Montag, 01.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
01.06.2026 In der SZ befürchtet Francis Fukuyama, dass ein schwächelnder Trump umso gefährlicher wird. Universalismus schließt auch Juden mit ein, erinnert Klaus Lederer die Linke bei menawatch. Auf Zeit Online fordert die Historikerin Kristina Milz, dass auch der Genozid an den Armeniern Teil der deutschen Erinnerungskultur werden muss. Der russischen Armee gehen die Ressourcen aus, aber sie wird sich schneller erholen, als viele erwarten, befürchtet der Militärexperte Michael Kofman ebenfalls auf Zeit Online. Bei Spon befürchtet Meron Mendel, dass sich die israelische Regierung bei den Außenstellen der Yad Vashem-Gedenkstätte einmischen wird.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.06.2026 Auf die Kritik an einer Nacktszene mit der dreizehnjährigen Nastassja Kinski reagierte Wim Wenders beim Deutschen Filmpreis eher ratlos: Es geht es hier aber um die Sexualisierung eines Kindes, erinnert die FAZ. Wie die DDR ihre Kunst auf der Biennale in Venedig präsentierte, erforscht Monopol. Mit Balanchine und Spuck schwingen nicht nur die Tänzer durch die Berliner Staatsoper, sondern auch die hingerissenen Kritiker. Die NZZ ist hin- und hergerissen, wie man Teodor Currentzis nun eigentlich beurteilen soll.
Bücherschau des Tages
01.06.2026 Die FAZ blickt mit Tokuro Nukuis Thriller "Tokyo" tief in das Unbewusste der japanischen Gesellschaft. Die NZZ reist mit Tuvia Tenenbom zu israelischen Siedlern im Westjordanland. Die FR freut sich über die Figuren in Petra Morsbachs Roman "Orion", die genau so lebendig sind, wie die Wirklichkeit. Die SZ bereitet sich mit Büchern von Philipp Gassert und Klaus Brinkbäumer auf 250 Jahre Unabhängigkeit der USA vor. Die taz singt mit Henning Ahrens Gedichten ein Lob auf die Provinz als lyrischen Ort.
Dienstag, 02.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
02.06.2026 In der taz erklären der Historiker David Satter und der Schriftsteller Sergej Lebedew, weshalb Stalin in Russland seit Kriegsbeginn so beliebt ist wie nie zuvor. Ebenfalls in der taz fragt Jonathan Spangenberg, Vorsitzender des Zentralrats der Armenier in Deutschland, weshalb die EU vermehrt mit Aserbaidschan zusammenarbeitet. In der NZZ ruft Pascal Bruckner die französische Politik auf, Vincent Bollores Alleinherrschaft ein Ende zu setzen. Und im täglichen Francis-Fukuyama-Interview, heute in der FAZ, hat der Politikwissenschaftler mit Blick auf China plötzlich Zweifel, ob die liberale Demokratie wirklich alternativlos ist.
Efeu - Die Kulturrundschau
02.06.2026 Im Standard ist Milo Rau zerknirscht darüber, dass er Peter Thiels Auftritt bei den Wiener Festwochen absagen musste: er habe das Festival schützen müssen. Die SZ ist bei der Uraufführung von Salvatore Sciarrinos Oper "L' Agamennone" in Bern beeindruckt von Iris van Wijnenn als "furchterregend großartiger" Klytämnestra. Im taz-Gespräch erklärt Jenny Graser, Kuratorin am Leipziger Museum der Bildenden Künste, was Arbeiterbildnisse aus der DDR mit Gemälden aus dem 16. Jahrhundert zu tun haben.
Magazinrundschau
02.06.2026 Nach Putin wird es ein russisches Game of Thrones geben, weiß Istories, denn rivalisierende Clans bringen sich bereits in Stellung. Die LRB staunt derweil, wieviele verschiedene Ideologien unter Putin florieren dürfen, solange es nur gegen den Westen geht. Respekt weiß, warum der tschechische Premier Andrej Babiš ganz auf Longevity setzt. HVG und Elet es Irodalom träumen von einem Ungarn, in dem Partizipation und Medienfreiheit herrschen. Nehmt euch in acht vor hitzebeständigen Mikrobiomen, warnt der New Yorker: Sie sind überall. Newlines überwindet die Trennung von Mensch und Natur durch altarabische Dschahili-Dichtung.
Bücherschau des Tages
02.06.2026 Die SZ lauscht der Stimme von Raha Nik-Andish, dessen aus dem Iran herausgeschmuggelte "Teheran Tagebücher" ein schockierendes Zeugnis der Verbrechen der Islamischen Republik sind. Die FAZ lässt sich von Luzia Geier die Karriere von Zohran Mamdani erzählen, vermisst aber ein paar kritische Stimmen. Die FR rauscht in Petr Sestaks "Ausgebrannt" mit im wütenden Bewusstseinsstrom eines Kurierfahrers. Dlf erfährt von Frederic Schnatterer, wie Argentinien unter den Folgen von Javier Mileis Anarchokapitalismus leidet.
Mittwoch, 03.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
03.06.2026 Die Zeit blickt nach Armenien, wo am Samstag gewählt wird und Putin kräftig mitmischt. In der SZ fürchtet der ukrainische Schriftsteller Sergey Maidukov, dass der von den Russen gesäte Hass die ukrainische Gesellschaft vergiftet. In der Welt kritisiert der Althistoriker Michael Sommer die Abhängigkeit von Drittmitteln an deutschen Universitäten.In der Zeit hält der italienische Philosoph Angelo Bolaffi die Rede vom "Faschismus" für einen "Popanz der Linken".
Efeu - Die Kulturrundschau
03.06.2026 Die Feuilletons debattieren weiter über die Nacktszene von Nastassja Kinski im Wenders-Film "Falsche Bewegung": Man sollte die Szene nicht einfach herausschneiden, als wäre nichts passiert, findet die SZ, die Zeit erkennt in Wenders' Reaktion das abscheuliche Verhalten von Männern in Machtpositionen. Die SZ schwärmt außerdem von der Popmusikerin Sofia Isella, die gegen männliche geistige Tiefflieger ansingt. Renoir hielt hingegen gar nichts vom Kampf der Geschlechter, erkennt die NZZ in zwei Ausstellungen in Paris. Geradezu "grenzsprengend" findet die Welt, wie Sebastian Baumgarten in Köln die Bombenangriffe der Alliierten auf Deutschland inszeniert.
Bücherschau des Tages
03.06.2026 Die FAZ lässt sich von Heike Geißlers "Michaela Kohlhaas" zum Widerstand gegen den Alltag inspirieren. Außerdem ist sie tief beeindruckt von Gharbi M. Mustafas Memoir "Wenn Berge weinen", das poetisch-lakonisch die Geschichte des irakischen Kurden Hamko erzählt. Die Zeit ist voll des Lobes für Lilli Tollkiens Debütroman "Mit beiden Händen den Himmel stützen", der die düsteren Seiten einer linken WG im Berlin der Achtziger beleuchtet. Dlf Kultur vertieft sich in das neue Buch von Francis Fukuyama und genießt einen literarischen Snack von Philipp Schönthaler.
