Magazinrundschau - Archiv

Outlook India

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Magazinrundschau vom 02.01.2019 - Outlook India

Seit das Oberste Gericht in Indien verfügt hat, dass Frauen jeden Alters in Zukunft den Sabarimala-Tempel betreten dürfen, gab es - teilweise gewalttätige - Proteste dagegen. Ursprünglich hatten Frauen im "menstruationsfähigen Alter" von zehn bis fünfzig Jahren dem Ort fernbleiben müssen, weil Menstruation in Indien als unrein gilt - Grund genug für Outlook India die Menstruation zum Titelthema ihres neuen Heftes zu machen. Über dieses Thema darf nicht mehr geschwiegen werden, fordert Martand Badoni. Nirgendwo mehr, denn Indien ist mit seinem Tabu nicht allein. "Die erste auffällige 'Detonation' kam eher harmlos im März 2015 mit einem Instagram-Upload durch die indischstämmige kanadische Dichterin Rupi Kaur. Ein Foto aus ihrer Serie 'Period', das Flecken von Menstruationsblut auf der Kleidung einer Frau und auf dem Bettlaken darstellte, wurde von Instagram zweimal entfernt, weil es angeblich gegen die Gemeinschaftsstandards verstieß, die sich im Allgemeinen auf Nacktheit, Blut und Gewalt beziehen. Damals erkannten die Menschen, dass das Menstruationstabu sogar auf dieser visuellen Plattform für die Generation Z existierte. Das Unvermeidliche geschah: Das Schweigen selbst erzeugte einen lauten Ton. Nach kritischen Schlagzeilen stellte Instagram das Bild wieder her, mit einer Entschuldigung an Kaur. Das Bild ist seitdem viral geworden, hat sich auf Ted-Gespräche, Zeitschriften und Blogs ausgeweitet und wurde zu einer Internet-Fußnote zu diesem Thema."

Es ist seltsam, dass auch Frauen gegen das Betreten des Tempels protestieren, meint Nalini Natarajan, aber dann auch wieder nicht. "Es stellt sich nämlich auch die Frage: Ist die Menstruation ein heiliger Zustand (Matriarchat) oder ein beschämender Zustand (Patriarchat)? Beide Male werden Frauen gemieden, aber aus unterschiedlichen Gründen. Und die Frage des Zugangs zu Tempeln nimmt zwischen diesen beiden Ansätzen eine merkwürdige Position ein." Doch letztlich, meint Natarajan, ist das eigentlich Problem sowohl in Matriarchaten als auch in Patriarchaten die Vorstellung, dass Männer das verletzliche Geschlecht sind, das entweder vor den heiligen oder den schändlichen Aspekten der Menstruation geschützt werden muss (egal, was das für die weibliche Psyche bedeutet). Das ist zutiefst ironisch angesichts der Gewalt, die Männer gegen Frauen ausüben. Männer sollten aufhören, Frauen für ihre eigenen Schwächen zu bestrafen. Einen natürlichen, biologischen weiblichen Zustand als verschmutzt zu verdammen, während Männer alle möglichen wirklich transgressiven, tabuisierten Aktivitäten durchführen, unterstreicht die Ironie."

