

David Haynes
Die Mutter eines anderen. Roman
Insel Verlag, Leipzig 2000
Aus dem Amerikanischen von Peter Knecht. Das bisher so geordnete Familienleben der Johnsons ändert sich radikal, als Paula die Mutter ihres Mannes in ihr Haus holt. Diese nimmt das Angebot nur widerwillig an, sie beharrt auf ihrer Eigenständigkeit und wehrt sich störrisch gegen jede Annäherung. Doch Paula erträgt den Hass, der ihr entgegenschlägt, zunächst unbeirrt. Die alltäglichen Streitereien aber wachsen sich zu einem Kleinkrieg aus, der unerbittlich und erfindungsreich geführt wird. Paula wird in dieser Auseinandersetzung mit den eigenen Unzulänglichkeiten konfrontiert. Der einsame Tod ihrer Mutter quält sie, und sie fühlt sich im Stich gelassen von ihrem Mann, der sich um das Amt des Bürgermeisters bewirbt und nur noch mit dem Wahlkampf beschäftigt ist, genauso wie von den Söhnen, die ihre eigenen Machtkämpfe austragen. Erst spät entdecken die beiden Frauen, dass sie manches verbindet, und sie beginnen zögernd und vorsichtig, ihre unterschiedlichen Erfahrungen zu respektieren. Am Ende brechen sie gemeinsam auf zu einer Reise nach St. Paul.