Ulrich Mosch

Musikalisches Hören serieller Musik

Untersuchungen am Beispiel von Pierre Boulez' 'Le Marteau sans maitre'. Dissertation
Cover: Musikalisches Hören serieller Musik
Pfau Verlag, Saarbrücken 2004
ISBN 9783897272538
Gebunden, 381 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Heute, einige Jahrzehnte nach der Blütezeit des seriellen Komponierens scheint das historische und ästhetische Urteil über diese Musik gesprochen. Den um sie in den fünfziger und sechziger Jahren so heftig entbrannten Streit, bei dem es im Kern um den Musikbegriff ging, scheint die Geschichte entschieden zu haben. Die damals zentrale Frage, ob diese Musik gehört werden könne oder sich allenfalls im Lesen erschließe, ist anscheinend beantwortet. Die Kluft zwischen Hören und Lesen ließ sich weder durch den analytischen Zugriff überbrücken, noch erwies sich der vielfach beschworene Glaube, das Ohr werde sich der neuartigen Musik anpassen, als be-rechtigt. Am Beispiel des 'Marteau sans maitre' von Pierre Boulez stellt die Studie die für das musikalische Hören entscheidenden Fragen: Was heißt hier Musik? Wodurch werden, wenn überhaupt, musikalischer Zusammenhang, Ganzheit, Einheit, Brüchigkeit oder musikalische Beziehungen konstituiert? Inwieweit beeinflusst die Wahrnehmung als erfahrungsabhängiges

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.01.2005

Der "rur." zeichnende Rezensenten bleibt in seiner knappen Besprechung von Ulrich Moschs Untersuchung "Musikalisches Hören serieller Musik" ziemlich kryptisch. Er betrachtet die in den fünfziger Jahren gestellte Frage, ob serielle Musik durchhört werden könne oder sich eher im Lesen erschließe, als beantwortet. In welche Richtung bleibt offen. Er erklärt aber, dass die Problemstellungen trotz der Diskussionen um die "Postmoderne" nichts an Schärfe eingebüßt hätten, um anschließend Mosch zu referieren, der die Geschichte der seriellen Musik im Wesentlichen als Technikgeschichte und weniger Werkgeschichte betrachte, da sie "die Perspektive der kompositorischen Poetik gegenüber jener der Ästhetik" akzentuiere. Zustimmung des Rezensenten findet ferner Moschs Hinweis, dass das Selbstverständnis der Komponisten angesichts der vielen Kommentare von Boulez, Stockhausen, Pousseur oder Nono wichtige Orientierungspunkte zur Zeitgeschichtsschreibung geliefert habe, aber nicht allein die Bezugspunkte bieten dürfe.
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