Es ist was Wahnsinniges mit der Kunst. Alfred Flechtheim. Sammler, Kunsthändler und Verleger

Nimbus Verlag, Wädenswil 2011
Mitarbeit: Rudolf Schmitt-Föller und Rico Quaschny. Mit 59 Farbabbildungen. Bis heute verkörpert Alfred Flechtheim wie kaum ein zweiter die Goldenen 20er Jahre: Seine Berliner Kunsthandlung erlebte in jener Zeit einen kometenhaften Aufstieg und bestimmte mit Picasso, den Kubisten und neuen deutschen Künstlern die Debatten; sein Magazin Der "Querschnitt" erfand eine neue Mischung von Themen aus Kunst, Sport und Lebewelt. Legendär auch die glamourösen Feste der Galerie, auf denen sich die Prominenz des neuen Berlin drängelte: Filmstars und Hochfinanz, Preisboxer und Künstler jeder Couleur. Begonnen hatte Flechtheim als Sohn einer vermögenden Familie von Getreidehändlern. Schon früh betätigte er sich als Sammler der Avantgarde und war der spiritus rector des "Sonderbund", dessen Kölner Ausstellung im Jahre 1912 der modernen Malerei in Deutschland zum Durchbruch verhalf. Ein Jahr später eröffnete Flechtheim in Düsseldorf eine eigene Galerie, die er wegen des Krieges jedoch bald wieder schließen mußte. 1919 wagte er den Neuanfang und expandierte bald nach Berlin. Zugleich packte ihn der "Verlegerrappel": Er gründete den "Querschnitt" und brachte aufwendige Mappenwerke seiner Künstler heraus. In der Galerie drückte sich die Creme de la Creme der Avantgarde die Klinke in die Hand: George Grosz, Renee Sintenis, Fernand Leger, Max Beckmann, Paul Klee und viele andere. Mit dem Schwarzen Freitag und der Machtergreifung der Nazis findet all dies ein jähes Ende. Flechtheim hat Schulden, die antisemitische Repression zwingt ihn zur Liquidierung der Galerie, rastlose Reisen durch Europa beginnen. An allen Ecken fehlt Geld, dazu die Sorge um seine in Berlin verbliebene Frau. Am 9. März 1937 stirbt Alfred Flechtheim als gebrochener Mann in London. Mit Ottfried Dascher legt der beste Flechtheim-Kenner die erste umfassende Biografie dieses unvergleichlichen Kunstenthusiasten vor.

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