Magazinrundschau vom 27.11.2018 - Outlook India

Die Ende September gefällte Entscheidung von Indiens Oberstem Gericht, Frauen das Betreten des Sabarimala-Tempels in Kerala zu erlauben, führt immer häufiger zu gewalttätigen Ausschreitungen. Outlook India hat dem Thema einen Schwerpunkt gewidmet. J. Devika, die sich als Feministin, geboren in eine Mittelklasse Familie aus privilegierter Kaste vorstellt, erinnert sich, dass solche Tabubrüche früher viel gelassener hingenommen wurden. Was hat sich geändert? "Es gibt Grund zu der Annahme, dass die Unsicherheiten, die die moralische Mehrheit Keralas plagen, in den letzten zehn Jahren zugenommen haben, insbesondere als Reaktion auf die öffentliche Missachtung konservativer Sitten durch junge Menschen und die sehr öffentliche und starke Selbstbehauptung sexueller Minderheiten - ganz zu schweigen von der Stärkung des feministischen Diskurses. Das Savarna-Trauma erreichte schließlich seinen Höhepunkt mit der schrecklichen Erfahrung der Überschwemmungen, die Kerala im August dieses Jahres heimsuchten. Es war das erste Mal in der jüngeren Geschichte, dass die Savarna-Elite ihr Leben direkt von Naturgewalten bedroht fühlte. Es war auch das erste Mal, dass sie gezwungen waren, ihren Kastenstolz fallen zu lassen und die Hilfe der Fischer und völlig Fremder anzunehmen. Sabarimala bietet nur einen Auslöser für den Ausbruch dieses Traumas. Kein Wunder, dass es in der Gegenwart eine beispiellose Welle von fanatischen Beleidigungen gibt, die sich alle gegen Führer der 'niedrigeren Kasten' richten."

Magazinrundschau vom 23.10.2018 - Outlook India

Für viele junge Frauen in Indien ist #MeToo ein Funke der Hoffnung - wenngleich kein allzu großer, wie wir aus Lachim Deb Roys und Salik Ahmads Reportage erfahren. Insbesondere im ländlichen Raum des Landes sind Frauen bedrückenden Misshandlungen ausgesetzt - so sehr, dass die wenigsten Frauen den Mut aufbringen, Belästigungen, Übergriffe und sexualisierte Gewalt öffentlich zu benennen, auch, weil sie den Verlust ihres Arbeitsplatzes oder Racheaktionen fürchten. So etwa in Rohtak, einer auf den ersten Blick modern wirkenden Stadt im Bundesstaat Haryana. "Ein kürzlich eingereichter Bericht bekräftigt den besorgniserregenden Anstieg, was Verbrechen gegen Frauen betrifft. Seit 2014/15 stieg die Zahl der Vergewaltigungen um 47 Prozent, die Zahl der Belästigungen um 26 Prozent. Entführungen nahmen gar um schwindelerregende 100 Prozent zu. Allerdings bleiben die alltäglichen Belästigungen, denen junge Frauen geradezu überall - sogar auf dem Campus der Maharshi Dayanad Universität - ausgesetzt sind, unerwähnt. Mit Einbruch der Dunkelheit werde es dort gruselig, sagen Studentinnen. Dann fahren Schlägertypen in Autos umher, folgen den Frauen und rufen ihnen Anzüglichkeiten hinterher. 'Wenn wir bei uns einem Polizisten beschweren, dann sagt er bloß: Warum stößt das immer ausgerechnet Euch zu? Manchmal sagt er auch: Was sollen wir tun, ihnen die Augen ausbohren? Verschwindet in Eure Unterkunft! Dabei nimmt er noch nicht einmal seine Beedi-Zigarette aus dem Mund, wenn er mit mir spricht', erklärt die Jurastudentin Kiran, die nur ihren Vornamen nennt. Zwar sprechen sich die Studentinnen dafür aus, übergriffige Kerle beim Namen zu nennen und in der Öffentlichkeit bloßzustellen. Ob es in dem Bundesstaat bald zu einem #MeToo kommen wird, da sind sie sich allerdings nicht sicher. Sie fürchten, dass die Männer gewalttätig reagieren könnten."
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Stichwörter: Indien, #metoo, Sexismus, Metoo

Magazinrundschau vom 24.04.2018 - Outlook India

Ein Schwerpunkt bei Outlook India ist der unglaublich brutale Mord an der achtjährigen Asifa, Tochter muslimischer Bakarwal-Nomaden, die von einer Gruppe hinduistischer Männer fünf Tage lang vergewaltigt, gefoltert und schließlich getötet wurde. Nach dieser Gewalttat gab es Demonstrationen für die Freilassung der Täter, an denen sich sogar zwei Minister der Regierungspartei BJP beteiligten (die inzwischen zurücktreten mussten). "Die Vergewaltigung des Mädchens war monatelang geplant worden, um ihren Leuten zu verstehen zu geben, dass sie abhauen sollen", berichtet Naseer Ganai.

