Magazinrundschau - Archiv

The Guardian

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Magazinrundschau vom 20.02.2018 - Guardian

In Algerien ist eine verlorene Generation herangewachsen, Männer zwischen zwanzig und dreißig, ohne Arbeit, Bildung, Familie, ohne eine Rolle in der Gesellschaft. Ihr neuester Sport ist der Widderkampf, wie Hannah Rae Armstrong berichtet, die Regierung toleriert dieses eigentlich verbotene Spektakel, in der Hoffnung, dass die jungen Männer dabei vielleicht Aggressionen ablassen: "Professionelle Trainer bauen ihre Widder auf, indem sie deren Hörner an eine Wand ketten. Wenn sie sich drehen und wenden, um sich zu befreien, stärkt der Widerstand ihre sehnigen Nacken. Anders als beim Hahnenkampf wird beim Widderkampf kein Geld gesetzt, der Handel auf dem Markt verheißt jedoch ein lukratives Geschäft. Jeder Kampf erhöht den Wert des Siegers und verurteilt den Verlierer zum Schlachthaus. Ein Champion kann bis zu 10.000 Dollar einbringen - auch wenn die meisten Trainer lieber den Ruhm als das Geld einstreichen. Die Schafe bekommen Namen, die Furcht einjagen sollen, wie Rambo, Jaws oder Lawyer. In der dritten Runde eines Matches bescherte Hitler kürzlich Saddam eine brutale Niederlage."

Mark O'Connell verfolgt, wie sich unter Amerikas Plutokraten ein neues apokalyptisches Denken breit gemacht hat. Der notorische Milliardär Peter Thiel etwa hat sich bereits vor einigen Jahren die neuseeländische Staatsbürgerschaft organisiert: "Am Ende werden diejenigen gerettet, die sich die beste Erlösung leisten können. Und Neuseeland, am weitesten weg von allem, ist in dieser Erzählung eine Art Ararat, der Schutz vor der kommenden Flut."
Stichwörter: Algerien, Widderkampf

Magazinrundschau vom 12.02.2018 - Guardian

Die Verlagswelt ist zu einer Branche der gehobenen Mittelklasse geworden, die vor allem den Geschmack und die Interessen dieser Klasse bedient, stellt die Schriftstellerin Kit de Waal fest, die selbst als in Birmingham aufgewachsene irisch-karibische Tochter von Zeugen Jehovas nicht gerade privilegiert aufgewachsen ist. In Britannien kommen nur noch zehn Prozent der Schriftsteller und Übersetzer aus der Arbeiterklasse, obwohl wir ihr so grandiose Werke verdanken wie DH Lawrences "Sons and Lovers", Alan Sillitoes "Saturday Night and Sunday Morning" oder Irvine Welshs "Trainspotting". Selbst diese Bücher "zeigen nur einen kleinen Teil der tiefen und vielfältigen Erfahrungen der Arbeiterklasse, der außerdem meist für den urbanen Mittelklasse-Leser zurechtgeschnitten ist. Als ich veröffentlicht werden wollte, merkte ich sehr schnell, dass jeder, der im Verlagsgeschäft etwas bedeutete, etliche Stunden Autofahrt entfernt war. Ich kaufte mir das 'Autoren- und Künstlerjahrbuch', um einen Agenten zu finden: London. Ich stieß auf die Lesung eines meiner Lieblingsautoren: wieder London. Wie wichtig die Stadt für jemanden ist, der veröffentlicht werden will, ist bekannt. Jüngste Untersuchungen der London Scool of Economics zeigen, dass die Konzentration der kreativen Geschäfts in der Hauptstadt die Ungleichheiten im Kultur-Personal verstärkt, und damit auch die Kluft in der literarischen Repräsentation."

Weiteres: Andrew Rice erzählt vom erbitterten Streit um den Bau einer Moschee in New Jersey. Liza Featherstone enthüllt, dass sich Marktforschung nicht einmal bei Fokusgruppen für die wahren Wünsche der Menschen interessiert.