Donnerstag, 04.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
04.06.2026 Wim Wenders bittet Nastassja Kinski plötzlich um Entschuldigung und will den Film fürs erste aus der Öffentlichkeit ziehen: Kalkül, glaubt der Tagesspiegel. Wenders wurde von "Sittenleuchtern und Puritanern" der Schauprozess gemacht, ärgert sich artechock. Die SZ wirft Boualem Sansal, dessen neues Buch "La Légende" in Frankreich erschienen ist, "maßlose Gehässigkeit" vor. Die NZZ gruselt sich in Basel dank Pierre Huyghe vor einsamen Wesen mit pelzigen Ärmchen.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.06.2026 Im Interview mit FAZ und SpOn erzählt der neue ungarische Regierungschef Péter Magyar, wie es in Ungarn weitergehen soll. Wenn die Ukraine die Waffen niederlegt, wird Putin direkt in den nächsten Krieg ziehen, warnt Garri Kasparow in der Welt. Die SZ blickt auf die mit Millionen geförderte Hilfsorganisation Islamic Relief, die Beziehungen zur Muslimbruderschaft und der Hamas haben soll. Im Iran bestimmt eine kleine, extrem radikale Gruppe die Verhandlungen mit den USA, berichtet die NZZ, dabei spielen auch religiöse Erlösungsfantasien eine Rolle, ergänzt die taz.
Bücherschau des Tages
04.06.2026 Die taz lernt in Asako Yuzukis neuem Roman über eine Stalkerin, was Mensch und Victoriabarsch gemeinsam haben. Die NZZ denkt mit Maria-Sibylla Lotter kritisch über den immer weiter gefassten Begriff des "Opfers" nach. Rundum glücklich wird der Dlf mit Hans-Ulrich Treichels neuem Roman über verpasste Lebenschancen. Außerdem freut sich der Dlf, dass Margaret Laurence' 1974 erschienener Roman "Glücklichere Tage" endlich auf Deutsch vorliegt.
Freitag, 05.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
05.06.2026 Wer wird Frankreichs nächster Präsident? Jordan Bardella jedenfalls nicht, da ist sich der Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt im Welt-Interview ganz sicher. In der Türkei liegt die Nachfolgerin der CHP schon vor Erdogan, obwohl sie noch gar nicht gegründet wurde, berichtet Bülent Mumay in der FAZ. Ein Umzug der Zentralen Landesbibliothek an den Alexanderplatz könnte diesen verlorenen Ort vielleicht noch retten, ruft die taz. Und dass Deutschland seinen Platz im UN-Sicherheitsrat wegen seiner Israel-Solidarität verloren hat, ist keine Schande, findet die Welt.
Efeu - Die Kulturrundschau
05.06.2026 Die Welt ärgert sich, dass mehr als siebzig Künstler bei der Biennale in Venedig ihre Teilnahme an der Preisverleihung durch das Publikum boykottieren. Die FAZ liest Boualem Sansals neues Buch auch als wütenden Versuch, die Hoheit über die eigene Geschichte zurückzugewinnen. Die nachtkritik erlebt dank der polnischen Regisseurin Magda Szpecht in Dortmund, wie es sich anfühlt, als Frau an der ukrainischen Front zu kämpfen. Der Guardian lernt in London Bescheidenheit mit M. C. Escher. Und alle trauern um Marjane Satrapi, die "Chronistin einer verlorenen Generation", wie Zeit Online erinnert.
Bücherschau des Tages
05.06.2026 Die NZZ kann nur bewundern, wie Junko Takase mit Hilfe der Instantnudel eine reichhaltige Gesellschaftskritik serviert. Die SZ lässt sich von den Geschichten, die Gaito Gasdanow als Nachttaxifahrer in Paris erlebte, nur zu gern beunruhigen. Als feines Porträt einer Beziehung zwischen Mutter und Tochter liest die taz Marie-Louise Monrad Møllers Roman "Viel wichtiger ist jetzt die Gegenwart". Schlicht genial findet der Dlf, wie Ian Kumekava die Geschichte der globalen Wirtschaft anhand zweier Schiffe erzählt.
Samstag, 06.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
06.06.2026 In der FR fürchtet der belarusische Schriftsteller Alhierd Bacharevič den Dritten Weltkrieg und auch der russische Schriftsteller Viktor Jerofejew schließt in der Welt nicht aus, dass Putin einen Atomkrieg einer Niederlage vorzieht. Dabei halten ihn selbst die ultranationalistischen Militärblogger für wahnsinnig, weiß der russische Journalist Iwan Filippow im Tagesspiegel. Europäische Regierungen hätten längst mit Russland verhandeln müssen, meint Angela Merkel indes in der FAS. KI wird keine Fachkraft ersetzen, nur mehr Arbeit machen, glaubt der Soziologe Florian Butollo in der SZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.06.2026 Auch seriöse Autorenfilmer wie Martin Scorsese und Steven Soderbergh arbeiten jetzt mit KI-Unternehmen zusammen: Vielleicht kann so die Vision des Regisseurs genauer umgesetzt werden, überlegt die NZZ. Die Literatur der DDR ist spätestens nach der Wende "ausradiert" worden, behauptet Carsten Gansel in seinem neuen Buch - die SZ ist skeptisch. Die Welt feiert in einer Jasper Johns Retrospektive im Guggenheim Bilbao die Möglichkeiten der Malerei. Und der Tagesspiegel hat in der Zitadelle Spandau eine beunruhigend sinnliche Begegnung mit einer Hitler-Büste.
Bücherschau des Tages
06.06.2026 Die FAZ versucht mit Gusel Jachina das Rätsel um die Film-Legende Sergej Eisenstein zu lösen. Die FAS lobt Patrick Radden Keefes Buch "Der Sohn des Oligarchen", das die dunklen Machenschaften der Londoner High-Society ausleuchtet. Die FR ist begeistert von der "Fülle des Tatsächlichen", die ihr aus Olivia Laings Roman über die Künstlerin Kathy Acker entgegenschlägt. SZ und Welt treffen bei Caro Claire Burke eine Tradwife, die eines Tages im 19. Jahrhundert aufwacht. Die taz vertieft sich in Joachim Bessings kuriose und düstere Erlebnisse in Addis Abeba.
Montag, 08.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
08.06.2026 Caroline Fetscher liest für die Frankfurter Hefte das kulturpolitische Programm der AfD für die Wahlen in Sachsen-Anhalt: Man fordert mehr Russisch. Die SZ fragt, bis wann eine Frau ein Mädchen ist. Die Stadt Düsseldorf kassiert ihren Plan für einen Opern-Neubau ein: So könnte es vielen Projekten ergehen, fürchtet die FAZ. Wenn es den Iranern gelingt, ihr islamistisches Regime abzuwerfen, wird eine weltpolitische Wende eintreten, meint der Historiker Kijan Espahangizi in der NZZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.06.2026 Wie funktioniert eigentlich Theater, fragen sich die Kritiker nach dem neuen Schimmelpfennig in Stuttgart. Ein Teheraner Revolutionsgericht hat die Haftstrafe gegen Jafar Panahi bestätigt, meldet die SZ. Nastassja Kinski hat in der Debatte mit Wim Wenders eher einen Pyrrhussieg errungen, kommentiert die Welt. Die NZZ ist hyped auf das Zürcher Konzert von Kaytranada. Antoni Gaudís Tod ist nun hundert Jahre her, die FAZ erinnert an seine Architektur zwischen Kunst und katalanischer Unabhängigkeit. Ebenfalls die FAZ bestaunt in Venedig die Kunst von Tadeusz Kantor, einem existenzialistischen Surrealisten.
