Magazinrundschau

Die Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
27.09.2005. Prospect stellt eine Liste der hundert wichtigsten Intellektuellen der Welt auf: 38 kommen aus den USA, 14 aus Großbritannien, vier aus Deutschland. Polityka verkündet das Ende der Dritten Republik Polen. In der Gazeta Wyborcza wünscht sich Timothy Garton Ash, dass Horst Köhler Neuwahlen anberaumt. Magyar Hirlap hofft, dass es den Deutschen bald noch schlechter geht - dann kommen sie wieder zu den Einsternecampings am Plattensee. Das New Criterion findet die britischen Intellektuellen dagegen eher medioker. Vanity Fair erzählt vom Prozess, den Roman Polanski in London gegen das Magazin angestrengt hat. Outlook India lernt einiges über die Rolle des KGB in Indien. Im Spiegel spricht Andre Glucksmann über Hass. Reportajes erklärt die Besonderheit der Armut in den USA. Der Figaro würdigt Hannah Arendt. Die New York Times fürchtet die Demokratie in der Türkei.

Polityka (Polen), 24.09.2005

Einen Tag vor den Wahlen am Sonntag verkündeten Wieslaw Wladyka und Jacek Zakowskidas das Ende der Dritten Republik. "Die Dritte Republik ist faktisch am Ende, vor allem nachdem das strategische Ziel des EU-Beitritts erreicht wurde. Die Personifizierungen dieses Systems, Präsident Kwasniewski und Adam Michnik, Chefredakteur der Gazeta Wyborcza treten ab. Vielleicht verheißt das auch etwas Gutes: die regierende Rechte wird sich nicht mehr nur mit den Postkommunisten befassen können, sondern sich um sich selbst und das Land kümmern müssen."

Zdzislaw Pietrasik schreibt über das letzte Woche zu Ende gegangene Polnische Filmfestival in Gdingen. "Eine Stärke des polnischen Kinos ist seine Vielfalt. Einerseits wurden engagierte, tagesaktuelle Filme gezeigt, andererseits stille psychologische Porträts. Und: mit dem neuen Kinematografiegesetz und den neuen Mittel, die vor allem jungen Filmemachern zugute kommen sollen, wächst die Hoffnung, dass das Festival im nächsten Jahr noch besser wird."

Nur im Print zu lesen: Adam Krzeminski stellt eine 'Polonisierung' des politischen Systems in Deutschland fest: "Die großen Parteien werden immer kleiner und verlieren an Profil, die Neue Linke hat nur das Etikett getauscht, und es ist allenthalben von einer 'neuen Intransparenz' die Rede." Man kann nicht wirklich feststellen, was die deutschen Wähler mit ihrem Votum sagen wollten, kommentiert Krzeminski, "aber viel Zeit bleibt der Bundesrepublik nicht, um sich neu zu erfinden. Dafür ist das Land zu wichtig für Europa".
Archiv: Polityka

Magyar Narancs (Ungarn), 22.09.2005

Über den Ausgang der polnischen Parlamentswahlen macht sich der Politikwissenschaftler Ivan Scipiades Gedanken: "Polen hat kein stabiles Parteiensystem: die Parteien gestalten sich permanent um, lösen sich auf, vereinen sich, neue Parteien entstehen und Minderheitsregierungen werden allmählich zur Norm. ... In diesem Wahlkampf kommt es zum ersten Mal vor, dass die dominanten Figuren keine Neulinge sind, und keine neue Partei in den Sejm gewählt wird. Dafür wird die Linke, der bislang einzige stabile Punkt dieses instabilen Parteiensystems, zu Staub." Der Kommentator sagt den Sieg der Bürgerlichen Plattform (PO) voraus: "Polen wird nationalistischer und kämpferischer mit Deutschland, Russland und der EU umgehen."

In unserer Zeit haben sämtliche Ideologien ausgedient, behauptet der serbische Experimentalfilmer Dusan Makavejev im Gespräch. "In der Computerära gliedert sich alles in Einsen und Nullen, es gibt kein Zentrum, kein Origo, im Verhältnis zu dem man seinen Platz bestimmen könnte. Ich bin neugierig, wohin diese Vereinfachung führt, weil ich meine, dass sich das Zeitalter der Computer seinem Ende nähert. Ein russisches Volkslied passt gut zu unserer Situation: Tanja und Wanja wollen bis ans Ende der Welt gelangen, und als sie es wirklich schaffen, dann lassen sie nur noch ihre Beine baumeln. Wir erleben so etwas wie in den 1960er Jahren: neue Ideen müssen her, die alten sind alle tot."

