Gesammelte Vorurteile

Insel Verlag, Frankfurt am Main 2000
Herausgegeben, aus dem Amerikanischen übersetzt und mit einem Nachwort von Helmut Winter. Henry Louis Mencken, in Amerika geschätzt und etabliert, ist im deutschen Sprachraum so gut wie unbekannt. Mit ihm harrt ein Essayist und Kritiker seiner Entdeckung, der in den zwanziger Jahren in den Vereinigten Staaten eine ähnliche Rolle gespielt hat wie Kurt Tucholsky in Deutschland. Was er zu sagen hatte, formulierte er unmissverständlich, elegant und klar. Für eine zündende Übertreibung opferte er bedenkenlos Abwägungen und Nuancen. Seine Urteile, von klärender, oft verletzender Einseitigkeit, klangen unrevidierbar endgültig. Übersichtlich konstruiert, rhetorisch schwungvoll, alle Fairness in den Wind schlagend, erfüllten seine Essays und Rezensionen eine Grundbedingung jeder Kritik: Sie überbrückten die Kluft zwischen Autor und Leser und brachten das Publikum mit neuen Gedanken in Berührung.

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