Ludwig Börne: Berliner Briefe

Philo Verlag, Berlin 2000
Herausgegeben von Willi Jasper. Börnes Berliner Briefe an Jeanette Wohl sind Dokumente des Privaten und der Gefühle Börnes. Hier geht es nicht um politische Grundsätze, sondern er versucht, sein Leben auf neue Weise zu fassen. 1828, als sich Börne von Mitte Februar bis Ende April in Berlin aufhält, scheinen sowohl seine gesellschaftliche Anerkennung als auch die Heirat mit Jeanette Wohl in greifbarer Nähe. Zweimal die Woche macht er der Freundin "Meldung" aus Berlin, erstattet getreulich Bericht über alle Vorkommnisse und Begegnungen. Trotz seiner anfänglichen Kritik an den "Berliner Kreisen" beeindruckt Börne schnell das großstädtische und liberale Flair Berlins, mit dem sich das enge und provinzielle Frankfurt nicht vergleichen konnte. Die Briefe zeigen auch Börnes schriftstellerisches Prinzip: Er besuchte eine Literatenversammlung und macht daraus einen Kommentar über die Berliner Kulturszene; mit Leichtigkeit entwickelt er aus scheinbar Unwesentlichem Grundsätzliches.

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