Gazeta Wyborcza (Polen), 24.09.2005

Timothy Garton Ash ist sich sicher: "Das Ergebnis der Wahlen in Deutschland - wenn man es überhaupt ein Ergebnis nennen darf - wird bei der Bekämpfung der wirtschaftlichen Stagnation und der Massenarbeitslosigkeit nicht helfen. Das Beste wäre jetzt, wenn Horst Köhler das Parlament wieder auflöste - zwar gehen dadurch sechs Monate verloren, aber jede denkbare Koalition würde noch mehr Zeit verlieren." Für Garton Ash zeigt das Wahlergebnis in Deutschland noch einmal, dass der deutsch-französische Motor zum europäischen Bremser geworden ist: "Nein und non sind der deutsch-französische Refrain von heute. Aber: keine Zeit für 'Schadenfreude'. Wir Mit-Europäer brauchen ihre Gesundung genau so wie sie sie brauchen."

Weitere Artikel: Aleksandra Klich und Michal Smolorz schreiben einen Nachruf auf den Übersetzer Henryk Bereska, der in Ostdeutschland polnische Literatur salonfähig gemacht hat, vergleichbar mit Karl Dedecius im Westen. "Er lebte zwischen den Welten. Zwischen Deutschland und Polen, aber noch mehr zwischen Ostdeutschland, wo er jahrelang unweit der Mauer lebte, und dem Westen. Er schien immer zufrieden, dabei war er in der Wirklichkeit tief traurig", erinnert sich eine Freundin. Und Marcin Wojciechowski erinnert an den kürzlich verstorbenen russischen Journalisten Jegor Jakowlew. Er initiierte die Debatten über die Gulags, über die Fehler Stalins im Zweiten Weltkrieg und darüber, wer die polnischen Offiziere in Katyn wirklich ermordet hat.
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Magyar Hirlap (Ungarn), 20.09.2005

Den Deutschen geht es noch nicht schlecht genug, meint ein über die deutschen Wahlergebnisse überraschter Andras Sztankoczy, denn in Zeiten, in denen Reformen dringend notwendig sind, werden in anderen Ländern meistens konservativ-liberale Parteien gewählt: "Die Mehrheit der ostdeutschen Bevölkerung steht heulend da und fleht, man solle ihnen ihren Sozialismus zurückgeben, in dem sie einen Lohn erhielten, ohne arbeiten zu müssen. ... Deutschland ist das Land der abstrakten Reformwünsche: alle unterstützen die Reformen im Allgemeinen, die einzelnen konkreten Pläne doch nicht. Die Botschaft dieser Wahlergebnisse ist eindeutig: den Deutschen geht es noch nicht schlecht genug. Sie möchten lieber mit bunten Filzstiften Koalitionsmöglichkeiten malen, eine schlechter als die andere. Ein hübsches Hobby, und wenn die Lage irgendwann wirklich schlimm ist, wählen sie sich endlich eine konservativ-liberale Regierung. Bis dahin sollten sie aber mit dem Jammern aufhören und sich endlich wieder auf die Einsternecampings am Plattensee einstellen."

Prospect (UK), 01.10.2005

Prospect feiert mit dieser Ausgabe seinen zehnten Geburtstag und stellt aus diesem Anlass eine Liste der hundert wichtigsten Intellektuellen der Welt auf: 38 kommen aus den USA, 14 aus Großbritannien, vier aus Deutschland. David Herman stellt dabei fest, dass Europa - mit Ausnahme der gut vertretenen Briten - "Amerikas intellektuell arme Verwandte" geworden zu sein scheint. Zur Liste der Nominierten und zur Abstimmung geht es hier.

Michael Lind bedauert, dass die Figur des humanistisch gebildeten Mandarins in den westlichen Gesellschaften zunehmend in Verruf gerät, und übt sich in deren Verteidigung. Denn nur ein modernes Mandarinentum könne der vielfach prophezeiten Entwicklung der Demokratie zur Mobokratie Einhalt gebieten. "Der Mandarin ist ein Sündenbock für sämtliche größeren Kräfte der zeitgenösischen Gesellschaft." Er "ist ein Amateur für den Professionalisten, ein Statist für den Verfechter der Willensfreiheit, ein Elitist für den Populisten und ein Heide für den Gläubigen. Was könnte es Schlimmeres geben als eine Gesellschaft, die von solchen Menschen geführt wird?" Für Lind steht die Antwort außer Zweifel: Die Mobokratie.