Harsh Mander, der die Organisation Karwan-e-Mohabbat gegründet, weil immer häufiger Minderheiten in Indien - Muslime, Dalit, Christen - angegriffen werden, ist bestürzt von dem Schweigen der großen Mehrheit nach der Vergewaltigung Asifas: "Ich hätte niemals gedacht, dass der Tag kommen würde, an dem ich uns zum Nachteil mit beispielsweise den Amerikanern vergleichen würde. Als Trump an die Macht kam, erließ er nach einer Woche eine Verfügung gegen die Einreise von Menschen aus sieben muslimischen Ländern. Innerhalb von Stunden versammelten sich Menschen an den Flughäfen, hielten Plakate hoch, auf denen stand, dass jeder willkommen sei, dass 'wir alle Muslime seien' und so weiter. Junge Anwälte boten juristische Hilfe an, einfache Leute besuchten zur Unterstützung muslimische Nachbarn. Schauspieler, Professionelle, äußerten sich. Ich sehe bei uns keine kollektiven Äußerungen diese Art von nachhaltigem Zorn und Opposition."

Shiv Visvanathan denkt derweil über den Hass nach, der zu dieser Tat geführt hat. Hass, meint sie, ist eine Emotion, die sich aus vielen anderen Emotionen speist. Er hat "eine ganz eigene Alchemie, eine Einstellung, die Gewalt umfasst, die in Stereotypen (ethnischen), Ideologien (Klassenfeinde) und institutionellen Ritualen wie Lynchen oder Dschihad enthalten ist. ... Es gibt aber auch Abweichungen oder Umwege, die wir nicht übersehen dürfen. Die Vergewaltigung Asifas fanden in einem Tempel statt. Und oft, bevor sie sie wieder und wieder vergewaltigten, vollzogen die Täter ein Ritual, dass einen Gott beschwichtigen sollte. Als würde ein wenig Beten die Zulässigkeit der Vergewaltigung verstärken.  braucht, um genährt zu werden:

Magazinrundschau vom 20.02.2018 - Outlook India

Indien wird von einer neuen Ehrenmord-Welle und Abtreibungen weiblicher Föten erschüttert: Insbesondere der Mord an Ankit Saxena, einem jungen Hindu, durch die muslimischen Eltern der jungen Frau, mit der er ein Verhältnis hatte, findet enormen Widerhall. Dass insbesondere in den ländlichen Regionen Frauen als Eigentum der Familie gelten und damit eine Kultur der Gewalt begünstigt wird, ist zwar nichts Neues, schreibt Pragya Singh. "Doch die neue Gewalt hat einen etwas anderen Ursprung. Sie resultiert aus den Rissen, aus dem Wandel und der Instabilität der traditionellen Gesellschaft, die sich mit der Moderne schwer tut ... Auf dem Land zeigt sich dies am eindrücklichsten. Man höre nur, was Naresh Tikait, Anführer einer dörflichen Gemeinschaft, auf ein Urteil entgegnete, das ihn und seinesgleichen zügelte, wenn es um ihren Einfluss auf Liebesbeziehungen geht: 'Wir werden keine Frauen auf die Welt bringen und dies auch niemandem gestatten.' Eine Drohung, die das Versprechen eines schweigsamen Gynozids absolut setzt."

Weitere Texte zum Thema in der aktuellen Ausgabe des Magazins.

