

Ulrich Mosch
Musikalisches Hören serieller Musik. Untersuchungen am Beispiel von Pierre Boulez' 'Le Marteau sans maitre'. Dissertation
Pfau Verlag, Saarbrücken 2004
Heute, einige Jahrzehnte nach der Blütezeit des seriellen Komponierens scheint das historische und ästhetische Urteil über diese Musik gesprochen. Den um sie in den fünfziger und sechziger Jahren so heftig entbrannten Streit, bei dem es im Kern um den Musikbegriff ging, scheint die Geschichte entschieden zu haben. Die damals zentrale Frage, ob diese Musik gehört werden könne oder sich allenfalls im Lesen erschließe, ist anscheinend beantwortet. Die Kluft zwischen Hören und Lesen ließ sich weder durch den analytischen Zugriff überbrücken, noch erwies sich der vielfach beschworene Glaube, das Ohr werde sich der neuartigen Musik anpassen, als be-rechtigt. Am Beispiel des 'Marteau sans maitre' von Pierre Boulez stellt die Studie die für das musikalische Hören entscheidenden Fragen: Was heißt hier Musik? Wodurch werden, wenn überhaupt, musikalischer Zusammenhang, Ganzheit, Einheit, Brüchigkeit oder musikalische Beziehungen konstituiert? Inwieweit beeinflusst die Wahrnehmung als erfahrungsabhängiges