Magazinrundschau vom 06.02.2018 - Guardian

Barbie Latza Nadeau schildert die elenden Bedingungen, unter denen Flüchtlinge in Italien in Prostitution und Drogenhandel gezwungen werden. Vor allem Frauen und Männer aus Nigeria werden bereits in ihrer Heimat von ihren eigenen Familien an Menschenhändler-Ringe verkauft. So wie Joy, die unter Androhung übelster Vergeltung von einer Scharlatanin in die Sklaverei gegeben wurde und jetzt im Auffanglager Cara di Mineo auf Sizilien lebt: "Das Lager ist zu einem gesetzlosen Ort geworden, an dem die Menschen leichte Beute für kriminellen Banden werden. Der Staat finanziert diese Zentren, indem er ihnen für jeden Asylbewerber eine bestimmte Summe gibt, doch vielen von ihnen sparen an Essen und anderer Versorgung, und streichen den Profit ein. Die Laufburschen von Italiens verschiedenen Mafia-Organisationen und nigerianische Gangs rekrutieren Drogenkuriere und Kleinkriminelle unter den gelangweilten jungen Männern, die längst das Leben aufgegeben haben, von dem sie noch bei ihrer Überfahrt träumten. Cara die Mineo ist wie auch das Asylbewerberzentrum Sant Anna auf der Isola Capo Rizzuto in Kalabrien und andere auf dem italienischen Festland zu einem Jagdgrund für Menschenhändler geworden. Sie geben sich selbst als Asylbewerber aus, locken Frauen unter einem Vorwand aus der Unterkunft und liefern sie dann den nigerianischen Frauen aus, welche die Zwangsprostitution kontrollieren. Sie werden unter Androhung von Gewalt zu Sex-Arbeit gezwungen, die meisten von ihnen - wie Joy - in Schrecken versetzt durch einen Fluch, der sie an die Sklaverei kettet."

Weiteres: Der britische Historiker Anthony Beevor meldet das Verbot seines Buchs "Stalingrad" in der Ukraine, wo sich die Regierung an Berichten stört, das auch ukrainische SS-Männer in Massaker an der jüdischen Bevölkerung involviert waren. Emma Brockes porträtiert den schwulen, schwarzen Theaterkritiker Hilton Als.

Magazinrundschau vom 16.01.2018 - Guardian

Nie ging es in der Türkei Journalisten, Schriftstellern, Akademikern und Frauen so schlecht wie heute, stellt die türkisch-britische Schriftstellerin Elif Shafak fest: Autoritarismus, Nationalismus, Isolationismus und Sexismus nehmen stetig zu und befeuern sich gegenseitig: "Häusliche Gewalt nimmt mit einem erschreckenden Tempo zu und die Regierung tut nichts, um betroffenen Frauen Unterkunft zu geben. Die Rhetorik der Regierung versteift sich auf die Heiligkeit von Ehe und Mutterschaft. Unter der AKP sind Frauenrechte dahingeschmolzen, während islamistische Zeitungen gegen Frauenhäuser wettern und einige Organisationen lancieren schon Petitionen, nach denen Frauen im Zug in eigenen Waggons reisen sollen. In einigen Städten gibt es schon pinkfarbene Busse nur für Frauen. Die Trennung der Geschlechter wird weder sexuelle Belästigung vermindern noch die Gewalt stoppen. 'Wenn Frauen zur Polizei oder Staatsanwaltschaft gehen, dann werden sie nach Hause zurückgeschickt, sollen sich versöhnen oder bekommen eine Schutzorder auf Papier', sagt Gulsum Kav von der Organisation We will Stop Femicide. Ebenso alarmierend sind die Veränderungen im Bildungssystem: Im neuen Curriculum wird der Darwinismus nicht mehr gelehrt."

