Magazinrundschau - Archiv

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

September, 2010

Zuckungen an Würde und Vitalität

28.09.2010. Muss man modern sein? fragt Alain Finkielkraut in Sinn und Form. Die Boston Review beobachtet, wie den Tolstois das Blut in die Köpfe schießt. In Prospect stellen Einwandererkinder fest: Der Multikulturalismus ist gescheitert. Polityka erzählt, wie der Autor Slawomir Mrozek wütend gegen den Polen in sich kämpfte. MicroMega feiert die demokratische Aufgewecktheit von Mario Martones Film "Noi credevamo". Eurozine liest den Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Leni Yahil. Die NYT stellt fest: eine Katze auf Kafkas Nachlass zu setzen ist fast so gut wie verbrennen.

Anfeuerungsrede für 15 Muskelprotze

21.09.2010. Der Merkur steht auf dem Kampffeld vor der Kita und denkt über Freiheit nach. Mao war für den Großen Hunger in China selbst verantwortlich, lernt im New Statesman John Gray von dem Historiker Frank Dikötter. In Polityka konstatiert Adam Krzeminski den Niedergang der Geisteswissenschaften. Prospects Michael Coveney erfährt eine Einzelbetreuung im Theater, die sich gewaschen hat. In Eurozine beschreibt der Rechtshistoriker Mikhail Xifaras die Copyleft-Bewegung Richard Stallmans. Der Boston Globe macht sich auf die Suche nach verschollenen Schriftsteller-Bibliotheken.

Identitätskrise

14.09.2010. Die NYRB erinnert daran, dass Katholiken in den USA eine Zeit lang höchst unwillig waren, sich zu integrieren. In Outlook India denkt Arundhati Roy über Strategien für die Revolution nach. Al Ahram freut sich, dass Genets Stück "Unter Aufsicht" während des Ramadan gespielt wurde. In Rue 89 verteidigt Noam Chomsky die Meinungsfreiheit des Holocaust-Leugners Vincent Reynouard. Le Monde möchte nicht halal essen. Im New Humanist streiten Yasmin Alibhai-Brown und Kenan Malik über ein Burka-Verbot. Der Independent bringt eine ganze Artikelserie über Ehrenmorde.

Entblößt von jedem wohligen Schmelz

07.09.2010. Kelek ist der Treitschke Bahners, lernen wir aus den Blättern. Auch in den goldenen Zeiten der Moderne hatten Schriftsteller es schwer, ermuntert Tom McCarthy angehende Schriftsteller im Guardian. In Le Monde kritisiert Andre Glucksmann die Ausweisung der Roma aus Frankreich. Das Magazin erzählt, wie man eine verrottende Kleinstadt wieder in Schwung bringt. In Elet es Irodalom feiert Laszlo Földenyi die Bilder des Malers Uri Asaf. In NZZ Folio blicken neun Schriftsteller in die Zukunft. Vanity Fair gruselt sich vor der griechischen Wirtschaft.