaleidoskopischen Spiegelungen wieder auf und spitzt die Tragik des Geschehens immer weiter zu - in der Andeutung, es könne sich hier eventuell gar nicht um die naheliegende Geschichte von Verdammnis und Erlösung handeln, sondern um die einer immerwährenden, sich bis zum Tode stetig wiederholenden schicksalhaften Vergeblichkeit.

Auf die zahllosen, mitunter mit der Wucht eines Donnerschlags über den Film kommenden melodramatischen Wendepunkte insbesondere der zweiten 90 Minuten soll hier aus Gründen der Fairness gegenüber jenen Zuschauern, die willens und imstande sind, sich von deren entschiedenem Pathos ebenso überwältigen zu lassen wie der Rezensent, nicht weiter eingegangen werden. Möchten diese jedoch "Jab Tak Hai Jaan" auf der großen Leinwand erleben - und für nichts anderes ist der Film geschaffen -, so sind Eile und ein wenig Spontaneität geboten. Der Kinostart am heutigen Donnerstag besteht aus kaum mehr als einer Reihe von Einzelvorführungen, meist in Multiplexkinos im deutschsprachigen Raum. Kaum ein Kino im Lande hat sich gefunden, das diesem großen Film im regulären Spielbetrieb auch nur eine Woche lang eine Chance geben wollte, und in einem offenen Brief hat zuletzt der Verleih Rapid Eye Movies die Bollywood-Enthusiasten des Landes aufgefordert, Kinobetreiber anzuschreiben und aufzufordern, dem indischen Kino mehr Raum in der deutschen Kinokultur zuzugestehen.


Bis dahin freilich scheint es noch ein weiter Weg und der Kinostart des letzten Films des jüngst verstorbenen Yash Chopra - nicht nur entscheidender Leitstern des Bollywood-Kinos im letzten halben Jahrhundert, sondern darüber hinaus ganz schlicht einer der bedeutendsten Filmemacher des Weltkinos - kann kaum mehr sein als eine kleine Promotiontour zur DVD-Veröffentlichung im März 2013. Dem wie eh und je engagierten Kölner Verleih Rapid Eye Movies, dessen Rolle für die Etablierung des asiatischen Kinos in der deutschen Filmkultur ohnehin kaum hoch genug einzuschätzen ist, ist dies weniger anzulasten als der Mutlosigkeit zu vieler Kinomacher und der zunehmenden Verdrossenheit großer Teile des Publikums. Eine verfahrene Situation, die es dringend aufzusprengen gilt: zu diesem Zwecke sei ein Blick auf den Kinospielplan und der Besuch einer der raren Kinovorführungen von "Jab Tak Hai Jaan" dringend nahegelegt. Stürmt die (Film-)Paläste!

Die Konfrontation mit diesem Film im Kinoraum empfiehlt sich nicht nur zur Stärkung der deutschen Kinokultur, sondern auch und insbesondere, um ihn - und genereller: den besonderen Reiz des Bollywood-Kinos - überhaupt verlustfrei erleben zu können. Das kommerzielle Hindi-Kino ist ein Kino des Exzesses, der sich wohl nur auf der ganz großen Leinwand und im Dunkel des Kinoraums ungehindert entfalten kann - man muss verstehen, dass der melodramatische Überschuss des Bollywood-Kinos nicht auf eine ironisch zu brechende Hyperstilisierung abzielt, sondern auf eine Essenz des Kinos, das schon früh in der (Ton-)Filmgeschichte im Musical und Melodram ganz zu sich fand. Man darf dem indischen Kino diese Exzessivität nicht nehmen, und kaum einer unter den kontemporären Bollwood-Filmemacher versteht es so wie Yash Chopra es verstand, sanfte, aber unmissverständliche Brüche der rigiden Konventionen mit dem ritualbewussten Klassizismus der großen Melodramatik zu versöhnen. Ein großer Filmemacher ist von uns gegangen, und "Jab Tak Hai Jaan" ist nicht nur großes Kino, sondern auch sein letztes Geschenk an das Weltkino, sein Vermächtnis.

Jochen Werner

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In einer unbestimmten Zukunft zieht sich die Menschheit nach einer nuklearen Katastrophe ins letzte bewohnbare Refugium eines urbanen Hyperkomplexes an der Ostküste der USA zurück, wo gewaltige Hochhaus-Megastrukturen die Funktion heutiger Großstädte übernehmen. Das Justizsystem ist flexibilisiert: Schwerbewaffnete, gepanzerte "Judges" sind als Polizisten, Richter und Henker in Personalunion auf den Straßen unterwegs - Verhaftung, Urteil und Vollstreckung fallen in eins: Hardboiled Wonderland nach dem Ende der Welt, "Mad Max" vor dystopisch-urbaner Kulisse.