Weitere Artikel: Richard Dawkins empört sich über die laxe Behandlung der Droge Geriniol, die vorbehaltlos an Kinder verabreicht wird und zu schweren halluzinatorischen Zuständen führen kann. Nur, dass hier der Teufel des Anagramms am Werk ist. Denn gemeint ist schlicht und ergreifend das Opium des Volkes: die Religion. Richard Jenkyns denkt auf unterhaltsame Weise über das Wesen der Kinder- und Jugendliteratur damals und heute nach und rät den Kulturhistorikern und anderen Sterblichen, den Geist der Zeit in Kinderbüchern zu suchen. Und schließlich geht Michael Cross der Frage auf den Grund, warum die von der britischen Regierung beauftragten IT-Projekte einen so starken Hang zum Scheitern haben.
Archiv: Prospect
Stichwörter: Richard Dawkins

New Criterion (USA), 01.09.2005

Im amerikanischen New Criterion zeichnet Daniel Johnson ein wenig schmeichelhaftes Bild der britischen Intellektuellen, die er mit ihrem immer noch gepflegten Marxismus zumeist medioker und uninteressiert an anderen Kulturen findet. "Fremdsprachen, alte und neue, verschwinden aus unseren Schulen, weil sie in einer anglophonen Welt nicht mehr gebracht werden. Die Briten kehren zurück zu dem Zustand, in dem sich Bacon vor mehr als siebenhundert Jahren fand, und der ihn aufschreien ließ: 'Es gibt keine fünf Männer in der Christenheit, die vertraut sind mit der hebräischen, griechischen und arabischen Grammatik. Gleichzeitig leugnen und verdammen die Gelehrten die Wissenschaften, von denen sie keine Ahnung haben.' Ein neues dunkles Zeitalter droht, in dem alle Arten von Wissen jederzeit zugänglich sind, aber die Mehrheit, selbst der Gebildeten, nicht das geringste Interesse hat an Dingen, die außerhalb ihres eigenen Blickwinkels liegen."

Die ganze Ausgabe ist Großbritannien gewidmet: zumeist britische Autoren beklagen den Niedergang der Moral, der Umgangsformen, der Kirche von England, der Moral. Positiv bewertet werden die EU-Referenden in Frankreich und den Niederlanden sowie die neue Diskussion über Multikulturalismus nach den Bombenanschlägen in London.

Weltwoche (Schweiz), 23.09.2005

Hans-Ulrich Wehler, Wirtschafts- und Sozialhistoriker, poltert gegenüber Walter De Gregorio über das notorisch misanthropische Deutschland. "Das Problem ist, dass die Deutschen Wachstumsfetischisten geworden sind. Wenn sie nicht ihre vier Prozent erzielen, dann glauben sie schon, die Welt gehe unter. Die Deutschen haben schon ein merkwürdiges Talent, ihren dritten Platz in der Weltwirtschaft und ihre Exportweltmeisterschaften, ihr inneres Wohlstandsniveau so miese zu reden, dass man denkt, man lebt im Innern von Ghana." Genauso furios markiert er Schröders Kardinalfehler. Wie seinerzeit Roosevelt in seinen wöchentlichen Kamingesprächen hätter der Kanzler seine Politik dem Volk immer wieder nahe bringen müssen. "Ich frage mich, warum sich Schröder diese Zeit nie genommen hat. Eine Viertelstunde bei der ARD, die Privaten hätten ihm sogar eine halbe Stunde geschenkt. Er hätte die Reformnotwendigkeiten erklären können. Es sei zu kompliziert, wurde mir einmal geantwortet. Das ist Schwachsinn."
Archiv: Weltwoche
Stichwörter: ARD, Ghana, Hans-Ulrich Wehler

Espresso (Italien), 29.09.2005

Umberto Eco vermutet hinter der Anhäufung von Katastrophenberichten im italienischen Fernsehen ein politisches Ablenkungsmanöver. "Nach den Meldungen von Krieg, Gemetzel, Terrorattacken und Ähnlichem, nach einigen wohlüberlegten Enthüllungen aus der aktuellen Politik, ohne dabei den Zuschauer übermäßig zu belasten, beginnt die Liste der Straftaten, Mutter-Tochter-Gatten-Bruder-Vater-Kindermorde, Diebstähle, Vergewaltigungen, Schießereien - und, um dem Zuschauer auch ja nichts vorzuenthalten, scheinen sich die Pforten des Himmels jeden Tag über unserem Landstrich zu öffnen und es regnet wie es noch nie zuvor geregnet hat, so dass die Sintflut sich demgegenüber wie ein kleiner Rohrbruch ausnimmt. Eine paar schön abgeschnittene Köpfe halten das Volk bei Laune und verhindern, dass Ränke gegen den Chef geschmiedet werden."