Bücherschau des Tages
08.06.2026 Die NZZ bewundert, wie Peggy Mädler in ihrem DDR-Roman die Pulsfrequenzen ihrer das Glück suchenden Figuren erspürt. Die FR schwärmt von Daniela Chanas Gedichtband "Affäre mit einem Erzähler". Die SZ liest bei Antonio Scurati gebannt vom dunklen Ende Mussolinis. Für Dlf Kultur ist Oliver Bottinis Roman "Die Summe aller Dinge" über die Cum-Ex-Affäre der wichtigste Krimi des Jahres. Und Dlf feiert William Dalrymples Buch über den Aufstieg der East India Company als "Meisterwerk".
Dienstag, 09.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
09.06.2026 Nicht nur die Ukraine, auch ihre europäischen Partner zeigen größeres Selbstbewusstsein gegenüber Putin, freuen sich die Zeitungen. Die deutschen Yad-Vashem-Dépendancen sind, anders als Meron Mendel unterstellt, keine Agenturen der israelischen Regierung, insistiert Deborah Hartmann im Spiegel. In der Politik haben sich längst viele Männer als schwul bekannt, warum nicht im Fußball, fragt die taz. Und was ist Niedersachsen, fragt die FAZ.
Magazinrundschau
09.06.2026 Der Guardian lernt die digitale Schattenökonomie Kubas kennen. Dekoder berichtet von militär-patriotischen russischen Trainingslagern für russische und entführte ukrainische Jugendliche. Die LRB taucht mit C. Thi Nguyen in die Welt des Spiels und der Bewertungssysteme ein. In Tvar ruft der tschechische Schriftsteller Jiří Kratochvil zu einer neuen engagierten Literatur auf. Artforum porträtiert die Künstlerin Gladys Nilsson und ihre Gruppe Hairy Who. In Elet es Irodalom ermuntert der Pianist Andras Schiff klassische Musiker zu mehr Aufklärung. Harper's frischt seine Esperanto-Kenntnisse auf.
Efeu - Die Kulturrundschau
09.06.2026 Die SZ gratuliert Konstantin Richter zum Sachbuchpreis, Zeit online lobt die Nominiertenliste insgesamt als eine Feier der Qualität, die FAZ findet, man könnte auch mal ideenhistorische Bücher auszeichnen. Die FR lauscht beeindruckt den brutalen Spitzentönen in Rossinis Oper "Tancredi". Die FAZ stellt den aus seiner Heimat geflohenen, russischen Komponisten Dmitri Kourliandski vor, der sich gegen den Krieg engagiert.
Bücherschau des Tages
09.06.2026 Interessiert studiert die FAZ, wie Serhii Plokhy einen Bogen spannt
zwischen dem Abwurf der ersten Atombombe und der Gegenwart des
Ukrainekriegs. Im Comic von Flix und Reinhard Kleist reitet
sie mit Lucky Luke und den Grimm-Brüdern durch den Wilden Westen. Die FR
rätselt mit Susanne Kaiser in "Witch Hunt", wer hinter einer Reihe von
Cyber-Attacken steckt und ruft feministische Hackerinnen zu Hilfe. Dlf
Kultur fährt mit Julia Wong, einem indo-chinesischen Mädchen mit vielen Namen und
Alexander von Humboldt zur See.
Mittwoch, 10.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
10.06.2026 Der Digital Services Act (DSA) ist wirkungslos, solange die großen Onlineplattformen ihre Transparenzpflichten unterlaufen, erklärt in der FAZ der Informatiker Simon Mayer. Wie der Ukrainekrieg das Wohlstandsgefälle in Russland verstärkt, berichtet die NZZ. Das neue Sicherheitspaket 2.0 ist das Aus für Anonymität im Netz, kritisieren in netzpolitik Sebastian Marg und Tom Jennissen von der Digitalen Gesellschaft. Volker Beck und Meron Mendel diskutieren die geplanten Yad-Vashem-Dependancen in Deutschland. Die Zeit empört sich über einen KI-Avatar der Holocaust-Überlebenden Jeanette Wolff, den die SPD hat erstellen lassen.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.06.2026 Angela Schanelec hat ihren neuen Film "Meine Frau weint" mit Schauspielern besetzt, die keine deutschen Muttersprachler sind - für die taz Zeugnis einer wunderbaren Befremdung. Spielbergs "Disclosure Day" wiederum feiert laut Welt die heilende Kraft der Empathie bei der Begegnung mit Außerirdischen. Eine Zürcher Ausstellung zeigt laut NZZ, wie man in der Gegenwart mit Kunst aus der Kolonialzeit umgehen kann. Außerdem jede Menge Verdi: Die FAZ tanzt in Garsington mit einer "La Traviata" auf dem Vulkan, Van begegnet in einem Amsterdamer "Simon Boccanegra" archaischer Wucht.
Bücherschau des Tages
10.06.2026 Die SZ lobt Diarmaid MacCullochs Buch über die Sexualgeschichte des Christentums, das mit "einer gewissen Leichtherzigkeit" daherkommt. Die FR lässt mit Richard Mabeys Plädoyer für den Wildwuchs überall Holunder sprießen. Die FAZ versucht mit Valérie Perrin und ihrer Heldin Agnès herauszufinden, warum Tante Colette zweimal gestorben ist. Dlf Kultur lernt mit Christine Webbs Buch "Der arrogante Affe" Demut vor der Natur.
Donnerstag, 11.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
11.06.2026 Es gibt kaum noch Debütromane von jungen Männern, stellt die Zeit fest. Derweil schreiben junge Schriftstellerinnen auffallend oft über Gewalt durch Männer, sekundiert die SZ. Der Guardian feiert in London den Geist der Pariser Sechziger mit Werken des argentinischen Kinetik-Künstlers Julio Le Parc. Nachdem der israelische Regisseur Nadav Latif vom Festival FID Marseille ausgeschlossen wurde, solidarisieren sich viele Künstler mit ihm, atmet die FAZ auf. Gebaut wird nicht, was Bürger sich wünschen, entnimmt die Welt dem jüngsten Baukulturbericht.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.06.2026 Im Perlentaucher prangert Eva Illouz die Annäherung eines wichtigen Teils des Linken an den Faschismus an. In der SZ erzählt die Dokumentarfilmerin Lena Karbe von den inneren Emigranten in Russland. Unsere Nachbarn sähen die Aufrüstung Deutschlands mit mehr Wohlgefallen, wäre sie nicht vom Aufstieg der AfD begleitet, konstatiert die FAZ. In der FR erklärt die Autorin Veronika Kracher, wie Antifeminismus und Antisemitismus zusammenhängen. In der NZZ erzählt Christian Brönimann, warum er seine ehemalige Transidentität als Nadja nicht auslöscht.
