

Vizconde de Lascano Tegui
Familienalbum mit Bildnissen von Unbekannten. Roman
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2000
Aus dem argentinischen Spanisch von Christian Hansen. Der selbsternannte argentinische Vizconde gehört zu den großen Unbekannten der Literatur des 20. Jahrhunderts. Sein Roman Familienalbum, 1936 erstmals erschienen, erzählt eine Fülle von Lebensläufen: Michael Bingham, ein englischer Versicherungsagent, hat als einer von wenigen Passagieren eine Bahnkatastrophe überlebt, die sich am 8. Juni 1900 in Frankreich zutrug. Die Versicherungsfirma, für die er arbeitet, beauftragt ihn, Nachforschungen über die Toten anzustellen. Nach zwanzig Jahren Suche muß er feststellen, daß seine Arbeitgeber mittlerweile Pleite gemacht haben und sein Unternehmen sinnlos geworden ist. Er wird wahnsinnig und überläßt seine Aufzeichnungen dem Wind. Dem Autor, Zeuge dieser Szene, gelingt es, sechs dieser Dossiers, dieser kleinen Familienromane, zu retten, die den Anschein geben, als sei die ganze Menschheit auf unentwirrbare Weise ineinander verstrickt.