Basra, ein wenig aus dem Blickfeld geraten, ist beileibe keine Insel der Seligen, berichtet der irakische Journalist Christian Elia. Das britische Militär hat das Gefängnis dort kürzlich mit schwerem Gerät angegriffen und in Schutt und Asche gelegt, um zwei Soldaten zu befreien, die kurz davor von der irakischen Polizei festgenommen worden waren. Franco Carlini weist noch einmal darauf hin, dass Yahoo mit den chinesischen Behörden kooperiert hat, um den Journalisten Shi Tao zu verhaften. Tao ist zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Etwas ausführlicher hat Riccardo Stagliano darüber in La Repubblica berichtet.
Archiv: Espresso

Vanity Fair (USA), 01.10.2005

Graydon Carter, Chefredakteur von Vanity Fair, erzählt nicht ohne Ironie von dem für ihn letztlich unerfreulichen Prozess zwischen Roman Polanski und seinem Magazin in London. Der Regisseur fühlte sich von einer Passage in einem Artikel von 2002 verunglimpft, in der behauptet wurde, er hätte im August 1969 auf dem Weg zum Begräbnis seiner ermordeten Frau Sharon Tate mit einem Model geflirtet. "Dass ein amerikanisches Magazin von einem Mann, der in Frankreich wohnt, vor ein englisches Gericht zitiert werden kann, ist eines der vielen Launen des britischen Rechtssystems. Aber mehr davon später. Leider kann ich viele Dinge nicht erwähnen, ohne die Gerichte gegen mich aufzubringen. Zu britischen Gerichte sage ich folgendes: in Sachen Glanz und Gloria enttäuschen sie nicht. Gerichtssaal Nr. 13 war ein schöner, viktorianisch getäfelter Raum, voll bis zum Rand mit Perücken, wehenden Roben, Barristers und Solicitors, mit viel 'Wenn es Euch zupass kommt, mein Lord' hier und 'Ja, mein Lord' dort. Sehr 'Zeugin-der-Anklage'-mäßig, aber zum Glück klimatisiert."
Archiv: Vanity Fair
Stichwörter: Models, Roman Polanski, Lorde

Outlook India (Indien), 03.10.2005

Derzeit sorgt der zweite Band des "Mitrokhin Archivs" in England für Gesprächsstoff, in dem Christopher Andrew, gestützt auf 1992 vom KGB-Offizier Vasili Mitrokhin in den Westen geschmuggelten Dokumente, unter anderem die bisher wenig bekannten, aber umfangreichen Aktivitäten des KGB in Indien veröffentlicht. Sanjay Suri findet einiges übertrieben, muss aber in einem Punkt zustimmen: "'Der KGB war in Indien erfolgreicher als in den meisten anderen asiatischen Ländern, weil Indien eine Demokratie ist', schreibt Andrews. 'Die Ironie des Ganzen ist, dass die für den KGB schwierig zu infiltrierenden Länder ausgerechnet die kommunistischsten waren - China, und auch Vietnam. Es ist die gute Seite an Indien, die Demokratie, die es verwundbar macht, eine Demokratie mit einer Spur Korruption.'" Hier findet sich Christopher Andrews Originalartikel in der Times, auf den Suri antwortet.
Stichwörter: England, Vietnam

Spiegel (Deutschland), 26.09.2005

Der Titel gilt dem Machtpoker in Berlin, ist aber wie immer nur im E-Paper zu lesen.

Online finden wir ein Interview mit dem französischen Philosophen Andre Glucksmann über die Themen seines neuen Buchs: den Hass, die Ideologien und die Triebkräfte des modernen Terrorismus. "Um seine Zerstörungskraft zu entfalten, muss der Hass kollektiv werden. Der Einzelne, der in seiner Ecke hasst, bleibt ein armseliger Wicht oder wird schlimmstenfalls ein isolierter Mörder. Ideologien können der Kollektivierung des Hasses dienen, aber sie sind nicht dessen Ursache. Das zu glauben, war der große Irrtum der Demokratien im 20. Jahrhundert. Denn daraus folgt der zweite Irrtum: Wenn die Ideologien, also der Nazismus und der Kommunismus, widerlegt und besiegt seien, verschwinde der Hass von selbst. Ideologien sind das Alibi des Hasses. Der Schriftsteller Ernst von Salomon, Freikorpskämpfer und Beteiligter an der Ermordung Walther Rathenaus, hatte recht, wenn er nach 1918 feststellte: Der Krieg ist zu Ende, aber die Krieger sind immer noch da. Der Kalte Krieg war nur für uns, im Westen, kalt. Für den Rest der Menschheit war es eine sehr blutige Zeit, eine kriegerische Umwertung aller Werte."
Archiv: Spiegel

Nouvel Observateur (Frankreich), 26.09.2005

Im Debattenteil äußert sich Harry Belafonte über Bush, Martin Luther King, sein politisches Engagement und die Folgen von Katrina. "Amerika hat sich auf Rassismus, Unmenschlichkeit, Egoismus und Ehrgeiz gegründet. Es hat Millionen indianischer Ureinwohner eliminiert, 20 bis 30 Millionen afrikanischer Sklaven importiert und sein Weltreich auf rassistischer und sozialer Unterdrückung, der Unterwerfung von Schwarzen und Armen errichtet. Ich fürchte, dass der Anflug von Klarheit, den Katrina in den USA ausgelöst hat, nicht nur vorübergehend ist. (?) Es obliegt den Opfern der Armut und des Rassismus, Rechenschaft von den USA zu fordern und sie zu zwingen, Verantwortung zu übernehmen."