Magazinrundschau vom 04.04.2017 - Outlook India

In den siebzig Jahren seit dem Ende des Kolonialismus konnte Indien nie die Tyrannei des Feudalismus abstreifen, den traditionelle Eliten, später Briten und heute die modernen Eliten aufrecht erhalten. Outlook India hat diesem "hässlichen Inder" - der in jeder Kaste residiert - ein ganzes Heft gewidmet. "Es gibt eine neue feudale Ordnung", schreibt Pranay Sharma im Aufmacher. "Die politische Klasse mag dafür beispielhaft sein, aber ihre Granden haben kein Copyright darauf. Jeder will ein Stück. Alle Institutionen, alle Orte, alle Lebensbereiche sind von einem unheiligen Gedränge gezeichnet, das eine neue Brut hervorgebracht hat, die das Land überschwemmt: den Hässlichen Inder. ... Nehmen Sie nur den Fall von Gaikwad, dem Shiv-Sena-Abgeordneten aus Maharashtra, der einen Flugbegleiter '25 Mal' mit seinem Schuh geschlagen hat, weil der ihn nach der Landung gebeten hatte, das Flugzeug zu verlassen. Gaikwad war wütend, weil die Fluggesellschaft ihm keinen Platz in der Business Klasse gegeben hatte - auf einem Flug, in dem es keine Business Klasse gab. Woher kommt dieses Überlegenheitsgefühl bei Politikern wie Gaikwad", fragt sich Sharma, der dieses Verhalten überall beobachtet.
Stichwörter: Kolonialismus

Magazinrundschau vom 31.01.2017 - Outlook India

Das Geschäft mit der Prostitution blüht in Indien. Dabei ist Prostitution zwar erlaubt, doch das Geschäftemachen drumherum verboten. Und Menschenhandel sowieso. Und doch wird mit beidem unendlich viel Geld verdient, berichten Anoo Bhuyan, Prachi Pinglay-Plumber, Dola Mitra in ihrer Reportage: "Genau die Kräfte, die diese moderne Sklaverei eigentlich bekämpfen sollen, stecken oft mit Kidnappern, Mittelsmännern und Bordellbesitzern unter einer Decke, um weit mehr einzustecken als nur kostenlose sexuelle Gefälligkeiten. Gruppen von Bordellen in Delhi, Mumbai und Kalkutta sind die Quellen großer Einkünfte für korrupte Polizisten, Politiker und Beamte. In diesem gutgeölten System ist die Misere der Sexarbeiterinnen völlig unwichtig und wird mit von den Behörden ignoriert. Man nehme nur die Hauptstadt als Beispiel. Delhis Rotlichtbezirk, GB Road, prosperiert weniger als einen Kilometer von der Polizeistation Chandni Chowk. 'Das funktioniert nicht ohne die aktive Duldung von Polizei, Politikern und Lokalbehörden', sagt Swati Maliwal, Vorsitzende der Frauenkommission von Delhi. Sie schätzt, dass sich auf der GB Road etwa 90 Bordelle befinden, mit 5000 Frauen und 800 Kindern."

Magazinrundschau vom 22.03.2016 - Outlook India

Etwas sensationsheischend, aber interessant liest sich, was Siddhartha Mishra und Priyadarshini Sen über Ausgrabungen im indischen Ort Masol in den Vorgebirgen des Himalaya erzählt. Ein indisch-französisches Team um die Paläontologen Mukesh Singh und Anne Dam­bricourt-Malasse hat Spuren sehr früher Menschen gefunden, die an diesem Ort nicht vermutet worden wären: "Der Eureka-Moment kam 2008. Da wurde das erste Zerkleinerungswerkzeug gefunden, etwa 2,58 Millionen Jahre alt. Die 'Out-Of-Africa-Theorie' (die besagt, dass sich der frühe Mensch von Afrika kommend verbreitet hat, d.Red.) begann schon nach Funden in China und Java im Jahr 1994 in Frage gestellt zu werden. Dann passierte sogar noch etwas größeres: Dreißig Meter von Singhs Fundstelle (wurde) das Wadenbein eines rinderartigen Tiers, eines Vorläufers der heutigen Kuh, geborgen. Es hatte Schnittmarken und die Steine drumherum hatten dasselbe atemberaubende Alter. Die Gemeinschaft der Gelehrten geriet in große Aufregung. Captain Karnail Singh, Direktor des Regierungs- und Kunstmusems in Chandigarh ist überzeugt, dass die Vorgeschichte ihre Geheimnisse preisgibt. 'Die Funde haben ein großes Interesse an Vorgeschichte ausgelöst und daran, dass Indien die Wiege der Zivilisation sein könnte', sagt er." Die Autoren des Artikels zitieren allerdings auch wesentlich skeptischere Stimmen, auch aus Indien. Das Dossier wird um ein Interview mit der Forscherin Dam­bricourt-Malasse ergänzt.

