Die Zollerklärung

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001
Aus dem Serbischen von Katharina Wolf-Grieshaber. Um seine Belgrader Bibliothek nach Berlin ausführen zu dürfen, muß Bora Cosic, Persona non grata im Serbien Milosevic', aus dem Gedächtnis ein Verzeichnis seiner Bücher anfertigen. Diese Inventur greift auf die Biografie über. An der "Zollstation der Geschichte" werden Gedanken, Träume, Marotten angemeldet, Menschen, Dinge, Erinnerungen. In der so melancholischen wie befreienden Erkenntnis, daß das Lebensgepäck leichter wird, je mehr Unnützes an der Grenze zurückbleibt, gibt der Erzähler mit der Zollerklärung auch seine Unabhängigkeitserklärung ab. Zwischen Bekenntnis und dadaistischer Aufzählung changierend, verknüpft Cosic Gesellschaftskritik mit der Lebensbilanz eines mitteleuropäischen Intellektuellen.

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