

Pascal Bruckner
Verdammt zum Glück. Der Fluch der Moderne. Ein Essay
Aufbau Verlag, Berlin 2001
Aus dem Französischen von Claudia Stein. Wie er sein Gesicht nach einem ästhetischen Leitbild zuschneiden lässt, den Busen mit Silikon stylt, sich in Fitness-Studios martert, hat der Mensch auch das Glück als ein Diktat zu verstehen. Unglück, Trauer, Schmerz sind ein Makel. Die Verpflichtung zum Glück bewegt die größte Industrie unserer Zeit, und sie ist zugleich die neue ethische Ordnung. Bruckner analysiert den historischen Wandel des Glücksbegriffs seit seiner Verlagerung aus einem religiösen Jenseits ins weltliche Diesseits. Und er beschreibt seine radikale Neuinterpretation in den 60er Jahren, als das Glück von der Sehnsucht zum Programm avanciert. Er durchleuchtet unsere Alltagskultur auf ihre Banalisierung unter dem Mythos des Glücklichseins und schließt mit einem flammenden Plädoyer für das Recht des Menschen, auch unglücklich zu sein - und damit frei zu bleiben.