Magazinrundschau vom 09.01.2018 - Guardian

Die USA haben den Krieg in Afghanistan so gut wie verloren. In einem packenden Report zeigt Alfred W McCoy mit erschütternden Nüchternheit, dass die Taliban einfach das Land besser beherrschen: "Trotz der beinahe ununterbrochenen Kampfhandlungen seit der Invasion im Oktober 2001 sind alle Anstrengungen, das Land zu befrieden, gescheitert, vor allem weil die USA keine Kontrolle über die wachsende Gewinne aus Afghanistans Heroinhandel erlangen konnten. Die Opiumproduktion stieg von 180 Tonnen im Jahr 2001 auf mehr als 3.000 Tonnen im Jahr nach der Invasion und mehr als 8.000 Tonnen im Jahr 2007. In jedem Frühjahr füllt die Opiumernte erneut die Kassen der Taliban und finanziert einen neuen Jahrgang Guerilla-Kämpfer." 2017 hat sich die Opiumernte auf 9.000 Tonnen erhöht, womit die Taliban - aber auch Warlords und Regierungsfürsten - für 93 Prozent des weltweiten Heroins aufkommen.

Magazinrundschau vom 05.12.2017 - Guardian

Alex Cocotas bringt einen informativen Hintergrundartikel zur Abtreibung in Polen, die bisher nur bei medizinischer und forensischer Indikation erlaubt ist. Die Pläne der PiS-Regierung sie ganz zu verbieten, scheiterten bisher an den Protesten der Polinnen. Die restriktive Politik, schreibt Cocotas, hat aus dem, was einst medizinischer Eingriff und Gewissensfrage war, ein einträgliches Geschäft gemacht: "Die Bund für Frauen und Familienplanung (Federa), Polens älteste Organisation für reproduktive Rechte, schätzt, dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche nicht bei 1.000 liegt, wie die offizielle Statistik angibt, sondern bei 150.000. Die Anthropologin Agata Chełstowska schätzte 2011, dass Ärzte und Kliniken mit illegalen Abtreibungen 95 Millionen Dollar im Jahr einnehmen. 'Wenn Abtreibungen die öffentliche Sphäre verlassen, kommen sie in den Graubereich des Privaten: Private Absprachen, private Versorgung und - vor allem - private Sorgen', schreibt  Chełstowska. 'Im privaten Sektor müssen illegale Abtreibungen mit viel Vorsicht arrangiert und bar bezahlt werden. Wenn eine Frau diese Sphäre betritt, verwandelt sich ihre Sünde in Gold. Ihre private Sorgen wird zum privaten Gewinn eines anderen.' Wanda Nowicka, die Gründerin von Federa, sagte  Chełstowska: Wie sprechen über eine riesige, unversteuerte Einkommensquelle. Deshalb sind die Mediziner auch nicht besonders interessiert an einer Änderung des Abtreibungsrechts. Elżbieta Korolczuk, eine Soziologin und langjährige Aktivistin, traf bei den Protesten im vorigen Jahr junge Frauen, die nicht wussten, dass Abtreibung in Polen verboten ist, denn sie hatten die nötigen finanziellen Mittel. 'Vielen Frauen können sich Abbrüche ermöglichen, sagt Korolczuk, deshalb denken sie: Wo ist das Problem? Ärzte, die nach dem Gesetz verfolgt werden, erhalten meist eine Strafe auf Bewährung, sie gehen nicht ins Gefängnis und verlieren nicht ihre Approbation. Indem sie den Schwarzmarkt toleriert, hat die Regierung de facto Abtreibung an eine unregulierte Industrie outgesourct."
Stichwörter: Abtreibung, Polen, Pis