Bücherschau des Tages
11.06.2026 Die SZ liest Bücher über sehr wütende Frauen und lobt besonders Clara Leinemanns Roman "Gelbe Monster" über eine junge Frau, die zuschlägt. Die FAZ erfährt von Tobias Escher, wie KI und Big Data den Fußball verändern. Brillant findet der Dlf, wie Nathan Devers in seinem autobiografischen Essay von seiner Abkehr vom orthodoxen Judentum erzählt. Und der Dlf Kultur kann nur bewundern, wie viel Hoffnung die Lyrikerin Dorothea Grünzweig trotz aller Düsternis spendet.
Freitag, 12.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
12.06.2026 taz und Tagesspiegel erleben auf der Kyjiw Biennale in Berlin, wie der Krieg auch in der Kunst inzwischen zu einem Grundzustand geworden ist. Die FAZ erliegt in Island der Poesie der deutschen Künstlerin Karin Sander, die polierte Hühnereier auf Sockeln präsentiert. Wurde der junge tschechische Dirigent Petr Popelka zum neuen Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper ernannt, weil er zu nett ist, um Serge Dorny zu widersprechen, fragen sich Welt und NZZ verärgert. Und die nachtkritik spürt die Lust am Sterben, wenn Angelica Liddell in Wien den Suizid von Yukio Mishima inszeniert.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.06.2026 Die Schweiz leidet unter "Dichtestress". Alle Zeitungen machen sich große Sorgen: Werden die Schweizer sich auf zehn Millionen Menschen beschränken wollen? Und auch die EU will Migration begrenzen. In den USA konzentrieren sich unterdessen die größten Unternehmen - zumindest dem Wert nach. Elon Musks SpaceX soll demnächst 1,75 Billionen Dollar wert sein. In der FAZ hat Wirtschaftssoziologe Jens Beckert die Erklärung dafür gefunden: Es liegt an der Fiktionsfähigkeit des Kapitalismus. Die FAZ beleuchtet auch die Moskauer Sympathien der britischen Rechtsextremen.
Bücherschau des Tages
12.06.2026 Bewegt liest die FAZ Korrespondenzen zwischen Autorinnen im Exil und ihren deutschen Kolleginnen. Amos Oz lernt sie in dessen Essays und Reden einmal mehr als kritischen Geist kennen. Als kritische Außenansicht und facettenreiche Innenansicht empfiehlt Dlf Kultur Hamza Abu Howidys "Muscheln am Strand von Gaza". Bestens unterhalten und zugleich gut informiert über das Verhältnis zwischen Griechenland und Polen während des Kalten Krieges wird Dlf Kultur durch Maciej Siembiedas historischen Kriminalroman "Katharsis". Die SZ lernt von Mikhail Zygar, was der Untergang der UdSSR mit Russlands Zukunft zu tun hat.
Samstag, 13.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
13.06.2026 Nur die NZZ hat es gemerkt: Putins Krieg gegen die Ukraine dauert jetzt so lange wie der Erste Weltkrieg - und er verändert so viel wie dieser. Ist das Journalismus, oder kann das weg? Der Tagesspiegel schmeißt seinen "Editor of Large" raus, weil er Artikel mit KI schrieb. Springer-Tycoon Mathias Döpfner macht sich über die FAZ lustig, weil sie einen Artikel von Mario Voigt löschte, der mit KI verfasst war. Und die FAZ spottet mit mutmaßlich echt spitzer Feder über Döpfner. In der taz warnt Seyla Benhabib vor Verschärfungen der Flüchtlingspolitik.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.06.2026 Der Maler David Hockney ist gestorben: Die FAZ bewundert seine Abstraktionen, die sich doch nie ganz von der Realität entkoppeln. Er hat nie ein trostloses Bild gemalt, wundert sich die Welt. Die FAS besucht die Kyiv Biennale in Berlin. Die NZZ lernt aus "Finnegans Wake" von James Joyce, was Sprache als Widerstand leisten kann. Die Musikkritiker feiern den Dreampop von Olivia Rodrigo.
Bücherschau des Tages
13.06.2026 Prosopagnosie ist die Unfähigkeit, Gesichter zu erkennen. Die taz preist Anna Felnhofers Roman "Prosopon" als virtuosen Versuch, dieser Blindheit eine Gestalt zu geben. Ebenfalls die taz findet, dass Hans Pleschinskis Roman "Bildnis eines Unsichtbaren", der neu aufgelegt wurde, die Zeit sehr gut überstanden hat. Deutschlandfunk Kultur liest Yevgenia Belorusets' Stück "Zündhölzer"als düsteres Gleichnis des aktuellen Krieges in der Ukraine. Der Deutschlandfunk ist heilfroh, dass John Fowles' monumentaler Roman "Magus" auf deutsch erscheint.
Montag, 15.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
15.06.2026 In der taz ist sich der Aktivist Arne Semsrott sicher - nur die Zivilgesellschaft kann gegen die AfD obsiegen. In der FAZ erzählt der Historiker Jochen Staadt die Geschichte des Antisemitismus in der DDR. "Es war nie wichtiger als heute, am Ideal der Gleichheit festzuhalten", betont die Philosophin Elizabeth Anderson im Zeit-Online-Interview mit Blick auf 250-Jahr-Feier der USA. Und eine knifflige Frage: Sind die Kommentare zu KI im Journalismus selbstgeschrieben?
Efeu - Die Kulturrundschau
15.06.2026 Wie kann Theater von sexuellem Missbrauch erzählen, fragen sich die Kritiker in einer Inszenierung von Leonie Böhm in München. Critic.de vermutet, dass ein New New Hollywood kurz bevorsteht, jetzt, wo Autodidakten den Kino-Markt erobern. In München bestaunt die NZZ mehrere Jahrhunderte Haarpracht in der Kunst. Ebenfalls die NZZ beklagt sich darüber, wie wenig Zeit und Raum im Bildungssystem für ausschweifendes Lesen gelassen wird. Der Sound der iranischen Diaspora-Popmusik geht der taz richtig gut ins Ohr.
Bücherschau des Tages
15.06.2026 Die SZ fährt mit Niklas Weber in der "Holzklasse" Bahn. Die SZ lobt, wie John Cassidy die Geschichte des Kapitalismus entlang seiner Kritiker erzählt. Die NZZ liefert sich mit Zofia Nalkowskas Sanatorium-Insassen erotische und nationale Scharmützel. Die FAZ lobt, wie Annette Schuhmann Frauen mit DDR-Hintergrund zu Wort kommen lässt. Dlf brütet mit Kohei Saito über den "Ruinen des Kapitalismus".
Dienstag, 16.06.2026
Magazinrundschau
16.06.2026 Wenn Staatsverbrecher straflos bleiben, führt das zu moralischer Lähmung, erkennt in Osteuropa der Autor Sergej Lebedew am Beispiel von Russland. Der Guardian erklärt, warum Mexikos beliebte linke Präsidentin Claudia Sheinbaum äußerst militärfreundlich ist. In Elet es Irodalom setzt László Végel auf die revolutionäre Kraft der Bücher. In der Yale Review möchten Millenials lieber das explizite Unoriginelle und Unaufregende umarmen. Der Kriegsfotograf Shyam Tekwani erzählt in New Lines von einer Aufnahme, die ihn nie mehr losließ. In der Paris Review sucht Karl Ove Knausgard nach Authentizität in der Kunst.
