Magazinrundschau - Archiv

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Juni 2015

Das Kunstwerk im neuen Jahrtausend

30.06.2015. Hat die Literatur gerade ihren Duchamp-Moment, fragt The New Republic. Und welchen Einfluss haben Schreibtechnologien auf die Literatur, fragt Le Monde. Buzzfeed erklärt, warum die Vergewaltigungen von Frauen unter den Roten Khmer nie bestraft wurden: Sie waren als Eheschließungen getarnt. Boko Haram ist nicht das einzige Problem Nigerias, notiert die NYRB. H7O skizziert die Stellung der Literatur in der Ukraine. Die Reformideen der 60er Jahre gewinnen, freut sich das New York Magazine.

Scheitern, Risiko, Experiment

23.06.2015. Die NYT erklärt, wie bequem, aber auch wie befreiend das Privileg ist, nicht auf seine Hautfarbe festgelegt zu werden. Die NYRB lernt, wie strategisch durchdacht die Brutalität des IS ist. Das war bei den Bolschewisten auch schon so, erklärt Medium. Quarterly Conversation verteidigt die argentinische Autorin Silvina Ocampo gegen den Vorwurf bourgeoiser Frivolität. Im Telegraph feiert Jeanette Winterson die große Bildhauerin Barbara Hepworth. In Eurozine warnt Sofi Oksanen vor einer Finnlandisierung Europas.

Wie seltene Vögel

16.06.2015. "Urlaub im Protektorat"? Das tschechische Magazin Aktualne winkt dankend ab. Lyrik? Sollte man auch besser lassen, meint die London Review. Der Economist sucht nach Gründen für den Hass auf die Rohingya in Burma und findet sie - bei den Briten. Les inrockuptibles sucht nach Gründen für die Identitätskrise Frankreichs und findet sie - bei Mitterand. Französische Denker sind auch nicht mehr, was sie waren, diagnostiziert Sudhir Hazareesingh im Guardian.

Die Exklusivität von Oink's Pink Palace

09.06.2015. In The New Republic überlegen Neil Gaiman und Kazuo Ishiguro, warum sich plötzlich selbst die chinesische KP für Science Fiction interessiert. TomDispatch schildert die Anfänge der systematischen Folterpraktiken der CIA. In Eurozine vermisst Slavenka Drakulic eine Frauenbewegung in Osteuropa. Collector's Weekly vermisst die TapekulturLa Regle du Jeu sucht nach Alternativen für den Begriff Shoah. Al Ahram fragt: Kauft Katar die arabische Literatur? Die New York Times sorgt sich um den digitalen Imperialismus Silicon Valleys.

Notwendigkeit seiner Nacktheit

02.06.2015. Erfrischend findet die New York Review of Books die mangelnde Kriegserfahrung des irakischen Premiers Haider al-Abadi. Der Merkur wirft ein kritisches Auge auf den Literaturbetrieb. Mengenlehre war gestern, univalente Grundlagen sind die Zukunft der Mathematik, verkündet Wired unter Berufung auf den Mathematiker Vladimir Voevodsky. Eurozine und Tablet greifen noch einmal die Charlie-Hebdo-Debatte auf. Und das New York Magazine erinnert an den ersten telegenen Hamburger: hergestellt von einem Franzosen.