Magazinrundschau vom 07.11.2017 - Guardian

Jonathan Franzen will mit einem seltsam mäandernden Text einen Beweis antreten, welchen jedoch kann man nicht einmal ahnen. Er sinniert über Soziale Medien und den Essay, das Ich und das Argument, über Donald Trump und den Klimawandel, ohne etwas zu Ende zu denken. Aber er kommt immer wieder auf seinen Redakteur beim New Yorker zurück, seinen großen Lehrmeister Henry Finder: "Hier darf ich zwei Lektionen erwähnen, die ich von Henry Finder erhalten habe. Die eine lautete: Jeder Essay, auch das Denkstück, erzählt eine Geschichte. Die andere: Es gibt nur zwei Arten, sein Material zu sortieren. 'Gleiches zu Gleichem' und 'Eins folgt dem anderen'. Diese Regeln mögen selbstverständlich scheinen, aber jeder Autor eines High-School- oder College-Essays weiß, dass sie es nicht sind. Mir war vor allem nicht klar, dass ein Denkstück den Regeln des Dramas folgen sollte. Und doch: Muss nicht auch eine gute Argumentation damit beginnen, dass sie ein schwieriges Problem einführt? Und bietet sie dann nicht mit starken Thesen einen Ausweg an, stellt Hindernisse in Form von Einwänden und Gegenargumenten in den Weg und führt uns nach etlichen Wendungen zu einem befriedigenden Schluss?"

Andy Beckett erinnert daran, wie die labour-Linken Jeremy Corbyn, Diane Abbott und John McDonnell dreißig Jahre lang als verrückte Außenseiter verlacht und geschmäht wurden und noch im Jahr 2015 für die verlorene Sache vor einem Publikum von fünf Leuten stritten.

Magazinrundschau vom 24.10.2017 - Guardian

Der Autor Emmanuel Carrère ist mit Emmanuel Macron in die Karibik gereist, wo der Präsident die vom Hurrikan verwüsteten Überseegebiete Frankreichs besuchte. Einmal in Jupiters Orbit, kann man sich ihm kaum noch entziehen, lernt der Schriftsteller: "Es taucht eine verärgerte Frau namens Lila auf, verstellt ihm den Weg und beschuldigt ihn, sich keinen Deut um das Leid der Opfer zu scheren und nur hier zu sein, um vor den Fernsehkameras eine gute Figur zu machen, mit seinem gebügelten Hemd und seiner Krawatte, die nicht nach viel aussieht, aber ein Vermögen gekostet haben muss. Sie tritt so vehement auf, dass die Inselbewohner um sie herum zu murren beginnen, so könne sie doch nicht mit dem Präsidenten reden. Jeder andere hätte seinen Vorteil aus der Situation gezogen und gesagt: 'Sehen Sie, die Leute sind auf meiner Seite.' Nicht Macron. Für ihn ist Lila eine Herausforderung. Er nimmt ihre Hand, und sein Gesicht teilt sich in zwei. Ich habe schon oft gesehen, wie er das macht: die rechte Hälfte, mit gerunzelter Braue, ist entschlossen, ernst, fast streng und macht den Eindruck, dass alles, was er tut, im Angesicht der Geschichte geschieht. Die linke Hälfte ist herzlich, optimistisch, ein wenig verschmitzt und sagt, jetzt ist er hier, jetzt wird alles gut. Fünf, zehn Minuten lässt er Lilas Zorn über sich ergehen. Er hat einen Zeitplan, sein Team drängt zur Eile, sorgt sich um Verspätung - und sie werden sich verspäten, wie immer. Doch er hat alle Zeit der Welt: Er ist ja der Boss. Die Frage ist, ob er oder ob Lila gewinnen wird, die nun selbstsicher verkündet: 'Ich kann ganz schön nerven.' Woraufhin er mit dem charmantesten Lächeln antwortet: 'Das ist mir nicht entgangen.' Nicht schlecht. Sie grinst, sie wird klein beigeben, sie gibt klein bei. Dann im letzten Moment, als sie zum Abschied die Hände schütteln, überlegt sie es sich anders und ruft: 'Lassen sie meine Hand los. Lassen Sie meine verdammte Hand los.' Für mich war das wie der verzweifelte Versuch, an ihrem Ärger festzuhalten - an ihrer Integrität. Und dem hypnotischen Griff des Präsidenten zu entkommen, seiner Überzeugungskraft, die dem Rattenfänger von Hameln gleicht, seiner geradezu Furcht erregenden Verführungskunst."

