Bleiweiß. Roman

C.H. Beck Verlag, München 2000
Als Junge hatte Folke immer seine Sommerferien in Leewenstein, am Ufer der Müglitz, verbracht. Nun, Jahrzehnte später und nachdem die Grenzen sich geöffnet haben, kehrt er an diesen Ort zurück - mit der vagen Idee, das Paradies aus der Kindheit zu kaufen. Doch während seiner heimlichen Anwesenheit in dem nun fast leerstehenden und ziemlich verkommenen Haus steigen bruchstückhaft Erinnerungen an die vergangenen Tage in ihm auf: an seine Großmutter, an die etwas verschrobenen Großtanten, an seine Zwillingsschwestern, an Cousin Konrad und an Ernst Maletzke, den hinkenden Sohn der Untermieter, den sie damals alle nur hänselten oder gleich ganz ignorierten. Ausgerechnet Ernst allerdings lebt nun noch immer im Haus, und er ist es, der Folke eine ganz andere Version der Vorgänge von damals gibt, vor allem aber interessante Geschichten über Folkes Mutter zu erzählen hat: Warum eigentlich war sie so erpicht darauf, jeden Sommer in die DDR zu kommen, und noch dazu ohne ihren Mann?

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