Vorstellungen vom Holocaust. George Taboris Erinnerungs-Spiele

Wallstein Verlag, Göttingen 2000
Der Theatermacher George Tabori (geb. 1914) gibt in seinen Stücken `Vorstellungen` vom Holocaust - im doppelten Wortsinn. Kein anderer Dramatiker hat das Gedächtnis an die Vernichtung der europäischen Juden im Nationalsozialismus so zum Mittelpunkt seiner Arbeit gemacht. Sein bedeutender Beitrag zum Theater der Gegenwart ist untrennbar an sein Lebensthema geknüpft, mit dem er sich über Jahrzehnte auseinandergesetzt hat: die Versinnlichung und Vergegenwärtigung des Holocaust im Theaterstück und auf der Bühne. Wie können dramatische Strukturen aussehen, die den Genozid und seine Folgen thematisieren? Tabori schrieb keine Geschichtsdramen, sondern Erinnerungs-Spiele - persönlich beglaubigte wie ästhetisch überzeugende Antworten auf das lange Zeit dominante Postulat, eine Fiktionalisierung des Schrecklichen versündige sich an den Opfern. Jan Strümpel analysiert die wichtigsten Theaterstücke von George Tabori vor dem Hintergrund der »Holocaust-Dramatik« in Deutschland und der Debatten über (vermeintliche) Gestaltungstabus und Kunst `nach Auschwitz`.

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