Magazinrundschau vom 10.10.2017 - Guardian

Im Silicon Valley mehren sich die Aussteiger, Refuseniks oder Dissididenten unter den Programmierern, die offline gehen, berichtet Paul Lewis. Sie warnen vor einem Internet, das nach den Bedürfnissen der Werbeindustrie umgebaut wurde (wozu die jetzigen Kritiker massiv beigetragen haben) und dabei vor allem auf psychologische Manipulation setzt. Zu den Dissidenten gehören der Google-Entwickler Tristan Harris, der Erfinder des Pull-to-refresh Loren Brichter, die Facebook-Managerin Leah Pearlman und Justin Rosenstein, der mit seinem Like-Button einst ein "paar Bites Positivität" in die Welt schicken wollte. Heute sorgt sich Rosenstein um den Geisteszustand von Menschen, die im Durchschnitt 2.617 Mal am Tag über ihr Smartphone wischen: "'Darüber zu sprechen ist gerade für uns wichtig, denn wir sind vielleicht die letzte Generation, die sich an ein Leben vorher erinnern können, sagt Rosenstein.' Es mag eine Rolle spielen, dass Rosenstein, Pearlman und die meisten Tech-Insider, die heute die Aufmerksamkeitsökonomie in Frage stellen, in ihren Dreißigern sind, Mitglieder der letzten Generation, die sich an eine Welt erinnert, in der Telefone in die Wand gesteckt wurden. Es ist jedoch auf jeden Fall bezeichnend, dass sich diese jungen Technologen ihre eigenen Produkte abgewöhnen und ihre Kinder im Silicon Valley auf Elite-Schulen schicken, in denen Iphones, Ipads und sogar Laptops verboten sind. Sie scheinen eine Lehre von Biggie Small über die Gefahren des Crack-Dealens zu beherzigen: 'Never get high on your own supply.'"
Stichwörter: Smartphones

Magazinrundschau vom 26.09.2017 - Guardian

Nationalismus muss nicht hässlich, fremdenfeindlich und selbstmitleidig sein, es gibt ihn auch als zivile Version, freiheitlich, modern und offen, meint Neal Ascherson und stellt sich hinter die katalanischen Separatisten: "Katalonien gehört zu einer besonderen europäischen Kategorie, und das ist der Nationalismus der Peripherie, die sich selbst für viel entwickelter hält als die zentralen Metropolen. Die Tschechen mit ihrem Präzisionshandwerk blickten voller Snobismus auf das alte Wien hinab. Die viktorianischen Schotten dachten ähnlich über die ungebildeten, unterwürfigen Engländer. Die wohlhabenden Katalanen glauben, dass die drögen, frommen Kastilier sie nur belasten. Die Frage ist also nicht, warum es so viele Nationalstaaten gibt, sondern warum so wenig. Schließlich gibt es geschätzt wahrscheinlich sechs- bis achttausend ethnisch-linguistisch identifizierbare Populationen auf dem Planeten. Gestellt hat sie zum ersten Mal in den achtziger Jahren Ernest Gellner, der Vater des erwachsenen Nachdenkens über Nationalismus. Heute gibt es nicht einmal zweihundert Nationalstaaten, Tendenz steigend. Gellner sagte auch, dass der Nationalismus die Nationen hervorbringe, nicht umgekehrt." (In der LRB hält Giles Tremlett dagegen Kataloniens drohende Unabhängigkeitserklärung "eher für einen theatralischen Akt als für einen realen".)

Weiteres: Chris Renwick erinnert daran, wie hart der Wohlfahrtsstaat erkämpft werden musste, der jetzt so eifrig in Großbritannien abgebaut wird: Laut offizieller Statistik haben 900.000 Arbeiter Jobs mit einem Null-Stunden-Vertrag. Diese Menschen wissen am Anfang ihrer Woche nicht, wie viel Arbeit und wie viel Geld sie bekommen werden. Informelle und gelegentliche Beschäftigung erklärt auch, warum die britischen Arbeitslosenzahlen seit dem Finanzcrash von 2008 nicht in die Höhe geschnellt sind." Außerdem bringt der Guardian einen Auszug aus Franklin Foers Buch "World Without Mind", in dem der ehemalige Chefredakteur der New Republic mit Mark Zuckerberg abrechnet.
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