Efeu - Die Kulturrundschau
16.06.2026 Schreibt KI vielleicht doch die bessere Fiktion, weil sie so schön hochstapelt, fragt sich der Freitag. Der Guardian nimmt in London ein göttliches Blutbad mit Anish Kapoor. Der Dlf schickt den klassischen Kunstkritiker in den Ruhestand. Derweil begrüßt Backstage Classical eine neue Generation junger kühner Dirigentinnen. Und die FAZ trägt das Fußballtrikot fortan auch im Büro und bei der Gala.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.06.2026 Trumps "Deal" mit dem Iran ist eine Katastrophe, und zwar für Trump, Israel, den Iran und Europa, resümieren die Zeitungen. Wenn Nabobs versagen, bauen sie sich Denkmäler, schreibt Tina Brown in ihrem Blog mit Blick auf Trump und, äh, Obamas Mausoleum der begrabenen Hoffnungen. Was an Israel gehasst wird, ist seine Komplexität, lernt Welt-Autor Marko Martin bei der "Gay Pride" in Tel Aviv. Die Tech-Konzerne sind schrecklich, aber KI hat Punkaspekte, freut sich Douglas Rushkoff in der NZZ. KI, na und? Ghostwriter gab's schon immer, stellt Gustav Seibt in der SZ fest.
Bücherschau des Tages
16.06.2026 Die FAZ lobt Rachel Khongs temporeichen Roman über die Mitglieder einer in New York lebenden chinesischen Einwandererfamilie. Von Detlef Pollack lernt sie, was religiöse Fundamentalisten in aller Welt gemeinsam haben. Die NZZ schwebt in Gaito Gasdanows melancholischen Erzählungen zwischen Existenzialismus, Traum und Wirklichkeit. Die SZ rast mit Claire Kalands und Sandrine Kerions Graphic Novel durch die Geschichte des Krimis. Dlf schwärmt von Bruno Pellegrinos Essays über das Glück des Sammelns und Bewahrens.
Mittwoch, 17.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
17.06.2026 Nach Suhrkamp will nun auch der Verlag S. Fischer nach Berlin ziehen. Nein, es geht nicht um Einsparungen, beteuert Verlagsleiter Oliver Vogel im Gespräch mit der FAZ. Der Umzug spiegelt den Wandel in der Buchbranche wider, kommentiert die SZ. Schon erstaunlich, wenn man in einer Veranstaltung über Meinungsfreiheit wegen seiner Meinung gecancelt wird, schreibt Mirna Funk in der Welt. Nicht jeder Antisemit ist gleich genozidal, versichert der Postkolonialist Aram Ziai in der FR. Der von den Deutschen ermordete Historiker Marc Bloch wird pantheonisiert - Le Point beleuchtet seine Aktualität.
Efeu - Die Kulturrundschau
17.06.2026 Die Bayreuther Festspiele wollen über Richard Wagners Antisemitismus sprechen, laden dafür Michel Friedman ein - und gleich wieder aus: Sowohl die SZ als auch Friedman selbst glauben nicht so recht, dass die Absage mit Sicherheitsbedenken zu tun hat. Die FAZ entdeckt in einer Turiner Ausstellung den Barock-Maler Sodoma, einen schelmischen Snob des 16. Jahrhunderts. Kino und Internet vertragen sich doch, staunt der Standard über Kane Parsons' originellen Horrorfilm "Backrooms". Und die Musikkritiker trauern um den südafrikanischen Jazzer Abdullah Ibrahim: Die FR würdigt ihn als wichtigen Kämpfer gegen die Apartheid.
Bücherschau des Tages
17.06.2026 Die FAZ studiert mit Armin Osmanovic die Beziehungen zwischen Frankreich und Westafrika über die Jahrhunderte. Dlf Kultur beugt das Knie vor dem nicaraguanischen Schriftsteller und ehemaligen Vizepräsidenten Sergio Ramirez, der in seinen Erzählungen die Verbrechen der Ortega-Diktatur anprangert. Bei Mkrtitsch Armen wohnt er gespannt dem Streit zweier armenischer Architekten bei. Die SZ fragt mit Jan-Werner Müller, wie man demokratisch baut.
Donnerstag, 18.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
18.06.2026 Den Kurden hat der Fall des syrischen Diktators Assad nichts genützt, meint der Politikwissenschaftler Rüstü Demirkaya in der NZZ. Warum setzt Donald Trump im Nahen Osten ausgerechnet auf Erdogan, fragt in der FAZ Bülent Mumay. Warum interessiert sich #metoo so gar nicht für Gewalt gegen Frauen mit Migrationshintergrund, fragt in der Welt Güner Balci. Sie sei "jeden Tag mit Angst aufgewacht", erzählt die Schauspielerin Sibel Kekilli in der Zeit. Die SZ staunt über die Verschwörungstheorien der Berliner Zeitung zu KI. Alles schön Bestätigung hier: Für Journalisten und Verleger von heute ist KI doch geradezu optimal, spottet die taz.
Efeu - Die Kulturrundschau
18.06.2026 Über die Absage einer Veranstaltung mit Michel Friedman bei den Festspielen Bayreuth wird weiter diskutiert: Die FAZ findet die Aufregung übertrieben, die Zeit sieht hier statt Antisemitismus eher Unprofessionalität. FAZ und FR stoßen im Städel Frankfurt fast mit der Nasenspitze auf die Druckgrafiken Pieter Bruegels des Älteren. Die SZ ist fasziniert von Wolf Gaudlitz' Film "Blaue Wüste", der den Versuch festhält, Wasser in die Wüste zu tragen - und jahrelang nicht gezeigt wurde.
Bücherschau des Tages
18.06.2026 Die FAZ bewundert, wie behutsam Kathrin Zipse sich in "Moosland" den knorrigen Isländern nähert. Die FR vertieft sich mit Stefan Müller-Doohm anhand der Denker der Frankfurter Schule in die intellektuelle Geschichte Frankfurts. Die Zeit empfiehlt neue Bachmann-Biografien. Die NZZ lernt von dem Historiker Matthias Uhl, wie stark Russland überhaupt noch ist. Der Dlf spaziert beglückt mit Catherine Guérard und einer Baccararose durch Paris. Und Dlf Kultur erfährt von Florian Butollo: KI macht nicht weniger, sondern mehr Arbeit.