Magazinrundschau vom 09.02.2016 - Outlook India

Ausgerechnet im vorwiegend konservativ-muslimischen Kaschmir lassen sich immer häufiger Frauen scheiden, berichtet Priyadarshini Sen. Unterstützung finden sie beim Supreme Court of Islamic Shariat, dem seit zwei Monaten der Großmufti Nasir-ul-Islam vorsteht. Hauptgründe für Scheidungsbegehren sind Drogensucht des Ehemanns, Gewalt in der Ehe aber auch Unverträglichkeit oder Impotenz werden als Gründe angegeben: "Es ist besonders ermutigend, sogar reformistisch, dass religiöse Oberhäupter drangsalierte Frauen unterstützen. Abdul Khaliq Haneef, ein Mitglied des Muslim Personal Board, sagte, der Islam garantiere Frauen bestimmte Rechte, die sie berechtigterweise durchsetzen könnten. 'Eine Menge Frauen haben mich um Unterstützung bei der Annulierung ihrer Ehe gebeten. Es gibt ein schnell wachsendes Bewusstsein und die Frauen sind bereit, diesen Sprung zu wagen."

In einem kurzen Interview macht Mufti Nasir noch einmal ganz klar, dass Frauen jedes Recht haben, eine Ehe, in der sie missbraucht werden, zu beenden. "Frauen sollten hervortreten, in der Gesellschaft gleichberechtigt mit den Männern und in Würde leben können. Eltern unterstützen sie oft dabei, wenn ihre Töchter gegen Ungerechtigkeiten aufbegehren. Ich habe mich in der Vergangenheit für Frauenrechte eingesetzt und möchte das auch in Zukunft tun."

Magazinrundschau vom 20.10.2015 - Outlook India

Outlook India hat den Titel seiner neuen Ausgabe den Protesten indischer Schriftsteller gegen den religiösen Hindu-Nationalismus der Modi-Regierung gewidmet, der zuletzt zwei Menschen das Leben gekostet hat. Im Interview beschreibt der Autor Kiran Nagarkar die perfide Strategie der Regierung: "Der Premierminister beherrscht den wundervollen Trick des distanzierten, völlig uninteressierten Schweigens in unangenehmen Situationen. Sein eigener Kulturminister bot eine erstaunliche Erklärung für den brutalen Mord an dem muslimischen Schmied in Dadri, der angeklagt war, Rindfleisch in seinem Kühlschrank aufzubewahren. 'Es war ein Unfall', sagte er. Nach dieser Logik hätte auch Hitler behaupten können, die sechs Millionen Toten im Holocaust seien lediglich ein Unfall gewesen. Die Reaktion des Premiers auf die schändliche Ausflucht seines Ministers war das patentierte 'Sorry, niemand zu Hause'."

Doch mit seinem Schweigen wird Modi auf Dauer nicht durchkommen, glaubt Dilip Bobb. Inzwischen kritisierten den Premier auch viele andere, Juristen, Filmregisseure oder Musiker. "In einem offenen Brief schreibt der karnatische Sänger und Autor T.M. Krishna letzte Woche an Modi: 'Heute sehen viele in diesem Land und anderswo Sie als einen Premierminister im amerikanischen Stil, und Sie scheinen diese Zuschreibung gern zu tragen. Deshalb müssen Sie auch aufstehen wie der amerikanische Präsident, wann immer Gewalt in Verbindung mit Rasse, Ethnie oder Religion ausgeübt wird, egal, wo diese Gewalt stattfindet, wer ihre Opfer sind oder wieviele Menschen sie betrifft. Die Bürger mögen mit Barack Obama nicht übereinstimmen, aber sie hören seine Gedanken. Von Ihnen hören wir nur Allgemeinplätze.'"

Unterdessen lebt Uday Prakash, der Autor, der als erster aus Protest seinen Literaturpreis zurückgegeben hat, in Angst: "'Manche sagen, ich hätte sie inspiriert, auch ihre Preise zurückzugeben. Ich antworte ihnen, wer inspiriert wird immer zum Opfer gemacht', sagt er."