Einhorn: du weißt um die Steine .... Briefwechsel

Friedenauer Presse, Berlin 2001
Herausgegeben und kommentiert von Marina Dmitrieva-Einhorn. Der Briefwechsel zwischen Paul Celan und seinem gleichaltrigen Jugendfreund Erich Einhorn (1920-1974) umfasst 16 Briefe, geschrieben zwischen 1944 und 1967. Die gleiche Sprache und die gleiche politische Einstellung verband sie: gemeinsam haben sie den Aufstand der Wiener Arbeiter im Februar 1934 und den spanischen Bürgerkrieg verfolgt. Sie teilten wohl auch, unausgesprochen, die Erfahrung des Grauens, mit der sie, wie alle Überlebenden der Massenvernichtung, in der hektischen "Normalität" der Nachkriegszeit aufs schrecklichste einsam waren. Celan ging nach dem Krieg zunächst nach Wien, 1948 nach Paris, wo er sich 1970 das Leben nahm. Erich Einhorn blieb in Russland und arbeitete seit 1950 in Moskau als Übersetzer und Redakteur. Er war mit vielen Literaten und Musikern befreundet, kannte die Witwe von Ossip Mandelstam, Ilja Ehrenburg und den Komponisten Philip Herschkowitz. Hauptgegenstand des Briefwechsels ist die Literatur. Nirgends sonst wird, zumindest für den nichtphilologischen Leser, so deutlich, wie vertraut Celan mit der russischen Literatur war und wie sehr sie ihm, lange Zeit, als geistige Heimat galt.

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