Freitag, 19.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
19.06.2026 Kehrtwende in Bayreuth: Katharina Wagner entschuldigt sich bei Michel Friedman und der spricht nun doch in Bayreuth, wie er der SZ versichert. Die FAZ lernt in Bonn von Candice Breitz: Mitgefühl ist offenbar eine Frage der Hautfarbe. Im Tagesspiegel erzählt Dokumentarfilmemacherin Regina Schilling, wie sie Ingeborg Bachmann wieder zum Leuchten bringen will. Der Perlentaucher lauscht einem Schwanengesang, dem alle Schwere fehlt, in Sophie Fillières' Film über eine Frau im Angesicht des Todes. Und Van weiß: Ab 2032 soll die Berliner Philharmonie für acht Jahre schließen und für 1,15 Milliarden Euro saniert werden.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.06.2026 Der rotgrüne Hamburger Senat verhindert eine Aufarbeitung des NSU-Mords an Süleyman Taşköprü - der taz wurden Akten zugespielt, die ein schmähliches Bild der Polizei abgeben. Und in Hannover kann man laut FAZ lernen, wie man mit den Schlagwörtern "Demokratie", "Vielfalt", "Alleinerziehende" und "Armut" ein Businessmodell aufbaut. Wenn "Palästina befreit" ist, dann wird das wohl die ganze Welt befreien, hofft Sally Rooney in einer Rede - der israelische Religionswissenschaftler Tomer Persico analysiert auf Twitter diese Israel-Fixierung nicht nur Rooneys. In SZ und FR ziehen Rainer Forst und Axel Honneth die Lehren aus Habermas - heute ist der große Trauer- und Gedenktag.
Bücherschau des Tages
19.06.2026 Die NZZ fängt sich eine Ohrfeige ein, wenn Elfriede Jelinek Fuchs, Esel und "Piketty" gurrende Tauben über den Kapitalismus sinnieren lässt. Etwas aus der Zeit gefallen und doch so wichtig findet die SZ Roya Sorayas Blick auch auf die Schönheit des Iran. Der Dlf erfährt von Mascha Malburg und Joshua Schultheis, was Juden in Deutschland bewegt. Und Dlf Kultur hebt Elisa Hoven spätestens mit ihrem neuen Roman in den Himmel dichtender Juristinnen.
Samstag, 20.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
20.06.2026 Die Feuilletons gratulieren Ingeborg Bachmann schon heute zum Hundertsten: War sie Kommunistin, fragt die taz. Oder Heterofatalistin, fragt sich die SZ. Die FAZ erkennt in London, wie bescheiden Winston Churchill als Maler auftrat. Der Manifesta Ruhr verdankt sie außerdem poetische Ideen für die 20.000 Kirchen, die in Deutschland bald leer stehen könnten. Die FR lernt in Frankfurt, was passiert, wenn man in Grönland nur Kalaallisut, die Sprache der Inuit spricht. FAZ und SZ lauschen dem gelassenen, aber nicht unpolitischen letzten Album der Rolling Stones.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.06.2026 In der FAS erklärt der argentinische Schriftsteller Alan Pauls, wie Javier Milei die Falkland-Inseln (beziehungsweise die Islas Malvinas) heute noch für seine politische Agenda nutzt. Der Iran-Deal Trumps scheint verheerend, könnte aber im Endeffekt auch die Mitte der iranischen Gesellschaft stärken, überlegt Zeit Online. Die SZ druckt die Rede des Historikers Norbert Frei zur Gedenkveranstaltung für Jürgen Habermas in der Paulskirche. Die Welt trifft das "Schnabeltier der Gegenwart": den Philosophen Kohei Saito.
Bücherschau des Tages
20.06.2026 Die FAZ ist beeindruckt, wie Tanja Sljivar die Geschichte Serbiens anhand von ideologischen Grabenkämpfen im Belgrader Nationaltheater erzählt. In Monika Marons Tagebüchern begegnet sie vergnügt "Handwerkerfressen" und "Großköpfen". Die SZ kommt Ingeborg Bachmann in den Büchern von Fleur Jaeggy, Dieter Burdorf und Andrea Stoll näher. Die taz sieht in Yossi Klein Halevis Band "Briefe an meinen palästinensischen Nachbarn" ein Zeichen der "Großzügigkeit, Souveränität und Stärke". Dlf steppt mit Ewald Arenz auf der Suche nach einer alten Liebe an die irische Steilküste.
Montag, 22.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
22.06.2026 "Luftmasse" vom Paper Tiger Theater Studio in Chemnitz ist für die Nachtkritik vor allem heiße Luft, hilft aber vielleicht, Alfred Döblins Roman "Berge Meere und Giganten" wiederzuentdecken, auf dem das Stück basiert. Der DLF würdigt den Mut der kroatischen Intellektuellen und Schriftstellerin Slavenka Drakulić, die gestorben ist. Frank Zappas Rockoper "200 Motels" in Genf ist für die Kritiker zwar ein Humor-Unfall mit goldenen Gemächtkörbchen, aber die Musik scheppert ganz gut. Die FAZ lässt sich von Helene Fischer beeindrucken.
9punkt - Die Debattenrundschau
22.06.2026 Zehn Jahre nach dem Brexit-Beschluss tritt heute wohl mit Keir Starmer der sechste Premierminister zurück - und die britische Rechte hat sich radikalisiert, so die taz. In Deutschland tagte die Linkspartei - die Parteiführung warf der Propali-Fraktion den "Genozid"-Begriff zu, notiert die FAZ. Der Antisemitismus im Kunstbetrieb ist inzwischen manifest und ungeniert, sagt Stella Leder in der SZ. In der NZZ machen sich die Politologen Oleksandr Kraiev und Andreas Umland Gedanken über einen Frieden in der Ukraine. Ohne Faschismusbegriff geht es nicht, schreiben Stephan Lessenich und Sven Reichardt in der SZ.
Magazinrundschau
22.06.2026 In Eurozine erklärt der ukrainische Autor und Soldat Artur Dron, was Literatur gerade im Krieg vermag. Zur heutigen Pantheonisierung bringt Le Grand Continent einen Text von Carlo Ginzburg über Marc Bloch. New Lines lernt aus einer Münzsammlung im British Museum von der glorreichen Geschichte Afghanistans. Der New Yorker kassiert mit einem Repo-Man unbezahlte Autos ein. Der indische Autor Amit Chaudhuri spürt in The Point dem Fremden in den Fotografien Ljubodrag Andrics nach.
Bücherschau des Tages
22.06.2026 Die NZZ lobt Mikhail Zygars Buch über den Zerfall der Sowjetunion, in dem nicht nur Staatsgrößen zu Wort kommen, sondern auch Regisseure und Rockstars. Die FAZ erfährt von Olivier Charpentier, dass der Schwanz des Pandas eine "Heizungsfunktion" hat. Mit Daniela Dröschers jugendlichen Heldinnen kämpft sie gegen Männer und Kapitalismus. Die FR verbringt eine vergnügliche Lektüre mit Elsemarie Maletzkes Buch über eine Gärtnerin mit "Gefängnisvergangenheit". Und Dlf rauscht mit Christiane Adlung durch einen französischen Sommer der Vergangenheitsbewältigung.