Soweit die Comicvorlage "Judge Dredd", soweit der Film. Bereits in den 90ern gab es eine - von Fans der Vorlage leidenschaftlich abgelehnte - Adaption in Form eines kunterbunten Bubblegum-Movies mit Sylvester Stallone. Anders als diese, zelebriert der neue Film eine Entdeckung der Langsamkeit der ganz eigenen Art: Eine Droge namens "Slowmo", die die Zeitwahrnehmung ins Zehnfache zerdehnt, erfreut sich in der degenerierenden Bevölkerung zunehmender Popularität. Unschwer ist sie als "aesthetic device" erkennbar, als narrative Begründung für skulpturale Tableaus in reinster 3D-Poesie: Die Stürmung einer Wohnung etwa, im Thriller üblicherweise ein Moment von Plötzlichkeit und mal mehr, mal weniger präziser inszenatorischer Hektik, gerinnt unter "Slowmo" zum traumwandlerischen Ballett einer exzesshaft-technoiden Skopophilie, als würde sich das Kino in seiner künstlichsten Form daran erinnern, dass es seinen Ursprung in den rein dokumentarischen Phasenbildern eines Eadweard Muybridge hat, denen es um die Sichtbarmachung rasend schneller, den Sinnesapparat unterlaufender Bewegungsabläufe ging: In "Dredd" gerät Körperfett in Wallung, ballistische Geschosse durchstoßen weiches Menschengewebe, Menschen stürzen unendlich langsam in die tödliche Tiefe (ein Horror-Drogentrip gänzlich eigener Art), die Welt wird überscharf, überhell, überbrutal(istisch). "Dredd" ist in dieser Hinsicht ein reines, düsteres Kino-Poem, geschrieben in Beton und Blut. Der Überwältigung durch Beschleunigung des jüngeren Actionkinos setzt "Dredd" die grimmige Insistenz des Präsentischen entgegen: Die Welt als betastbares Action-Setpiece, als nicht fixierte Körperplastik im zähen Zeitfluss.

Hochkonzentriert ist "Dredd" nicht nur in diesen Momenten, sondern auch ganz buchstäblich: Aus den Begrenzungen, denen sich ein niedrig budgetierter Actionfilm zu stellen hat, schlägt er Gewinn. Fast in Echtzeit erzählt er eine minimalistische Story, die sich des mythensatten Barocks, mit dem sich Comicverfilmungen zuletzt obligatorisch schmücken zu müssen meinten, mit leichter Hand entledigt: Ein Einsatz führt Judge Dredd (Karl Urban, von dessen Gesicht im Film nichts zu sehen ist, außer einem trotzigen Kinn und straff nach unten gezogenen Mundwinkeln) samt der jungen Anderson (Olivia Thirlby), die als "Judge" ihren ersten Testtag im Feld hat, in einen Hochhauskomplex, der sich im Griff der asigen Superschurkin Ma-Ma (Lena Headey) befindet. Die verriegelt den Komplex und erklärt die beiden Vertreter von Recht und Ordnung zum Freiwild. Raum, Zeit, Interessenslagen - klare Ansagen, klare Stoßrichtungen. "Dredd" pflegt einen konzentrierten Minimalismus der Sachlage, der Genrefilmen auch im Zeitalter ihrer zentrifugalen Überbordungen durchaus gut tut: Der Zufall will es, dass "Dredd" in Deutschland zeitgleich mit dem weit über die Grenzen der Lächerlichkeit hinaus monströs aufgeblasenen Science-Fiction-Maskenball "Cloud Atlas" ins Kino kommt: Wo dieser bläht und wuchert und aus schmalen Ideen großmetaphysische Luftballons aufsteigen lässt, fasziniert "Dredd" mit düsterem Kino-Existenzialismus der klaren Anordnung: Wie dem Moloch entkommen, bei einem Verhältnis von 2:10.000?


"Dredd" macht sehr viel fabelhaft richtig und zeigt, wie No-Nonsense-Genrekino mit Science-Fiction-Anstrich zeitgemäß aussehen kann, wenn Handwerker wenig auf Marktforschung, aber einiges auf die eigene Skrupellosigkeit und ästhetische Vision geben: "Dredd" suhlt sich regelrecht in der Verkommenheit - und schafft dabei noch das Kunststück, unter all das Gematsche, Geballer und Gekeife einen veritabel feministischen Kern zu heben: Interessanter noch als die Titelfigur ist tatsächlich die zur Telepathie befähigte "Rookie" Anderson, die das taffe Vigilante-Auftreten der "Judges" mit einem guten Rest ethischen Bewusstseins verbindet und zugleich, entgegen allen Erwartungen, nicht zum sexualisierten "love interest" gerinnt. Im Gegenteil, in einer zentralen Szene schlüpft Anderson dank ihrer übersinnlichen Fähigkeiten in die Vorstellungswelt eines Gefangenen, um dort - wie nach seinen obszönen Sprüchen zu erwarten - auf dessen sexuelle Unterwerfungsfantasien zu stoßen. Wohl nicht wenige im Kinosaal dürften sich ertappt fühlen. "Rookie" Anderson dreht den Spieß sogleich um und rächt sich innerhalb der Hirnwindungen: Mindfuck, buchstäblich. Das Objekt des männlichen Blicks wird zum Subjekt des eigenen Handelns, auch über die vierte Wand hinaus in den Saal. Ein konfrontativer 3D-Film auch in dieser Hinsicht, ein Meisterwerk sowieso.

Thomas Groh

Solange ich lebe - Jab Tak Hai Jaan - Indien 2012 - Originaltitel: Jab Tak Hai Jaan - Regie: Yash Chopra - Darsteller: Shah Rukh Khan, Katrina Kaif, Anushka Sharma, Anupam Kher, Rishi Kapoor, Sharib Hashmi, Jay Conroy, Peter Dewhirst, Paul Blackwell, Chonradee Kulthap, Kumud Pant

Dredd - Großbritannien 2012 - Regie: Pete Travis -Darsteller: Karl Urban, Olivia Thirlby, Lena Headey, Wood Harris, Domhnall Gleeson, Deobia Oparei, Jason Cope, Langley Kirkwood, Rakie Ayola, Brandon Livanos - Länge: 96 min.

Archiv: Im Kino

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