

Francesco Biamonti
Die Reinheit der Oliven. Roman
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2000
Aus dem Italienischen von Paul Wolfgang Wührl. Ein Ort in Ligurien, im Grenzgebiet zwischen Italien und Frankreich. Das Meer, die Felsen und Olivenbäume liegen im flirrenden Licht. Leonardo, ein rätselhafter Mann, kehrt in sein Dorf zurück ? er hat eine Schussverletzung, doch was er erlebt hat, darüber will er nicht reden. Denn, das erfahren wir aus den Gesprächen und Aktionen einer Handvoll Leute, im Untergrund der scheinbaren mediterranen Idylle gärt es, die Spuren einer kriminellen Gegenwelt werden sichtbar: Schießereien in den umliegenden Bergen, eine Entführung. Nach und nach setzt sich aus Einzelheiten das Szenario eines gefährdeten, umkämpften Landstrichs zusammen ? mit wachsendem Einfluss der italienischen und russischen Mafia, mit Menschenhandel, Gewalt und Illegalität. Leonardo möchte gegen diese Entwicklung, gegen das "Delirium der Welt" kämpfen. Und wie ein schwacher Hoffnungsschimmer scheint am Ende dieses Romans die Utopie auf, dass der beste Weg dazu die Verteidigung des kleinen, überschaubaren Kosmos eines Dorfes ist ? die Reinheit der Oliven.