
Susanna Rustin
erinnert an die
Feministinnen der Zweiten Welle, die in Großbritannien in den 1960er und 1970er Jahren gegen Benachteiligung von Frauen vor allem am Arbeitsplatz kämpften - und maßgeblich dafür verantwortlich waren, dass 1975 der
Sex Discrimination Act in Kraft trat, ein Meilenstein in Sachen Gleichberechtigung. Doch obwohl kaum jemand die immense Bedeutung dieses Gesetzes infrage stellt, haben diejenigen, die es erkämpften, heutzutage nicht den besten Ruf. "Feministinnen der 1970er Jahre wurden später für ihren zu engen thematischen Fokus und die privilegierte soziale Stellung ihrer Vertreterinnen kritisiert, wobei 'Women in Media' als ein exemplarisches Beispiel gelten könnte. Mary Kenny erinnert sich, dass sie die Treffen 'ein
bisschen bürgerlich' fand. Shirley Conran dachte sicher an den langjährigen Comicstrip 'The Four Marys' im Mädchencomic Bunty, als sie sich daran erinnerte, dass an der Kampagne für das Gesetz drei Shirleys beteiligt waren, die alle die St Paul's School besucht hatten - sie selbst, Shirley Williams und Shirley Summerskill (die Abenteuer der Four Marys spielten an der fiktiven St Elmo's School). Doch es ist unfair, die Bewegung in dieser Art zu karikieren. Viele derjenigen, die sich für das Gesetz einsetzten, waren auch in anderen Kampagnen aktiv, darunter eine gegen die
Abschiebung einer Gruppe irischer Frauen, die beim Diebstahl ertappt worden waren. Zu ihren Vorschlägen gehörte eine Klausel zur Aktualisierung des
Staatsangehörigkeitsrechts, damit Frauen - ebenso wie Männer - das Recht erhalten sollten, ausländische Ehepartner nach Großbritannien zu holen; ein hochaktuelles Thema im Zusammenhang mit Idi Amins Ausweisung ugandischer Asiaten. Immer wieder wurde die Sorge geäußert, ob Arbeiterinnen in schlecht bezahlten Jobs es sich überhaupt leisten könnten,
Arbeitgeber vor ein Tribunal zu bringen. Zudem gab es Bemühungen, die Kategorie sexuelle Orientierung in das Gesetz aufzunehmen, sodass auch schwule Männer und Lesben Schutz erhalten würden. Eine Frauengruppe schlug außerdem vor, anstelle von Arbeitsgerichten ein Berufungsgremium für Bürgerrechte einzurichten, das in Fällen zu entscheiden hätte, die sowohl Rasse als auch Geschlecht betrafen."