In einem weiteren Artikel spricht der albanische Schriftsteller Ismail Kadare (mehr) über den "kommunistischen Albtraum", die Lüge und die Zukunft des Balkans. "Im Grunde bin ich eher optimistisch, was die Zukunft Albaniens und des Balkans angeht. Zum ersten Mal seit 1000 Jahren, haben die Völker des Balkans ein gemeinsames Ziel: die Anbindung an Europa. Bisher bestand die Geschichte der Region aus mein Land gegen deines, meine Auffassungen gegen deine, mein Leben gegen deines. Der europäische Traum ist dabei, eine Logik der Annäherung zu erzeugen."

Spectator (UK), 24.09.2005

Der Spectator beschäftigt sich in dieser Ausgabe mit der Beziehung von Rasse und Kultur und natürlich besonders damit, was im multikulturellen Großbritannien alles falsch läuft. Ein anonymer Autor klagt: "Die sogenannte 'kulturelle Aufmerksamkeit' hat auch zu einer rassischen Zersplitterung des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystems geführt. Der Staatsapparat quillt über von spezialisierten Angeboten wie dem Drogen-Aktions-Team für bangladeschische und somalische Gemeinden in den Tower Hamlets, oder das schwarzafrikanische und karibische Konsortium für psychische Störungen, das derzeit einen Büroleiter sucht. 'Alle Bewerber müssen schwarzafrikanischen oder karibischen Urprungs sein', heißt es in der Anzeige."

Weitere Artikel: Olenka Frenkiel berichtet von der mauretanischen Tradition, Mädchen ab sieben Jahren zwangsweise zu mästen, damit sie fett und attraktiv werden. David Goodhart erneuert seine schon im vergangenen Jahr vorgetragene These, dass zu viele ethnische Unterschiede den sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft gefährden. Der Labour-Politiker John Denham macht gegenüber Peter Oborne den Erfolg der Terrorismusabwehr vom Kooperationswillen der britischen Muslime abhängig. Rod Liddle erfährt von Trevor Phillips, dem Vorsitzenden der Kommission für ethnische Gleichberechtigung, wie die Einführung einer Art britischen Leitkultur die Ghettos aufweichen soll. Boris Johnson wird auf einer philippinischen Schönheitskonkurrenz in Chelsea mit unerwartet viel britischem Patriotismus konfrontiert.

Außerdem fragt sich Alasdair Palmer, warum die Polizei Verdächtige erschießen, aber nicht foltern darf. Petronella Wyatt beobachtet, dass die amerikanischen Schwulen den Macho als Ideal entdeckt haben. Und George Osborne macht die Regierung für den schleppend anlaufenden Handel mit China verantwortlich.
Archiv: Spectator

Reportajes (Chile), 25.09.2005

Alvaro Vargas Llosa hat einen mit viel statistischem Zahlenmaterial unterfütterten Bericht aus New Orleans verfasst, in dem er die These vertritt, dass es "in Wirklichkeit in den USA viel weniger Armut gibt, als dieser Tage im Ausland unter dem Eindruck der Verwüstungen im Süden von Louisiana behauptet. Und die nordamerikanische Armut unterscheidet sich wesentlich von derjenigen in anderen Teilen der Erde. Isabel Sawhill von der Brookings Institution zufolge ist 'die Armut unter der schwarzen Bevölkerung dreimal so groß wie unter der weißen', weswegen in einer Stadt wie New Orleans, mit hohem schwarzem Bevölkerungsanteil, der Anteil an Armen ähnlich hoch ist wie unter allen Schwarzen der USA. Aber die bedeutsamste Tatsache - wodurch sich die USA von einem Großteil der übrigen Welt unterscheiden - ist, dass, immer Sawhill zufolge, 'für die meisten US-Amerikaner Armut etwas zeitlich Begrenztes ist'. Nur drei Prozent der Bevölkerung sind länger als acht Jahre arm. Folglich profitieren die Armen, obwohl es manchen von ihnen nicht gelingt, diesen Zustand hinter sich zu lassen, weiterhin von einer sozialen Mobilität, die ihr größter Trumpf ist." (S. a. vom selben Autor: "Das Elend der Statistiken")

Pamela Gutierrez erinnert an den vergeblichen Versuch Simon Wiesenthals, von Chile die Auslieferung des NS-Verbrechers Walter Rauff, des Erfinders der berüchtigten 'Gaswagen', zu erreichen. Eine bislang wenig bekannte Intervention Ronald Reagans hätte seinerzeit fast zum Erfolg geführt - zuletzt setzte sich jedoch offensichtlich James D. Theberge, damals US-amerikanischer Botschafter in Chile, mit der Meinung durch, übermäßiger Druck in diesem Fall "könne zum Schaden der nordamerikanischen Interessen sein".
Archiv: Reportajes