Dienstag, 23.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
23.06.2026 Der Tagesspiegel lauscht auf Radio France einer Sensation: Die Flötistin Mathilde Calderini und der Harfenist Nicolas Tulliez spielen erst kürzlich entdeckte Mozart-Stücke. Monopol lässt sich in Aarhus gern blenden von den 1.100 Lichtquellen von James Turrell. Die Welt lernt dank Massentests mit indischen Analphabeten: Wer lesen kann, erkennt auch Gesichter und Farben schneller. Rüsch und Tüll für Männer erhitzt noch immer die Gemüter, bermerkt die FAZ in Florenz mit Blick auf Simone Rochas neue Entwürfe. Man wollte sich in Bayreuth offenbar nicht durch Aufklärung stören lassen, ärgert sich Hamburger Kultursenator Carsten Brosda in der SZ.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.06.2026 Keir Starmer ist fast pünktlich zum zehnten Jahrestag des Brexitvotums zurückgetreten - Britannien sieht seit dem Brexit ziemlich anders aus, konstatiert die FAZ, denn immer weniger Europäer leben dort. Das Goethe-Institut feiert seinen 75. Geburtstag. Die SZ erzählt, wie es angesichts der weltweiten "Israelkritik" laviert. Der Perlentaucher kommt auf Ines Schwerdtners Satz "Ich habe mich entschieden, es einen Genozid zu nennen" zurück, die FAZ staunt, wie leichtfertig die Linke und erst recht Die Linke mit dem Faschismusvorwurf hantiert.
Bücherschau des Tages
23.06.2026 Die FAZ sieht in Cora Schmidt-Otts Biografie über Samuel P. Huntington eine spannende Verbindung von Intellektuellen-Biografie und US-Geschichte. Außerdem vertieft sie sich in Oskar Negts Aufzeichnungen zum Marxismus. Die taz liest gebannt, wie Susanne Heim die Fluchtwege jüdischer Menschen vor den Nazis bis nach Shanghai, Kobe und Sibirien nachvollzieht. Dlf ist beeindruckt von Esther Kinskis Nacherzählung des 3000 Jahre alten mesopotamischen Gilgamesch-Epos.
Mittwoch, 24.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
24.06.2026 Die Geschichte der Bayreuth-Inszenierungen unter den Nazis ist keineswegs aufgearbeitet, meint der Wagner-Forscher Arno Mungen, der in der Zeit erinnert, wie gern die Nazis von Auschwitz direkt in die Oper fuhren. Monopol blickt in einer Berliner Ausstellung in die Abgründe unseres digitalen Medienkonsums. Leo Fenders berühmte Stratocoaster ist jetzt Kunst und damit urheberrechtlich geschützt, ärgert sich die Welt. Außerdem liest sie kritisch Ingeborg Bachmanns Gedicht "Es kommen härtere Tage". Perlentaucher und Tagesspiegel sehen mit Curry Barkers "Obsession" ein wunderbares Stück Horrorkino.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.06.2026 Die Briten diskutieren immer noch über Europa, wie über einen Ex, von dem man nicht loskommt, meint Podcasterin Katy Lee im Guardian. Die NZZ wünscht sich Margaret Thatcher zurück: Dann hätte auch ein Nigel Farage keine Chance mehr. Der Historiker Robert Tombs widerspricht: Die anderen haben trotz EU mindestens genauso große Probleme wie UK. In der taz berichten Beybûn Seker und Soniya Alkis von der Flüchtlingsberatung Pena-Ger über innermigrantischen Rassismus gegen Kurden und Jesiden. Die FAZ fragt: Welcher Nachzügler der Kritischen Theorie wäre heute so interventionsfreudig wie Habermas?
Bücherschau des Tages
24.06.2026 Die FAZ bekommt bei Mercedes Spannagel die Erotik eines Machtkampfes in einem Automobilkonzern zu spüren. Mit Hermann Burger steigt sie hinunter zu den Scheintoten, die unter dem Wiener Zentralfriedhof wohnen. Die NZZ erinnert sich mit Ronald Reng an das Sommermärchen von 2006. Dlf blickt mit Stella Gaitano auf Frauenschicksale im Sudan. Und Dlf Kultur spukt mit Alexander Pechmann durch die Literaturgeschichte.
Donnerstag, 25.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
25.06.2026 Aktualisierung um 11 Uhr: Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird dem Autor Philippe Sands zugesprochen. Heute wäre Ingeborg Bachmann hundert Jahre alt geworden. Ihr Werk ist aktueller denn je, meint ihre Biografin Andrea Stoll in der FR, auch politisch. In der Zeit kann der Künstler Jacques Tilly kaum fassen, dass er wegen einer Putin-Pappfigur in Moskau zu mehr als acht Jahren Lagerhaft verurteilt wurde. Die NZZ macht sich in einer Zürcher Ausstellung Gedanken über das Leben im "urbanen Bienenstock". In der taz erzählt der Architekt Francis Kéré, warum das neue Parlamentsgebäude in Benin einem "Palaverbaum" nachempfunden ist.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.06.2026 Die Historikerin Jill Lepore erklärt in der Zeit, warum die amerikanische Demokratie gerade zu scheitern droht und wie die Liberalen dazu beigetragen haben. Ihr Kollege Timothy Snyder zieht in der SZ eine bittere Bilanz des Irankriegs. Belarus ist nicht gleich Russland, versichert in der NZZ der belarussische Journalist Andrzej Poczobut mit Blick auf die EU. Die FAZ findet die Empfehlungen einer Expertenkommission zum digitalen Jugendschutz zu komplex und macht einen Gegenvorschlag. Auch in der DDR wurde die Marktwirtschaft als gerechter empfunden als der real existierende Sozialismus, erzählt im Tagesspiegel der Historiker Clemens Villinger.
Bücherschau des Tages
25.06.2026 Die SZ erfrischt sich mit Bernd Brunners Kulturgeschichte des Schwimmens, der sie auch entnimmt, was eine Badeschaluppe ist. Mit Neige Sinno begibt sie sich nach Mexiko zu den Zapatisten. Die taz lauscht mit Ulf Stolterfoht dem Krächzen der Krähe. Die Zeit findet in 22 aktuellen Texten über die Damentoilette „Viren, Kotze, Heidegger und Lippenstift“. Die FAZ vertieft sich lieber in bisher unveröffentlichte Texte von Gaston Bachelard über Kunst.
Freitag, 26.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
26.06.2026 Im Standard erinnert Tex Rubinowitz zum fünfzigsten Jubiläum des Bachmann-Wettbewerbs daran, dass Literatur mal olympisch war. Schön, dass es ihn gibt, aber entscheidend für eine schriftstellerische Zukunft ist er nicht, meint die FR, Helga Schuberts Eröffnungsrede sanft widersprechend. Die FAZ blickt in Berlin mit Walter Schels auf Leichenantlitze und mit Cyprien Gaillard in Bregenz in Kriegsbunker.
9punkt - Die Debattenrundschau
26.06.2026 Philippe Sands wird in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten - die Feuilletons sind begeistert, ein Streiter für das Völkerrecht und brillanter Erzähler. Wenn eine Frau Kopftuch trägt, gibt ihr das im Islam eine zwiespältige Macht, wenn sie es ablegt, setzt es 74 Peitschenhiebe, erfahren wir aus SZ und FAZ. Die FAZ berichtet auch über rassistische Ausschreitungen in Südafrika.