Guardian (UK), 24.09.2005

Der Guardian bringt einen Vorabdruck aus Joan Didions Buch über Liebe, Trauer und Wahnsinn "The Year of Magical Thinking", in dem die amerikanische Reporterin den Tod ihres Mannes verarbeitet, der 2003 an einem Herzinfarkt starb, während gleichzeitig ihre Tochter todkrank im Krankenhaus lag. "Dies ist mein Versuch, einen Sinn in dem zu erkennen, was darauf folgte, Wochen und Monate, die jede festgefügte Vorstellung zerschlugen, die ich bis dahin von Wahrscheinlichkeit und Zufall, Glück und Pech, von Ehe und Kindern und Erinnerung hatte, von Trauer, von den Arten, auf die Menschen damit klarzukommen versuchen, dass das Leben endlich ist, von der Zerbrechlichkeit der Gesundheit, vom Leben selbst."

Nach seinem Bestseller über die amerikanische Kleinstadt Savannah hat John Berendt nun Erkundungen aus Venedig vorgelegt. "The City of Fallen Angels" heißt das Buch, und Jan Morris fand es schrecklich: Statt um Architektur oder Stadtgeschichte gehe es Berendt nur um Korruption, Skandale, Betrügereien und Eitelkeiten ("'Du wirst es nicht glauben', rief Dodie Rosencrans und griff nach dem Handgelenk der Gräfin Emo. Die großäugige Salonlöwin aus San Francisco und Kino-Erbin war gerade von einer Woche an der dalmatinischen Küste zurückkehrt. 'Ich habe ein Kloster gekauft'").

Zum Buch der Woche gekürt wurde Charles Townshends Buch über den irischen Osteraufstand "Easter 1916: The Irish Rebellion", dem John Banville eine Zukunft als Standardwerk prophezeit. Nicholas Wroe porträtiert den Autor des Bestsellers mit dem eingängigen Titel "The Curious Incident of the Dog in the Night-time", Mark Haddon.
Archiv: Guardian

Elet es Irodalom (Ungarn), 26.09.2005

Ein Vergleich linker Parteien in Deutschland und Ungarn ergibt für den Philosophen und Gesellschaftstheoriker Gaspar Miklos Tamas, dass die ungarische Linke gar nicht existiert: "Der Begriff 'Linke' bezeichnet in Ungarn gar keine Linke, sondern eine sich für Modernisierung einsetzende, bürgerliche, kosmopolitische und pluralistische Gemeinschaft. Hinter dem Begriff 'Mitte-Links' verbirgt sich, von einigen lokalen Schnörkellinien abgesehen, eine neokonservative beziehungsweise neoliberale Linie, vor allem was Wirtschafts-, Sozial-, Sicherheits-, Außen- und Umweltpolitik und den öffentlichen Dienst angeht. Auch die westeuropäischen Sozialdemokraten machten fast überall einen grundlegenden Wandel durch. Sie sind heute im besten (das heißt im linksten) Fall liberal zu nennen. Aber so weit, wie die ungarische Linke, sind sie noch nie gegangen."

Um einen schweigenden Großvater, einen ins Arbeitslager verschleppten Vater und einen sich die Geheimnisse der Familie ergründenden Sohn kreist der Roman "Der weiße König" des jungen Schriftstellers György Dragoman, den der Literaturkritiker Istvan Csuhai als die literarische Sensation des Herbstes feiert: "Die 'Unterwelt' der Straßenarbeiter, die die Fußball spielenden Jungs zwingen, eine unbrauchbare Grube zu graben, ... aber auch die 'Überwelt' des Großvaters, der seiner Schwiegertochter jegliche Hilfe verweigert, obwohl er als pensionierter Parteisekretär viel für sie tun könnte, der afrikanische Gesandte, der sich für sie einsetzt, aber eine Gegenleistung in natura verlangt, der die Wohnung regelmäßig durchsuchende Ermittlungsbeamte: all das erzählt in einer fast kafkaesken Weise vom allgegenwärtigen Ausgeliefertsein. Diese Charaktere und Situationen wären, vielleicht mit einer gewissen zeitlichen Verschiebung, überall in Osteuropa möglich gewesen."

"Der Text soll wie eine Bombe geschaffen sein, durch die man das Terrain für das normale Leben räumt" - sagt der russische Schriftsteller Vladimir Sorokin im Gespräch und zerlegt die im Zentrum seiner apokalyptischen Folterphantasien stehende Eismetapher: "In 'Ljod. Das Eis' beschäftigte mich die Frage, was Gewalt ist und warum die Menschheit nie ohne sie auskommt. Die Figuren meiner 'Eistrilogie' suchen alle den riesigen Eisblock, der als Meteorit irgendwo in Sibirien einschlug und diese Menschen miteinander verbindet. Sie sind Mitglieder einer nie da gewesenen Sekte, die ihr Glück darin finden, Das Eis zu suchen und einander über Das Eis zu erkennen. Die 'Brüder' sind monströs, denn es ist nicht die geschwisterliche Liebe, sondern die Gewalt, die sie verbindet. Darauf zielen alle Sekten: andere auszugrenzen, um die eigene innere Einheit zu sichern. Und letztendlich ist es das, womit sich die ganze Menschheit beschäftigt. Das Eis ist eine Metapher, ein Prisma, durch das ich die Menschen zeigen kann."

Weiteres: Der junge Autor Krisztian Grecso wundert sich sehr darüber, warum die 68er-Intellektuellen in Berlin auf ihren Partys Telemann in Sandalen mit weißen Socken spielen.

Figaro (Frankreich), 22.09.2005

Der dreißigste Todestag von Hannah Arendt wird in Frankreich ausführlicher gewürdigt als hierzulande. So erscheinen erstmals in französischer Übersetzung ihr "Denktagebuch 1950-1973" (Seuil) sowie "Macht und Gewalt" ("Responsabilite et jugement", Payot). Außerdem wurde "Vom Leben des Geistes" neu aufgelegt. In einem gründlichen Verriss bewertet Patrice Bollon den als "biografischen Essay" apostrophierten Band "Dans les pas de Hannah Arendt" von Laure Adler als wenig überzeugend, in manchen Punkten gar verfehlt und "anachronistisch". Die Lektüre der 672 Seiten starken Buchs sei eine "Schinderei". "Dieses geschwätzige und flache Werk ist nicht in einem Punkt vollständig. Während Madame Adler uns keine der unzähligen Reisen von Hannah Arendt vorenthält - einschließlich der Abflugzeiten - verzichtet sie unter anderem darauf, über die Unterstützung Hannah Arendts zu berichten, die diese 1966 dem umstrittenen Theaterstück 'Der Stellvertreter' von Rolf Hochhuth leistete, das sich mit der Untätigkeit von Papst Pius XII. angesichts des Holocausts befasste!"

In einem Interview erklärt der französische Wissenschaftsphilosoph Michel Serres, dass das "Ende des Öls nicht die Apokalypse" sei. Er sieht die Welt, "die Zeit, den Raum und natürlich die Wirtschaft" allerdings am Beginn einer "Nach-Öl-Ära" und somit vor einer "grundlegenden Umstrukturierung" stehen. "Im Grunde ist das Wichtigste nicht Öl, sondern Ideen zu haben."

Pierre Assouline lobt schließlich noch den neuen Roman von Jean-Philippe Toussaint. "Fuir" (Editions de Minuit) sei einer der "zartesten" Texte des Bücherherbstes.
Archiv: Figaro

Economist (UK), 23.09.2005

Gaza atmet auf, berichtet der Economist vom Abzug der israelischen Siedler. "Kein nervöses Beobachten der Beton-Wachtürme mehr, wenn du an einer israelischen Siedlung vorbeifährst. Keine Angst mehr, dass auf dich geschossen wird, weil du zu nah an einen Armeeposten gerätst oder auf deinem eigenen Dach stehst. Kein Spähen mehr durch den hohen Maschendrahtzaun auf den verbotenen, nur wenige hundert Meter entfernten Strand. Kein ohnmächtiges Starren mehr auf die mit Siedlerkindern vollgepackten Autos, wie sie vor deiner Nase an genau diesen Strand fahren ... Kein Warten mehr, unerklärte Stunden lang, in der gleißenden Sonne oder die ganze Nacht hinduch am Checkpoint Abu Holi, dem einzigen Tor zwischen Norden und Süden. Freiheit!" Doch, fragt der Economist besorgt, welche Perspektiven gibt es für Gaza?

Der Economist hat die Urszene aufgespürt, die den kürzlich verstorbenen KZ-Überlebenden und "Nazijäger" Simon Wiesenthal dazu bewog, sich für die rechtliche Verfolgung der Naziverbrechen einzusetzen: "Eines der seltsameren Gespräche im Leben von Simon Wiesenthal ereignete sich im September 1944. In seiner blass gestreiften Uniform von SS-Wachen wurde er von den nahenden Russen weggetrieben. Irgendwo mitten in Polen gruben ein SS-Unteroffizier und er nach Kartoffeln. Was werde er in Amerika über die Todeslager erzählen?, fragte der Unteroffizier spöttisch. Wiesenthal antwortete, er werde die Wahrheit sagen. Worauf der Unteroffizier sagte: 'Sie werden Ihnen nicht glauben.'"