Bücherschau des Tages
26.06.2026 Die FAZ lässt sich von Farai Mudzwinga zu einem wilden Ritt durch die Straßen von Harare mitreißen. Mit Volha Hapeyeva verliert sie sich in klugen Wortwolken. Literatur als Form des Widerstands erkennt der Dlf in den ukrainischen Meistererzählungen, die Katja Petrowskaja zusammengestellt hat. Philologisch mustergültig findet Dlf Kultur den ersten Band der neuen Rolf-Dieter-Brinkmann-Edition. Dank Gavin Francis geht Dlf Kultur künftig ganz anders über Brücken.
Samstag, 27.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
27.06.2026 Die Kritiker reißt es von den Sitzen in der Münchner "Walküre", die Tobias Kratzer inszeniert und Vladimir Jurowski dirigiert hat: Die FAZ hört eine Musik gesteigerten Ausdrucks, die SZ amüsiert sich mit den durch München reitenden Walküren. Nur die Welt ist unterwältigt, aber dann wieder: Die Sänger! FAS und Tagesspiegel empfehlen wärmstens die große Gabriele-Stötzer-Ausstellung im Berliner Gropius-Bau. Die Welt ruft: Auf nach Schwäbisch Gmünd, wo alle Werke des Informel-Malers Hans Hartung gezeigt werden. Die taz lernt, dass es auch im Jazz-Musiker gibt, die auf KI neugierig sind.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.06.2026 Dank Zeit, Spiegel und SZ stochern Millionen Deutsche in den Naziakten von Urgroßeltern - unterdessen ist der Nationalsozialismus an den Unis nicht mehr so en vogue, sagt der Historiker Ulrich Herbert in der SZ. Wie kann es kommen, dass eine Organisation wie "Islamic Relief", die der Muslimbruderschaft und auch der Hamas nahesteht, über Jahre 15 Millionen Euro Subventionen des Auswärtigen Amts und Blurbs von Frank-Walter Steinmeier bekommt, fragt hpd.de. In der NZZ beleuchtet Richard C. Schneider die israelische Debatte über die Ultraorthodoxen.
Bücherschau des Tages
27.06.2026 Die FAZ liest begeistert unbekannte Briefe von, an und über Gustav Mahler, darunter die der Wiener Salonnière Berta Zuckerkandl. Die FR verliebt sich in die vom Aussterben bedrohte kleine Heckenbraunelle und den Skua, die Robert Macfarlane in seinem "Buch der Vögel" als echte Persönlichkeiten beschreibt (und Jackie Morris zeichnet). Die taz empfiehlt einige Kinder- und Jugendbücher. Dlf Kultur taucht mit Stephen Greenblatts "Dunkle Renaissance" in die dreckigen, stinkigen Gassen Englands, in denen Christopher Marlowe intrigierte, schrieb, soff, focht und starb.
Montag, 29.06.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
29.06.2026 Rette sich, wer kann (möglichst aber mit Klimaanlage): Auf die "dunkle Aufklärung" der schwadronierenden Tech-Milliardäre folgt nun ein "dunkler Sozialismus" in der Version des japanischen Marxisten Kohei Saito, informiert die Welt. Wortreich breitet Eva Menasse in republik.ch aus, was sie in Deutschland alles nicht sagen darf. In der Zeit hält der Neuköllner Noch-Bürgermeister Martin Hikel fest: Religion und Staat zu trennen, ist kein Rassismus.
Efeu - Die Kulturrundschau
29.06.2026 Lena Schätte gewinnt den Bachmannpreis und den Publikumspreis mit einem Text über die Demütigungen, die dicke Menschen selbst von ihrer Familie erfahren: Die Kritiker sind begeistert. Dass der Wettbewerb insgesamt von fantasiebefreiter Autofiktion geprägt war, lässt sie aber doch seufzen. Die taz porträtiert die Sängerin Parastoo Ahmadi, die zu 74 Peitschenhieben verurteilt wurde. Es funktioniert erstaunlich gut, den Comedian Bülent Ceylan in der "Entführung aus dem Serail" auftreten zu lassen, wundert sich die FAZ.
Bücherschau des Tages
29.06.2026 Die FR lernt von Wolodymyr Jermolenko, was wir Europäer von der Ukraine lernen können: Kämpfen - sonst landen wir nämlich auf dem "Friedhof des Guten". Die NZZ lernt in Raimund Schulz' "Odysseus": Der Listenreiche war ein Boomer. Und selbstverständlich ein Kolonisator. Die SZ muss in einem Buch über Elisabeth Schwarzhaupt erfahren, dass sie nicht nur der erste Gesundheitsminister, sondern auch ein Herr war - denn Adenauer wollte nicht gendern. Und nochmals die NZZ lässt sich mit Monika Maron nicht unterkriegen.
Dienstag, 30.06.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
30.06.2026 Im Tagesspiegel erklärt der französische Archivar François-Pierre Goy, weshalb die bisher unbekannten Mozart-Stücke erst jetzt entdeckt wurden. Monopol erfährt in Berlin von Forensic Architecture von den Auswirkungen des deutschen Völkermords an den Herero und Nama. Die FAZ blickt in das deformierte Gesicht des Krieges in der Ukraine, wenn Dusan David Parizek Sofia Andruchowytschs National-Epos "Amakoda" auf die Bühne in Chemnitz bringt. Antisemitische Botschaften sind in der Modewelt inzwischen ein Must, notiert die Jüdische Allgemeine.
Magazinrundschau
30.06.2026 Eurozine lernt aus einer Studie, dass die Iraner immer atheistischer werden. Dekoder erklärt, warum die postsowjetischen Völker oft so genervt von den Russen sind. Lidove noviny erinnert an die große tschechische Schriftstellerin Věra Linhartová. Brooklyn Rail interviewt den Fotografen Thomas Demand. La Regle du Jeu versucht sich hübsch boshaft, Dominique de Villepin als Staatspräsident vorzustellen.In Elet es Irodalom wünschte sich der Autor Miklós Vámos etwas Selbstkritik von den Ungarn. New Lines beobachtet die Flamingorevolution in Albanien.
9punkt - Die Debattenrundschau
30.06.2026 Der heutige 30. Juni wird in Südafrika zum "Tag der Angst", berichtet die taz - denn für heute sind in dem Land ausländerfeindliche Ausschreitungen angesagt. Die Welt blickt auf dreißig Jahre Rechtschreibreform zurück. In der FAZ beleuchtet der Osteuropahistoriker Martin Schulze Wessel die polnisch-ukrainische Geschichtskontroverse. Im Israel Journal of Foreign Affairs nimmt Jeffrey Herf die Israelkritik Omer Bartovs auseinander.
Bücherschau des Tages
30.06.2026 Die FAZ will Roza Domasynas sorbische Gedichte am liebsten laut lesen. Mit Gunilla Eschenbach und Rainer Bayreuther reist sie nach Saig, wo Heidegger, Husserl oder Kaschnitz die Bundesrepublik prägten. Die FR hat dank Joachim Vahland Zweifel an Kants Originalität. Berührend findet die taz Clara Umbachs halbfiktionale Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Frauen in Chatnachrichten. Und Dlf Kultur taucht mit Annabel Abbs ein in die weibliche Nachtkultur.