In weiteren Artikel zu lesen: Warum der Wirbelsturm Katrina auch das amerikanische Gesundheitssystem ins Wanken bringt, warum Mike Leighs "Two Thousand Years? im Londoner West End Theatre zwar nett, aber keine runde Sache ist, dass die großen und wohlhabenden Wissenschafts-Zeitschriften wie "Science" oder "Nature" unter Druck geraten, die von ihnen veröffentlichten Forschungsergebnisse frei zugänglich zu machen (denn warum sollten sie aus Forschung, die andere finanziert haben, Profit ziehen?), was von Japans neuem Oppositionschef Seiji Maehara zu erwarten ist, und schließlich, wie es um die Provinz Kamtschatka in Russlands Fernem Osten bestellt ist.
Archiv: Economist

New York Times (USA), 25.09.2005

In diesen wenig gloriosen Zeiten kommt Walter Kirn ein erfolgreicher amerikanischer General wohl ganz recht. Jedenfalls lobt er E. L. Doctorows Nacherzählung des letzten Feldzugs des amerikanischen Bürgerkriegs 1865 "The March" (erstes Kapitel) in den Himmel. "Historische Romane müssen ohne die übliche Spannung auskommen, die uns durch die Ereignisse treibt. Statt dessen müssen sie uns einfangen, halten und tragen, so wie eine Schlange eine Maus verdaut, in rhythmischen Muskelstößen, die gleichzeitig schieben und ziehen. Nennen wir es peristaltisches Erzählen. E. L. Doctorows packender fiktionaler Report über den letzten Feldzug General William Tecumseh Sherman durch die Städte und die Dörfer der Südstaaten funktioniert genauso - ein Erzählstil, wie er passender nicht sein könnte, weil er die Art veranschaulicht, wie Shermans Eroberungsheer sich bewegte, wie ein höllischer Raubwurm oder eine fleischfressende Schnecke."

Das Entdecken von Fehlern ist bei Filmen schon zu einem beliebten Zuschauersport geworden. Aber auch jedes Buch ist voll davon, meint Nora Krug. Aus den weiteren Besprechungen: John Berendts erstes Buch ("Midnight in the Garden of Good and Evil") über die amerikanische Kleinstadt Savannah, stand mehr als vier Jahre auf der Sachbücher-Bestsellerliste der New York Times ". Und obwohl Berendt in "The City of Falling Angels" (erstes Kapitel) diesmal aus Venedig berichtet, wird er sich damit nicht annähernd so lange halten können, unkt Adam Goodheart. Recht freundlich bespricht Garrison Keillor Paul Hemphills Biografie "Lovesick Blues" über den Country-Musiker Hank Williams. Freundlich auch, dass es Williams-Klassiker wie den "Lovesick Blues", "Move It On Over", "Your Cheatin' Heart" und "Hey Good Lookin" in Auszügen als mp3 zu hören gibt. Ja, auch in den Schulen ist Amerika zwischen Arm und Reich und Schwarz und Weiß geteilt, gesteht Nathan Glazer zu nach der Lektüre von Jonathan Kozols "The Shame of the Nation". Kozols Begründungen kann er aber ebenso wenig folgen wie den Lösungsvorschlägen.

Mehr Demokratie bedeutet in der Türkei traditionellerweise mehr Islamismus, weiß Christopher Caldwell, den die bevorstehenden Beitrittsgespräche der EU mit der Türkei zu einem kompakten Ausblick im New York Times Magazine auf die politische Zukunft des Landes veranlassen. "Nationalismus ist jetzt die plausibelste Alternative zur A.K.P. (Tayyip Erdogans pro-islamischer Partei). Ein böses Erwachen für die alten Verbündeten der Türkei, die alle noch dem Glauben anhängen, dass eine kemalistisch 'loyale Opposition' den Enthusiasmus der A.K.P. 'dämpfen' wird oder dass das Land die Möglichkeit hätte, zu dem halbdemokratischen, westlich-orientierten Regime zurückzukehren, das der freien Welt so gut in den Kram passte. (...) Europa und die USA sind mit der offenen Frage konfrontiert, ob die Reform dieses Staates nach den Wünschen der Gesellschaft zu irgendetwas anderem führen kann als zu einer islamischen Republik."

Abgedruckt ist ein Auszug aus Joan Didions demnächst erscheinenden Buch "The Year of Magical Thinking" über den Tod ihres Mannes. Lynn Hirschberg porträtiert den Modedesigner Alber Elbaz, der das lange vor sich hin kränkelnde franzöische Haute-Couture-Haus Lanvin verjüngt und wiederbelebt hat. Michael Ignatieff identifiziert die gestörten Beziehungen zwischen Staat und Bürgern als schlimmste Folge von Katrina. Deborah Solomon unterhält sich mit Stephen Colbert, der seinen erfolgreichen "renommiert idiotischen" Nachrichtensprecher nun in einer eigenen Show geben wird (Vorschau). Auf den neu eingerichteten Funny Pages ist der zweite Teil von Elmore Leonards Erzählung "Comfort to the Enemy" zu lesen.